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Pflegezusatzversicherung: Wann sich der Zusatzschutz lohnt

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten, die bei Pflegebedürftigkeit entstehen. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen, ist aber nicht für jeden die passende Lösung.

12 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt bei Pflegebedürftigkeit nur einen Teil der anfallenden Kosten, die restliche Versorgungslücke musst du selbst tragen.
  • Eine Pflegezusatzversicherung ist vor allem sinnvoll, wenn du im Pflegefall nicht auf eigenes Vermögen zurückgreifen willst oder kannst.
  • Es gibt drei Hauptmodelle: Pflegetagegeld, Pflegekostenversicherung und Pflegerentenversicherung, die sich in ihrer Leistungsart unterscheiden.
  • Die Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung können im Laufe der Jahre deutlich steigen, daher solltest du den Vertrag langfristig finanzieren können.

01 · Grundlagen

Was ist eine Pflegezusatzversicherung?

Die Pflegezusatzversicherung ist eine private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung. Sie zahlt im Pflegefall einen vorher vereinbarten Geldbetrag oder übernimmt einen Teil der Pflegekosten.

Die gesetzliche Pflegeversicherung funktioniert wie eine Teilkaskoversicherung. Sie übernimmt nie die gesamten Kosten, die bei Pflegebedürftigkeit entstehen. Eine private Pflegezusatzversicherung ergänzt diese Absicherung und zahlt im Pflegefall einen vorher vereinbarten Geldbetrag oder übernimmt einen Teil der Pflegekosten.

Am Markt gibt es drei verschiedene Produkttypen: die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Sie unterscheiden sich darin, wie und wann sie leisten. Für Laien sind die Tarife oft schwer zu unterscheiden, deshalb ist unabhängige Beratung wichtig.

Die Verträge bestehen in der Regel ein Leben lang. Die Beiträge können dabei im Laufe der Zeit deutlich ansteigen. Diese langfristige Bindung solltest du vor dem Abschluss genau prüfen.

Kurz erklärt

Pflegezusatzversicherung

Eine private Versicherung, die zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung abgeschlossen wird und im Pflegefall finanzielle Leistungen erbringt, um die Versorgungslücke zu decken.

Sie ergänzt die gesetzliche Pflegepflichtversicherung, die nur eine Teilkaskoversicherung ist und nie die gesamten Pflegekosten übernimmt.

02 · Kosten

Wie groß ist die Versorgungs­lücke bei Pflegebedürftigkeit?

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad festgelegte Beträge. Die tatsächlichen Kosten für ambulante Pflege oder einen Platz im Pflegeheim liegen oft deutlich darüber.

Die Lücke zwischen den Leistungen der Pflegekasse und den tatsächlichen Kosten ist je nach Pflegesituation unterschiedlich groß. Bei professioneller Pflege zu Hause steigt der Eigenanteil mit dem Pflegegrad deutlich an. Im Pflegeheim ist der Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5 dagegen einheitlich, weil die Heime einen einheitlichen Betrag für jeden Bewohner berechnen.

Für die Pflegegrade 2 bis 5 liegt der durchschnittliche monatliche Eigenanteil im Pflegeheim bei 1.500 Euro. Bei ambulanter Pflege zu Hause reicht die Spanne von 150 Euro im Pflegegrad 1 bis zu 2.600 Euro in den Pflegegraden 4 und 5. Diese Beträge verstehen sich ohne Kosten für Wohnen und Verpflegung.

  • Der Verband der Ersatzkassen gibt den durchschnittlichen Eigenanteil im Pflegeheim derzeit mit 3.542 Euro ohne Zuschüsse nach Aufenthaltsdauer an.
  • Im ersten Jahr liegt der Betrag mit Zuschüssen bei 3.245 Euro.
  • Beachte, dass diese Kosten in den kommenden Jahren weiter steigen können.

Durchschnittlicher monatlicher Eigenanteil nach Pflegegrad und Pflegeart

Pflegegrad 1, professionelle Pflege zu Hause150 EUR
Pflegegrad 2, professionelle Pflege zu Hause600 EUR
Pflegegrad 3, professionelle Pflege zu Hause1.300 EUR
Pflegegrad 4, professionelle Pflege zu Hause2.600 EUR
Pflegegrad 5, professionelle Pflege zu Hause2.600 EUR
Pflegegrad 2 bis 5, vollstationäre Pflege im Heim1.500 EUR

03 · Was gilt

Welche Leistungen übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung staffelt ihre Leistungen nach fünf Pflegegraden. Die Höhe hängt davon ab, ob du zu Hause von Angehörigen, von einem ambulanten Pflegedienst oder stationär im Pflegeheim versorgt wirst.

Die Höhe der Leistungen hängt von deinem Pflegegrad und der Art der Versorgung ab. Bei Pflege durch Angehörige zu Hause zahlt die Pflegekasse zwischen 347 Euro im Pflegegrad 2 und 990 Euro im Pflegegrad 5. Bei professioneller Pflege zu Hause liegen die Beträge deutlich höher, zwischen 796 Euro und 2.299 Euro.

Für vollstationäre Pflege im Heim gelten eigene Sätze. Sie reichen von 805 Euro im Pflegegrad 2 bis 2.096 Euro im Pflegegrad 5. Zusätzlich steht Pflegebedürftigen in allen Pflegegraden ein einheitlicher Entlastungsbetrag von maximal 131 Euro monatlich für Angebote zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung.

  • Pflegegrad 1 erhält bei Pflege durch Angehörige, professioneller Pflege zu Hause und vollstationärer Pflege jeweils 0 Euro.
  • Die Einstufung in einen Pflegegrad richtet sich danach, wie stark deine Selbstständigkeit und Fähigkeiten eingeschränkt sind.
  • Die Leistungen decken meist nur einen Teil der tatsächlichen Kosten, den Rest zahlst du aus eigener Tasche.

Das zahlt die Pflegekasse

·Pflegegrad 2 bei Pflege durch Angehörige: 347 EUR
·Pflegegrad 3 bei professioneller Pflege zu Hause: 1.497 EUR
·Pflegegrad 4 bei vollstationärer Pflege im Heim: 1.855 EUR
·Pflegegrad 5 bei professioneller Pflege zu Hause: 2.299 EUR
·Entlastungsbetrag für Unterstützung im Alltag: 131 EUR in allen Pflegegraden

Das zahlst du selbst

·Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim
·Investitionskosten der Pflegeeinrichtung
·Eigenanteil, der über die Leistungen der Pflegekasse hinausgeht
·Private Zusatzleistungen wie Einzelzimmer oder besondere Betreuung
·Kosten für hauswirtschaftliche Dienste, die nicht von der Pflegekasse übernommen werden

04 · Vergleich

Pflegetagegeld, Pflegekosten oder Pflegerente: Welche Modelle gibt es?

Für die private Pflegevorsorge stehen dir drei verschiedene Produkttypen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich darin, wie und wann sie im Pflegefall leisten.

Die Pflegetagegeldversicherung ist das am häufigsten gewählte Modell. Du erhältst im Pflegefall ein vereinbartes Tagegeld, das du frei verwenden kannst. Den vollen Tagessatz zahlen viele Versicherer erst im Pflegegrad 5, einige bereits in Grad 4. In den niedrigeren Pflegegraden wird der Tagessatz nur anteilig gezahlt.

Die Pflegekostenversicherung erstattet dagegen nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag. Sie ist zweckgebunden, du musst also Belege einreichen. Die Pflegerentenversicherung zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente, die ebenfalls frei verwendbar ist.

  • Achte bei der Pflegetagegeldversicherung darauf, dass der Tarif auch bei ambulanter Pflege leistet.
  • Der Löwenanteil der Pflege entfällt auf die Pflege zu Hause, ein Tarif ohne Leistung bei ambulanter Pflege ist nicht zu empfehlen.
  • Im Pflegeheim sollte das Tagegeld in den Pflegegraden 2 bis 5 gleich hoch gewählt werden, weil der Eigenanteil dort einheitlich ist.
Die drei Modelle der Pflegezusatzversicherung im Vergleich
PflegetagegeldversicherungPflegekostenversicherungPflegerentenversicherung
LeistungsartVereinbarter Tagessatz im PflegefallÜbernimmt nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem HöchstbetragMonatliche Rente im Pflegefall
AuszahlungGeldbetrag pro Tag, frei verwendbarErstattung gegen Beleg, zweckgebundenFester Monatsbetrag, frei verwendbar
Leistung bei niedrigen PflegegradenOft nur anteiliger Tagessatz, manche Tarife zahlen erst ab Pflegegrad 4 oder 5
VerbreitungAm häufigsten gewählt

05 · Checkliste

Wann ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Ob sich der Abschluss für dich lohnt, hängt von deiner finanziellen Situation, deinem Vermögen und deinen Wünschen für die Pflege ab. Nicht für jeden ist die Versicherung die beste Lösung.

Zuerst solltest du prüfen, ob du den Eigenanteil im Pflegefall aus deinem Vermögen, deiner Rente oder Mieteinnahmen decken kannst. Wenn das möglich ist und du bereit bist, dein Vermögen am Lebensende für Pflegekosten aufzubrauchen, brauchst du keine Zusatzversicherung.

Die Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung musst du ein Leben lang zahlen, auch im Rentenalter. Sie können im Laufe der Zeit deutlich steigen. Überlege deshalb genau, ob du dir den Beitrag für die nächsten 30 oder 40 Jahre leisten kannst.

  • Kannst du den Eigenanteil im Pflegefall aus deinem Vermögen, deiner Rente oder Mieteinnahmen decken?
  • Möchtest du dein Vermögen für deine Kinder erhalten, statt es für Pflegekosten aufzubrauchen?
  • Kannst du die Beiträge auch im Rentenalter noch zuverlässig zahlen, selbst wenn sie steigen?
  • Hast du Angehörige, die dich im Pflegefall zu Hause unterstützen könnten?
  • Bist du bereit, das Risiko einzugehen, dass du die Versicherung nie in Anspruch nimmst und die Beiträge verloren sind?

Prüfe diese Punkte vor dem Abschluss

01

Kannst du den Eigenanteil im Pflegefall aus deinem Vermögen, deiner Rente oder Mieteinnahmen decken?

02

Möchtest du dein Vermögen für deine Kinder erhalten, statt es für Pflegekosten aufzubrauchen?

03

Kannst du die Beiträge auch im Rentenalter noch zuverlässig zahlen, selbst wenn sie steigen?

04

Hast du Angehörige, die dich im Pflegefall zu Hause unterstützen könnten?

05

Bist du bereit, das Risiko einzugehen, dass du die Versicherung nie in Anspruch nimmst und die Beiträge verloren sind?

06

Hast du eine Alternative wie einen ETF-Sparplan, mit dem du selbst für den Pflegefall vorsorgen kannst?

06 · Fehler vermeiden

Für wen ist eine Pflegezusatzversicherung eher nicht geeignet?

Die Verbraucherzentralen raten jüngeren Menschen bis etwa 50 Jahre meist noch von einer Pflegezusatzversicherung ab. Auch wer über ausreichend Vermögen verfügt, braucht den Zusatzschutz oft nicht.

In diesem Alter kann sich deine Lebenssituation durch Kinder, Jobwechsel, Heirat oder Scheidung noch stark verändern. Zu viel kann noch passieren, als dass du dich über Jahrzehnte an einen Vertrag binden solltest.

Auch wer über ausreichend Vermögen oder hohe Rentenansprüche verfügt, braucht den Zusatzschutz oft nicht. Eine eigene Immobilie kannst du im Pflegefall vermieten oder verkaufen, um die Kosten zu decken. Die zusätzlichen Einnahmen helfen, die Kosten einer stationären Unterbringung zu tragen.

  • Du bist unter 50 Jahre alt und deine Lebenssituation kann sich noch stark verändern.
  • Du hast genug Vermögen oder Rentenansprüche, um den Eigenanteil im Pflegefall selbst zu zahlen.
  • Du kannst die Beiträge nicht sicher über Jahrzehnte aufbringen, denn bei Kündigung sind alle gezahlten Beiträge verloren.
  • Du wohnst in einer eigenen Immobilie, die du im Pflegefall vermieten oder verkaufen könntest.

Diese Faktoren sprechen gegen einen Abschluss

·Du bist unter 50 Jahre alt und deine Lebenssituation kann sich durch Kinder, Jobwechsel, Heirat oder Scheidung noch stark verändern.
·Du hast genug Vermögen oder Rentenansprüche, um den Eigenanteil im Pflegefall selbst zu zahlen.
·Du kannst die Beiträge nicht sicher über Jahrzehnte aufbringen, denn bei Kündigung sind alle gezahlten Beiträge verloren.
·Du wohnst in einer eigenen Immobilie, die du im Pflegefall vermieten könntest.
·Du bist bereit, dein Vermögen am Lebensende für Pflegekosten aufzubrauchen, statt es zu vererben.

07 · Schritt für Schritt

Wie läuft der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ab?

Der Weg in die private Pflegevorsorge führt über einen Gesundheitscheck und einen Tarifvergleich. Die Beiträge hängen stark von deinem Eintrittsalter und deinem Gesundheitszustand ab.

Bevor du einen Vertrag abschließt, solltest du deinen Bedarf ermitteln. Überlege, ob du eher ambulante Pflege zu Hause oder eine stationäre Versorgung im Pflegeheim erwartest. Daraus kannst du deinen voraussichtlichen Eigenanteil ableiten. Bei in Frage kommenden Pflegeheimen kannst du anfragen, wie hoch die Kosten dort derzeit ausfallen.

Beim Antrag musst du Gesundheitsfragen beantworten. Private Versicherer können Anträge wegen Vorerkrankungen ablehnen oder Risikozuschläge verlangen. Staatlich geförderte Verträge wie der Pflege-Bahr dürfen dagegen niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen, haben aber regelmäßig die schlechteren Vertragsbedingungen.

  • Ermittle deinen Bedarf anhand der erwarteten Pflegeform und der regionalen Kosten.
  • Beantworte die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß, sonst riskierst du den Verlust des Versicherungsschutzes.
  • Vergleiche mehrere Tarife, denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind hoch.
  • Achte auf die Leistungshöhe in den Pflegegraden 1 bis 3, da die meisten Menschen dort die längste Zeit verbringen.
01

Bedarf ermitteln

Überlege, ob du eher ambulante Pflege zu Hause oder eine stationäre Versorgung im Pflegeheim erwartest. Berechne daraus deinen voraussichtlichen Eigenanteil.

02

Gesundheitsfragen beantworten

Beim Antrag musst du Angaben zu Vorerkrankungen machen. Private Versicherer können Anträge ablehnen oder Risikozuschläge verlangen.

03

Tarife vergleichen

Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind hoch. Achte auf die Leistungshöhe in den Pflegegraden 1 bis 3, da die meisten Menschen dort die längste Zeit verbringen.

04

Vertrag abschließen

Nach Annahme des Antrags zahlst du den vereinbarten Beitrag. Beachte, dass die Beiträge im Laufe der Jahre steigen können.

08 · Kosten

Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?

Die Beiträge hängen von deinem Alter bei Vertragsabschluss, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Leistungshöhe ab. Je früher du abschließt, desto günstiger ist der monatliche Beitrag.

Wer mit 45 Jahren einen Pflegetagegeld-Vertrag abschließt, muss mit etwa 60 Euro im Monat rechnen.

Bei einem Eintrittsalter von 55 Jahren liegen die Beiträge bei etwa 90 Euro im Monat. Diese Richtwerte stammen von der Stiftung Warentest. Die Beiträge können im Laufe der Vertragslaufzeit deutlich steigen, in der Vergangenheit haben viele Versicherer ihre Beiträge erhöht.

  • Eintrittsalter 45 Jahre: etwa 60 Euro monatlich.
  • Eintrittsalter 55 Jahre: etwa 90 Euro monatlich.
  • Die Beiträge können im Laufe der Vertragslaufzeit deutlich ansteigen.
  • Staatlich geförderte Verträge wie der Pflege-Bahr haben oft schlechtere Vertragsbedingungen.

Typische monatliche Beiträge für eine Pflegetagegeldversicherung

Eintrittsalter 45 Jahreca. 60 EUR
Eintrittsalter 55 Jahreca. 90 EUR

09 · Hintergrund

Welche Alternativen zur Pflegezusatzversicherung gibt es?

Du kannst auch ohne private Versicherung für den Pflegefall vorsorgen. Ein eigenes Finanzpolster oder die Anpassung deiner Wohnsituation sind mögliche Wege.

Eine Alternative zur Pflegezusatzversicherung ist das eigene Ansparen. Legst du monatlich 50 Euro über 40 Jahre mit 4 Prozent Rendite an, ergibt das ein Polster von über 58.000 Euro. Mit einem ETF-Sparplan an der Börse ist das trotz Inflation durchaus realistisch. Voraussetzung ist, dass du das Geld nicht zwischenzeitlich aufbrauchst.

Auch deine Wohnsituation kannst du so gestalten, dass du möglichst lange selbstständig deinen Alltag bewältigst. Eine barrierefreie Wohnung reduziert den finanziellen Druck im Pflegefall. Eine Immobilie kannst du außerdem vermieten, die zusätzlichen Einnahmen helfen, Kosten einer stationären Unterbringung zu decken.

  • Selbst angespartes Geld kannst du frei verwenden oder vererben, wenn du nie pflegebedürftig wirst.
  • Geld, das du in eine Pflegezusatzversicherung einzahlst, ist weg, wenn du die Versicherung nie in Anspruch nimmst.
  • Ein ETF-Sparplan mit 50 Euro monatlich über 40 Jahre ergibt bei 4 Prozent Rendite über 58.000 Euro.

Eine Alternative ist das eigene Ansparen. Legst du monatlich 50 EUR über 40 Jahre mit 4 Prozent Rendite an, ergibt das ein Polster von über 58.000 EUR. Mit einem ETF-Sparplan ist das trotz Inflation realistisch.

Auch deine Wohnsituation kannst du so gestalten, dass du möglichst lange selbstständig deinen Alltag bewältigst. Eine barrierefreie Wohnung oder ein Haus, das du im Pflegefall vermieten kannst, reduziert den finanziellen Druck.

Bedenke: Geld, das du in eine Pflegezusatzversicherung einzahlst, ist weg, wenn du nie pflegebedürftig wirst. Selbst angespartes Geld kannst du dagegen frei nutzen oder vererben.

10 · Im Vertrag

Was passiert, wenn du die Beiträge nicht mehr zahlen kannst?

Pflegezusatzversicherungen sind langfristige Verträge. Gerätst du in Zahlungsschwierigkeiten, droht der Verlust aller eingezahlten Beiträge.

Pflegezusatzversicherungen sind langfristige Verträge. Gerätst du in Zahlungsschwierigkeiten, droht der Verlust aller eingezahlten Beiträge. Viele Versicherer gewähren bei Zahlungsschwierigkeiten nur eine begrenzte Pause, zum Beispiel bei vorübergehender Arbeitslosigkeit. Die fehlenden Beiträge musst du später oft auf einen Schlag nachzahlen.

Die Beiträge können im Laufe der Vertragslaufzeit deutlich ansteigen. In der Vergangenheit haben viele Versicherer ihre Beiträge erhöht, teils um mehr als das Doppelte. Ein Leser berichtete, dass die Pflegeversicherung seines Vaters den Beitrag im Mai 2020 mehr als verdoppelt hat. Derartige Preissteigerungen solltest du verkraften können.

  • Kündigst du den Vertrag, weil er zu teuer geworden ist, sind alle gezahlten Beiträge verloren.
  • Du erhältst keinen Rückkaufswert, anders als bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung.
  • Überlege dir vor dem Abschluss, ob du den Beitrag auch im Rentenalter noch zahlen kannst.

Wichtige Vertragsklauseln und Risiken

BeitragspauseBegrenztViele Versicherer gewähren bei Zahlungsschwierigkeiten nur eine begrenzte Pause, zum Beispiel bei vorübergehender Arbeitslosigkeit. Die fehlenden Beiträge musst du später oft auf einen Schlag nachzahlen.
BeitragserhöhungMöglichDie Beiträge können im Laufe der Vertragslaufzeit deutlich ansteigen. In der Vergangenheit haben viele Versicherer ihre Beiträge erhöht, teils um mehr als das Doppelte.
KündigungVerlustKündigst du den Vertrag, weil er zu teuer geworden ist, sind alle gezahlten Beiträge verloren. Du erhältst keine Rückerstattung.
Leistung bei Pflegegrad 1Oft keineIn Pflegegrad 1 zahlen viele Tarife keine Leistung. Achte darauf, dass dein Tarif in den niedrigen Pflegegraden 1 bis 3 ausreichend leistet, da du dort die längste Zeit verbringen wirst.

11 · Was gilt

Was gilt bei ambulanter Pflege zu Hause?

Der Großteil der Pflegebedürftigen wird zu Hause versorgt. Die Kosten für ambulante Pflegedienste steigen mit dem Pflegegrad und unterscheiden sich regional.

86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause betreut, davon wiederum rund 63 Prozent überwiegend allein durch Angehörige oder Laien. Hierbei fallen keine Kosten für professionelle Pflege an. Die wenigsten Pflegebedürftigen werden angesichts des hohen Pflegebedarfs in Pflegegrad 4 oder 5 ambulant versorgt.

Die Kosten für ambulante Pflegedienste steigen mit dem Pflegegrad und unterscheiden sich regional. Achte bei einer Pflegezusatzversicherung darauf, dass sie insbesondere in den Pflegegraden 1 bis 3 ausreichende Summen deckt. Die meisten Menschen sind in den niedrigen Pflegegraden 1 bis 3 eingestuft und bleiben darin die längste Zeit.

  • Pflegegrad 2: 796 Euro monatlich für professionelle Pflege zu Hause.
  • Pflegegrad 3: 1.497 Euro monatlich für professionelle Pflege zu Hause.
  • Pflegegrad 4: 1.859 Euro monatlich für professionelle Pflege zu Hause.
  • Pflegegrad 5: 2.299 Euro monatlich für professionelle Pflege zu Hause.
  • Pflegegeld bei Pflege durch Angehörige: 347 bis 990 Euro je nach Pflegegrad.

Das übernimmt die Pflegekasse

·Pflegegrad 2: 796 EUR monatlich für professionelle Pflege
·Pflegegrad 3: 1.497 EUR monatlich für professionelle Pflege
·Pflegegrad 4: 1.859 EUR monatlich für professionelle Pflege
·Pflegegrad 5: 2.299 EUR monatlich für professionelle Pflege
·Pflegegeld bei Pflege durch Angehörige: 347 bis 990 EUR je nach Pflegegrad

Das bleibt als Eigenanteil

·Eigenanteil von 150 bis 2.600 EUR je nach Pflegegrad
·Kosten für hauswirtschaftliche Dienste außerhalb der Pflegeleistungen
·Regionale Preisunterschiede bei ambulanten Pflegediensten
·Zusätzliche Betreuungsleistungen, die nicht von der Pflegekasse gedeckt sind

12 · Was gilt

Was gilt bei vollstationärer Pflege im Pflegeheim?

Im Pflegeheim zahlen alle Bewohner ab Pflegegrad 2 denselben Eigenanteil für die Pflege. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

Die Heime berechnen einen einheitlichen Betrag für jeden Bewohner, unabhängig vom Pflegegrad. Der durchschnittliche Eigenanteil liegt bei 1.500 Euro monatlich, ohne Kosten für Wohnen und Verpflegung.

Hinzu kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen der Pflegeeinrichtung. Der Verband der Ersatzkassen gibt den durchschnittlichen Eigenanteil derzeit mit 3.542 Euro ohne Zuschüsse nach Aufenthaltsdauer an. Im ersten Jahr liegt der Betrag mit Zuschüssen bei 3.245 Euro. In Pflegegrad 1 ist eine Heimunterbringung angesichts des relativ geringen Pflegebedarfs und der hohen Kosten der Ausnahmefall.

  • Pflegegrad 2: 805 Euro monatlich von der Pflegekasse.
  • Pflegegrad 3: 1.319 Euro monatlich von der Pflegekasse.
  • Pflegegrad 4: 1.855 Euro monatlich von der Pflegekasse.
  • Pflegegrad 5: 2.096 Euro monatlich von der Pflegekasse.
  • Einheitlicher Eigenanteil von etwa 1.500 Euro in den Pflegegraden 2 bis 5.

Das übernimmt die Pflegekasse

·Pflegegrad 2: 805 EUR monatlich
·Pflegegrad 3: 1.319 EUR monatlich
·Pflegegrad 4: 1.855 EUR monatlich
·Pflegegrad 5: 2.096 EUR monatlich

Das zahlst du selbst

·Einheitlicher Eigenanteil von etwa 1.500 EUR in den Pflegegraden 2 bis 5
·Kosten für Unterkunft und Verpflegung
·Investitionskosten der Pflegeeinrichtung
·Zuschläge für Einzelzimmer oder besondere Ausstattung

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026