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Dividende Kosten: Was bei der Ausschüttung wirklich übrig bleibt

Dividenden sind eine Gewinnbeteiligung, aber ein Teil davon fließt an das Finanzamt. Hier erfährst du, welche Kosten und Steuern bei Bardividende, Stockdividende und Aktienfonds anfallen und wie du deinen Freibetrag optimal nutzt.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Auf Dividenden zahlst du 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, sobald dein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro aufgebraucht ist.
  • Am Ex-Dividenden-Tag sinkt der Aktienkurs automatisch um die Ausschüttung, das ist der Dividendenabschlag.
  • Bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das senkt deine Steuerlast.
  • Stockdividenden und Sachdividenden sind steuerlich wie Bardividenden zu behandeln, ihr Wert zählt als Kapitalertrag.

01 · Kosten

Was kostet dich eine Dividende?

Die Dividende selbst ist keine Gebühr, aber auf die Ausschüttung werden Steuern fällig. Wie viel Netto von deiner Gewinnbeteiligung übrig bleibt, hängt von deinem Freistellungsauftrag und der Art der Aktienanlage ab.

Für eine Bardividende oberhalb des Sparer-Pauschbetrags führt deine Depotbank automatisch die Abgeltungsteuer ab. Diese beträgt pauschal 25 Prozent auf den gesamten Kapitalertrag. Zusätzlich wird der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer fällig, nicht auf die Dividende selbst. Wenn du Mitglied einer Kirche bist, kommt außerdem Kirchensteuer hinzu, deren Höhe je nach Bundesland meist bei 8 oder 9 Prozent der Abgeltungsteuer liegt.

Ein Beispiel verdeutlicht die Abzüge: Bei einer Bruttodividende von 1000 Euro fallen 250 Euro Abgeltungsteuer an. Der Solidaritätszuschlag beträgt 13,75 Euro. Ohne Kirchensteuer bleiben dir von 1000 Euro Dividende rund 736,25 Euro übrig. Mit eingerichtetem Freistellungsauftrag bis 1000 Euro pro Person fällt auf diesen Betrag keine Steuer an.

Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr schützt deine Dividende vor dem Steuerabzug. Erst wenn deine gesamten Kapitalerträge diesen Freibetrag übersteigen, wird die Abgeltungsteuer fällig. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro pro Jahr.

Steuerliche Belastung einer Bardividende oberhalb des Sparer-Pauschbetrags

Abgeltungsteuer (25 %)250 EUR
Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Abgeltungsteuer)13,75 EUR

02 · Vergleich

Bardividende, Stockdividende oder Sachdividende: Was gilt für dich?

Unternehmen können Gewinne auf drei Arten ausschütten. Für deine Steuererklärung macht es keinen Unterschied, ob du Geld, neue Aktien oder Sachwerte erhältst.

Die Bardividende ist der Standard bei deutschen und internationalen Aktien. Dabei wird ein fester Geldbetrag pro Aktie auf dein Verrechnungskonto überwiesen. Die Höhe richtet sich nach dem Geschäftserfolg und der Anzahl der ausgegebenen Aktien, nicht nach dem aktuellen Aktienkurs. Bei einer Stockdividende erhältst du stattdessen neue Aktien des Unternehmens. Diese Form ist eher selten und kommt häufiger bei US-Unternehmen vor. Der Wert der neuen Aktien gilt in voller Höhe als Kapitalertrag und wird genauso besteuert wie eine Geldzahlung.

Die Sachdividende ist die seltenste Variante. Hier bekommen Aktionäre physische Produkte oder Rabatte auf Services des Unternehmens, etwa Freikarten oder Naturalien. Auch hier zählt der Geldwert des Produkts oder Rabatts als steuerpflichtiger Kapitalertrag. Für deine Liquidität bedeutet das: Nur die Bardividende bringt sofort verfügbares Geld auf dein Konto. Stock- und Sachdividenden binden den Wert in anderen Formen.

Steuerlich sind alle drei Ausschüttungsformen gleichgestellt: Der volle Wert zählt als Kapitalertrag. Es gibt keinen Freibetrag oder Steuervorteil für Stockdividenden gegenüber Bardividenden. Du musst also auch dann Steuern zahlen, wenn du kein Geld auf deinem Konto siehst.

Die drei Ausschüttungsformen im Vergleich
BardividendeStockdividendeSachdividende
Form der AusschüttungGeldbetrag pro Aktie auf dein VerrechnungskontoNeue Aktien des Unternehmens statt GeldPhysische Produkte oder Rabatte auf Services
Wirkung auf deine LiquiditätSofort verfügbares GeldKein Geldfluss, aber mehr Anteile im DepotKein Geldfluss, aber geldwerter Vorteil

03 · Schritt für Schritt

So läuft die Dividendenausschüttung ab

Von der Hauptversammlung bis zur Gutschrift auf deinem Konto vergehen meist nur wenige Tage. Der Dividendenabschlag am Ex-Tag ist dabei ein normaler Kursmechanismus.

Der Dividendenabschlag am Ex-Tag ist dabei ein normaler Kursmechanismus.

Der Prozess beginnt mit dem Beschluss auf der Hauptversammlung. Die Aktionäre stimmen über den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat ab, dabei wird die Höhe der Dividende pro Aktie festgelegt. Am Ex-Dividenden-Tag wird die Aktie ohne Anspruch auf die beschlossene Dividende gehandelt. Der Aktienkurs sinkt rechnerisch um den Ausschüttungsbetrag, das ist der Dividendenabschlag. In Deutschland erfolgt die Auszahlung der Bardividende meist am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung direkt auf dein Verrechnungskonto.

Deine Depotbank führt den Steuerabzug automatisch durch. Sie behält die Abgeltungsteuer, den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein, sofern dein Sparer-Pauschbetrag bereits ausgeschöpft ist. Den Restbetrag schreibt sie deinem Konto gut. Du musst dich um den Steuerabzug also nicht selbst kümmern, solltest aber deinen Freistellungsauftrag vorher eingerichtet haben.

Die Aktie muss keinen bestimmten Zeitraum gehalten werden, damit ein Anspruch auf die Dividende besteht. Es reicht, wenn du die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot hast. Der Kauf kurz vor dem Ex-Tag sichert dir die Ausschüttung, führt aber oft zu einem höheren Kaufpreis.

01

Beschluss auf der Hauptversammlung

Die Aktionäre stimmen über den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat ab. Dabei wird die Höhe der Dividende pro Aktie festgelegt.

02

Ex-Dividenden-Tag

Am Ex-Tag wird die Aktie ohne Anspruch auf die beschlossene Dividende gehandelt. Der Aktienkurs sinkt rechnerisch um den Ausschüttungsbetrag, das ist der Dividendenabschlag.

03

Zahlung der Bardividende

In Deutschland erfolgt die Auszahlung meist am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung direkt auf dein Verrechnungskonto.

04

Steuerabzug durch die Depotbank

Deine Bank führt die Abgeltungsteuer automatisch ab, sofern kein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt. Bei ausländischen Aktien kann Quellensteuer einbehalten werden.

04 · Was gilt

Wann deine Dividende steuerfrei bleibt

Der Sparer-Pauschbetrag schützt einen Teil deiner Kapitalerträge vor dem Steuerabzug. Mit einem Freistellungsauftrag verteilst du diesen Freibetrag auf deine Banken.

Im Jahr 2026 bleiben Bardividenden von Einzelaktien bis zu einem Betrag von 1000 Euro pro Person steuerfrei. Das gilt auch für Ausschüttungen aus Aktienfonds, Stockdividenden und Sachdividenden. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro. Dividenden aus ausländischen Aktien sind nach Anrechnung der Quellensteuer ebenfalls bis zu dieser Grenze steuerfrei.

Steuerpflichtig werden Dividenden, die den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro übersteigen. Das gilt auch, wenn kein Freistellungsauftrag eingerichtet ist, denn dann führt die Bank automatisch Steuern ab, selbst wenn dein Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist. Bei Ehepaaren liegt die Grenze bei 2000 Euro. Kapitalerträge aus thesaurierenden Fonds oberhalb der Vorabpauschale sind ebenfalls steuerpflichtig.

Ohne Freistellungsauftrag zahlst du Steuern auf Dividenden, die eigentlich steuerfrei wären. Du kannst den Freibetrag auf mehrere Banken verteilen, insgesamt aber nicht mehr als 1000 Euro pro Person freistellen. Eine NV-Bescheinigung ist eine Alternative, wenn dein Einkommen insgesamt unter dem Grundfreibetrag liegt.

Steuerfrei bis 1000 EUR pro Person

·Bardividenden von Einzelaktien
·Ausschüttungen aus Aktienfonds
·Stockdividenden und Sachdividenden
·Dividenden aus ausländischen Aktien nach Anrechnung der Quellensteuer

Steuerpflichtig oberhalb des Freibetrags

·Dividenden, die den Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR übersteigen
·Ausschüttungen, wenn kein Freistellungsauftrag eingerichtet ist
·Dividenden bei zusammenveranlagten Ehepaaren über 2000 EUR
·Kapitalerträge aus thesaurierenden Fonds oberhalb der Vorabpauschale

05 · Grundlagen

Dividendenrendite: Diese Kennzahl solltest du kennen

Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs. Sie hilft dir, die Ertragskraft einer Aktienanlage einzuordnen, hat aber Grenzen.

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Profitabilität einer Aktie. Sie wird berechnet, indem die Dividende je Aktie durch den aktuellen Aktienkurs geteilt und mit 100 multipliziert wird. Bei einer Dividende von 10 Euro pro Aktie und einem Aktienkurs von 200 Euro beträgt die Dividendenrendite 5 Prozent. Je höher die Dividendenrendite, desto interessanter erscheint die Aktie auf den ersten Blick für Anleger.

Eine hohe Dividendenrendite kann auch durch einen Kursverfall entstehen. Wenn der Aktienkurs stark fällt, während die Dividende gleich bleibt, steigt die Rendite rechnerisch an, ohne dass das Unternehmen erfolgreicher geworden ist. Prüfe daher immer zusätzlich Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder die Eigenkapitalquote, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens einzuschätzen.

Die Dividendenrendite allein ist kein Kaufsignal. Sie zeigt nur das Verhältnis von Ausschüttung zu Kurs, nicht aber, ob die Dividende nachhaltig ist oder ob der Kurs überbewertet ist. Nutze sie als ersten Filter, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

Kurz erklärt

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Profitabilität einer Aktie. Sie wird berechnet, indem die Dividende je Aktie durch den aktuellen Aktienkurs geteilt und mit 100 multipliziert wird.

Eine hohe Dividendenrendite kann auch durch einen Kursverfall entstehen. Prüfe daher immer zusätzlich Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder die Eigenkapitalquote.

06 · Vergleich

Aktienfonds: Ausschüttung oder Thesaurierung?

Bei Aktienfonds hast du oft die Wahl zwischen ausschüttenden Anteilen und thesaurierenden Anteilen. Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich durch die Teilfreistellung.

Bei einem ausschüttenden Aktienfonds werden die Dividenden der enthaltenen Unternehmen jährlich an dich ausgezahlt. Die Höhe der Ausschüttung legt die Kapitalanlagegesellschaft jährlich neu fest, es gibt jedoch eine gesetzlich geregelte Untergrenze. Die Ausschüttung erfolgt immer aus dem Fondsvermögen und reduziert den Rechenwert des Fonds in gleicher Höhe. Bei einem thesaurierenden Aktienfonds werden die Dividenden dagegen reinvestiert, das Fondsmanagement kauft damit weitere Aktien. Der Rechenwert des Fonds steigt entsprechend.

Steuerlich gilt für beide Varianten die Teilfreistellung für Aktienfonds von 30 Prozent. Das bedeutet: Nur 70 Prozent der Ausschüttung beziehungsweise der Vorabpauschale sind steuerpflichtig. Die Teilfreistellung gleicht aus, dass der Fonds auf Unternehmensebene bereits Steuern gezahlt hat. Ausschüttende Fonds eignen sich für Anleger mit Interesse an regelmäßigem Einkommen, thesaurierende Fonds für langfristigen Vermögensaufbau.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent senkt deine Steuerlast bei Aktienfonds spürbar. Sie gilt unabhängig davon, ob du dich für ausschüttende oder thesaurierende Anteile entscheidest. Bei Einzelaktien gibt es diese Teilfreistellung nicht, dort ist der volle Dividendenbetrag steuerpflichtig.

Ausschüttende und thesaurierende Aktienfonds im Vergleich
Ausschüttender AktienfondsThesaurierender Aktienfonds
Umgang mit DividendenJährliche Auszahlung an die AnlegerReinvestition der Dividenden in weitere Aktien
Effekt auf den FondsanteilswertRechenwert sinkt um die AusschüttungRechenwert steigt durch reinvestierte Dividenden

07 · Hintergrund

Dividendenabschlag: Warum dein Aktienkurs am Ex-Tag fällt

Der Dividendenabschlag ist kein Verlust, sondern eine technische Kursanpassung. Wer kurz vor der Hauptversammlung kauft, nimmt die Dividende mit, zahlt aber oft einen höheren Kurs.

Am Ex-Dividenden-Tag wird die Aktie ohne den Anspruch auf die beschlossene Dividende gehandelt. Der Aktienkurs sinkt automatisch um den Ausschüttungsbetrag, weil die Aktie ohne die bevorstehende Zahlung weniger wert ist. Dieser Kursverlust entspricht nicht immer exakt der Dividende, da die Aktie weiterhin vom normalen Marktgeschehen beeinflusst wird. In der Regel erholt sich der Kurs jedoch nach kurzer Zeit wieder, da der Markt die zukünftige Dividende bereits im Kurs berücksichtigt.

Kaufst du eine Aktie kurz vor dem Ex-Tag, erhältst du die Dividende, zahlst aber häufig einen erhöhten Kurs, weil viele Anleger kurz vor der Ausschüttung einsteigen. Nach dem Dividendenabschlag kann sich der Kurs wieder erholen, eine Garantie dafür gibt es nicht. Kurzfristig kann es zu einem Nullsummenspiel kommen, bei dem die Kursgewinne durch den Abschlag neutralisiert werden. Es bleibt das Risiko, dass trotz der Dividende kurzfristig kein Gewinn erzielt wird oder sogar ein Verlust entsteht.

Der Dividendenabschlag ist kein Geldverlust, sondern eine Umbuchung von Kursgewinn zu Kontoguthaben. Dein Depotwert sinkt am Ex-Tag um den Ausschüttungsbetrag, gleichzeitig erhältst du die Dividende auf dein Konto. Die Gesamtsumme bleibt vor Steuern gleich.

Am Ex-Dividenden-Tag wird die Aktie ohne den Anspruch auf die beschlossene Dividende gehandelt. Der Aktienkurs sinkt automatisch um den Ausschüttungsbetrag, weil die Aktie ohne die bevorstehende Zahlung weniger wert ist. Dieser Kursverlust entspricht nicht immer exakt der Dividende, da die Aktie weiterhin vom normalen Marktgeschehen beeinflusst wird.

Kaufst du eine Aktie kurz vor dem Ex-Tag, erhältst du die Dividende, zahlst aber häufig einen erhöhten Kurs, weil viele Anleger kurz vor der Ausschüttung einsteigen. Nach dem Dividendenabschlag kann sich der Kurs wieder erholen, eine Garantie dafür gibt es nicht. Kurzfristig kann es zu einem Nullsummenspiel kommen, bei dem die Dividende durch den Kursabschlag neutralisiert wird.

Für langfristig orientierte Anleger ist der Dividendenabschlag meist unerheblich. Entscheidend ist, ob das Unternehmen seine Gewinnausschüttung nachhaltig erwirtschaften kann und ob die Dividendenrendite auch nach Steuern attraktiv bleibt.

08 · Fehler vermeiden

Diese Fehler kosten dich bei Dividenden Geld

Wer seine Freibeträge nicht nutzt oder den Kaufzeitpunkt falsch wählt, verschenkt Rendite. Diese typischen Fehler lassen sich vermeiden.

Der häufigste Fehler ist ein fehlender Freistellungsauftrag. Die Bank führt dann automatisch Abgeltungsteuer ab, obwohl dein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro noch nicht ausgeschöpft ist. Du kannst dir die zu viel gezahlte Steuer zwar über die Steuererklärung zurückholen, aber erst mit Verzögerung. Ein weiterer Fehler ist der Kauf nur wegen der Dividende: Wer kurz vor dem Ex-Tag kauft, zahlt oft einen überhöhten Kurs und erleidet anschließend den Dividendenabschlag.

Auch die isolierte Betrachtung der Dividendenrendite führt in die Irre. Eine hohe Rendite kann durch einen Kursverfall entstanden sein und signalisiert kein erfolgreiches Unternehmen. Steuern bei Stockdividenden werden oft ignoriert: Auch neue Aktien als Dividende sind ein steuerpflichtiger Kapitalertrag, obwohl kein Geld auf deinem Konto landet. Bei ausländischen Aktien vergessen Anleger manchmal, die anrechenbare Quellensteuer zu dokumentieren, was die Steuerlast unnötig erhöht.

Der teuerste Fehler ist ein nicht eingerichteter Freistellungsauftrag. Er kostet dich zwar kein Geld, das du nicht zurückbekommst, aber du gibst dem Staat ein zinsloses Darlehen bis zur Steuererklärung. Richte den Freistellungsauftrag daher direkt nach Depoteröffnung ein.

Häufige Fehler im Umgang mit Dividenden

·Kein Freistellungsauftrag eingerichtet: Die Bank führt automatisch Abgeltungsteuer ab, obwohl dein Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.
·Kauf nur wegen der Dividende: Wer kurz vor dem Ex-Tag kauft, zahlt oft einen überhöhten Kurs und erleidet anschließend den Dividendenabschlag.
·Dividendenrendite isoliert betrachtet: Eine hohe Rendite kann durch einen Kursverfall entstanden sein und signalisiert kein erfolgreiches Unternehmen.
·Steuern bei Stockdividenden ignoriert: Auch neue Aktien als Dividende sind ein steuerpflichtiger Kapitalertrag, obwohl kein Geld fließt.

09 · Checkliste

Checkliste: So behältst du mehr von deiner Dividende

Mit wenigen Handgriffen stellst du sicher, dass deine Gewinnbeteiligung nicht unnötig durch Steuern geschmälert wird.

Die wichtigsten Schritte betreffen deinen Freistellungsauftrag und die Vorbereitung auf den Dividendentermin. Richte den Freistellungsauftrag bei deiner Depotbank bis 1000 Euro pro Person ein. Bei mehreren Banken solltest du den Freibetrag aufteilen, um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Bei Ehepaaren kannst du gemeinsam 2000 Euro Sparer-Pauschbetrag nutzen.

Vor der Dividendensaison hilft ein Blick in den Dividendenkalender, um den Ex-Tag zu kennen und Kaufentscheidungen bewusst zu treffen. Bei ausländischen Aktien solltest du die anrechenbare Quellensteuer dokumentieren, damit sie auf deine deutsche Steuer angerechnet wird. Bei Aktienfonds berücksichtigst du die Teilfreistellung von 30 Prozent in der Steuererklärung. Die Dividendenrendite bewertest du immer zusammen mit Kurs-Gewinn-Verhältnis und Eigenkapitalquote.

Der Freistellungsauftrag ist der wirksamste Hebel, um mehr von deiner Dividende zu behalten. Ohne ihn führt die Bank Steuern ab, die du erst über die Steuererklärung zurückholst. Mit ihm bleibt deine Dividende bis 1000 Euro pro Person sofort steuerfrei.

Deine Schritte vor und nach der Dividendenzahlung

01

Freistellungsauftrag bei deiner Depotbank bis 1000 Euro pro Person einrichten

02

Bei mehreren Banken den Freibetrag aufteilen, um Doppelbesteuerung zu vermeiden

03

Bei Ehepaaren gemeinsam 2000 Euro Sparer-Pauschbetrag nutzen

04

Dividendentermine im Dividendenkalender prüfen, um den Ex-Tag zu kennen

05

Bei ausländischen Aktien die anrechenbare Quellensteuer dokumentieren

06

Dividendenrendite immer zusammen mit Kurs-Gewinn-Verhältnis und Eigenkapitalquote bewerten

10 · Hintergrund

Gewinnausschüttung und Aktienkurs: So hängt beides zusammen

Dividenden sind ein Erfolgsindikator und können die Nachfrage nach einer Aktie erhöhen. Gleichzeitig reduziert jede Ausschüttung das Eigenkapital des Unternehmens.

Börsennotierte Unternehmen erscheinen durch ihre Dividendenausschüttungen attraktiv. Eine dauerhafte Ausschüttung signalisiert Ertragsstärke und kann dazu führen, dass weitere Aktionäre einsteigen. Die hohe Nachfrage kann einen Anstieg des Aktienkurses bewirken. Die Dividendenzahlung kann sich am Gewinn des Unternehmens orientieren, muss sie aber nicht. Auf der Hauptversammlung kann selbst bei einem negativen Geschäftsjahr eine Ausschüttung beschlossen werden, wenn ein hoher Kapitalpolster vorhanden ist.

Umgekehrt können wachstumsstarke Unternehmen die Gewinne vollständig reinvestieren und auf eine Dividende verzichten. Das kann den Aktienkurs langfristig stärker steigen lassen als eine Ausschüttung. Auch Aktienrückkäufe sind eine Alternative zur Dividende: Indem die Aktiengesellschaft eigene Aktien aufkauft, verringert sich die Anzahl der gehandelten Aktien. Durch die Verknappung steigen im Normalfall die Kurse, was den Aktionären zugutekommt.

Eine Dividende ist kein zusätzliches Geschenk, sondern eine Umbuchung von Unternehmensvermögen auf dein Konto. Der Aktienkurs sinkt am Ex-Tag um den Ausschüttungsbetrag. Langfristig zählt die Summe aus Kursentwicklung und Dividenden, nicht die Dividende allein.

Börsennotierte Unternehmen erscheinen durch ihre Dividendenausschüttungen attraktiv. Eine dauerhafte Ausschüttung signalisiert Ertragsstärke und kann dazu führen, dass weitere Aktionäre einsteigen. Die hohe Nachfrage kann einen Anstieg des Aktienkurses bewirken.

Die Dividendenzahlung kann sich am Gewinn des Unternehmens orientieren, muss sie aber nicht. Auf der Hauptversammlung kann selbst bei einem negativen Geschäftsjahr eine Ausschüttung beschlossen werden, wenn ein hoher Kapitalpolster vorhanden ist. Umgekehrt können wachstumsstarke Unternehmen die Gewinne vollständig reinvestieren und auf eine Dividende verzichten.

Für dich als Anleger bedeutet das: Eine hohe Dividende ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob das Unternehmen langfristig in der Lage ist, Gewinne zu erwirtschaften und daraus eine verlässliche Gewinnbeteiligung zu zahlen, ohne die eigene Substanz zu gefährden.

11 · Im Vertrag

Steuern auf Dividenden: Das bleibt 2026 netto übrig

Die Abgeltungsteuer macht die Steuerlast planbar. Mit Freistellungsauftrag und Teilfreistellung kannst du deine Netto-Dividende spürbar erhöhen.

Die Abgeltungsteuer macht die Steuerlast planbar. Mit Freistellungsauftrag und Teilfreistellung kannst du deine Netto-Dividende spürbar erhöhen.

Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 Prozent auf Dividenden und andere Kapitalerträge, sobald der Sparer-Pauschbetrag überschritten ist. Der Solidaritätszuschlag wird auf die Abgeltungsteuer erhoben, nicht auf die Dividende selbst. Bei 25 Prozent Steuer sind das 1,375 Prozentpunkte zusätzlich. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 Euro.

Für Aktienfonds gilt die Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass nur 70 Prozent der Ausschüttung steuerpflichtig sind. Bei einer Fondsausschüttung von 1000 Euro musst du also nur 700 Euro versteuern. Die Abgeltungsteuer fällt dann auf diesen reduzierten Betrag an. Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, sind von der Steuer befreit.

Die Abgeltungsteuer von 25 Prozent ist der zentrale Steuersatz für Dividenden. Zusammen mit Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer liegt die Gesamtbelastung bei rund 26,4 Prozent ohne Kirchensteuer. Mit Freistellungsauftrag und Teilfreistellung reduzierst du diese Belastung deutlich.

Die wichtigsten Steuerregeln für Dividenden im Überblick

Abgeltungsteuer25 ProzentAuf Dividenden und andere Kapitalerträge wird pauschal 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig, sobald der Sparer-Pauschbetrag überschritten ist.
Solidaritätszuschlag5,5 ProzentDer Solidaritätszuschlag wird auf die Abgeltungsteuer erhoben, nicht auf die Dividende selbst. Bei 25 Prozent Steuer sind das 1,375 Prozentpunkte zusätzlich.
Sparer-Pauschbetrag1000 EUR pro PersonBis 1000 Euro Kapitalerträge pro Jahr bleiben für Einzelpersonen steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.
KirchensteuerindividuellKirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer. Der genaue Satz hängt vom Bundesland ab.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026