Geldanlage mit Futures Was Studierende wissen müssen
Was sind Futures? Wie funktioniert die Geldanlage mit Futures? Verständlich erklärt & junge Erwachsene – mit Chancen, Risiken & Praxistipps.
- Futures sind standardisierte Terminkontrakte, mit denen Käufer und Verkäufer vereinbaren, einen Basiswert (z. B. Rohstoff, Index, Währung) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
- Wichtige Grundbegriffe: Basiswert (Underlying), Kontraktgröße, Laufzeit, Lieferdatum, Long- vs. Short-Position.
- Futures werden an regulierten Terminbörsen gehandelt (z. B. Eurex in Frankfurt, CME in Chicago) – kein OTC-Handel wie bei manchen CFDs.
- Abgrenzung zu verwandten Produkten: Futures vs. Optionen (Recht, keine Pflicht), Futures vs. ETFs (kein Hebel, keine Laufzeit), Futures vs. CFDs (Regulierung, Börsenhandel).
Futures kurz erklärt: Terminkontrakte für informierte Anleger
Futures sind standardisierte Terminkontrakte, mit denen Käufer und Verkäufer vereinbaren, einen Basiswert (z. B. Rohstoff, Index, Währung) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
Futures sind standardisierte Terminkontrakte, mit denen zwei Parteien verbindlich vereinbaren, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten zukünftigen Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Sie zählen zu den ältesten Derivaten der Finanzwelt – und gehören zu den anspruchsvollsten Instrumenten, die Privatanleger nutzen können.
AUF EINEN BLICK
- Wichtige Grundbegriffe: Basiswert (Underlying), Kontraktgröße, Laufzeit, Lieferdatum, Long- vs. Short-Position.
- Futures werden an regulierten Terminbörsen gehandelt (z. B. Eurex in Frankfurt, CME in Chicago) – kein OTC-Handel wie bei manchen CFDs.
- Abgrenzung zu verwandten Produkten: Futures vs. Optionen (Recht, keine Pflicht), Futures vs. ETFs (kein Hebel, keine Laufzeit), Futures vs. CFDs (Regulierung, Börsenhandel).
- Zwei Marktteilnehmer-Typen: Hedger (absichern bestehende Positionen) und Spekulanten (setzen auf Preisbewegungen).
| Kennzahl (2026) | Wert |
|---|---|
| Abgeltungsteuer | 25 % |
| Sparerpauschbetrag | 1.000 € |
| Soli auf die Steuer | 5,5 % (auf die Steuer) |
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Was sind Futures? Definition einfach erklärt
Margin-System: Anleger hinterlegen nur eine Sicherheitsleistung (Initial Margin), nicht den vollen Kontraktwert – das erzeugt den Hebeleffekt.
Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt, der an einer regulierten Börse gehandelt wird. Käufer und Verkäufer verpflichten sich verbindlich, einen bestimmten Basiswert – das sogenannte Underlying – zu einem vorab fixierten Preis und zu einem festgelegten Lieferdatum zu handeln. Das Underlying kann ein Aktienindex (z. B. DAX oder S&P 500), ein Rohstoff (Rohöl, Gold, Weizen), eine Währung oder eine Anleihe sein. Die Kontraktgröße – also die Menge des Basiswerts, die ein einzelner Kontrakt repräsentiert – ist von der Börse standardisiert und kann nicht frei gewählt werden.
Wer einen Future kauft, geht eine sogenannte Long-Position ein und setzt darauf, dass der Preis des Basiswerts steigt. Wer einen Future verkauft, geht Short und profitiert von fallenden Kursen. Beide Parteien sind an den Kontrakt gebunden – hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu Optionen, bei denen der Käufer lediglich ein Recht, aber keine Pflicht zur Ausübung hat. Ein weiterer Unterschied zu ETFs: ETFs haben keine feste Laufzeit, keinen Hebel und sind sparplanfähig – Futures hingegen laufen auf ein definiertes Lieferdatum zu und erzeugen durch das Margin-System einen Hebeleffekt.
Futures werden ausschließlich an regulierten Terminbörsen gehandelt, zum Beispiel an der Eurex in Frankfurt oder an der CME Group in Chicago. Das unterscheidet sie fundamental von CFDs (Contracts for Difference), die oft außerbörslich (OTC) zwischen Anleger und Broker abgeschlossen werden und damit anderen Regulierungsstandards unterliegen. Die Börsenabwicklung bei Futures sorgt für eine zentrale Gegenpartei (Central Counterparty, CCP), die das Kontrahentenrisiko minimiert – ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil gegenüber OTC-Derivaten.
Für Einsteiger sind vier Grundbegriffe essenziell: Erstens der Basiswert (Underlying), also das Gut, auf das sich der Kontrakt bezieht. Zweitens die Kontraktgröße, die festlegt, welche Menge des Basiswerts ein Kontrakt umfasst. Drittens die Laufzeit und das Lieferdatum, da jeder Future zu einem bestimmten Zeitpunkt ausläuft. Und viertens die Long- vs. Short-Position, die die Richtung der Marktmeinung beschreibt. Wer diese Begriffe versteht, hat die konzeptionelle Grundlage für alles Weitere gelegt.
AUF EINEN BLICK
- Variation Margin / Mark-to-Market: Gewinne und Verluste werden täglich verrechnet – fällt die Position ins Minus, kann ein Nachschuss (Margin Call) fällig werden.
- Kontrakterfüllung: physische Lieferung (selten, z. B. Rohstoffe) oder Cash Settlement (Ausgleich in Geld, üblich bei Index-Futures).
- Roll-Over: Da Futures eine feste Laufzeit haben, müssen langfristige Positionen regelmäßig in den nächsten Kontrakt gerollt werden – das erzeugt Rollkosten oder -erträge.
- Clearinghaus als zentraler Gegenpart: senkt Gegenparteirisiko, überwacht Margins aller Marktteilnehmer.
Wie funktioniert der Handel mit Futures? Schritt für Schritt erklärt
Aktienindex-Futures: z. B. auf DAX, S&P 500, Euro Stoxx 50 – beliebt für schnelle Marktmeinungen.
Das Herzstück des Future-Handels ist das Margin-System. Statt den vollen Kontraktwert zu bezahlen, hinterlegt der Anleger lediglich eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Initial Margin. Diese beträgt typischerweise nur einen Bruchteil des tatsächlichen Kontraktwerts – woraus der Hebeleffekt entsteht. Ein kleines eingesetztes Kapital kontrolliert damit einen deutlich größeren Nominalwert. Das vergrößert sowohl potenzielle Gewinne als auch potenzielle Verluste überproportional.
Täglich berechnet die Clearingstelle Gewinne und Verluste und schreibt sie dem Konto gut oder belastet es – dieses Verfahren heißt Mark-to-Market oder Variation Margin. Fällt das Kontoguthaben unter einen bestimmten Schwellenwert (Maintenance Margin), erhält der Anleger einen sogenannten Margin Call: Er muss innerhalb kurzer Zeit frisches Kapital nachschießen, um die Position offen zu halten. Kommt er dem nicht nach, schließt der Broker die Position zwangsweise – möglicherweise mit erheblichen Verlusten.
Bei Fälligkeit des Kontrakts erfolgt entweder eine physische Lieferung des Basiswerts (typisch bei Rohstoff-Futures wie Öl oder Weizen, was für Privatanleger wenig praktikabel ist) oder ein Cash Settlement, also ein Barausgleich der Differenz zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis. Index-Futures werden fast ausschließlich per Cash Settlement abgewickelt. Privatanleger, die keine Lieferung möchten, schließen ihre Position vor dem Lieferdatum.
Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist der Roll-Over: Da Futures eine begrenzte Laufzeit haben, müssen Anleger, die eine Position langfristig halten wollen, den auslaufenden Kontrakt verkaufen und gleichzeitig einen Kontrakt mit späterer Fälligkeit kaufen. Dieser Vorgang erzeugt Rollkosten oder Rollerträge, abhängig davon, ob sich der neue Kontrakt im Vergleich zum auslaufenden im Auf- oder Abschlag befindet (Contango vs. Backwardation). Diese Kosten werden von Einsteigern häufig unterschätzt und können die Rendite einer Strategie über Zeit erheblich beeinflussen.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Aktienindex-Futures: z. B. auf DAX | S&P 500, Euro Stoxx 50 – beliebt für schnelle Marktmeinungen. |
| Rohstoff-Futures: Energie (Öl | Gas), Metalle (Gold, Silber), Agrar (Weizen, Kaffee) – ursprüngliche Heimat der Terminmärkte. |
| Zins-Futures: z. B. auf Bundesanleihen (Bund Future) – relevant für institutionelle Anleger und Zinsspekulation. | , |
| Devisen-Futures: standardisierte Währungspaare; Alternative zu Forex-Spots. | , |
| Krypto-Futures: z. B. Bitcoin-Futures an regulierten Börsen (CME) – hohe Volatilität, besondere Risikohinweispflichten. | , |
| Micro- und Mini-Futures: kleinere Kontraktgrößen senken die Kapitalanforderungen – für Einsteiger einstiegsnäher, aber Hebel bleibt hoch. | , |
Welche Futures-Arten gibt es? Die wichtigsten Kategorien
Chance: Partizipation an Marktbewegungen mit verhältnismäßig kleinem Kapitaleinsatz dank Hebel.
Aktienindex-Futures gehören zu den bekanntesten und liquidesten Kontrakten überhaupt. Kontrakte auf den DAX, den S&P 500 oder den Euro Stoxx 50 ermöglichen es, mit einer einzigen Position auf die Entwicklung eines gesamten Aktienmarkts zu setzen. Sie werden bevorzugt von institutionellen Anlegern zur kurzfristigen Marktpositionierung und zur Absicherung großer Aktienportfolios eingesetzt. Für Privatanleger mit kleinerem Kapital existieren mittlerweile sogenannte Micro-Futures, die eine deutlich kleinere Kontraktgröße haben und damit die Einstiegshürden senken.
Rohstoff-Futures sind historisch die Wiege der Terminmärkte. Landwirte und Verarbeiter nutzen sie seit Jahrhunderten, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Energie-Futures auf Rohöl (WTI, Brent) oder Erdgas, Metall-Futures auf Gold oder Silber sowie Agrar-Futures auf Weizen, Mais oder Kaffee bilden dieses Segment. Für Privatanleger interessant: Gold-Futures bieten eine direkte Partizipation an der Goldpreisentwicklung – mit dem bereits erwähnten Hebeleffekt und den damit verbundenen Risiken.
Zins-Futures wie der Euro-Bund-Future auf zehnjährige deutsche Bundesanleihen sind primär das Terrain institutioneller Anleger: Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften nutzen sie, um Zinsrisiken in ihren Portfolios zu steuern. Dennoch können versierte Privatanleger mit Zins-Futures auf Veränderungen im Zinsniveau spekulieren – was in Zeiten dynamischer Zinslandschaften besonders relevant ist. Devisen-Futures schließlich bieten eine standardisierte Alternative zum Forex-Spotmarkt; der wesentliche Unterschied liegt in der Standardisierung, der Börsenregulierung und der Verwendung einer zentralen Gegenpartei.
AUF EINEN BLICK
- Chance: Absicherung (Hedging) eines bestehenden Portfolios gegen Kursverluste möglich.
- Chance: Liquide Märkte mit engen Spreads bei großen Kontrakten (Index-, Rohstoff-Futures).
- Risiko: Verluste können den eingesetzten Marginbetrag deutlich übersteigen – Nachschusspflicht ist bei börsennotierten Futures in Deutschland grundsätzlich möglich (anders als bei manchen CFDs).
- Risiko: Hohe Kontraktgrößen machen klassische Futures für viele Anleger mit kleinem Depot praktisch unzugänglich.
Chancen und Risiken von Futures für Anleger
ETFs: kein Hebel, keine Laufzeit, sparplanfähig ab kleinen Beträgen, keine Nachschusspflicht – Standardempfehlung für langfristigen Vermögensaufbau.
Die Chancen von Futures liegen auf der Hand: Durch den Hebeleffekt können Anleger mit verhältnismäßig geringem Kapitaleinsatz an großen Marktbewegungen partizipieren. Index-Futures auf liquide Märkte wie den S&P 500 weisen dabei oft sehr enge Bid-Ask-Spreads auf, was die Transaktionskosten im Vergleich zu manchen anderen Derivaten gering hält. Außerdem sind Futures hervorragende Instrumente zur Absicherung (Hedging): Wer ein großes ETF-Portfolio besitzt, kann über Short-Futures kurzfristig gegen Kursrückgänge absichern, ohne seine langfristigen Positionen aufzulösen und steuerliche Ereignisse auszulösen.
Doch die Risiken sind bei Futures gravierender als bei den meisten anderen Anlageinstrumenten, die für Privatanleger in Frage kommen. Das größte Risiko: Verluste können den tatsächlich eingesetzten Marginbetrag deutlich übersteigen. Im Gegensatz zu manchen CFD-Angeboten, bei denen die BaFin per Allgemeinverfügung die Nachschusspflicht für Privatkunden untersagt hat, können börsengehandelte Futures in Deutschland weiterhin eine Nachschusspflicht auslösen. Das bedeutet: Im Extremfall schuldet der Anleger dem Broker mehr Geld, als er ursprünglich eingezahlt hat.
Hinzu kommt der psychologische Druck des täglichen Mark-to-Market. Anders als ein ETF-Sparplan, der bei Kursrückgängen einfach liegen gelassen werden kann, erfordern Futures-Positionen kontinuierliches Monitoring. Kommt ein Margin Call an einem Wochenende oder während einer beruflichen oder privaten Stressphase – und der Anleger reagiert nicht schnell genug – kann der Broker die Position zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zwangsschließen. Diese emotionale und zeitliche Belastung wird von Einsteigern systematisch unterschätzt.
Steuerlich gilt: Gewinne aus Futures-Geschäften unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € für Ledige (2.000 € für Zusammenveranlagte) kann auch hier genutzt werden – allerdings teilen sich alle Kapitalerträge diesen Freibetrag, sodass er bei aktiven Tradern schnell ausgeschöpft ist.
AUF EINEN BLICK
- Futures: hohe Einstiegshürden (Kapital, Wissen, Risikobereitschaft), kurzfristige Marktteilnahme, aktives Monitoring nötig.
- Für den Vermögensaufbau empfehlen Finanzexperten in der Regel den ETF-Sparplan als erste Stufe; Futures eignen sich erst, wenn solides Basis-Know-how und ausreichend Risikokapital vorhanden sind.
- Hybridstrategie: ETF-Portfolio als Kern, kleiner spekulativer Anteil (z. B. Micro-Futures) nur mit explizit als Risikokapital deklariertem Geld.
- Steuerliche Dimension: Gewinne aus Futures-Geschäften unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer; Verlustverrechnung ist begrenzt – steuerliche Details vor erstem Trade prüfen.
Futures vs. ETF: Was passt wirklich zu Ihrem Depot?
Regulierung: Futures-Broker benötigen in Deutschland eine BaFin-Zulassung oder müssen im EU-Pass-Verfahren notifiziert sein.
ETFs und Futures erfüllen grundlegend unterschiedliche Funktionen in einem Anlegerportfolio. ETFs sind für den langfristigen Vermögensaufbau konzipiert: Sie haben keine feste Laufzeit, keinen eingebauten Hebel, keine Nachschusspflicht und sind bereits ab kleinen monatlichen Beträgen per Sparplan besparbar. Die breite Diversifikation eines globalen ETFs auf einen Weltindex federt Einzelrisiken ab. Für alle, die regelmäßig kleine Beträge anlegen möchten, sind ETF-Sparpläne daher die Standardempfehlung von Finanzexperten und Verbraucherschutzorganisationen.
Futures hingegen setzen erhebliche Einstiegshürden voraus: ausreichendes Risikokapital, das tatsächlich als verlierbar akzeptiert wird, ein solides Verständnis der Kontraktmechanik, aktives tägliches Monitoring und eine klare Handelsstrategie. Sie eignen sich für kurzfristige, taktische Marktmeinungen oder zur professionellen Portfolioabsicherung – nicht für den schrittweisen Aufbau eines Vermögens über Jahrzehnte.
Für die meisten Anleger empfiehlt sich daher eine klare Prioritätenreihenfolge: Zuerst einen Notgroschen aufbauen, dann einen ETF-Sparplan starten, die eigene Finanzbildung vertiefen – und erst dann, mit explizit als Risikokapital deklarierten Mitteln, über Futures nachdenken. Eine Hybridstrategie, bei der ein stabiler ETF-Kern das Portfolio bildet und ein kleiner Anteil für taktische Positionen über Micro-Futures genutzt wird, ist für erfahrenere Anleger denkbar. Micro-Futures, wie sie die CME Group für Index-Kontrakte anbietet, senken die nominale Kontraktgröße erheblich und machen erste praktische Erfahrungen mit realen Geldbeträgen zugänglicher.
AUF EINEN BLICK
- MiFID II / WpHG: Broker müssen Geeignetheitsprüfung durchführen, Risikohinweise bereitstellen und Best-Execution-Grundsätze einhalten.
- Einlagensicherung schützt Bargeldguthaben auf dem Depot-Konto, nicht jedoch Verluste aus Handelspositionen.
- Nachschusspflicht: Im Gegensatz zu CFDs mit Nachschusspflicht-Verbot (BaFin-Allgemeinverfügung für Privatkunden) können börsengehandelte Futures weiterhin eine Nachschusspflicht erzeugen – vor Kontoeröffnung AGB und Risikohinweisdokument lesen.
- Steuern: Korrekte steuerliche Behandlung von Futures-Gewinnen und -Verlusten in der Steuererklärung beachten; im Zweifel Steuerberatung nutzen.
Rechtlicher Rahmen für Futures in Deutschland
Schritt 1 – Wissen aufbauen: Fachliteratur, kostenlose Materialien von Terminbörsen (z. B. Eurex Education), Demokonto nutzen.
Wer in Deutschland mit Futures handeln möchte, muss einen Broker nutzen, der entweder direkt über eine BaFin-Zulassung verfügt oder im EU-Pass-Verfahren als notifiziertes Institut tätig ist. Die BaFin überwacht die Einhaltung der relevanten europäischen und nationalen Vorschriften, insbesondere der MiFID-II-Richtlinie, die in Deutschland durch das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) umgesetzt wurde. Broker sind danach verpflichtet, eine Geeignetheitsprüfung durchzuführen – also zu prüfen, ob der Kunde die nötige Erfahrung und Risikotragfähigkeit mitbringt – sowie umfassende Risikohinweise bereitzustellen und das Prinzip der bestmöglichen Ausführung (Best Execution) einzuhalten.
Ein häufiges Missverständnis: Die Einlagensicherung schützt Bargeldguthaben auf dem Brokerkonto bis zu einem bestimmten Betrag gegen eine Insolvenz des Brokers. Sie schützt jedoch nicht vor Verlusten, die aus Handelspositionen entstehen. Verluste durch ungünstige Marktbewegungen bei Futures-Kontrakten sind nicht erstattungsfähig – das ist ein grundlegender Unterschied zu Bankeinlagen.
Besonders wichtig für Einsteiger: Die BaFin hat zwar für CFDs mit Nachschusspflicht eine Allgemeinverfügung erlassen, die diese für Privatkunden verbietet. Diese Regelung gilt jedoch ausdrücklich nicht für börsengehandelte Futures. Hier kann eine Nachschusspflicht weiterhin entstehen. Bevor ein Konto eröffnet wird, sollten Anleger daher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Basisinformationsblatt (KID/KII) des jeweiligen Kontrakts sorgfältig lesen. Viele Broker fordern zudem einen Nachweis über Handelserfahrung oder absolvierte Wissensprüfungen, bevor Futures-Handel freigeschaltet wird.
AUF EINEN BLICK
- Schritt 2 – Demokonto: Viele Broker bieten Paper-Trading-Konten an, um Futures ohne echtes Geld zu handeln – essenziell für das Verständnis von Margin und Mark-to-Market.
- Schritt 3 – Eigene Finanzsituation klären: Futures erst erwägen, wenn Notgroschen, Basisversicherungen und ein ETF-Sparplan vorhanden sind.
- Schritt 4 – Broker vergleichen: BaFin-Zulassung prüfen, Gebührenstruktur (Kommissionen, Börsengebühren, Rollkosten) verstehen.
- Schritt 5 – Risikomanagement definieren: Maximalen Verlust je Trade und gesamt festlegen, bevor der erste echte Kontrakt eröffnet wird.
Erste Schritte: Wie Einsteiger Futures sicher kennenlernen
Bevor du in Futures einsteigst: Prüfe mit dem StudySmarter Vermögensaufbau-Rechner, ob deine finanzielle Basis (Notgroschen, Sparrate, Anlageziel) stimmt.
Der wichtigste erste Schritt ist der systematische Wissensaufbau. Terminbörsen wie die Eurex stellen auf ihren Webseiten umfangreiches Bildungsmaterial bereit – von Erklärvideos bis hin zu detaillierten Kontraktspezifikationen. Fachliteratur, Online-Kurse anerkannter Bildungsplattformen und die Materialien der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sind ebenfalls gute Ausgangspunkte. Wer glaubt, nach einer einzigen Lektüre bereit zu sein, unterschätzt die Komplexität dieser Instrumente erheblich.
Der zweite Schritt ist das Demokonto. Nahezu alle seriösen Futures-Broker bieten sogenannte Paper-Trading-Konten an, mit denen Futures ohne echtes Geld gehandelt werden können. Dieses virtuelle Trading ist unverzichtbar, um das Zusammenspiel von Margin, Mark-to-Market und Margin Call unter realistischen Marktbedingungen zu erleben – ohne finanzielle Konsequenzen. Erst wenn man im Demokonto über mehrere Wochen hinweg konsistent und diszipliniert handelt, sollte man überhaupt über echtes Kapital nachdenken.
Der dritte Schritt ist die Überprüfung der eigenen Finanzsituation. Futures sollten erst dann in Betracht gezogen werden, wenn ein Notgroschen von mindestens drei Nettomonatsgehältern vorhanden ist, Basisversicherungen (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit) bestehen und ein ETF-Sparplan als langfristiger Vermögensaufbau läuft. Kapital, das man in Futures investiert, muss psychologisch bereits als verloren akzeptiert sein – denn genau das kann im schlimmsten Fall eintreten.
Beim Broker-Vergleich schließlich sollten Einsteiger auf mehrere Faktoren achten: BaFin-Zulassung oder EU-Notifizierung, transparente Gebührenstruktur (Kommissionen pro Kontrakt, Börsengebühren, eventuelle Plattformgebühren), die Verfügbarkeit von Micro-Futures für kleinere Positionsgrößen sowie die Qualität der Bildungsressourcen und des Kundenservices. Günstige Kommissionen allein sind kein ausreichendes Auswahlkriterium – gerade für Anfänger zählt die Qualität der Risikoaufklärung.
AUF EINEN BLICK
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Finanzielle Basis prüfen – bevor du mit Futures startest
Futures sind faszinierende, leistungsstarke Instrumente – aber sie sind kein Einstiegsvehikel für Anleger:innen, die gerade erst beginnen, ihr Geld zu verwalten. Wer die Mechanik versteht, die Risiken realistisch einschätzt und über eine solide finanzielle Basis verfügt, kann Futures sinnvoll als ergänzendes Instrument nutzen. Für alle anderen gilt: erst die Grundlagen legen, dann die Hebel umlegen.
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Häufige Fragen
Ja, grundsätzlich können auch Privatanleger mit Futures handeln, sofern Sie ein entsprechendes Konto bei einem Broker eröffnen und die dort geforderten Mindesteinlagen sowie Risikoprüfungen erfüllen. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Futures ein hohes Verlustrisiko bergen und für unerfahrene Anleger oft ungeeignet sind.
Ein Future verpflichtet Sie, den Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen, während eine Option Ihnen das Recht, aber nicht die Pflicht dazu einräumt. Bei Futures sind sowohl Gewinne als auch Verluste unbegrenzt, bei Optionen ist Ihr maximaler Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Ein Margin Call ist eine Aufforderung Ihres Brokers, zusätzliches Kapital auf Ihr Konto einzuzahlen, weil der Wert Ihrer offenen Future-Positionen unter die geforderte Mindestsicherheit gefallen ist. Wenn Sie dem nicht nachkommen, wird der Broker Positionen zwangsweise schließen, um weitere Verluste zu begrenzen.
Gewinne aus Futures unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, sofern Sie die Positionen nicht innerhalb eines Jahres realisieren. Verluste können mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden, was Ihre Steuerlast mindern kann.
Rollkosten entstehen, wenn Sie einen kurz vor Ablauf stehenden Future in einen später fälligen Kontrakt übertragen, um die Position offen zu halten. Diese Kosten umfassen die Differenz zwischen den Preisen der beiden Kontrakte sowie eventuelle Transaktionsgebühren, die je nach Marktlage variieren können.
Futures sind für den langfristigen Vermögensaufbau in der Regel ungeeignet, da sie eine Hebelwirkung haben und regelmäßig gerollt werden müssen, was Kosten und Komplexität verursacht. Für langfristige Anlagen sind breit gestreute Indexfonds oder ETFs üblicherweise besser geeignet, da sie weniger Risiko und geringeren Verwaltungsaufwand bieten.
Ja, es gibt Mini- und Micro-Futures, die kleinere Kontraktgrößen als Standard-Futures haben und daher für Einsteiger mit geringerem Kapitaleinsatz zugänglich sind. Diese Produkte ermöglichen es Ihnen, mit kleineren Beträgen zu handeln, aber die Hebelwirkung bleibt bestehen, sodass das Verlustrisiko weiterhin erheblich ist.
Futures sind standardisierte Börsenkontrakte mit festen Laufzeiten und werden über zentrale Clearingstellen abgewickelt, während CFDs außerbörslich zwischen Ihnen und dem Anbieter gehandelt werden. Bei CFDs gibt es keine festen Laufzeiten, aber Sie zahlen oft Finanzierungskosten für offene Positionen, und das Kontrahentenrisiko ist höher als bei regulierten Futures.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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