Ratgeber · Versicherung
Krankenhaustagegeld in der Steuererklärung: Was du wissen musst
Die Leistungen aus deiner Krankenhaustagegeldversicherung sind steuerfrei. Die Beiträge dafür kannst du als Vorsorgeaufwendungen absetzen.
10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Krankenhaustagegeld ist als Versicherungsleistung komplett steuerfrei.
- Es unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt und muss nicht in der Anlage K angegeben werden.
- Die Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen.
- Anders als das gesetzliche Krankengeld löst das private Krankenhaustagegeld keine Steuerpflicht aus.
01 · Grundlagen
Ist Krankenhaustagegeld steuerpflichtig?
Bei der steuerlichen Behandlung kommt es darauf an, ob du Geld von der gesetzlichen Krankenkasse oder von einer privaten Zusatzversicherung erhältst. Für dein privates Krankenhaustagegeld gilt eine klare Regel.
Das Krankenhaustagegeld aus einer privaten Zusatzversicherung ist eine steuerfreie Versicherungsleistung. Du musst es nicht in deiner Steuererklärung angeben, da es weder als Einkommen zählt noch dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Die Steuerfreiheit gilt unabhängig von der Höhe des ausgezahlten Tagegelds und von deinem übrigen Einkommen.
Selbst wenn du über einen langen Zeitraum einen hohen Tagessatz erhältst, bleibt der gesamte Betrag steuerfrei. Du bist also nicht verpflichtet, das Krankenhaustagegeld in irgendeiner Form zu melden, auch nicht, wenn du die Beiträge für die Versicherung gleichzeitig absetzt.
Die Steuerfreiheit gilt unabhängig von der Höhe des ausgezahlten Tagegelds und von deinem übrigen Einkommen.
Kurz erklärt
Krankenhaustagegeld in der Steuererklärung
Das Krankenhaustagegeld aus einer privaten Zusatzversicherung ist eine steuerfreie Versicherungsleistung. Du musst es nicht in deiner Steuererklärung angeben, da es weder als Einkommen zählt noch dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
Die Steuerfreiheit gilt unabhängig von der Höhe des ausgezahlten Tagegelds und von deinem übrigen Einkommen.
02 · Vergleich
Krankenhaustagegeld und Krankengeld: Was ist der Unterschied bei der Steuer?
Beide Leistungen klingen ähnlich, werden steuerlich aber völlig unterschiedlich behandelt. Der entscheidende Punkt ist der Absender der Zahlung.
Der zentrale Unterschied liegt im Absender der Zahlung. Das private Krankenhaustagegeld kommt von deiner Zusatzversicherung und ist komplett steuerfrei, ohne dass du es angeben musst. Das gesetzliche Krankengeld von deiner Krankenkasse ist zwar ebenfalls steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.
Das bedeutet: Das gesetzliche Krankengeld erhöht über den Progressionsvorbehalt deinen persönlichen Steuersatz, obwohl es selbst steuerfrei ist. Das private Krankenhaustagegeld hat diesen Effekt nicht. Du trägst das gesetzliche Krankengeld in deiner Steuererklärung ein, das private Krankenhaustagegeld dagegen nicht.
Das gesetzliche Krankengeld erhöht über den Progressionsvorbehalt deinen persönlichen Steuersatz, obwohl es selbst steuerfrei ist.
| Krankenhaustagegeld (privat) | Krankengeld (gesetzlich) | |
|---|---|---|
| Steuerpflicht | Steuerfrei | Steuerfrei |
| Progressionsvorbehalt | Nein, unterliegt nicht | Ja, unterliegt |
| Angabe in der Steuererklärung | Nicht erforderlich | Erforderlich |
| Zweck der Leistung | Deckt Zusatzkosten im Krankenhaus | Ersetzt Verdienstausfall bei Krankheit |
03 · Was gilt
Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung absetzen
Die Auszahlung ist steuerfrei, aber die Kosten für den Versicherungsschutz kannst du in deiner Steuererklärung geltend machen. Sie fallen unter die sonstigen Vorsorgeaufwendungen.
Die Beiträge für deine Krankenhaustagegeldversicherung kannst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen. Sie mindern dein zu versteuerndes Einkommen, auch wenn die spätere Auszahlung steuerfrei bleibt. Das gilt ebenso für Beiträge zu einer Krankentagegeldversicherung.
Die Basisabsicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ist davon getrennt und in voller Höhe abziehbar. Für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen gibt es dagegen Höchstgrenzen, die du beachten solltest. Das ausgezahlte Krankenhaustagegeld selbst musst du nicht angeben.
Die Beiträge für deine Krankenhaustagegeldversicherung kannst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen.
Abziehbar
Nicht abziehbar
04 · Schritt für Schritt
So wirkt sich der Progressionsvorbehalt aus
Der Progressionsvorbehalt sorgt dafür, dass steuerfreie Leistungen deinen Steuersatz erhöhen können. Für dein Krankenhaustagegeld gilt das nicht.
Beim gesetzlichen Krankengeld ist das der Fall: Du gibst es in der Steuererklärung an, und das Finanzamt rechnet es bei der Ermittlung deines Steuersatzes mit ein.
Beim privaten Krankenhaustagegeld passiert das nicht. Du bekommst für jeden Tag im Krankenhaus den vereinbarten Betrag ausgezahlt, ohne dass dieser Betrag in irgendeiner Form deinen Steuersatz beeinflusst. Die gezahlten Versicherungsbeiträge gibst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen an, sie mindern dein zu versteuerndes Einkommen.
Anders als beim gesetzlichen Krankengeld erhöht das Krankenhaustagegeld nicht deinen persönlichen Steuersatz über den Progressionsvorbehalt.
Leistung erhalten
Du bekommst für jeden Tag im Krankenhaus den vereinbarten Betrag aus deiner privaten Zusatzversicherung ausgezahlt.
Keine Meldung nötig
Das Geld musst du in deiner Steuererklärung nicht angeben. Es taucht in keinem Formular als Einnahme auf.
Kein Einfluss auf den Steuersatz
Anders als beim gesetzlichen Krankengeld erhöht das Krankenhaustagegeld nicht deinen persönlichen Steuersatz über den Progressionsvorbehalt.
Beiträge absetzen
Die gezahlten Versicherungsbeiträge gibst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen an. Sie mindern dein zu versteuerndes Einkommen.
05 · Hintergrund
Krankenhaustagegeld für Selbstständige: Steuerliche Besonderheiten
Für Selbstständige ist das Krankenhaustagegeld eine sinnvolle Ergänzung, weil sie keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld haben. Steuerlich gelten für sie dieselben Regeln wie für Angestellte.
Selbstständige und Freiberufler erhalten im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung und in der Regel kein Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Krankentagegeldversicherung deckt den Verdienstausfall ab, während eine Krankenhaustagegeldversicherung die Zusatzkosten eines stationären Aufenthalts auffängt.
Das ausgezahlte Krankenhaustagegeld ist auch für Selbstständige steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Du musst es also nicht in deiner Einkommensteuererklärung angeben. Die Beiträge für beide Versicherungen, Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld, kannst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzen.
Das ausgezahlte Krankenhaustagegeld ist auch für Selbstständige steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt.
Selbstständige und Freiberufler erhalten im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung und in der Regel kein Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Krankentagegeldversicherung deckt den Verdienstausfall ab, während eine Krankenhaustagegeldversicherung die Zusatzkosten eines stationären Aufenthalts auffängt.
Das ausgezahlte Krankenhaustagegeld ist auch für Selbstständige steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Du musst es also nicht in deiner Einkommensteuererklärung angeben.
Die Beiträge für beide Versicherungen, Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld, kannst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzen. Für Selbstständige liegt die Höchstgrenze für diese sonstigen Vorsorgeaufwendungen bei 2.800 Euro pro Jahr.
06 · Kosten
Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen: Was gilt 2026?
Wie viel du für deine Versicherungsbeiträge steuerlich absetzen kannst, ist gedeckelt. Die Höchstgrenzen unterscheiden sich nach deinem Beschäftigungsstatus.
Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Die Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung ist davon getrennt und in voller Höhe abziehbar. Für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen gelten jährliche Höchstbeträge.
Für Angestellte und Beamte liegt der Höchstbetrag bei 1.900 Euro im Jahr, für Selbstständige bei 2.800 Euro. Diese Beträge gelten für die Summe aller sonstigen Vorsorgeaufwendungen, also zum Beispiel Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld, Haftpflicht und Unfallversicherung zusammen.
Für Angestellte und Beamte liegt der Höchstbetrag bei 1.900 Euro im Jahr, für Selbstständige bei 2.800 Euro.
Jährliche Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen
07 · Was gilt
Krankenhaustagegeld und gesetzliche Zuzahlungen
Die gesetzliche Krankenversicherung verlangt bei einem stationären Aufenthalt eine Zuzahlung. Dein privates Krankenhaustagegeld kannst du genau dafür verwenden.
Das sind bis zu 280 Euro, die du selbst tragen musst. Dein privates Krankenhaustagegeld kannst du genau dafür verwenden.
Darüber hinaus kannst du das Geld frei einsetzen, zum Beispiel für Wahlleistungen wie ein Einzelzimmer, Fahrkosten für Angehörige, Haushaltshilfe oder die Unterbringung von Haustieren. Nicht vorgesehen ist das Krankenhaustagegeld als Ersatz des laufenden Gehalts, dafür ist das Krankentagegeld da.
Die gesetzliche Zuzahlung beträgt 10 Euro pro Tag und kann für maximal 28 Tage im Jahr anfallen.
Geeignet
Nicht vorgesehen
08 · Fehler vermeiden
Krankentagegeldversicherung: Steuerliche Fallstricke vermeiden
Auch wenn die Leistungen steuerfrei sind, gibt es bei der Absetzbarkeit der Beiträge ein paar Punkte, die du kennen solltest. So vermeidest du Fehler in der Steuererklärung.
Ein häufiger Fehler ist, das gesetzliche Krankengeld nicht in der Steuererklärung anzugeben. Es unterliegt dem Progressionsvorbehalt und muss in die Anlage K eingetragen werden. Das private Krankenhaustagegeld dagegen musst du nicht als Einnahme deklarieren.
Die Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung gehören zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, nicht zur Basisabsicherung. Achte darauf, die Höchstgrenze für sonstige Vorsorgeaufwendungen nicht zu ignorieren: Beiträge oberhalb von 1.900 Euro für Angestellte oder 2.800 Euro für Selbstständige wirken sich nicht mehr steuermindernd aus.
Das gesetzliche Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt und muss in die Anlage K eingetragen werden.
Typische Fehler im Umgang mit Tagegeld und Steuern
09 · Im Vertrag
Krankenhaustagegeldversicherung als Zusatzversicherung: Was du wissen solltest
Die Krankenhaustagegeldversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die du unabhängig von deinem Status in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung abschließen kannst.
Du erhältst für jeden vollstationären Tag im Krankenhaus einen fest vereinbarten Betrag, zum Beispiel 10, 20 oder 40 Euro.
Die Leistung wird ab dem ersten Tag eines medizinisch notwendigen Krankenhausaufenthalts gezahlt, wenn du mindestens eine Nacht dort verbringst. Das Geld ist nicht zweckgebunden, du kannst es für Zuzahlungen, Komfortleistungen oder private Kosten verwenden. Die Beiträge hängen von deinem Eintrittsalter, Geschlecht und Gesundheitszustand ab, nicht von deinem Einkommen.
Du erhältst für jeden vollstationären Tag im Krankenhaus einen fest vereinbarten Betrag, zum Beispiel 10, 20 oder 40 Euro.
Wichtige Merkmale der Krankenhaustagegeldversicherung
10 · Checkliste
Checkliste: Krankenhaustagegeld in der Steuererklärung richtig behandeln
Mit dieser Übersicht behältst du den Überblick, was du angeben musst und was nicht. So gehst du auf Nummer sicher.
Das erhaltene Krankenhaustagegeld trägst du nicht in deiner Steuererklärung ein, die Beiträge zur Versicherung dagegen schon.
Das gesetzliche Krankengeld gibst du in der Anlage K an, da es dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Prüfe die Höchstgrenze für sonstige Vorsorgeaufwendungen: 1.900 Euro für Angestellte, 2.800 Euro für Selbstständige. Bewahre Belege für gezahlte Versicherungsbeiträge auf, damit du sie bei Bedarf nachweisen kannst.
Das erhaltene Krankenhaustagegeld trägst du nicht in deiner Steuererklärung ein, die Beiträge zur Versicherung dagegen schon.
Das solltest du beachten
Erhaltenes Krankenhaustagegeld nicht in der Steuererklärung angeben
Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung als sonstige Vorsorgeaufwendungen eintragen
Gesetzliches Krankengeld in der Anlage K angeben (Progressionsvorbehalt)
Höchstgrenze für sonstige Vorsorgeaufwendungen prüfen: 1.900 Euro für Angestellte, 2.800 Euro für Selbstständige
Belege für gezahlte Versicherungsbeiträge aufbewahren
Bei Unsicherheit steuerliche Beratung in Anspruch nehmen
Häufige Fragen
Fragen zu Krankenhaustagegeld in der Steuererklärung
{{f.a}}
Versicherung
Mehr zu Versicherung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber