Ratgeber · Investieren
Fondssparplan in der Steuererklärung: So gibst du Kapitalerträge richtig an
Dein Fondssparplan wirft Erträge ab, die das Finanzamt interessieren. Mit der richtigen Steuererklärung holst du dir zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurück und vermeidest Fehler bei der Vorabpauschale.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Abgeltungsteuer auf Fondssparpläne beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
- Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast spürbar senkt.
- Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person schützt einen Teil deiner Kapitalerträge vor dem Steuerabzug.
- Die Vorabpauschale wird bei thesaurierenden Fonds jährlich fällig und muss beim Verkauf gegengerechnet werden.
01 · Grundlagen
Was bedeutet Abgeltungsteuer bei deinem Fondssparplan?
Die Abgeltungsteuer ist die zentrale Steuer auf Kapitalerträge. Sie wird direkt von deiner Bank einbehalten, bevor das Geld auf deinem Konto landet.
Die Abgeltungsteuer fällt nicht auf deine gesamte Auszahlung an, sondern nur auf den Ertrag deines Fondssparplans. Deine eingezahlten Beiträge sind bereits versteuertes Geld und bleiben bei der Berechnung außen vor. Auch die jährliche Rendite eines Aktienfonds wird nicht pauschal um 25 Prozent gemindert, denn ein großer Teil besteht aus Kursgewinnen, die erst später besteuert werden.
Zinsen und Dividenden werden jährlich mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belastet. Kursgewinne versteuerst du dagegen erst beim Verkauf deiner Fondsanteile. Bei einem Entnahmeplan mit monatlichen Auszahlungen ist nur der anteilige Kursgewinn in jeder Rate steuerpflichtig, nicht die komplette Auszahlung.
Deine depotführende Bank führt die Steuer automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich um die Abführung nicht kümmern, aber du kannst die Höhe über Freistellungsauftrag und Steuererklärung beeinflussen.
Kurz erklärt
Abgeltungsteuer
Eine Quellensteuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus Investmentfonds. Sie beträgt 25 Prozent auf den steuerpflichtigen Ertrag.
Deine depotführende Bank führt die Steuer automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich um die Abführung nicht kümmern, aber du kannst die Höhe über Freistellungsauftrag und Steuererklärung beeinflussen.
02 · Vergleich
Abgeltungsteuer oder Einkommensteuer: Was lohnt sich für dich?
Nicht immer ist die pauschale Abgeltungsteuer die günstigste Lösung. Mit der Anlage KAP in deiner Einkommensteuererklärung kannst du prüfen lassen, ob dein persönlicher Steuersatz niedriger ist.
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Zusammen ergibt sich ein maximaler Steuersatz von 28 Prozent auf deine Kapitalerträge. Dieser Satz wird automatisch von deiner Bank einbehalten, sobald dein Sparer-Pauschbetrag aufgebraucht ist.
Liegt dein persönlicher Einkommensteuersatz unter diesem Wert, kannst du die Differenz zurückholen. Das Finanzamt prüft auf Antrag über die Anlage KAP, ob die individuelle Besteuerung für dich günstiger ist. Die Günstigerprüfung lohnt sich besonders für Studierende oder Personen mit geringem Einkommen.
Bei der Günstigerprüfung rechnet das Finanzamt deine Kapitalerträge mit deinem persönlichen Steuersatz durch. Ist das Ergebnis niedriger als die bereits abgeführte Abgeltungsteuer, erhältst du die Differenz erstattet. Dein zu versteuerndes Einkommen entscheidet darüber, ob sich der Antrag lohnt.
Die Wahl zwischen Abgeltungsteuer und individuellem Einkommensteuersatz kann deine Steuerlast senken. Die Abgeltungsteuer ist einfach und ohne weiteres Zutun erledigt, während die individuelle Einkommensteuer zu einer Steuererstattung führen kann, wenn dein Steuersatz niedriger ist.
| Abgeltungsteuer | Individuelle Einkommensteuer | |
|---|---|---|
| Steuersatz | 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer | Dein persönlicher Steuersatz, der niedriger sein kann |
| Prüfung | Automatisch durch die Bank | Im Rahmen der Einkommensteuererklärung |
| Vorteil | Einfach und ohne weiteres Zutun | Kann zu einer Steuererstattung führen, wenn dein Steuersatz niedriger ist |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Steuererklärung für deinen Fondssparplan
Deine Bank stellt dir eine Jahressteuerbescheinigung aus. Die dort aufgeführten Werte überträgst du in die Anlage KAP deiner Einkommensteuererklärung.
Deine Bank stellt dir automatisch eine Jahressteuerbescheinigung aus. Darin sind alle Kapitalerträge, die einbehaltene Abgeltungsteuer und der genutzte Sparer-Pauschbetrag für das Jahr 2026 aufgeführt. Diese Werte überträgst du in die Anlage KAP deiner Einkommensteuererklärung.
Beantrage die Günstigerprüfung, wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt. Das Finanzamt rechnet dann automatisch nach, ob du mit der individuellen Besteuerung besser fährst. Im Steuerbescheid siehst du anschließend, ob du eine Erstattung bekommst.
- Deine Bank erstellt automatisch eine Bescheinigung über alle Kapitalerträge und die einbehaltene Abgeltungsteuer des Jahres 2026.
- Übertrage die Beträge in die Zeilen der Anlage KAP, dazu gehören Erträge, einbehaltene Steuer und die Höhe deines genutzten Sparer-Pauschbetrags.
- Setze das Kreuz für die Günstigerprüfung, wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt.
- Im Steuerbescheid siehst du, ob du eine Erstattung erhältst oder ob die Abgeltungsteuer korrekt war.
Jahressteuerbescheinigung anfordern
Deine Bank erstellt automatisch eine Bescheinigung über alle Kapitalerträge und die einbehaltene Abgeltungsteuer des Jahres 2026.
Anlage KAP ausfüllen
Übertrage die Beträge in die Zeilen der Anlage KAP. Dazu gehören Erträge, einbehaltene Steuer und die Höhe deines genutzten Sparer-Pauschbetrags.
Günstigerprüfung beantragen
Setze das Kreuz für die Günstigerprüfung, wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt. Das Finanzamt rechnet dann automatisch nach.
Steuerbescheid prüfen
Im Steuerbescheid siehst du, ob du eine Erstattung erhältst. Die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer wird dir dann überwiesen.
04 · Was gilt
Wann brauchst du eine Nichtveranlagungsbescheinigung?
Wenn dein Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, kannst du dir eine Nichtveranlagungsbescheinigung ausstellen lassen. Damit verhinderst du den automatischen Steuerabzug auf deine Kapitalerträge.
Wenn dein Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, kannst du dir eine Nichtveranlagungsbescheinigung ausstellen lassen. Damit verhinderst du den automatischen Steuerabzug auf deine Kapitalerträge von vornherein. Deine Bank zahlt dir Erträge dann ohne Abzug von Abgeltungsteuer aus.
Für Studierende mit geringem Einkommen ist das oft sinnvoll. Du musst die Bescheinigung beim Finanzamt beantragen und sie deiner Bank vorlegen. Danach bleibt dein kompletter Sparer-Pauschbetrag unangetastet und du zahlst keine Kapitalertragsteuer, solange dein Einkommen unter dem Freibetrag bleibt.
Die Nichtveranlagungsbescheinigung befreit dich vom automatischen Steuerabzug, wenn dein Einkommen niedrig ist. Sie ist sinnvoll, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt oder du den vollen Sparer-Pauschbetrag ohne Abzug nutzen möchtest. Nicht sinnvoll ist sie, wenn dein Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt oder du bereits einen Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe gestellt hast.
Sinnvoll für dich
Nicht sinnvoll für dich
05 · Kosten
Sparer-Pauschbetrag: So viel bleibt 2026 steuerfrei
Der Sparer-Pauschbetrag schützt einen Teil deiner Kapitalerträge vor der Abgeltungsteuer. Für das Jahr 2026 gelten feste Beträge pro Person.
Der Sparer-Pauschbetrag schützt einen Teil deiner Kapitalerträge vor der Abgeltungsteuer. Für das Jahr 2026 gelten feste Beträge pro Person. Als Einzelperson bleiben dir 1000 Euro pro Jahr steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro.
Damit deine Bank den Freibetrag berücksichtigt, musst du einen Freistellungsauftrag stellen. Ohne diesen Auftrag führt die Bank die Abgeltungsteuer direkt ab. Du kannst dir die zu viel gezahlte Steuer aber über die Steuererklärung zurückholen.
Steuerfreie Kapitalerträge durch den Sparer-Pauschbetrag im Jahr 2026: Diese Beträge bleiben pro Jahr steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag stellst. Für eine Einzelperson sind es 1000 Euro, für ein zusammenveranlagtes Ehepaar 2000 Euro. Ohne Freistellungsauftrag führt deine Bank die Abgeltungsteuer direkt ab, du kannst sie dir aber über die Steuererklärung zurückholen.
Steuerfreie Kapitalerträge durch den Sparer-Pauschbetrag im Jahr 2026
06 · Im Vertrag
Teilfreistellung: Dein Steuervorteil bei Aktienfonds
Für Fonds mit hohem Aktienanteil gilt eine Teilfreistellung. Sie reduziert die Steuerlast auf Erträge und Kursgewinne erheblich.
Für Fonds mit hohem Aktienanteil gilt eine Teilfreistellung. Sie reduziert die Steuerlast auf Erträge und Kursgewinne erheblich. Bei Aktienfonds, die zu mindestens 50 Prozent in Aktien investieren, sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Nur 70 Prozent werden mit der Abgeltungsteuer belastet.
Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent erhalten eine Teilfreistellung von 15 Prozent. Deine Bank berücksichtigt die Teilfreistellung automatisch bei der Berechnung der Abgeltungsteuer. Du musst nichts beantragen und keine zusätzlichen Angaben in der Steuererklärung machen.
Die wichtigsten Regeln zur Teilfreistellung: Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, für Mischfonds mit mindestens 25 Prozent Aktienanteil sind es 15 Prozent. Die Anwendung erfolgt automatisch durch deine Bank, du musst nichts beantragen.
Die wichtigsten Regeln zur Teilfreistellung
07 · Fehler vermeiden
Vorabpauschale: Was du bei thesaurierenden Fonds beachten musst
Thesaurierende Fonds legen Erträge automatisch wieder an. Trotzdem verlangt das Finanzamt eine jährliche Vorabpauschale, die deine Liquidität belasten kann.
Thesaurierende Fonds legen Erträge automatisch wieder an. Trotzdem verlangt das Finanzamt eine jährliche Vorabpauschale, die deine Liquidität belasten kann. Die Höhe richtet sich nach dem Basiszins, den das Bundesfinanzministerium jährlich festlegt, und dem Rücknahmepreis deiner Fondsanteile zum Jahresanfang.
Die Steuer für das vorangegangene Jahr wird stets im Januar des Folgejahres einbehalten. Achte darauf, dass dein Verrechnungskonto ausreichend gedeckt ist. Sonst bucht die Bank die Steuerschuld von deinem Girokonto ab oder verkauft im Extremfall Fondsanteile, um die Deckung sicherzustellen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest: Du hast keine ausreichende Kontodeckung zum Jahresbeginn, dann bucht die Bank die Vorabpauschale sonst von deinem Girokonto ab oder verkauft Fondsanteile. Du vergisst, die Vorabpauschale beim Verkauf gegenzurechnen, dadurch zahlst du Steuern doppelt. Du verwechselst die Vorabpauschale mit einer echten Ausschüttung, sie ist ein fiktiver Ertrag, der deinen Einstandskurs erhöht. Du ignorierst den Basiszins, er wird jährlich vom Bundesfinanzministerium festgelegt und bestimmt die Höhe der Vorabpauschale.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
08 · Hintergrund
Kursgewinne und Verlustverrechnung: So gleicht das Finanzamt aus
Kursgewinne aus deinem Fondssparplan werden erst beim Verkauf besteuert. Verluste kannst du mit Gewinnen verrechnen, um deine Steuerlast zu senken.
Kursgewinne entstehen, wenn du Fondsanteile zu einem höheren Preis verkaufst als du sie gekauft hast. Die Differenz ist dein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn. Davon zieht deine Bank die Abgeltungsteuer ab, sobald dein Sparer-Pauschbetrag aufgebraucht ist.
Verluste aus Aktienfonds kannst du nur mit Gewinnen aus Aktienfonds verrechnen. Verluste aus anderen Fonds, etwa Rentenfonds, lassen sich mit allen Kapitalerträgen verrechnen. Deine Bank führt die Verlustverrechnung automatisch durch, wenn du ein Verlustverrechnungskonto hast.
Beim Verkauf thesaurierender Fonds wird die bereits gezahlte Vorabpauschale vom Veräußerungsgewinn abgezogen. Dadurch vermeidest du eine Doppelbesteuerung. Verkaufst du mit Verlust, erhöht die Vorabpauschale zwar den steuerlichen Veräußerungsverlust, dieser kann aber mit Veräußerungsgewinnen verrechnet werden.
Kursgewinne entstehen, wenn du Fondsanteile zu einem höheren Preis verkaufst als du sie gekauft hast. Die Differenz ist dein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn. Davon zieht deine Bank die Abgeltungsteuer ab, sobald dein Sparer-Pauschbetrag aufgebraucht ist.
Verluste aus Aktienfonds kannst du nur mit Gewinnen aus Aktienfonds verrechnen. Verluste aus anderen Fonds, etwa Rentenfonds, lassen sich mit allen Kapitalerträgen verrechnen. Deine Bank führt die Verlustverrechnung automatisch durch, wenn du ein Verlustverrechnungskonto hast.
Beim Verkauf thesaurierender Fonds wird die bereits gezahlte Vorabpauschale vom Veräußerungsgewinn abgezogen. So vermeidest du eine Doppelbesteuerung. Deine Bank weist die angerechneten Beträge in der Jahressteuerbescheinigung aus.
09 · Was gilt
Grundfreibetrag und Kapitalerträge: Wann du keine Steuern zahlst
Der Grundfreibetrag sichert dein Existenzminimum. Liegt dein gesamtes Einkommen darunter, bleiben auch deine Kapitalerträge steuerfrei.
Der Grundfreibetrag sichert dein Existenzminimum. Liegt dein gesamtes Einkommen darunter, bleiben auch deine Kapitalerträge steuerfrei. Für Studierende mit geringem Einkommen bedeutet das oft, dass sie auf ihre Fondssparplan-Erträge keine Abgeltungsteuer zahlen müssen.
Voraussetzung ist, dass du eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt hast oder deine Kapitalerträge unter dem Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro bleiben. Ohne Freistellungsauftrag führt deine Bank die Abgeltungsteuer direkt ab, auch wenn dein Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt. Die zu viel gezahlte Steuer holst du dir dann über die Steuererklärung zurück.
Kapitalerträge und Grundfreibetrag im Jahr 2026: Steuerfrei sind deine Erträge, wenn dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt oder du eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt hast. Steuerpflichtig werden sie, wenn dein Einkommen den Grundfreibetrag deutlich übersteigt oder deine Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag übersteigen.
Steuerfrei
Steuerpflichtig
10 · Schritt für Schritt
Doppelbesteuerung vermeiden: So rechnest du die Vorabpauschale an
Die Vorabpauschale besteuert fiktive Erträge. Beim Verkauf deiner Fondsanteile musst du sie vom Gewinn abziehen, sonst zahlst du doppelt.
Vorabpauschale während der Haltedauer
Für jedes Jahr, in dem du thesaurierende Fonds hältst, wird eine Vorabpauschale berechnet und von deiner Bank einbehalten.
Verkauf der Fondsanteile
Beim Verkauf ermittelt deine Bank den Veräußerungsgewinn aus Verkaufspreis minus Kaufpreis.
Anrechnung der Vorabpauschale
Die bereits gezahlten Vorabpauschalen werden vom Veräußerungsgewinn abgezogen. Nur der verbleibende Betrag wird versteuert.
Steuerbescheinigung prüfen
In deiner Jahressteuerbescheinigung sind die angerechneten Vorabpauschalen ausgewiesen. Kontrolliere, ob die Beträge korrekt berücksichtigt wurden.
Häufige Fragen
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