Ratgeber · Versicherung
Drohnenversicherung und Steuererklärung: So setzt du Beiträge richtig ab
Deine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und kann gleichzeitig deine Steuerlast senken. Hier erfährst du, welche Kosten das Finanzamt anerkennt und welche Versicherungspflichten für deinen Flugbetrieb gelten.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Alle Drohnen, die im Freien fliegen, müssen haftpflichtversichert sein, unabhängig von Gewicht oder Nutzungsart.
- Beiträge zur Drohnen-Haftpflichtversicherung zählen als Vorsorgeaufwendungen und sind in der Steuererklärung absetzbar.
- Bei gewerblicher Nutzung gelten andere Versicherungspflichten und steuerliche Absetzbarkeiten als bei privaten Flügen.
- Die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt ist für viele Drohnen verpflichtend und Voraussetzung für den Versicherungsschutz.
01 · Grundlagen
Was bedeutet Versicherungspflicht für deine Drohne?
Seit 2005 besteht in Deutschland eine gesetzliche Versicherungspflicht für alle Drohnen, die im Freien betrieben werden. Diese Pflicht gilt unabhängig von Größe, Gewicht oder ob du privat oder gewerblich fliegst.
Für deine Drohne gilt in Deutschland eine gesetzliche Haftpflichtversicherung, sobald du sie im Freien startest. Diese Pflicht besteht unabhängig vom Gewicht, der Größe oder der Anzahl der Propeller. Nur wenn du ausschließlich in geschlossenen Räumen fliegst, entfällt die Versicherungspflicht.
Die Versicherung muss Schäden abdecken, die deine Drohne bei Dritten verursacht. Dabei spielt es keine Rolle, ob du den Schaden durch einen Bedienfehler, einen technischen Defekt oder einen Windstoß verursacht hast. Als Halter haftest du für die Folgen.
- Für privat und gewerblich genutzte Drohnen besteht die Pflicht seit 2005.
- Die Versicherung muss vor dem ersten Flug im Freien abgeschlossen sein.
Kurz erklärt
Versicherungspflicht für Drohnen
Jede Drohne, die im Freien betrieben wird, muss eine gültige Haftpflichtversicherung besitzen. Nur Flüge in geschlossenen Räumen sind von dieser Pflicht ausgenommen.
Die Versicherung muss Schäden abdecken, die deine Drohne bei Dritten verursacht, unabhängig davon, ob du den Schaden verschuldet hast.
02 · Vergleich
Privat oder gewerblich: Welche Versicherung brauchst du?
Deine Nutzungsart entscheidet, ob deine private Haftpflichtversicherung ausreicht oder ob du eine spezielle Drohnenversicherung benötigst.
Für deine private Drohne reicht häufig deine bestehende Privathaftpflichtversicherung aus, wenn der Drohnenschutz ausdrücklich in den Bedingungen genannt ist. Viele Tarife integrieren Drohnen bis zu einem Abfluggewicht von 5 Kilogramm in den Premiumschutz. Prüfe deinen Vertrag oder frage bei deinem Versicherer nach, ob dein Fluggerät eingeschlossen ist.
Nutzt du deine Drohne beruflich, zum Beispiel für Foto- oder Filmaufnahmen, Vermessungen oder Inspektionen, greift die private Haftpflicht nicht. Du benötigst dann eine Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung oder eine spezielle gewerbliche Drohnenversicherung. Für gewerbliche Drohnen bis 5 Kilogramm Aufstiegsgewicht mit Flügen innerhalb Europas bieten viele Versicherer eigene Tarife an.
- Private Nutzung: Privathaftpflichtversicherung mit explizitem Drohnenschutz.
- Gewerbliche Nutzung: Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung oder spezielle Drohnenversicherung.
| Private Nutzung | Gewerbliche Nutzung | |
|---|---|---|
| Versicherung | Private Haftpflichtversicherung mit Drohnenschutz | Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung oder spezielle Drohnenversicherung |
| Typische Deckungssumme | 500.000 Euro bis 50 Mio. Euro | 1,5 Mio. Euro oder 3 Mio. Euro pauschal |
| Steuerliche Absetzbarkeit | Als Vorsorgeaufwendung in der Einkommensteuererklärung |
03 · Hintergrund
Gefährdungshaftung: Warum du ohne Versicherung nicht fliegen solltest
Als Drohnenhalter haftest du für alle Schäden, die dein Fluggerät verursacht, auch wenn dich keine Schuld trifft. Diese Gefährdungshaftung macht den Versicherungsschutz existenziell.
Für Drohnen gilt die Gefährdungshaftung. Das bedeutet, dass du als Halter für alle Schäden haftest, die von deinem Fluggerät ausgehen, auch wenn du keinen Fehler gemacht hast. Ein plötzlicher Windstoß, ein technischer Ausfall oder ein unvorhersehbares Flugverhalten entbinden dich nicht von der Verantwortung.
Die finanziellen Folgen können erheblich sein. Stürzt deine Drohne auf eine Straße und verursacht einen Unfall, können Personen-, Sach- und Vermögensschäden schnell existenzbedrohende Höhen erreichen. Deine Haftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen die berechtigten Forderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab.
- Die Gefährdungshaftung gilt auch, wenn du deine Drohne an Freunde oder Familie verleihst.
- Im Gegensatz dazu steht die Verschuldenshaftung, die nur bei nachweisbarem Fehlverhalten greift.
Die Gefährdungshaftung bedeutet, dass du als Halter für Schäden haftest, die von deiner Drohne ausgehen, unabhängig davon, ob du einen Fehler gemacht hast. Ein plötzlicher Windstoß oder ein technischer Defekt entbindet dich nicht von der Haftung.
Auch wenn du deine Drohne an Freunde oder Familienmitglieder verleihst, bleibst du als Halter haftbar. Die Versicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die schnell existenzbedrohend werden können.
Im Gegensatz zur Gefährdungshaftung steht die Verschuldenshaftung, die nur bei nachweisbarem Fehlverhalten greift. Für Drohnen gilt jedoch die strengere Gefährdungshaftung, weshalb der Gesetzgeber die Versicherungspflicht eingeführt hat.
04 · Was gilt
Registrierungspflicht beim Luftfahrt-Bundesamt: Das musst du wissen
Bevor du deine Drohne versicherst und fliegst, musst du dich unter bestimmten Voraussetzungen beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren.
Die Registrierungspflicht gilt für alle Drohnen, die 250 Gramm oder mehr wiegen. Auch wenn deine Drohne leichter ist, aber einen Sensor wie eine Kamera besitzt, musst du dich registrieren.
In der Betriebskategorie Speziell oder Zulassungspflichtig ist die Registrierung des Halters ebenfalls verpflichtend. Für die Kategorie Zulassungspflichtig kommt zusätzlich die Registrierung der Drohne selbst hinzu. Ohne gültige Registrierung kann dein Versicherungsschutz entfallen.
- Registrierung erforderlich: Drohne ab 250 Gramm oder mit Kamera.
- Keine Registrierung: Drohne unter 250 Gramm ohne Kamera, die nur in geschlossenen Räumen fliegt.
Registrierung erforderlich
Keine Registrierung erforderlich
05 · Checkliste
Drohnenverordnung und Risikoklassen: Welche Regeln für dein Modell gelten
Die EU-Drohnenverordnung teilt Drohnen in Risikoklassen ein, die bestimmen, wo und wie du fliegen darfst. Diese Einteilung beeinflusst auch deinen Versicherungsschutz.
Die EU-Drohnenverordnung teilt Drohnen in die Risikoklassen C0 bis C4 ein. Diese Einteilung nimmt der Hersteller anhand fester Kriterien vor. Aus der Risikoklasse ergibt sich, in welcher Betriebskategorie du fliegen darfst und welche Auflagen gelten.
Die Betriebskategorie Offen erlaubt Flüge mit Drohnen bis 25 Kilogramm, direkter Sichtverbindung und einer maximalen Flughöhe von 120 Metern. Das Mindestalter für Pilotinnen und Piloten liegt bei 16 Jahren. Sobald ein Kriterium nicht erfüllt ist, zum Beispiel weil deine Drohne schwerer als 25 Kilogramm ist, fällt sie in die Kategorie Speziell. Große Drohnen für Transport- und Spezialaufgaben wie Gefahrguttransporte gehören zur Kategorie Zulassungspflichtig.
- Dein Versicherungsschutz greift nur, wenn du die Vorgaben der Drohnenverordnung einhältst.
- Flugverbotszonen und Registrierungspflichten sind Teil dieser Vorgaben.
Risikoklassen und Betriebskategorien nach EU-Drohnenverordnung
Risikoklassen C0 bis C4 werden vom Hersteller nach festen Kriterien vergeben
Betriebskategorie Offen: Drohnen bis 25 kg, direkte Sichtverbindung, max. 120 m Flughöhe, Mindestalter 16 Jahre
Betriebskategorie Speziell: gilt, wenn ein Kriterium der Kategorie Offen nicht erfüllt ist, z. B. Drohne schwerer als 25 kg
Betriebskategorie Zulassungspflichtig: große Drohnen für Transport- und Spezialaufgaben, z. B. Gefahrguttransporte
Der Versicherungsschutz greift nur, wenn du die Vorgaben der Drohnenverordnung einhältst
06 · Kosten
Drohnen-Haftpflichtversicherung: Welche Deckungssumme ist sinnvoll?
Die Versicherungssumme bestimmt, bis zu welcher Höhe deine Versicherung für Schäden aufkommt. Je nach Anbieter und Tarif stehen unterschiedliche Summen zur Wahl.
Sie gilt pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Für private Drohnen bis 5 Kilogramm bieten viele Tarife im Basisschutz eine Deckungssumme von 500.000 Euro, im Premiumschutz von 1 Million Euro.
Private Haftpflichtversicherungen mit erweitertem Schutz decken Drohnen bis 5 Kilogramm oft bis zu einer Summe von 50 Millionen Euro ab. Für gewerbliche Drohnenversicherungen stehen häufig pauschale Deckungssummen von 1,5 Millionen Euro oder 3 Millionen Euro zur Wahl. Wähle die Summe so, dass sie zu deinem Einsatzgebiet und deinem Risiko passt.
- Basis-Schutz privat: 500.000 Euro.
- Premium-Schutz privat: 1 Million Euro, erweiterte Tarife bis 50 Millionen Euro.
- Gewerblich: 1,5 Millionen Euro oder 3 Millionen Euro pauschal.
Übliche Deckungssummen für Drohnen-Haftpflichtversicherungen
07 · Schritt für Schritt
Steuerliche Absetzbarkeit: So gibst du deine Drohnenversicherung an
Die Beiträge zur Drohnen-Haftpflichtversicherung kannst du in deiner Steuererklärung geltend machen. Wie du sie absetzt, hängt von deiner Nutzungsart ab.
Bei privater Nutzung zählt die Versicherung als Vorsorgeaufwendung. Du trägst die Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand deiner Einkommensteuererklärung ein, wo sie bis zu den geltenden Höchstgrenzen berücksichtigt werden.
Nutzt du deine Drohne beruflich, sind die Versicherungsbeiträge Betriebsausgaben. Sie mindern direkt deinen Gewinn und damit deine Steuerlast. Wichtig ist, dass du die Nutzungsart klar trennst: Eine privat abgeschlossene Haftpflichtversicherung deckt keine gewerblichen Schäden und umgekehrt.
- Private Nutzung: Eintrag als Vorsorgeaufwendung in der Anlage Vorsorgeaufwand.
- Gewerbliche Nutzung: Abzug als Betriebsausgabe bei der Gewinnermittlung.
Private Nutzung: Vorsorgeaufwendungen
Deine private Haftpflichtversicherung mit Drohnenschutz zählt als Vorsorgeaufwendung. Du trägst die Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand deiner Einkommensteuererklärung ein.
Gewerbliche Nutzung: Betriebsausgaben
Nutzt du deine Drohne beruflich, sind die Versicherungsbeiträge Betriebsausgaben. Sie mindern direkt deinen Gewinn und damit deine Steuerlast.
Versicherungssteuer beachten
Auf den Nettobeitrag deiner Drohnenversicherung wird in Deutschland 19 % Versicherungssteuer erhoben. Diese ist im Endpreis enthalten und wird auf dem Versicherungsschein separat ausgewiesen.
Belege aufbewahren
Hebe deine Versicherungsscheine und Beitragsrechnungen auf. Das Finanzamt kann Nachweise für deine Angaben verlangen.
08 · Im Vertrag
Versicherungssteuer: Was auf deinen Drohnenbeitrag aufgeschlagen wird
Auf Versicherungsbeiträge wird in Deutschland eine gesetzliche Steuer erhoben, die du als Versicherungsnehmer trägst. Sie ist nicht mit der Mehrwertsteuer zu verwechseln.
Auf den Nettobeitrag deiner Drohnenversicherung wird in Deutschland eine Versicherungssteuer von 19 Prozent erhoben. Diese Steuer trägst du als Versicherungsnehmer, der Versicherer führt sie an das Finanzamt ab. Sie ist im Endpreis deiner Police bereits enthalten und wird auf dem Versicherungsschein separat ausgewiesen.
Die Versicherungssteuer ist keine Mehrwertsteuer und daher nicht vorsteuerabzugsfähig. Das bedeutet, dass du sie auch bei gewerblicher Nutzung nicht als Vorsteuer geltend machen kannst. In Österreich beträgt der Steuersatz für Haftpflichtversicherungen 11 Prozent.
- Die Steuer wird auf den Nettobeitrag aufgeschlagen, nicht auf den Bruttopreis.
- Sie ist im Endpreis enthalten und wird separat ausgewiesen.
Wichtige Fakten zur Versicherungssteuer
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei Drohnenversicherung und Steuererklärung
Diese Fehler können dazu führen, dass dein Versicherungsschutz nicht greift oder das Finanzamt deine Angaben nicht anerkennt.
Ein häufiger Fehler ist, ohne gültige Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt zu fliegen, obwohl deine Drohne registrierungspflichtig ist. In diesem Fall kann der Versicherungsschutz entfallen. Prüfe daher vor dem ersten Flug, ob du dich registrieren musst.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass deine private Haftpflichtversicherung automatisch Drohnenschäden abdeckt. Der Drohnenschutz muss ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen genannt sein. Nutzt du deine Drohne gewerblich, bist aber nur privat versichert, verweigert der Versicherer im Schadensfall die Leistung. Auch Verstöße gegen die EU-Drohnenverordnung, etwa Flüge über 120 Meter Höhe oder außerhalb der Sichtweite, können den Schutz gefährden.
- Fliegen ohne erforderliche Registrierung kann den Versicherungsschutz aufheben.
- Gewerbliche Nutzung erfordert eine gewerbliche Drohnenversicherung, keine private Haftpflicht.
Häufige Fehler vermeiden
10 · Hintergrund
Drohnenmodelle und ihre Versicherung: Ein Überblick
Vom Quadrocopter bis zum Octocopter: Die Bauart deiner Drohne beeinflusst Gewicht, Risikoklasse und damit die Versicherungsanforderungen.
Quadrocopter mit vier Propellern sind die gängigsten Modelle für Privatnutzer. Sie wiegen oft unter 5 Kilogramm und sind häufig über die private Haftpflichtversicherung mit Drohnenschutz abgedeckt. Hexacopter mit sechs Propellern und Octocopter mit acht Propellern werden dagegen häufiger gewerblich genutzt, etwa für Filmaufnahmen oder Vermessungen.
Für gewerblich genutzte Modelle gelten oft strengere Anforderungen an Versicherung und Registrierung. Die Herstellerin oder der Hersteller teilt jedes Modell einer Risikoklasse von C0 bis C4 zu. Diese Einteilung bestimmt, in welcher Betriebskategorie du fliegen darfst und welche Versicherungslösung für dich infrage kommt.
- Quadrocopter: vier Propeller, meist privat genutzt, oft über Privathaftpflicht abgedeckt.
- Hexacopter und Octocopter: sechs oder acht Propeller, häufig gewerblich genutzt.
Quadrocopter mit vier Propellern sind die gängigsten Modelle für Privatnutzer. Sie wiegen oft unter 5 kg und sind häufig über die private Haftpflichtversicherung mit Drohnenschutz abgedeckt.
Hexacopter mit sechs Propellern und Octocopter mit acht Propellern werden häufiger gewerblich genutzt, etwa für Filmaufnahmen oder Vermessungen. Für sie gelten oft strengere Anforderungen an Versicherung und Registrierung.
Die Herstellerin oder der Hersteller teilt jedes Modell einer Risikoklasse von C0 bis C4 zu. Diese Einteilung bestimmt, in welcher Betriebskategorie du fliegen darfst und welche Versicherungspflichten gelten.
Häufige Fragen
Fragen zu Drohnenversicherung und Steuererklärung
{{f.a}}
Versicherung
Mehr zu Versicherung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber