Ratgeber · Versicherung
Lohnt sich eine Unfallversicherung? Der ehrliche Check für deinen Alltag
Eine private Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall, nicht bei Krankheit. Für viele Menschen ist sie verzichtbar, für einige Berufsgruppen aber eine sinnvolle Absicherung.
11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die private Unfallversicherung leistet bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall in Beruf und Freizeit.
- Arbeitnehmer, Studierende und Kinder sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, aber nur bei Arbeit, Schule und auf dem direkten Weg dorthin.
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die meisten Menschen wichtiger, weil sie auch bei Krankheit zahlt.
- Selbstständige, Hausfrauen, Hausmänner und Menschen mit riskanten Hobbys profitieren am ehesten von einer privaten Unfallversicherung.
01 · Grundlagen
Was ist eine private Unfallversicherung?
Die private Unfallversicherung ist eine freiwillige Versicherung, die einen festen Geldbetrag oder eine Rente zahlt, wenn du durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt wirst.
Entscheidend ist, dass diese Leistung nur bei einer dauerhaften Beeinträchtigung deiner körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit fällig wird. Eine einfache Verletzung, die vollständig ausheilt, löst keine Invaliditätsleistung aus.
Die Versicherung unterscheidet dabei klar zwischen Unfall und Krankheit. Mehr als 90 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit entstehen durch Krankheiten, für die diese Police nicht aufkommt. Deshalb ist sie für die meisten Menschen nur eine Ergänzung, keine Basisabsicherung.
Die Höhe der späteren Zahlung hängt von zwei Faktoren ab: der vereinbarten Versicherungssumme und dem festgestellten Invaliditätsgrad. Je schwerwiegender die Unfallfolge, desto höher fällt der ausgezahlte Betrag aus.
- Die Versicherung zahlt nur bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall.
- Krankheiten und Abnutzungserscheinungen sind nicht abgedeckt.
- Die Leistung ist eine einmalige Kapitalzahlung oder eine vereinbarte Rente.
Private Unfallversicherung: Eine Versicherung, die bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall eine einmalige Kapitalzahlung oder eine Unfallrente leistet. Sie zahlt nur bei Unfällen, nicht bei Krankheiten oder Abnutzungserscheinungen.
Kurz erklärt
Private Unfallversicherung
Eine Versicherung, die bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall eine einmalige Kapitalzahlung oder eine Unfallrente leistet.
Sie zahlt nur bei Unfällen, nicht bei Krankheiten oder Abnutzungserscheinungen.
02 · Schritt für Schritt
Wann greift die private Unfallversicherung?
Damit die Versicherung zahlt, muss ein Ereignis die Definition eines Unfalls erfüllen. Nicht jeder Sturz oder jede Verletzung zählt automatisch dazu.
Diese Definition verlangt ein plötzlich von außen auf deinen Körper wirkendes Ereignis, das unfreiwillig zu einer Gesundheitsschädigung führt. Fehlt eines dieser Merkmale, liegt kein versicherter Unfall vor.
Ein Sturz vom Fahrrad oder ein Zusammenstoß im Straßenverkehr erfüllen diese Kriterien in der Regel problemlos. Anders sieht es bei einem Bänderriss aus, der nach monatelanger Überlastung beim Sport auftritt: Hier fehlt das Merkmal der Plötzlichkeit. Auch ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall gelten nicht als Unfall, weil keine äußere Krafteinwirkung vorliegt.
Die dauerhafte Gesundheitsschädigung ist die zweite zentrale Voraussetzung. Die Invalidität muss voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen und eine Besserung darf nicht zu erwarten sein. Dein Arzt oder deine Ärztin muss diese Beeinträchtigung innerhalb einer Frist von 15 Monaten nach dem Unfall schriftlich feststellen.
- Der Unfall muss plötzlich und von außen einwirkend passieren.
- Du darfst das Ereignis nicht vorsätzlich herbeigeführt haben.
- Die Invalidität muss voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen.
Plötzliches Ereignis: Der Unfall muss innerhalb eines kurzen Zeitraums passieren. Dauerbelastungen wie ein Bänderriss nach monatelangem Training zählen nicht. Krafteinwirkung von außen: Eine äußere Kraft muss auf deinen Körper wirken, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall oder einem Sturz. Krankheiten wie ein Herzinfarkt sind keine Unfälle. Unfreiwilligkeit: Du darfst den Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt haben. Selbstverletzungen oder Suizid sind nicht versichert. Dauerhafte Gesundheitsschädigung: Die Invalidität muss voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen und eine Besserung darf nicht zu erwarten sein.
Plötzliches Ereignis
Der Unfall muss innerhalb eines kurzen Zeitraums passieren. Dauerbelastungen wie ein Bänderriss nach monatelangem Training zählen nicht.
Krafteinwirkung von außen
Eine äußere Kraft muss auf deinen Körper wirken, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall oder einem Sturz. Krankheiten wie ein Herzinfarkt sind keine Unfälle.
Unfreiwilligkeit
Du darfst den Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt haben. Selbstverletzungen oder Suizid sind nicht versichert.
Dauerhafte Gesundheitsschädigung
Die Invalidität muss voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen und eine Besserung darf nicht zu erwarten sein.
03 · Was gilt
Versicherungsschutz: Was ist abgedeckt und was nicht?
Der Schutz der privaten Unfallversicherung gilt weltweit und rund um die Uhr. Entscheidend ist, welche Folgen eines Unfalls tatsächlich versichert sind.
Das ist ein entscheidender Unterschied zur gesetzlichen Absicherung, die nur bestimmte Lebensbereiche wie Arbeit oder Universität abdeckt. Deine Freizeit, der Haushalt und der Urlaub sind bei der privaten Police eingeschlossen.
Abgedeckt sind dauerhafte körperliche Schäden, die direkt durch einen Unfall entstehen. Dazu zählen der Verlust von Gliedmaßen, der Verlust der Sehkraft oder andere bleibende Funktionseinschränkungen. Die Versicherung zahlt jedoch nicht bei Berufsunfähigkeit, die durch eine Krankheit ausgelöst wird, und auch nicht bei psychischen Erkrankungen ohne klaren Unfallbezug.
Vorsätzlich herbeigeführte Unfälle sind grundsätzlich vom Schutz ausgeschlossen. Ebenso wenig leistet die Police für Abnutzungserscheinungen oder Schäden durch Dauerbelastungen, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln.
- Versichert sind Unfälle in Freizeit, Haushalt, Straßenverkehr und Urlaub.
- Nicht versichert sind Krankheiten, psychische Leiden ohne Unfallbezug und vorsätzliche Handlungen.
- Die Leistung setzt eine dauerhafte Invalidität voraus.
Leistungen der privaten Unfallversicherung: Sie zahlt bei Unfällen in der Freizeit und im Haushalt, im Straßenverkehr und im Urlaub sowie bei dauerhaften körperlichen Schäden nach einem Unfall. Sie zahlt nicht bei Berufsunfähigkeit durch Krankheit, psychischen Erkrankungen ohne klaren Unfallbezug, Abnutzungserscheinungen und vorsätzlich herbeigeführten Unfällen.
Da zahlt sie
Da zahlt sie nicht
04 · Vergleich
Pflichtversicherung: Wann du bereits gesetzlich abgesichert bist
Viele Menschen sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, ohne es zu wissen. Diese Pflichtversicherung deckt aber nur bestimmte Lebensbereiche ab.
Als Studierende bist du über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, solange du dich in der Universität oder auf dem direkten Weg dorthin befindest. Diese Pflichtversicherung übernimmt die Kosten für Heilbehandlung, Rehabilitation und zahlt unter Umständen eine Rente bei Minderung der Erwerbsfähigkeit. Die Beiträge dafür trägt der Träger der Einrichtung, nicht du selbst.
Dieser gesetzliche Schutz endet jedoch an der Haustür. Sobald du zu Hause bist, Sport treibst, einkaufen gehst oder in den Urlaub fährst, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht mehr. Genau in diesen Situationen kann eine private Unfallversicherung die Lücke schließen.
Der Leistungsumfang beider Systeme unterscheidet sich deutlich. Die gesetzliche Versicherung zielt auf Heilbehandlung und Wiedereingliederung ab. Die private Police zahlt dagegen einen festen Geldbetrag bei dauerhafter Invalidität, unabhängig von den tatsächlichen Behandlungskosten.
- Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nur in Uni und auf dem direkten Weg dorthin.
- Die private Unfallversicherung schützt dich weltweit, auch in der Freizeit.
- Die Beiträge zur gesetzlichen Absicherung zahlst du als Studierender nicht selbst.
Gesetzliche und private Unfallversicherung im Vergleich: Die gesetzliche Unfallversicherung gilt für Arbeitnehmer, Studierende, Kinder in Schule und Kita, aber nur bei Arbeit, Schule, Uni und auf dem direkten Weg dorthin. Die private Unfallversicherung gilt für jede Person, die einen Vertrag abschließt, und zwar weltweit, auch in Freizeit, Haushalt und Urlaub. Die gesetzliche zahlt Heilbehandlung, Reha, Verletztengeld und Rente bei Minderung der Erwerbsfähigkeit, die private eine einmalige Invaliditätsleistung oder Rente.
| Gesetzliche Unfallversicherung | Private Unfallversicherung | |
|---|---|---|
| Wer ist versichert? | Arbeitnehmer, Studierende, Kinder in Schule und Kita | Jede Person, die einen Vertrag abschließt |
| Wo gilt der Schutz? | Nur bei Arbeit, Schule, Uni und auf dem direkten Weg dorthin | Weltweit, auch in Freizeit, Haushalt und Urlaub |
| Wer zahlt die Beiträge? | Der Arbeitgeber über die Berufsgenossenschaft | Die versicherte Person selbst |
| Was wird geleistet? | Heilbehandlung, Reha, Verletztengeld, Rente bei Minderung der Erwerbsfähigkeit | Einmalige Invaliditätsleistung oder Unfallrente nach Gliedertaxe |
05 · Checkliste
Für welche Personengruppen lohnt sich die Unfallversicherung?
Nicht für jeden ist eine private Unfallversicherung sinnvoll. Entscheidend ist, ob du bereits gesetzlich abgesichert bist und wie hoch dein persönliches Unfallrisiko ist.
Für dich als Studierende ist die private Unfallversicherung in den meisten Fällen keine Priorität. Du bist während deiner Zeit an der Universität gesetzlich abgesichert und dein Unfallrisiko in der Freizeit ist in der Regel überschaubar. Bevor du eine solche Police abschließt, solltest du prüfen, ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst, denn diese schützt dich umfassender.
Anders sieht es für Menschen aus, die nicht in einem Angestelltenverhältnis stehen oder deren Alltag mit besonderen Risiken verbunden ist. Selbstständige, Hausfrauen und Hausmänner sowie Personen mit gefährlichen Hobbys haben oft keine gesetzliche Absicherung für Freizeitunfälle. Für sie kann die private Unfallversicherung eine sinnvolle Ergänzung sein.
Eine wichtige Zielgruppe sind auch Menschen mit Vorerkrankungen, die von der Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt wurden. Für sie ist die Unfallversicherung oft die einzige Möglichkeit, zumindest das finanzielle Risiko eines Unfalls abzusichern, auch wenn sie bei Krankheit nicht leistet.
- Sinnvoll ist die Police für Selbstständige ohne gesetzlichen Unfallschutz.
- Hausfrauen und Hausmänner profitieren vom Schutz in Haushalt und Freizeit.
- Menschen mit riskanten Hobbys oder ohne Zugang zur BU können sie nutzen.
Sinnvoll ist sie vor allem für diese Gruppen: Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzlichen Unfallschutz, Hausfrauen und Hausmänner, die nicht erwerbstätig sind, Menschen mit riskanten Hobbys wie Motorradfahren oder Extremsport, Personen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, und Erwerbstätige mit Vorerkrankungen, die von der BU abgelehnt wurden.
Sinnvoll ist sie vor allem für diese Gruppen
Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzlichen Unfallschutz
Hausfrauen und Hausmänner, die nicht erwerbstätig sind
Menschen mit riskanten Hobbys wie Motorradfahren oder Extremsport
Personen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können
Erwerbstätige mit Vorerkrankungen, die von der BU abgelehnt wurden
06 · Hintergrund
Freizeitunfälle: Die größte Lücke der gesetzlichen Absicherung
Die meisten Unfälle passieren nicht am Arbeitsplatz, sondern in der Freizeit. Genau hier liegt der Hauptvorteil einer privaten Unfallversicherung.
Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland rund neun Millionen Unfälle, ein großer Teil davon im Haushalt, beim Sport oder im Straßenverkehr. Genau in diesen Situationen bist du als Studierende nicht über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.
Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke, indem sie Unfälle im Haushalt, beim Heimwerken, im Straßenverkehr oder auf Reisen abdeckt. Der Schutz gilt weltweit und ist nicht an bestimmte Orte oder Tageszeiten gebunden. Für Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen oder riskante Hobbys ausüben, kann das relevant sein.
Du solltest jedoch bedenken, dass die private Unfallversicherung nur bei dauerhaften Schäden zahlt. Ein einfacher Knochenbruch, der vollständig ausheilt, führt zu keiner Invaliditätsleistung. Die Police ist also keine Absicherung für vorübergehende Einschränkungen oder Verdienstausfälle während der Heilungsphase.
- Die gesetzliche Absicherung endet an der Haustür.
- Die private Police zahlt bei Unfällen in Freizeit, Haushalt und Urlaub.
- Nur dauerhafte Schäden lösen eine Leistung aus.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich nur bei der Arbeit, in der Schule oder Universität und auf dem direkten Weg dorthin. Sobald du zu Hause bist, Sport treibst oder im Urlaub bist, greift dieser Schutz nicht mehr. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Sie zahlt bei Unfällen im Haushalt, beim Heimwerken, im Straßenverkehr oder auf Reisen. Bedenke aber: Die private Unfallversicherung zahlt nur bei dauerhaften Schäden. Ein einfacher Knochenbruch, der vollständig ausheilt, führt zu keiner Leistung.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich nur bei der Arbeit, in der Schule oder Universität und auf dem direkten Weg dorthin. Sobald du zu Hause bist, Sport treibst oder im Urlaub bist, greift dieser Schutz nicht mehr.
Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Sie zahlt bei Unfällen im Haushalt, beim Heimwerken, im Straßenverkehr oder auf Reisen. Gerade für Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen oder riskante Hobbys haben, kann das relevant sein.
Bedenke aber: Die private Unfallversicherung zahlt nur bei dauerhaften Schäden. Ein einfacher Knochenbruch, der vollständig verheilt, führt in der Regel zu keiner Leistung.
07 · Im Vertrag
Invalidität und Gliedertaxe: So wird die Leistung berechnet
Die Höhe der Invaliditätsleistung hängt vom Grad der Invalidität ab. Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent der Versicherungssumme du für den Verlust eines Körperteils bekommst.
Diese Werte sind in den Versicherungsbedingungen festgeschrieben.
Der Verlust eines Arms im Schultergelenk wird beispielsweise mit 70 Prozent der Versicherungssumme bewertet. Ein Bein bis zur Mitte des Oberschenkels zählt 60 Prozent, eine Hand im Handgelenk 55 Prozent. Der Verlust eines Auges führt zu einer Leistung von 50 Prozent, das Gehör auf einem Ohr zu 30 Prozent.
Bei teilweisem Verlust oder teilweiser Funktionsunfähigkeit werden diese Werte entsprechend gekürzt. Hast du zum Beispiel eine Versicherungssumme von 300.000 Euro vereinbart und verlierst ein Auge, erhältst du 150.000 Euro als Invaliditätszahlung. Vorerkrankungen können die Leistung mindern, wenn sie zu mehr als 25 Prozent zur Invalidität beigetragen haben.
- Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent der Summe du für ein Körperteil bekommst.
- Ein Arm im Schultergelenk zählt 70 Prozent, ein Auge 50 Prozent.
- Bei Teilinvalidität werden die Werte anteilig gekürzt.
Wichtige Werte der Gliedertaxe: Arm im Schultergelenk 70 Prozent, Bein bis Mitte Oberschenkel 60 Prozent, Hand im Handgelenk 55 Prozent, Auge 50 Prozent, Gehör auf einem Ohr 30 Prozent. Bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit erhältst du den entsprechenden Prozentsatz der Versicherungssumme.
Wichtige Werte der Gliedertaxe
08 · Kosten
Unfallrente oder Einmalzahlung: Was ist sinnvoller?
Neben der einmaligen Invaliditätsleistung kannst du auch eine monatliche Unfallrente vereinbaren. Diese Option ist jedoch oft teuer und an hohe Invaliditätsgrade gekoppelt.
Diese Option ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn sie ist in der Regel sehr teuer. Außerdem zahlen viele Versicherer die Unfallrente erst ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent.
Für die Absicherung laufender Einkommensverluste gibt es bessere Instrumente. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, unabhängig davon ob Krankheit oder Unfall die Ursache ist. Auch eine Krankentagegeldversicherung hilft bei Verdienstausfällen, und zwar nicht nur nach einem Unfall.
Die Einmalzahlung ist dagegen gut geeignet, um nach einem Unfall finanzielle Belastungen wie Umbauten, Therapien oder Schulden abzufedern. Sie gibt dir Flexibilität, weil du selbst entscheidest, wofür du das Geld verwendest. Eine Kombination aus hoher Einmalzahlung und einer separaten BU ist meist sinnvoller als eine teure Unfallrente.
- Die Unfallrente ist teuer und oft erst ab 50 Prozent Invalidität verfügbar.
- Für laufende Einkommensverluste sind BU oder Krankentagegeld besser geeignet.
- Die Einmalzahlung bietet Flexibilität für einmalige finanzielle Belastungen.
Leistungsformen im Vergleich: Die Unfallrente ist meist weniger empfehlenswert als eine Einmalzahlung. Eine einmalige Invaliditätsleistung ist ab 50.000 Euro Versicherungssumme sinnvoll. Eine Unfallrente ist teuer und zahlt häufig erst ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Krankentagegeldversicherung ist für laufende Einkommensverluste besser geeignet.
Kurz erklärt
Unfallrente
Leistungsformen im Vergleich
oft erst ab 50 Prozent Invalidität
09 · Im Vertrag
Progression: So erhöhst du die Leistung bei schweren Unfällen
Mit einer Progression kannst du die Invaliditätsleistung bei hohen Invaliditätsgraden überproportional steigern. Das ist vor allem bei schweren Unfällen relevant.
Das bedeutet, dass du bei schweren Unfällen ein Vielfaches der vereinbarten Versicherungssumme erhältst. Diese Option ist vor allem dann relevant, wenn du dich gegen existenzbedrohende Unfallfolgen absichern möchtest.
Bei einer Progression von 225 Prozent erhältst du bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent das 2,25-fache der Versicherungssumme. Eine Progression von 350 Prozent führt bei Vollinvalidität sogar zur Auszahlung des 3,5-fachen Betrags. Die Wirkung entfaltet sich jedoch erst bei hohen Invaliditätsgraden.
Bei niedrigen Invaliditätsgraden wirkt die Progression kaum. Sie ist also keine sinnvolle Option, wenn du vor allem kleinere Unfallfolgen absichern willst. Für schwere Unfälle mit dauerhaften Beeinträchtigungen kann sie dagegen einen wichtigen Zusatzschutz bieten, der die finanzielle Belastung deutlich abfedert.
- Die Progression steigert die Leistung bei hohen Invaliditätsgraden überproportional.
- Bei 100 Prozent Invalidität zahlt eine Progression 350 das 3,5-fache der Summe.
- Bei niedrigen Invaliditätsgraden wirkt die Progression kaum.
Progression in der Unfallversicherung: Progression 225 Prozent bedeutet überproportionale Leistung: Bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent erhältst du das 2,25-fache der Versicherungssumme. Progression 350 Prozent bedeutet hohe Absicherung: Bei Vollinvalidität wird die Versicherungssumme mit dem Faktor 3,5 ausgezahlt. Die Wirkung bei Teilinvalidität ist geringer: Bei niedrigen Invaliditätsgraden wirkt die Progression kaum. Sie entfaltet ihre Wirkung erst ab etwa 50 Prozent Invalidität.
10 · Vergleich
Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung: Was ist wichtiger?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als wichtiger als die Unfallversicherung, weil sie auch bei Krankheit zahlt. In über 90 Prozent der Fälle werden Menschen durch Krankheit berufsunfähig, nicht durch einen Unfall.
Die Unfallversicherung hilft in diesen Fällen nicht weiter.
Die BU zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Die Leistung beginnt ab einem Grad der Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Die Unfallversicherung zahlt dagegen nur bei einem Unfall mit dauerhafter Invalidität, und zwar in der Regel als einmalige Kapitalzahlung.
Für dich als Studierende ist die BU besonders relevant, weil du sie oft zu günstigen Konditionen abschließen kannst, solange du jung und gesund bist. Die Unfallversicherung ist dagegen nur eine Ergänzung, die das Risiko von Freizeitunfällen abdeckt. Sie ersetzt die BU nicht, kann sie aber sinnvoll ergänzen, wenn du besondere Hobbys hast oder keine BU bekommst.
- Die BU zahlt bei Krankheit und Unfall, die Unfallversicherung nur bei Unfall.
- Die BU leistet eine monatliche Rente, die Unfallversicherung meist eine Einmalzahlung.
- Für die meisten Menschen ist die BU die wichtigere Absicherung.
BU-Versicherung und Unfallversicherung im Vergleich: Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt bei Krankheit oder Unfall, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, als monatliche Rente ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Die private Unfallversicherung zahlt nur bei Unfall mit dauerhafter Invalidität als einmalige Kapitalzahlung oder Rente. Für die meisten Menschen ist die BU-Versicherung die wichtigere Absicherung, weil sie auch bei Krankheit leistet.
| Berufsunfähigkeitsversicherung | Private Unfallversicherung | |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Krankheit oder Unfall, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst | Nur Unfall mit dauerhafter Invalidität |
| Leistungsart | Monatliche Rente | Einmalige Kapitalzahlung oder Rente |
| Leistung ab | Ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf | Ab festgestelltem Invaliditätsgrad laut Gliedertaxe |
| Absicherung bei Krankheit | Ja, umfassend | Nein, nur bei Unfall |
11 · Checkliste
Selbstständige: Warum die Unfallversicherung für dich relevant ist
Selbstständige sind nicht automatisch über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Für sie kann eine private Unfallversicherung eine wichtige Lücke schließen.
Anders als Arbeitnehmer, deren Beiträge der Arbeitgeber über die Berufsgenossenschaft zahlt, musst du dich selbst um deinen Schutz kümmern. Eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung ist möglich, aber nicht immer die beste Lösung.
Die private Unfallversicherung bietet dir als Selbstständige Schutz in Freizeit und Beruf. Sie zahlt bei dauerhaften Unfallfolgen eine einmalige Kapitalleistung, die du frei verwenden kannst. Das kann wichtig sein, wenn du nach einem Unfall deinen Betrieb umorganisieren oder vorübergehend Hilfe finanzieren musst.
Dennoch ist auch für Selbstständige die Berufsunfähigkeitsversicherung oft die bessere Wahl. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, unabhängig davon ob Krankheit oder Unfall die Ursache ist. Eine Kombination aus BU und Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn du ein hohes Unfallrisiko hast oder die BU nur mit Ausschlüssen bekommst.
- Selbstständige sind nicht über die Berufsgenossenschaft pflichtversichert.
- Die private Unfallversicherung bietet Schutz in Freizeit und Beruf.
- Eine BU ist für Selbstständige oft die bessere Wahl.
Das gilt für Selbstständige: Selbstständige sind nicht über die Berufsgenossenschaft pflichtversichert. Eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung ist möglich. Die private Unfallversicherung bietet Schutz in Freizeit und Beruf. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige oft die bessere Wahl. Kombinationen aus BU und Unfallversicherung sind möglich.
Das gilt für Selbstständige
Selbstständige sind nicht über die Berufsgenossenschaft pflichtversichert
Eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung ist möglich
Die private Unfallversicherung bietet Schutz in Freizeit und Beruf
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige oft die bessere Wahl
Kombinationen aus BU und Unfallversicherung sind möglich
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