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MagazineFinanzenInvestieren Futures einfach erklärt
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Futures einfach erklärt: Dein Einstieg in die Welt der Terminkontrakte

Futures klingen komplex, sind aber im Kern nur Verträge auf die Zukunft. Wir zeigen dir, warum sie auch für dich relevant sind, wie sie funktionieren und worauf du achten musst, wenn du dich 2026 damit beschäftigst.

TerminkontrakteBörseEinsteiger
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Für die meisten Privatanleger sind ETFs die einfachere Wahl.
Wie riskant?
Sehr hoch.
Durch Hebel kann der Verlust das eingesetzte Kapital übersteigen.
Was ist das?
Ein Terminkontrakt.
Eine verbindliche Wette auf einen Preis zu einem späteren Zeitpunkt.
Wozu gut?
Absicherung und Spekulation.
Profis sichern Risiken ab, Spekulanten setzen auf Preisbewegungen.

Warum du dich mit Futures beschäftigen solltest

Du hast sicher schon einmal von Derivaten gehört, vielleicht im Zusammenhang mit Finanzkrisen oder spektakulären Gewinnen. Futures sind eine wichtige Art dieser Finanzinstrumente. Auch wenn du selbst keine handelst, begegnen sie dir indirekt, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei Rohstoffen wie Öl. Die Preise, die du an der Tankstelle oder im Supermarkt siehst, werden maßgeblich an den Terminmärkten gebildet.

Für deine Geldanlage sind Futures relevant, weil sie die Preise von vielen Vermögenswerten beeinflussen. Wenn du zum Beispiel in einen Aktien-ETF investierst, nutzen viele Fondsmanager Futures, um sich gegen Kursschwankungen abzusichern. Das Verständnis dieser Zusammenhänge hilft dir, die Bewegungen an den Finanzmärkten besser einzuordnen. Du musst kein Experte werden, aber ein Grundwissen schadet nicht.

Zudem bieten Futures auch Privatanlegern die Möglichkeit, auf steigende und fallende Preise zu setzen. Das klingt verlockend, ist aber mit erheblichen Risiken verbunden. Bevor du dich damit beschäftigst, solltest du die grundlegenden Mechanismen verstehen. Dieser Artikel gibt dir das nötige Basiswissen, damit du fundierte Entscheidungen treffen kannst.

Wichtig ist: Futures sind kein Weg, um schnell reich zu werden. Sie sind komplexe Finanzinstrumente, die sowohl Chancen als auch große Gefahren bergen. Mit dem richtigen Wissen kannst du jedoch einschätzen, ob sie für dich überhaupt in Frage kommen. Im Zweifel ist es klüger, Abstand zu nehmen und bei einfacheren Anlageformen zu bleiben.

1848
Jahr der Gründung der ersten Terminbörse in Chicago.
24/7
Handelszeiten an vielen Terminbörsen, fast rund um die Uhr.
~100 Billionen
US-Dollar geschätztes jährliches Handelsvolumen weltweit.

Die Grundlagen: Was ist ein Future überhaupt?

Ein Future, auch Terminkontrakt genannt, ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien. Du verpflichtest dich, einen bestimmten Vermögenswert zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten Datum in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Das Besondere daran: Der Handel findet nicht sofort statt, sondern eben erst später. Der Name leitet sich vom englischen Wort 'future' für Zukunft ab.

Stell dir vor, du bist Bäcker und brauchst in sechs Monaten eine Tonne Mehl. Du kannst heute einen Future abschließen, der dir den Preis für das Mehl garantiert. Wenn der Mehlpreis steigt, hast du dich abgesichert. Sinkt er, zahlst du mehr als der aktuelle Marktpreis. Genau dieses Prinzip nutzen Unternehmen, um sich gegen Preisschwankungen zu schützen.

Es gibt Futures auf viele verschiedene Basiswerte: Rohstoffe wie Gold oder Weizen, aber auch Finanzprodukte wie Aktienindizes, einzelne Aktien oder Zinsen. Der Handel findet an speziellen Terminbörsen statt, nicht an normalen Aktienbörsen. Dort werden die Kontrakte standardisiert, das heißt, Menge und Qualität des Basiswerts sind genau festgelegt.

Ein wichtiger Unterschied zum Aktienkauf: Bei einem Future musst du nicht den vollen Wert des Basiswerts aufbringen. Du hinterlegst nur einen kleinen Teil, die sogenannte Margin. Das ermöglicht einen Hebel, der Gewinne und Verluste verstärkt. Dieser Hebel ist der Hauptgrund, warum Futures so riskant sein können.

So funktioniert die Preisbildung und der Handel

Der Preis eines Futures wird durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt. Er orientiert sich am aktuellen Preis des Basiswerts, dem sogenannten Spotpreis. Zusätzlich spielen Erwartungen über die zukünftige Entwicklung eine Rolle. Wenn zum Beispiel eine schlechte Ernte erwartet wird, steigt der Future-Preis für Weizen bereits heute.

Der Unterschied zwischen dem Future-Preis und dem Spotpreis wird als Basis bezeichnet. Diese Basis kann positiv oder negativ sein, je nachdem, ob der Markt steigende oder fallende Preise erwartet. Für dich als Einsteiger ist es wichtig zu verstehen, dass der Future-Preis nicht einfach eine Prognose ist, sondern ein handelbarer Preis, der sich ständig ändert.

Gehandelt wird mit einer Margin, einer Sicherheitsleistung, die du bei deinem Broker hinterlegst. Diese Margin wird täglich angepasst, das nennt man Mark-to-Market. Wenn der Kurs deines Futures fällt, wird die Margin reduziert. Fällt sie unter ein bestimmtes Niveau, musst du nachzahlen, sonst wird deine Position geschlossen. Das kann zu unerwarteten Verlusten führen.

Der Handel selbst läuft über spezielle Plattformen und Broker, die den Zugang zu den Terminbörsen ermöglichen. Du gibst eine Order ein, zum Beispiel einen Future auf den DAX zu kaufen. Dein Broker leitet die Order an die Börse weiter. Dort wird sie mit einem passenden Verkäufer zusammengeführt. Der gesamte Prozess ist hochautomatisiert und dauert nur Sekunden.

Kosten und Gebühren: Was kommt auf dich zu?

Die Kosten für den Handel mit Futures setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zunächst gibt es die Handelsgebühren deines Brokers, die pro Kontrakt anfallen. Diese sind oft niedriger als bei Aktien, da die Kontrakte standardisiert sind. Allerdings kommen noch Börsengebühren und Abwicklungsgebühren hinzu, die du im Blick behalten solltest.

Ein wesentlicher Kostenfaktor ist die Margin, auch wenn sie keine direkte Gebühr ist. Du musst Kapital als Sicherheit hinterlegen, das während der Haltedauer gebunden ist. Dieses Kapital wird nicht verzinst, was bei längeren Positionen zu Opportunitätskosten führt. Das heißt, du verlierst potenzielle Zinsen, die du anderswo hättest verdienen können.

Zusätzlich fallen Finanzierungskosten an, wenn du eine Position über Nacht hältst. Diese entstehen durch den Unterschied zwischen dem Future-Preis und dem erwarteten Spotpreis. Sie werden täglich berechnet und deinem Konto belastet oder gutgeschrieben. Diese Kosten können sich summieren, besonders wenn du Positionen über einen längeren Zeitraum hältst.

Wichtig ist, dass du die Gesamtkosten vor dem Handel genau kennst. Ein seriöser Broker muss alle Gebühren transparent ausweisen. Vergleiche verschiedene Anbieter, um die Konditionen zu verstehen. Denke daran: Bei einem gehebelten Produkt können auch kleine Kosten einen großen Einfluss auf deine Rendite haben.

Worauf du als Einsteiger unbedingt achten solltest

Der erste und wichtigste Punkt ist die Risikoaufklärung. Futures sind hochspekulative Instrumente, bei denen du mehr als dein eingesetztes Kapital verlieren kannst. Du solltest nur Geld investieren, dessen Verlust du wirklich verkraften kannst. Ein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben muss immer separat vorhanden sein.

Informiere dich gründlich über den Basiswert, auf den du spekulieren möchtest. Ob Rohstoffe, Indizes oder Zinsen, jeder Markt hat seine eigenen Regeln und Einflussfaktoren. Lies Fachliteratur, verfolge die Nachrichten und verstehe, was die Preise bewegt. Nur so kannst du eine fundierte Einschätzung treffen.

Achte auf die Wahl deines Brokers. Nicht jeder Anbieter ermöglicht den Handel mit Futures, und die Konditionen unterscheiden sich erheblich. Prüfe die Gebühren, die Handelsplattform und den Kundenservice. Ein guter Broker bietet auch Schulungsmaterialien und Demokonten an, mit denen du risikofrei üben kannst.

Beginne niemals mit echten Geld, bevor du nicht ausgiebig mit einem Demokonto geübt hast. Dort kannst du die Mechanismen verstehen, ohne Risiko einzugehen. Entwickle eine Strategie und teste sie über einen längeren Zeitraum. Nur wenn du konsistent erfolgreich bist, solltest du über einen Einstieg mit kleinem Kapital nachdenken.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler von Einsteigern ist der Einsatz zu hoher Hebel. Die Verlockung auf schnelle Gewinne ist groß, aber der Hebel wirkt in beide Richtungen. Ein kleiner Kursbewegung gegen dich kann dein gesamtes Konto vernichten. Starte immer mit dem kleinstmöglichen Hebel und steigere dich erst mit wachsender Erfahrung.

Ein weiterer Fehler ist das Fehlen einer klaren Strategie. Viele handeln nach Bauchgefühl oder auf Tipps von Freunden. Das ist kein nachhaltiger Ansatz. Du brauchst einen Plan, der festlegt, wann du ein- und aussteigst und wie viel du riskierst. Halte dich konsequent an diesen Plan, auch wenn es schwerfällt.

Viele Anfänger ignorieren die Bedeutung des Risikomanagements. Sie setzen zu viel Kapital in eine einzige Position oder erhöhen die Positionsgröße nach Verlusten. Das ist ein gefährliches Verhalten. Eine goldene Regel ist, nie mehr als einen kleinen Prozentsatz deines Kapitals in einem einzelnen Trade zu riskieren.

Schließlich unterschätzen viele die psychologische Belastung. Der Handel mit Futures ist stressig, besonders bei hohen Hebeln. Angst und Gier können zu irrationalen Entscheidungen führen. Wenn du merkst, dass dich der Handel emotional belastet, ist es besser, eine Pause zu machen oder ganz aufzuhören. Deine Gesundheit ist wichtiger als jeder Gewinn.

Dein Fahrplan: So gehst du konkret vor

Wenn du dich nach alledem immer noch für Futures interessierst, solltest du strukturiert vorgehen. Der erste Schritt ist die Bildung. Lies Bücher, besuche Webinare und verfolge seriöse Finanznachrichten. Baue dir ein solides Grundwissen auf, bevor du auch nur an einen Handel denkst. Wissen ist deine wichtigste Absicherung.

Der zweite Schritt ist die Auswahl eines geeigneten Brokers. Achte auf Lizenzen, Gebühren und die angebotenen Plattformen. Viele Broker bieten ein Demokonto an, das du unbedingt nutzen solltest. Übe dort den Handel mit virtuellen Geld, bis du dich sicher fühlst. Das kann Wochen oder Monate dauern, das ist völlig normal.

Danach entwickelst du eine Handelsstrategie. Definiere, welche Märkte du handeln möchtest und nach welchen Kriterien du ein- und aussteigst. Lege fest, wie viel Kapital du pro Trade riskierst und wie du Verluste begrenzt. Schreibe deine Regeln auf und befolge sie diszipliniert. Spontane Entscheidungen sind der Feind des Erfolgs.

Erst wenn deine Strategie im Demokonto über einen längeren Zeitraum funktioniert, startest du mit echtem Geld. Beginne mit einem kleinen Betrag, den du verkraften kannst, und erhöhe die Positionsgrößen langsam. Überprüfe regelmäßig deine Ergebnisse und passe deine Strategie an. Der Weg zum erfolgreichen Trader ist ein Marathon, kein Sprint.

Futures im Vergleich zu anderen Anlagen

Um die Besonderheiten von Futures zu verstehen, hilft ein Vergleich mit klassischen Anlagen. Bei Aktien kaufst du einen Anteil an einem Unternehmen und wirst Miteigentümer. Bei einem Future kaufst du nur ein Versprechen auf einen zukünftigen Preis. Du besitzt also nichts, sondern spekulierst lediglich auf eine Preisbewegung.

ETFs sind eine weitere beliebte Anlageform. Sie bilden einen Index ab und sind breit diversifiziert. Der Handel ist einfach und die Kosten sind gering. Im Gegensatz zu Futures haben ETFs keinen Hebel und du kannst nicht mehr als dein eingesetztes Kapital verlieren. Für die meisten Anleger sind ETFs die deutlich bessere Wahl.

Auch Optionen sind Derivate, aber sie funktionieren anders als Futures. Eine Option gibt dir das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Future verpflichtet dich jedoch zur Erfüllung. Das macht Futures weniger flexibel und in manchen Situationen riskanter als Optionen.

Zusammengefasst: Futures sind ein Werkzeug für Profis, die genau wissen, was sie tun. Für Privatanleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, sind sie meist ungeeignet. Wenn du dich dennoch damit beschäftigen möchtest, tue es mit äußerster Vorsicht und einem klaren Risikobudget. Im Zweifel bleibst du besser bei einfacheren Anlagen.

Deine nächsten Schritte und weiterführende Ressourcen

Du hast jetzt einen guten Überblick über Futures und ihre Funktionsweise. Der nächste Schritt liegt bei dir: Entscheide, ob du dich weiter mit dem Thema beschäftigen möchtest oder ob es nicht zu deinem Anlagestil passt. Es ist völlig in Ordnung, wenn du zu dem Schluss kommst, dass Futures nichts für dich sind. Viele erfolgreiche Anleger meiden sie komplett.

Wenn du dich weiterbilden möchtest, suche nach unabhängigen Quellen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bietet neutrale Informationen zu Derivaten. Auch Fachbücher und seriöse Online-Kurse können hilfreich sein. Achte darauf, dass die Quellen keine Produkte verkaufen, sondern nur Wissen vermitteln.

Ein Demokonto bei einem Broker ist der beste Weg, um praktische Erfahrung zu sammeln. Nutze es, um die Mechanismen zu verstehen, ohne Risiko einzugehen. Teste verschiedene Strategien und finde heraus, ob der Handel zu deinem Charakter passt. Diese Erfahrung ist unbezahlbar, bevor du echtes Geld investierst.

Denke immer daran: Der Handel mit Futures ist kein Spiel. Es geht um echtes Geld und echte Risiken. Sei ehrlich zu dir selbst, was deine Kenntnisse und deine emotionale Stabilität angeht. Wenn du unsicher bist, hole dir professionellen Rat. Deine finanzielle Sicherheit ist wichtiger als jeder potenzielle Gewinn.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du einen Totalverlust deines Einsatzes verkraften?
Verstehst du den Unterschied zwischen Spot- und Terminmarkt?
Hast du dich schon mit der Funktionsweise von Hebeln beschäftigt?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, das ist möglich. Durch den Hebel kann der Verlust dein eingesetztes Kapital übersteigen. In extremen Fällen kannst du sogar mehr schulden, als du ursprünglich hattest. Deshalb ist ein striktes Risikomanagement unerlässlich.

Nein, es gibt einen wichtigen Unterschied. Bei einem Future bist du verpflichtet, den Vertrag zu erfüllen. Bei einer Option hast du nur das Recht, es zu tun, aber keine Pflicht. Das macht Optionen flexibler, aber auch komplexer.

Das hängt vom Broker und dem Basiswert ab. Die Margin-Anforderungen können bereits bei einigen hundert Euro liegen. Allerdings solltest du deutlich mehr Kapital haben, um Verluste abzufedern. Als Faustregel gilt: Je kleiner das Konto, desto größer das Risiko.

Ja, das ist einer der Hauptvorteile. Du kannst einen Future verkaufen, ohne den Basiswert zu besitzen. Wenn der Preis fällt, machst du einen Gewinn. Das nennt man Leerverkauf oder Short-Position.

Am Verfallstag wird der Kontrakt abgewickelt. Bei physischen Gütern wie Gold müsstest du die Ware annehmen oder liefern. Bei Finanzfutures wie dem DAX wird meist nur der Preisunterschied in bar ausgeglichen. In der Praxis schließen die meisten Trader ihre Positionen vorher.

In der Regel nicht. Die hohe Komplexität und das Verlustrisiko machen sie für Einsteiger ungeeignet. Wenn du dich dennoch damit beschäftigen möchtest, solltest du zuerst ein Demokonto nutzen und dich intensiv weiterbilden. Es gibt einfachere Wege, an den Finanzmärkten zu investieren.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.