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Growth-Aktien einfach erklärt: So funktioniert die Wachstumsstrategie
Growth-Aktien stehen für Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, worin sie sich von Value-Aktien unterscheiden und wie du sie in deine Anlagestrategie integrieren kannst.
10 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Growth-Aktien zeichnen sich durch hohes Umsatz- und Gewinnwachstum aus, das über dem Marktdurchschnitt liegt.
- Im Gegensatz zu Value-Aktien zahlen Growth-Unternehmen selten Dividenden, da Gewinne reinvestiert werden.
- Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und die PEG-Ratio helfen dir, die Bewertung von Wachstumsaktien einzuschätzen.
- Eine Mischung aus Growth- und Value-Aktien kann dein Portfolio breiter aufstellen und Risiken ausgleichen.
01 · Grundlagen
Was sind Growth-Aktien?
Growth-Aktien, auch Wachstumsaktien genannt, gehören zu Unternehmen, deren Umsatz und Gewinn schneller wachsen als der Durchschnitt ihrer Branche oder des Gesamtmarktes. Anleger setzen dabei auf die zukünftige Entwicklung statt auf die aktuelle Substanz.
Die Bewertung einer Growth-Aktie spiegelt die erwarteten Gewinne und Umsatzprognosen wider. Deshalb liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei Wachstumsaktien in der Regel über dem Marktdurchschnitt.
Viele Wachstumsunternehmen stammen aus dynamischen Branchen wie Technologie, erneuerbare Energien oder Gesundheit. Bekannte Beispiele sind Apple, Alphabet, Amazon, Meta oder SAP, aber auch Unternehmen wie Nestlé, Roche oder Walt Disney können der Growth-Kategorie zugeordnet werden.
Ein zentrales Merkmal ist der Umgang mit Gewinnen: Growth-Unternehmen reinvestieren ihre Gewinne überwiegend in weiteres Wachstum, statt sie als Dividenden auszuschütten. Wenn überhaupt eine Dividende gezahlt wird, ist sie meist sehr gering.
Für dich bedeutet das: Du profitierst bei Growth-Aktien vor allem von Kurssteigerungen, nicht von laufenden Erträgen. Die Rendite entsteht, wenn das Unternehmen seine Wachstumsversprechen einlöst und der Markt dies mit steigenden Kursen honoriert.
Die Zuordnung zu Growth oder Value ist nicht in Stein gemeißelt. Unternehmen können im Laufe der Zeit von einer Kategorie in die andere wechseln, häufig von Growth zu Value, wenn sie sich am Markt etabliert haben und ihr Wachstum sich normalisiert.
Kurz erklärt
Growth-Aktie
Eine Aktie eines Unternehmens, das überdurchschnittliche Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn aufweist und dessen Gewinne meist reinvestiert werden, um weiteres Wachstum zu finanzieren.
Das erwartete Gewinnwachstum ist der zentrale Treiber der Bewertung, nicht der aktuelle Gewinn oder Buchwert.
02 · Vergleich
Growth-Aktien und Value-Aktien im Vergleich
Die Einteilung in Growth- und Value-Aktien hilft dir, unterschiedliche Unternehmenstypen und Anlagephilosophien zu verstehen. Beide Kategorien haben eigene Merkmale bei Bewertung, Dividenden und Risiko.
Growth- und Value-Aktien unterscheiden sich vor allem in der Bewertung, dem Unternehmensprofil, der Dividendenpolitik und dem Risiko. Diese Unterschiede führen dazu, dass beide Aktienarten für unterschiedliche Anlagestrategien geeignet sind.
Value-Aktien haben oft niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Kurs-Buchwert-Verhältnisse. Sie erscheinen im Vergleich zu ihren Erträgen oder Buchwerten günstig bewertet, weil der Markt ihnen kein hohes Wachstum zutraut.
Growth-Aktien weisen dagegen tendenziell hohe KGVs auf. Anleger sind bereit, mehr zu zahlen, weil sie überdurchschnittliche Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn erwarten.
Beim Unternehmensprofil zeigt sich ein klarer Unterschied: Hinter Value-Aktien stehen meist etablierte Unternehmen mit stabilen Erträgen, langer Geschichte und bewährtem Geschäftsmodell. Growth-Aktien gehören häufig zu jüngeren Unternehmen oder Innovationstreibern in dynamischen Branchen.
Die Dividendenpolitik ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. Value-Unternehmen schütten oft regelmäßige Dividenden aus, weil sie nicht so viel Kapital für Investitionen benötigen. Growth-Unternehmen zahlen in der Regel keine Dividenden, da sie ihre Gewinne in weiteres Wachstum und Expansion reinvestieren.
Beim Risiko gilt: Growth-Aktien bringen in der Regel ein höheres Risiko mit sich, da die Unternehmen hinter den Erwartungen zurückbleiben oder Branchenblasen platzen können. Das macht sie volatiler als Value-Aktien, die durch ihre niedrige Bewertung und die Stabilität der Unternehmen oft ein geringeres Risiko aufweisen.
| Growth-Aktie | Value-Aktie | |
|---|---|---|
| Bewertung | Hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), oft über dem Marktdurchschnitt | Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), oft unter dem Marktdurchschnitt |
| Unternehmensprofil | Häufig jüngere Unternehmen oder Innovationstreiber in dynamischen Branchen | Meist etablierte Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und langer Historie |
| Dividenden | In der Regel keine oder nur sehr geringe Dividenden, da Gewinne reinvestiert werden | Oft regelmäßige und vergleichsweise hohe Dividendenrenditen |
| Risiko | Höheres Risiko und höhere Volatilität, da Erwartungen enttäuscht werden können | Geringeres Risiko durch niedrige Bewertung und stabile Erträge |
| Anlagestrategie | Growth-Strategie: Fokus auf zukünftiges Wachstumspotenzial und Gewinnwachstum | Value-Strategie: Fokus auf unterbewertete Aktien, die unter ihrem inneren Wert handeln |
03 · Checkliste
Merkmale von Wachstumsaktien erkennen
Um Growth-Aktien zu identifizieren, orientierst du dich an einigen Kennzahlen und Eigenschaften. Das Umsatzwachstum und die Gewinnentwicklung stehen dabei im Mittelpunkt.
Ein wichtiges Kriterium ist das Umsatzwachstum: Der Umsatz sollte in den vergangenen drei Jahren um mindestens 20 Prozent gestiegen sein. Dieses Wachstumstempo liegt deutlich über dem Marktdurchschnitt und signalisiert ein dynamisches Geschäftsmodell.
Neben dem Umsatzwachstum spielt das erwartete Gewinnwachstum eine zentrale Rolle. Analysten bezeichnen dies als Earnings Growth. Auch Gewinnrevisionen renommierter Analysten und Gewinnüberraschungen, sogenannte Earnings Surprises, fließen in die Bewertung ein.
Ein erkennbarer Wettbewerbsvorteil ist ebenfalls ein typisches Merkmal. Das Unternehmen sollte in seinem Markt eine Position haben, die es von Konkurrenten abhebt, etwa durch Technologie, Marke oder Netzwerkeffekte.
Die folgenden Kriterien helfen dir bei der Einordnung:
- Der Umsatz ist in den vergangenen drei Jahren um mindestens 20 Prozent gestiegen.
- Das erwartete Gewinnwachstum liegt über dem Marktdurchschnitt.
- Das Unternehmen verfügt über einen erkennbaren Wettbewerbsvorteil.
- Die Marktbewertung ist überdurchschnittlich, oft mit hohem KGV.
- Gewinne werden überwiegend reinvestiert statt ausgeschüttet.
- Das Unternehmen ist häufig in wachstumsstarken Branchen wie Technologie oder erneuerbare Energien tätig.
Beachte, dass junge Unternehmen, die gerade erst an die Börse gegangen sind, eine Ausnahme darstellen können. Bei ihnen kann trotz höherer Bewertungskennzahlen eine Growth-Einstufung gerechtfertigt sein, weil das Wachstumspotenzial noch nicht vollständig in den Zahlen sichtbar ist.
Typische Merkmale einer Growth-Aktie
Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent in den vergangenen drei Jahren
Überdurchschnittliches erwartetes Gewinnwachstum (Earnings Growth)
Erkennbarer Wettbewerbsvorteil im Markt
Überdurchschnittliche Marktbewertung, oft hohes KGV
Gewinne werden überwiegend reinvestiert statt ausgeschüttet
Häufig in wachstumsstarken Branchen wie Technologie oder erneuerbare Energien
04 · Hintergrund
Die Growth-Strategie als Anlagestrategie
Die Growth-Strategie ist neben dem Value Investing eine der verbreitetsten Anlagestrategien am Kapitalmarkt. Sie konzentriert sich auf die Wachstumsaussichten ganzer Branchen und einzelner Unternehmen.
Anleger fokussieren sich dabei auf die Wachstumsaussichten ganzer Branchen und versuchen, künftige Wachstumsmärkte oder Wachstumsaktien zu erkennen.
Die Entscheidung für eine Aktie triffst du bei dieser Strategie nicht auf Grundlage vergangener Performance, sondern auf Basis der zu erwartenden Entwicklung. Kennzahlen wie das erwartete Gewinnwachstum und Gewinnrevisionen von Analysten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Philip Fisher war einer der ersten bekannten Anleger, die auf Growth-Aktien setzten. Im Gegensatz zu Benjamin Graham, einem Anhänger von Value-Aktien, musste er Aktien nicht zu besonders günstigen Konditionen kaufen. Eine solide Wachstumsprognose reichte für seine Entscheidung aus.
Für dich bedeutet das: Du musst dich intensiv mit Branchen und Unternehmen beschäftigen, um Wachstumspotenziale zu erkennen, bevor der breite Markt sie entdeckt. Das erfordert Zeit und Analyse.
Growth Investing ist ebenso wie Value Investing nicht für unerfahrene Anleger geeignet. Du solltest außerdem berücksichtigen, dass Dividenden selten an die Aktionäre ausgezahlt werden, da die Unternehmen sie selbst reinvestieren.
Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, zumindest in Teilen in Wachstumsmärkte oder Wachstumsaktien zu investieren und diese in dein Portfolio zu integrieren. Eine ausschließliche Ausrichtung auf Growth erhöht jedoch das Risiko.
Bei der Growth-Strategie versuchst du, künftige Wachstumsmärkte oder Wachstumsaktien zu erkennen, bevor sie der breite Markt entdeckt. Die Entscheidung für eine Aktie triffst du nicht auf Grundlage vergangener Performance, sondern auf Basis der zu erwartenden Entwicklung.
Philip Fisher war einer der ersten bekannten Anleger, die auf Growth-Aktien setzten. Im Gegensatz zu Benjamin Graham, einem Anhänger von Value-Aktien, musste er Aktien nicht zu besonders günstigen Konditionen kaufen. Eine solide Wachstumsprognose reichte für seine Entscheidung aus.
Growth Investing ist ebenso wie Value Investing nicht für unerfahrene Anleger geeignet. Du solltest bereit sein, Kursschwankungen auszuhalten und dich intensiv mit den Geschäftsmodellen der Unternehmen auseinanderzusetzen.
05 · Grundlagen
Kurs-Gewinn-Verhältnis und PEG-Ratio bei Growth-Aktien
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) allein reicht bei Growth-Aktien oft nicht aus, da hohe KGVs durch erwartetes Wachstum gerechtfertigt sein können. Die PEG-Ratio setzt das KGV ins Verhältnis zum Gewinnwachstum.
Ein hohes KGV kann durch erwartetes Wachstum gerechtfertigt sein, wenn das Unternehmen seine Gewinne in den kommenden Jahren stark steigert.
Die PEG-Ratio setzt das KGV ins Verhältnis zum Gewinnwachstum. Sie wird berechnet, indem das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch das erwartete Gewinnwachstum je Aktie geteilt wird.
Die Regel lautet: Ein PEG-Wert unter eins gilt als günstige Bewertung. Das bedeutet, der Aktienkurs ist im Verhältnis zum erwarteten Wachstum nicht zu hoch.
Ein Beispiel: Liegt das KGV bei 30 und das erwartete jährliche Gewinnwachstum bei 40 Prozent, ergibt sich eine PEG-Ratio von 0,75. Das würde auf eine im Verhältnis zum Wachstum günstige Bewertung hindeuten.
Liegt die PEG-Ratio dagegen deutlich über eins, zahlst du für das erwartete Wachstum einen hohen Preis. Das kann gerechtfertigt sein, erhöht aber das Risiko, wenn die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden.
Die PEG-Ratio geht auf Peter Lynch zurück, einen der bekanntesten Anleger der Fondsgeschichte. Er nutzte sie, um Wachstumsaktien trotz hoher KGVs vergleichbar zu machen.
Kurz erklärt
PEG-Ratio
Die PEG-Ratio (Price Earnings to Growth) wird berechnet, indem das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch das erwartete Gewinnwachstum je Aktie geteilt wird. Ein Wert unter eins gilt als günstige Bewertung.
Ein PEG-Ratio unter eins deutet darauf hin, dass der Aktienkurs im Verhältnis zum erwarteten Wachstum nicht zu hoch ist.
06 · Grundlagen
Unterbewertung als Kern der Value-Strategie
Im Gegensatz zur Growth-Strategie sucht die Value-Strategie gezielt nach unterbewerteten Aktien. Diese werden unter ihrem tatsächlichen inneren Wert gehandelt und bieten dadurch Gewinnchancen.
Eine Aktie gilt als unterbewertet, wenn ihr aktueller Marktpreis unter dem inneren Wert des Unternehmens liegt. Der innere Wert wird aus Fundamentaldaten wie Gewinnen, Buchwert und Cashflow abgeleitet.
Value-Investoren gehen davon aus, dass der Markt ineffizient sein kann. Der Wert eines Unternehmens spiegelt nicht immer den tatsächlichen Wert wider, etwa weil der Markt kurzfristig überreagiert oder bestimmte Branchen vernachlässigt.
Der bekannte Investor Warren Buffett ist ein prominenter Vertreter dieser Strategie. Er investiert größtenteils in Value-Aktien und hält diese oft über viele Jahre.
Für dich bedeutet das: Du suchst bei der Value-Strategie nach Unternehmen, deren Aktienkurs unter ihrem fairen Wert liegt. Die Gewinnchance entsteht, wenn der Markt die Unterbewertung erkennt und der Kurs steigt.
Im Gegensatz zu Growth-Aktien, bei denen du auf zukünftiges Wachstum setzt, basiert die Value-Strategie auf der aktuellen Substanz des Unternehmens. Das macht sie für viele Anleger greifbarer, erfordert aber ebenfalls gründliche Analyse.
Kurz erklärt
Unterbewertung
Eine Aktie gilt als unterbewertet, wenn ihr aktueller Marktpreis unter dem inneren Wert des Unternehmens liegt. Der innere Wert wird aus Fundamentaldaten wie Gewinnen, Buchwert und Cashflow abgeleitet.
Value-Investoren gehen davon aus, dass der Markt ineffizient sein kann und sich der Kurs langfristig dem inneren Wert annähert.
07 · Checkliste
Cashflow und Dividendenrendite bei Value-Aktien
Value-Aktien zeichnen sich häufig durch hohe Cashflows und attraktive Dividendenrenditen aus. Diese Kennzahlen helfen dir, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens einzuschätzen.
Ein hoher freier Cashflow zeigt, dass das Unternehmen nach Abzug aller Investitionen Geld erwirtschaftet, das für Dividenden oder Aktienrückkäufe zur Verfügung steht. Für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit sind bei Value-Unternehmen in der Regel keine hohen Investitionen ins Anlagevermögen nötig.
Die Dividendenrendite liegt bei Value-Unternehmen größtenteils höher als bei Wachstumsunternehmen. Da nicht so viel Kapital für zukünftiges Wachstum benötigt wird, schütten diese Unternehmen Gewinne eher aus, statt sie zu reinvestieren.
Folgende Kennzahlen sind für die Analyse von Value-Aktien wichtig:
- Hoher freier Cashflow als Zeichen für finanzielle Stärke.
- Dividendenrendite über dem Marktdurchschnitt.
- Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).
- Niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).
- Stabile Erträge über viele Jahre.
- Geringe Investitionen ins Anlagevermögen nötig.
Beachte, dass eine hohe Dividendenrendite auch ein Warnsignal sein kann, etwa wenn der Aktienkurs stark gefallen ist und die Dividende möglicherweise gekürzt wird. Prüfe deshalb immer auch die Stabilität der Erträge und die Ausschüttungsquote.
Wichtige Kennzahlen für Value-Aktien
Hoher freier Cashflow als Zeichen für finanzielle Stärke
Dividendenrendite über dem Marktdurchschnitt
Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
Stabile Erträge über viele Jahre
Geringe Investitionen ins Anlagevermögen nötig
08 · Was gilt
Anlagestrategien kombinieren: Growth und Value im Portfolio
Du musst dich nicht für eine der beiden Strategien entscheiden. Eine Kombination aus Growth- und Value-Aktien kann dein Portfolio breiter aufstellen und unterschiedliche Marktphasen abdecken.
Growth-Aktien erhalten insbesondere in wirtschaftlichen Boomzeiten viel mediale Aufmerksamkeit und können dann starke Kursgewinne erzielen. Value-Aktien entwickeln sich in anderen Marktphasen oft stabiler, weil sie niedriger bewertet sind und regelmäßige Dividenden zahlen.
Die Entscheidung, welche Aktienart besser zu dir passt, hängt von deiner Anlagestrategie, deinem Zeithorizont und deiner Risikobereitschaft ab. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und können sich im Portfolio ergänzen.
Growth-Aktien passen zu dir, wenn du langfristig anlegst und Kursschwankungen aushalten kannst. Du setzt auf zukünftige Trends und Innovationen und bist bereit, auf regelmäßige Dividenden zu verzichten.
Value-Aktien passen zu dir, wenn du regelmäßige Erträge aus Dividenden suchst und eher defensive und stabile Investments bevorzugst. Du achtest auf günstige Bewertungen und eine Sicherheitsmarge und investierst bevorzugt in etablierte Unternehmen mit langer Historie.
Eine ausgewogene Mischung kann das Risiko senken: Growth-Aktien liefern Wachstumschancen, Value-Aktien sorgen für Stabilität und laufende Erträge. So bist du in verschiedenen Marktphasen besser aufgestellt.
Growth-Aktien passen
Value-Aktien passen
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Investieren in Growth-Aktien
Gerade bei Wachstumsaktien passieren häufig Fehler, die deine Rendite schmälern können. Wenn du diese kennst, kannst du sie vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf vergangene Kursgewinne zu schauen statt auf das zukünftige Wachstumspotenzial. Die vergangene Performance sagt nichts darüber aus, ob ein Unternehmen auch in Zukunft überdurchschnittlich wachsen wird.
Ein weiterer Fehler ist, das KGV isoliert zu betrachten, ohne das erwartete Gewinnwachstum einzubeziehen. Ein hohes KGV kann bei starkem Wachstum gerechtfertigt sein, während ein niedriges KGV bei stagnierendem Wachstum keine günstige Bewertung bedeuten muss.
Die folgenden Fehler solltest du bei Growth-Aktien vermeiden:
- Nur auf vergangene Kursgewinne schauen statt auf zukünftiges Wachstumspotenzial.
- Das KGV isoliert betrachten, ohne das erwartete Gewinnwachstum einzubeziehen.
- Die PEG-Ratio ignorieren und dadurch überbewertete Aktien kaufen.
- Unternehmen ohne erkennbaren Wettbewerbsvorteil auswählen.
- Das höhere Risiko und die Volatilität von Growth-Aktien unterschätzen.
- Das gesamte Portfolio nur auf Growth-Aktien ausrichten und Value-Aktien vernachlässigen.
Ein weiterer typischer Fehler ist, das höhere Risiko und die Volatilität von Growth-Aktien zu unterschätzen. Wenn Branchenblasen platzen oder Unternehmen hinter den Erwartungen zurückbleiben, können die Kursverluste erheblich sein.
Die einseitige Ausrichtung des Portfolios auf Growth-Aktien erhöht das Risiko zusätzlich. Eine Beimischung von Value-Aktien kann helfen, Schwankungen abzufedern und das Portfolio stabiler zu machen.
Diese Fehler solltest du bei Growth-Aktien vermeiden
10 · Kosten
Growth-Aktien und Steuern: Das gilt 2026
Auch bei Gewinnen aus Growth-Aktien fallen Steuern an. Die Höhe hängt von deinem persönlichen Steuersatz und der Art der Anlage ab.
Für private Anleger gilt die Abgeltungsteuer. Sie beträgt 25 Prozent auf Kapitalerträge wie Kursgewinne und Dividenden. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
Bevor Steuern fällig werden, kannst du den Sparer-Pauschbetrag nutzen. Er liegt pro Person und Jahr bei 1000 Euro. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro pro Jahr.
Kapitalerträge bis zu diesem Freibetrag bleiben steuerfrei. Erst wenn deine Gewinne aus Aktienverkäufen, Dividenden und Zinsen den Pauschbetrag übersteigen, wird die Abgeltungsteuer fällig.
Bei Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge steuerfrei bleiben und nur 70 Prozent der Abgeltungsteuer unterliegen. Diese Regelung reduziert deine Steuerlast, wenn du über Fonds in Growth-Aktien investierst.
Beachte, dass die Abgeltungsteuer automatisch von deiner Bank oder deinem Broker einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird. Du musst dich um die Abführung nicht selbst kümmern, solltest die Beträge aber in deiner Steuererklärung prüfen.
Steuerliche Belastung von Kapitalerträgen 2026
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