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MagazineFinanzenVersicherung Krankentagegeld für Selbstständige
FinanzbildungVersicherung11 Min.

Krankentagegeld für Selbstständige: Dein Einkommen clever absichern

Als Selbstständiger zahlst du auch im Krankheitsfall deine Fixkosten. Das Krankentagegeld springt ein, wenn du arbeitsunfähig bist. Erfahre, wie es funktioniert und worauf du achten musst.

KrankentagegeldSelbstständigeEinkommensschutz
Brauche ich das?
Ja, meistens.
Ohne Krankentagegeld drohen Einkommenslücken ab der 6. Woche.
Wie viel kostet es?
Individuell.
Der Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand und Tagessatz ab.
Was zahlt es?
Täglichen Betrag.
Der vereinbarte Tagessatz wird pro Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit ausgezahlt.

Warum das Thema dich betrifft: Die finanzielle Lücke im Krankheitsfall

Stell dir vor, du bist selbstständig und wirst krank. Vielleicht eine Grippe, die dich zwei Wochen außer Gefecht setzt, oder etwas Ernstes wie ein Bandscheibenvorfall. In den ersten sechs Wochen zahlt dir deine gesetzliche Krankenkasse im Hintergrund weiterhin dein Gehalt, sofern du Angestellter wärst. Aber als Selbstständiger sieht das anders aus: Du bekommst kein Gehalt von einem Arbeitgeber, sondern nur Krankengeld von der Krankenkasse, und das auch erst nach einer Wartezeit.

Die gesetzliche Krankenkasse gewährt Selbstständigen Krankengeld erst ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. In den ersten 42 Tagen bleibst du ohne Einkommen, wenn du keine eigene Absicherung hast. Viele Selbstständige unterschätzen diese Lücke und geraten schnell in finanzielle Not, wenn die Rechnungen für Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten weiterlaufen.

Hinzu kommt: Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse ist gedeckelt. Es beträgt in der Regel 70 Prozent deines regelmäßigen Bruttoeinkommens, aber nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze. Für Selbstständige, deren Einkommen schwankt oder über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, reicht das oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Genau hier setzt das Krankentagegeld an. Es ist eine private Versicherung, die dir ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit einen festen Tagessatz zahlt, den du vorher vereinbart hast. Damit schließt du die Lücke, die die gesetzliche Krankenkasse offen lässt, und sicherst dein Einkommen langfristig ab. Wer als Selbstständiger auf dieses Polster verzichtet, spielt mit seiner Existenzgrundlage.

Die gute Nachricht: Du kannst das Krankentagegeld flexibel gestalten und genau auf deine Bedürfnisse zuschneiden. Ob als Ergänzung zur gesetzlichen oder als Teil einer privaten Krankenversicherung, die Möglichkeiten sind vielfältig. Dieser Ratgeber hilft dir, die Grundlagen zu verstehen und die richtige Entscheidung zu treffen.

6 Wochen
So lange zahlt die gesetzliche Krankenkasse weiterhin Krankengeld
~80%
Des Nettoeinkommens können Selbstständige durchschnittlich als Tagessatz absichern
1,5 Mio.
Selbstständige in Deutschland ohne ausreichenden Einkommensschutz

Was ist Krankentagegeld überhaupt? Grundlagen einfach erklärt

Krankentagegeld ist eine Versicherungsleistung, die dir ein tägliches Einkommen ersetzt, wenn du aufgrund von Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig bist. Es ist eine Art Einkommensschutz, der speziell für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer entwickelt wurde, die kein gesetzliches Entgeltfortzahlungsgesetz haben. Im Gegensatz zu Angestellten, die im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen ihren Lohn vom Arbeitgeber erhalten, müssen Selbstständige selbst Vorsorge treffen.

Die Funktionsweise ist simpel: Du schließt einen Vertrag mit einem Versicherer ab und legst einen Tagessatz fest, zum Beispiel rund 80 Euro. Wirst du krank und bist arbeitsunfähig, zahlt dir die Versicherung ab dem vereinbarten Beginn (oft ab dem ersten Tag oder nach einer Karenzzeit) diesen Betrag pro Kalendertag. Die Auszahlung erfolgt in der Regel für maximal 365 oder 730 Tage, je nach Vertrag.

Es gibt zwei Hauptarten: das Krankentagegeld als Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung und das Krankentagegeld als Teil einer privaten Krankenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist das Krankentagegeld eine optionale Satzungsleistung, die du gegen Aufpreis abschließen kannst. In der privaten Krankenversicherung ist es oft integriert oder kann als Baustein ergänzt werden.

Wichtig zu wissen: Das Krankentagegeld ist keine Krankenbehandlung, sondern reine Einkommensersatzleistung. Es greift nur, wenn du tatsächlich arbeitsunfähig bist, also deiner beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen kannst. Eine einfache Erkältung, bei der du zu Hause bleibst, aber arbeiten könntest, reicht nicht aus. Die Arbeitsunfähigkeit muss durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden.

Für Selbstständige ist das Krankentagegeld besonders relevant, weil es die Lücke zwischen dem sechsten und dem siebten Krankheitswoche schließt und auch danach weiterzahlt, wenn das gesetzliche Krankengeld ausläuft. Es gibt dir Planungssicherheit und schützt dich vor finanziellen Engpässen, die deine Existenz gefährden könnten.

Wie funktioniert Krankentagegeld für Selbstständige in der Praxis?

Der Ablauf ist unkompliziert: Du schließt einen Vertrag ab und zahlst monatliche Beiträge. Im Krankheitsfall gehst du zum Arzt und lässt dich arbeitsunfähig schreiben. Diese Bescheinigung reichst du bei deiner Versicherung ein. Die Versicherung prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, und zahlt dir dann den vereinbarten Tagessatz für jeden Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit aus.

Ein entscheidender Punkt ist die Karenzzeit, auch Wartezeit genannt. Sie gibt an, ab wann die Zahlung beginnt. Du kannst eine Karenzzeit von 0, 14, 21 oder 42 Tagen wählen. Je kürzer die Karenzzeit, desto höher der Beitrag. Viele Selbstständige wählen eine Karenzzeit von 14 Tagen, weil sie die ersten zwei Wochen durch Rücklagen überbrücken können und so Beiträge sparen.

Die Höhe des Tagessatzes bestimmst du selbst, aber es gibt eine Obergrenze: Er darf dein Nettoeinkommen nicht übersteigen, sonst könnte eine Bereicherungsabsicht unterstellt werden. Als Faustregel gilt: Der Tagessatz sollte etwa 80 Prozent deines durchschnittlichen Nettoeinkommens pro Kalendertag abdecken. Wenn du also rund 3.000 Euro netto im Monat verdienst, wären das etwa 80 Euro pro Tag (3.000 Euro geteilt durch 30 Tage, mal 0,8).

Die Beiträge richten sich nach deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Tagessatz. Jüngere und gesunde Personen zahlen weniger als ältere oder vorerkrankte. Zudem gibt es oft eine Gesundheitsprüfung, bei der du Fragen zu Vorerkrankungen beantworten musst. In manchen Fällen kann die Versicherung Risikozuschläge erheben oder Leistungen ausschließen.

Wichtig ist auch die Anpassung an die Krankenkasse: Wenn du gesetzlich versichert bist, muss das Krankentagegeld so gestaltet sein, dass es zusammen mit dem Krankengeld der Krankenkasse nicht dein Nettoeinkommen übersteigt. Die Versicherung prüft das und setzt den Tagessatz entsprechend fest. Bei privater Krankenversicherung gibt es diese Einschränkung nicht, aber auch hier gilt die Nettoeinkommensgrenze.

Was kostet Krankentagegeld für Selbstständige? Ein Überblick

Die Kosten für Krankentagegeld sind individuell und hängen von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist der Tagessatz, den du absichern möchtest. Ein höherer Tagessatz bedeutet höhere Beiträge. Zudem spielen dein Alter bei Vertragsabschluss, dein Gesundheitszustand und die gewählte Karenzzeit eine Rolle. Ein 30-Jähriger mit kurzer Karenzzeit zahlt weniger als ein 50-Jähriger mit langer Karenzzeit.

Konkrete Beträge zu nennen, ist schwierig, weil sie stark variieren. Als grobe Orientierung: Für einen Tagessatz von rund 50 Euro können die Beiträge bei einem gesunden 35-Jährigen bei etwa 30 bis 50 Euro pro Monat liegen. Bei einem Tagessatz von rund 100 Euro können es 60 bis rund 100 Euro sein. Diese Zahlen sind nur Richtwerte und können je nach Anbieter und Tarif stark abweichen.

Es gibt auch Tarife, die eine Dynamik beinhalten, also eine jährliche Erhöhung des Tagessatzes ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist sinnvoll, um mit der Inflation Schritt zu halten, erhöht aber die Beiträge im Laufe der Zeit. Achte darauf, ob die Beiträge im Alter steigen oder ob es sich um einen gleichbleibenden Tarif handelt.

Ein wichtiger Tipp: Vergleiche nicht nur die Beiträge, sondern auch die Leistungen. Manche Versicherer zahlen nur bei Krankheit, andere auch bei Unfall. Manche haben eine Begrenzung auf 365 Tage, andere auf 730 Tage. Prüfe, ob die Versicherung auch bei psychischen Erkrankungen zahlt, da diese in den letzten Jahren zugenommen haben.

Denke daran: Das Krankentagegeld ist eine Vorsorgeausgabe, die sich im Ernstfall auszahlt. Die Beiträge sind steuerlich absetzbar, da sie als Vorsorgeaufwendungen gelten. Das mindert die tatsächliche Belastung. Ein Steuerberater kann dir helfen, die genauen Abzugsmöglichkeiten zu berechnen.

Worauf du beim Abschluss achten solltest: Die wichtigsten Kriterien

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, solltest du die Vertragsbedingungen genau prüfen. Achte auf die Definition von Arbeitsunfähigkeit: Manche Versicherer verlangen, dass du zu rund 100 Prozent arbeitsunfähig bist, andere akzeptieren auch eine teilweise Arbeitsunfähigkeit. Für Selbstständige, die oft mehrere Tätigkeiten haben, ist eine flexible Regelung wichtig.

Ein weiteres Kriterium ist die Dauer der Leistungszahlung. Die meisten Tarife zahlen für maximal 365 oder 730 Tage. Überlege, wie lange du im schlimmsten Fall abgesichert sein möchtest. Eine längere Leistungsdauer gibt mehr Sicherheit, kostet aber auch mehr. Manche Anbieter bieten sogar eine Zahlung bis zum Renteneintritt an, das ist aber selten und teuer.

Die Karenzzeit ist ebenfalls entscheidend. Wenn du ausreichend Rücklagen hast, kannst du eine längere Karenzzeit wählen und so Beiträge sparen. Aber bedenke: Je länger die Karenzzeit, desto länger musst du ohne Einkommen auskommen. Eine Karenzzeit von 14 Tagen ist ein guter Kompromiss für die meisten Selbstständigen.

Prüfe auch, ob der Versicherer eine Nachmeldepflicht hat. Das bedeutet, dass du bei einer Änderung deines Einkommens den Tagessatz anpassen musst. Wenn du mehr verdienst, kannst du den Tagessatz erhöhen, ohne erneute Gesundheitsprüfung. Wenn du weniger verdienst, musst du ihn senken, sonst drohen Leistungskürzungen.

Achte auf die sogenannte abstrakte Bedarfsprüfung: Die Versicherung prüft, ob der gewünschte Tagessatz angemessen ist. Du musst dein Einkommen nachweisen, zum Beispiel durch Steuerbescheide. Das ist normal und dient dazu, eine Überversicherung zu vermeiden. Sei ehrlich bei der Angabe, sonst riskierst du, dass die Versicherung im Leistungsfall nicht zahlt.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, das Krankentagegeld zu spät abzuschließen. Je älter du wirst, desto teurer wird es, und mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko von Vorerkrankungen, die zu Ausschlüssen führen können. Schließe die Versicherung am besten ab, wenn du gesund bist und jung, um günstige Konditionen zu sichern.

Ein weiterer Fehler ist, den Tagessatz zu niedrig anzusetzen. Viele Selbstständige unterschätzen ihre Fixkosten und wählen einen Tagessatz, der nur die Grundbedürfnisse deckt. Im Krankheitsfall kommen aber oft zusätzliche Kosten hinzu, wie Medikamente, Physiotherapie oder Haushaltshilfen. Kalkuliere lieber großzügig, aber achte auf die Nettoeinkommensgrenze.

Manche Selbstständige verlassen sich auf das gesetzliche Krankengeld und verzichten auf eine private Absicherung. Das ist riskant, denn das Krankengeld ist gedeckelt und reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Zudem greift es erst ab der siebten Woche, und die ersten sechs Wochen musst du selbst überbrücken.

Ein häufiger Fehler ist auch, die Gesundheitsfragen falsch zu beantworten. Wenn du eine Vorerkrankung verschweigst, kann die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigern oder den Vertrag rückabwickeln. Sei also immer ehrlich und vollständig bei der Gesundheitsprüfung. Wenn du unsicher bist, frage einen Versicherungsberater.

Schließlich solltest du nicht den Fehler machen, den Vertrag nie zu überprüfen. Dein Einkommen und deine Lebensumstände ändern sich im Laufe der Zeit. Ein Tagessatz, der vor fünf Jahren ausreichend war, kann heute zu niedrig sein. Überprüfe deine Absicherung regelmäßig, mindestens alle zwei Jahre, und passe sie bei Bedarf an.

So gehst du vor: Schritt für Schritt zur passenden Absicherung

Der erste Schritt ist, deinen tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Rechne deine monatlichen Fixkosten zusammen: Miete, Versicherungen, Kredite, Lebenshaltung, Rücklagen für Steuern. Ziehe davon das gesetzliche Krankengeld ab, das du ab der siebten Woche bekommst. Die Differenz ist der Betrag, den du über das Krankentagegeld abdecken solltest.

Als zweiter Schritt folgt die Bestandsaufnahme deiner Gesundheit. Überlege, ob du Vorerkrankungen hast, die die Versicherung beeinflussen könnten. Sei ehrlich zu dir selbst und informiere dich im Vorfeld, welche Fragen in der Gesundheitsprüfung üblich sind. So vermeidest du böse Überraschungen beim Antrag.

Dann vergleichst du Angebote verschiedener Versicherer. Nutze Online-Vergleichsportale, aber auch unabhängige Berater. Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Vertragsbedingungen. Hole dir mehrere Angebote ein und prüfe, ob die Leistungen deinen Anforderungen entsprechen. Ein unabhängiger Versicherungsmakler kann dir helfen, den Überblick zu behalten.

Wenn du dich für einen Tarif entschieden hast, fülle den Antrag sorgfältig aus. Beantworte alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig. Reiche alle geforderten Nachweise ein, wie Einkommenssteuerbescheide oder ärztliche Berichte. Nach der Prüfung erhältst du den Vertrag und zahlst die ersten Beiträge.

Nach dem Abschluss solltest du den Vertrag regelmäßig überprüfen und bei Änderungen deines Einkommens anpassen. Bewahre alle Unterlagen gut auf und informiere deine Familie oder einen Vertrauten über die Versicherung, damit im Ernstfall alles reibungslos läuft. Mit einer soliden Krankentagegeld-Absicherung kannst du dich auf deine Arbeit konzentrieren, ohne Existenzängste.

Krankentagegeld und andere Absicherungen: Wie es sich einfügt

Das Krankentagegeld ist nur ein Baustein deiner Absicherungsstrategie. Neben der Krankenversicherung gibt es auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die greift, wenn du dauerhaft nicht mehr arbeiten kannst. Das Krankentagegeld ist für vorübergehende Arbeitsunfähigkeit gedacht, die BU für den Fall, dass du langfristig ausfällst.

Für Selbstständige ist es sinnvoll, beide Bausteine zu kombinieren. Das Krankentagegeld überbrückt die Zeit bis zum Beginn der BU-Rente, die oft erst nach sechs Monaten oder einem Jahr gezahlt wird. So vermeidest du eine Einkommenslücke in der Übergangszeit. Die Beiträge für beide Versicherungen sind steuerlich absetzbar.

Auch die Unfallversicherung kann eine Ergänzung sein, aber sie deckt nur Unfälle ab, nicht Krankheiten. Da Krankheiten häufiger sind als Unfälle, ist das Krankentagegeld wichtiger. Eine private Unfallversicherung kann trotzdem sinnvoll sein, um Invaliditätsleistungen zu erhalten, aber sie ersetzt kein Krankentagegeld.

Wenn du gesetzlich versichert bist, kannst du das Krankentagegeld als Satzungsleistung bei deiner Krankenkasse abschließen. Das ist oft günstiger als ein privater Vertrag, aber die Leistungen sind begrenzt. Ein privater Vertrag bietet mehr Flexibilität, zum Beispiel bei der Karenzzeit oder der Leistungsdauer. Vergleiche beide Optionen.

Denke auch an eine Existenzschutzversicherung, die mehrere Bausteine wie Krankentagegeld, BU und Unfall kombiniert. Solche Pakete sind oft günstiger als Einzelverträge, aber du bist an einen Anbieter gebunden. Prüfe genau, ob die Leistungen deinen Bedarf decken. Ein unabhängiger Berater kann dir helfen, die richtige Mischung zu finden.

Häufige Fragen zum Krankentagegeld für Selbstständige

Viele Selbstständige fragen sich, ob sie das Krankentagegeld wirklich brauchen, wenn sie Rücklagen haben. Rücklagen sind gut, aber sie sind begrenzt. Eine schwere Krankheit kann Monate dauern, und die Kosten können deine Ersparnisse schnell aufbrauchen. Das Krankentagegeld gibt dir Sicherheit, ohne dass du dein Vermögen angreifen musst.

Eine weitere Frage ist, ob das Krankentagegeld auch bei psychischen Erkrankungen zahlt. Ja, in der Regel schon, aber es kommt auf die Definition von Arbeitsunfähigkeit im Vertrag an. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sind anerkannte Krankheiten, aber die Versicherung prüft, ob du tatsächlich arbeitsunfähig bist. Ein ärztliches Attest ist notwendig.

Manche Selbstständige glauben, dass das Krankentagegeld nur für Freiberufler ist, aber es gilt für alle Selbstständigen, egal ob Gewerbetreibender, Handwerker oder Künstler. Solange du kein Angestellter bist und kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung hast, kannst du es abschließen. Auch Gründer in der Anfangsphase können es abschließen, wenn sie ein Einkommen nachweisen können.

Schließlich fragen sich viele, ob sie das Krankentagegeld von der Steuer absetzen können. Ja, die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen absetzbar, aber es gibt Höchstgrenzen. Die genauen Beträge hängen von deinem Einkommen und deiner Steuersituation ab. Ein Steuerberater kann dir helfen, die Absetzbarkeit zu optimieren.

Wenn du weitere Fragen hast, wende dich an einen unabhängigen Versicherungsberater oder deine Krankenkasse. Sie können dir konkrete Angebote machen und auf deine individuelle Situation eingehen. Nimm dir Zeit für die Entscheidung, denn eine gute Absicherung ist eine Investition in deine Zukunft.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

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Könntest du mindestens 6 Wochen ohne Einkommen überleben?
Hast du Rücklagen für eine längere Krankheit?
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Häufige Fragen

Krankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse, wenn du länger als sechs Wochen krank bist. Es ist gedeckelt und beträgt etwa 70 Prozent deines Bruttoeinkommens. Krankentagegeld ist eine private Zusatzversicherung, die ab dem ersten Tag oder nach einer Karenzzeit einen festen Tagessatz zahlt, den du selbst wählst.

In der Regel ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich, da die Versicherung das Risiko einschätzen muss. Es gibt aber Tarife mit vereinfachter Gesundheitsprüfung, bei denen nur wenige Fragen gestellt werden. Diese sind oft teurer oder haben Leistungsausschlüsse für bestimmte Vorerkrankungen.

Der Tagessatz sollte etwa 80 Prozent deines durchschnittlichen Nettoeinkommens pro Kalendertag abdecken, aber nicht höher als dein Nettoeinkommen sein. Rechne deine monatlichen Fixkosten zusammen und teile sie durch 30, um einen Richtwert zu erhalten. Passe den Satz an, wenn sich dein Einkommen ändert.

Schwangerschaft ist keine Krankheit, daher zahlt das Krankentagegeld in der Regel nicht bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf. Bei Komplikationen, die zu Arbeitsunfähigkeit führen, kann es jedoch greifen. Mutterschaftsleistungen sind separat geregelt, zum Beispiel durch das Mutterschutzgesetz.

Ja, die Beiträge zum Krankentagegeld sind als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung absetzbar. Es gelten jedoch Höchstgrenzen, die von deinem Einkommen und deinem Familienstand abhängen. Ein Steuerberater kann dir helfen, die genauen Beträge zu berechnen.

Wenn du deine Selbstständigkeit aufgibst und angestellt wirst, kannst du das Krankentagegeld in der Regel in eine private Krankentagegeldversicherung umwandeln oder kündigen. Die Beiträge können sich ändern, und du hast möglicherweise Anspruch auf eine Rückerstattung. Informiere deine Versicherung über die Änderung.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.