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MagazineFinanzenInvestieren Ausschüttender ETF für Selbstständige
FinanzbildungInvestieren12 Min.

Ausschüttender ETF für Selbstständige: Dein Weg zu regelmäßigen Ausschüttungen

Als Selbstständige:r kümmerst du dich selbst um deine Altersvorsorge. Ein ausschüttender ETF kann dir dabei helfen, ein Vermögen aufzubauen und dir nebenbei regelmäßige Ausschüttungen zu sichern. Hier erfährst du, wie es funktioniert.

ETF-GrundlagenAltersvorsorgeDividenden-Strategie
Brauche ich das?
Sehr wahrscheinlich ja.
Für die private Altersvorsorge und passives Einkommen.
Wie funktioniert es?
Automatische Auszahlung.
Der ETF schüttet Dividenden regelmäßig an dich aus.
Was ist der Vorteil?
Planbare Einnahmen.
Du erhältst Cashflow, ohne Anteile verkaufen zu müssen.
Wo liegt das Risiko?
Kursschwankungen.
Der Wert deiner Anteile kann sinken, die Ausschüttung variiert.

Warum das Thema auch dich als Selbstständige:n betrifft

Als Angestellte:r zahlst du automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Du als Selbstständige:r hast diese Absicherung in den meisten Fällen nicht. Das bedeutet: Du bist selbst dafür verantwortlich, dass du im Alter genug Geld hast. Die gesetzliche Rente wird für die meisten ohnehin nur eine Grundsicherung sein, für dich als Selbstständige:n gilt das umso mehr.

Vielleicht denkst du: 'Ich lege ja schon Geld für das Alter zurück.' Das ist gut. Aber wo liegt dieses Geld? Auf einem Tagesgeldkonto verliert es durch die Inflation jedes Jahr an Kaufkraft. Dein Erspartes wird also weniger wert, ohne dass du etwas dafür kannst. Ein ausschüttender ETF kann eine Lösung sein, um dein Vermögen langfristig zu vermehren und gleichzeitig ein regelmäßiges Zusatzeinkommen zu generieren.

Gerade für Selbstständige ist der Aufbau eines Vermögens neben dem operativen Geschäft wichtig. Dein Unternehmen ist dein Hauptstandbein, aber es ist klug, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Ein Depot mit einem ausschüttenden ETF ist ein zweites Standbein, das unabhängig von deinem Geschäftserfolg funktioniert. Es gibt dir finanzielle Sicherheit und Flexibilität, zum Beispiel für schlechtere Geschäftszeiten oder für deinen späteren Ruhestand.

Der Staat unterstützt dich dabei sogar. Durch die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge hast du einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (als Einzelperson, Stand 2024). Das heißt: Die ersten 1.000 Euro Gewinn aus deinen ETF-Ausschüttungen sind steuerfrei. Das ist ein kleiner, aber feiner Vorteil, den du unbedingt nutzen solltest. Es ist ein erster Schritt, um die Weichen für deine finanzielle Zukunft zu stellen.

~1,4 Mio
Selbstständige in Deutschland (Quelle: IfM Bonn, 2023)
2.000+
Unternehmen im MSCI World Index, einem typischen ETF-Basiswert
Jährlich
Erfolgen die Ausschüttungen bei den meisten Dividenden-ETFs

Was ist ein ETF und was bedeutet 'ausschüttend'?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest nicht nur in ein einzelnes Unternehmen investieren, sondern in die 500 größten Firmen der USA oder in die größten Konzerne der Welt. Ein ETF bündelt genau das. Er bildet einen Index nach, also einen Korb aus vielen verschiedenen Aktien. So streust du dein Risiko automatisch, weil du nicht vom Schicksal eines einzigen Unternehmens abhängig bist.

Es gibt zwei Hauptarten von ETFs: thesaurierende und ausschüttende. Ein thesaurierender ETF legt die erwirtschafteten Dividenden (Gewinnbeteiligungen der Unternehmen) automatisch wieder an. Er kauft also neue Aktien für dich. Dein Vermögen wächst so im Hintergrund, ohne dass du etwas tun musst. Ein ausschüttender ETF hingegen zahlt dir diese Dividenden direkt auf dein Konto aus. Du erhältst also regelmäßig Geld, ähnlich wie bei einem Mietzins, nur eben aus deinem Aktienportfolio.

Für dich als Selbstständige:n ist der ausschüttende ETF besonders interessant, weil er dir einen planbaren Cashflow bietet. Du bekommst in der Regel einmal im Jahr eine Ausschüttung, manche ETFs zahlen auch vierteljährlich. Dieses Geld kannst du für private Ausgaben nutzen, in dein Unternehmen reinvestieren oder es anderweitig anlegen. Du hast die freie Wahl, was mit dem Geld passiert. Das ist ein Stück finanzielle Freiheit, das du dir durch den Aufbau eines Depots schaffst.

Wichtig zu verstehen: Die Ausschüttung ist kein Bonus, sondern ein Teil deiner Rendite. Das Unternehmen schüttet einen Teil seines Gewinns an die Aktionäre aus. Der Aktienkurs selbst wächst dann tendenziell etwas langsamer, weil das Geld nicht im Unternehmen bleibt. Du musst also nicht denken, dass du mit einem ausschüttenden ETF automatisch mehr Rendite bekommst. Du bekommst nur einen Teil der Rendite in bar ausgezahlt, anstatt ihn automatisch zu reinvestieren.

So funktioniert ein ausschüttender ETF im Detail

Der Ablauf ist einfacher, als du vielleicht denkst. Du eröffnest ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort kaufst du Anteile an einem ausschüttenden ETF, zum Beispiel auf den bekannten Index MSCI World. Dieser Index enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Du kaufst also mit einem einzigen Kauf einen winzigen Bruchteil von über 1.500 Weltkonzernen wie Apple, Microsoft oder Nestlé.

Die Unternehmen in deinem ETF zahlen Dividenden an ihre Aktionäre. Da der ETF die Aktien hält, erhält der Fonds diese Dividenden. Der Fonds sammelt alle Dividendenzahlungen und schüttet sie an seine Anleger aus. Das passiert in der Regel einmal im Jahr, oft im Frühjahr. Die Höhe der Ausschüttung hängt von den Dividenden der enthaltenen Unternehmen ab. Sie ist also nicht garantiert und kann von Jahr zu Jahr schwanken.

Du hast nun verschiedene Möglichkeiten, mit den Ausschüttungen umzugehen. Du kannst sie dir auf dein Girokonto auszahlen lassen und für den Lebensunterhalt nutzen. Du kannst sie aber auch manuell wieder in den ETF investieren, um deinen Zinseszinseffekt zu nutzen. Der Unterschied zum thesaurierenden ETF ist also nur, dass du die Entscheidung triffst, was mit dem Geld passiert, und nicht der Fonds automatisch.

Ein großer Vorteil für dich als Selbstständige:r ist die Flexibilität. In guten Geschäftsjahren kannst du die Ausschüttungen reinvestieren, um dein Vermögen schneller wachsen zu lassen. In schlechteren Zeiten kannst du sie als zusätzliches Einkommen nutzen, um deine privaten Ausgaben zu decken. Du hast also eine Art eingebauten Puffer, der dir hilft, finanzielle Engpässe zu überbrücken, ohne dein Unternehmen anzapfen zu müssen.

Was kostet dich ein ausschüttender ETF?

Die Kosten sind ein wichtiger Faktor, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Die erste ist die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Das ist die jährliche Verwaltungsgebühr des Fonds. Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und liegt bei den meisten breit gestreuten ETFs unter einem Prozent pro Jahr. Für einen MSCI World ETF zahlst du oft nur 0,2 Prozent pro Jahr.

Die zweite Kostenart sind die Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf. Wenn du ETF-Anteile über deinen Broker kaufst, zahlst du dafür eine Gebühr. Diese ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Viele Online-Broker bieten inzwischen auch kostenlose Sparpläne an, bei denen du ab einem bestimmten Betrag (zum Beispiel 25 Euro pro Monat) ohne Gebühr Anteile kaufen kannst. Das ist ideal für den regelmäßigen Vermögensaufbau.

Zusätzlich solltest du den sogenannten Spread im Blick behalten. Das ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines ETF. Bei sehr liquiden, also viel gehandelten ETFs, ist dieser Spread sehr klein. Bei weniger bekannten ETFs kann er größer sein. Für deine langfristige Anlagestrategie ist der Spread aber meist vernachlässigbar, da du nur selten kaufst und verkaufst.

Wichtig ist: Lass dich nicht von vermeintlich günstigen Angeboten blenden. Ein ETF mit einer TER von 0,1 Prozent ist nicht automatisch besser als einer mit 0,3 Prozent. Entscheidend ist, ob der ETF den Index sauber abbildet und ob er zu deiner Strategie passt. Achte auf die Fondsgröße und das Fondsvolumen. Große ETFs sind meist stabiler und haben geringere Spreads. Die Kosten sind wichtig, aber sie sind nur ein Teil der Gleichung.

Darauf solltest du bei der Auswahl unbedingt achten

Der wichtigste Faktor ist die Breite der Streuung. Ein guter ausschüttender ETF sollte nicht nur aus ein paar Dutzend Aktien bestehen, sondern aus mehreren Hundert oder Tausend. Der MSCI World ist ein guter Standard, weil er die entwickelten Industrieländer abdeckt. Du kannst aber auch in einen ETF auf den FTSE All-World investieren, der zusätzlich Schwellenländer enthält. Je breiter die Streuung, desto geringer das Risiko, dass ein einzelnes Land oder eine Branche dein Portfolio stark belastet.

Achte auf die Ertragsverwendung. In den Produktdetails des ETF steht immer, ob er ausschüttend oder thesaurierend ist. Das wird oft mit den Kürzern 'Dist' (für Distributing, also ausschüttend) oder 'Acc' (für Accumulating, also thesaurierend) gekennzeichnet. Verwechsle das nicht. Du willst für deine Strategie einen ausschüttenden ETF, also einen mit 'Dist' im Namen oder in den Merkmalen.

Ein weiterer Punkt ist die Replikationsmethode. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die Aktien wirklich. Es gibt aber auch synthetische ETFs, die den Index über Tauschgeschäfte (Swaps) nachbilden. Für dich als Einsteiger sind physische ETFs meist die bessere Wahl, weil sie transparenter sind. Du weißt dann genau, welche Aktien du im Fonds hast.

Schließlich solltest du auf die Währung achten. Viele ETFs werden in Euro oder US-Dollar gehandelt. Für dich ist ein in Euro gehandelter ETF einfacher, da du kein Währungsrisiko beim Kauf eingehst. Das Währungsrisiko der enthaltenen US-Aktien bleibt zwar bestehen, aber das ist Teil des Anlagerisikos. Wichtig ist nur, dass du dein Depot und deine Käufe in Euro abwickelst, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Typische Fehler, die du als Selbstständige:r vermeiden solltest

Der größte Fehler ist, gar nicht erst anzufangen. Viele Selbstständige schieben das Thema Altersvorsorge auf, weil sie denken, sie haben keine Zeit oder kein Geld. Dabei ist der beste Zeitpunkt zum Investieren immer jetzt. Auch mit kleinen Beträgen kannst du einen Sparplan auf einen ausschüttenden ETF einrichten. Der Zinseszinseffekt wirkt umso stärker, je länger du investiert bist.

Ein weiterer häufiger Fehler ist, auf die Ausschüttung zu schauen und zu denken, das sei die Rendite. Die Ausschüttung ist nur ein Teil der Gesamtrendite. Wenn du nur auf hohe Dividendenrenditen schaust, kaufst du oft Unternehmen, die wenig Wachstum haben. Besser ist es, auf einen breiten Marktindex zu setzen und die Ausschüttung als Bonus zu betrachten. Die langfristige Wertentwicklung deines ETFs ist wichtiger als die Höhe der jährlichen Ausschüttung.

Viele machen auch den Fehler, bei Kursschwankungen panisch zu verkaufen. Wenn der Markt mal um 20 Prozent einbricht, ist das normal. Wer dann verkauft, realisiert den Verlust und verpasst den anschließenden Aufschwung. Als Selbstständige:r solltest du einen langen Atem haben. Dein Anlagehorizont sollte mindestens 10, besser 15 Jahre betragen. Nur so kannst du Kursschwankungen aussitzen und von der langfristigen Aufwärtsbewegung der Märkte profitieren.

Ein letzter Fehler ist, dein gesamtes Vermögen in einen einzigen ETF zu stecken, ohne einen Notgroschen zu haben. Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Dieser Puffer schützt dich davor, im Notfall deine ETF-Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen. Erst wenn dieser Puffer steht, solltest du mit dem ETF-Sparen beginnen.

Dein konkreter Fahrplan: So startest du in 5 Schritten

Schritt 1: Bestandsaufnahme. Verschaffe dir einen Überblick über deine Finanzen. Wie hoch sind deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben? Wie viel Geld kannst du realistisch pro Monat zurücklegen? Lege zuerst deinen Notgroschen an, bevor du mit dem ETF-Sparen beginnst. Ein guter Richtwert ist, dass du mindestens 50 Euro pro Monat in einen Sparplan investieren solltest, um einen spürbaren Effekt zu erzielen.

Schritt 2: Depot eröffnen. Vergleiche verschiedene Online-Broker und Banken. Achte auf die Kosten für Sparpläne und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform. Viele Neobroker bieten kostenlose Sparpläne auf gängige ETFs an. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten und ist in der Regel kostenlos. Du benötigst dafür deinen Personalausweis und deine Steueridentifikationsnummer.

Schritt 3: Den passenden ETF wählen. Entscheide dich für einen breit aufgestellten, ausschüttenden ETF. Der Klassiker ist der MSCI World. Du kannst aber auch einen ETF auf den FTSE All-World wählen, der eine noch breitere Streuung bietet. Achte darauf, dass der ETF in Euro gehandelt wird und die Ausschüttungsart 'Dist' ist. Lies die Produktdetails sorgfältig, bevor du kaufst.

Schritt 4: Sparplan einrichten. Richte einen monatlichen Sparplan auf deinen gewählten ETF ein. Du kannst den Betrag jederzeit ändern oder pausieren. Das gibt dir die Flexibilität, die du als Selbstständige:r brauchst. Beginne mit einem Betrag, der dir weh tut, aber nicht weh tun darf. Es ist besser, mit 100 Euro zu starten und zu schauen, wie es läuft, als mit 500 Euro zu starten und nach drei Monaten aufzuhören.

Schritt 5: Dranbleiben und optimieren. Überprüfe dein Depot einmal im Jahr. Schau dir an, wie sich der ETF entwickelt hat und ob die Ausschüttungen deinen Erwartungen entsprechen. Du musst nicht ständig etwas ändern. Oft ist es besser, einfach laufen zu lassen. Wenn du mehr Geld zur Verfügung hast, erhöhe deinen Sparplan. Und denk dran: Die Ausschüttungen kannst du entweder konsumieren oder reinvestieren. Beides ist legitim, aber sei dir bewusst, was du tust.

Steuern und rechtliche Aspekte für Selbstständige

Als Selbstständige:r bist du es gewohnt, dich um Steuern zu kümmern. Bei ETFs gibt es ein paar Besonderheiten. Die Ausschüttungen aus deinem ETF sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dein Broker führt diese Steuer automatisch an das Finanzamt ab, sobald dein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr ausgeschöpft ist.

Du solltest deinen Sparerpauschbetrag unbedingt bei deinem Broker hinterlegen. Das machst du mit einer sogenannten Freistellungsauftrag. Damit bleibt deine erste 1.000 Euro Gewinn pro Jahr steuerfrei. Wenn du verheiratet bist, verdoppelt sich der Betrag auf 2.000 Euro. Ohne Freistellungsauftrag zahlst du sofort Steuern auf deine Ausschüttungen, auch wenn du eigentlich unter dem Freibetrag liegst. Das Geld bekommst du zwar später über die Steuererklärung zurück, aber es ist unnötiger Aufwand.

Ein wichtiger Punkt für dich als Selbstständige:r ist die Frage, ob du das Depot privat oder betrieblich führen solltest. Das hängt von deiner Unternehmensform ab. Als Einzelunternehmer:in kannst du ein privates Depot führen. Wenn du eine GmbH hast, kann die GmbH selbst in ETFs investieren. Das hat steuerliche Vor- und Nachteile. Bei einer GmbH zahlst du auf die Ausschüttungen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Dafür kannst du die Kosten des Depots als Betriebsausgaben absetzen.

Lass dich hierzu am besten von einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin beraten. Die Wahl zwischen privatem und betrieblichem Depot hängt von deiner individuellen Situation ab. Grundsätzlich gilt: Für die private Altersvorsorge ist ein privates Depot meist die einfachere und steuerlich effizientere Lösung. Für den Vermögensaufbau innerhalb deiner Firma kann ein betriebliches Depot sinnvoll sein. Es kommt darauf an, was du erreichen willst.

Deine Strategie für die Zukunft: Ausschüttend oder doch thesaurierend?

Du hast jetzt die Wahl: ausschüttender oder thesaurierender ETF? Beide haben ihre Berechtigung. Der ausschüttende ETF ist ideal, wenn du ein regelmäßiges Einkommen wünschst, zum Beispiel um deine Lebenshaltungskosten zu decken oder um dir einen Bonus auszuzahlen. Er ist auch psychologisch motivierend, weil du siehst, dass dein Depot tatsächlich Geld abwirft. Das hilft dir, langfristig dranzubleiben.

Der thesaurierende ETF ist besser geeignet, wenn du dein Vermögen maximal wachsen lassen willst. Die Dividenden werden automatisch reinvestiert, was den Zinseszinseffekt voll ausnutzt. Du musst dich nicht um die Wiederanlage kümmern und sparst dir Transaktionskosten. Für den reinen Vermögensaufbau ist der thesaurierende ETF daher oft die effizientere Wahl.

Viele Anleger kombinieren beide Strategien. Du könntest zum Beispiel einen thesaurierenden ETF als Basis für deine Altersvorsorge besparen und zusätzlich einen ausschüttenden ETF für das laufende Einkommen. So hast du beide Vorteile. Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst und regelmäßig investierst.

Für dich als Selbstständige:n kann ein ausschüttender ETF in der Aufbauphase dennoch sinnvoll sein. Die Ausschüttungen kannst du als 'Mini-Gehalt' betrachten, das dir hilft, schwankende Einnahmen auszugleichen. Du kannst sie aber auch manuell reinvestieren, wenn du das Geld nicht brauchst. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil. Du hast die Kontrolle über dein Geld und entscheidest selbst, was damit passiert.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du bereits eine private Altersvorsorge abgeschlossen?
Kannst du monatlich einen festen Betrag für 10+ Jahre entbehren?
Möchtest du regelmäßige Einnahmen aus deinem Depot erhalten?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ein ausschüttender ETF zahlt dir die Dividenden der enthaltenen Unternehmen direkt auf dein Konto aus. Ein thesaurierender ETF legt diese Dividenden automatisch wieder an, kauft also neue Anteile. Du erhältst bei der thesaurierenden Variante keine laufenden Auszahlungen, dafür wächst dein Depot schneller.

Das ist unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Fonds ab. Viele ausschüttende ETFs zahlen einmal im Jahr, meist im Frühjahr. Es gibt aber auch ETFs, die vierteljährlich oder halbjährlich ausschütten. Die genauen Termine findest du in den Produktinformationen des ETFs.

Ja, die Ausschüttungen sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer. Du hast aber einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (als Single), bis zu dem die Erträge steuerfrei sind. Dafür musst du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten.

Nein, private Einzahlungen in einen ETF-Sparplan sind nicht als Betriebsausgaben absetzbar. Wenn du das Depot jedoch betrieblich führst, also über deine Firma, können die Kosten und Einzahlungen unter Umständen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Das solltest du mit deinem Steuerberater klären.

Es gibt nicht den einen 'besten' ETF. Für die meisten Selbstständigen ist ein breit gestreuter, ausschüttender ETF auf einen Weltindex wie den MSCI World oder den FTSE All-World eine gute Wahl. Achte auf niedrige Kosten (TER), ein hohes Fondsvolumen und die physische Replikation des Index.

Dein ETF-Vermögen ist Sondervermögen. Das bedeutet, es ist getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und deines Brokers. Selbst wenn dein Broker oder die Fondsgesellschaft pleitegeht, gehören deine Anteile weiterhin dir. Du kannst sie auf einen anderen Broker übertragen. Ein Insolvenzrisiko für dein ETF-Vermögen besteht also praktisch nicht.

Nicht zwingend, aber er kann sehr sinnvoll sein. Wenn du ein regelmäßiges Einkommen wünschst oder psychologische Motivation brauchst, ist ein ausschüttender ETF gut. Wenn du rein auf Wachstum setzt, ist ein thesaurierender ETF effizienter. Wichtig ist, dass du überhaupt für das Alter vorsorgst, da du keine gesetzliche Rente aus der Selbstständigkeit bekommst.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.