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Ratgeber · Versicherung

Kapitallebensversicherung wechseln: Wann sich der Ausstieg lohnt

Ein Wechsel der Kapitallebensversicherung ist rechtlich einfach, wirtschaftlich aber oft ein Verlustgeschäft. Bevor du kündigst, solltest du Rückkaufswert, Garantiezins und Alternativen wie Verkauf oder Beitragsfreistellung prüfen.

11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Eine Kündigung ist jederzeit ohne Frist möglich, führt aber häufig zu hohen Verlusten durch Storno- und Verwaltungskosten.
  • Bei Altverträgen mit hohem Garantiezins ist ein Wechsel fast immer nachteilig, weil neue Verträge deutlich niedrigere Zinsen bieten.
  • Der Verkauf der Police bringt oft 3 bis 5 Prozent mehr als der Rückkaufswert.
  • Vor einer Kündigung lohnt die Prüfung von Alternativen wie Beitragsbefreiung, Beleihung oder Fondswechsel.

01 · Grundlagen

Was ist eine Kapitallebensversicherung?

Die Kapitallebensversicherung kombiniert Hinterbliebenenschutz mit einem Sparvorgang. Sie zahlt am Ende der Laufzeit eine festgelegte Versicherungssumme plus Überschüsse aus, im Todesfall geht das Kapital an den Bezugsberechtigten.

Eine Kapitallebensversicherung funktioniert wie ein Sparvertrag mit festem Garantiezins. Du vereinbarst mit dem Versicherer eine feste Versicherungssumme, die am Ende der Laufzeit ausgezahlt wird. Zusätzlich erhältst du angefallene Zinsen sowie eventuelle Überschussbeteiligungen und einen möglichen Schlussbonus.

Der Versicherungsschutz besteht bereits ab der ersten Beitragszahlung. Verstirbst du vor Ablauf der Vertragslaufzeit, wird das angesparte Kapital an einen frei wählbaren Begünstigten ausgezahlt. In beiden Fällen zahlt die Versicherung die gesamte Summe auf einmal aus.

Die Attraktivität hängt stark vom vereinbarten Garantiezins ab. Seit 2017 liegt der Garantiezins nur noch bei 0,9 Prozent, während er 1999 noch 4 Prozent betrug. Unter Berücksichtigung der Inflation ist bei neuen Verträgen mit einem Wertverlust zu rechnen.

Kurz erklärt

Kapitallebensversicherung

Eine kapitalbildende Lebensversicherung, die Altersvorsorge und Todesfallschutz verbindet. Der Versicherer legt einen Teil der Beiträge verzinslich an und zahlt am Vertragsende die Versicherungssumme zuzüglich Überschussbeteiligung aus.

Sie funktioniert wie ein Sparvertrag mit festem Garantiezins und gleichzeitigem Schutz für Hinterbliebene.

02 · Vergleich

Kapitallebensversicherung oder Risikolebensversicherung: Was passt zu dir?

Beide Versicherungen zahlen im Todesfall eine Summe an die Hinterbliebenen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Kapitalbildung und damit in den Kosten.

Die Risikolebensversicherung dient ausschließlich der finanziellen Absicherung deiner Hinterbliebenen. Eine Kapitalbildung ist nicht vorgesehen, daher findet nach Ablauf der Vertragslaufzeit keine Auszahlung statt. Die Beiträge sind deutlich niedriger, wodurch sich hohe Versicherungssummen günstig absichern lassen.

Die Kapitallebensversicherung kombiniert dagegen Altersvorsorge mit Todesfallschutz. Du zahlst höhere Beiträge, baust aber Kapital auf, das am Ende ausgezahlt wird. Für die reine Absicherung der Familie ist die Risikolebensversicherung oft die bessere Wahl, weil sie mehr Schutz pro Euro bietet.

Ein weiterer Unterschied liegt in der steuerlichen Behandlung. Auf das angesparte Geld der Kapitallebensversicherung werden Zinsen und Überschüsse gezahlt, die versteuert werden müssen. Bei der Risikolebensversicherung entfallen diese Erträge und damit auch die Steuern darauf.

Kapitalbildende Lebensversicherung und Risikolebensversicherung im direkten Vergleich
KapitallebensversicherungRisikolebensversicherung
HauptzweckAltersvorsorge plus HinterbliebenenschutzReiner Hinterbliebenenschutz
Kapital­bildungJa, mit Garantiezins und ÜberschüssenNein, keine Auszahlung bei Vertragsende
BeitragshöheDeutlich höher für gleiche VersicherungssummeNiedrig, daher hohe Summen günstig absicherbar
Rückkaufswert bei KündigungVorhanden, aber oft niedrigNicht vorgesehen, Beiträge verfallen

03 · Schritt für Schritt

So läuft der Wechsel einer Kapitallebensversicherung ab

Ein Anbieterwechsel bedeutet immer: alten Vertrag kündigen und einen neuen abschließen. Der Ablauf ist einfach, die wirtschaftlichen Folgen sind es nicht.

Der Wechsel beginnt immer mit der Kündigung des bestehenden Vertrags. Die Kündigung einer Lebensversicherung ist üblicherweise ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen möglich. Ein schriftliches Kündigungsschreiben an den Versicherer genügt.

Bevor du kündigst, solltest du den aktuellen Rückkaufswert bei deinem Versicherer anfordern. Dieser zeigt, wie viel Geld du bei einer Kündigung sofort ausgezahlt bekommst. Durch Stornogebühren sowie Abschluss- und Verwaltungskosten kann der Rückkaufswert deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegen.

Erst nach der Kündigung solltest du einen neuen Vertrag abschließen. Beachte, dass neue Verträge meist einen niedrigeren Garantiezins haben als Altverträge aus den 1990er oder frühen 2000er Jahren.

01

Rückkaufswert ermitteln

Frage bei deinem Versicherer den aktuellen Rückkaufswert an. Er zeigt, wie viel Geld du bei einer Kündigung sofort ausgezahlt bekommst.

02

Alternativen prüfen

Vergleiche den Rückkaufswert mit dem Verkaufspreis am Policenmarkt, der Möglichkeit einer Beitragsfreistellung oder einer Beleihung.

03

Kündigung einreichen

Die Kündigung ist formlos und ohne Frist möglich. Ein schriftliches Kündigungsschreiben an den Versicherer genügt.

04

Neuen Vertrag abschließen

Erst nach der Kündigung solltest du einen neuen Vertrag abschließen. Beachte, dass neue Verträge meist einen niedrigeren Garantiezins haben.

04 · Was gilt

Wann sich ein Wechsel trotz Verlust lohnen kann

Nicht jede Kündigung ist ein Fehler. In bestimmten Konstellationen überwiegen die Vorteile eines Neustarts.

Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn dein Vertrag zwischen dem 29.07.1994 und dem 21.12.2007 abgeschlossen wurde und du beim Abschluss nicht gesetzeskonform über dein Widerrufsrecht belehrt wurdest. In diesem Fall muss dir der Versicherer bei einer Kündigung alle bisher gezahlten Beiträge zuzüglich der angefallenen Zinsen zurückzahlen.

Ein Wechsel lohnt sich auch, wenn der Rückkaufswert trotz Verlusten nahe an der Summe der eingezahlten Beiträge liegt. Dann ist der finanzielle Schaden überschaubar und du kannst in einen Vertrag wechseln, der besser zu deiner aktuellen Lebenssituation passt.

Wenn du dringend Kapital brauchst und keine andere liquide Rücklage hast, kann die Kündigung trotz Verlust die richtige Entscheidung sein. Die Alternative wäre, den Vertrag zu verkaufen oder zu beleihen, was oft mehr Geld bringt.

Wechsel prüfen

·Der Vertrag wurde zwischen dem 29.07.1994 und dem 21.12.2007 abgeschlossen und du wurdest nicht ordnungsgemäß über dein Widerrufsrecht belehrt.
·Der Rückkaufswert liegt trotz Verlusten nahe an der Summe der eingezahlten Beiträge.
·Du brauchst dringend Kapital und hast keine andere liquide Rücklage.

Besser halten

·Die Abschlusskosten sind bereits vollständig bezahlt und der Vertrag läuft schon viele Jahre.
·Du willst nur vorübergehend Beiträge sparen.
·Der Vertrag dient als Sicherheit für einen laufenden Kredit.

05 · Kosten

Was kostet der Ausstieg aus der Kapitallebensversicherung?

Die Kosten einer Kündigung sind selten auf den ersten Blick sichtbar. Sie verstecken sich in Abzügen vom Rückkaufswert und entgangenen Überschüssen.

Abschluss- und Vertriebskosten werden oft mit 4 bis 10 Prozent der Beitragssumme angesetzt und sind bei Kündigung bereits verloren. Stornogebühren kommen je nach Tarif mit 50 bis 200 Euro hinzu.

Die entgangene Überschussbeteiligung ist nicht garantiert, kann aber erheblich sein. Der Schlussbonus, der am Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt wird, entfällt bei Kündigung komplett. Bei Altverträgen mit hohem Garantiezins kommt der dauerhafte Zinsverlust im neuen Vertrag hinzu.

In den ersten Jahren liegt der Rückkaufswert oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen. Je länger der Vertrag läuft, desto mehr nähert sich der Rückkaufswert den eingezahlten Beiträgen an, weil die Abschlusskosten bereits getilgt sind.

Typische finanzielle Einbußen bei vorzeitiger Kündigung

Abschluss- und Vertriebskostenwerden von der Auszahlungssumme abgezogen
Stornokostenwerden von der Auszahlungssumme abgezogen
Entgangene Überschussbeteiligungfällt weg
Verlust des Schlussbonusfällt weg

06 · Im Vertrag

Garantiezins, Rückkaufswert und Überschussbeteiligung: Die wichtigsten Klauseln

Diese drei Begriffe entscheiden darüber, ob sich ein Wechsel rechnet. Wer sie versteht, kann die Angebote besser einordnen.

Der Garantiezins ist der vom Bundesfinanzministerium festgelegte Höchstrechnungszins. Er gilt ab Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit. Seit 2017 liegt er bei 0,9 Prozent, in den 1990er Jahren waren es bis zu 4 Prozent. Dieser Zins bestimmt maßgeblich, wie attraktiv dein Vertrag ist.

Der Rückkaufswert ist der Betrag, den der Versicherer bei Kündigung auszahlt. Er liegt in den ersten Jahren oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen, weil Abschluss- und Verwaltungskosten abgezogen werden. Du solltest ihn immer schriftlich anfordern, bevor du eine Entscheidung triffst.

Die Überschussbeteiligung ist eine nicht garantierte Zusatzleistung. Der Versicherer zahlt sie aus, wenn er Überschüsse erwirtschaftet hat. Sie kann die Rendite deines Vertrags erheblich verbessern, entfällt aber bei vorzeitiger Kündigung.

Zentrale Vertragsbestandteile der Kapitallebensversicherung

GarantiezinsZinsDer vom Bundesfinanzministerium festgelegte Höchstrechnungszins. Er gilt ab Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit. Seit 2017 liegt er bei 0,9 Prozent, in den 1990er Jahren waren es bis zu 4 Prozent.
RückkaufswertAuszahlungDer Betrag, den der Versicherer bei Kündigung auszahlt. Er liegt in den ersten Jahren oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen, weil Abschluss- und Verwaltungskosten abgezogen werden.
ÜberschussbeteiligungBonusNicht garantierte Zusatzleistung, die der Versicherer aus erwirtschafteten Überschüssen zahlt. Bei Kündigung entfällt sie ebenso wie ein möglicher Schlussbonus.
BezugsberechtigterTodesfallDie Person, die im Todesfall die Versicherungssumme erhält. Du kannst sie frei wählen und im Vertrag ändern.

07 · Checkliste

Checkliste: Das solltest du vor einem Wechsel prüfen

Diese Punkte helfen dir, eine Entscheidung ohne Zeitdruck und mit klarem Blick auf die Zahlen zu treffen.

Bevor du kündigst, solltest du alle relevanten Zahlen und Optionen kennen. Eine Entscheidung ohne Zeitdruck und mit klarem Blick auf die Zahlen schützt dich vor teuren Fehlern. Die folgenden Punkte helfen dir, systematisch vorzugehen.

  • Fordere den Rückkaufswert schriftlich bei deinem Versicherer an.
  • Stelle die eingezahlten Beiträge dem Rückkaufswert gegenüber.
  • Notiere den Garantiezins deines bestehenden Vertrags.
  • Hole ein Angebot eines Policenankäufers ein.
  • Prüfe die Möglichkeit der Beitragsfreistellung.
  • Kläre die steuerlichen Folgen einer Auszahlung.
  • Schließe einen neuen Vertrag erst nach der Kündigung ab.
  • Kontrolliere den Bezugsberechtigten im alten Vertrag.

Vor der Kündigung abhaken

01

Rückkaufswert schriftlich beim Versicherer anfordern

02

Eingezahlte Beiträge dem Rückkaufswert gegenüberstellen

03

Garantiezins des bestehenden Vertrags notieren

04

Angebot eines Policenankäufers einholen

05

Möglichkeit der Beitragsfreistellung prüfen

06

Steuerliche Folgen einer Auszahlung klären

07

Neuen Vertrag erst nach der Kündigung abschließen

08

Bezugsberechtigten im alten Vertrag kontrollieren

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Wechsel der Kapitallebensversicherung

Viele Kündigungen passieren aus einem Impuls heraus. Diese Fehler kosten dich dauerhaft Rendite.

Wer kündigt, ohne den Rückkaufswert zu kennen, erfährt erst nach der Kündigung, wie wenig übrig bleibt. Das kann zu einer bösen Überraschung führen, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Ein Altvertrag mit hohem Garantiezins wird oft gegen einen neuen Vertrag mit 0,9 Prozent getauscht. Der Zinsverlust ist dauerhaft und kann über die gesamte Laufzeit mehrere tausend Euro ausmachen. Auch wer nur auf den niedrigen Beitrag des neuen Anbieters schaut, übersieht die Abschlusskosten, die die Sparsumme schmälern.

Die Risikolebensversicherung zu kündigen, um Beiträge zu sparen, ist ein weiterer Fehler. Hier verfallen alle eingezahlten Beiträge ersatzlos, weil kein Rückkaufswert vorgesehen ist. Überschussbeteiligung und Schlussbonus werden bei der Entscheidung oft nicht eingerechnet, obwohl sie bei Altverträgen erheblich sein können.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Kündigung ohne Kenntnis des Rückkaufswerts: Du erfährst erst nach der Kündigung, wie wenig übrig bleibt.
·Altvertrag mit hohem Garantiezins gegen neuen Vertrag mit 0,9 Prozent tauschen: Der Zinsverlust ist dauerhaft.
·Nur auf den niedrigen Beitrag des neuen Anbieters schauen: Abschlusskosten und Verwaltungskosten schmälern die Sparsumme.
·Risikolebensversicherung kündigen, um Beiträge zu sparen: Hier verfallen alle eingezahlten Beiträge ersatzlos.
·Überschussbeteiligung und Schlussbonus nicht einrechnen: Sie sind nicht garantiert, aber bei Altverträgen oft erheblich.

09 · Hintergrund

Alternativen zur Kündigung: Verkauf, Beleihung und Beitragsfreistellung

Bevor du kündigst, gibt es drei Wege, die den Vertrag erhalten und trotzdem Kapital freisetzen oder Kosten senken.

Der Verkauf der Police an einen gewerblichen Ankäufer bringt in der Regel 3 bis 5 Prozent mehr als der Rückkaufswert. Du überträgst dabei alle Rechte am Vertrag auf den Käufer, der die Beiträge weiterzahlt und am Ende die Versicherungssumme erhält. Einige Ankäufer bieten eine Rückerwerbsoption an, mit der du die Versicherung zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt zurückkaufen kannst.

Die Beleihung der Versicherungspolice ist eine Option, wenn du kurzfristig Geld brauchst, den Vertrag aber behalten willst. Die Police dient als Sicherheit für einen Kredit. Voraussetzung ist meist ein Rückkaufswert von mehr als 1.000 Euro, die Zinsen sind jedoch oft hoch.

Die Beitragsfreistellung hilft, wenn du die Beiträge vorübergehend nicht aufbringen kannst. Viele Versicherer räumen diese Möglichkeit ein. Läuft dein Vertrag bereits seit vielen Jahren, können die Beiträge eventuell aus angesparten Überschüssen beglichen werden. Allerdings verringert sich durch die Beitragsfreiheit das geplante Einlagekapital, sodass am Ende weniger Geld ausgezahlt wird.

Der Verkauf der Police an einen gewerblichen Ankäufer bringt in der Regel 3 bis 5 Prozent mehr als der Rückkaufswert. Du überträgst dabei alle Rechte am Vertrag auf den Käufer, der die Beiträge weiterzahlt und am Ende die Versicherungssumme erhält.

Die Beleihung der Versicherungspolice ist eine Option, wenn du kurzfristig Geld brauchst, den Vertrag aber behalten willst. Die Police dient als Sicherheit für einen Kredit. Voraussetzung ist meist ein Rückkaufswert von mehr als 1.000 Euro, die Zinsen sind jedoch oft hoch.

Die Beitragsfreistellung hilft, wenn du die Beiträge vorübergehend nicht zahlen kannst. Der Vertrag bleibt bestehen, die Versicherungssumme wird aber reduziert. In manchen Fällen können die Beiträge auch aus angesparten Überschüssen weitergezahlt werden.

10 · Was gilt

Steuern und Fristen: Was du beim Wechsel beachten musst

Die steuerliche Behandlung hängt vom Vertragsbeginn und der Laufzeit ab. Auch das Alter spielt eine Rolle.

Läuft dein Vertrag mindestens 12 Jahre und erfolgt die Auszahlung frühestens mit 62 Jahren, sind nur 50 Prozent der Zinsgewinne zu versteuern. Diese Regelung macht Altverträge steuerlich attraktiv.

Kündigst du vor Ablauf von 12 Jahren oder erfolgt die Auszahlung vor dem 62. Lebensjahr, sind die Zinsgewinne voll zu versteuern. Das kann die effektive Rendite deines Vertrags deutlich schmälern und sollte in die Entscheidung einfließen.

Die Kündigung selbst ist ohne Frist möglich. Du musst keine Kündigungsfrist einhalten und keine Gründe angeben. Ein schriftliches Kündigungsschreiben an den Versicherer genügt, um den Vertrag zu beenden.

Steuerlich günstig

·Vertrag läuft mindestens 12 Jahre
·Auszahlung erfolgt frühestens mit 62 Jahren
·Dann sind nur 50 Prozent der Zinsgewinne zu versteuern

Steuerlich ungünstig

·Auszahlung vor dem 62. Lebensjahr
·Dann sind die Zinsgewinne voll zu versteuern

11 · Vergleich

Kapitallebensversicherung wechseln oder behalten: Die Entscheidungs­hilfe

Am Ende zählen zwei Zahlen: der Rückkaufswert heute und der Garantiezins bis zum Vertragsende. Alles Weitere ist Verhandlungssache.

Ein Wechsel lohnt sich vor allem bei jungen Verträgen mit niedrigem Zins und hohem Rückkaufswert. Dann ist der finanzielle Schaden überschaubar und du kannst in einen Vertrag wechseln, der besser zu deiner aktuellen Lebenssituation passt.

Behalte deinen Vertrag, wenn der Garantiezins hoch ist, also 3 bis 4 Prozent bei Altverträgen aus den 1990er Jahren. Auch wenn der Rückkaufswert deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt, ist ein Wechsel meist ein Verlustgeschäft. Bei Altverträgen mit hohem Garantiezins ist der dauerhafte Zinsverlust im neuen Vertrag der größte Kostenfaktor.

Wenn du dringend Kapital brauchst, prüfe zuerst Verkauf oder Beleihung. Diese Optionen erhalten den Vertrag und bringen oft mehr Geld als eine Kündigung. Nur wenn keine andere liquide Rücklage existiert, kann die Kündigung trotz Verlust die richtige Entscheidung sein.

Wechsel oder behalten: Die zentralen Kriterien
WechselnBehalten
GarantiezinsNiedrig, unter 1 ProzentHoch, 3 bis 4 Prozent bei Altverträgen

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026