Ratgeber · Investieren
Aktien für Anfänger: So gehst du mit dem Risiko an der Börse um
Aktien bieten dir als Anlegerin langfristig gute Renditechancen, bringen aber auch ein Verlustrisiko mit. Entscheidend für deinen Einstieg ist, dass du das Risiko verstehst und es mit einer breiten Streuung und einem langen Atem reduzierst.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Für den Aktienkauf brauchst du ein Wertpapierdepot, das du bei einer Bank oder online eröffnen kannst.
- Mit einer einzelnen Aktie gehst du ein höheres Risiko ein als mit einem breit gestreuten Aktienfonds oder ETF.
- Kursschwankungen sind normal; ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren senkt dein Verlustrisiko deutlich.
- Du kannst mit Kurssteigerungen und Dividenden eine Rendite erzielen, musst aber auch fallende Kurse verkraften können.
01 · Grundlagen
Was bedeutet das Risiko bei Aktien für Anfänger?
Wenn du eine Aktie kaufst, wirst du Miteigentümerin eines Unternehmens. Dein Geld ist damit direkt vom Erfolg oder Misserfolg dieser Gesellschaft abhängig.
Das zentrale Risiko besteht darin, dass der Aktienkurs fällt und du beim Verkauf weniger Geld zurückbekommst, als du beim Kauf gezahlt hast. Im schlimmsten Fall wird das Unternehmen insolvent und die Aktie verliert ihren Wert vollständig. Der Aktienkurs entsteht durch Angebot und Nachfrage an der Börse und wird ständig von Unternehmensnachrichten, politischen Entwicklungen und den Erwartungen anderer Anleger beeinflusst.
Für dich als Anfängerin bedeutet das: Du solltest nur Geld investieren, das du nicht kurzfristig benötigst. Ein fester Verkaufszeitpunkt, der in eine Schwächephase der Börse fällt, kann aus einem Buchverlust einen echten Verlust machen.
- Ein Kursverlust entsteht erst dann endgültig, wenn du die Aktie zu einem niedrigeren Kurs verkaufst.
- Das Risiko eines Totalverlusts ist bei einer einzelnen Aktie deutlich höher als bei einem breit gestreuten Fonds.
Kurz erklärt
Aktienrisiko
Das Risiko, dass der Aktienkurs fällt und du beim Verkauf weniger Geld zurückbekommst, als du beim Kauf gezahlt hast. Es umfasst auch das Risiko eines Totalverlusts, wenn das Unternehmen insolvent wird.
Der Aktienkurs entsteht durch Angebot und Nachfrage an der Börse. Unternehmensnachrichten, politische Entwicklungen und die Erwartungen anderer Anleger beeinflussen ihn ständig.
02 · Vergleich
Einzelaktie oder Aktienfonds: Wo ist das Risiko geringer?
Deine Risikostreuung beginnt mit der Entscheidung, ob du auf einzelne Unternehmen setzt oder dein Geld über Fonds auf viele Werte verteilst.
Mit einer Einzelaktie setzt du dein Geld auf ein einziges Unternehmen. Geht dieses Unternehmen pleite, ist dein gesamter Einsatz in dieser Aktie verloren. Ein Aktienfonds verteilt dein Geld dagegen auf viele verschiedene Werte, sodass der Ausfall eines Unternehmens durch andere abgefedert wird.
Für deinen Einstieg bedeutet das: Ein breit gestreuter Aktienfonds oder ETF reduziert dein Verlustrisiko deutlich, weil du nicht von der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens abhängig bist. Aktiv gemanagte Fonds überlassen die Auswahl der Aktien einem Fondsmanagement, während ETFs einen Index wie den DAX möglichst genau nachbilden.
- Bei einer Einzelaktie musst du dich selbst über Geschäftsberichte und Quartalszahlen informieren.
- Bei einem Fonds übernimmt das Fondsmanagement oder der Index die Auswahl und Anpassung der Werte.
| Einzelaktie | Aktienfonds / ETF | |
|---|---|---|
| Risikostreuung | Gering, da das Geld in nur einem Unternehmen steckt | Hoch, da das Geld auf viele verschiedene Aktien verteilt wird |
| Verlustrisiko | Verluste möglich, etwa bei fallenden Kursen | Geringer, da der Ausfall eines Unternehmens durch andere Werte abgefedert wird |
| Aufwand | Du musst dich selbst über Geschäftsberichte und Quartalszahlen informieren | Gering, da die Auswahl der Werte das Fondsmanagement oder der Index übernimmt |
| Kosten | Beim Kaufen und Verkaufen werden Gebühren fällig | Laufende Kosten für die Fondsverwaltung, bei ETFs meist niedriger als bei aktiven Fonds |
03 · Schritt für Schritt
So kaufst du Aktien Schritt für Schritt
Der Ablauf vom Depot bis zur ersten Order ist für Anfängerinnen überschaubar. Wichtig ist, dass du jeden Schritt bewusst gehst.
Du brauchst zuerst ein Wertpapierdepot, das du bei deiner Bank vor Ort oder online eröffnen kannst. In diesem Depot werden deine gekauften Aktien verwahrt und du kannst dort jederzeit die Kurse verfolgen.
Bevor du eine Order aufgibst, legst du fest, wie viel Geld du langfristig entbehren kannst und ob du in Einzelaktien, aktiv gemanagte Fonds oder ETFs investieren möchtest. Für den Kauf suchst du das Wertpapier über seine ISIN in deinem Depot und gibst die Stückzahl sowie den Ausführungsplatz an.
- Eröffne ein Wertpapierdepot bei deiner Bank oder einem Online-Anbieter.
- Lege deine Anlagestrategie fest und wähle Wertpapiere aus, die über verschiedene Bereiche und Länder gestreut sind.
- Gib die Order mit Stückzahl und Ausführungsplatz auf und prüfe die anfallenden Gebühren.
Wertpapierdepot eröffnen
Du brauchst ein Depot, um Aktien zu kaufen, zu halten und zu verkaufen. Du kannst es bei deiner Bank vor Ort oder online eröffnen.
Anlagestrategie festlegen
Lege fest, wie viel Geld du langfristig entbehren kannst und ob du in Einzelaktien, aktiv gemanagte Fonds oder ETFs investieren möchtest.
Wertpapiere auswählen
Achte auf eine Streuung über verschiedene Bereiche, Länder und Unternehmen. Für den Kauf suchst du das Wertpapier über die ISIN in deinem Depot.
Order aufgeben
Du gibst die Stückzahl und den Ausführungsplatz an. Nach der Ausführung werden die Aktien in deinem Depot angezeigt.
Anlage langfristig halten
Vermeide häufiges Kaufen und Verkaufen. Das verursacht Kosten und widerspricht einer ruhigen, langfristigen Anlagestrategie.
04 · Was gilt
Welche Renditequellen gibt es bei Aktien?
Deine Rendite aus Aktien setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Beide unterliegen unterschiedlichen Einflüssen.
Eine Kurssteigerung erzielst du, wenn du die Aktie zu einem höheren Kurs verkaufst, als du sie gekauft hast. Eine Dividende ist ein Teil des Gewinns, den manche Unternehmen an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten.
Nicht jedes Unternehmen an der Börse beschließt die Auszahlung von Dividenden. Über die Auszahlung wird auf der Hauptversammlung entschieden, und nur wer die Aktie zum festgelegten Stichtag hält, erhält den Betrag pro Aktie.
- Kurssteigerungen und Dividenden zählen zu deiner Rendite.
- Transaktionsgebühren und Steuern schmälern deinen Gewinn und zählen nicht zur Rendite.
Zählt zur Rendite
Zählt nicht zur Rendite
05 · Kosten
Was kostet der Aktienhandel?
Beim Aktienkauf und -verkauf entstehen Gebühren, die deine Rendite mindern. Die genaue Höhe hängt von deinem Depotanbieter und dem gewählten Handelsplatz ab.
Beim Kauf und Verkauf von Aktien werden Gebühren fällig, die von der Wertentwicklung erst wieder eingeholt werden müssen. Die genaue Höhe unterscheidet sich je nach Anbieter und Handelsplatz leicht. Wer viel und schnell handelt, produziert vor allem Kosten.
Bei Fonds fallen laufende Kosten an. ETFs sind in der Regel günstiger als aktiv gemanagte Fonds, weil bei aktiven Fonds die Arbeit des Fondsmanagements bezahlt wird. Diese Kosten schmälern deine Rendite über die gesamte Haltedauer.
- Transaktionsgebühren fallen bei jedem Kauf und Verkauf an.
- Laufende Kosten bei aktiven Fonds sind häufig etwas höher als bei ETFs.
Typische Kostenpunkte beim Aktienhandel
06 · Fehler vermeiden
Diese Fehler solltest du als Aktienanfängerin vermeiden
Viele Anfängerfehler lassen sich vermeiden, wenn du einige Grundregeln beachtest. Sie schützen dich vor unnötigen Verlusten.
Der häufigste Fehler ist, Geld zu investieren, das du in den nächsten fünf Jahren für Anschaffungen oder den Lebensunterhalt brauchst. Wenn du genau dann verkaufen musst, wenn die Börse eine Schwächephase hat, realisierst du Verluste, die bei längerer Haltedauer vermeidbar gewesen wären.
Ein weiterer typischer Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen und nur eine einzige Aktie zu kaufen. Streue dein Geld auf mehrere Aktien oder einen Fonds, damit der Ausfall eines Unternehmens nicht dein gesamtes Depot belastet. Bleib außerdem bei vermeintlich todsicheren Tipps von Börsen-Gurus skeptisch.
- Investiere kein Geld, das du kurzfristig benötigst.
- Verkaufe nicht in Panik bei fallenden Kursen.
- Handle nicht zu häufig, um hohe Gebühren zu vermeiden.
Häufige Fehler beim Einstieg in Aktien
07 · Checkliste
Checkliste: So hältst du das Risiko bei Aktien klein
Mit diesen Punkten stellst du sicher, dass dein Einstieg an der Börse auf einem soliden Fundament steht.
Mit einer klaren Strategie und einigen Grundregeln hältst du dein Risiko beim Einstieg an der Börse überschaubar. Die wichtigste Regel lautet: Investiere nur Geld, das du langfristig nicht benötigst, und plane einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ein.
Wenn du diese Punkte beachtest, reduzierst du dein Verlustrisiko deutlich. Die Streuung deines Geldes auf mehrere Aktien oder einen Fonds ist der wirksamste Schutz vor dem Ausfall einzelner Unternehmen.
- Ich habe nur Geld investiert, das ich langfristig nicht benötige.
- Ich habe mein Geld auf mehrere Aktien oder einen Fonds verteilt.
- Ich verstehe, in was ich investiere, und bleibe bei Kursschwankungen ruhig.
Dein Risiko-Check für den Aktienkauf
Ich habe nur Geld investiert, das ich langfristig nicht benötige
Ich habe mein Geld auf mehrere Aktien oder einen Fonds verteilt
Ich habe einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren eingeplant
Ich verstehe, in was ich investiere
Ich bleibe bei Kursschwankungen ruhig und handle nicht überstürzt
Ich reinvestiere meine Erträge, um den Zinseszinseffekt zu nutzen
08 · Hintergrund
Wie du mit Kursschwankungen umgehst
Schwankungen gehören zum Aktienmarkt dazu. Dein Umgang damit entscheidet, ob du langfristig erfolgreich bist.
Die Börse ist immer in Bewegung und dein Depot kann zu einem bestimmten Zeitpunkt auch einmal Verluste aufweisen. Das ist kein Unglück, sondern ein Zeichen dafür, dass die Wertpapier-Märkte funktionieren und Angebot und Nachfrage sich verändern. Bereite dich darauf vor, dass es zu Korrekturen kommen kann, und verfalle nicht in Panik und Aktionismus.
Bei Aktien kannst du dir zur Sicherheit eine Stop-Loss-Grenze setzen, also einen Wert, ab dem du deine Anlage auf jeden Fall abstoßen willst. Auf der anderen Seite können Kurskorrekturen auch genau der richtige Zeitpunkt sein, um zu einem günstigen Preis nachzukaufen.
- Reagiere bei Kursschwankungen mit kühlem Kopf statt mit überstürzten Verkäufen.
- Nutze eine Stop-Loss-Grenze, wenn du dich gegen starke Verluste absichern möchtest.
Die Börse ist immer in Bewegung und dein Depot kann zu einem bestimmten Zeitpunkt auch einmal Verluste aufweisen. Das ist kein Unglück, sondern ein Zeichen dafür, dass die Wertpapier-Märkte funktionieren und Angebot und Nachfrage sich verändern.
Bereite dich darauf vor, dass es zu Korrekturen kommen kann, und verfalle nicht in Panik und Aktionismus. Reagiere mit kühlem Kopf. Bei Aktien kannst du dir zur Sicherheit eine Stop-Loss-Grenze setzen, also einen Wert, ab dem du deine Anlage auf jeden Fall abstoßen willst.
Auf der anderen Seite können Kurskorrekturen auch genau der richtige Zeitpunkt sein, um zu einem günstigen Preis nachzukaufen. Entscheidend ist, dass du nicht aus Angst handelst, sondern deiner langfristigen Strategie treu bleibst.
09 · Im Vertrag
Steuern auf Aktiengewinne: Das gilt 2026
Auf deine Gewinne aus Aktien und Fonds werden Steuern fällig. Die wichtigsten Werte solltest du kennen, um deine Nettorendite einschätzen zu können.
Pro Person und Jahr sind 1000 EUR steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR pro Jahr. Dieser Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge gemeinsam.
Oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Auf die Abgeltungsteuer werden zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag erhoben. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, um eine Doppelbesteuerung auszugleichen.
- Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr.
- Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf Gewinne oberhalb des Freibetrags.
Steuerliche Eckwerte für deine Aktienanlage
10 · Hintergrund
Warum ein langer Anlagehorizont dein Risiko senkt
Je länger du investiert bleibst, desto besser kannst du Schwächephasen an der Börse aussitzen. Geduld ist dein wichtigster Verbündeter.
Bei der Geldanlage am Aktienmarkt brauchst du einen längeren Atem. Auf den schnellen Gewinn solltest du besser nicht wetten. Eine gute Idee ist dagegen das regelmäßige Sparen mit einem Fondssparplan, bei dem du unabhängig von der aktuellen Marktlage investierst.
Mit der Zeit sinkt das Risiko deutlich, mit Aktien Geld zu verlieren. Wer über einen Zeitraum von mindestens elf Jahren mit einem Fondssparplan in die 30 DAX-Werte investierte, lag am Ende immer im Plus. Dennoch unterliegen Investmentfonds Kursschwankungen, die du mit einem langen Zeitraum besser ausgleichen kannst.
- Ein langer Anlagehorizont hilft dir, Schwächephasen an der Börse auszusitzen.
- Regelmäßiges Sparen mit einem Fondssparplan reduziert das Risiko, zum falschen Zeitpunkt einzusteigen.
Bei der Geldanlage am Aktienmarkt brauchst du einen längeren Atem. Auf den schnellen Gewinn solltest du besser nicht wetten. Eine gute Idee ist dagegen das regelmäßige Sparen mit einem Fondssparplan.
Mit der Zeit sinkt das Risiko deutlich, mit Aktien Geld zu verlieren. Wer über einen Zeitraum von mindestens elf Jahren mit einem Fondssparplan in die 30 DAX-Werte investierte, lag am Ende immer im Plus.
Dennoch unterliegen Investmentfonds Kursschwankungen. Ein langer Zeitraum hilft dir, diese Schwankungen auszugleichen und von der langfristigen Entwicklung der Unternehmen zu profitieren.
Häufige Fragen
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