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MagazineFinanzenInvestieren ESG ETFs für Familien
FinanzbildungInvestieren13 Min.

ESG ETFs für Familien: Nachhaltig Vermögen aufbauen und Werte leben

Du möchtest für deine Kinder Geld anlegen, aber nicht auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten? ESG ETFs verbinden langfristigen Vermögensaufbau mit deinen Werten. Wir zeigen dir, wie du als Familie einfach und klug damit startest.

NachhaltigkeitETF-GrundlagenGeldanlage
Brauche ich das?
Ja, sinnvoll.
für langfristigen Vermögensaufbau mit Werten
Ist das kompliziert?
Nein, machbar.
mit Sparplan und Auswahlhilfe einfach umsetzbar
Was kostet es?
Wenig Geld.
ETFs haben niedrige laufende Kosten
Wie starte ich?
Klein anfangen.
mit einem monatlichen Sparplan ab 25 Euro

Warum Nachhaltigkeit auch dein Geld betrifft

Vielleicht denkst du, dass Nachhaltigkeit und Geldanlage nichts miteinander zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Jeder Euro, den du anlegst, hat eine Wirkung. Er finanziert Unternehmen, die damit Dinge herstellen oder Dienstleistungen anbieten. Wenn du also in einen klassischen Aktienfonds investierst, unterstützt du automatisch auch Konzerne, die du vielleicht nicht unterstützen möchtest. Das kann zum Beispiel die Rüstungsindustrie, Kohlekraftwerke oder Unternehmen mit fragwürdigen Arbeitsbedingungen betreffen.

Für Familien ist dieses Thema besonders relevant. Du gibst dein Geld nicht nur für dich aus, sondern legst es für die Zukunft deiner Kinder an. Da ist es doch ein gutes Gefühl, wenn dieses Geld nicht die Probleme von morgen verschärft. Stell dir vor, dein Kind fragt dich in zwanzig Jahren, wofür ihr damals gespart habt. Mit einem ESG ETF kannst du dann sagen: für ein nachhaltigeres Wirtschaften, für eine lebenswerte Zukunft. Das ist ein starkes Argument, das über die reine Rendite hinausgeht.

Hinzu kommt ein praktischer Aspekt. Nachhaltige Unternehmen sind oft besser auf die Zukunft vorbereitet. Sie müssen sich mit Umweltauflagen, sozialen Standards und guter Unternehmensführung auseinandersetzen. Das macht sie widerstandsfähiger gegen Krisen und Skandale. Viele Expertinnen und Experten sehen darin einen Vorteil für die langfristige Wertentwicklung. Du musst also keinen Renditeverzicht befürchten, nur weil du auf Nachhaltigkeit achtest. Im Gegenteil, du kannst sogar von den Trends der Zukunft profitieren.

Und schließlich geht es um ein Gefühl der Kontrolle. Als Elternteil hast du oft das Gefühl, dass die Welt da draußen chaotisch ist. Bei der Geldanlage kannst du aber eine bewusste Entscheidung treffen. Du entscheidest, welche Unternehmen du unterstützt und welche nicht. Ein ESG ETF gibt dir diese Möglichkeit, ohne dass du dich um jede einzelne Aktie kümmern musst. Du legst dein Geld also nicht nur clever an, sondern auch mit einer klaren Haltung. Das gibt ein gutes Bauchgefühl, das bei Geldthemen nicht selbstverständlich ist.

~3.000
ETFs gibt es allein in Europa, die Auswahl ist riesig
0,2% - 0,5%
liegen die typischen laufenden Kosten pro Jahr bei ETFs
jede:r 3.
Anleger:in in Deutschland legt inzwischen Wert auf Nachhaltigkeit

Was ein ETF überhaupt ist: Einfach erklärt

Bevor wir uns mit den nachhaltigen Varianten beschäftigen, klären wir die Grundlagen. ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Auf Deutsch heißt das börsengehandelter Fonds. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Stell dir vor, du möchtest nicht nur eine einzelne Aktie kaufen, sondern viele verschiedene Unternehmen auf einmal. Ein ETF bündelt genau das. Er bildet einen bestimmten Aktienindex nach, also einen Korb von vielen verschiedenen Aktien. Der bekannteste Index ist der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthält.

Wenn du also einen ETF auf den DAX kaufst, investierst du automatisch in alle 40 Unternehmen. Das hat einen großen Vorteil: das Risiko wird verteilt. Wenn ein Unternehmen schlechte Zahlen meldet, macht das nur einen kleinen Teil deines Investments aus. Die anderen Unternehmen können das wieder ausgleichen. Du setzt also nicht alles auf eine Karte, sondern auf die gesamte Wirtschaft. Das ist besonders für Einsteiger und Familien eine sichere und einfache Art, am Aktienmarkt teilzuhaben.

Ein ETF wird an der Börse gehandelt, genau wie eine einzelne Aktie. Du kannst ihn also jederzeit kaufen und verkaufen. Das gibt dir Flexibilität. Du bist nicht an lange Laufzeiten gebunden, wie es zum Beispiel bei manchen Versicherungen der Fall ist. Für Familien ist das praktisch, weil sich Lebensumstände ändern können. Vielleicht brauchst du das Geld doch früher für einen Umbau oder ein neues Auto. Mit einem ETF kannst du jederzeit darüber verfügen, auch wenn du idealerweise langfristig investiert bleibst.

Der größte Vorteil von ETFs ist aber die Kostenstruktur. Da sie meist automatisch einen Index nachbilden und nicht von teuren Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern aktiv gesteuert werden, sind die Gebühren sehr niedrig. Während klassische Fonds oft über ein Prozent pro Jahr kosten, liegen ETFs oft bei einem Bruchteil davon. Das hört sich nach wenig an, macht aber über die Jahre einen großen Unterschied. Denn je weniger Gebühren du zahlst, desto mehr von deiner Rendite bleibt tatsächlich bei dir. Und genau das ist für den langfristigen Vermögensaufbau entscheidend.

Was bedeutet das Kürzel ESG konkret?

Jetzt wird es spannend, denn hier kommt das Nachhaltigkeitskürzel ins Spiel. ESG steht für die englischen Begriffe Environmental, Social und Governance. Auf Deutsch sind das Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Das sind die drei Säulen, anhand derer bewertet wird, wie nachhaltig und verantwortungsvoll ein Unternehmen handelt. Ein ESG ETF filtert aus dem gesamten Aktienmarkt genau die Unternehmen heraus, die in diesen drei Bereichen gut abschneiden. So entsteht ein Portfolio, das deinen Werten entspricht.

Die erste Säule, Environmental, bezieht sich auf den Umgang mit der Umwelt. Dazu zählen Themen wie CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und der Einsatz erneuerbarer Energien. Unternehmen, die hier schlecht abschneiden, wie zum Beispiel Kohlekonzerne, werden aussortiert. Die zweite Säule, Social, betrachtet den Umgang mit Menschen. Das umfasst Arbeitsbedingungen, faire Löhne, Gesundheitsschutz und den Respekt vor Menschenrechten. Auch die Beziehungen zu lokalen Gemeinschaften spielen eine Rolle. Unternehmen mit Kinderarbeit oder ausbeuterischen Praktiken fliegen hier raus.

Die dritte Säule, Governance, befasst sich mit der Unternehmensführung. Hier geht es um Transparenz, Korruptionsbekämpfung, Diversität im Vorstand und die Einhaltung von Gesetzen. Ein Unternehmen, das nur auf den kurzfristigen Gewinn schielt und dabei Risiken eingeht, wird hier negativ bewertet. Stattdessen werden Firmen bevorzugt, die langfristig denken und fair mit ihren Aktionärinnen und Aktionären umgehen. Diese drei Säulen zusammen ergeben ein ganzheitliches Bild. Ein Unternehmen kann noch so umweltfreundlich sein, wenn es seine Mitarbeiter ausbeutet, fällt es durch das ESG-Raster.

Wichtig ist zu verstehen, dass ESG kein starres System ist. Es gibt verschiedene Anbieter, die unterschiedliche Kriterien anlegen. Manche sind strenger, manche lockerer. Es gibt auch spezielle Ansätze, die zum Beispiel nur den Klimaschutz fokussieren oder komplett auf bestimmte Branchen wie Waffen oder Tabak verzichten. Für dich als Familie heißt das: Du hast die Wahl. Du kannst einen ETF wählen, der zu deinen persönlichen Werten passt. Und du kannst sicher sein, dass dein Geld nicht in Unternehmen fließt, die du ablehnst. Das ist ein gutes Gefühl.

So funktioniert ein ESG ETF im Detail

Jetzt fragst du dich sicher, wie so ein ESG ETF praktisch funktioniert. Der Prozess beginnt mit der Auswahl der Unternehmen. Der ETF-Anbieter nimmt einen großen Aktienindex, zum Beispiel den MSCI World, und wendet darauf seine Nachhaltigkeitsfilter an. Zuerst werden Unternehmen ausgeschlossen, die in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind. Dazu gehören Rüstung, Tabak, Glücksspiel und oft auch Atomkraft. Danach werden die verbleibenden Unternehmen anhand ihrer ESG-Bewertung gerankt. Nur die besten schaffen es in den Index.

Es gibt zwei Hauptmethoden, wie die Auswahl erfolgt. Die erste ist das Best-in-Class-Prinzip. Dabei werden aus jeder Branche die Unternehmen ausgewählt, die im Vergleich zu ihren Konkurrenten am nachhaltigsten wirtschaften. Das bedeutet, es werden nicht nur Öko-Unternehmen aufgenommen, sondern auch die besten aus traditionellen Branchen. So bleibt die breite Streuung erhalten. Die zweite Methode ist das Ausschlussverfahren. Hier werden einfach alle Unternehmen entfernt, die bestimmte Kriterien nicht erfüllen. Viele ETFs kombinieren beide Methoden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Der ETF selbst ist dann ein Fonds, der diese ausgewählten Aktien enthält. Wenn du einen Anteil kaufst, besitzt du einen winzigen Teil aller enthaltenen Unternehmen. Der Wert deines Anteils schwankt täglich, je nachdem wie sich die Börsenkurse entwickeln. Langfristig gesehen, über zehn oder zwanzig Jahre, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Wert steigt. Das liegt daran, dass die Weltwirtschaft wächst und Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Genau diese Wertsteigerung nutzt du für deinen Vermögensaufbau.

Für Familien ist besonders der Sparplan interessant. Du kannst einen festen Betrag, zum Beispiel 50 oder 100 Euro, monatlich in den ETF investieren. Das nennt man einen ETF-Sparplan. Der Vorteil: Du musst nicht viel Geld auf einmal haben. Du sparst einfach regelmäßig, und der Zinseszinseffekt arbeitet für dich. Deine Anteile werden jedes Jahr mehr, und die erwirtschafteten Erträge werden wieder angelegt. Über die Jahre wächst so aus kleinen Beträgen ein beachtliches Vermögen. Und das alles automatisch, ohne dass du dich täglich um deine Geldanlage kümmern musst.

Was kostet ein ESG ETF und lohnt sich das?

Kosten sind ein wichtiges Thema, gerade wenn du für deine Familie sparst. Die gute Nachricht: ESG ETFs sind nicht teurer als herkömmliche ETFs. Die laufenden Kosten, die sogenannte Total Expense Ratio (TER), liegen meist zwischen 0,2 und 0,5 Prozent pro Jahr. Das klingt unscheinbar, ist aber ein entscheidender Faktor. Denn diese Gebühr wird jährlich von deinem Fondsvermögen abgezogen. Je niedriger sie ist, desto mehr von deiner Rendite bleibt übrig. Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren macht das einen erheblichen Unterschied aus.

Zusätzlich zu den laufenden Kosten gibt es beim Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen noch Transaktionskosten. Diese fallen bei deiner Bank oder deinem Broker an. Viele Online-Broker bieten aber inzwischen Aktionspreise für ETF-Sparpläne an. Oft kannst du einen Sparplan sogar komplett kostenlos ausführen. Das ist ideal für den Einstieg. Du solltest also nicht nur auf die TER achten, sondern auch auf die Konditionen deines Depots. Ein guter Vergleich lohnt sich, denn die Unterschiede können über die Jahre einige hundert Euro ausmachen.

Jetzt fragst du dich vielleicht, ob sich ein ESG ETF überhaupt lohnt. Die Antwort ist ein klares Ja, und das aus zwei Gründen. Erstens: Die Renditechancen sind vergleichbar mit herkömmlichen ETFs. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass nachhaltige Unternehmen in der Vergangenheit nicht schlechter, manchmal sogar besser abgeschnitten haben. Zweitens: Du bekommst ein gutes Gewissen. Du weißt, dass dein Geld nicht in schädliche Industrien fließt. Dieser immaterielle Wert ist für viele Familien unbezahlbar. Du musst also keinen Renditeverzicht für deine Werte leisten.

Ein weiterer Kostenpunkt, den du im Blick behalten solltest, ist die Steuer. In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungssteuer. Es gibt aber einen Freibetrag, den du nutzen kannst. Für Verheiratete liegt dieser bei 2.000 Euro pro Jahr. Das bedeutet: Solange deine Gewinne unter diesem Betrag bleiben, zahlst du keine Steuern darauf. Du solltest also unbedingt einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker einrichten. Das ist kostenlos und spart dir bares Geld. So bleibt mehr von deiner Rendite für die Zukunft deiner Familie übrig.

Darauf solltest du bei der Auswahl unbedingt achten

Die Auswahl des richtigen ESG ETFs ist entscheidend. Es gibt hunderte verschiedene Produkte auf dem Markt, und nicht alle sind gleich gut. Ein wichtiges Kriterium ist die Größe des Fonds. Große ETFs mit einem Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro sind meist stabiler und haben geringere Spreads, also geringere Unterschiede zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Sie sind auch weniger anfällig für Schließungen. Für den Einstieg solltest du also auf einen etablierten ETF setzen, der schon einige Jahre auf dem Markt ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Index-Methode. gibt es verschiedene Ansätze. Manche ETFs schließen nur die schlimmsten Unternehmen aus, andere wählen strenger aus. Du solltest dir das Factsheet des ETFs ansehen und prüfen, welche Unternehmen enthalten sind. Viele Anbieter veröffentlichen die komplette Liste. So kannst du sicherstellen, dass deine persönlichen Ausschlusskriterien erfüllt sind. Wenn dir zum Beispiel Atomkraft wichtig ist, solltest du prüfen, ob der ETF diese Unternehmen ausschließt. Das ist Transparenz, die du als Anleger einfordern solltest.

Auch die Währung des ETFs spielt eine Rolle. Viele globale ETFs sind in US-Dollar notiert. Das ist kein Problem, aber es birgt ein Währungsrisiko. Wenn der Dollar schwächer wird, sinkt der Wert deines Investments in Euro. Es gibt aber auch ETFs, die in Euro abgesichert sind. Diese sind oft etwas teurer. Für langfristige Anleger ist das Währungsrisiko meist vernachlässigbar, da sich Kurse über die Jahre ausgleichen. Du solltest dir aber bewusst sein, dass es existiert. Informiere dich also, in welcher Währung dein ETF handelt.

Zu guter Letzt solltest du auf die Replikationsmethode achten. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die Aktien tatsächlich. Es gibt aber auch synthetische ETFs, die über Derivate nachbilden. Für Einsteiger sind physische ETFs empfehlenswert, da sie einfacher zu verstehen sind und kein Gegenparteirisiko haben. Achte also auf die Produktbeschreibung. Ein guter ESG ETF für Familien sollte physisch repliziert sein, eine angemessene Größe haben und transparent in seiner Auswahl sein. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Typische Fehler, die du als Familie vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, zu viel auf einmal zu wollen. Viele Familien versuchen, den perfekten Zeitpunkt zum Einstieg zu finden. Sie warten, bis die Kurse fallen, und verpassen dann den Aufschwung. Die Wahrheit ist: Niemand kann den Markt vorhersagen. Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist heute. Mit einem Sparplan umgehst du dieses Problem automatisch. Du investierst regelmäßig, egal ob die Kurse hoch oder niedrig sind. So glättest du den Einstiegskurs und profitierst langfristig vom Marktwachstum. Das nennt man Cost-Average-Effekt.

Ein zweiter Fehler ist, zu schnell wieder zu verkaufen. ETFs sind eine langfristige Anlage. Wenn du in fünf Jahren ein Haus kaufen willst, ist ein ETF vielleicht nicht die beste Wahl. Denn in so kurzer Zeit kann der Markt stark schwanken. Für Familien ist ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ideal. Wenn du dir das nicht leisten kannst, solltest du lieber auf sicherere Anlagen wie Tagesgeld setzen. Aber wenn du langfristig denkst, dann bleib auch bei Kursschwankungen ruhig. Sie gehören zum Aktienmarkt dazu und gleichen sich über die Jahre aus.

Ein dritter Fehler ist, alles auf einen einzigen ETF zu setzen. Auch wenn ESG ETFs schon breit gestreut sind, kann es sinnvoll sein, in verschiedene Regionen zu investieren. Ein ETF auf den MSCI World ist gut, aber er enthält viele US-Aktien. Du könntest einen zweiten ETF auf Schwellenländer hinzufügen, um noch breiter aufgestellt zu sein. Allerdings solltest du es nicht übertreiben. Zwei bis drei ETFs reichen völlig aus, um gut diversifiziert zu sein. Zu viele Fonds machen die Verwaltung kompliziert und bringen keinen zusätzlichen Nutzen.

Der vierte Fehler ist, sich nicht zu informieren. Viele kaufen einfach den ersten ETF, den sie sehen, ohne die Kriterien zu prüfen. Das kann dazu führen, dass du am Ende doch in Unternehmen investierst, die du ablehnst. Nimm dir also die Zeit, das Factsheet zu lesen. Prüfe, welche Unternehmen enthalten sind und ob die ESG-Kriterien deinen Vorstellungen entsprechen. Es ist dein Geld und deine Verantwortung. Mit ein wenig Recherche stellst du sicher, dass dein Investment wirklich nachhaltig ist. Und du vermeidest böse Überraschungen.

So legst du als Familie in 5 Schritten los

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots. Das geht heute komplett online bei einem Broker deiner Wahl. Achte auf ein kostenloses Depot und günstige Sparplan-Konditionen. Viele Neobroker bieten das inzwischen an. Du benötigst dafür nur deinen Personalausweis und ein paar Minuten Zeit. Die Kontoeröffnung ist in der Regel kostenlos und unkompliziert. Du solltest aber darauf achten, dass der Anbieter seriös ist und eine Einlagensicherung hat. Ein Blick auf die Bewertungen im Internet hilft dir bei der Entscheidung.

Der zweite Schritt ist die Einrichtung eines Freistellungsauftrags. Das ist ein Formular, das du bei deinem Broker ausfüllst. Damit teilst du mit, dass deine Kapitalerträge bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei bleiben. Für Familien mit verheirateten Eltern sind das 2.000 Euro pro Jahr. Wenn du keinen Freistellungsauftrag einrichtest, zahlt der Broker automatisch Steuern auf deine Gewinne. Das kannst du dir sparen. Der Freistellungsauftrag ist kostenlos und gilt für alle deine Depots. Du solltest ihn also unbedingt nutzen.

Der dritte Schritt ist die Auswahl deines ESG ETFs. Nutze die Kriterien, die wir besprochen haben. Achte auf Größe, physische Replikation und transparente Nachhaltigkeitskriterien. Ein guter Start ist ein ETF auf einen globalen Nachhaltigkeitsindex. Diese sind breit aufgestellt und für Einsteiger geeignet. Du kannst die Wertpapierkennnummer (WKN oder ISIN) bei deinem Broker eingeben und dir die Details ansehen. Vergleiche zwei oder drei Produkte und entscheide dich dann für eines. Vertraue auf dein Bauchgefühl, aber auch auf die Fakten.

Der vierte Schritt ist die Einrichtung eines Sparplans. Lege fest, wie viel du monatlich investieren möchtest. Schon 25 oder 50 Euro pro Monat sind ein guter Anfang. Du kannst den Betrag jederzeit anpassen, wenn sich deine finanzielle Situation ändert. Der Sparplan wird automatisch ausgeführt, du musst dich also um nichts kümmern. Der fünfte Schritt ist das Wichtigste: Geduld. Lass dein Geld arbeiten und schau nicht jeden Tag auf die Kurse. Überprüfe dein Investment einmal im Jahr und passe es bei Bedarf an. Dann steht einem erfolgreichen Vermögensaufbau für deine Familie nichts mehr im Weg.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Möchtest du langfristig für deine Kinder sparen?
Ist dir ein wertorientiertes Investment wichtig?
Kannst du monatlich einen kleinen Betrag zur Seite legen?
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Häufige Fragen

Keine Geldanlage ist zu 100 Prozent sicher, auch ETFs nicht. Sie unterliegen Kursschwankungen. Langfristig gesehen sind sie aber eine der sichersten und renditestärksten Anlageformen. Durch die breite Streuung über viele Unternehmen reduzierst du das Risiko eines Totalverlusts erheblich.

Du kannst schon mit 25 Euro im Monat einen ETF-Sparplan starten. Viele Broker bieten sogar Sparpläne ab 1 Euro an. Wichtig ist, dass du regelmäßig sparst und langfristig investiert bleibst. Der Betrag ist weniger entscheidend als die Kontinuität.

ESG ETFs berücksichtigen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Grüne ETFs oder Klima-ETFs fokussieren sich oft nur auf den Umweltaspekt, zum Beispiel auf CO2-Reduktion. ESG ist also der breitere Ansatz, während grüne ETFs spezifischer sind.

Ja, ETFs werden an der Börse gehandelt und sind daher jederzeit verkaufbar. Du bekommst den aktuellen Kurs. Es gibt keine Kündigungsfristen wie bei manchen Versicherungen. Allerdings solltest du für kurzfristige Ziele andere Anlagen wählen.

Ja, auf Gewinne fällt Abgeltungssteuer an. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person. Für Verheiratete sind es 2.000 Euro. Wenn du einen Freistellungsauftrag einrichtest, bleiben Gewinne bis zu diesem Betrag steuerfrei.

Es gibt keinen eindeutig besten ETF, da es auf deine persönlichen Präferenzen ankommt. Achte auf einen großen, physisch replizierten ETF mit niedrigen Kosten. Ein globaler Nachhaltigkeitsindex ist für die breite Streuung meist die beste Wahl für den Einstieg.

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Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

Finanzredaktion · StudySmarter
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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.