Gesetzliche Krankenversicherung wechseln: Dein einfacher Weg zur besseren Kasse
Du zahlst monatlich Beiträge, bekommst aber vielleicht nicht den Service, den du verdienst? Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung ist einfacher als gedacht und kann sich richtig lohnen. Wir zeigen dir, wie du in wenigen Schritten zu einer besseren Kasse kommst.
Warum dich das Thema Krankenkassenwechsel betrifft
Jeden Monat siehst du auf deiner Gehaltsabrechnung einen ordentlichen Betrag für die Krankenversicherung. Doch hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, ob du für dein Geld auch den bestmöglichen Gegenwert bekommst? Die gesetzliche Krankenversicherung ist kein starres Konstrukt, sondern ein Markt, auf dem verschiedene Anbieter um dich als Mitglied konkurrieren. Das bedeutet für dich: Du hast die Wahl und kannst aktiv entscheiden, wer deine Gesundheitsversorgung verwaltet.
Viele Menschen bleiben jahrzehntelang bei ihrer ersten Krankenkasse, oft aus Gewohnheit oder weil sie denken, der Wechsel sei kompliziert. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Der Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung ist in Deutschland bewusst einfach gestaltet, um den Wettbewerb zwischen den Kassen zu fördern. Dieser Wettbewerb kommt letztlich dir zugute, denn die Kassen versuchen, sich über Service, Zusatzleistungen und manchmal auch über den Preis zu unterscheiden.
Ein Wechsel kann sich in vielerlei Hinsicht lohnen. Vielleicht bietet eine andere Kasse einen besseren Zusatzbeitragssatz, was dir bares Geld spart. Oder du erhältst Zugang zu attraktiven Wahltarifen, die Leistungen abdecken, die du konkret benötigst. Auch der Servicegedanke spielt eine Rolle: Eine Kasse mit einer gut erreichbaren Hotline und schnellen Bearbeitungszeiten kann im Krankheitsfall enorm viel Stress ersparen.
Selbst wenn du mit deiner aktuellen Kasse grundsätzlich zufrieden bist, lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich. Die Leistungen und Beitragssätze ändern sich immer wieder, und was vor fünf Jahren die beste Wahl war, muss es heute nicht mehr sein. Ein bewusster Blick auf den Markt alle paar Jahre ist daher kein Zeichen von Untreue, sondern von finanzieller und gesundheitlicher Vernunft. Du trägst die Verantwortung für deine Gesundheit und dein Budget, und der Kassenwechsel ist ein Werkzeug, um beides zu optimieren.
Der Aufwand für einen Wechsel ist überschaubar und die Vorteile können erheblich sein. Du musst dich nicht mit komplizierten Formularen oder langen Wartezeiten herumschlagen. Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, dass er reibungslos funktioniert. In den nächsten Abschnitten zeigen wir dir, was die gesetzliche Krankenversicherung eigentlich ist, wie der Wechsel funktioniert und worauf du achten solltest, damit du am Ende wirklich die beste Entscheidung für dich triffst.
Die Grundlagen: Was ist die gesetzliche Krankenversicherung überhaupt?
Die gesetzliche Krankenversicherung, kurz GKV, ist das Fundament der medizinischen Versorgung in Deutschland. Sie ist eine Pflichtversicherung für die meisten Bürgerinnen und Bürger und basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, dass alle Mitglieder entsprechend ihrem Einkommen einzahlen, aber im Krankheitsfall die Leistungen erhalten, die sie benötigen, unabhängig von der Höhe ihrer Beiträge. Dieses System stellt sicher, dass auch Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu hochwertiger medizinischer Behandlung haben.
Die GKV wird von verschiedenen Krankenkassen durchgeführt, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisiert sind. Es gibt eine Vielzahl von Kassen, von großen bundesweiten Anbietern bis hin zu kleineren, oft regional oder berufsständisch orientierten Kassen. Alle Kassen bieten einen gesetzlich festgelegten Basisschutz an, der unter anderem Arztbesuche, Krankenhausbehandlungen, verschreibungspflichtige Medikamente und Vorsorgeuntersuchungen umfasst. Dieser Leistungskatalog ist für alle Kassen nahezu identisch, da er durch das Sozialgesetzbuch vorgeschrieben ist.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Kassen liegt nicht im Basisschutz, sondern in den sogenannten Satzungsleistungen und Zusatzangeboten. Hier haben die Kassen Gestaltungsspielraum und können sich von ihren Wettbewerbern abheben. Das können zum Beispiel höhere Zuschüsse für Präventionskurse, spezielle Versorgungsprogramme für chronisch Kranke oder die Übernahme von Kosten für Osteopathie oder Homöopathie sein. Auch der Service, etwa die Erreichbarkeit des Kundenservice oder die Geschwindigkeit der Bearbeitung von Anträgen, kann stark variieren.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist der Zusatzbeitragssatz. Dieser wird von jeder Kasse individuell festgelegt und kann sich von Kasse zu Kasse unterscheiden. Er wird zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erhoben, der für alle Kassen gleich ist. Der Zusatzbeitragssatz ist ein wichtiges Kriterium beim Vergleich, da er direkt die Höhe deiner monatlichen Beiträge beeinflusst. Ein niedrigerer Zusatzbeitrag bedeutet also konkret mehr Netto vom Brutto, ohne dass du auf Leistungen verzichten musst.
Für dich als Versicherte oder Versicherten bedeutet das: Du bist nicht einer einzigen Kasse ausgeliefert. Du hast die Freiheit, die Kasse zu wählen, die am besten zu deinen persönlichen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten passt. Der Wechsel zwischen den Kassen ist ein ganz normaler Vorgang, der von den Kassen selbst aktiv unterstützt wird, da sie um jedes Mitglied konkurrieren. Diese Wahlfreiheit ist ein hohes Gut, das du aktiv nutzen solltest, um die für dich optimale Versorgung zu erhalten.
So funktioniert der Wechsel: Deine Rechte und Fristen
Der Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung ist gesetzlich klar geregelt und für dich als Versicherte oder Versicherten mit keinen Hürden verbunden. Das Wichtigste zuerst: Du hast ein grundsätzliches Kündigungsrecht bei deiner aktuellen Kasse. Dieses Recht kannst du unter bestimmten Bedingungen ausüben, und es gibt zwei Hauptwege, wie du aus deinem Vertrag herauskommst. Der erste Weg ist die ordentliche Kündigung, der zweite ist das Sonderkündigungsrecht.
Die ordentliche Kündigung ist an eine Mitgliedschaft von mindestens zwölf Monaten bei deiner aktuellen Kasse gebunden. Hast du diese Zeit erfüllt, kannst du deine Mitgliedschaft mit einer Frist von zwei Monaten zum Ende des Monats kündigen. Das bedeutet: Wenn du zum Beispiel am 15. Mai kündigst, endet deine Mitgliedschaft am 31. Juli. Diese Frist gibt deiner aktuellen Kasse Zeit, die notwendigen Unterlagen zu erstellen und deine Mitgliedschaft ordnungsgemäß zu beenden.
Das Sonderkündigungsrecht ist der zweite und oft schnellere Weg. Dieses Recht hast du immer dann, wenn deine Krankenkasse ihren Zusatzbeitragssatz erhöht. In diesem Fall musst du nicht die zwölf Monate abwarten und auch nicht die zweimonatige Frist einhalten. Du kannst die Kündigung innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe der Erhöhung einreichen, und deine Mitgliedschaft endet dann zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Beitragserhöhung, in der Regel zum Ende des Monats, in dem die Erhöhung in Kraft tritt. Dieses Recht gilt für alle Mitglieder, unabhängig davon, wie lange sie schon bei der Kasse sind.
Der Ablauf ist denkbar einfach: Du suchst dir eine neue Kasse aus und stellst dort einen Mitgliedsantrag. Die neue Kasse übernimmt dann die gesamte Kommunikation mit deiner alten Kasse. Du musst also nicht selbst kündigen, wenn du den Wechsel über die neue Kasse abwickelst. Die neue Kasse meldet den Wechsel deiner alten Kasse und fordert die notwendigen Daten an. Du musst lediglich den Antrag bei der neuen Kasse ausfüllen und unterschreiben. Der Wechsel ist für dich kostenlos und es entstehen keine Unterbrechungen im Versicherungsschutz.
Wichtig ist zu wissen, dass ein Wechsel nur zwischen gesetzlichen Krankenkassen möglich ist, ohne dass du deinen Arbeitgeber wechseln oder etwas an deinem Beschäftigungsverhältnis ändern musst. Dein Arbeitgeber wird automatisch über den Kassenwechsel informiert und meldet dich bei der neuen Kasse zur Sozialversicherung an. Du musst dich um nichts weiter kümmern. Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, dass du als Versicherte oder Versicherter im Mittelpunkt stehst und der Wechsel so reibungslos wie möglich abläuft.
Kosten im Blick: Was der Wechsel wirklich bringt
Die Kosten sind für viele der ausschlaggebende Grund, über einen Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung nachzudenken. Der Beitrag zur Krankenversicherung setzt sich aus einem allgemeinen Beitragssatz und einem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz zusammen. Der allgemeine Beitragssatz ist gesetzlich festgelegt und für alle Kassen gleich. Der Zusatzbeitragssatz hingegen wird von jeder Kasse selbst bestimmt und kann daher variieren. Ein Wechsel zu einer Kasse mit einem niedrigeren Zusatzbeitragssatz spart dir bares Geld.
Wie viel Geld du konkret sparst, hängt von deinem Einkommen ab. Der Zusatzbeitrag wird als Prozentsatz deines beitragspflichtigen Einkommens berechnet, wobei es eine Beitragsbemessungsgrenze gibt. Liegt der Zusatzbeitragssatz einer Kasse zum Beispiel um rund 0,4 Prozentpunkte niedriger als bei deiner aktuellen Kasse, sparst du bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 3.000 Euro rund 12 Euro pro Monat. Auf das Jahr gerechnet sind das rund 144 Euro. Bei höherem Einkommen oder einer größeren Differenz im Beitragssatz kann die Ersparnis entsprechend höher ausfallen.
Neben dem reinen Beitragssatz solltest du aber auch die Leistungen im Blick behalten. Eine Kasse mit einem minimal höheren Zusatzbeitrag kann dir Leistungen bieten, die du anderweitig privat bezahlen müsstest. Wenn du zum Beispiel regelmäßig Osteopathie nutzt und deine Kasse einen Zuschuss von rund 80 Prozent übernimmt, kann das einen höheren Beitragssatz schnell wettmachen. Es lohnt sich also, nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern das Gesamtpaket aus Preis und Leistung zu bewerten. Ein reiner Preisvergleich greift zu kurz.
Ein weiterer finanzieller Aspekt sind die sogenannten Wahltarife. Viele Kassen bieten Selbstbehalttarife an, bei denen du im Gegenzug für einen Teil der Kosten, den du selbst trägst, einen Teil deines Beitrages zurückerstattet bekommst. Es gibt auch Tarife mit Beitragsrückzahlung, wenn du im Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen hast. Solche Modelle können für gesunde Menschen attraktiv sein, bergen aber auch ein gewisses Risiko. Überlege genau, ob du im Krankheitsfall die finanziellen Belastungen stemmen kannst.
Vergiss bei der Kostenbetrachtung nicht den Service. Eine Kasse, die bei Rückfragen schnell erreichbar ist und Anträge zügig bearbeitet, spart dir Zeit und Nerven. Zeit ist bekanntlich auch Geld. Ein guter Service kann daher einen etwas höheren Beitrag durchaus rechtfertigen. Letztlich geht es darum, das für dich persönlich beste Gleichgewicht zwischen Beitragshöhe, Leistungsumfang und Servicequalität zu finden. Ein Wechsel sollte also immer eine ganzheitliche Entscheidung sein, die auf deinen individuellen Bedürfnissen basiert.
Worauf du beim Vergleich der Kassen achten solltest
Bevor du den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung in die Wege leitest, solltest du dir über deine eigenen Bedürfnisse im Klaren sein. Jeder Mensch hat andere Prioritäten, und was für deinen Nachbarn wichtig ist, muss für dich nicht relevant sein. Überlege dir, welche Leistungen dir besonders am Herzen liegen. Bist du viel im Ausland unterwegs und benötigst einen guten Auslandskrankenschutz? Legst du Wert auf alternative Heilmethoden wie Homöopathie oder Naturheilverfahren? Oder ist dir eine umfassende Zahnvorsorge wichtig?
Ein wichtiges Kriterium ist der Zusatzbeitragssatz, aber er sollte nicht das einzige sein. kann eine Kasse mit einem etwas höheren Beitragssatz durch bessere Leistungen im Bereich der Prävention oder der integrierten Versorgung überzeugen. Informiere dich daher nicht nur über den Preis, sondern auch über die konkreten Satzungsleistungen der Kassen. Die meisten Kassen veröffentlichen ihre Leistungen detailliert auf ihrer Website. Ein Vergleich der Leistungskataloge ist zwar etwas aufwendig, zahlt sich aber aus.
Achte auch auf die Servicequalität der Kassen. Wie gut ist der telefonische Kundenservice erreichbar? Gibt es eine moderne App, über die du deine Belege einreichen und deine Daten einsehen kannst? Wie schnell werden Erstattungsanträge bearbeitet? Diese Faktoren tragen maßgeblich zu deiner Zufriedenheit bei. Du kannst dich bei Freunden, Familie oder Kollegen umhören, die bereits die Kasse gewechselt haben, oder du liest unabhängige Testberichte und Erfahrungsberichte im Internet.
Ein weiterer Punkt sind spezielle Angebote für bestimmte Zielgruppen. Es gibt Kassen, die sich auf Familien spezialisiert haben und besondere Leistungen für Schwangere und Kinder bieten. Andere Kassen haben attraktive Angebote für Studierende oder für Selbstständige. Prüfe, ob es eine Kasse gibt, die auf deine Lebenssituation zugeschnittene Programme und Services anbietet. Diese Spezialisierung kann ein entscheidender Vorteil sein, der über den reinen Beitragssatz hinausgeht.
Nimm dir für den Vergleich ausreichend Zeit und nutze unabhängige Vergleichsportale im Internet. Diese Portale bieten oft einen guten ersten Überblick über die unterschiedlichen Beitragssätze und Leistungen. Wichtig ist, dass du die Informationen nicht ungeprüft übernimmst, sondern die Details auf den offiziellen Websites der Kassen verifizierst. Nur so kannst du sicherstellen, dass du am Ende die Kasse findest, die wirklich zu dir passt und dir den größten Nutzen bietet.
Typische Fehler beim Kassenwechsel und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist es, den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung zu lange hinauszuzögern. Viele Menschen haben Angst vor dem bürokratischen Aufwand oder davor, dass etwas schiefgehen könnte. Dabei ist der Wechsel, wie wir gesehen haben, ein einfacher Prozess. Wenn du unzufrieden mit deiner Kasse bist oder eine bessere Alternative gefunden hast, solltest du nicht zögern. Jeder Monat, den du wartest, ist ein Monat, in dem du möglicherweise Geld sparst oder auf bessere Leistungen verzichtest.
Ein weiterer Fehler ist es, sich ausschließlich am Zusatzbeitragssatz zu orientieren und die Leistungen zu ignorieren. Eine Kasse, die auf den ersten Blick günstig erscheint, kann bei genaueren Hinsehen deutliche Schwächen bei den Zusatzleistungen haben. Du solltest immer das Gesamtpaket betrachten. Ein etwas höherer Beitrag kann sich durch bessere Leistungen, die du tatsächlich in Anspruch nimmst, schnell amortisieren. Ein reiner Spartarif ist nicht immer die beste Wahl, wenn du dafür auf wichtige Leistungen verzichten musst.
Viele Versicherte vergessen auch, ihr Sonderkündigungsrecht bei einer Beitragserhöhung zu nutzen. Wenn deine Kasse den Zusatzbeitrag erhöht, hast du ein zeitlich begrenztes Fenster von zwei Monaten, um zu kündigen. Dieses Fenster wird oft verpasst, weil die Erhöhung im Kleingedruckten versteckt ist oder man denkt, man sei an die Kasse gebunden. Prüfe daher regelmäßig die Post deiner Krankenkasse und reagiere umgehend auf Beitragserhöhungen. Das ist der einfachste Weg, um zu wechseln, ohne lange Fristen einhalten zu müssen.
Ein weiterer Punkt ist die unzureichende Vorbereitung. Bevor du den Wechsel einleitest, solltest du dir genau überlegen, welche Leistungen dir wichtig sind und welche Kasse diese bietet. Ein unüberlegter Wechsel zur erstbesten Kasse kann dazu führen, dass du nach kurzer Zeit wieder unzufrieden bist und erneut wechseln musst. Das kostet Zeit und Nerven. Recherchiere gründlich und vergleiche mehrere Kassen miteinander, bevor du dich entscheidest. Ein guter Vergleich ist die halbe Miete für einen erfolgreichen Wechsel.
Schließlich solltest du den Wechsel nicht als einmalige Aktion betrachten, sondern als Teil deiner regelmäßigen Finanzplanung. Der Markt der Krankenkassen ist dynamisch, und auch deine persönlichen Bedürfnisse können sich ändern. Es ist daher ratsam, etwa alle zwei bis drei Jahre einen erneuten Vergleich durchzuführen. So stellst du sicher, dass du immer die für dich optimale Kasse hast und von den Entwicklungen am Markt profitierst. Ein regelmäßiger Check gehört zu einer verantwortungsvollen Finanzplanung einfach dazu.
Dein konkreter Fahrplan: So wechselst du in 5 Schritten
Schritt eins ist die Bestandsaufnahme. Bevor du aktiv wirst, solltest du deine aktuelle Situation analysieren. Welche Leistungen nutzt du regelmäßig? Welche Leistungen fehlen dir? Wie hoch ist dein aktueller Zusatzbeitragssatz? Notiere dir deine wichtigsten Kriterien für eine neue Kasse. Diese Liste dient dir als Leitfaden für den Vergleich. Überlege auch, ob du ein Sonderkündigungsrecht hast, weil deine Kasse den Beitrag erhöht hat. Das würde den Wechsel beschleunigen.
Schritt zwei ist die Recherche. Nutze Vergleichsportale im Internet, um einen Überblick über die verschiedenen Kassen und ihre Beitragssätze zu bekommen. Achte darauf, dass die Portale unabhängig sind und nicht nur die Kassen auflisten, die Provisionen zahlen. Vertiefe deine Recherche auf den offiziellen Websites der Kassen, die in die engere Auswahl kommen. Vergleiche die Leistungskataloge im Detail und prüfe, ob die Kassen die von dir gewünschten Zusatzleistungen anbieten. Notiere dir die wichtigsten Unterschiede.
Schritt drei ist die Entscheidung. Nachdem du die Informationen gesammelt hast, triffst du eine fundierte Entscheidung. Wähle die Kasse, die deinen Kriterien am besten entspricht. Das muss nicht die günstigste Kasse sein, sondern die, die das beste Gesamtpaket aus Preis, Leistung und Service bietet. Wenn du unsicher bist, kannst du auch den Kundenservice der in Frage kommenden Kassen kontaktieren und offene Fragen klären. Ein guter Kundenservice ist oft ein Indikator für die Qualität der Kasse.
Schritt vier ist die Antragstellung. Du kannst den Mitgliedsantrag direkt online auf der Website der neuen Kasse stellen oder dir die Unterlagen per Post zusenden lassen. Fülle den Antrag sorgfältig aus und unterschreibe ihn. Die neue Kasse kümmert sich dann um alles Weitere, insbesondere um die Kündigung bei deiner alten Kasse. Du musst selbst keine Kündigung schreiben. Die neue Kasse informiert dich über den Stand des Wechsels und meldet dich bei der zuständigen Stelle an.
Schritt fünf ist die Bestätigung. Nachdem die neue Kasse den Wechsel abgeschlossen hat, erhältst du eine Bestätigung über deine neue Mitgliedschaft. Deine alte Kasse wird dir ebenfalls eine Kündigungsbestätigung zusenden. Prüfe diese Unterlagen sorgfältig und bewahre sie auf. Ab dem Wechseltermin bist du automatisch bei der neuen Kasse versichert und dein Arbeitgeber zahlt die Beiträge dorthin. Du musst nichts weiter tun. Genieße die Vorteile deiner neuen Krankenversicherung und überprüfe in ein paar Jahren erneut, ob du immer noch die beste Wahl getroffen hast.
Häufige Fragen rund um den Wechsel der Krankenkasse
Viele Versicherte fragen sich, ob ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung Auswirkungen auf laufende Behandlungen hat. Die Antwort ist beruhigend: Nein. Deine medizinische Versorgung ist während des gesamten Wechselprozesses nahtlos gewährleistet. Du kannst weiterhin zu deinen Ärzten gehen und alle notwendigen Behandlungen in Anspruch nehmen. Die neue Kasse übernimmt ab dem Wechseltermin die Kosten. Es gibt keine Unterbrechung des Versicherungsschutzes, und du musst keine Angst haben, dass dir Leistungen verwehrt werden.
Eine weitere häufige Frage betrifft die Krankenversicherungskarte. Deine alte Karte verliert mit dem Wechsel ihre Gültigkeit. Du erhältst von deiner neuen Kasse automatisch eine neue Versichertenkarte, die du bei Arztbesuchen vorlegen musst. Die neue Karte wird dir in der Regel innerhalb weniger Tage nach Abschluss des Wechsels per Post zugeschickt. Bis dahin solltest du deine alte Karte nicht mehr verwenden, da sie von den Arztpraxen nicht mehr anerkannt wird. Du kannst aber jederzeit eine Bescheinigung über deinen Versicherungsstatus bei der neuen Kasse anfordern.
Auch die Frage nach dem Wechsel für Familienmitglieder ist wichtig. Wenn du familienversichert bist, also keine eigenen Beiträge zahlst, weil du zum Beispiel verheiratet bist und kein oder nur ein geringes Einkommen hast, dann wechselst du automatisch mit, wenn der Hauptversicherte die Kasse wechselt. Du musst also keinen separaten Antrag stellen. Die Familienversicherung wird bei der neuen Kasse nahtlos fortgeführt. Es ist jedoch wichtig, dass die neue Kasse über alle familienversicherten Angehörigen informiert wird, was in der Regel über den Antrag des Hauptversicherten geschieht.
Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob sie ihren Arbeitgeber über den Wechsel informieren müssen. Die Antwort ist: Nein, du musst deinen Arbeitgeber nicht selbst informieren. Der Wechsel wird automatisch über das Meldeverfahren zur Sozialversicherung abgewickelt. Deine neue Krankenkasse meldet den Wechsel an die zuständige Stelle, und dein Arbeitgeber erhält die Information über die neue Kasse. Er muss dann lediglich die Beiträge an die neue Kasse abführen. Du musst also keine bürokratischen Hürden nehmen, was den Wechsel besonders attraktiv macht.
Schließlich stellt sich die Frage, ob man den Wechsel rückgängig machen kann, falls man mit der neuen Kasse unzufrieden ist. Ja, das ist möglich. Du hast auch bei der neuen Kasse wieder ein Kündigungsrecht, das nach zwölf Monaten Mitgliedschaft greift. Du kannst dann wieder zu deiner alten Kasse zurückwechseln, sofern diese dich wieder aufnimmt. Die Kassen sind in der Regel dazu verpflichtet, Mitglieder aufzunehmen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Wechsel ist also keine Einbahnstraße, sondern du behältst die Kontrolle über deine Entscheidung.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Du kannst grundsätzlich so oft wechseln, wie du möchtest. Allerdings gilt nach jedem Wechsel eine Bindungsfrist von zwölf Monaten, bevor du wieder ordentlich kündigen kannst. Ein Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen bleibt davon unberührt.
Bonusleistungen, die du bei deiner alten Kasse angespart hast, verfallen in der Regel mit dem Wechsel. Du solltest dir vor dem Wechsel daher auszahlen lassen, was dir zusteht. Die neue Kasse startet dein Bonusprogramm in der Regel wieder von vorne.
Nein, ohne Sonderkündigungsrecht musst du die zwölfmonatige Bindungsfrist abwarten und die zweimonatige Kündigungsfrist einhalten. Ein sofortiger Wechsel ist nur bei einer Beitragserhöhung deiner aktuellen Kasse möglich.
Ja, das ist der Regelfall. Wenn du einen Mitgliedsantrag bei der neuen Kasse stellst, beauftragst du diese, die Kündigung bei deiner alten Kasse zu übernehmen. Du musst dich selbst um keine Kündigung kümmern.
Der allgemeine Beitragssatz ist für alle Kassen gleich und gesetzlich festgelegt. Der Zusatzbeitragssatz wird von jeder Kasse individuell bestimmt und kann variieren. Er wird zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erhoben und ist ein wichtiges Vergleichskriterium.
Nein, das ist nicht notwendig. Der Wechsel wird automatisch über das Meldeverfahren zur Sozialversicherung abgewickelt. Dein Arbeitgeber wird von der neuen Kasse informiert und zahlt die Beiträge dorthin.
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