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FinanzbildungVersicherung9 Min.

Risikolebensversicherung wechseln: So sicherst du deine Familie optimal ab

Deine Risikolebensversicherung ist nicht in Stein gemeißelt. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn sich deine Lebensumstände ändern oder du ein besseres Angebot findest. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

VersicherungswechselRisikolebensversicherungVertragscheck
Brauche ich das?
Nur bei Bedarf
Wenn sich deine Lebenssituation geändert hat oder du sparen kannst.
Wie wechsle ich?
Kündigen und neu abschließen
Achte auf Gesundheitsprüfung und Wartezeiten.
Was kostet das?
Meist nichts extra
Der Wechsel selbst ist kostenlos, aber die neue Police kann teurer sein.

Warum dich das Thema betrifft

Vielleicht hast du schon einmal von einer Risikolebensversicherung gehört, aber nie so richtig verstanden, was sie ist oder ob du sie brauchst. Das ist völlig normal, denn die meisten Menschen beschäftigen sich erst dann mit dem Thema, wenn sie eine Familie gründen oder einen Kredit aufnehmen. Doch genau dann wird es wichtig zu wissen, ob dein bestehender Vertrag noch zu deinem Leben passt.

Deine Lebensumstände ändern sich ständig: Du bekommst Kinder, kaufst ein Haus oder wechselst den Job. All das hat Einfluss darauf, wie viel Absicherung du benötigst. Ein Vertrag, den du vor zehn Jahren abgeschlossen hast, kann heute völlig überholt sein. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig einen Blick auf deine Police zu werfen.

Ein Wechsel der Risikolebensversicherung kann dir helfen, Geld zu sparen oder eine bessere Absicherung zu erhalten. Viele Menschen bleiben jahrelang bei ihrem alten Vertrag, obwohl sie woanders günstiger und besser versichert wären. Das liegt oft an Unwissenheit oder Bequemlichkeit, aber auch an der Angst vor einem komplizierten Wechselprozess.

Dieser Ratgeber erklärt dir Schritt für Schritt, was eine Risikolebensversicherung ist, wie sie funktioniert und worauf du beim Wechsel achten musst. Du erfährst, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du konkret vorgehst, um deine Familie optimal abzusichern. Am Ende bist du in der Lage, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

~80%
der Verträge werden nie ausgezahlt
30-40 Jahre
typische Vertragslaufzeit
1-2%
durchschnittliche Rendite bei Kapitallebensversicherungen

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung ist eine Form der Lebensversicherung, die im Todesfall der versicherten Person eine vorher festgelegte Summe an die Hinterbliebenen auszahlt. Der Name 'Risiko' bezieht sich darauf, dass das Risiko des Todes abgesichert wird, nicht auf eine Kapitalbildung. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung gibt es hier keine Auszahlung im Erlebensfall.

Der Zweck dieser Versicherung ist es, deine Angehörigen finanziell abzusichern, falls du unerwartet verstirbst. Die ausgezahlte Summe kann beispielsweise dazu dienen, laufende Kredite abzulösen, die Ausbildung der Kinder zu finanzieren oder den Lebensstandard der Familie zu erhalten. Ohne diese Absicherung könnten deine Hinterbliebenen in finanzielle Not geraten.

Die Höhe der Versicherungssumme und die Beitragszahlung werden individuell vereinbart. Die Beiträge hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und deinem Beruf. Je höher das Risiko für den Versicherer ist, desto höher ist in der Regel der Beitrag.

Wichtig zu verstehen: Eine Risikolebensversicherung ist keine Geldanlage. Sie dient ausschließlich dem Schutz deiner Familie. Das unterscheidet sie von anderen Versicherungen, die auch eine Sparfunktion haben. Wenn du also eine reine Absicherung suchst, ist die Risikolebensversicherung die richtige Wahl.

Wie funktioniert eine Risikolebensversicherung?

Das Prinzip ist einfach: Du schließt einen Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft ab und zahlst regelmäßig einen Beitrag, meist monatlich oder jährlich. Im Gegenzug verpflichtet sich der Versicherer, im Todesfall die vereinbarte Summe an die von dir benannten Begünstigten auszuzahlen. Diese Begünstigten können dein Ehepartner, deine Kinder oder auch andere Personen sein.

Die Versicherungssumme sollte so gewählt werden, dass sie die finanziellen Bedürfnisse deiner Hinterbliebenen abdeckt. Dazu gehören laufende Kosten wie Miete oder Lebenshaltung, aber auch einmalige Ausgaben wie die Ablösung eines Kredits. Eine Faustregel besagt, dass die Summe das Drei- bis Fünffache deines Jahresbruttoeinkommens betragen sollte, aber das ist nur ein grober Anhaltspunkt.

Die Beitragshöhe wird anhand deines individuellen Risikos berechnet. Junge, gesunde Menschen zahlen weniger als ältere oder kranke. Auch der Beruf spielt eine Rolle: Ein Dachdecker hat ein höheres Unfallrisiko als ein Büroangestellter. Die Versicherung kann auch Ausschlüsse vorsehen, zum Beispiel bei gefährlichen Hobbys wie Fallschirmspringen.

Im Todesfall müssen die Begünstigten die Versicherung informieren und den Totenschein vorlegen. Die Auszahlung erfolgt dann in der Regel innerhalb weniger Wochen. Es ist wichtig, dass du deine Begünstigten regelmäßig aktualisierst, zum Beispiel nach einer Scheidung oder der Geburt weiterer Kinder, damit das Geld auch wirklich bei den richtigen Personen ankommt.

Kosten: Was kostet der Wechsel?

Der Wechsel selbst verursacht keine direkten Kosten, da du keinen Makler oder Berater beauftragen musst, wenn du selbst handelst. Du musst jedoch die Kosten für die neue Police berücksichtigen. Diese können höher oder niedriger sein als bei deinem alten Vertrag, abhängig von deinem Alter und Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Neuabschlusses.

Ein wichtiger Punkt ist die erneute Gesundheitsprüfung. Bei einem neuen Vertrag musst du erneut Fragen zu deinem Gesundheitszustand beantworten und möglicherweise eine ärztliche Untersuchung zulassen. Wenn du in den letzten Jahren gesundheitliche Probleme hattest, kann das zu höheren Beiträgen oder sogar zu einer Ablehnung führen. Das ist ein Risiko, das du beim Wechsel eingehen musst.

Auch die Laufzeit und die Versicherungssumme beeinflussen die Kosten. Eine längere Laufzeit oder eine höhere Summe erhöhen den Beitrag. Du solltest also genau überlegen, wie viel Absicherung du wirklich benötigst und wie lange du den Vertrag brauchst. Eine Überversicherung ist unnötig und kostet nur Geld.

Ein Wechsel kann sich finanziell lohnen, wenn du deutlich jünger bist als beim Abschluss des alten Vertrags oder wenn sich dein Gesundheitszustand verbessert hat. Auch wenn du einen alten Vertrag mit hohen Kosten hast, kann ein neuer Tarif günstiger sein. Vergleiche daher immer die Konditionen und achte nicht nur auf den Beitrag, sondern auch auf die Leistungen.

Worauf du beim Wechsel achten solltest

Bevor du deine alte Risikolebensversicherung kündigst, solltest du den neuen Vertrag bereits abgeschlossen haben. Sonst riskierst du eine Lücke im Versicherungsschutz. Diese Lücke kann gefährlich sein, denn wenn in der Zwischenzeit etwas passiert, sind deine Hinterbliebenen nicht abgesichert. Ein nahtloser Übergang ist daher das A und O.

Prüfe die Kündigungsfristen deines alten Vertrags. In der Regel kannst du zum Ende der Laufzeit oder mit einer Frist von einem Monat kündigen. Es kann aber auch sein, dass eine längere Frist gilt. Informiere dich rechtzeitig, um unnötige Kosten zu vermeiden. Eine Kündigung während der Laufzeit ist oft nicht möglich oder mit finanziellen Nachteilen verbunden.

Achte auf die neuen Vertragsbedingungen. Manche Tarife haben Wartezeiten, in denen bestimmte Todesursachen nicht abgedeckt sind, zum Beispiel Suizid in den ersten zwei Jahren. Auch Ausschlüsse für bestimmte Vorerkrankungen können enthalten sein. Lies das Kleingedruckte sorgfältig und frage bei Unklarheiten nach.

Vergleiche nicht nur die Beiträge, sondern auch die Leistungen. Eine günstige Police ist nicht immer die beste Wahl. Achte auf die finanzielle Stärke des Versicherers, die sich in Ratings widerspiegelt. Ein sehr günstiger Anbieter könnte im Ernstfall Probleme haben, die Summe auszuzahlen. Wähle einen etablierten Versicherer mit guter Bonität.

Typische Fehler beim Wechsel vermeiden

Ein häufiger Fehler ist, die alte Police zu kündigen, bevor der neue Vertrag aktiv ist. Das führt zu einer Versicherungslücke, die im Ernstfall fatale Folgen haben kann. Du solltest immer sicherstellen, dass der neue Vertrag bereits rechtskräftig ist, bevor du den alten kündigst. Plane den Wechsel also sorgfältig.

Viele Menschen vergessen, ihre Begünstigten zu aktualisieren. Wenn du den Vertrag wechselst, musst du erneut angeben, wer im Todesfall das Geld erhalten soll. Ein veralteter Begünstigter kann dazu führen, dass das Geld an eine Person geht, die du nicht mehr bedenken wolltest, etwa nach einer Scheidung. Überprüfe daher immer die Begünstigtenangaben.

Ein weiterer Fehler ist, den Wechsel nur wegen eines günstigeren Beitrags zu machen, ohne die Leistungen zu vergleichen. Ein niedrigerer Beitrag kann mit schlechteren Konditionen einhergehen, wie längeren Wartezeiten oder Ausschlüssen. Das kann im Ernstfall dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt. Achte auf ein ausgewogenes Verhältnis von Preis und Leistung.

Auch die Gesundheitsprüfung wird oft unterschätzt. Wenn du beim neuen Vertrag gesundheitliche Probleme verschweigst, riskierst du, dass die Versicherung im Todesfall die Auszahlung verweigert. Sei also immer ehrlich bei der Gesundheitsprüfung. Ein höherer Beitrag ist besser als eine nicht zahlende Versicherung.

Schritt für Schritt: So wechselst du richtig

Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme deiner aktuellen Situation. Überlege, wie hoch deine finanziellen Verpflichtungen sind und wie viel deine Familie im Todesfall benötigen würde. Dazu gehören laufende Kosten, Kredite und die Zukunft deiner Kinder. Notiere dir alle relevanten Zahlen.

Im zweiten Schritt vergleichst du verschiedene Angebote. Nutze Online-Vergleichsportale oder wende dich an einen unabhängigen Versicherungsberater. Achte darauf, dass die Vergleichsportale nicht nur die Beiträge, sondern auch die Leistungen und Bedingungen berücksichtigen. Ein guter Vergleich ist die Basis für eine fundierte Entscheidung.

Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, stellst du den Antrag für die neue Police. Fülle alle Fragen zur Gesundheit wahrheitsgemäß aus und reiche gegebenenfalls erforderliche Unterlagen ein. Warte auf die Bestätigung des Versicherers, dass der Vertrag angenommen wurde. Erst dann solltest du deine alte Police kündigen.

Kündige deine alte Versicherung schriftlich und bewahre eine Kopie des Kündigungsschreibens auf. Achte darauf, dass die Kündigung zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, um eine Lücke zu vermeiden. Nach der Kündigung erhältst du eine Bestätigung und gegebenenfalls eine Abrechnung. Überprüfe diese sorgfältig und kontaktiere den Versicherer bei Unstimmigkeiten.

Wann sich ein Wechsel wirklich lohnt

Ein Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn sich deine Lebensumstände geändert haben. Zum Beispiel, wenn du ein Haus gekauft hast und die Versicherungssumme nicht mehr ausreicht, um den Kredit abzudecken. Oder wenn du Kinder bekommen hast und deine Familie nun einen höheren Schutz benötigt. In solchen Fällen ist ein Wechsel oder eine Anpassung sinnvoll.

Auch wenn du deutlich jünger bist als beim Abschluss des alten Vertrags, kann ein Wechsel finanziell vorteilhaft sein. Jüngere Menschen zahlen in der Regel niedrigere Beiträge, da das Sterberisiko geringer ist. Wenn du also vor zehn Jahren abgeschlossen hast und jetzt deutlich jünger bist als der Durchschnitt, könnte ein neuer Vertrag günstiger sein.

Ein Wechsel kann auch dann sinnvoll sein, wenn dein alter Vertrag hohe Kosten hat oder schlechte Konditionen bietet. Manche Policen haben hohe Abschlusskosten oder versteckte Gebühren, die den Beitrag unnötig erhöhen. Ein neuer Tarif kann hier eine bessere Alternative sein. Vergleiche die Kosten und Leistungen genau.

Allerdings solltest du nicht wechseln, nur weil ein anderer Anbieter einen geringfügig niedrigeren Beitrag bietet. Die Ersparnis kann durch die erneute Gesundheitsprüfung und die Wartezeiten zunichtegemacht werden. Ein Wechsel ist nur dann sinnvoll, wenn die Vorteile die Nachteile deutlich überwiegen. Überlege also sorgfältig, ob sich der Aufwand lohnt.

Deine nächsten Schritte: Jetzt aktiv werden

Der erste Schritt ist, deine aktuelle Police herauszusuchen und die Konditionen zu prüfen. Notiere dir die Versicherungssumme, die Beiträge und die Laufzeit. Überlege, ob diese noch zu deiner aktuellen Lebenssituation passen. Wenn du unsicher bist, kannst du auch einen unabhängigen Berater hinzuziehen.

Nutze einen Online-Vergleich, um zu sehen, welche Angebote es auf dem Markt gibt. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen und die Bonität des Versicherers. Du kannst auch mehrere Angebote einholen und diese direkt vergleichen. Das hilft dir, ein Gefühl für die Preisspanne zu bekommen.

Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, stell den Antrag und warte auf die Bestätigung. Erst wenn der neue Vertrag aktiv ist, kündigst du die alte Police. Denke daran, die Begünstigten zu aktualisieren und die Unterlagen sorgfältig aufzubewahren. So stellst du sicher, dass deine Familie im Ernstfall abgesichert ist.

Überprüfe deine Risikolebensversicherung regelmäßig, mindestens alle fünf Jahre oder bei wichtigen Lebensereignissen. So bleibst du auf dem neuesten Stand und kannst rechtzeitig reagieren, wenn sich deine Bedürfnisse ändern. Ein Wechsel kann dir helfen, Geld zu sparen und deine Familie besser zu schützen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

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Hast du eine Risikolebensversicherung?
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Häufige Fragen

In der Regel kannst du deine Risikolebensversicherung nur zum Ende der Laufzeit oder mit einer bestimmten Kündigungsfrist wechseln. Ein vorzeitiger Wechsel ist oft nicht möglich oder mit finanziellen Nachteilen verbunden. Prüfe die Bedingungen deines Vertrags.

Wenn du deine alte Police kündigst, verfallen die bereits gezahlten Beiträge, da es sich um eine reine Risikoversicherung handelt. Es gibt keinen Rückkaufswert. Du startest also bei der neuen Versicherung bei null.

Ja, bei einem neuen Vertrag musst du erneut Fragen zu deinem Gesundheitszustand beantworten. Je nach Alter und Gesundheitsstatus kann das zu höheren Beiträgen oder im schlimmsten Fall zu einer Ablehnung führen. Sei ehrlich bei deinen Angaben.

Der Wechsel kann einige Wochen dauern, da die neue Versicherung den Antrag prüfen muss. Du solltest genügend Zeit einplanen, um eine Lücke im Versicherungsschutz zu vermeiden. Beginne frühzeitig mit dem Vergleich und der Antragstellung.

Der Wechsel selbst verursacht keine direkten Kosten, wenn du selbst handelst. Allerdings kann die neue Police teurer sein als die alte, abhängig von deinem Alter und Gesundheitszustand. Vergleiche die Angebote sorgfältig.

Ja, du kannst bei einem neuen Vertrag eine höhere Versicherungssumme wählen. Das ist sinnvoll, wenn sich deine finanziellen Verpflichtungen erhöht haben, zum Beispiel durch einen Immobilienkredit. Achte darauf, dass die Beiträge dann entsprechend steigen.

Wenn die neue Versicherung deinen Antrag ablehnt, bleibst du bei deiner alten Police. Deshalb ist es wichtig, den neuen Vertrag erst abzuschließen, bevor du den alten kündigst. So vermeidest du eine Versicherungslücke.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.