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MagazineFinanzenInvestieren Crowdinvesting wie funktioniert
FinanzbildungInvestieren10 Min.

Crowdinvesting wie funktioniert: Dein Einstieg in die Welt der Projektfinanzierung

Du hast schon von Crowdinvesting gehört, aber weißt nicht genau, was dahintersteckt? Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du mit kleinen Beträgen Unternehmen unterstützt und welche Renditechancen und Risiken wirklich dahinterstecken.

GeldanlageStartupsRisiken
Brauche ich das?
Nur bei Risikobereitschaft
Crowdinvesting ist eine spekulative Anlage für einen Teil deines Vermögens.
Wie viel Geld?
Schon kleine Beträge
Oft kannst du bereits mit niedrigen Mindestsummen ab rund 10 Euro einsteigen.
Was ist der Haken?
Totalverlust möglich
Startups scheitern häufig, dann verlierst du dein eingesetztes Kapital.
Wie komme ich ran?
Über Online-Plattformen
Spezialisierte Portale vermitteln die Beteiligungen an Privatanleger.

Warum Crowdinvesting auch für dich relevant ist

Vielleicht hast du schon einmal von Crowdinvesting gehört, ohne genau zu wissen, was es bedeutet. Die Idee dahinter ist einfach: Viele Menschen geben kleine Geldbeträge, um gemeinsam ein Projekt oder ein Unternehmen zu finanzieren. Dieses Prinzip nennt man Schwarmfinanzierung. Es betrifft dich, weil es eine Alternative zu klassischen Sparformen und Aktien darstellt, die immer mehr Anleger nutzen.

Die Welt der Geldanlage hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während früher vor allem Banken und große Fondsgesellschaften über Investitionen entschieden, hast du heute die Möglichkeit, direkt Teil einer Finanzierung zu werden. Du bestimmst selbst, welches Unternehmen oder welches Projekt du unterstützen möchtest. Das schafft eine neue Form der Teilhabe an der Wirtschaft.

Für dich als Privatanleger ist Crowdinvesting interessant, weil die Einstiegshürden oft niedrig sind. Du musst kein großes Vermögen besitzen, um loszulegen. Schon mit einem überschaubaren Betrag kannst du in Startups, Immobilienprojekte oder nachhaltige Energien investieren. Das macht diese Anlageform besonders attraktiv für Menschen, die ihr Geld bewusst und flexibel einsetzen möchten.

Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass Crowdinvesting kein Ersatz für ein sicheres Sparbuch ist. Es handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung, die mit echten Risiken verbunden ist. Bevor du dich entscheidest, ist es wichtig, die Mechanismen dahinter zu verstehen. Dieser Artikel hilft dir dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die zu deiner persönlichen Situation passt.

über 200
Crowdinvesting-Plattformen sind in Deutschland aktiv.
~1 Mrd. Euro
wurde in den letzten Jahren in deutsche Startups investiert.
jede:r 3.
Anleger:in hat schon einmal über eine Online-Plattform investiert.

Die Grundlagen: Was ist Crowdinvesting überhaupt?

Crowdinvesting ist eine Form der Schwarmfinanzierung, bei der viele Menschen Geld in ein Unternehmen oder Projekt investieren. Im Gegenzug erhalten sie eine finanzielle Beteiligung, die sich meist in Form von Zinsen oder Gewinnbeteiligungen auszahlt. Anders als beim Crowdfunding, wo du eine Gegenleistung wie ein Produkt bekommst, geht es hier um eine echte Geldanlage mit Renditeerwartung.

Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern 'Crowd' für Menschenmenge und 'Investing' für Investieren zusammen. Du schließt dich also mit einer großen Gruppe von Anlegerinnen und Anlegern zusammen, um ein Vorhaben zu finanzieren. Die Plattform, die das Crowdinvesting anbietet, fungiert dabei als Vermittler zwischen dir und dem Unternehmen, das das Kapital sucht.

Die Unternehmen, die über Crowdinvesting Geld einsammeln, sind häufig junge Startups, die noch keine Bankkredite erhalten. Aber auch etablierte Firmen nutzen diese Methode, um Projekte zu finanzieren, ohne einen klassischen Kredit aufzunehmen. Für dich als Anleger bedeutet das, dass du in einer sehr frühen Phase der Unternehmensentwicklung dabei sein kannst. Das birgt Chancen, aber auch erhebliche Risiken.

Rechtlich gesehen ist Crowdinvesting in Deutschland durch das Vermögensanlagengesetz reguliert. Das bedeutet, dass Plattformen bestimmte Informationspflichten haben und du als Anleger bestimmte Schutzmechanismen genießt. So gibt es zum Beispiel eine gesetzliche Begrenzung für den Betrag, den du pro Projekt investieren darfst, wenn du nicht als professioneller Anleger giltst. Diese Regeln sollen dich vor unüberlegten Entscheidungen schützen.

So funktioniert Crowdinvesting Schritt für Schritt

Der Ablauf beim Crowdinvesting ist in der Regel immer ähnlich. Zuerst wählst du eine Plattform aus, die dir vertrauenswürdig erscheint. Dort findest du eine Übersicht über aktuelle Projekte, die Kapital suchen. Jedes Projekt hat eine eigene Beschreibung, in der das Geschäftsmodell, die geplante Verwendung des Geldes und die Konditionen für Anleger erläutert werden.

Wenn du ein interessantes Projekt gefunden hast, legst du ein Konto auf der Plattform an. Dafür musst du dich in der Regel legitimieren, ähnlich wie bei einem Bankkonto. Anschließend wählst du den Betrag, den du investieren möchtest. Die Mindestanlage ist oft niedrig, kann aber je nach Plattform und Projekt variieren. Du solltest darauf achten, dass du nur Geld investierst, das du langfristig entbehren kannst.

Nachdem du deine Investition getätigt hast, erhältst du eine Bestätigung und die Unterlagen zu deiner Beteiligung. Diese werden oft als elektronische Wertpapiere oder als stille Beteiligung verbrieft. Dein Geld wird gesammelt und an das Unternehmen weitergeleitet. Die Laufzeit der Anlage ist meist auf mehrere Jahre angelegt. In dieser Zeit erhältst du regelmäßig Zinszahlungen oder eine jährliche Gewinnbeteiligung.

Am Ende der Laufzeit bekommst du dein eingesetztes Kapital zurück, sofern das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich war. Ist das Unternehmen zahlungsunfähig, kann es zu einem Totalverlust kommen. Es ist wichtig, dass du diesen Prozess verstehst, bevor du investierst. Nur so kannst du die Risiken richtig einschätzen und eine bewusste Entscheidung treffen.

Kosten und Gebühren: Was kommt auf dich zu?

Bei Crowdinvesting fallen verschiedene Kosten an, die du als Anleger kennen solltest. Zunächst gibt es die Gebühren der Plattform, die für die Vermittlung und die Abwicklung des Investments anfallen. Diese Kosten werden oft nicht direkt von dir bezahlt, sondern sind bereits in den Konditionen des Projekts eingerechnet. Das bedeutet, dass die angegebene Rendite bereits um diese Gebühren bereinigt ist.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der sogenannte Agio, ein Aufschlag auf den Nennbetrag deiner Anlage. Dieses Agio wird verwendet, um die Kosten der Plattform und der Beratung zu decken. Es wird von deinem investierten Betrag abgezogen, sodass nicht der volle Betrag im Unternehmen ankommt. Du solltest daher immer prüfen, ob ein Agio anfällt und wie hoch es ist.

Zusätzlich können Kosten für die Verwaltung deiner Beteiligung anfallen. Diese werden oft als jährliche Gebühr erhoben und von den Zinszahlungen abgezogen. Auch hier gilt: Je transparenter die Plattform ist, desto besser kannst du die tatsächliche Rendite einschätzen. Achte darauf, dass alle Kosten klar und verständlich im Informationsblatt des Projekts aufgeführt sind.

Es gibt auch versteckte Kosten, die nicht immer sofort ersichtlich sind. Dazu gehören zum Beispiel Gebühren für die Auszahlung am Ende der Laufzeit oder für die Übertragung deiner Anteile. Diese Kosten können die Rendite schmälern. Ein seriöser Anbieter wird dich vor der Investition umfassend über alle Gebühren informieren. Wenn du unsicher bist, solltest du nachfragen oder von dem Investment Abstand nehmen.

Worauf du bei der Auswahl von Projekten achten solltest

Die Auswahl des richtigen Projekts ist der wichtigste Schritt beim Crowdinvesting. Du solltest dir die Zeit nehmen, das Geschäftsmodell des Unternehmens genau zu verstehen. Frage dich, ob das Produkt oder die Dienstleistung einen echten Mehrwert bietet und ob der Markt dafür groß genug ist. Ein überzeugendes Geschäftsmodell ist die Grundlage für den späteren Erfolg.

Ein Blick auf das Gründerteam ist ebenfalls entscheidend. Haben die Gründerinnen und Gründer bereits Erfahrung in der Branche? Sind sie in der Vergangenheit erfolgreich gewesen? Ein erfahrenes Team erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen auch schwierige Phasen übersteht. Du kannst oft in der Projektdarstellung mehr über die Personen hinter dem Startup erfahren.

Achte auch auf die Finanzkennzahlen des Unternehmens. Wie hoch ist der Umsatz, wie hoch sind die Schulden? Diese Informationen sind nicht immer öffentlich, aber oft in den Unterlagen enthalten. Wenn du sie nicht verstehst, solltest du dich von einem Finanzexperten beraten lassen oder das Projekt meiden. Eine solide finanzielle Basis ist wichtig für die Rückzahlung deines Geldes.

Die Plattform selbst spielt ebenfalls eine große Rolle. Informiere dich über die Reputation der Plattform und lies Erfahrungsberichte von anderen Anlegern. Wie lange existiert die Plattform schon? Wie viele Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen? Eine etablierte Plattform mit einer guten Erfolgsbilanz ist oft die sicherere Wahl als ein neuer Anbieter, der noch keine Erfahrung hat.

Typische Fehler, die du beim Crowdinvesting vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist es, zu viel Geld in ein einzelnes Projekt zu stecken. Auch wenn ein Startup noch so vielversprechend erscheint, die Gefahr eines Scheiterns ist real. Du solltest dein Kapital auf mehrere Projekte verteilen, um das Risiko zu streuen. Diese Strategie nennt man Diversifikation und sie ist ein Grundprinzip jeder soliden Geldanlage.

Viele Anleger lassen sich von hohen Renditeversprechen blenden. Wenn eine Anlage eine extrem hohe Verzinsung bietet, ist das Risiko in der Regel ebenfalls sehr hoch. Du solltest immer hinterfragen, warum ein Unternehmen bereit ist, so hohe Zinsen zu zahlen. Oft ist es ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen keine andere Finanzierungsmöglichkeit findet und das Risiko für dich als Anleger entsprechend groß ist.

Ein weiterer Fehler ist es, die Laufzeit der Anlage zu ignorieren. Crowdinvesting ist keine kurzfristige Geldanlage. Dein Geld ist oft für mehrere Jahre gebunden und du kannst es nicht vorzeitig zurückfordern. Du solltest daher nur Geld investieren, das du in dieser Zeit nicht benötigst. Eine vorzeitige Kündigung ist meist nicht möglich oder mit hohen Verlusten verbunden.

Schließlich unterschätzen viele Anleger die Bedeutung der Plattform. Eine unseriöse Plattform kann Projekte anbieten, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Du solltest daher nur auf Plattformen investieren, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert werden. Diese Plattformen unterliegen strengen Kontrollen und müssen bestimmte Transparenzstandards einhalten.

Konkrete nächste Schritte: So legst du los

Bevor du mit dem Crowdinvesting beginnst, solltest du deine finanzielle Situation genau analysieren. Hast du einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben? Wenn nicht, solltest du diesen zuerst aufbauen. Crowdinvesting ist nur für den Teil deines Vermögens geeignet, den du langfristig entbehren kannst. Eine solide finanzielle Basis ist die Voraussetzung für jede riskante Anlage.

Der nächste Schritt ist die Auswahl einer passenden Plattform. Vergleiche die verschiedenen Anbieter hinsichtlich ihrer Gebühren, ihrer Projekte und ihrer Erfolgsbilanz. Du kannst dir auch mehrere Plattformen ansehen und dich dort kostenlos registrieren. Die Registrierung verpflichtet dich zu nichts, ermöglicht dir aber, die Angebote in Ruhe zu prüfen.

Wenn du eine Plattform gefunden hast, die dir zusagt, beginne mit einem kleinen Betrag. Du musst nicht sofort viel Geld investieren. Starte mit einer Summe, deren Verlust du verschmerzen könntest. So sammelst du erste Erfahrungen und lernst, wie der Prozess abläuft, ohne ein großes Risiko einzugehen. Mit der Zeit kannst du deine Investitionen dann ausweiten.

Bilde dich kontinuierlich weiter. Lies Fachartikel, besuche Webinare und tausche dich mit anderen Anlegern aus. Je mehr du über Crowdinvesting und die Wirtschaft im Allgemeinen weißt, desto besser kannst du Chancen und Risiken einschätzen. Eine fundierte Entscheidung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Geldanlage.

Crowdinvesting im Vergleich zu anderen Anlageformen

Crowdinvesting wird oft mit anderen Anlageformen wie Aktien oder Anleihen verglichen. Der wichtigste Unterschied ist die Art der Beteiligung. Bei Aktien wirst du Miteigentümer eines Unternehmens und profitierst von Kurssteigerungen und Dividenden. Beim Crowdinvesting bist du meist ein stiller Gesellschafter, der eine feste Verzinsung erhält, aber kein Stimmrecht hat.

Im Vergleich zu klassischen Anleihen bietet Crowdinvesting oft höhere Renditechancen. Allerdings ist das Risiko auch deutlich höher. Anleihen von etablierten Unternehmen oder Staaten gelten als relativ sicher, während Crowdinvesting in Startups ein hohes Ausfallrisiko birgt. Du solltest daher deine Risikobereitschaft genau kennen und entsprechend handeln.

Ein Vorteil von Crowdinvesting gegenüber Aktien ist der geringe Kapitaleinsatz. Während du für einen breit gestreuten Aktienkauf oft ein größeres Budget benötigst, kannst du beim Crowdinvesting schon mit kleinen Beträgen in verschiedene Projekte investieren. Das macht es auch für Einsteiger attraktiv, die noch nicht über viel Kapital verfügen.

Allerdings ist die Liquidität beim Crowdinvesting deutlich schlechter. Aktien kannst du an der Börse jederzeit verkaufen, deine Crowdinvesting-Beteiligung ist jedoch für die gesamte Laufzeit gebunden. Wenn du also flexibel über dein Geld verfügen möchtest, ist Crowdinvesting nicht die richtige Wahl. Überlege dir daher genau, welche Anlageform zu deinen persönlichen Zielen und Bedürfnissen passt.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du den Totalverlust des Geldes verschmerzen?
Hast du bereits einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben?
Ist dein Wissen über Unternehmensbilanzen ausreichend für eine Bewertung?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Nein, Crowdinvesting ist nicht sicher. Es besteht das Risiko, dass das Unternehmen scheitert und du dein Geld verlierst. Es gibt keinen Einlagensicherungsfonds wie bei Banken. Du solltest nur Geld investieren, dessen Verlust du verkraften kannst.

Die Rendite hängt vom jeweiligen Projekt ab. Die angebotenen Zinsen sind oft höher als bei klassischen Anlagen, aber das Risiko ist auch größer. Eine genaue Prognose ist nicht möglich, da der Erfolg des Unternehmens entscheidend ist.

In der Regel ist eine vorzeitige Kündigung nicht möglich. Dein Geld ist für die gesamte Laufzeit der Anlage gebunden. Es gibt zwar oft einen Zweitmarkt, auf dem du deine Anteile verkaufen kannst, aber das ist mit Verlusten verbunden.

Seriöse Plattformen sind bei der BaFin registriert und halten sich an die gesetzlichen Vorgaben. Du solltest auf Transparenz achten und die Bewertungen anderer Anleger lesen. Bekannte Plattformen sind zum Beispiel Seedmatch, Companisto und Exporo.

Ja, die Zinsen und Gewinne aus Crowdinvesting müssen in der Regel als Kapitaleinkünfte versteuert werden. Die Plattformen führen oft die Abgeltungssteuer automatisch ab. Du solltest dich aber von einem Steuerberater beraten lassen, um sicherzugehen.

Wenn die Plattform insolvent wird, ist das für deine laufenden Investments nicht unbedingt ein Problem. Die Beteiligungen sind in der Regel separat verwahrt. Allerdings kann es zu Verzögerungen bei der Auszahlung kommen. Du solltest dich über die Sicherheitsvorkehrungen der Plattform informieren.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.