Ratgeber · Versicherung
Hausratversicherung im Testbericht 2026: So findest du den besten Schutz
Ein aktueller Hausratversicherung-Testbericht 2026 zeigt: Guter Schutz muss nicht teuer sein, aber die Leistungsunterschiede sind enorm. Wir erklären dir, worauf es beim Tarifvergleich wirklich ankommt.
12 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Sehr gute Tarife gibt es 2026 bereits für unter 100 Euro im Jahr.
- Achte auf den vollständigen Einschluss grober Fahrlässigkeit, sonst drohen Kürzungen.
- Ein pauschaler Unterversicherungsverzicht schützt dich vor bösen Überraschungen.
- Vergleichsportale sind hilfreich, aber du musst die Details selbst prüfen.
01 · Grundlagen
Was ist eine Hausratversicherung?
Die Hausratversicherung schützt deinen beweglichen Besitz in der Wohnung oder im Haus vor finanziellen Verlusten durch bestimmte Gefahren. Sie ist keine Pflichtversicherung, aber für die meisten Haushalte sinnvoll.
Die Hausratversicherung ist eine Sachversicherung, die deinen gesamten beweglichen Besitz innerhalb deiner Wohnung oder deines Hauses absichert. Dazu zählen Möbel, Kleidung, Elektronik, Haushaltsgeräte und auch Wertsachen wie Schmuck. Sie springt ein, wenn dieser Besitz durch bestimmte Gefahren beschädigt, zerstört oder gestohlen wird.
Der Schutz erstreckt sich auf die klassischen Gefahren Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub, Blitzschlag, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Entscheidend ist, dass die Versicherung im Schadensfall den Neuwert deines Hausrats ersetzt. Das bedeutet, du bekommst das Geld, das nötig ist, um einen gleichwertigen neuen Gegenstand zu kaufen, nicht nur den Zeitwert.
Für Mieter und Eigentümer ist sie gleichermaßen relevant, auch wenn es keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss gibt. Der finanzielle Verlust bei einem Totalschaden, etwa nach einem Brand, kann ohne Versicherung existenzbedrohend sein.
Kurz erklärt
Hausratversicherung
Eine Sachversicherung, die den gesamten beweglichen Besitz eines Haushalts (Möbel, Kleidung, Elektronik, Wertsachen) gegen Schäden durch Brand, Einbruchdiebstahl, Raub, Blitzschlag, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel absichert.
Sie ersetzt den Neuwert deines Hausrats, damit du dich nach einem Schaden neu einrichten kannst.
02 · Kosten
Welche Versicherungssumme brauchst du?
Die Versicherungssumme muss den Wert deines gesamten Hausrats abdecken. Viele Versicherer kalkulieren mit einem Richtwert von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Für eine 100 Quadratmeter große Wohnung ergäbe das eine Versicherungssumme von 65.000 Euro.
Dieser Richtwert ist jedoch nur ein Ausgangspunkt. Deine tatsächliche Summe hängt von deinem Besitz ab, und über die Jahre kommen oft hochwertige Anschaffungen hinzu. Eine Inventarliste hilft dir, den Wert realistisch einzuschätzen und eine Unterversicherung zu vermeiden.
- Prüfe deinen Altvertrag, denn eine zu niedrige Versicherungssumme führt im Schadensfall zu anteiligen Kürzungen.
- Vereinbare den pauschalen Unterversicherungsverzicht, damit der Versicherer deine Summe nicht im Nachhinein anzweifelt.
Kurz erklärt
Richtwert pro Quadratmeter
Richtwerte für die Versicherungssumme
650 EUR
03 · Vergleich
Selbstbeteiligung: Wann lohnt sie sich?
Eine Selbstbeteiligung senkt deinen Jahresbeitrag, bedeutet aber, dass du im Schadensfall einen Teil selbst zahlst. Ob sich das rechnet, hängt von deiner Schadenshäufigkeit ab.
Eine Selbstbeteiligung senkt deinen Jahresbeitrag, weil du im Schadensfall einen festen Betrag selbst trägst. Die Ersparnis liegt oft bei 10 bis 20 Prozent des Beitrags. Ob sich das rechnet, hängt von deiner Schadenshäufigkeit und deinen Rücklagen ab.
Haushalte, die kleine Schäden problemlos selbst zahlen können, profitieren langfristig von einem Tarif mit Selbstbeteiligung. Wer keine Rücklagen bilden will oder kann, fährt mit einem Tarif ohne Selbstbeteiligung besser, auch wenn der Beitrag höher ist.
- Ohne Selbstbeteiligung übernimmt der Versicherer jeden versicherten Schaden vollständig.
- Mit Selbstbeteiligung zahlst du den vereinbarten Betrag, den Rest übernimmt der Versicherer.
| Ohne Selbstbeteiligung | Mit Selbstbeteiligung (z.B. 150 EUR) | |
|---|---|---|
| Jahresbeitrag | Höher | Niedriger |
04 · Was gilt
Einbruchschäden: Was zahlt die Versicherung?
Einbruchdiebstahl ist eine der häufigsten Schadensursachen. Die Versicherung ersetzt gestohlene und beschädigte Gegenstände, aber nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Einbruchdiebstahl ist eine der häufigsten Schadensursachen und kann hohe finanzielle Verluste verursachen. Die Hausratversicherung ersetzt gestohlene und beschädigte Gegenstände, wenn ein Einbruch vorliegt. Das bedeutet, der Täter muss in die Wohnung eingedrungen sein, etwa durch ein aufgebrochenes Fenster oder eine aufgehebelte Tür.
Wertsachen wie Schmuck und Bargeld sind nur bis zu den im Vertrag vereinbarten Grenzen geschützt. In den meisten Policen sind Wertsachen bis 20 Prozent der Versicherungssumme abgedeckt, Schmuck bis 30.000 Euro und Bargeld bis 5.000 Euro. Für Fahrräder gilt der Schutz oft nur, wenn du eine Zusatzdeckung vereinbart hast.
- Versichert sind Aufbruchspuren an Türen und Fenstern sowie beschädigte Möbel und Schlösser.
- Nicht versichert ist ein einfacher Diebstahl ohne Aufbruchspuren, etwa durch eine offen gelassene Tür.
Das zahlt die Versicherung
Das zahlt sie nicht
05 · Was gilt
Brandschäden: Schutz vor Feuer und mehr
Die Hausratversicherung deckt Schäden durch Feuer, aber auch durch Blitzschlag und Explosion ab. Entscheidend ist, dass auch Folgeschäden wie Löschwasser und Ruß versichert sind.
Ebenso versichert sind Schäden durch Blitzschlag an Elektrogeräten und durch Explosionen, etwa eine Gasexplosion im Haus.
Nicht versichert sind Sengschäden ohne offenes Feuer, zum Beispiel wenn ein Bügeleisen auf einem Hemd einen Brandfleck hinterlässt. Schäden am Gebäude selbst, also an Wänden oder Dach, fallen in den Zuständigkeitsbereich der Wohngebäudeversicherung, nicht der Hausratversicherung.
- Versichert sind Löschwasserschäden und Rußschäden nach einem Brand.
- Nicht versichert sind Schäden durch Kernenergie, Krieg oder vorsätzlich herbeigeführte Brände.
Versichert
Nicht versichert
06 · Was gilt
Leitungswasserschaden: Wenn Wasser austritt
Leitungswasserschäden entstehen durch austretendes Wasser aus Rohren, Schläuchen oder angeschlossenen Geräten. Die Abgrenzung zu Elementarschäden wie Starkregen ist wichtig.
Versichert sind Schäden durch geplatzte Rohre, defekte Waschmaschinen oder Frostschäden an Wasserleitungen. Auch Folgeschäden wie aufgequollene Böden und Möbel sind abgedeckt.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Elementarschäden. Grundwasser, das von außen eindringt, Starkregen, Hochwasser oder aus dem Kanal zurückdrückendes Abwasser sind nicht über den normalen Leitungswasserschutz versichert. Dafür benötigst du eine separate Elementarschadenversicherung.
- Versichert ist Wasser aus defekten Spülmaschinen und Heizungsanlagen.
- Nicht versichert sind Schäden durch undichte Duschfugen ohne Rohrbruch.
Versichert
Nicht versichert
07 · Im Vertrag
Grobe Fahrlässigkeit: Warum sie entscheidend ist
Viele Versicherer kürzen die Leistung, wenn du den Schaden grob fahrlässig verursacht hast. Ein guter Tarif verzichtet auf diese Kürzung vollständig.
Typische Beispiele sind vergessene Kerzen, ein nicht ausgeschalteter Herd oder eine laufende Waschmaschine, während du das Haus verlässt. Ein guter Tarif verzichtet auf diese Kürzung vollständig.
Der komplette Einschluss grober Fahrlässigkeit ist ein zentrales Qualitätsmerkmal. Wir empfehlen nur Tarife, die auch bei grober Fahrlässigkeit die volle Entschädigung zahlen. Vor allem ältere Verträge decken grobe Fahrlässigkeit oft nicht oder nicht vollständig ab, daher lohnt sich ein Check deines Altvertrags.
- Bei komplettem Einschluss zahlt der Versicherer die volle Entschädigung, unabhängig vom Verschulden.
- Bei teilweisem Einschluss darf der Versicherer die Leistung je nach Schwere des Verschuldens kürzen.
Die Klausel zur groben Fahrlässigkeit
08 · Im Vertrag
Unterversicherungsverzicht: Dein Schutz vor Kürzungen
Wenn deine Versicherungssumme zu niedrig ist, kürzt der Versicherer im Schadensfall anteilig. Der pauschale Unterversicherungsverzicht verhindert das.
Wenn deine Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Wert deines Hausrats liegt, spricht man von Unterversicherung. Im Schadensfall zahlt der Versicherer dann nur anteilig. Liegt deine Summe beispielsweise 50 Prozent unter dem echten Wert, bekommst du auch nur 50 Prozent des Schadens ersetzt.
Der pauschale Unterversicherungsverzicht verhindert dieses Risiko. Der Versicherer akzeptiert deine Versicherungssumme pauschal als ausreichend und verzichtet auf die Prüfung der Unterversicherung. Damit entfällt das Kürzungsrisiko vollständig.
- Erstelle eine Inventarliste mit Anschaffungswert und Kaufdatum, um deinen Hausrat realistisch zu bewerten.
- Vereinbare den Unterversicherungsverzicht aktiv in deinem Vertrag, da er nicht immer automatisch enthalten ist.
Warum der Unterversicherungsverzicht wichtig ist
09 · Checkliste
Vergleichsportal nutzen: So findest du den passenden Tarif
Vergleichsportale sind ein guter Einstieg, um Tarife zu vergleichen. Sie ersetzen aber nicht die eigene Prüfung der Versicherungsbedingungen.
Die Portale handeln als Versicherungsmakler und sind gesetzlich verpflichtet, dich nach deinen Wünschen und Bedürfnissen zu befragen. Sie setzen das über Filter oder konkrete Fragen um.
Die Filter funktionieren jedoch nicht immer zuverlässig. Der günstigste Tarif in der Ergebnisliste erfüllt nicht zwingend alle von dir gewünschten Leistungen. Öffne daher immer die Detailansicht und lies die Versicherungsbedingungen, bevor du einen Vertrag abschließt.
- Filtere nach Tarifen mit komplettem Einschluss grober Fahrlässigkeit und pauschalem Unterversicherungsverzicht.
- Vergleiche mindestens zwei Portale, um ein breites Angebot zu sehen.
- Prüfe die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen, Schmuck und Bargeld.
- Beachte die Widerrufsfrist von 14 Tagen nach Vertragsschluss.
Checkliste für den Tarifvergleich im Portal
Gib deine Wohnfläche und den gewünschten Leistungsumfang ein
Filtere nach Tarifen mit komplettem Einschluss grober Fahrlässigkeit
Wähle den pauschalen Unterversicherungsverzicht aus
Prüfe die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen, Schmuck und Bargeld
Vergleiche mindestens zwei Portale, um ein breites Angebot zu sehen
Öffne die Detailansicht und lies die Versicherungsbedingungen
Prüfe, ob der günstigste Tarif wirklich alle gewünschten Leistungen enthält
Achte auf die Widerrufsfrist von 14 Tagen nach Vertragsschluss
10 · Vergleich
Zusatzbausteine: Was du wirklich brauchst
Neben dem Grundschutz bieten Versicherer zahlreiche Zusatzbausteine an. Nicht alle sind sinnvoll, einige aber sehr empfehlenswert.
Die Entscheidung hängt von deiner Lebenssituation und deinem Besitz ab.
Für teure Fahrräder lohnt sich eine Zusatzdeckung gegen Fahrraddiebstahl, für günstige Räder ist die Prämie oft zu hoch. Elementarschäden sind in Hochrisikogebieten für Starkregen und Hochwasser wichtig, in anderen Regionen eher verzichtbar. Eine Glasversicherung ist bei großen Fensterflächen oder teuren Glaselementen sinnvoll.
- Erhöhe die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen, wenn du teuren Schmuck, Kunst oder Sammlungen besitzt.
- Verzichte auf Zusatzbausteine, die du nicht brauchst, um den Beitrag niedrig zu halten.
| Sinnvoll | Eher verzichtbar | |
|---|---|---|
| Fahrraddiebstahl | Für teure Fahrräder, oft mit Entschädigungsgrenze | |
| Elementarschäden | In Hochrisikogebieten für Starkregen und Hochwasser | |
| Wertsachen erhöhen | Bei teurem Schmuck, Kunst oder Sammlungen |
11 · Was gilt
Glasversicherung: Schutz für Fenster und mehr
Die Glasversicherung deckt Bruchschäden an Fenstern, Türen, Glasmöbeln und Cerankochfeldern ab. Sie ist ein Zusatzbaustein, der nicht automatisch in der Hausratversicherung enthalten ist.
Für Mieter mit großen Fensterflächen oder teuren Glaselementen kann sie sinnvoll sein.
Versichert sind zerbrochene Fensterscheiben, Terrassentüren, beschädigte Glasmöbel wie Tischplatten und Vitrinen sowie zerbrochene Cerankochfelder. Nicht versichert sind Kratzer und oberflächliche Beschädigungen ohne Bruch, Schäden an Brillengläsern und Kontaktlinsen oder Schäden an Aquarien und Terrarien.
- Glasbruch durch Feuer oder Einbruch zahlt der Grundschutz der Hausratversicherung.
- Prüfe, ob dein Tarif eine Glasversicherung bereits einschließt, bevor du sie separat abschließt.
Versichert
Nicht versichert
12 · Vergleich
Wohngebäudeversicherung: Der Unterschied zur Hausrat
Die Hausratversicherung schützt deinen beweglichen Besitz, die Wohngebäudeversicherung das Gebäude selbst. Für Eigentümer sind beide Versicherungen relevant.
Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an Wänden, Dach, Fenstern und fest verbauten Teilen ab. Typische Gefahren sind Brand, Leitungswasser, Sturm, Hagel und Elementarschäden. Die Versicherungssumme basiert auf dem Gebäudewert und der Wohnfläche, nicht auf dem Richtwert von 650 Euro pro Quadratmeter.
- Als Eigentümer brauchst du beide Versicherungen, um Gebäude und Hausrat vollständig abzusichern.
- Als Mieter ist die Wohngebäudeversicherung Sache des Vermieters, du benötigst nur die Hausratversicherung.
| Hausratversicherung | Wohngebäudeversicherung | |
|---|---|---|
| Was versichert ist | Beweglicher Besitz: Möbel, Kleidung, Elektronik, Wertsachen | Das Gebäude: Wände, Dach, Fenster, fest verbaute Teile |
| Für wen sinnvoll | Mieter und Eigentümer | Nur Eigentümer von Häusern und Wohnungen |
| Typische Gefahren | Brand, Einbruch, Leitungswasser, Sturm, Hagel | Brand, Leitungswasser, Sturm, Hagel |
| Versicherungssumme | Versicherer kalkulieren seit vielen Jahren mit einem Hausratwert von 650 Euro pro Quadratmeter |
Häufige Fragen
Fragen zu Hausratversicherung im Testbericht 2026
{{f.a}}
Versicherung
Mehr zu Versicherung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber