Immobilienfonds Vergleich: So findest du den passenden Einstieg für dein Geld
Immobilienfonds klingen komplex, sind aber ein spannender Weg, um an Immobilien zu verdienen, ohne selbst eine Wohnung zu kaufen. Wir erklären dir die Unterschiede und zeigen dir, worauf du beim Vergleich achten musst.
Warum Immobilienfonds auch dich betreffen
Du fragst dich vielleicht, warum ein Immobilienfonds für dich überhaupt relevant sein sollte. Die Antwort ist einfach: Es geht um dein Geld und um die Frage, wie du es für dich arbeiten lässt. Die Zeiten, in denen man nur mit einem Sparbuch etwas falsch machen konnte, sind lange vorbei. Durch die Inflation verliert dein Erspartes auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto jedes Jahr an Kaufkraft.
Immobilien gelten seit jeher als eine der stabilsten Anlageformen überhaupt. Doch nicht jeder hat das nötige Kleingeld, um eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu kaufen. Genau hier kommen Immobilienfonds ins Spiel. Sie ermöglichen dir, schon mit kleineren Beträgen an großen Immobilienprojekten zu partizipieren. Du wirst quasi Miteigentümer an Bürogebäuden, Einkaufszentren oder Wohnanlagen, ohne dich um Mieter oder Reparaturen kümmern zu müssen.
Ein Immobilienfonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es in einen Korb aus verschiedenen Immobilien. Dadurch streust du dein Risiko automatisch, denn du bist nicht von der Entwicklung einer einzigen Immobilie abhängig. Wenn ein Objekt im Fonds leer steht, kann ein anderes die Mieteinnahmen ausgleichen. Diese Diversifikation ist ein großer Vorteil gegenüber dem direkten Kauf einer einzelnen Wohnung.
Für dich bedeutet das: Du kannst von den Vorteilen des Immobilienmarktes profitieren, ohne die Nachteile des direkten Besitzes in Kauf nehmen zu müssen. Keine Sorge um Handwerker, keine Verhandlungen mit Mietern und keine Angst vor dem Leerstand deines einzigen Objekts. Ein Fondsmanager kümmert sich um all das. Du hältst lediglich Anteile an dem Fonds und erhältst im Idealfall regelmäßige Ausschüttungen und eine Wertsteigerung deiner Anteile.
Bevor du dich jedoch auf den Weg machst, ist es wichtig, die grundlegenden Unterschiede zu verstehen. Nicht jeder Immobilienfonds ist gleich. Es gibt verschiedene Arten, die sich in ihrer Funktionsweise, ihrem Risiko und ihrer Renditeerwartung deutlich unterscheiden. Der folgende Abschnitt gibt dir das nötige Basiswissen, um die richtigen Fragen stellen zu können.
Die Grundlagen: Was ist ein Immobilienfonds überhaupt?
Ein Immobilienfonds ist ein Investmentfonds, der sein Vermögen hauptsächlich in Immobilien anlegt. Das können Wohngebäude, Bürokomplexe, Logistikzentren oder auch Hotels sein. Der Fonds sammelt das Geld von vielen Anlegern ein und kauft damit diese Objekte. Du erwirbst Anteile an diesem Fonds, die auch als Fondsanteile oder Zertifikate bezeichnet werden. Der Wert deiner Anteile richtet sich nach dem Wert der Immobilien im Fonds.
Die Mieteinnahmen aus den Immobilien werden nach Abzug der Kosten an die Anleger ausgeschüttet oder im Fonds reinvestiert. Zudem kann der Wert der Immobilien im Laufe der Zeit steigen, was den Wert deiner Fondsanteile erhöht. Wenn der Fonds Immobilien mit Gewinn verkauft, wird dieser Gewinn ebenfalls an die Anleger verteilt oder dem Fondsvermögen zugeführt. So funktioniert die Wertschöpfung bei einem Immobilienfonds.
Es gibt zwei Hauptkategorien von Immobilienfonds: offene und geschlossene. Der offene Immobilienfonds ist die bekanntere und für Privatanleger meist zugänglichere Variante. Er wird von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft aufgelegt und ist unbefristet. Du kannst Anteile grundsätzlich jederzeit kaufen und nach einer Mindesthaltefrist von in der Regel zwölf Monaten auch wieder zurückgeben. Die Rückgabe erfolgt zum aktuellen Anteilswert.
Der geschlossene Immobilienfonds ist eine Beteiligung an einem konkreten, abgegrenzten Immobilienprojekt. Der Fonds wird aufgelegt, um ein bestimmtes Objekt oder einen Objektbestand zu kaufen und nach einigen Jahren wieder zu verkaufen. Die Laufzeit ist begrenzt, und du kannst deine Anteile nicht einfach so zurückgeben. Der Handel mit Anteilen an geschlossenen Fonds ist schwierig und oft nur über einen Zweitmarkt mit Abschlägen möglich.
Für einen ersten Vergleich ist es entscheidend, diese beiden Arten zu unterscheiden. Deine Entscheidung hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Wenn du flexibel bleiben und jederzeit über dein Geld verfügen können möchtest, ist der offene Fonds eher geeignet. Wenn du bereit bist, dein Geld für viele Jahre zu binden und dafür eine potenziell höhere Rendite zu erhalten, könnte ein geschlossener Fonds interessant sein. Im nächsten Abschnitt gehen wir auf die Funktionsweise genauer ein.
So funktionieren offene und geschlossene Fonds im Detail
Beginnen wir mit dem offenen Immobilienfonds. Diese Fonds sind an der Börse notiert und werden täglich bewertet. Die Wertentwicklung wird anhand des Nettoinventarwerts (NAV) berechnet, der sich aus dem aktuellen Verkehrswert aller Immobilien abzüglich der Verbindlichkeiten ergibt. Du kannst Anteile über Banken, Sparkassen oder Online-Broker kaufen. Der Ausgabeaufschlag, also der Aufschlag auf den Anteilswert, liegt bei offenen Immobilienfonds oft zwischen 0 und 5 Prozent.
Die Anlagestrategie offener Fonds ist breit gefächert. Sie investieren in viele verschiedene Objekte, oft in mehreren Ländern und in unterschiedlichen Nutzungsarten. Das reduziert das Klumpenrisiko erheblich. Die gesetzliche Pflicht zur Mindesthaltedauer von 24 Monaten und die Kündigungsfrist von 12 Monaten sollen verhindern, dass der Fonds bei Marktturbulenzen zu viele Rückgaben gleichzeitig bewältigen muss. Diese Regelungen schützen sowohl dich als auch die anderen Anleger.
Geschlossene Fonds funktionieren anders. Hier wird ein Fonds mit einer festen Anzahl von Anteilen aufgelegt, um ein spezifisches Projekt zu finanzieren. Die Laufzeit ist begrenzt, meist zwischen 10 und 20 Jahren. Während dieser Zeit erhältst du als Anleger in der Regel jährliche Ausschüttungen, die sich aus den Mieteinnahmen speisen. Am Ende der Laufzeit wird die Immobilie verkauft und der Erlös an die Anleger verteilt. Deine Rendite hängt also von der Wertentwicklung des einzelnen Objekts ab.
Ein entscheidender Unterschied liegt in der Fungibilität, also der Handelbarkeit. Offene Fondsanteile kannst du nach der Haltefrist täglich zurückgeben. Bei geschlossenen Fonds gibt es keinen solchen Rückgabeanspruch. Du bist für die gesamte Laufzeit gebunden. Solltest du vorzeitig aussteigen wollen, musst du einen Käufer auf dem Zweitmarkt finden. Dort werden Anteile oft mit einem Abschlag auf den tatsächlichen Wert gehandelt, weil die Verkäufer dringend liquidieren müssen.
Für deinen Vergleich bedeutet das: Offene Fonds sind eher etwas für Anleger, die Sicherheit und Liquidität schätzen. Geschlossene Fonds sind eine unternehmerische Beteiligung mit höherem Risiko, aber auch der Chance auf eine höhere Rendite. Du solltest dir genau überlegen, welche Rolle diese Eigenschaften in deiner persönlichen Finanzstrategie spielen. Der nächste Abschnitt widmet sich den Kosten, die bei jedem Fonds anfallen und deine Rendite maßgeblich beeinflussen.
Kosten verstehen: Was ein Immobilienfonds wirklich kostet
Kosten sind der Renditekiller Nummer eins. Deshalb ist es wichtig, dass du die Gebührenstruktur eines Immobilienfonds genau verstehst, bevor du investierst. Bei offenen Immobilienfonds gibt es den bereits erwähnten Ausgabeaufschlag. Dieser wird beim Kauf fällig und ist eine Provision für die Vermittlung. Du solltest darauf achten, dass viele Banken und Online-Broker Rabatte auf den Ausgabeaufschlag gewähren. Ein Vergleich lohnt sich hier definitiv.
Zusätzlich fallen laufende Kosten an. Diese werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen und jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Sie decken die Verwaltung, die Lagerung der Immobilien, die Prüfung und die Vergütung des Fondsmanagements ab. Bei offenen Immobilienfonds liegt die TER in der Regel zwischen 0,5 und 1,5 Prozent pro Jahr. Diese Kosten mindern direkt deine Rendite, denn sie werden unabhängig vom Erfolg des Fonds berechnet.
Bei geschlossenen Fonds ist die Kostenstruktur oft intransparenter. Hier fallen häufig hohe einmalige Kosten für die Konzeption, den Vertrieb und die Platzierung des Fonds an. Diese Kosten werden oft als weiche Kosten bezeichnet und können einen erheblichen Teil deiner Einlage ausmachen. In der Vergangenheit lag der Anteil der weichen Kosten bei manchen Fonds bei über rund 10 Prozent. Das bedeutet, dass dein investiertes Geld erst einmal diese Hürde überwinden muss, bevor es für dich arbeiten kann.
Ein weiterer Kostenpunkt ist die Performance Fee, also eine erfolgsabhängige Vergütung für das Management. Diese wird nur gezahlt, wenn der Fonds eine bestimmte Rendite erzielt. Solche Gebühren können die Interessen von Anleger und Management angleichen, aber auch dazu führen, dass das Management übermäßige Risiken eingeht. Du solltest im Prospekt genau nachlesen, wie diese Gebühr berechnet wird und ab welcher Schwelle sie anfällt.
Unser Rat: Vergleiche nicht nur die Rendite, sondern immer auch die Kosten. Ein Fonds mit niedrigeren Gebühren muss eine geringere Bruttorendite erzielen, um die gleiche Nettorendite für dich zu erreichen. Gerade bei langfristigen Anlagen machen sich prozentuale Unterschiede bei den Kosten über die Jahre enorm bemerkbar. Nimm dir also die Zeit, die Kosten in den Factsheets und Verkaufsprospekten zu analysieren. Es ist dein Geld, das dafür arbeitet.
Worauf du beim Vergleich unbedingt achten solltest
Der Vergleich von Immobilienfonds ist mehr als nur ein Blick auf die Rendite der letzten Jahre. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftige Performance. Viel wichtiger ist die Qualität des Immobilienportfolios. Achte darauf, in welche Art von Immobilien der Fonds investiert. Logistikimmobilien haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt, während Einzelhandel in Innenstadtlagen unter dem Online-Handel leidet. Eine ausgewogene Mischung ist oft ein gutes Zeichen.
Die geografische Verteilung der Immobilien ist ein weiterer wichtiger Faktor. Ein Fonds, der nur in einer Stadt oder Region investiert, ist anfälliger für lokale wirtschaftliche Schwankungen. Ein international aufgestellter Fonds kann diese Risiken besser streuen. Allerdings kommen bei Auslandsinvestitionen auch Währungsrisiken und unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen hinzu. Du solltest dich fragen, ob du diese zusätzlichen Risiken eingehen möchtest.
Ein entscheidendes Kriterium ist die Leerstandsquote des Fonds. Diese gibt an, wie viel Prozent der Flächen aktuell nicht vermietet sind. Eine niedrige Leerstandsquote von wenigen Prozent deutet auf ein gut gemanagtes Portfolio hin. Eine hohe Leerstandsquote kann auf strukturelle Probleme hindeuten, etwa auf unattraktive Lagen oder überhöhte Mietvorstellungen. Die Leerstandsquote findest du in den regelmäßigen Berichten des Fonds.
Auch das Fondsmanagement spielt eine große Rolle. Informiere dich über die Erfahrung und den Ruf der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Wie lange ist sie schon am Markt? Wie hat sie sich in Krisenzeiten geschlagen? Ein erfahrenes Management, das bereits mehrere Konjunkturzyklen durchlebt hat, ist oft besser in der Lage, schwierige Phasen zu meistern. Du kannst die Historie des Fonds und des Managements in den Jahresberichten nachlesen.
Zu guter Letzt solltest du die Bewertungsmethode der Immobilien hinterfragen. Die Verkehrswerte werden in der Regel von unabhängigen Gutachtern geschätzt. Diese Schätzungen sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und können von den tatsächlichen Marktpreisen abweichen. Gerade in Zeiten steigender Zinsen können die Bewertungen nach unten korrigiert werden. Ein gesundes Maß an Skepsis gegenüber zu optimistischen Bewertungen ist daher angebracht.
Typische Fehler, die du bei Immobilienfonds vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist die Orientierung an der Rendite der Vergangenheit. Viele Anleger schauen nur auf die Wertentwicklung der letzten fünf Jahre und wählen den Fonds mit der höchsten Zahl. Das ist gefährlich, denn vergangene Renditen sagen nichts über die Zukunft aus. Ein Fonds, der in der Vergangenheit stark gewachsen ist, hat möglicherweise bereits sein Potenzial ausgeschöpft. Besser ist es, auf die Qualität des Portfolios und die Kostenstruktur zu achten.
Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Liquidität. Offene Immobilienfonds haben eine gesetzliche Mindesthaltefrist von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Das bedeutet, dass du nicht sofort an dein Geld kommst. Wenn du dein Geld also kurzfristig benötigst, bist du mit einem Immobilienfonds falsch beraten. Du solltest nur Geld investieren, das du langfristig nicht brauchst. Eine Notreserve auf dem Tagesgeldkonto ist immer die erste Wahl.
Viele Anleger unterschätzen auch das Klumpenrisiko bei geschlossenen Fonds. Wenn du einen großen Teil deines Vermögens in einen einzigen geschlossenen Fonds steckst, setzt du alles auf eine Karte. Sollte das Projekt scheitern, verlierst du einen erheblichen Teil deines Geldes. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen und Fonds ist das A und O der Risikominimierung. Du solltest niemals alle Eier in einen Korb legen.
Ein weiterer Klassiker ist das Ignorieren der Kosten. Der Ausgabeaufschlag und die laufenden Gebühren werden oft als nebensächlich abgetan, haben aber einen großen Einfluss auf die Nettorendite. Gerade bei langen Laufzeiten machen sich hohe Kosten bemerkbar. Du solltest die Kosten immer ins Verhältnis zur erwarteten Rendite setzen. Ein Fonds mit hohen Kosten muss deutlich besser performen als ein günstiger Fonds, um am Ende gleich gut abzuschneiden.
Schließlich solltest du dich nicht von vermeintlichen Experten oder Verkäufern unter Druck setzen lassen. Immobilienfonds sind keine Produkte, die man spontan am Telefon kaufen sollte. Nimm dir Zeit, lies die Prospekte und vergleiche verschiedene Angebote. Wenn dir etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das oft auch. Eine solide Entscheidung basiert auf Fakten und nicht auf Bauchgefühl oder Verkaufsdruck.
Dein konkreter Fahrplan: So gehst du Schritt für Schritt vor
Schritt eins: Kläre deine persönliche Situation. Bevor du überhaupt mit dem Vergleich beginnst, solltest du wissen, wie viel Geld du langfristig entbehren kannst. Erstelle einen Überblick über deine Einnahmen, Ausgaben und dein bestehendes Vermögen. Stelle sicher, dass du eine Notreserve von mindestens drei bis sechs Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto hast. Nur das Geld, das darüber hinausgeht, ist für Investitionen in Immobilienfonds geeignet.
Schritt zwei: Bestimme deine Anlageziele. Was möchtest du mit deiner Investition erreichen? Geht es dir um regelmäßige Ausschüttungen, die du als zusätzliches Einkommen nutzen möchtest? Oder möchtest du langfristig Vermögen aufbauen und auf Wertsteigerungen setzen? Deine Ziele bestimmen, ob ein offener oder geschlossener Fonds besser zu dir passt. Offene Fonds eignen sich oft für den Vermögensaufbau, während geschlossene Fonds eher für Anleger mit hoher Risikobereitschaft und langem Atem sind.
Schritt drei: Vergleiche systematisch. Nutze Vergleichsportale und die Websites der Fondsgesellschaften, um eine Shortlist zu erstellen. Achte auf die Kriterien, die wir besprochen haben: Kosten, Portfolioqualität, Leerstandsquote, Management-Erfahrung und geografische Streuung. Erstelle dir eine Tabelle und trage die Kennzahlen der verschiedenen Fonds ein. So behältst du den Überblick und kannst die Fonds objektiv miteinander vergleichen.
Schritt vier: Prüfe die Anbieter. Bevor du kaufst, solltest du die Fondsgesellschaft genau unter die Lupe nehmen. Wie ist ihre Bonität? Gibt es negative Schlagzeilen? Wie transparent ist die Berichterstattung? Ein seriöser Anbieter veröffentlicht regelmäßig ausführliche Berichte über die Entwicklung des Fonds. Wenn du das Gefühl hast, dass Informationen zurückgehalten werden, ist das ein Warnsignal. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Schritt fünf: Kaufe und überwache. Wenn du dich für einen Fonds entschieden hast, kannst du Anteile über deine Bank oder einen Online-Broker kaufen. Bewahre alle Unterlagen sorgfältig auf und überprüfe deine Investition regelmäßig, mindestens einmal im Jahr. Lies die Jahresberichte und verfolge die Entwicklung der Leerstandsquote und der Immobilienbewertungen. So bleibst du am Ball und kannst bei Bedarf rechtzeitig reagieren.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
Um Immobilienfonds fundiert vergleichen zu können, solltest du die wichtigsten Kennzahlen kennen. Die Gesamtkostenquote (TER) haben wir bereits erwähnt. Sie ist ein Maß für die laufenden Kosten und sollte möglichst niedrig sein. Eine TER von unter rund 1 Prozent ist bei offenen Immobilienfonds als günstig anzusehen. Bei geschlossenen Fonds ist die TER weniger aussagekräftig, da hier die weichen Kosten im Vordergrund stehen.
Die Ausschüttungsrendite ist eine weitere wichtige Kennzahl. Sie gibt an, wie viel Prozent deines investierten Kapitals du jährlich als Ausschüttung erhältst. Diese Rendite ist nicht garantiert und kann schwanken. Sie hängt von den Mieteinnahmen des Fonds ab. Eine hohe Ausschüttungsrendite ist verlockend, kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass der Fonds Substanz ausschüttet, also die Rücklagen für die Instandhaltung der Immobilien reduziert.
Der Nettoinventarwert (NAV) ist der Wert aller Immobilien im Fonds abzüglich der Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der Anteile. Er ist die Basis für die Berechnung deines Anteilswerts. Bei offenen Fonds wird der NAV regelmäßig veröffentlicht. Ein Anstieg des NAV bedeutet, dass die Immobilien im Wert gestiegen sind. Du solltest den NAV im Zeitverlauf beobachten, um die Wertentwicklung des Fonds zu verstehen.
Die Leerstandsquote haben wir ebenfalls angesprochen. Sie ist ein Indikator für die Qualität des Portfolios und die Stärke der Mietnachfrage. Eine Leerstandsquote von unter rund 5 Prozent gilt als sehr gut, über rund 10 Prozent als kritisch. Du findest diese Kennzahl in den Halbjahres- und Jahresberichten der Fonds. Achte darauf, ob die Leerstandsquote steigt oder fällt. Ein kontinuierlicher Anstieg ist ein Warnsignal.
Zu guter Letzt solltest du die Fondsgröße betrachten. Ein sehr großer Fonds hat Vorteile, da er besser diversifizieren kann und oft Zugang zu exklusiven Immobilien hat. Ein sehr kleiner Fonds kann flexibler sein, ist aber anfälliger für einzelne negative Ereignisse. Es gibt keine ideale Größe, aber du solltest dich wohlfühlen mit der Größe des Fonds und der damit verbundenen Strategie. Ein Fonds mit einem Volumen von mehreren hundert Millionen Euro ist in der Regel gut etabliert.
Dein Weg zum passenden Immobilienfonds
Du hast nun einen umfassenden Überblick über den Immobilienfonds Vergleich erhalten. Du weißt, dass es zwei grundlegende Arten gibt, die sich in Risiko, Rendite und Liquidität unterscheiden. Du kennst die wichtigsten Kosten und Kennzahlen und weißt, worauf du bei der Auswahl achten musst. Dieses Wissen ist dein Fundament für eine fundierte Anlageentscheidung.
Der wichtigste Rat ist: Nimm dir Zeit. Eine Anlageentscheidung sollte niemals überstürzt getroffen werden. Vergleiche nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch die Qualität des Managements und die Strategie des Fonds. Lies die Verkaufsprospekte sorgfältig und scheue dich nicht, bei Unklarheiten nachzufragen. Deine Bank oder ein unabhängiger Finanzberater kann dir dabei helfen.
Denke daran, dass Immobilienfonds nur ein Baustein in deiner gesamten Anlagestrategie sein sollten. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien ist der Schlüssel zu einem ausgewogenen Portfolio. Der Immobilienfonds kann dabei helfen, die Schwankungen deines Portfolios zu reduzieren, da er sich oft anders entwickelt als der Aktienmarkt.
Du bist jetzt gut gerüstet, um den für dich passenden Immobilienfonds zu finden. Vertraue auf dein neu gewonnenes Wissen und lass dich nicht von kurzfristigen Marktbewegungen verunsichern. Eine langfristige Perspektive und ein kühler Kopf sind die besten Begleiter auf deinem Weg zum erfolgreichen Investor. Viel Erfolg bei deiner Entscheidung.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein offener Immobilienfonds ist unbefristet und du kannst Anteile nach einer Mindesthaltefrist grundsätzlich jederzeit zurückgeben. Ein geschlossener Fonds ist auf ein konkretes Projekt mit fester Laufzeit begrenzt, und ein vorzeitiger Ausstieg ist nur schwer und oft mit Verlusten möglich.
Die Mindestanlagesumme variiert stark. Bei offenen Immobilienfonds kannst du oft schon mit kleinen Beträgen ab rund 25 Euro pro Monat per Sparplan einsteigen. Bei geschlossenen Fonds ist die Mindestbeteiligung meist deutlich höher und liegt oft im vier- bis fünfstelligen Bereich.
Keine Geldanlage ist völlig sicher. Offene Immobilienfonds gelten als relativ risikoarm, da sie breit streuen und in Sachwerte investieren. Es gibt jedoch keine Garantie für Rendite oder Werterhalt. Geschlossene Fonds sind riskanter, da sie von einem einzelnen Projekt abhängen.
Du musst deine Anteile zunächst mindestens 24 Monate halten und dann eine Kündigungsfrist von 12 Monaten einhalten. Nach dieser Zeit kannst du deine Anteile zum aktuellen Rücknahmepreis an die Fondsgesellschaft zurückgeben. In Ausnahmefällen kann die Rücknahme ausgesetzt werden.
Wenn ein Fonds aufgelöst wird, werden die Immobilien verkauft. Nach Abzug aller Kosten und Verbindlichkeiten wird der verbleibende Erlös an die Anleger entsprechend ihrer Anteile ausgezahlt. Die Auszahlung kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, bis alle Objekte verkauft sind.
Ein Sparplan eignet sich gut, um langfristig Vermögen aufzubauen und vom Cost-Average-Effekt zu profitieren. Du investierst regelmäßig einen festen Betrag und kaufst dadurch automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind. Das ist eine disziplinierte und einfache Art zu investieren.
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