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FinanzbildungErdwaermepumpe9 Min.

Erdwärmepumpe Funktion, Kosten und Förderung im Überblick

Erdwärmepumpe einfach erklärt: Funktion, Kosten, Förderung und ob sich die Investition lohnt. & junge Erwachsene verständlich aufbereitet.

ErdwärmepumpeRechnerWas ist eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Wärmepumpe, die Erdwärme (Geothermie) als Wärmequelle nutzt
  • Abgrenzung zur Luft-Wasser- und Grundwasser-Wärmepumpe
  • Warum das Thema auch für junge Erwachsene beim Immobilienkauf/WG relevant ist
  • Prinzip: Wärmeentzug aus dem Erdreich über Erdkollektor oder Erdsonde

Erdwärmepumpe auf einen Blick: So heizt du mit Geothermie

Definition: Wärmepumpe, die Erdwärme (Geothermie) als Wärmequelle nutzt

Eine Erdwärmepumpe nutzt die konstante Wärme im Erdreich, um Gebäude zu heizen und Warmwasser bereitzustellen – nahezu emissionsfrei und mit hoher Effizienz. Gerade für junge Eigentümer:innen, die beim Immobilienkauf auf langfristige Betriebskosten achten müssen, ist das Thema hochrelevant.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst: Eine Erdwärmepumpe erschließt Erdwärme über Flächenkollektoren oder Tiefenbohrungen, arbeitet das ganze Jahr über mit hoher Effizienz (Jahresarbeitszahl oft über 4) und wird 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit einem Grundfördersatz von 30 % der förderfähigen Kosten bezuschusst – plus möglicher Boni. Der Einstieg in die Finanzplanung lohnt sich vor dem Kauf.

AUF EINEN BLICK

  • Abgrenzung zur Luft-Wasser- und Grundwasser-Wärmepumpe
  • Warum das Thema auch für junge Erwachsene beim Immobilienkauf/WG relevant ist

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Was ist eine Erdwärmepumpe – und warum unterscheidet sie sich von anderen Wärmepumpen?

Prinzip: Wärmeentzug aus dem Erdreich über Erdkollektor oder Erdsonde

Eine Erdwärmepumpe, auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet, ist eine Heizanlage, die thermische Energie aus dem Erdreich entnimmt und sie auf ein deutlich höheres Temperaturniveau anhebt, um Wohnräume zu heizen und Trinkwasser zu erwärmen. Der entscheidende Unterschied zu anderen Wärmepumpentypen liegt in der Wärmequelle: Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die Außenluft nutzt – deren Temperatur im Winter stark schwankt – greift die Erdwärmepumpe auf das Erdreich zurück, das ab einer gewissen Tiefe das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur von etwa 8 bis 12 °C aufweist. Grundwasser-Wärmepumpen hingegen zapfen direkt das Grundwasser an, was noch höhere Effizienzwerte ermöglicht, aber auch aufwendigere Genehmigungsverfahren und spezifische hydrogeologische Voraussetzungen erfordert.

Für junge Erwachsene, die sich erstmals mit dem Thema Immobilienkauf oder dem Umbau einer geerbten Immobilie beschäftigen, mag die Erdwärmepumpe auf den ersten Blick komplex wirken. Die höheren Anfangsinvestitionen schrecken oft ab. Aber gerade in einer WG oder in einer selbst genutzten Immobilie können die niedrigeren laufenden Betriebskosten im Vergleich zu einer Gas- oder Ölheizung über die Jahrzehnte erhebliche Einsparungen bringen. Wer also beim Hauskauf eine Immobilie mit Gasheizung aus den 1990er-Jahren übernimmt und vor einem Heizungstausch steht, sollte die Erdwärmepumpe als ernsthafte Option auf dem Radar haben – auch wenn der Kassensturz zunächst ernüchternd wirkt.

Ein weiterer Aspekt, der für junge Eigentümer:innen wichtig ist: Die Erdwärmepumpe eignet sich auch zur Kühlung. Im Sommer kann das System reversibel betrieben werden und Wärme aus dem Gebäude ins Erdreich ableiten – ein Vorteil, der mit dem Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das macht die Technologie nicht nur für ökologisch denkende Haushalte attraktiv, sondern auch für alle, die eine langfristig zukunftssichere Heizlösung suchen.

AUF EINEN BLICK

  • Kältemittelkreislauf, Verdichter und Wärmeabgabe ans Heizsystem einfach erklärt
  • Rolle der Jahresarbeitszahl (JAZ) als Effizienzkennwert

Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe im Detail?

Flächenkollektor: horizontale Verlegung, viel Grundstücksfläche nötig

Das Funktionsprinzip einer Erdwärmepumpe basiert auf dem gleichen thermodynamischen Kreislauf, der auch in einem Kühlschrank steckt – nur in umgekehrter Richtung. Ein Kältemittelsystem zirkuliert zwischen dem Erdreich und dem Heizsystem des Hauses. Im ersten Schritt fließt eine Sole (ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel) durch Rohrleitungen, die entweder horizontal im Erdreich verlegt oder vertikal in die Tiefe gebohrt sind. Dort nimmt sie die im Boden gespeicherte Wärmeenergie auf und transportiert sie zur Wärmepumpeneinheit.

In der Wärmepumpe gibt die Sole ihre aufgenommene Wärme an ein Kältemittel ab, das dabei verdampft. Ein elektrisch betriebener Verdichter (Kompressor) verdichtet dieses Gas, was seine Temperatur stark erhöht. Anschließend gibt das heiße Kältemittelgas seine Wärme in einem Verflüssiger ans Heizsystem ab – also an die Fußbodenheizung, die Wandheizung oder Heizkörper. Das Kältemittel kondensiert dabei wieder, entspannt sich über ein Expansionsventil und der Kreislauf beginnt von vorne. Der einzige externe Energiebedarf ist der Strom für den Verdichter.

Die Effizienz einer Erdwärmepumpe wird maßgeblich durch die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben. Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage pro verbrauchter Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden. Erdwärmepumpen erreichen aufgrund der stabilen Quellentemperatur typischerweise höhere JAZ-Werte als Luft-Wasser-Wärmepumpen – häufig zwischen 4 und 5. Je höher die JAZ, desto günstiger der Betrieb und desto besser die CO₂-Bilanz, insbesondere wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Die JAZ ist daher einer der wichtigsten Kennwerte, den du beim Vergleich von Angeboten und beim Gespräch mit Fachbetrieben im Blick behalten solltest.

AspektWorauf es ankommt
Flächenkollektor: horizontale Verlegungviel Grundstücksfläche nötig
Erdsonde: Tiefenbohrunggeringer Flächenbedarf, genehmigungspflichtig
Einfluss von Bodenbeschaffenheit und Grundwasser,

Erdkollektor oder Erdsonde – welche Bauart passt zu deinem Grundstück?

Kostenblöcke: Gerät, Erschließung (Bohrung/Kollektor), Installation

Bei der Erschließung der Erdwärme gibt es grundsätzlich zwei Hauptvarianten: den horizontalen Flächenkollektor und die vertikale Erdsonde. Der Flächenkollektor wird in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern horizontal im Erdreich verlegt. Vorteil: Die Technik ist vergleichsweise einfach, die Kosten für die Erschließung sind geringer, und es sind in der Regel keine besonderen Genehmigungen nötig. Nachteil: Der Flächenbedarf ist erheblich. Für ein Einfamilienhaus werden oft 200 bis 500 Quadratmeter Kollektorfläche benötigt – je nach Bodenbeschaffenheit und Heizlast des Gebäudes. Wer ein kleines Grundstück hat oder die Fläche anderweitig nutzen möchte, scheidet hier schnell aus.

Die Erdsonde hingegen wird vertikal in die Erde gebohrt, typischerweise auf Tiefen zwischen 50 und 150 Metern, manchmal auch tiefer. Sie benötigt nur wenig Grundstücksfläche – ideal für innerstädtische Grundstücke oder kleinere Gärten. Allerdings ist die Tiefenbohrung aufwendiger, teurer und in vielen Bundesländern genehmigungspflichtig. Die Genehmigung wird in der Regel von der Unteren Wasserbehörde des jeweiligen Landkreises erteilt, da Tiefenbohrungen das Grundwasser potenziell beeinflussen können. Ob eine Bohrung an einem bestimmten Standort zulässig ist, hängt von der lokalen Hydrogeologie und dem Vorhandensein von Trinkwasserschutzgebieten ab.

Die Bodenbeschaffenheit spielt bei beiden Varianten eine entscheidende Rolle. Feuchte, tonige oder lehmige Böden leiten Wärme besser als trockener Sand oder Kies. Ein schlechter Wärmeleiter im Erdreich bedeutet, dass entweder mehr Kollektorfläche oder eine tiefere Bohrung erforderlich ist – was die Kosten erhöht. Vor einer Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher eine Standortanalyse durch einen qualifizierten Fachbetrieb oder ein Ingenieurbüro, das die Bodenverhältnisse bewertet und die optimale Erschließungsstrategie ermittelt.

AUF EINEN BLICK

  • Laufende Stromkosten hängen von JAZ und Strompreis ab
  • Amortisation im Vergleich zu Gas-/Ölheizung – bitte nur mit belegten Zahlen

Was kostet eine Erdwärmepumpe? Investition und laufende Kosten im Überblick

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über KfW/BAFA

Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpenanlage setzen sich aus mehreren Blöcken zusammen: dem Gerät selbst, der Erschließung des Erdreichs (Bohrung oder Kollektorverlegung), der Installation und der Einbindung ins bestehende Heizsystem sowie gegebenenfalls der Anpassung der Wärmeverteilung im Gebäude. Konkrete Euro-Zahlen variieren je nach Region, Anbieter, Gebäudegröße und Bodenverhältnissen erheblich, sodass Pauschalangaben ohne Quellenbeleg hier wenig seriös wären. Was sich sagen lässt: Erdwärmepumpenanlagen mit Tiefenbohrung gehören zu den kostenintensiveren Heizsystemen bei der Erstinvestition, weshalb die staatliche Förderung besonders wichtig ist.

Die laufenden Betriebskosten hängen direkt von der JAZ der Anlage und dem jeweils gültigen Strompreis ab. Eine hohe JAZ senkt den Strombedarf erheblich. Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach betreibt und die Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom speist, kann die Betriebskosten weiter drücken. Im Vergleich zu einer Gasheizung sind Erdwärmepumpen bei günstigem Strom und hoher JAZ betriebskostenseitig konkurrenzfähig – insbesondere, wenn man die Preisentwicklungen bei fossilen Brennstoffen und die CO₂-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) einbezieht, die fossile Energie sukzessive teurer macht.

Die Amortisationszeit – also der Zeitraum, bis die eingesparten Betriebskosten die Mehrinvestition gegenüber einer herkömmlichen Heizung ausgeglichen haben – ist von vielen Faktoren abhängig und lässt sich ohne eine individuelle Berechnung nicht seriös beziffern. Wichtig für die Finanzplanung: Auch Wartungskosten und mögliche Reparaturen sollten in die Kalkulation einfließen. Eine gut dimensionierte Anlage, die von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert wurde, läuft jedoch in der Regel zuverlässig und wartungsarm.

AUF EINEN BLICK

  • Grundförderung plus mögliche Klimageschwindigkeits- und Einkommensboni
  • Fördervoraussetzungen und Antragstellung vor Auftragsvergabe beachten

Förderung 2026 für Erdwärmepumpen: BEG, KfW und BAFA im Überblick

Voraussetzungen: gut gedämmtes Gebäude, Flächenheizung ideal

Die wichtigste Fördersäule für den Einbau einer Erdwärmepumpe ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), die über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Zuschuss abgewickelt wird. Der Grundfördersatz beträgt 2026 grundsätzlich 30 % der förderfähigen Kosten. Darüber hinaus gibt es den sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus: Wer eine funktionierende Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt und die alte Heizung endgültig stilllegt, kann einen zusätzlichen Bonus von 20 Prozentpunkten erhalten. Ein Einkommensbonus von weiteren 30 Prozentpunkten steht Haushalten zur Verfügung, deren zu versteuerndes Haushaltseinkommen 40.000 Euro oder weniger im Jahr beträgt. Die Boni können kombiniert werden, wobei die Gesamtförderung auf maximal 70 % der förderfähigen Kosten gedeckelt ist.

Die förderfähigen Kosten sind pro Wohneinheit auf eine bestimmte Summe begrenzt – auch hier gelten die jeweils aktuellen BAFA-Konditionen, die du vor Antragstellung sorgfältig prüfen solltest. Ergänzend zur Zuschussförderung können über die KfW zinsgünstige Ergänzungskredite beantragt werden, etwa im Rahmen des Programms „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Ergänzungskredit (358/359)". Diese Kombination aus Zuschuss und Kredit kann die Finanzierung einer Erdwärmepumpenanlage auch für junge Eigentümer:innen mit begrenztem Eigenkapital realistisch machen.

Ein absolut entscheidender Punkt: Der Förderantrag muss vor der Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden. Wer erst baut und dann einen Antrag stellt, geht leer aus. Das ist einer der häufigsten und teuersten Fehler bei Sanierungsprojekten. Außerdem muss die Anlage von einem zugelassenen Fachbetrieb eingebaut werden, und es ist in vielen Fällen eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte (EEE) in die Planung einzubeziehen. Informiere dich daher frühzeitig auf den offiziellen Seiten von BAFA und KfW über die aktuellen Konditionen, da sich Förderdetails ändern können.

AUF EINEN BLICK

  • Genehmigungen bei Bohrungen (Untere Wasserbehörde
  • Langfristige Betriebskosten vs. hohe Anfangsinvestition

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe für junge Eigentümer:innen?

KfW-Kredite und Förderdarlehen als Baustein der Finanzierung

Ob sich eine Erdwärmepumpe lohnt, hängt weniger vom Alter der Eigentümer:innen ab als von den baulichen Gegebenheiten. Grundsätzlich gilt: Die Anlage arbeitet am effizientesten in gut gedämmten Gebäuden mit niedrigen Vorlauftemperaturen im Heizsystem. Eine Fußbodenheizung oder eine Wandheizung ist ideal, da diese bereits mit Vorlauftemperaturen von 30 bis 40 °C funktioniert – was die Effizienz der Wärmepumpe maximiert. Altbauten mit schlecht gedämmten Außenwänden und klassischen Heizkörpern benötigen dagegen höhere Vorlauftemperaturen, was die JAZ und damit die Wirtschaftlichkeit senkt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Erdwärmepumpen generell für Altbauten ungeeignet sind. Wer einen Altbau saniert, neue Fenster einbaut, die Dämmung verbessert und gleichzeitig das Heizsystem modernisiert, kann auch dort sehr gute Ergebnisse erzielen. Entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung: Heizung und Gebäudehülle sollten gemeinsam geplant werden. Ein Energieberater oder eine Energieberaterin kann dabei helfen, die sinnvollste Reihenfolge der Maßnahmen zu bestimmen und die Wirtschaftlichkeit durchzurechnen.

Für junge Eigentümer:innen gibt es noch eine weitere Dimension: die Genehmigungspflicht. Wer eine Erdsonde plant, muss mit der Unteren Wasserbehörde kommunizieren und rechtzeitig einen Antrag stellen. Dieser Prozess kann je nach Bundesland und Behörde mehrere Wochen bis Monate dauern. Wer das bei der Bauplanung nicht einkalkuliert, gerät schnell unter Zeitdruck. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Fachbetrieb und den Behörden ist daher unerlässlich.

AUF EINEN BLICK

  • Budget realistisch planen – Investition in die eigene Finanzübersicht einordnen
  • Rücklagen für Wartung und Reparaturen einplanen

Finanzierung als Verbraucher:in oder Berufseinsteiger:in: So planst du die Investition realistisch

Regelmäßige Wartungsintervalle für effizienten Betrieb

Für Verbraucher:innen und Berufseinsteiger:innen ist eine Erdwärmepumpe selten ein Spontankauf. Die Entscheidung fällt meist im Kontext eines Immobilienkaufs oder einer größeren Sanierung. Genau deshalb ist es wichtig, die Finanzierung frühzeitig und vollständig zu durchdenken. KfW-Förderdarlehen – zum Beispiel der oben erwähnte BEG-Ergänzungskredit oder das Wohneigentumsprogramm der KfW – können in Kombination mit dem BAFA-Zuschuss die Eigenkapitalbelastung spürbar reduzieren. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, dass unterschiedliche Förderprogramme miteinander kombinierbar sein müssen – nicht alle lassen sich stapeln.

Ein realistischer Budgetplan sollte neben den Investitionskosten auch laufende Rücklagen für Wartung und Reparaturen beinhalten. Wärmepumpen sind technisch zuverlässige Geräte, aber wie jede Haustechnik können sie Defekte entwickeln. Wer keine Rücklagen hat, gerät bei einem Kompressorschaden schnell in finanzielle Schieflage. Als Faustregel empfiehlt es sich, jährlich einen kleinen Betrag als Instandhaltungsrücklage für die gesamte Haustechnik zurückzulegen – ähnlich wie bei der Instandhaltungsrücklage im Wohnungseigentum. Ein strukturierter Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen ist dabei unerlässlich. Tools wie ein Vermögensaufbaurechner können helfen, die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren.

Wichtig für Berufseinsteiger:innen: Wer beim Hauskauf noch über ein relativ geringes Einkommen verfügt, kann möglicherweise den Einkommensbonus bei der BEG-Förderung in Anspruch nehmen. Es lohnt sich, das zu versteuernde Haushaltseinkommen vor der Antragstellung genau zu prüfen und gegebenenfalls steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten mit einem Steuerberater zu besprechen. Der Grundfreibetrag für Ledige liegt 2026 bei 12.348 Euro (§ 32a EStG), was zeigt, wie viel Spielraum das Steuerrecht für Geringverdiener bietet – auch wenn der Einkommensbonus bei der BEG auf das zu versteuernde Haushaltseinkommen abzielt und eigene Grenzen hat.

AUF EINEN BLICK

  • Typische Lebensdauer von Wärmepumpe und Erdsonde – nur mit Quelle beziffern
  • Absicherung über Wohngebäude-/Elementarversicherung sinnvoll prüfen

Wartung, Lebensdauer und Absicherung: Was du für den Betrieb wissen musst

Eine Erdwärmepumpe ist eine vergleichsweise wartungsarme Heizanlage, weil die Wärmequelle – das Erdreich – selbst keine Pflege benötigt. Dennoch sollte die Anlage regelmäßig von einem Fachbetrieb überprüft werden. Empfohlen wird in der Regel ein Wartungsintervall von ein bis zwei Jahren. Dabei werden unter anderem der Kältemittelkreislauf auf Dichtigkeit geprüft, die elektrischen Komponenten gecheckt und die Systemeffizienz bewertet. Wer die Wartung vernachlässigt, riskiert einen schleichenden Effizienzverlust und im schlimmsten Fall einen Totalausfall in der Heizsaison.

Was die Lebensdauer betrifft: Die Wärmepumpeneinheit selbst hat laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) eine typische Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren. Erdsonden sind langlebiger und können bei sachgemäßer Auslegung und Installation deutlich länger betrieben werden – in der Praxis gelten 50 Jahre und mehr als realistisch. Das macht die Tiefenbohrung zu einer einmaligen Investition, die über mehrere Heizgenerationen genutzt werden kann.

Zur Absicherung: Die Wärmepumpe und die Erdanlage sollten in die Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden. Prüfe beim Abschluss oder der Anpassung deiner Versicherung explizit, ob haustechnische Anlagen und Leitungsschäden im Erdreich mitversichert sind. Für Grundstücke in bestimmten Regionen ist außerdem eine Elementarschadensversicherung sinnvoll – insbesondere, wenn das Grundstück in der Nähe von Gewässern liegt oder in der Vergangenheit Überflutungen vorgekommen sind. Die Kosten für einen solchen Versicherungsschutz sind überschaubar im Vergleich zu den potenziellen Schäden.

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Häufige Fragen

Die Bohrtiefe für eine Erdwärmepumpe hängt stark von der Wärmeentzugsleistung des Bodens und dem Wärmebedarf Ihres Hauses ab. Üblich sind Bohrungen zwischen 50 und 160 Metern, bei denen eine oder mehrere Sonden in das Erdreich eingelassen werden. Für eine genaue Auslegung sollten Sie immer einen Fachplaner hinzuziehen, der die örtlichen Bodenverhältnisse berücksichtigt.

Die Gesamtkosten für eine Erdwärmepumpe inklusive Bohrung liegen in Deutschland üblicherweise deutlich über denen einer Luftwärmepumpe. Sie setzen sich aus den Bohrkosten, der Wärmepumpentechnik, dem Erdreich-Kollektorsystem und der Installation zusammen. Konkrete Preise variieren stark je nach Region, Bohrtiefe und Gebäudegröße, daher ist ein individuelles Angebot von Fachfirmen unerlässlich.

Für 2026 gilt die aktuelle Bundesförderung für effiziente Wärmepumpen, die einen Zuschuss für den Austausch fossiler Heizungen und den Einbau erneuerbarer Heiztechnik vorsieht. Der Fördersatz hängt von Ihrem Einkommen, dem Gebäudezustand und dem gewählten Heizungstyp ab, wobei Erdwärmepumpen in der Regel einen höheren Bonus erhalten als Luftwärmepumpen. Die genauen Konditionen können Sie der Webseite des BAFA entnehmen oder sich von einem Energieberater beraten lassen.

In der Anschaffung ist eine Erdwärmepumpe in der Regel teurer als eine Luftwärmepumpe, weil die Bohrung erhebliche Kosten verursacht. Dafür sind die laufenden Stromkosten einer Erdwärmepumpe meist niedriger, da die Erdwärme im Winter eine höhere Vorlauftemperatur liefert und die Pumpe effizienter arbeitet. Ob sich die höhere Investition über die Lebensdauer rechnet, hängt von Ihrem Wärmebedarf, den Strompreisen und der Förderung ab.

Ja, für die Errichtung einer Erdwärmepumpe mit Bohrung benötigen Sie in der Regel eine behördliche Genehmigung, da der Eingriff in den Untergrund wasserrechtlich relevant ist. Die zuständige Untere Wasserbehörde oder das Bergamt prüft, ob die Bohrung das Grundwasser gefährdet und ob die geologischen Bedingungen geeignet sind. Sie müssen den Antrag vor Beginn der Arbeiten stellen und die Auflagen der Behörde strikt einhalten.

Die laufenden Stromkosten einer Erdwärmepumpe hängen von der Jahresarbeitszahl, also der Effizienz, und Ihrem individuellen Wärmebedarf ab. Im Vergleich zu einer Luftwärmepumpe sind die Stromkosten meist niedriger, weil die Erdwärmequelle im Winter wärmer ist und die Pumpe weniger Strom verbraucht. Für eine konkrete Schätzung sollten Sie den Wärmebedarf Ihres Hauses mit dem aktuellen Strompreis multiplizieren und die erwartete Jahresarbeitszahl berücksichtigen.

Eine Erdwärmepumpe kann sich auch im Altbau lohnen, wenn das Gebäude zuvor gut gedämmt und die Heizflächen auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt wurden. In unsanierten Altbauten mit hohen Heizkörpertemperaturen ist der Wirkungsgrad jedoch schlechter, sodass die Stromkosten steigen und die Amortisation länger dauert. Eine professionelle Energieberatung und eine hydraulische Heizlastberechnung sind entscheidend, um zu klären, ob sich die Investition für Ihr konkretes Haus rechnet.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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