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FinanzbildungInvestieren14 Min.

Aktien für Anfänger Erklärung: Dein sanfter Einstieg in die Welt der Geldanlage

Aktien klingen kompliziert, sind aber im Kern nur kleine Anteile an echten Unternehmen. Dieser Leitfaden erklärt dir alle Grundlagen Schritt für Schritt, ohne Fachchinesisch, und zeigt dir, wie du 2026 klug und sicher startest.

Aktien GrundlagenErste SchritteGeldanlage
Brauche ich das?
Ja, für Vermögen.
Aktien bieten langfristig die Chance auf Inflationsausgleich.
Wie viel Geld?
Schon wenig reicht.
Der Einstieg ist bereits mit kleinen Sparraten möglich.
Ist das riskant?
Ja, aber beherrschbar.
Mit Streuung und langem Horizont sinkt das Risiko.
Wie starte ich?
Mit einem ETF.
Ein Indexfonds streut dein Geld über viele Firmen.

Warum Aktien auch dich etwas angehen

Vielleicht denkst du, Aktien sind nur etwas für reiche Leute in Anzügen, die den ganzen Tag vor Bildschirmen sitzen. Doch das ist ein Trugschluss. In Zeiten steigender Preise, also Inflation, verliert dein Erspartes auf dem Girokonto oder Sparbuch an Kaufkraft. Dein Geld wird also weniger wert, obwohl die Zahl auf dem Konto gleich bleibt. Das betrifft dich direkt, denn dein Erspartes arbeitet nicht für dich, es schläft und verliert dabei an Wert.

Gleichzeitig werden staatliche Renten in Deutschland in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Das ist keine Panikmache, sondern eine nüchterne Betrachtung der demografischen Entwicklung. Wenn du also nicht später im Alter Abstriche machen willst, musst du selbst vorsorgen. Aktien sind dabei eines der wirksamsten Werkzeuge, um langfristig Vermögen aufzubauen, das die Inflation schlägt.

Du musst kein Finanzgenie sein, um davon zu profitieren. Die Idee ist einfach: Du beteiligst dich am Erfolg der größten Unternehmen der Welt. Wenn du zum Beispiel einen Aktienfonds kaufst, der den deutschen Leitindex DAX abbildet, investierst du automatisch in die 40 größten börsennotierten Konzerne des Landes. Du wirst also Miteigentümer von Unternehmen, deren Produkte du täglich nutzt, von Autos bis zu Medikamenten.

Der Einstieg ist heute einfacher denn je. Du brauchst kein großes Startkapital, sondern kannst bereits mit kleinen monatlichen Beträgen starten. Die Digitalisierung hat die Kosten für den Aktienkauf drastisch gesenkt, und viele Apps machen den Einstieg so einfach wie das Eröffnen eines Bankkontos. Es geht nicht darum, schnell reich zu werden, sondern darum, systematisch und geduldig Vermögen aufzubauen.

Wichtig ist, dass du den ersten Schritt machst und dich nicht von der Komplexität abschrecken lässt. Dieser Ratgeber begleitet dich dabei. Wir erklären dir die Grundlagen, zeigen dir die Risiken und geben dir einen klaren Fahrplan an die Hand. Am Ende wirst du verstehen, warum Aktien ein unverzichtbarer Baustein für deine finanzielle Zukunft sind und wie du konkret loslegst.

~15% p.a.
War die durchschnittliche Rendite des DAX in den letzten 10 Jahren (Stand 2025, inkl. Dividenden).
jede:r 4.
Deutsche:r über 18 besitzt laut Studien Aktien oder Fondsanteile.
0 Euro
Sparplanausführung bei vielen Neobrokern und Direktbanken möglich.

Was ist eine Aktie eigentlich genau?

Stell dir vor, du möchtest ein eigenes Café eröffnen, aber dir fehlt das Geld für die Kaffeemaschine und die Miete. Du suchst dir also Partner, die dir Geld geben. Im Gegenzug bekommen sie einen Anteil an deinem Café. Wenn das Café Gewinn macht, bekommen sie einen Teil davon ab. Wenn es Verluste macht, müssen sie das mittragen. Genau dieses Prinzip steckt hinter einer Aktie.

Eine Aktie ist also ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Wenn du eine Aktie von, sagen wir, der Muster AG kaufst, bist du Miteigentümer dieses Unternehmens. Dein Anteil ist zwar winzig, aber du hast offiziell ein Stück vom Kuchen. Du hast damit bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf einen Teil des Gewinns, die sogenannte Dividende, und das Stimmrecht auf der Hauptversammlung.

Der Wert deiner Aktie wird durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt. Wenn das Unternehmen gute Geschäfte macht und viele Anleger die Aktie kaufen wollen, steigt der Kurs. Wenn es schlechte Nachrichten gibt oder die Gewinne sinken, fällt der Kurs. Dieser Preis schwankt also täglich, manchmal sogar stündlich. Genau diese Schwankungen machen viele Menschen nervös, aber sie sind ein normaler Teil des Spiels.

Es gibt verschiedene Arten von Aktien, aber für dich als Anfänger ist die Unterscheidung zwischen Einzelaktien und Aktienfonds wichtiger. Eine Einzelaktie ist der Anteil an einem einzigen Unternehmen, zum Beispiel an einem Autohersteller. Ein Aktienfonds, auch ETF genannt, bündelt hingegen viele Aktien verschiedener Unternehmen in einem einzigen Produkt. Damit streust du dein Risiko, denn wenn eine Firma schlecht läuft, können die anderen das ausgleichen.

Für den Anfang ist es wichtig zu verstehen, dass du mit Aktien nicht nur auf steigende Kurse setzt. Viele Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns als Dividende an ihre Aktionäre aus. Das ist ein direkter Geldfluss auf dein Konto, unabhängig vom Kursverlauf. Gerade für langfristig orientierte Anleger sind Dividenden ein wichtiger Baustein für den Vermögensaufbau, da sie den Gesamtertrag erheblich steigern können.

So funktioniert der Aktienkauf an der Börse

Der Handel mit Aktien findet nicht mehr in hektischen Parketts statt, sondern heutzutage fast ausschließlich elektronisch über die Börse. Wenn du eine Aktie kaufen möchtest, gibst du deiner Bank oder deinem Broker einen Auftrag. Dieser wird dann an die Börse weitergeleitet, wo er auf ein passendes Verkaufsangebot trifft. Sobald sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis geeinigt haben, wird der Handel ausgeführt.

Du hast dabei die Wahl, zu welchem Preis du handeln möchtest. Die einfachste Variante ist die Market-Order, bei der du zum aktuellen Marktpreis kaufst. Die präzisere Variante ist die Limit-Order, bei der du einen Höchstpreis festlegst. Der Handel wird dann nur ausgeführt, wenn der Kurs diesen Wert erreicht oder unterschreitet. Für Anfänger ist die Limit-Order oft die bessere Wahl, da du so vor unerwarteten Kurssprüngen geschützt bist.

Der Preis einer Aktie wird durch die Erwartungen der Marktteilnehmer bestimmt. Wenn viele Menschen glauben, dass ein Unternehmen in der Zukunft erfolgreich sein wird, sind sie bereit, mehr zu zahlen. Diese Erwartungen werden von vielen Faktoren beeinflusst, von Quartalszahlen über politische Entscheidungen bis hin zu globalen Krisen. Es ist unmöglich, diese Bewegungen vorherzusagen, und genau das solltest du auch nicht versuchen.

Stattdessen solltest du verstehen, dass die Börse langfristig einer Aufwärtstendenz folgt, auch wenn es zwischendurch immer wieder zu Rückschlägen kommt. Die Weltwirtschaft wächst, Unternehmen werden produktiver und erwirtschaften mehr Gewinn. Diese Entwicklung spiegelt sich im Aktienmarkt wider. Wer also über einen langen Zeitraum investiert bleibt und nicht bei jedem Tiefststand verkauft, hat historisch gesehen fast immer eine positive Rendite erzielt.

Ein wichtiger Begriff ist dabei der Zinseszinseffekt. Wenn du deine erzielten Gewinne nicht entnimmst, sondern wieder investierst, erwirtschaften diese Gewinne selbst wieder Gewinne. Das ist wie ein Schneeballsystem, das über die Jahre immer schneller wächst. Je früher du also beginnst und je länger du investiert bleibst, desto stärker profitiert dein Vermögen von diesem Effekt. Zeit ist dabei dein größter Verbündeter.

Kosten verstehen: Was kostet dich die Aktienanlage?

Bevor du dein erstes Geld investierst, solltest du die Kosten kennen, die beim Aktienkauf anfallen. Die gute Nachricht ist: Die Kosten sind in den letzten Jahren drastisch gesunken. Früher waren Ordergebühren von rund 50 Euro oder mehr üblich, heute bieten viele Online-Broker den Handel für wenige Euro oder sogar kostenlos an. Das macht den Einstieg auch für kleine Anlagesummen attraktiv.

Die wichtigsten Kostenarten sind die Ordergebühr, die beim Kauf und Verkauf einer Aktie anfällt, sowie die laufenden Kosten eines Fonds. Bei Einzelaktien zahlst du nur die Ordergebühr. Bei ETFs, also Indexfonds, gibt es zusätzlich eine jährliche Verwaltungsgebühr, die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Diese liegt bei breit gestreuten ETFs meist unter einem Prozent pro Jahr und wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen.

Achte außerdem auf den Spread, also die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis einer Aktie. Dieser entsteht durch die Marktmacher an der Börse und ist bei großen, liquiden Aktien sehr gering, bei exotischen Titeln jedoch höher. Für dich als Anleger bedeutet das: Je bekannter und häufiger gehandelt eine Aktie ist, desto geringer sind die indirekten Handelskosten. Das ist ein weiterer Grund, warum ETFs auf große Indizes so beliebt sind.

Vorsicht ist bei versteckten Kosten geboten, die manche Banken erheben. Dazu gehören zum Beispiel Depotgebühren, also die Gebühr für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Viele Neobroker bieten das Depot inzwischen kostenlos an, während klassische Banken dafür eine jährliche Gebühr verlangen. Auch Fremdkosten, wie Gebühren für Auslandsgeschäfte oder Dividendenzahlungen, können anfallen. Ein Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis deines Anbieters lohnt sich daher immer.

Als Faustregel gilt: Die Kosten sollten deine Rendite nicht auffressen. Ein Prozentpunkt mehr an jährlichen Gebühren kann über 30 Jahre einen erheblichen Teil deines Endergebnisses ausmachen. Deshalb ist es klug, auf günstige Anbieter und kosteneffiziente Produkte zu setzen. Ein einfacher, breit gestreuter ETF mit einer niedrigen TER ist für die meisten Anleger die kostengünstigste und effektivste Lösung.

Worauf du als Anfänger unbedingt achten solltest

Der wichtigste Grundsatz für dich als Anfänger lautet: Streue dein Geld. Lege niemals alles in eine einzige Aktie oder einen einzigen Sektor. Wenn du nur in ein Unternehmen investierst und dieses macht Pleite, ist dein gesamtes Kapital weg. Wenn du jedoch in 100 oder 1000 verschiedene Unternehmen investierst, ist der Verlust eines einzelnen Titels kaum spürbar. Diese Streuung erreichst du am einfachsten mit ETFs.

Ein weiterer zentraler Punkt ist dein Anlagehorizont. Aktien sind kein kurzfristiges Spielzeug, sondern ein langfristiges Investment. Du solltest nur Geld anlegen, das du in den nächsten zehn Jahren sicher nicht benötigst. Wenn du weißt, dass du in zwei Jahren eine Anzahlung für eine Wohnung brauchst, dann hat das Geld an der Börse nichts zu suchen. Kurzfristige Kursschwankungen können dir sonst einen Strich durch die Rechnung machen.

Überlege dir vor dem Kauf, wie viel Risiko du persönlich vertragen kannst. Das hängt von deiner Persönlichkeit, aber auch von deiner finanziellen Situation ab. Wenn du jeden Kursverlust von zehn Prozent nicht schlafen lässt, solltest du deinen Aktienanteil reduzieren und mehr in sichere Anlagen wie Tagesgeld oder Anleihen stecken. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur das, was zu dir und deiner Lebenssituation passt.

Informiere dich über das Unternehmen oder den Index, in den du investierst, bevor du kaufst. Du musst keine Bilanzanalyse betreiben, aber du solltest verstehen, womit das Unternehmen sein Geld verdient und ob das Geschäftsmodell zukunftsfähig ist. Bei ETFs ist das einfacher, da sie einen ganzen Markt abbilden. Ein ETF auf den Weltaktienindex MSCI World enthält zum Beispiel die größten Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Vergiss nicht, dein Depot regelmäßig zu prüfen, aber nicht zu oft. Ein Blick einmal pro Quartal reicht völlig aus, um sicherzustellen, dass alles nach Plan läuft. Tägliches Checken der Kurse führt nur zu unnötigem Stress und kann dich zu unüberlegten Entscheidungen verleiten. Vertraue auf deinen Plan und halte an ihm fest, auch wenn es mal stürmische Zeiten an den Märkten gibt.

Die größten Anfängerfehler und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler von Einsteigern ist das Verkaufen in der Krise. Wenn die Kurse fallen, packt viele die Panik, und sie verkaufen ihre Anteile, um weitere Verluste zu vermeiden. Doch genau das ist der falsche Zeitpunkt. Denn wenn du verkaufst, realisierst du den Verlust und kannst nicht mehr von der Erholung profitieren. Die Börse hat sich nach jeder Krise in der Geschichte erholt, und wer investiert blieb, hat langfristig gewonnen.

Ein weiterer Klassiker ist das Hinterherlaufen von Trends. Wenn eine Aktie oder ein Sektor bereits stark gestiegen ist, wollen viele einsteigen, um noch schnell Gewinne mitzunehmen. Doch oft ist der Zug dann schon abgefahren, und es folgt eine Korrektur. Statt auf Hypes zu setzen, solltest du systematisch und breit gestreut investieren. Das ist langweilig, aber es funktioniert nachweislich besser als das Spekulieren auf den nächsten großen Wurf.

Viele Anfänger machen auch den Fehler, zu wenig Geld zu investieren. Sie warten auf den perfekten Zeitpunkt oder auf eine größere Summe, die sie dann auf einmal anlegen wollen. Doch der beste Zeitpunkt war gestern, der zweitbeste ist heute. Gerade mit einem Sparplan kannst du schon mit kleinen Beträgen starten und vom Cost-Average-Effekt profitieren. Du kaufst bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger, was deinen Durchschnittspreis glättet.

Ein oft unterschätzter Fehler ist die Vernachlässigung der Kosten. Wer bei einer teuren Bank ein Depot führt und teure Fonds kauft, verschenkt über die Jahre einen erheblichen Teil seiner Rendite. Die Kosten sind die einzige Größe, die du als Anleger direkt beeinflussen kannst. Deshalb solltest du sie immer im Blick haben und auf günstige Alternativen setzen. Ein Kostenunterschied von einem Prozentpunkt pro Jahr summiert sich über 30 Jahre zu einer sechsstelligen Summe.

Schließlich solltest du dich nicht von Meinungen und Prognosen verrückt machen lassen. Es gibt tausende Experten, die täglich ihre Einschätzungen abgeben, und viele widersprechen sich gegenseitig. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, auch nicht die Profis. Vertraue auf die historisch belegte Entwicklung der Aktienmärkte und auf deinen langfristigen Plan. Disziplin und Geduld sind die wichtigsten Tugenden eines erfolgreichen Anlegers.

Dein Fahrplan: So legst du dein erstes Investment an

Bevor du auch nur eine einzige Aktie kaufst, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Stelle sicher, dass du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto hast. Dieser Puffer schützt dich davor, im Notfall deine Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen. Erst wenn dieser Notgroschen steht, solltest du mit dem Investieren beginnen.

Der nächste Schritt ist die Wahl des richtigen Depots. Ein Depot ist im Grunde ein Konto für deine Wertpapiere. Du hast die Wahl zwischen klassischen Banken, Direktbanken und Neobrokern. Für den Anfang sind Neobroker oft die beste Wahl, da sie ein kostenloses Depot und günstige oder sogar kostenlose Sparpläne anbieten. Achte darauf, dass der Anbieter seriös ist und über eine deutsche Banklizenz verfügt, dann ist dein Geld durch die Einlagensicherung geschützt.

Danach musst du dich für ein Produkt entscheiden. Für Anfänger ist ein breit gestreuter ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World die erste Wahl. Diese Fonds bilden die Entwicklung von tausenden Unternehmen weltweit ab und bieten dir eine maximale Streuung mit einem einzigen Produkt. Du musst dir keine Gedanken über einzelne Aktien machen und profitierst vom langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft.

Jetzt richtest du einen Sparplan ein. Das funktioniert wie ein Dauerauftrag: Du legst einen festen Betrag fest, zum Beispiel 50 oder rund 100 Euro, der monatlich automatisch von deinem Girokonto abgebucht und in den ETF investiert wird. So baust du systematisch Vermögen auf, ohne dass du dich aktiv darum kümmern musst. Du kannst den Betrag jederzeit anpassen oder den Sparplan pausieren.

Der letzte Schritt ist der wichtigste: Bleib dran. Überweise den Sparplan nicht nach ein paar Monaten wieder zurück, nur weil die Kurse mal gefallen sind. Denke an deinen langfristigen Horizont und daran, dass Kursschwankungen normal sind. Überprüfe dein Investment einmal im Jahr und justiere es gegebenenfalls nach, zum Beispiel wenn sich deine Lebensumstände ändern. Ansonsten gilt: Einfach laufen lassen und dem Zinseszinseffekt Zeit geben.

Deine Rechte und Pflichten als Aktionär

Als Aktionär bist du Miteigentümer eines Unternehmens, und damit verbunden sind bestimmte Rechte. Das wichtigste Recht ist das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Dort kannst du über grundlegende Entscheidungen des Unternehmens abstimmen, zum Beispiel über die Entlastung des Vorstands oder die Verwendung des Gewinns. In der Praxis nehmen die meisten Kleinanleger dieses Recht jedoch nicht wahr, da ihre Stimme kaum Gewicht hat.

Ein weiteres Recht ist der Anspruch auf einen Anteil am Gewinn, die Dividende. Wenn das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, entscheidet der Vorstand, ob dieser im Unternehmen reinvestiert oder an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Höhe der Dividende ist nicht garantiert und kann von Jahr zu Jahr schwanken. Für viele Anleger ist eine stabile oder wachsende Dividende ein Zeichen für ein gesundes Unternehmen.

Zu deinen Pflichten gehört es, deine Kapitalerträge in deiner Steuererklärung anzugeben. Seit 2009 gibt es in Deutschland die Abgeltungsteuer, die direkt von deiner Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird. Du musst dich also nicht selbst darum kümmern, solange du deinen Freistellungsauftrag bei deiner Bank hinterlegt hast. Dieser sorgt dafür, dass deine Erträge bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei bleiben.

Der Freistellungsauftrag ist ein wichtiger Punkt, den viele Anfänger vergessen. Du hast pro Jahr einen Sparerpauschbetrag, bis zu dem deine Kapitalerträge steuerfrei sind. Wenn du keinen Freistellungsauftrag stellst, führt die Bank automatisch Steuern ab, die du dir später über die Steuererklärung zurückholen musst. Das ist unnötiger Aufwand, den du dir mit einem Klick in deinem Online-Banking ersparen kannst.

Informiere dich außerdem über die steuerliche Behandlung von Verlusten. Wenn du Aktien mit Verlust verkaufst, kannst du diese Verluste mit Gewinnen aus anderen Wertpapiergeschäften verrechnen. Das reduziert deine Steuerlast. Auch das erledigt deine Bank automatisch im Rahmen der Abgeltungsteuer. Es ist also nicht kompliziert, aber es schadet nicht, die Grundlagen zu kennen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Langfristig denken: So baust du nachhaltig Vermögen auf

Der Schlüssel zum Vermögensaufbau mit Aktien liegt in der Zeit und nicht im Timing. Niemand kann den Markt dauerhaft schlagen, auch nicht die Profis. Deshalb ist es so wichtig, dass du deinen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren einplanst. Je länger du investiert bist, desto mehr Zeit hat der Zinseszinseffekt, um seine volle Wirkung zu entfalten. Ein früher Start ist daher das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Regelmäßigkeit. Statt einmal im Jahr eine große Summe zu investieren, ist es oft besser, monatlich einen festen Betrag zu sparen. Das hat den Vorteil, dass du über die Jahre hinweg einen Durchschnittspreis erzielst und nicht vom Zufall eines einzelnen Kauftags abhängig bist. Diese Strategie nennt man Cost-Average-Effekt, und sie nimmt dir den Druck, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden.

Überlege dir, ob du deine Anlage im Laufe der Jahre anpassen möchtest. Wenn du jünger bist, kannst du ein höheres Risiko eingehen, da du mehr Zeit hast, Verluste auszugleichen. Mit zunehmendem Alter solltest du den Aktienanteil dann langsam reduzieren und mehr in sichere Anlagen umschichten. Eine einfache Faustregel ist: 100 minus dein Lebensalter ergibt den ungefähren Aktienanteil in Prozent. Das ist nur eine grobe Orientierung, aber ein guter Ausgangspunkt.

Vergiss nicht, deine Anlageentscheidungen regelmäßig zu hinterfragen, aber nicht bei jedem Kursschwankungen. Einmal im Jahr solltest du dein Portfolio überprüfen und schauen, ob es noch zu deinen Zielen und deiner Risikobereitschaft passt. Wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch eine Heirat, ein Kind oder einen Jobwechsel, kann es sinnvoll sein, deine Strategie anzupassen. Ansonsten gilt: Ruhe bewahren und den Plan durchziehen.

Am Ende ist die Aktienanlage kein Sprint, sondern ein Marathon. Es wird gute und schlechte Jahre geben, aber über lange Sicht ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du eine positive Rendite erzielst. Die größte Gefahr für dein Vermögen bist du selbst, genauer gesagt deine Emotionen. Wer diszipliniert bleibt und nicht in Panik gerät, wird langfristig belohnt. Starte also noch heute mit deinem ersten Sparplan und gib deinem Geld die Chance, für dich zu arbeiten.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Geld für mindestens 10 Jahre entbehren?
Würdest du einen Kurseinbruch von 30% ohne Panik aushalten?
Hast du einen Notgroschen für 3 Monatsgehälter auf der Seite?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Du kannst bereits mit 25 oder rund 50 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan investieren. Viele Neobroker bieten die Ausführung von Sparplänen sogar kostenlos an. Wichtig ist, dass du regelmäßig sparst und langfristig investiert bleibst.

Eine Aktie ist der Anteil an einem einzigen Unternehmen. Ein ETF ist ein Fonds, der viele verschiedene Aktien bündelt. Mit einem ETF streust du dein Risiko automatisch über hunderte oder tausende Unternehmen, was für Anfänger in der Regel die sicherere Wahl ist.

Bei einer Einzelaktie ist der Totalverlust theoretisch möglich, wenn das Unternehmen pleitegeht. Bei einem breit gestreuten ETF ist das Risiko eines Totalverlusts praktisch ausgeschlossen, da du in viele Unternehmen gleichzeitig investiert bist. Kursschwankungen von rund 30 Prozent oder mehr sind jedoch normal und solltest du aushalten können.

Der beste Zeitpunkt ist heute, denn niemand kann die Zukunft vorhersagen. Statt auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten, ist es besser, regelmäßig mit einem Sparplan zu investieren. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt und musst dir keine Gedanken über Marktschwankungen machen.

Die Rendite ist nicht garantiert und schwankt stark. Historisch gesehen haben breit gestreute Aktienportfolios über lange Zeiträume von 10 Jahren oder mehr eine durchschnittliche Rendite von etwa 5 bis 7 Prozent pro Jahr erzielt. Kurzfristig kann die Rendite jedoch stark negativ oder positiv ausfallen.

Deine Aktien sind Sondervermögen und gehören dir, nicht dem Broker. Selbst im Falle einer Insolvenz des Brokers bleiben deine Wertpapiere sicher und werden auf einen anderen Anbieter übertragen. Zusätzlich ist dein Guthaben auf dem Verrechnungskonto bis zu einer bestimmten Summe durch die Einlagensicherung geschützt.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.