Ratgeber · Versicherung
Krankentagegeld Kosten: Was die Absicherung deiner Arbeitskraft kostet
Die Kosten für Krankentagegeld hängen von deinem Nettoeinkommen, deinem Alter und dem gewünschten Tagessatz ab. Entscheidend ist nicht der Beitrag allein, sondern ob die Versicherung deine Einkommenslücke im Krankheitsfall zuverlässig schließt.
11 Kapitel · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer erhalten nach sechs Wochen Lohnfortzahlung Krankengeld, das oft rund 20 Prozent unter dem Nettoeinkommen liegt.
- Die Beiträge für eine Krankentagegeldversicherung richten sich nach Nettoeinkommen, Eintrittsalter und vereinbartem Tagessatz.
- Selbstständige und Freiberufler haben keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld und sichern ihren Verdienstausfall privat ab.
- Das private Krankentagegeld wird steuerfrei und ohne Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen ausgezahlt.
01 · Grundlagen
Was ist Krankentagegeld und wann brauchst du es?
Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung, die deinen Verdienstausfall bei längerer Arbeitsunfähigkeit abfedert. Sie wird relevant, wenn die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet oder du als Selbstständige von Anfang an keine Lohnfortzahlung erhältst.
Krankentagegeld ist eine Leistung aus einer privaten Versicherung, die dein Einkommen ersetzt, wenn du wegen Krankheit oder Unfall längere Zeit nicht arbeiten kannst. Anders als das gesetzliche Krankengeld wird es nicht von der Krankenkasse gezahlt, sondern von einem privaten Versicherer. Die Auszahlung erfolgt für jeden Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit, also auch an Sonn- und Feiertagen.
Für dich als Studierende wird Krankentagegeld vor allem dann relevant, wenn du neben dem Studium arbeitest und auf dein Einkommen angewiesen bist. Sobald du als Arbeitnehmerin länger als sechs Wochen krank bist, endet die Lohnfortzahlung deines Arbeitgebers. Ab diesem Zeitpunkt springt das gesetzliche Krankengeld ein, das jedoch niedriger ausfällt als dein bisheriges Nettogehalt. Eine private Krankentagegeldversicherung kann diese Lücke schließen.
Die Leistung ist einkommensteuerfrei und wird nicht um Sozialversicherungsbeiträge gekürzt. Das bedeutet: Der vereinbarte Tagessatz kommt in voller Höhe bei dir an. Gerade wenn du laufende Kosten wie Miete, Studiengebühren oder Lebenshaltungskosten hast, kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Für Selbstständige und Freiberuflerinnen ist die Absicherung noch wichtiger, weil sie keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld haben. Aber auch als angestellte Studierende mit gesetzlicher Krankenversicherung entsteht ab der siebten Krankheitswoche eine Einkommenslücke, die du ohne private Vorsorge selbst tragen müsstest.
Krankentagegeld wird für jeden Kalendertag gezahlt, auch an Sonn- und Feiertagen, und ist einkommensteuerfrei.
Krankentagegeld / Ein vereinbarter Tagessatz aus einer privaten Krankentagegeldversicherung, der bei Arbeitsunfähigkeit für jeden Kalendertag gezahlt wird, auch an Sonn- und Feiertagen. / Die Leistung ist einkommensteuerfrei und wird nicht um Sozialversicherungsbeiträge gekürzt.
Kurz erklärt
Krankentagegeld
Ein vereinbarter Tagessatz aus einer privaten Krankentagegeldversicherung, der bei Arbeitsunfähigkeit für jeden Kalendertag gezahlt wird, auch an Sonn- und Feiertagen.
Die Leistung ist einkommensteuerfrei und wird nicht um Sozialversicherungsbeiträge gekürzt.
02 · Vergleich
Lohnfortzahlung, Krankengeld und Krankentagegeld im Vergleich
Je nach Dauer der Arbeitsunfähigkeit greifen unterschiedliche Systeme. Der Vergleich zeigt, wer zahlt und wie hoch die Leistung ausfällt.
Wenn du krank wirst, greifen je nach Dauer der Arbeitsunfähigkeit unterschiedliche Systeme. In den ersten sechs Wochen zahlt dein Arbeitgeber dein Gehalt in voller Höhe weiter. Diese Lohnfortzahlung entspricht 100 Prozent deines regelmäßigen Bruttoeinkommens und wird ganz normal versteuert und mit Sozialabgaben belegt.
Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Sie zahlt Krankengeld in Höhe von 70 Prozent deines Bruttoeinkommens, maximal jedoch 90 Prozent deines Nettoeinkommens. Davon werden noch deine Beitragsanteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen. In der Praxis liegt das Krankengeld deshalb oft rund 20 Prozent unter deinem Nettogehalt.
Das private Krankentagegeld setzt genau an dieser Stelle an. Du vereinbarst einen festen Tagessatz, zum Beispiel 5, 10, 15 oder 20 Euro pro Tag. Dieser wird ab dem vereinbarten Leistungsbeginn gezahlt, bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern meist ab dem 43. Tag. Die Leistung ist steuerfrei und wird nicht um Sozialabgaben gekürzt.
Das gesetzliche Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens, und wird noch um Sozialversicherungsbeiträge gekürzt.
Einkommensersatz bei Arbeitsunfähigkeit im Überblick / Lohnfortzahlung / Gesetzliches Krankengeld / Private Krankentagegeldversicherung / Zahler / Arbeitgeber / Gesetzliche Krankenkasse / Privater Versicherer / Beginn / Ab dem 1. Tag der Krankheit / Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit / Ab vereinbartem Leistungsbeginn, oft ab dem 43. Tag / Höhe / 100 % des regelmäßigen Bruttoeinkommens / 70 % des Bruttoeinkommens, maximal 90 % des Nettoeinkommens / Individuell vereinbarter Tagessatz, z. B. 5, 10, 15 oder 20 Euro pro Tag / Abzüge / Übliche Steuern und Sozialabgaben / Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung / Keine Abzüge, steuerfrei
| Lohnfortzahlung | Gesetzliches Krankengeld | Private Krankentagegeldversicherung | |
|---|---|---|---|
| Zahler | Arbeitgeber | Gesetzliche Krankenkasse | Privater Versicherer |
| Beginn | Ab dem 1. Tag der Krankheit | Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit | Ab vereinbartem Leistungsbeginn, oft ab dem 43. Tag |
| Höhe | 100 % des regelmäßigen Bruttoeinkommens | 70 % des Bruttoeinkommens, maximal 90 % des Nettoeinkommens | Individuell vereinbarter Tagessatz, z. B. 5, 10, 15 oder 20 Euro pro Tag |
| Abzüge | Übliche Steuern und Sozialabgaben | Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung | Keine, Auszahlung erfolgt steuerfrei |
| Dauer | Maximal 6 Wochen (42 Tage) | Maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Krankheit | Für die gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit, zeitlich unbegrenzt |
03 · Kosten
So berechnen sich die Kosten für Krankentagegeld
Der monatliche Beitrag hängt von deinem Nettoeinkommen, deinem Alter bei Vertragsabschluss und der Höhe des gewünschten Tagessatzes ab. Eine Orientierung bietet die Faustformel: Die Einkommenslücke zum Krankengeld beträgt oft rund 20 Prozent des Nettoeinkommens.
Der monatliche Beitrag für deine Krankentagegeldversicherung hängt von drei Faktoren ab: deinem Nettoeinkommen, deinem Alter bei Vertragsabschluss und der Höhe des gewünschten Tagessatzes. Je höher der Tagessatz, desto teurer wird der Beitrag. Gleichzeitig begrenzt dein Nettoeinkommen die maximale Höhe des Tagessatzes, den du vereinbaren kannst.
Als Faustformel gilt: Die Lücke zwischen deinem Nettogehalt und dem gesetzlichen Krankengeld beträgt oft rund 20 Prozent deines Nettoeinkommens. Bei 1.600 Euro netto im Monat wären das etwa 320 Euro. Ein Tagessatz von 15 Euro deckt diese Lücke ungefähr ab, weil 15 Euro mal 30 Tage 450 Euro ergeben und damit etwas über der typischen Lücke liegen.
Die Beiträge variieren je nach Anbieter und Tarif. Ein Beispiel aus der Praxis: Bei 1.600 Euro Nettoeinkommen und einem Tagessatz von 15 Euro kann der Monatsbeitrag bei etwa 10,50 Euro liegen. Das ist eine Orientierung, keine Garantie. Dein tatsächlicher Beitrag hängt von deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsbeginn ab.
Bei 1.600 Euro Nettoeinkommen und einem Tagessatz von 15 Euro kann der Monatsbeitrag bei etwa 10,50 Euro liegen.
Orientierung für Tagessatz und Beitrag / Beispielhafte Staffelung nach Nettoeinkommen / Bis ca. 650 Euro netto / bis 5 Euro Tagessatz / Bis ca. 1.300 Euro netto / bis 10 Euro Tagessatz / Bis ca. 1.950 Euro netto / bis 15 Euro Tagessatz / Bis ca. 2.600 Euro netto / bis 20 Euro Tagessatz / Ein Beispiel: Bei 1.600 Euro Nettoeinkommen und einem Tagessatz von 15 Euro kann der Monatsbeitrag bei etwa 10,50 Euro liegen. Die tatsächlichen Beiträge variieren je nach Anbieter und Tarif.
Orientierung für Tagessatz und Beitrag
04 · Was gilt
Krankentagegeld für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer
Für dich als Angestellte mit gesetzlicher Krankenversicherung schließt das private Krankentagegeld die Lücke zwischen deinem Nettogehalt und dem gesetzlichen Krankengeld. Der Leistungsbeginn ist meist der 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.
Als gesetzlich versicherte Arbeitnehmerin hast du in den ersten sechs Wochen deiner Krankheit Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Erst danach, ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld. Genau hier setzt dein privates Krankentagegeld an: Es schließt die Lücke zwischen deinem Nettogehalt und dem niedrigeren Krankengeld.
Du kannst den Leistungsbeginn bei vielen Tarifen selbst wählen. Der früheste sinnvolle Zeitpunkt ist der 43. Tag, weil vorher dein Arbeitgeber zahlt. Wer Rücklagen hat, kann den Leistungsbeginn auch auf den 64., 85. oder sogar 365. Tag verschieben. Das senkt den Beitrag, bedeutet aber, dass du im Krankheitsfall länger auf die private Leistung warten musst.
Wichtig ist: Das Krankentagegeld darf zusammen mit dem gesetzlichen Krankengeld dein Nettoeinkommen nicht übersteigen. Die Versicherer achten bei Vertragsabschluss darauf, dass der vereinbarte Tagessatz zu deinem Einkommen passt. Deshalb ist die Staffelung nach Nettoeinkommen ein zentraler Bestandteil der Tarifkalkulation.
Der früheste Leistungsbeginn für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer ist der 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.
Leistungsbeginn für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer / Möglicher Leistungsbeginn / 43. Tag / 64. Tag / 85. Tag / 92. Tag / 106. Tag / 127. Tag / 169. Tag / 183. Tag / 274. Tag / 365. Tag / Nicht möglich / Vor dem 43. Tag / Ohne vorherige Lohnfortzahlung / Ohne Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse
Möglicher Leistungsbeginn
Nicht möglich
05 · Was gilt
Krankentagegeld für Selbstständige und Freiberufler
Als Selbstständige oder Freiberuflerin hast du keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Deine private Krankentagegeldversicherung kann bereits ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit leisten.
Als Selbstständige oder Freiberuflerin hast du keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Wenn du krank wirst, fällt dein Einkommen ab dem ersten Tag weg, sofern du keine private Vorsorge hast. Eine Krankentagegeldversicherung ist für dich deshalb keine Ergänzung, sondern die einzige Absicherung gegen Verdienstausfall.
Der Leistungsbeginn kann bei Selbstständigen deutlich früher liegen als bei Arbeitnehmern. Viele Tarife ermöglichen einen Beginn ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Weitere Optionen sind der 8., 15., 22., 29., 43., 92. oder 183. Tag. Je früher die Leistung beginnt, desto höher fällt der Beitrag aus.
Ein Vorteil: Das Krankentagegeld ist für dich als Selbstständige steuerfrei. Dein reguläres Einkommen musst du versteuern, das Krankentagegeld nicht. Das verbessert die Nettoleistung im Krankheitsfall zusätzlich. Auch Sonn- und Feiertage werden mitgezahlt, was bei einem täglichen Tagessatz einen spürbaren Unterschied macht.
Für Selbstständige und Freiberufler ist ein Leistungsbeginn ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit möglich.
Leistungsbeginn für Selbstständige und Freiberufler / Möglicher Leistungsbeginn / 4. Tag / 8. Tag / 15. Tag / 22. Tag / 29. Tag / 43. Tag / 92. Tag / 183. Tag / Nicht möglich / Ab dem 1. Tag / Ohne Gesundheitsprüfung in jedem Tarif / Ohne private Krankenversicherung
Möglicher Leistungsbeginn
Nicht möglich
06 · Im Vertrag
Krankentagegeld für privat krankenversicherte Arbeitnehmer
Auch als privat krankenversicherte Arbeitnehmerin erhältst du kein gesetzliches Krankengeld. Dein privates Krankentagegeld kannst du bis zur Höhe deines täglichen Nettoeinkommens frei wählen.
Als privat krankenversicherte Arbeitnehmerin bekommst du kein gesetzliches Krankengeld. Dein Arbeitgeber zahlt zwar in den ersten sechs Wochen dein Gehalt weiter, danach entsteht ohne private Vorsorge eine vollständige Einkommenslücke. Eine private Krankentagegeldversicherung ist für dich daher unverzichtbar, wenn du nicht von Ersparnissen leben möchtest.
Der große Unterschied zu gesetzlich Versicherten: Du kannst deinen Tagessatz bis zur Höhe deines täglichen Nettoeinkommens frei wählen. Es gibt keine starre Staffelung wie bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern. Das gibt dir Flexibilität, erfordert aber auch eine realistische Einschätzung deines tatsächlichen Bedarfs.
Den Leistungsbeginn legst du bei Vertragsabschluss fest. Arbeitnehmer wählen meist den 43. Tag, weil der Arbeitgeber bis dahin das Gehalt fortzahlt. Wer Rücklagen hat, kann einen späteren Beginn wählen und so den Beitrag senken. Bedenke aber: Je später die Leistung beginnt, desto länger musst du im Krankheitsfall ohne Einkommen auskommen.
Als privat krankenversicherte Arbeitnehmerin kannst du den Tagessatz bis zur Höhe deines täglichen Nettoeinkommens frei wählen.
Besonderheiten für privat Versicherte / Freie Wahl des Tagessatzes / Der Tagessatz kann bis zur Höhe des täglichen Nettoeinkommens vereinbart werden. / Individueller Leistungsbeginn / Der Leistungsbeginn wird bei Vertragsabschluss festgelegt, oft der 43. Tag. / Kein gesetzliches Krankengeld / Ohne private Absicherung entsteht bei Arbeitsunfähigkeit eine vollständige Einkommenslücke.
Besonderheiten für privat Versicherte
07 · Checkliste
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für Krankentagegeld?
Nicht nur der Tagessatz bestimmt deinen Beitrag. Auch dein Eintrittsalter, dein Gesundheitszustand und der gewählte Leistungsbeginn wirken sich auf die Kosten aus.
Der Beitrag für deine Krankentagegeldversicherung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Höhe des vereinbarten Tagessatzes ist der wichtigste Faktor: Je mehr Geld du im Krankheitsfall pro Tag erhalten möchtest, desto teurer wird der Vertrag. Auch dein Nettoeinkommen bei Vertragsabschluss spielt eine Rolle, weil es die maximale Höhe des Tagessatzes begrenzt.
Dein Eintrittsalter beeinflusst den Beitrag ebenfalls. Wer jung abschließt, zahlt in der Regel weniger als jemand, der erst mit 40 oder 50 Jahren einsteigt. Der Gesundheitszustand und das Ergebnis der Gesundheitsprüfung können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Manche Tarife bieten einen Abschluss ohne Gesundheitsprüfung an, kalkulieren dann aber anders.
Auch der gewählte Leistungsbeginn wirkt sich direkt auf die Kosten aus. Ein Beginn ab dem 43. Tag ist teurer als ein Beginn ab dem 92. oder 183. Tag. Die Zahlweise kann ebenfalls einen Unterschied machen: Jährliche Zahlweise ist bei vielen Anbietern günstiger als monatliche Überweisung.
Die Höhe des Tagessatzes, dein Eintrittsalter und der gewählte Leistungsbeginn sind die drei wichtigsten Kostenfaktoren.
Diese Faktoren bestimmen deinen Beitrag / Höhe des vereinbarten Tagessatzes / Nettoeinkommen bei Vertragsabschluss / Eintrittsalter / Gesundheitszustand und Ergebnis der Gesundheitsprüfung / Gewählter Leistungsbeginn (z. B. 43. Tag oder später) / Zahlweise (jährliche Zahlweise kann günstiger sein als monatliche)
Diese Faktoren bestimmen deinen Beitrag
Höhe des vereinbarten Tagessatzes
Nettoeinkommen bei Vertragsabschluss
Eintrittsalter
Gesundheitszustand und Ergebnis der Gesundheitsprüfung
Gewählter Leistungsbeginn (z. B. 43. Tag oder später)
Zahlweise (jährliche Zahlweise kann günstiger sein als monatliche)
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Wahl des Krankentagegelds
Ein zu niedriger Tagessatz oder ein falscher Leistungsbeginn kann im Ernstfall zu einer erneuten Einkommenslücke führen. Diese Fehler lassen sich vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist ein zu niedriger Tagessatz. Wer nur 5 Euro pro Tag absichert, obwohl die tatsächliche Lücke zum Krankengeld bei 15 Euro liegt, hat im Ernstfall weiterhin eine Einkommenslücke. Die Faustformel von rund 20 Prozent des Nettoeinkommens hilft dir, den Bedarf realistisch einzuschätzen.
Auch der Leistungsbeginn wird oft falsch gewählt. Wer keine ausreichenden Rücklagen hat, sollte nicht auf den 183. oder 365. Tag verschieben, nur um Beitrag zu sparen. Im Krankheitsfall musst du sonst monatelang von Ersparnissen leben, bevor die Versicherung zahlt. Überlege genau, wie lange du ohne Einkommen auskommen kannst.
Bei der Gesundheitsprüfung solltest du immer wahrheitsgemäße Angaben machen. Falsche Angaben können im Leistungsfall dazu führen, dass der Versicherer die Zahlung verweigert oder den Vertrag anficht. Auch wer nur auf den Beitrag schaut und die Vertragsbedingungen ignoriert, riskiert böse Überraschungen. Prüfe, ob Berufskrankheiten und Berufsunfälle eingeschlossen sind und ob es Wartezeiten gibt.
Ein zu niedriger Tagessatz ist der häufigste Fehler, weil die tatsächliche Lücke zum Krankengeld unterschätzt wird.
Diese Fehler solltest du vermeiden / Tagessatz zu niedrig wählen und die tatsächliche Lücke zum Krankengeld unterschätzen / Leistungsbeginn zu spät wählen, obwohl du keine ausreichenden Rücklagen hast / Gesundheitsprüfung nicht ernst nehmen und falsche Angaben machen / Nur auf den Beitrag schauen und die Vertragsbedingungen ignorieren / Als Selbstständige auf das gesetzliche Krankengeld vertrauen / Die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro brutto monatlich (Wert für 2026) nicht berücksichtigen
Diese Fehler solltest du vermeiden
09 · Hintergrund
Krankentagegeld und Beitragsbemessungsgrenze
Liegt dein Bruttoeinkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, wird die Einkommenslücke im Krankheitsfall größer. Das gesetzliche Krankengeld ist auf einen Höchstbetrag begrenzt.
Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 5.812,50 Euro brutto monatlich. Wenn dein Einkommen über dieser Grenze liegt, wird das gesetzliche Krankengeld nur bis zu diesem Betrag berechnet. Das bedeutet: Je höher dein Gehalt über der Grenze liegt, desto größer wird die Lücke zwischen deinem Nettogehalt und dem Krankengeld.
Die Faustformel von rund 20 Prozent Lücke reicht dann nicht mehr aus. Bei einem Bruttoeinkommen von 7.000 Euro im Monat kann die tatsächliche Lücke deutlich über 30 Prozent des Nettoeinkommens liegen. Das liegt daran, dass das Krankengeld auf den Höchstbetrag begrenzt ist, während dein Gehalt weiter steigt.
Für dich bedeutet das: Wenn dein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, solltest du besonders sorgfältig rechnen. Ein pauschaler Tagessatz von 20 Euro deckt die Lücke dann möglicherweise nicht ab. Prüfe deinen individuellen Bedarf und wähle den Tagessatz entsprechend höher, sofern der Tarif das zulässt.
Liegt dein Bruttoeinkommen über 5.812,50 Euro monatlich (Wert für 2026), wird die Einkommenslücke im Krankheitsfall überproportional größer.
Für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen über 5.812,50 Euro monatlich (Wert für 2026) entsteht im Krankheitsfall eine besonders große Lücke. Das gesetzliche Krankengeld wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet. / Je höher dein Einkommen über dieser Grenze liegt, desto deutlicher fällt der Unterschied zwischen deinem Nettogehalt und dem Krankengeld aus. Die Faustformel von rund 20 Prozent Lücke reicht dann nicht mehr aus. / Eine private Krankentagegeldversicherung kann diese wachsende Lücke schließen. Achte bei der Wahl des Tagessatzes darauf, dass er zu deinem tatsächlichen Einkommen passt.
Für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen über 5.812,50 Euro monatlich (Wert für 2026) entsteht im Krankheitsfall eine besonders große Lücke. Das gesetzliche Krankengeld wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet.
Je höher dein Einkommen über dieser Grenze liegt, desto deutlicher fällt der Unterschied zwischen deinem Nettogehalt und dem Krankengeld aus. Die Faustformel von rund 20 Prozent Lücke reicht dann nicht mehr aus.
Eine private Krankentagegeldversicherung kann diese wachsende Lücke schließen. Achte bei der Wahl des Tagessatzes darauf, dass er zu deinem tatsächlichen Nettoeinkommen passt und nicht nur an der Beitragsbemessungsgrenze orientiert ist.
10 · Im Vertrag
Gesundheitsprüfung und Kosten für Krankentagegeld
Dein Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss beeinflusst die Annahme und die Beitragshöhe. Manche Tarife bieten einen Abschluss ohne Gesundheitsprüfung an, oft mit angepassten Konditionen.
Bei den meisten Krankentagegeldversicherungen musst du vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Der Versicherer fragt nach Vorerkrankungen, laufenden Behandlungen und manchmal auch nach deinem Lebensstil. Je nach Ergebnis kann der Beitrag steigen, ein Risikozuschlag vereinbart werden oder bestimmte Krankheiten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden.
Einige Tarife bieten einen Abschluss ohne Gesundheitsprüfung an. Das klingt bequem, hat aber seinen Preis: Die Beiträge sind oft höher kalkuliert, weil der Versicherer das Risiko nicht individuell einschätzen kann. Für dich kann das trotzdem sinnvoll sein, wenn du Vorerkrankungen hast und sonst keinen Versicherungsschutz bekommen würdest.
Achte bei der Wahl des Tarifs darauf, ob Berufskrankheiten und Berufsunfälle eingeschlossen sind. Für viele Berufsgruppen ist das ein entscheidendes Kriterium. Wer in einem körperlich belastenden Job arbeitet oder regelmäßig mit Gefahrstoffen umgeht, sollte diesen Einschluss nicht als selbstverständlich ansehen.
Ein Abschluss ohne Gesundheitsprüfung ist möglich, führt aber oft zu höheren Beiträgen oder angepassten Leistungen.
Gesundheitsprüfung im Überblick / Mit Gesundheitsprüfung / Der Versicherer prüft deinen Gesundheitszustand anhand von Fragen oder Unterlagen. Bei Vorerkrankungen kann ein Risikozuschlag oder ein Leistungsausschluss vereinbart werden. / Ohne Gesundheitsprüfung / Einige Tarife ermöglichen den Abschluss ohne Gesundheitsprüfung. Die Leistungen oder der Beitrag können dann anders kalkuliert sein. / Berufskrankheiten und Berufsunfälle / Der Versicherungsschutz kann Berufskrankheiten und Berufsunfälle umfassen, was für viele Berufsgruppen relevant ist.
Gesundheitsprüfung im Überblick
11 · Checkliste
So findest du den passenden Tagessatz
Der richtige Tagessatz orientiert sich an deiner individuellen Einkommenslücke. Vergleiche dein Nettoeinkommen mit dem zu erwartenden Krankengeld und berücksichtige laufende Ausgaben.
Schritte zur Ermittlung deines Tagessatzes
Nettoeinkommen pro Monat ermitteln
Gesetzliches Krankengeld berechnen: 70 % des Bruttoeinkommens, maximal 90 % des Nettoeinkommens
Abzüge für Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung vom Krankengeld abziehen
Differenz zwischen Nettoeinkommen und gekürztem Krankengeld bilden
Differenz durch 30 teilen, um den täglichen Bedarf zu ermitteln
Tagessatz wählen, der diese Lücke abdeckt
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