MagazineFinanzenKostenlos starten
FinanzenInvestierenDepot Depotuebertrag Ing

Depot Depotübertrag ING: Dein kompletter Leitfaden für 2026

Du möchtest dein Depot zur ING umziehen? Hier erfährst du, wie der Depotübertrag reibungslos klappt.

Was ist ein Depotübertrag und warum zur ING wechseln?

Ein Depotübertrag ist die Umschichtung deiner Wertpapiere von einem Broker oder einer Bank zu einem anderen Anbieter. Du verkaufst dabei nichts, sondern änderst lediglich den Verwahrort deiner Aktien, ETFs oder Fonds. Das ist steuerlich unkritisch, da keine Gewinne realisiert werden.

Viele Anleger wechseln zur ING, weil sie dort ein breites Angebot an Sparplänen und ein benutzerfreundliches Interface schätzen. Der Wechsel selbst ist in Deutschland gesetzlich klar geregelt, sodass du als Verbraucher gut geschützt bist. Die ING übernimmt für dich in der Regel die Kommunikation mit deiner alten Bank.

Wichtig zu wissen: Ein Depotübertrag ist kein komplizierter Akt, aber er erfordert etwas Geduld. Die Dauer hängt von der abgebenden Bank ab, nicht von der ING. Du kannst den Prozess aber aktiv beschleunigen, indem du alle Unterlagen korrekt ausfüllst.

Bevor du den Übertrag startest, solltest du prüfen, ob deine bisherige Bank Gebühren für den Teil- oder Komplettumzug verlangt. Diese Kosten sind nicht einheitlich geregelt und können deine Rendite schmälern. Ein Vergleich lohnt sich also immer.

So funktioniert der Depotübertrag zur ING Schritt für Schritt

Zuerst eröffnest du ein kostenloses Depot bei der ING, falls du noch keins hast. Das geht komplett online per Video-Ident oder mit deinem bestehenden Girokonto. Danach hast du Zugang zum Online-Banking und kannst den Übertrag anstoßen.

Im ING-Portal findest du das Formular für den Depotübertrag. Du trägst dort die Daten deiner alten Bank ein und wählst aus, ob du alle Wertpapiere oder nur einen Teil übertragen möchtest. Für jede Position benötigst du die Wertpapierkennnummer (WKN) oder ISIN.

Die ING leitet deinen Auftrag an die abgebende Bank weiter. Diese muss den Übertrag innerhalb einer gesetzlichen Frist bearbeiten. Du musst selbst nichts weiter tun, außer auf die Eingangsbuchung in deinem neuen Depot zu warten.

Sobald die Wertpapiere eingebucht sind, erhältst du von der ING eine Bestätigung. Prüfe dann genau, ob die Stückzahlen und Einstandskurse korrekt übernommen wurden. Nur so stellst du sicher, dass deine Steuerdaten für die Zukunft stimmen.

Kosten und Dauer: Was dich beim Wechsel erwartet

Die ING selbst verlangt keine Gebühr für den Eingang von Wertpapieren. Allerdings kann deine bisherige Bank eine Ausbuchungsgebühr erheben. Diese ist nicht gesetzlich gedeckelt, daher solltest du vorher einen Blick in das Preisverzeichnis deines alten Anbieters werfen.

Die Dauer des Depotübertrags ist gesetzlich auf maximal 15 Geschäftstage begrenzt, sobald die abgebende Bank alle Unterlagen erhalten hat. In der Praxis dauert es oft nur wenige Tage. Verzögerungen entstehen meist, wenn die alte Bank auf fehlende Freistellungsaufträge oder falsche Referenznummern hinweist.

Ein wichtiger Punkt: Während des Übertrags können keine Käufe oder Verkäufe mit den betroffenen Papieren getätigt werden. Plane also keine kurzfristigen Trades in dieser Zeit. Dividenden werden in der Regel trotzdem korrekt auf dein Referenzkonto ausgezahlt.

Sollte deine alte Bank die Frist überschreiten, hast du das Recht, bei der BaFin eine Beschwerde einzureichen. Das ist aber selten nötig. Meist reicht ein freundlicher Anruf, um den Prozess zu beschleunigen.

Vorteile eines Depotwechsels zur ING

Ein klarer Vorteil ist die gebündelte Verwaltung: Wenn du bereits ein Girokonto bei der ING hast, siehst du alle Finanzen auf einen Blick. Das erleichtert die Kontrolle über deine Liquidität und deine Investitionen.

Die ING bietet ein breites Spektrum an Sparplänen, die du bereits ab kleinen Beträgen besparen kannst. Zudem sind die Handelskosten für Einzelaktien transparent gestaltet. Du profitierst von einer etablierten Infrastruktur mit gutem Kundenservice.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Steuereinfachheit: Die ING übernimmt die Abgeltungsteuer für dich, sofern du einen Freistellungsauftrag erteilst. Die Einstandskurse werden automatisch übernommen, sodass keine Steuerlücken entstehen.

Für viele Anleger ist auch die App der ING ein Argument. Sie ist intuitiv bedienbar und bietet alle relevanten Funktionen für den mobilen Handel. Das macht den Depotübertrag langfristig zu einer Verbesserung deiner täglichen Finanzverwaltung.

Nachteile und Risiken, die du kennen solltest

Der größte Nachteil ist die fehlende Kontrolle während der Übertragungsphase. Du kannst nicht auf deine Wertpapiere zugreifen, was bei starken Kursschwankungen nervenaufreibend sein kann. Ein Verkauf zur falschen Zeit ist aber nicht möglich, da die Papiere ja geblockt sind.

Ein Risiko besteht bei der Übertragung von Einstandskursen. Manche Banken übermitteln diese Daten nicht korrekt oder nur auf Nachfrage. Das führt zu Problemen bei der späteren Steuerberechnung, da die ING sonst den Kaufpreis auf null setzt.

Zudem kann es zu Komplikationen kommen, wenn du Wertpapiere besitzt, die die ING nicht im Handelsspektrum führt. In diesem Fall kann der Übertrag abgelehnt werden. Du musst dann entscheiden, ob du das Papier vorher verkaufst oder bei der alten Bank lässt.

Achte auch auf die Kosten der alten Bank: Wenn dort eine hohe Depotgebühr anfällt, kann der Wechsel trotz Übertragskosten sinnvoll sein. Rechne aber immer die Gesamtkosten durch, bevor du den Umzug startest.

ING im Vergleich zu anderen Brokern: Lohnt sich der Umzug?

Im Vergleich zu Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital punktet die ING mit einem klassischen Banken-Service und persönlicher Beratung. Dafür sind die Handelsgebühren bei den Neobrokern oft niedriger. Ein Depotübertrag lohnt sich also vor allem, wenn du Wert auf Service und Stabilität legst.

Gegenüber Filialbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank ist die ING meist günstiger und bietet ein besseres Online-Angebot. Die Kosten für den Übertrag sind bei der ING nicht vorhanden, was den Wechsel attraktiv macht.

Für aktive Trader ist die ING weniger geeignet, da die Ordergebühren pro Trade höher sind als bei Discount-Brokern. Für langfristige Anleger mit Sparplänen ist die ING jedoch eine solide Wahl. Du solltest dein Handelsverhalten also vor dem Wechsel analysieren.

Ein wichtiger Vergleichspunkt ist auch das Zinsangebot auf dem Verrechnungskonto. Die ING zahlt auf Guthaben oft Zinsen, was bei anderen Brokern nicht selbstverständlich ist. Das kann ein entscheidender Vorteil sein, wenn du Liquidität vorhalten möchtest.

Typische Fehler beim Depotübertrag und wie du sie vermeidest

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen des Freistellungsauftrags. Wenn du diesen nicht bei der ING einrichtest, zahlst du automatisch Abgeltungsteuer auf deine Gewinne, obwohl dein Sparerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist. Stelle den Antrag also direkt nach der Depoteröffnung.

Viele Anleger prüfen die übermittelten Einstandskurse nicht. Das kann zu bösen Überraschungen bei der Steuererklärung führen. Vergleiche die Werte in deinem neuen Depot mit den alten Kontoauszügen und reklamiere Fehler sofort.

Ein weiterer Fehler ist der Teilübertrag ohne genaue Stückelung. Wenn du nur einen Teil deiner Papiere überträgst, musst du exakt angeben, wie viele Stücke umziehen sollen. Andernfalls kann die alte Bank den Auftrag zurückweisen.

Vergiss nicht, deine alten Sparpläne zu kündigen oder umzuziehen. Ein Depotübertrag überträgt keine laufenden Sparpläne. Du musst diese bei der ING neu einrichten und bei der alten Bank stoppen, sonst kaufst du doppelt.

Konkrete Schritte: Dein Fahrplan für den Umzug

Schritt 1: Eröffne ein ING-Depot und aktiviere deinen Freistellungsauftrag. Schritt 2: Lade das Formular für den Depotübertrag herunter oder nutze den Online-Assistenten im ING-Portal. Halte deine Depotnummer der alten Bank bereit.

Schritt 3: Fülle das Formular vollständig aus. Liste alle Wertpapiere mit WKN oder ISIN auf und gib an, ob ein Teil- oder Vollübertrag gewünscht ist. Unterschreibe das Dokument und sende es an die ING.

Schritt 4: Die ING kümmert sich um den Rest. Du solltest jedoch nach etwa einer Woche nachfragen, ob die alte Bank die Unterlagen erhalten hat. So vermeidest du, dass der Antrag in der Post verloren geht.

Schritt 5: Prüfe nach Eingang der Wertpapiere alle Positionen und Einstandskurse. Richte deine neuen Sparpläne ein und kündige die alten. Danach kannst du dein altes Depot auflösen, um weitere Gebühren zu vermeiden.

Häufige Fragen

Die gesetzliche Frist beträgt maximal 15 Geschäftstage nach Eingang aller Unterlagen bei der alten Bank. In der Praxis dauert es oft nur 5 bis 10 Tage. Die ING selbst ist meist schneller, die Dauer hängt aber von der abgebenden Bank ab.

Die ING verlangt keine Gebühr für den Eingang von Wertpapieren. Deine alte Bank kann jedoch eine Ausbuchungsgebühr erheben. Diese ist nicht reguliert und variiert je nach Anbieter. Prüfe vorher das Preisverzeichnis deiner bisherigen Bank.

Die Einstandskurse werden in der Regel automatisch von der alten Bank an die ING übermittelt. Du solltest sie nach dem Übertrag prüfen. Falls sie fehlen, musst du sie selbst nachweisen, sonst droht eine höhere Steuerlast bei Verkauf.

Nein, während des Übertrags sind die Wertpapiere geblockt. Du kannst weder kaufen noch verkaufen. Plane den Übertrag also so, dass du keine kurzfristigen Trades in dieser Zeit benötigst. Dividenden werden trotzdem ausgezahlt.

Sparpläne werden nicht automatisch übertragen. Du musst sie bei der alten Bank kündigen und bei der ING neu einrichten. Achte auf die Kündigungsfristen, um Doppelkäufe zu vermeiden. Der Übertrag der Wertpapiere aus dem Sparplan erfolgt separat.

Ja, ein Teilübertrag ist möglich. Du musst im Formular genau angeben, welche Wertpapiere und wie viele Stücke umziehen sollen. Die restlichen Positionen bleiben bei deiner alten Bank. Das ist sinnvoll, wenn du dort bestimmte Produkte behalten möchtest.

Dein Freistellungsauftrag bei der alten Bank verliert mit dem Übertrag nicht automatisch seine Gültigkeit. Du solltest ihn dort kündigen oder reduzieren, um eine Doppelbelegung zu vermeiden. Bei der ING musst du einen neuen Auftrag stellen.

Mehr aus Investieren

Ähnliche Ratgeber