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Aktien für Anfänger: Wann sich der Einstieg lohnt

Aktien sind für Anfänger sinnvoll, wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst und bereit bist, Kursschwankungen auszuhalten. Entscheidend sind ein klarer Anlagehorizont, eine breite Streuung und niedrige Kosten.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Aktien bieten langfristig eine überdurchschnittliche Rendite im Vergleich zu vielen anderen Geldanlagen.
  • Für den Handel brauchst du ein Wertpapierdepot, das du bei Banken oder Online-Brokern eröffnen kannst.
  • Mit breit streuenden ETFs oder Aktienfonds reduzierst du dein Risiko gegenüber Einzelaktien.
  • Verluste sind möglich, wenn Aktienkurse fallen. Investiere nur Geld, das du nicht kurzfristig benötigst.

01 · Grundlagen

Was sind Aktien und wie funktioniert die Börse?

Eine Aktie ist ein Anteil an einer Aktiengesellschaft. Der Aktienkurs bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage.

Als Aktionärin wirst du Miteigentümerin des Unternehmens, dessen Anteil du gekauft hast. Dein Stimmrecht und dein Anspruch auf eine Dividende hängen von der Art der Aktie ab, wobei Stammaktien in der Regel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung gewähren.

Der Preis einer Aktie bildet sich nicht willkürlich, sondern an der Börse durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Wenn viele Anleger eine Aktie kaufen wollen, steigt der Kurs. Verkaufen viele, fällt er. Diese Entscheidungen werden von Unternehmensnachrichten, politischen Entwicklungen und den Erwartungen der Anleger beeinflusst.

Für dich bedeutet das: Der Aktienkurs ist immer eine Momentaufnahme der kollektiven Erwartungen. Er kann sich innerhalb weniger Stunden stark verändern, ohne dass sich am Unternehmen selbst etwas geändert hat.

Kurz erklärt

Aktie

Ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Als Aktionärin wirst du Miteigentümerin des Unternehmens.

Der Aktienkurs steigt oder fällt vor allem durch Angebot und Nachfrage. Diese werden durch Unternehmensnachrichten, wirtschaftliche Entwicklungen und Erwartungen der Anleger beeinflusst.

02 · Vergleich

Wie ver­dienst du Geld mit Aktien?

Mit Aktien kannst du auf zwei Wegen eine Rendite erzielen: durch Kurssteigerungen und durch Dividenden.

Deine Rendite aus Aktien setzt sich aus zwei unabhängigen Quellen zusammen. Du kannst einen Gewinn erzielen, wenn du eine Aktie zu einem höheren Kurs verkaufst, als du sie gekauft hast. Dieser Gewinn muss jedoch die Transaktionsgebühren übersteigen, damit unterm Strich ein Plus bleibt.

Die zweite Quelle sind Dividenden. Dabei schüttet ein Unternehmen einen Teil seines Gewinns an seine Aktionäre aus. Die Hauptversammlung muss dieser Ausschüttung zustimmen und du musst die Aktie am festgelegten Stichtag in deinem Depot halten.

Wichtig ist: Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende. Junge oder wachstumsorientierte Firmen behalten ihren Gewinn oft ein, um ihn zu reinvestieren. Deine Rendite hängt dann allein von der Kursentwicklung ab.

Die zwei Renditequellen von Aktien
KurssteigerungDividende
Funktions­weiseDu verkaufst eine Aktie zu einem höheren Kurs, als du sie gekauft hast.Das Unternehmen schüttet einen Teil seines Gewinns an die Aktionäre aus.
VoraussetzungDer Aktienkurs muss über deinen Kaufkurs steigen, abzüglich Transaktionsgebühren.Die Hauptversammlung muss der Ausschüttung zustimmen und du musst die Aktie am Stichtag halten.
RisikoDer Kurs kann auch fallen, dann entsteht ein Verlust.Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende. Sie kann gekürzt werden oder ausfallen.

03 · Schritt für Schritt

Was brauchst du für den Aktienkauf?

Für den Kauf und Verkauf von Aktien benötigst du ein Wertpapierdepot. Es funktioniert wie ein Konto, in dem deine Wertpapiere verwahrt werden.

Für den Handel mit Wertpapieren benötigst du zwingend ein Wertpapierdepot. Das ist ein Konto, in dem deine Aktien, Fonds und ETFs verwahrt werden. Du kannst es bei einer Filialbank, einer Sparkasse oder einem Online-Broker eröffnen.

Für den eigentlichen Kauf gibst du die Stückzahl und den Ausführungsplatz, also die Börse, an. Über die ISIN, eine internationale Wertpapierkennnummer, findest du das gewünschte Wertpapier eindeutig in der Suchfunktion deines Depots.

Nach der Ausführung werden die Aktien in deinem Depot angezeigt. Du solltest vor der Eröffnung die Kosten für die Depotführung und die Ordergebühren vergleichen. Diese unterscheiden sich je nach Anbieter teils deutlich.

01

Depot eröffnen

Du eröffnest ein Wertpapierdepot bei einer Bank, Sparkasse oder einem Online-Broker. Achte auf die Kosten für die Depotführung und die Ordergebühren.

02

Wertpapier auswählen

Du wählst eine Aktie, einen Aktienfonds oder einen ETF aus. Über die ISIN findest du das Wertpapier eindeutig in deinem Depot.

03

Kaufauftrag erteilen

Du gibst die Stückzahl und den Ausführungsplatz, also die Börse, an. Nach der Ausführung werden die Aktien in deinem Depot angezeigt.

04

Wertpapiere verwalten

Du verfolgst die Kursentwicklung in deinem Depot und kannst die Wertpapiere bei Bedarf wieder verkaufen.

04 · Vergleich

Einzelaktien oder Fonds: Was passt zu dir?

Du kannst dein Geld in einzelne Aktien stecken oder in Fonds, die viele Wertpapiere bündeln. Für Anfänger ist die Streuung über Fonds oft der einfachere Weg.

Der Kauf einer Einzelaktie bedeutet, dass du auf die Entwicklung eines einzigen Unternehmens setzt. Das kann hohe Gewinne bringen, wenn das Unternehmen erfolgreich ist. Es bedeutet aber auch ein höheres Risiko, da negative Nachrichten den Kurs stark belasten können.

Ein Aktienfonds bündelt dagegen die Aktien vieler verschiedener Unternehmen. Verluste einzelner Werte können durch die Gewinne anderer ausgeglichen werden. Bei aktiv verwalteten Fonds übernimmt ein Fondsmanagement die Auswahl der Titel, was zusätzliche Kosten verursacht.

Für den Einstieg ist die breite Streuung über einen Fonds oft der einfachere Weg. Du musst dich nicht ständig über einzelne Unternehmen informieren und dein Risiko ist geringer.

Einzelaktien und Aktienfonds im Vergleich
EinzelaktienAktienfonds
StreuungGering, du setzt auf ein einzelnes Unternehmen.Hoch, du investierst in ein Bündel aus verschiedenen Aktien.
RisikoHöher, da die Entwicklung eines Unternehmens starken Einfluss hat.Geringer, da Verluste einzelner Werte durch andere ausgeglichen werden können.
VerwaltungDu triffst die Auswahl und musst dich selbst informieren.Bei aktiv verwalteten Fonds übernimmt ein Fondsmanagement die Auswahl.
KostenEs fallen Ordergebühren beim Kauf und Verkauf an.Zusätzlich können Managementgebühren anfallen, die bei aktiven Fonds höher sind.

05 · Grundlagen

Warum sind ETFs und Indexfonds für Anfänger sinnvoll?

ETFs und Indexfonds bilden einen Börsenindex wie den DAX nach. Sie verzichten auf die aktive Auswahl einzelner Aktien und sind dadurch oft kostengünstiger.

ETFs, auch Indexfonds genannt, sind passiv verwaltete Fonds. Das Fondsmanagement versucht nicht, durch die Auswahl einzelner Aktien besser zu sein als der Markt. Stattdessen bildet der Fonds einen Börsenindex wie den DAX möglichst genau nach.

Ein DAX-ETF enthält die Aktien der 40 großen börsennotierten Unternehmen aus Deutschland in derselben Gewichtung wie der Index. Entwickelt sich der Index positiv, steigt in der Regel auch der Wert deines ETFs, abzüglich möglicher Kosten.

Der Verzicht auf ein aktives Management macht ETFs in der Regel deutlich kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds. Diese Kostenersparnis wirkt sich über lange Zeiträume direkt positiv auf deine Rendite aus.

Kurz erklärt

Indexfonds (ETF)

Ein passiv verwalteter Fonds, der einen Börsenindex möglichst genau nachbildet. Ein DAX-ETF enthält zum Beispiel die Aktien der 40 DAX-Unternehmen in derselben Gewichtung wie der Index.

Entwickelt sich der Index positiv, steigt in der Regel auch der Wert des ETFs, abzüglich möglicher Kosten.

06 · Checkliste

Wie senkst du dein Risiko durch Diversifikation?

Diversifikation bedeutet, dein Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen. Das verringert das Risiko, dass ein einzelner Ausfall dein gesamtes Vermögen trifft.

Wenn eine Anlage an Wert verliert, kann eine andere diesen Verlust ausgleichen. Das Ziel ist, das Gesamtrisiko deines Portfolios zu senken.

Du erreichst das, indem du nicht alles auf eine Karte setzt. Lege dein Geld in unterschiedlichen Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern an. Noch einfacher gelingt die Streuung mit Aktienfonds oder ETFs, die bereits in eine Vielzahl von Titeln investieren.

Setze nicht dein gesamtes Kapital auf eine einzelne Aktie, auch wenn sie vielversprechend wirkt. Kombiniere Aktien außerdem mit anderen Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilien, zum Beispiel über Mischfonds.

So streust du dein Aktieninvestment

01

Lege dein Geld in unterschiedlichen Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern an.

02

Nutze Aktienfonds oder ETFs, die bereits in eine Vielzahl von Titeln investieren.

03

Kombiniere Aktien mit anderen Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilien, zum Beispiel über Mischfonds.

04

Setze nicht dein gesamtes Kapital auf eine einzelne Aktie, auch wenn sie vielversprechend wirkt.

07 · Kosten

Welche Kosten fallen beim Aktien­handel an?

Beim Aktienkauf und der Depotführung entstehen Kosten, die deine Rendite mindern. Ein Vergleich lohnt sich besonders bei den Ordergebühren.

Die bekannteste ist die Ordergebühr, die bei jedem Kauf und Verkauf fällig wird. Sie liegt je nach Anbieter oft zwischen 4 und 10 Euro pro Transaktion.

Zusätzlich können Kosten für die Depotführung anfallen. Viele Anbieter verlangen dafür zwischen 0 und 30 Euro pro Jahr, einige bieten das Depot auch kostenlos an. Bei Fonds kommen laufende Kosten hinzu, die jährlich anfallen.

Die laufenden Kosten sind ein entscheidender Faktor für deinen langfristigen Anlageerfolg. Aktive Aktienfonds kosten oft 1,0 bis 2,0 Prozent pro Jahr, ETFs dagegen nur 0,1 bis 0,5 Prozent.

Typische Kostenarten beim Aktienhandel

Ordergebühr pro Aktienkaufvariiert je nach Anbieter
Depotführungsgebühr pro Jahrteilweise kostenfrei
Laufende Kosten eines aktiven Aktienfondshöher als bei ETFs
Laufende Kosten eines ETFgeringer als bei aktiven Fonds

08 · Im Vertrag

Wie werden Aktiengewinne versteuert?

Gewinne aus Aktien und Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Ein Sparer-Pauschbetrag steht dir als steuerfreier Freibetrag zu.

Pro Person und Jahr sind 1000 Euro steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr.

Für alle Kapitalerträge oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Auf diese Steuer wird zusätzlich der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent erhoben.

Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei. Das gilt für Erträge aus Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote. Diese Regelung reduziert deine Steuerlast auf Fondsgewinne spürbar.

Steuerliche Eckwerte für deine Aktienanlage

Sparer-PauschbetragFreibetragPro Person und Jahr sind 1000 EUR steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR pro Jahr.
AbgeltungsteuerSteuersatzAuf Gewinne aus Aktien können Steuern fällig werden. In Deutschland ist das die Abgeltungsteuer.

09 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du als Anfängerin vermeiden?

Typische Fehler kosten dich Rendite oder erhöhen dein Risiko unnötig. Wer sie kennt, handelt von Anfang an besonnener.

Viele Fehler beim Einstieg in Aktien lassen sich vermeiden, wenn du sie kennst. Ein häufiger Fehler ist, Geld zu investieren, das du für den täglichen Bedarf oder für Notfälle benötigst. Fällt der Kurs, stehst du unter Druck und musst womöglich mit Verlust verkaufen.

Ein weiterer Fehler ist, alles auf eine einzelne Aktie zu setzen. Ohne breite Streuung hängt dein gesamtes Vermögen am Erfolg eines einzigen Unternehmens. Auch Panikverkäufe bei fallenden Kursen schreiben Verluste fest, die sich langfristig oft wieder ausgeglichen hätten.

Investiere niemals Geld, das du kurzfristig brauchst, und handle nicht ohne Anlageziel. Wer ohne Plan investiert, neigt zu kurzfristigen Entscheidungen, die langfristig Rendite kosten.

Häufige Fehler beim Einstieg in Aktien

·Geld investieren, das du für den täglichen Bedarf oder Notfälle benötigst.
·Alles auf eine einzelne Aktie setzen, statt breit zu streuen.
·Bei fallenden Kursen in Panik verkaufen und Verluste festschreiben.
·Die Kosten für Ordergebühren und Fondsverwaltung ignorieren.
·Ohne Anlageziel und Anlagehorizont investieren und kurzfristig handeln.

10 · Schritt für Schritt

In 5 Schritten zur ersten Aktie

Ein strukturierter Ablauf hilft dir, von der Vorbereitung bis zum ersten Kauf sicher vorzugehen.

Der erste Schritt ist, dein Anlageziel und deinen Anlagehorizont festzulegen. Überlege, warum du investierst und wie lange dein Geld angelegt bleiben soll. Für den Vermögensaufbau sind oft Zeiträume von zehn Jahren oder länger sinnvoll.

Bevor du in Aktien investierst, solltest du Rücklagen gebildet haben. Ein Notfallgroschen von idealerweise drei Monatsgehältern schützt dich davor, bei unvorhergesehenen Ausgaben an dein Depot zu müssen. Tilge außerdem ausstehende Kredite, bevor du Geld an der Börse anlegst.

Erst danach eröffnest du dein Wertpapierdepot und legst den Anlagebetrag fest. Achte bei der Depotwahl auf niedrige Ordergebühren und eine möglichst kostenlose Depotführung. Investiere nur Geld, das du langfristig nicht benötigst.

01

Anlageziel und Anlagehorizont festlegen

Überlege, warum du investierst und wie lange dein Geld angelegt bleiben soll. Für den Vermögensaufbau sind oft Zeiträume von zehn Jahren oder länger sinnvoll.

02

Rücklagen bilden

Bevor du in Aktien investierst, solltest du einen Notfallgroschen von idealerweise drei Monatsgehältern angespart haben. Tilge außerdem ausstehende Kredite.

03

Wertpapierdepot eröffnen

Eröffne ein Depot bei einer Bank, Sparkasse oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und eine kostenlose Depotführung.

04

Anlagebetrag festlegen

Lege fest, wie viel Geld du monatlich per Sparplan oder einmalig investieren kannst. Investiere niemals Geld, das du kurzfristig brauchst.

05

Erste Wertpapiere kaufen

Wähle breit streuende ETFs oder Aktienfonds für den Einstieg. Gib die ISIN in deinem Depot ein und erteile den Kaufauftrag.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026