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Ratgeber · Versicherung

Lebensversicherung Leistungen: Was dein Vertrag im Ernstfall zahlt

Die Leistungen einer Lebensversicherung hängen vom Vertragstyp und dem vereinbarten Versicherungs­fall ab. Hier erfährst du, wann du oder deine Hinterbliebenen welche Summe bekommst und welche Bausteine sinnvoll sind.

11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Im Erlebensfall erhältst du bei einer Kapitallebensversicherung die vereinbarte Versicherungssumme plus Überschüsse.
  • Im Todesfall zahlen Risiko- und Kapitallebensversicherungen die vereinbarte Todesfallleistung an deine Hinterbliebenen.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.
  • Der garantierte Zinssatz für klassische Lebensversicherungen liegt aktuell bei 0,25 Prozent für die gesamte Laufzeit.

01 · Grundlagen

Was leistet eine Lebensversicherung im Erlebensfall?

Erlebst du das Ende der Vertragslaufzeit, bekommst du selbst die Leistung aus deiner Lebensversicherung. Die Auszahlung kann als Einmalbetrag oder als monatliche Rente erfolgen.

Bei einer Kapitallebensversicherung erhältst du am Ende der Laufzeit eine einmalige Versicherungssumme, die sich aus deinen eingezahlten Beiträgen, dem garantierten Zinssatz und den erwirtschafteten Überschüssen des Versicherers zusammensetzt. Der garantierte Zinssatz liegt aktuell bei 0,25 Prozent und gilt für die gesamte Vertragslaufzeit. Diese Garantie gibt dir Planungssicherheit, auch wenn die tatsächliche Auszahlung durch die Überschussbeteiligung höher ausfallen kann.

Bei einer Rentenversicherung wird dein angespartes Kapital zum vereinbarten Zeitpunkt in eine lebenslange monatliche Rente umgerechnet. Die Höhe dieser Rente hängt vom angesparten Kapital, deinem Alter bei Rentenbeginn und dem vertraglich vereinbarten Rentenfaktor ab. Du kannst bei vielen Verträgen auch wählen, ob du eine einmalige Kapitalauszahlung oder eine monatliche Rente bevorzugst.

Die Auszahlung im Erlebensfall ist der zentrale Unterschied zur reinen Risikolebensversicherung, die bei Erleben des Vertragsendes keine Leistung vorsieht. Bei der Kapitallebensversicherung ist die Altersvorsorgefunktion dagegen fest eingebaut, während der Hinterbliebenenschutz parallel dazu besteht.

Kurz erklärt

Erlebensfallleistung

Die Zahlung, die du erhältst, wenn du den vereinbarten Endzeitpunkt deines Lebensversicherungsvertrags erlebst.

Bei einer Kapitallebensversicherung setzt sich die Auszahlung aus deinen eingezahlten Beiträgen, dem garantierten Zins und den erwirtschafteten Überschüssen zusammen.

02 · Was gilt

Todesfallleistung: So sind deine Hinterbliebenen abgesichert

Stirbst du während der Vertragslaufzeit, zahlt die Versicherung die vereinbarte Todesfallsumme an die bezugsberechtigte Person. Diese Leistung ist der Kern des Hinterbliebenenschutzes.

Stirbst du während der Vertragslaufzeit, erhalten deine Hinterbliebenen die garantierte Versicherungssumme und die bis dahin angesammelten Überschussanteile. Diese Leistung wird an die von dir im Vertrag bestimmte bezugsberechtigte Person ausgezahlt, nicht automatisch an die gesetzlichen Erben. Du solltest deshalb regelmäßig prüfen, ob die bezugsberechtigte Person noch deiner aktuellen Lebenssituation entspricht.

Bei einer Versicherung auf verbundene Leben sind zwei oder mehrere Personen in einem Vertrag versichert. Stirbt eine dieser Personen, wird die Todesfallleistung an die überlebende Person ausgezahlt. Diese Variante ist für Ehepaare oder Geschäftspartner interessant, weil sie günstiger ist als zwei getrennte Einzelverträge, allerdings wird auch nur einmal für den zuerst Verstorbenen gezahlt.

Die Todesfallleistung wird nur fällig, wenn der Tod der versicherten Person während der Versicherungsdauer eintritt. Nach Ablauf des Vertrags besteht kein Anspruch mehr auf diese Leistung. Auch wenn die bezugsberechtigte Person vor der versicherten Person stirbt, wird keine Todesfallleistung ausgelöst, solange die versicherte Person weiterlebt.

Leistung wird fällig

·Tod der versicherten Person während der Versicherungsdauer
·Tod vor Ablauf des Vertrags bei einer Kapitallebensversicherung
·Tod einer von zwei versicherten Personen bei einer Versicherung auf verbundene Leben

Keine Leistung

·Tod nach Ablauf der Versicherungsdauer
·Tod der bezugsberechtigten Person, nicht der versicherten Person
·Tod durch einen in den Bedingungen ausgeschlossenen Umstand

03 · Kosten

Kapitallebensversicherung: Altersvorsorge mit Garantiezins

Die Kapitallebensversicherung kombiniert Altersvorsorge mit Hinterbliebenenschutz. Du bekommst eine garantierte Leistung im Alter und deine Angehörigen sind ab Vertragsbeginn abgesichert.

Die Kapitallebensversicherung kombiniert den Aufbau von Alterskapital mit dem Schutz deiner Angehörigen ab Vertragsbeginn. Deine Beiträge fließen in einen Sparanteil, der mit dem garantierten Zinssatz von 0,25 Prozent verzinst wird, hinzu kommt eine Überschussbeteiligung, die vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherers abhängt. Diese Überschüsse sind nicht garantiert, können aber die Auszahlung deutlich erhöhen.

Die Höhe deines Beitrags wird von mehreren Faktoren bestimmt: der gewünschten Versicherungssumme, deinem Gesundheitszustand, der Vertragslaufzeit sowie den Vertriebs- und Verwaltungskosten des Versicherers. Zusatzversicherungen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung erhöhen den Beitrag zusätzlich, weil hier Alter, Gesundheitszustand und risikorelevante Hobbys in die Kalkulation einfließen.

Du kannst deine Beiträge monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen. Eine Dynamikvereinbarung sorgt dafür, dass Beitrag und Versicherungssumme in regelmäßigen Abständen steigen, entweder um einen festen Prozentsatz oder angelehnt an die Entwicklung der Höchstbeiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung. So wächst dein Schutz mit, ohne dass du einen neuen Vertrag abschließen musst.

Bestandteile der Auszahlung einer Kapitallebensversicherung

Garantierter Zins (0,25 % p.a.)0,25 %
ÜberschussbeteiligungVariabel

04 · Vergleich

Risikolebensversicherung: Reiner Schutz für den Todesfall

Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall und baut kein Kapital auf. Sie ist die günstigste Form, um Hinterbliebene finanziell abzusichern.

Die Risikolebensversicherung zahlt ausschließlich im Todesfall der versicherten Person während der Vertragslaufzeit. Sie baut kein Kapital auf und hat deshalb keinen Rückkaufswert, den du bei einer Kündigung ausgezahlt bekommst. Genau das macht sie zur günstigsten Form, um Hinterbliebene finanziell abzusichern, weil dein Beitrag fast vollständig in den Risikoschutz fließt und nicht in einen Sparanteil.

Im Vergleich zur Kapitallebensversicherung gibt es bei der Risikolebensversicherung keine Auszahlung im Erlebensfall. Erlebst du das Ende der Vertragslaufzeit, ist der Vertrag beendet und du erhältst kein Geld zurück. Die Kapitallebensversicherung zahlt dagegen im Erlebensfall die Versicherungssumme plus Überschüsse aus, kostet dafür aber auch deutlich höhere Beiträge.

Für Studierende mit geringem Budget ist die Risikolebensversicherung oft die sinnvollere Wahl, wenn es dir vor allem um die Absicherung von Angehörigen geht. Die gesparten Beiträge kannst du stattdessen in eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder in den Vermögensaufbau stecken, die für deine Lebenssituation meist wichtiger sind als eine kapitalbildende Lebensversicherung.

Risikolebensversicherung im Vergleich zur Kapitallebensversicherung
RisikolebensversicherungKapitallebensversicherung
Leistung im ErlebensfallKeine AuszahlungVersicherungssumme plus Überschüsse
Leistung im TodesfallVereinbarte TodesfallsummeGarantierte Versicherungssumme plus Überschussanteile
Kapital­bildungKeine oder nur vorübergehende KapitalbildungBildet Kapital für das Alter
HauptzweckAbsicherung von HinterbliebenenAltersvorsorge plus Hinterbliebenenschutz

05 · Im Vertrag

Fondsgebundene Lebensversicherung: Chancen und Risiken

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung wird dein Geld in Investmentfonds angelegt. Du partizipierst an Kursgewinnen, trägst aber auch das Risiko von Kursverlusten.

Dieses Sondervermögen ist bei einer Insolvenz des Versicherers geschützt, was ein wichtiger Unterschied zu anderen Anlageformen ist. Du partizipierst an Kursgewinnen der zugrunde liegenden Wertpapiere, trägst aber auch das Risiko von Kursverlusten.

Im Gegensatz zur klassischen Kapitallebensversicherung gibt es bei der fondsgebundenen Variante keine Garantie auf die eingezahlten Beiträge. Der Wert deines Vertrags schwankt mit den Märkten, und bei einem ungünstigen Verlauf kann die Auszahlung im Erlebensfall niedriger ausfallen als die Summe deiner eingezahlten Beiträge. Diese Unsicherheit musst du aushalten können.

Auch fondsgebundene Verträge können eine Todesfallleistung vorsehen, oft in Höhe des aktuellen Fondsguthabens oder einer vereinbarten Mindestsumme. Prüfe im Vertrag genau, welche Todesfallleistung garantiert ist und ob sie für deine Hinterbliebenen ausreicht, wenn die Fonds zwischenzeitlich an Wert verloren haben.

Merkmale der fondsgebundenen Lebensversicherung

SondervermögenAnlageDie Fondsanteile werden vom Versicherer als Sondervermögen verwaltet und sind bei einer Insolvenz des Versicherers geschützt.
KursverlusteRisikoIm Gegensatz zur klassischen Kapitallebensversicherung gibt es keine Garantie auf die eingezahlten Beiträge.
TodesfallleistungAbsicherungAuch fondsgebundene Verträge können eine Todesfallleistung vorsehen, oft in Höhe des aktuellen Fondsguthabens oder einer vereinbarten Mindestsumme.

06 · Was gilt

Berufsunfähigkeits­versicherung als Zusatzbaustein

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du als Zusatzversicherung in deinen Lebensversicherungsvertrag aufnehmen. Sie leistet eine Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Entscheidend ist nicht, ob du irgendeine andere Tätigkeit ausüben könntest, sondern ob du in deinem konkreten Beruf eingeschränkt bist. Diese Definition ist deutlich günstiger für dich als die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die auf den allgemeinen Arbeitsmarkt abstellt.

Die Berufsunfähigkeit muss ärztlich nachgewiesen sein und voraussichtlich länger als sechs Monate andauern. Eine vorübergehende Krankschreibung reicht nicht aus, um Leistungen zu erhalten. Auch wenn du noch mehr als 50 Prozent deiner beruflichen Aufgaben erledigen kannst, besteht kein Anspruch auf die Rente.

Du kannst die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzbaustein in deinen Lebensversicherungsvertrag aufnehmen. Das spart oft Kosten gegenüber einem separaten Vertrag, weil Verwaltungsaufwand und Abschlusskosten geringer ausfallen. Achte aber darauf, dass die Leistungshöhe der Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von der Lebensversicherung festgelegt wird und deinen tatsächlichen Bedarf abdeckt.

Leistung bei Berufsunfähigkeit

·Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben
·Die Berufsunfähigkeit dauert voraussichtlich länger als sechs Monate
·Die Berufsunfähigkeit wurde ärztlich nachgewiesen

Keine Leistung

·Du bist nur vorübergehend krankgeschrieben
·Du kannst deine beruflichen Aufgaben weiterhin ausüben
·Die Berufsunfähigkeit wurde nicht ärztlich bestätigt

07 · Vergleich

Gesetzliche Erwerbsminderungs­rente: Das leistet der Staat

Zusätzlich zur privaten Vorsorge gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Sie springt ein, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kannst.

Die volle Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du weniger als 3 Stunden pro Tag arbeitsfähig bist. Die teilweise Erwerbsminderungsrente wird gezahlt, wenn du zwischen 3 und unter 6 Stunden pro Tag arbeiten kannst.

Für beide Rentenarten gilt eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren. Das bedeutet, du musst in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Als Studierende erfüllst du diese Voraussetzung oft noch nicht, weil Studienzeiten nur unter bestimmten Bedingungen angerechnet werden.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist in der Regel deutlich niedriger als dein letztes Nettoeinkommen. Sie ersetzt nur einen Teil deines Verdienstausfalls, bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente sogar nur die Hälfte der vollen Rente. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke, weil sie bereits ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit in deinem konkreten Beruf leistet und nicht auf den allgemeinen Arbeitsmarkt abstellt.

08 · Schritt für Schritt

Rentenversicherung: Monatliche Leistung statt Einmalzahlung

Eine Rentenversicherung ist eine Form der Lebensversicherung, bei der du keine einmalige Kapitalauszahlung, sondern eine lebenslange monatliche Rente erhältst.

In der Ansparphase zahlst du regelmäßige Beiträge ein, die verzinst und um Überschüsse ergänzt werden. Zum vereinbarten Rentenbeginn, meist deinem Renteneintritt, endet die Ansparphase und dein Kapital wird in eine Rente umgerechnet.

Die Höhe deiner monatlichen Rente hängt vom angesparten Kapital, deinem Alter bei Rentenbeginn und dem vereinbarten Rentenfaktor ab. Der Rentenfaktor legt fest, wie viel Rente du pro 10.000 Euro angespartem Kapital monatlich erhältst. Je älter du bei Rentenbeginn bist, desto höher fällt die monatliche Rente aus, weil die statistische Restlebensdauer kürzer ist.

Für die Rentenphase kannst du oft eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Stirbst du während dieser Garantiezeit, wird die Rente für den restlichen Zeitraum an deine Hinterbliebenen weitergezahlt. Diese Option schützt deine Angehörigen davor, dass das angesparte Kapital bei deinem frühen Tod verloren geht.

01

Ansparphase

Du zahlst regelmäßige Beiträge in deinen Rentenversicherungsvertrag ein. Das Kapital wird verzinst und um Überschüsse ergänzt.

02

Rentenbeginn

Zum vereinbarten Zeitpunkt, meist dem Renteneintritt, endet die Ansparphase. Dein angespartes Kapital wird in eine lebenslange Rente umgerechnet.

03

Rentenzahlung

Du erhältst ab Rentenbeginn monatlich eine festgelegte Rente. Die Höhe hängt vom angesparten Kapital, deinem Alter und dem vereinbarten Rentenfaktor ab.

04

Todesfall während der Rentenphase

Je nach Vertrag kann eine Rentengarantiezeit vereinbart sein. Stirbst du während dieser Zeit, erhalten deine Hinterbliebenen die Rente bis zum Ende der Garantiezeit.

09 · Hintergrund

Überschussbeteiligung: Was vom Gewinn bei dir ankommt

Versicherer erwirtschaften mit deinen Beiträgen Erträge. Einen Teil davon müssen sie als Überschussbeteiligung an die Versicherten weitergeben.

Die Überschussbeteiligung ist ein zentraler Bestandteil klassischer Lebens- und Rentenversicherungen. Sie kommt zu deiner garantierten Leistung hinzu und hängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherungsunternehmens ab. Anders als der garantierte Zinssatz von 0,25 Prozent ist die Überschussbeteiligung nicht vertraglich zugesichert, sondern wird jährlich neu festgelegt.

Die Überschüsse entstehen aus mehreren Quellen: aus Zinserträgen, die über den garantierten Zins hinausgehen, aus günstigeren Kostenverläufen als kalkuliert und aus Risikoüberschüssen, wenn weniger Versicherungsfälle eintreten als angenommen. Diese Überschüsse müssen die Versicherer nicht vollständig ausschütten, ein Teil fließt in die Rückstellung für Beitragsrückerstattung und wird später an die Versicherten verteilt.

Bei einer Kapitallebensversicherung werden die Überschussanteile bis zum Vertragsende angesammelt und zusammen mit der Versicherungssumme ausgezahlt. Stirbst du vor Ablauf des Vertrags, erhalten deine Hinterbliebenen die garantierte Versicherungssumme und die bis dahin angesammelten Überschussanteile. Die tatsächliche Auszahlung kann dadurch deutlich über der garantierten Summe liegen.

Die Überschussbeteiligung ist ein zentraler Bestandteil klassischer Lebens- und Rentenversicherungen. Sie kommt zu deiner garantierten Leistung hinzu und hängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherungsunternehmens ab.

Die Überschüsse entstehen unter anderem aus Zinserträgen, die über den garantierten Zins hinausgehen, aus günstigeren Kostenverläufen und aus Risikoüberschüssen, wenn weniger Versicherungsfälle eintreten als kalkuliert.

Bei einer Kapitallebensversicherung werden die Überschussanteile bis zum Vertragsende angesammelt und zusammen mit der Versicherungssumme ausgezahlt. Stirbst du vorher, erhalten deine Hinterbliebenen die garantierte Versicherungssumme plus die bis dahin angesammelten Überschussanteile.

10 · Checkliste

Versicherungs­summe: So legst du die Höhe der Leistung fest

Die Versicherungssumme ist der Betrag, den die Versicherung im Versicherungsfall maximal zahlt. Du legst sie bei Vertragsabschluss fest.

Die Versicherungssumme legst du bei Vertragsabschluss fest, sie bestimmt die Höhe der Leistung im Versicherungsfall. Bei der Wahl der richtigen Summe solltest du dich an deinem tatsächlichen Absicherungsbedarf orientieren, nicht an pauschalen Empfehlungen. Eine zu niedrige Summe hinterlässt deine Angehörigen im Ernstfall mit einer Versorgungslücke.

Für die Todesfallabsicherung sind vor allem deine laufenden monatlichen Ausgaben relevant, die deine Familie nach deinem Tod weiterhin tragen muss. Dazu kommen bestehende Verbindlichkeiten wie Immobilienkredite oder Darlehen, die nicht auf deine Hinterbliebenen abgewälzt werden sollen. Auch Ausbildungskosten für Kinder können ein wichtiger Faktor sein, wenn du sicherstellen willst, dass ihre Bildung finanziert bleibt.

Bei der Kapitallebensversicherung bestimmst du mit der Versicherungssumme zugleich die Höhe deiner Altersvorsorge im Erlebensfall. Dein dauerhaft verfügbares Budget für Versicherungsbeiträge ist die Obergrenze, die du nicht überschreiten solltest. Eine Dynamikvereinbarung kann helfen, die Summe im Laufe der Zeit an steigende Lebenshaltungskosten anzupassen, ohne dass du einen neuen Vertrag abschließen musst.

Faktoren für die Wahl der richtigen Versicherungssumme

01

Laufende monatliche Ausgaben deiner Familie, die abgesichert werden sollen

02

Bestehende Verbindlichkeiten wie Immobilienkredite oder Darlehen

03

Ausbildungskosten für Kinder, die im Todesfall gedeckt sein sollen

04

Gewünschte Höhe der Altersvorsorge im Erlebensfall

05

Dein dauerhaft verfügbares Budget für Versicherungsbeiträge

11 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler bei der Auswahl der Lebensversicherungs­leistungen

Viele Verträge werden ohne genaue Prüfung des tatsächlichen Bedarfs abgeschlossen. Das führt zu Lücken im Schutz oder zu unnötig hohen Beiträgen.

Ein häufiger Fehler ist die Wahl einer zu niedrigen Versicherungssumme, sodass Hinterbliebene im Ernstfall nicht ausreichend abgesichert sind. Gerade junge Menschen unterschätzen oft, wie teuer es für die Familie wird, wenn ein Einkommen wegfällt. Rechne deinen Bedarf realistisch durch, bevor du dich auf eine Summe festlegst.

Ein weiterer Fehler ist der Abschluss einer Kapitallebensversicherung, obwohl du nur reinen Todesfallschutz benötigst. Die Kapitallebensversicherung kombiniert Altersvorsorge mit Hinterbliebenenschutz, kostet aber deutlich höhere Beiträge als eine Risikolebensversicherung. Wenn du die Sparanteile nicht gezielt für das Alter aufbauen willst, zahlst du unnötig viel.

Viele Verträge werden ohne Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzbaustein abgeschlossen, obwohl das Risiko der Berufsunfähigkeit für junge Menschen statistisch höher ist als das Todesfallrisiko. Auch die Wahl einer fondsgebundenen Lebensversicherung ohne Verständnis für das Kursrisiko führt oft zu Enttäuschungen, wenn die Auszahlung niedriger ausfällt als erhofft. Eine vorzeitige Kündigung schließlich verursacht hohe Verluste beim Rückkaufswert, weil die Abschlusskosten in den ersten Jahren verrechnet werden.

Typische Fehler bei Lebensversicherungen

·Versicherungssumme zu niedrig gewählt, sodass Hinterbliebene im Ernstfall nicht ausreichend abgesichert sind
·Kapitallebensversicherung abgeschlossen, obwohl nur reiner Todesfallschutz benötigt wird
·Berufsunfähigkeitsversicherung nicht als Zusatzbaustein vereinbart
·Fondsgebundene Lebensversicherung ohne Verständnis für das Kursrisiko gewählt
·Vertrag vorzeitig gekündigt und dadurch hohe Verluste beim Rückkaufswert in Kauf genommen

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026