Ratgeber · Investieren
Futures einfach erklärt: So funktionieren Terminkontrakte
Ein Future ist ein börsengehandelter Vertrag, der dich verpflichtet, einen Basiswert zu einem festen Termin und Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Damit kannst du auf Kursentwicklungen setzen oder bestehende Positionen absichern, trägst dabei aber ein hohes Verlustrisiko.
10 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Futures sind standardisierte Termingeschäfte, die immer an einer Börse gehandelt werden.
- Sie gehören zu den Derivaten, ihr Wert hängt also von einem Basiswert wie einem Index oder Rohstoff ab.
- Vor dem Handel musst du eine Sicherheitsleistung, die Initial Margin, hinterlegen.
- Die meisten Futures werden nicht durch Lieferung, sondern durch Barausgleich oder Glattstellung erfüllt.
01 · Grundlagen
Was sind Futures?
Futures zählen zu den unbedingten Termingeschäften, bei denen beide Seiten eine feste Verpflichtung eingehen. Anders als bei Optionen gibt es kein Recht, vom Geschäft zurückzutreten.
Futures zählen zu den unbedingten Termingeschäften, bei denen beide Seiten eine feste Verpflichtung eingehen. Anders als bei Optionen gibt es kein Recht, vom Geschäft zurückzutreten.
Der Preis eines Futures orientiert sich am aktuellen Kurs des Basiswerts, zuzüglich der Lagerungskosten und Zinsen, die zusammen als Cost-of-Carry bezeichnet werden. Diese Kosten trägt der Verkäufer für die Aufbewahrung der Ware bis zum Liefertermin.
Für dich bedeutet das: Wenn du einen Future kaufst, gehst du eine verbindliche Verpflichtung ein. Du kannst dich nicht später umentscheiden, ohne die Position durch ein Gegengeschäft zu schließen.
Futures sind standardisierte Kontrakte, die ausschließlich an Terminbörsen gehandelt werden. Diese Standardisierung unterscheidet sie von individuell vereinbarten Termingeschäften wie Forwards.
Kurz erklärt
Future
Ein standardisierter, börsengehandelter Vertrag, der den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt verpflichtend vorschreibt.
Der Preis des Futures orientiert sich am aktuellen Kurs des Basiswerts zuzüglich der Lagerungskosten und Zinsen, auch Cost-of-Carry genannt.
02 · Vergleich
Welche Arten von Futures gibt es?
Die Einteilung erfolgt nach dem zugrunde liegenden Basiswert. Für dich als Privatanlegerin sind vor allem Financial Futures relevant, während Commodity Futures den Rohstoffhandel abbilden.
Financial Futures beziehen sich auf Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen, Indizes oder Währungspaare. Der DAX-Future an der EUREX ist ein typisches Beispiel für einen Aktienindex-Future.
Commodity Futures basieren auf Rohstoffen wie Weizen, Kaffee, Erdöl oder Edelmetallen. Diese Kontrakte werden häufig von Produzenten und Händlern genutzt, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Beide Varianten sind standardisierte Kontrakte, die ausschließlich an Terminbörsen gehandelt werden. Der Unterschied liegt im Basiswert und in der Art der Erfüllung.
- Financial Futures werden meist durch Barausgleich oder Glattstellung erfüllt, da eine physische Lieferung bei Indizes oder Währungen nicht möglich ist.
- Commodity Futures können eine physische Lieferung des Rohstoffs vorsehen, zum Beispiel bei einem Future auf gefrorenes Orangensaftkonzentrat.
| Financial Futures | Commodity Futures | |
|---|---|---|
| Basiswert | Aktien, Indizes, Anleihen, Währungen | Rohstoffe wie Weizen, Kaffee, Erdöl, Edelmetalle |
| Typische Erfüllung | Meist Barausgleich oder Glattstellung | Häufig physische Lieferung möglich |
| Beispiel | DAX-Future an der EUREX | Future auf gefrorenes Orangensaftkonzentrat |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert der Handel mit Futures
Der Ablauf vom Vertragsabschluss bis zur Erfüllung folgt festen Regeln der Terminbörse. Die tägliche Verbuchung von Wertveränderungen unterscheidet Futures von vielen anderen Wertpapieren.
Bevor du einen Future handelst, musst du eine Sicherheitsleistung hinterlegen, die Initial Margin genannt wird. Sie beträgt nur einen Bruchteil des Kontraktwerts, zum Beispiel 2 bis 5 Prozent.
Durch diese geringe Einschusszahlung bewegst du einen großen Kontraktwert. Das ist der Hebel, der Gewinne und Verluste überproportional wirken lässt.
Wertveränderungen werden täglich zum Tagesabschluss auf einem Sonderkonto verbucht. Diesen Vorgang nennt man Margin-Ausgleich oder Variation Margin.
- Du wählst einen Future auf einen bestimmten Basiswert mit festgelegter Laufzeit und Kontraktgröße aus.
- Du hinterlegst die Initial Margin als Sicherheitsleistung an der Börse.
- Du eröffnest eine Long-Position bei steigender Kurserwartung oder eine Short-Position bei fallender Kurserwartung.
- Die Wertveränderungen werden täglich auf deinem Margin-Konto verbucht.
Kontrakt auswählen
Du entscheidest dich für einen Future auf einen bestimmten Basiswert, zum Beispiel den DAX, mit festgelegter Laufzeit und Kontraktgröße.
Initial Margin hinterlegen
Vor dem Handel zahlst du eine Sicherheitsleistung, die nur einen Bruchteil des Kontraktwerts beträgt, zum Beispiel 2 bis 5 Prozent.
Position eröffnen
Du kaufst eine Long-Position bei steigender Kurserwartung oder verkaufst eine Short-Position bei fallender Kurserwartung.
Täglicher Margin-Ausgleich
Wertveränderungen werden täglich zum Tagesabschluss auf einem Sonderkonto verbucht, die Margin wird also laufend angepasst.
Glattstellung oder Erfüllung
Vor Fälligkeit schließt du die Position meist durch ein Gegengeschäft. Andernfalls erfolgt die Erfüllung durch Lieferung oder Barausgleich.
04 · Was gilt
Wann lohnt sich ein Future für dich?
Futures eignen sich für zwei gegensätzliche Strategien: die Absicherung bestehender Positionen und die Spekulation auf Kursbewegungen. Beide Anwendungen setzen Erfahrung im Umgang mit Hebeln voraus.
Beim Hedging sicherst du ein bestehendes Aktienportfolio gegen fallende Kurse ab. Du verkaufst einen Short-Future auf einen passenden Index, der an Wert gewinnt, wenn der Markt fällt.
Bei der Spekulation setzt du gezielt auf steigende oder fallende Märkte, ohne den Basiswert selbst zu besitzen. Das ermöglicht dir, von Kursbewegungen zu profitieren, ohne Aktien oder Rohstoffe kaufen zu müssen.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ohne aktives Management sind Futures nicht geeignet. Sie sind ein Instrument für erfahrene Anlegerinnen, die kurzfristige Strategien verfolgen.
- Sinnvoll ist der Einsatz für die Absicherung eines Aktienportfolios gegen fallende Kurse.
- Geeignet sind Futures für die gezielte Spekulation auf steigende oder fallende Märkte.
- Weniger geeignet sind sie für passive Buy-and-hold-Strategien mit ETFs.
- Ungeeignet sind sie für Anlegerinnen ohne Erfahrung mit Hebelprodukten.
Sinnvoll für
Weniger geeignet für
05 · Kosten
Was kostet der Handel mit Futures?
Die direkten Kosten bestehen vor allem aus der Sicherheitsleistung und den Transaktionsgebühren deines Brokers. Die Initial Margin ist keine Gebühr, sondern eine hinterlegte Sicherheit.
Die Initial Margin beträgt in der Regel 2 bis 5 Prozent des Kontraktwerts. Sie wird an der Börse hinterlegt, an der der Kontrakt gehandelt wird, und erhältst du nach der Glattstellung zurück, sofern keine Verluste verrechnet wurden.
Zusätzlich fallen Transaktionsgebühren pro Kontrakt an, die je nach Broker und Börse unterschiedlich hoch sind. Auch der Spread zwischen Geld- und Briefkurs stellt eine indirekte Kostenkomponente dar.
Die Margin erhältst du nach der Glattstellung zurück, sofern keine Verluste verrechnet wurden. Verluste werden täglich von deinem Margin-Konto abgezogen.
- Die Initial Margin beträgt 2 bis 5 Prozent des Kontraktwerts.
- Die Transaktionsgebühr pro Kontrakt liegt je nach Broker zwischen 0,50 und 5,00 Euro.
- Der Spread zwischen Geld- und Briefkurs beträgt etwa 0,01 bis 0,10 Prozent des Kurses.
Kurz erklärt
Initial Margin
Typische Kostenbestandteile beim Future-Handel
2 bis 5 % des Kontraktwerts
06 · Im Vertrag
Diese Fachbegriffe solltest du kennen
Im Future-Handel begegnen dir feste Begriffe, die du für das Verständnis von Kontrakten und Risiken brauchst. Die wichtigsten findest du hier kompakt erklärt.
Der Basiswert ist das zugrunde liegende Produkt, von dem sich der Future-Preis ableitet. Das kann ein Index, eine Aktie, ein Rohstoff oder ein Währungspaar sein.
Die Glattstellung ist der Ausstieg aus einer Position durch ein identisches Gegengeschäft vor dem Fälligkeitstermin. Bei Financial Futures ist das die übliche Art, eine Position zu beenden.
Der Hebel entsteht durch die geringe Margin, mit der du einen großen Kontraktwert bewegst. Gewinne und Verluste wirken dadurch überproportional im Verhältnis zu deinem eingesetzten Kapital.
- Der Basiswert ist das zugrunde liegende Produkt, von dem sich der Future-Preis ableitet.
- Die Initial Margin ist die Einschusszahlung, die du vor dem Handel als Sicherheitsleistung hinterlegen musst.
- Der Hebel beschreibt die Wirkung, mit der du durch die geringe Margin einen großen Kontraktwert bewegst.
- Die Glattstellung ist das Schließen einer Position durch ein identisches Gegengeschäft vor dem Fälligkeitstermin.
- Der Barausgleich ist die Erfüllung durch Zahlung der Kursdifferenz, wenn eine physische Lieferung nicht möglich ist.
Glossar der Future-Begriffe
07 · Checkliste
Checkliste vor deinem ersten Future-Handel
Bevor du einen Future kaufst oder verkaufst, solltest du die Rahmenbedingungen deines Depots und des Kontrakts prüfen. Diese Punkte helfen dir, typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Der Zugang zur passenden Terminbörse ist die Grundvoraussetzung. In Deutschland ist die EUREX in Frankfurt die wichtigste Börse für Futures auf den DAX und andere europäische Basiswerte.
Die Kontraktgröße bestimmt, wie viel Kapital du tatsächlich bewegst. Ein DAX-Future bildet einen festen Euro-Betrag pro Indexpunkt ab, daher ist eine exakte Anpassung an kleine Depots oft schwierig.
Prüfe vor jedem Handel, ob du die Initial Margin dauerhaft als Sicherheit hinterlegen kannst. Die Margin-Anforderungen können sich bei starken Kursschwankungen erhöhen.
- Verfügt dein Broker über den Zugang zur passenden Terminbörse, zum Beispiel EUREX?
- Hast du die Kontraktgröße und den Wert eines Basispunkts verstanden?
- Kannst du die Initial Margin dauerhaft als Sicherheit hinterlegen?
- Weißt du, wann der Fälligkeitstermin des gewählten Futures ist?
- Hast du einen Plan für die Glattstellung oder den Barausgleich?
- Ist dir bewusst, dass der Hebel Verluste über deine Margin hinaus verursachen kann?
Das solltest du vorher klären
Verfügt dein Broker über den Zugang zur passenden Terminbörse, zum Beispiel EUREX?
Hast du die Kontraktgröße und den Wert eines Basispunkts verstanden?
Kannst du die Initial Margin dauerhaft als Sicherheit hinterlegen?
Weißt du, wann der Fälligkeitstermin des gewählten Futures ist?
Hast du einen Plan für die Glattstellung oder den Barausgleich?
Ist dir bewusst, dass der Hebel Verluste über deine Margin hinaus verursachen kann?
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Handel mit Futures
Die Hebelwirkung macht Futures riskant, wenn du ohne Vorbereitung handelst. Diese Fehler führen bei Privatanlegerinnen häufig zu Verlusten.
Ein häufiger Fehler ist, ohne Verständnis für die Margin-Anforderungen eine zu große Position zu eröffnen. Der Hebel kann dann Verluste verursachen, die deine hinterlegte Sicherheit übersteigen.
Viele Anlegerinnen ignorieren den Fälligkeitstermin und laufen ungewollt in die Lieferung oder den Barausgleich. Bei Commodity Futures kann das bedeuten, dass du physisch einen Rohstoff geliefert bekommst.
Futures sind kein Ersatz für eine langfristige Geldanlage. Sie sind ein Instrument zur Absicherung oder kurzfristigen Spekulation, kein Baustein für den Vermögensaufbau.
- Ohne Verständnis für die Margin-Anforderungen eine zu große Position eröffnen.
- Den Fälligkeitstermin ignorieren und ungewollt in die Lieferung oder den Barausgleich laufen.
- Futures als langfristige Geldanlage statt als Instrument zur Absicherung oder kurzfristigen Spekulation nutzen.
- Die tägliche Verrechnung von Wertveränderungen auf dem Margin-Konto unterschätzen.
- Ohne Stop-Loss-Strategie handeln und Verluste laufen lassen.
- Futures mit Optionen verwechseln und von einem Wahlrecht ausgehen, das es bei Futures nicht gibt.
Diese Fehler solltest du vermeiden
09 · Vergleich
Futures im Vergleich zu Optionen und Forwards
Futures, Optionen und Forwards sind Termingeschäfte, unterscheiden sich aber in Börsenhandel, Standardisierung und Verpflichtungscharakter. Der Vergleich zeigt, was Futures einzigartig macht.
Futures werden immer an einer regulierten Börse gehandelt und sind standardisiert. Forwards werden außerbörslich gehandelt und individuell zwischen den Parteien vereinbart.
Optionen sind bedingte Termingeschäfte, bei denen der Käufer ein Wahlrecht hat, aber nicht ausüben muss. Futures und Forwards sind unbedingte Termingeschäfte, bei denen beide Seiten erfüllen müssen.
Futures sind die einzige Variante, die immer an einer regulierten Börse mit standardisierten Kontrakten gehandelt wird. Das macht sie transparenter und stärker reguliert als Forwards.
- Futures werden an der Börse gehandelt, Forwards außerbörslich und individuell.
- Futures sind unbedingte Termingeschäfte, Optionen sind bedingte Termingeschäfte.
- Bei Futures ist eine Initial Margin erforderlich, bei Optionen zahlt der Käufer eine Optionsprämie.
- Futures werden durch Glattstellung, Barausgleich oder Lieferung erfüllt, Optionen durch Ausübung oder Verfall.
| Futures | Optionen | Forwards | |
|---|---|---|---|
| Handelsplatz | Börse, standardisiert | Börse oder außerbörslich | Außerbörslich, individuell |
| Verpflichtung | Unbedingt, beide Seiten müssen erfüllen | Bedingt, Käufer hat Wahlrecht | Unbedingt, beide Seiten müssen erfüllen |
| Sicherheitsleistung | Initial Margin erforderlich | Optionsprämie für den Käufer | |
| Erfüllung | Glattstellung, Barausgleich oder Lieferung | Ausübung oder Verfall | Meist physische Lieferung |
10 · Hintergrund
So sicherst du dein Depot mit Futures ab
Hedging mit Futures funktioniert über eine Gegenposition zu deinem bestehenden Portfolio. Fällt der Markt, gewinnt der Future und gleicht einen Teil der Verluste aus.
Wenn du ein Aktienportfolio hältst und kurzfristig fallende Kurse erwartest, kannst du einen Short-Future auf einen passenden Index verkaufen. Der Future gewinnt an Wert, wenn der Index fällt, und federt so Verluste in deinem Depot ab.
Für die Absicherung musst du die Kontraktgröße des Futures kennen und sie auf dein Depotvolumen abstimmen. Ein DAX-Future bildet einen festen Euro-Betrag pro Indexpunkt ab, daher ist eine exakte Anpassung an kleine Depots oft schwierig.
Die Absicherung kostet dich die Initial Margin und gegebenenfalls Transaktionsgebühren. Steigt der Markt entgegen deiner Erwartung, verlierst du am Future, während dein Depot an Wert gewinnt.
Der Future gleicht also nicht nur Verluste aus, sondern begrenzt auch Gewinne. Du sicherst dich gegen fallende Kurse ab, verzichtest aber auf einen Teil der Erträge, wenn der Markt steigt.
Wenn du ein Aktienportfolio hältst und kurzfristig fallende Kurse erwartest, kannst du einen Short-Future auf einen passenden Index verkaufen. Der Future gewinnt an Wert, wenn der Index fällt, und federt so Verluste in deinem Depot ab.
Für die Absicherung musst du die Kontraktgröße des Futures kennen und sie auf dein Depotvolumen abstimmen. Ein DAX-Future bildet einen festen Euro-Betrag pro Indexpunkt ab, daher ist eine exakte Anpassung an kleine Depots oft schwierig.
Die Absicherung kostet dich die Initial Margin und gegebenenfalls Transaktionsgebühren. Steigt der Markt entgegen deiner Erwartung, verliert der Future an Wert, während dein Depot gewinnt. Der Hedge begrenzt also sowohl Verluste als auch Gewinne.
Für Privatanlegerinnen ist Hedging mit Futures meist nur bei größeren Depots sinnvoll. Kleinere Positionen lassen sich oft einfacher über Stop-Loss-Orders oder eine breitere Diversifikation absichern.
Häufige Fragen
Fragen zu Futures einfach erklärt
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber