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Drohnenversicherung im Test: So findest du den passenden Schutz

Eine Drohne ist schnell gekauft, der passende Versicherungs­schutz aber oft unklar. Wir zeigen dir, worauf es beim Drohnenversicherungs­test ankommt und welche Tarife für deine Nutzung sinnvoll sind.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Für Drohnen ab 250 Gramm besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht.
  • Viele Privathaftpflichtversicherungen decken Drohnen nur bis 2,5 Kilogramm ab.
  • Separate Drohnen-Haftpflichtversicherungen gibt es bereits für unter 50 Euro im Jahr.
  • Eine Kaskoversicherung schützt deine eigene Drohne bei selbst verschuldeten Schäden.

01 · Grundlagen

Warum du eine Drohnenversicherung brauchst

Der Gesetzgeber verlangt für fast alle Drohnen eine Haftpflichtversicherung. Ohne gültigen Schutz riskierst du ein Bußgeld und haftest im Schadensfall mit deinem gesamten Vermögen.

Für fast alle Drohnen gilt in Deutschland eine Versicherungspflicht, sobald du sie außerhalb deiner eigenen vier Wände steuern willst. Diese Pflicht trifft dich als Halter, also in der Regel als Besitzer des Flugmodells. Auch wer eine fremde Drohne ausleiht und damit einen Schaden verursacht, kann haftbar gemacht werden.

Ohne gültigen Versicherungsschutz riskierst du ein Bußgeld von mehreren Tausend Euro. Im Schadensfall haftest du zudem mit deinem gesamten Vermögen, wenn deine Drohne zum Beispiel in ein parkendes Auto kracht und ein vierstelliger Schaden entsteht.

Die Versicherungspflicht gilt für alle Drohnen ab 250 Gramm Startgewicht. In vielen Fällen sind auch leichtere Modelle mit Kamera betroffen, weil sie als Luftfahrzeuge mit besonderem Risiko gelten.

Kurz erklärt

Versicherungs­pflicht nach Luftverkehrsgesetz

Wer eine Drohne außerhalb der eigenen vier Wände steuert, muss sich gesetzlich gegen Drohnenschäden versichern. Die Pflicht gilt für alle Drohnen ab 250 Gramm Startgewicht, in vielen Fällen auch für leichtere Modelle mit Kamera.

Die Versicherungspflicht trifft den Halter der Drohne, also in der Regel den Besitzer des Flugmodells.

02 · Vergleich

Drohnenversicherung im Test: Haftpflicht oder Kasko?

Im Drohnenversicherungstest unterscheiden wir zwei grundlegende Policen: Die Haftpflicht deckt Schäden an anderen, die Kasko Schäden an deiner eigenen Drohne.

Im Drohnenversicherungstest werden zwei grundlegende Policen unterschieden. Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die deine Drohne an fremden Personen oder Sachen verursacht. Die Kaskoversicherung übernimmt dagegen Schäden an deiner eigenen Drohne, etwa nach einem Absturz durch ein Versehen.

Die Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben, die Kasko ist freiwillig. Sehr gute Haftpflichtangebote gibt es für weniger als 50 Euro pro Jahr, Kaskoversicherungen beginnen bei etwa 24 Euro im Jahr.

Bei einem Totalschaden erstattet die Kaskoversicherung in der Regel den Zeitwert deiner Drohne. Einige Tarife zahlen bis zu 18 Monate nach dem Kauf noch den Neuwert. Die Kaskoversicherung ergänzt die Haftpflicht, ersetzt sie aber nicht.

Haftpflicht und Kasko im direkten Vergleich
Drohnen-HaftpflichtDrohnen-Kasko
Versicherte SchädenSchäden an fremden Personen oder SachenSchäden an der eigenen Drohne
Gesetzliche PflichtJa, für DrohnenhalterNein, freiwillige Absicherung
Typische Kosten pro Jahrunter 50 Euroab 24 Euro
Erstattung bei TotalschadenKeine Erstattung für die eigene DrohneZeitwert, selten Neuwert bis 18 Monate nach Kauf

03 · Was gilt

Wann deine Privathaftpflichtversicherung reicht

Für leichte Drohnen ist der Schutz über die Privathaftpflicht oft der günstigste Weg. Du solltest jedoch prüfen, ob dein Tarif Drohnen tatsächlich einschließt.

Für Hobbypiloten mit leichten Drohnen bis 250 Gramm Gewicht ist der Drohnenschutz über eine bestehende Privathaftpflichtversicherung oft der günstigste Weg. Viele Tarife mit einem Drohnen-Baustein versichern sogar Modelle bis 2,5 Kilogramm. Du solltest jedoch immer prüfen, ob dein Tarif Drohnen tatsächlich einschließt.

Frage bei deinem Versicherer nach, ob deine Drohne bereits abgesichert ist. Besteht Versicherungsschutz, lass dir eine Versicherungsbestätigung gemäß Paragraf 106 der Luftverkehr-Zulassungs-Ordnung ausstellen. Ist der Schutz nicht vorhanden oder nicht ausreichend, frage nach den Kosten für eine Deckungserweiterung.

Die klassische Privathaftpflicht versichert in der Regel nur die Nutzung der Drohne durch Mitglieder deiner Familie. Freunde oder Bekannte, die deine Drohne mit deinem Einverständnis steuern, sind meist nicht abgedeckt. Auch eine gewerbliche Nutzung im Hauptberuf ist über die Privathaftpflicht nicht versichert.

In der Regel abgedeckt

·Drohnen bis 250 Gramm Startgewicht
·Drohnen bis 2,5 Kilogramm bei Tarifen mit Drohnen-Baustein
·Nutzung durch Familienmitglieder

In der Regel nicht abgedeckt

·Drohnen über 2,5 Kilogramm in den meisten Tarifen
·Gewerbliche Nutzung im Hauptberuf
·Nutzung durch Freunde oder Bekannte

04 · Was gilt

Was eine separate Drohnen-Haftpflichtversicherung leistet

Eine eigenständige Drohnen-Haftpflichtversicherung ist spezialisiert und bietet oft mehr Flexibilität als die Privathaftpflicht. Sie ist besonders für schwerere Drohnen und Nebengewerbe interessant.

Eine eigenständige Drohnen-Haftpflichtversicherung ersetzt nur die Schäden, die durch deine Drohne an fremden Personen oder Sachen entstehen. Sie bietet aber oft mehr Flexibilität als die Privathaftpflicht. Viele Spezialpolicen versichern Drohnen bis 5 Kilogramm oder schwerer, während die meisten Privathaftpflichttarife bei 2,5 Kilogramm enden.

Ein weiterer Vorteil ist die Mitversicherung gewerblicher Tätigkeiten in kleinem Umfang. Wenn du dich mit Drohnenaufnahmen ein paar Euro hinzuverdienst, bist du über gängige Drohnen-Haftpflichtpolicen abgesichert. Für eine hauptberufliche gewerbliche Nutzung brauchst du jedoch erweiterten Schutz.

Oft versichert die Spezialpolice auch fremde Drohnennutzer, etwa Freunde, die sich deine Drohne mit deinem Einverständnis ausleihen. Viele Tarife bieten weltweiten Versicherungsschutz. Schäden an deiner eigenen Drohne sind über die Haftpflichtversicherung nicht abgedeckt.

Typische Leistungen

·Drohnen bis 5 Kilogramm oder schwerer
·Gewerbliche Tätigkeit in kleinem Umfang
·Nutzung durch fremde Personen mit Einverständnis des Halters
·Weltweiter Versicherungsschutz in vielen Tarifen

Typische Grenzen

·Schäden an der eigenen Drohne
·Hauptberufliche gewerbliche Nutzung ohne erweiterten Schutz
·Vorsätzlich verursachte Schäden

05 · Kosten

Drohnen-Kaskoversicherung: Schutz für deine eigene Drohne

Die Kaskoversicherung springt ein, wenn deine Drohne durch ein Versehen abstürzt oder beschädigt wird. Sie ist freiwillig, kann sich bei teuren Modellen aber lohnen.

Anders als der Haftpflichtschutz ist diese Versicherung freiwillig. Bei teuren Modellen kann sie sich lohnen, weil Reparaturkosten schnell den Jahresbeitrag übersteigen.

Die Beiträge sind niedrig: Kaskoversicherungen beginnen bei etwa 24 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Sehr gute Haftpflichtversicherungen gibt es für weniger als 50 Euro pro Jahr. Die Erstattung orientiert sich jedoch meist am Zeitwert deiner Drohne.

Weil technische Geräte oft schnell an Wert verlieren, beträgt die Erstattung bei einem Totalschaden häufig nur einen Bruchteil des ehemaligen Kaufpreises. Einige Tarife erstatten bis zu 18 Monate nach dem Drohnenkauf noch den Neuwert. Das ist besonders für neue und teure Modelle relevant.

Kosten und Erstattung der Drohnen-Kaskoversicherung

Einstiegsbeitrag Kaskoversicherungab 24 EUR pro Jahr
Typischer Beitrag Haftpflichtversicherungunter 50 EUR pro Jahr
Erstattung bei TotalschadenZeitwert, selten Neuwert

06 · Schritt für Schritt

So gehst du beim Drohnenversicherungs-Tarifvergleich vor

Ein Tarifvergleich lohnt sich, weil die Bedingungen und Preise stark variieren. Mit einer klaren Reihenfolge findest du den passenden Schutz ohne Lücken.

Beginne immer mit deiner bestehenden Privathaftpflichtversicherung.

Die gesetzliche Mindestdeckung liegt bei 1 Million Euro. Viele Tarife bieten jedoch 5 Millionen Euro oder mehr, was bei Personenschäden schnell relevant werden kann.

01

Bestehende Privathaftpflicht prüfen

Frage bei deinem Versicherer nach, ob deine Drohne bereits abgesichert ist. Lass dir eine Versicherungsbestätigung nach Paragraf 106 der Luftverkehr-Zulassungs-Ordnung ausstellen.

02

Gewicht und Nutzung festlegen

Notiere das Startgewicht deiner Drohne und ob du sie privat oder gewerblich nutzt. Davon hängt ab, ob die Privathaftpflicht reicht oder eine separate Police nötig ist.

03

Deckungssumme und Selbstbeteiligung vergleichen

Achte auf eine ausreichend hohe Deckungssumme und prüfe, ob eine Selbstbeteiligung vereinbart ist. Tarife ohne Selbstbeteiligung sind oft nur unwesentlich teurer.

04

Versicherten Personenkreis beachten

Kläre, ob nur du als Versicherungsnehmer fliegen darfst oder ob auch Freunde und Familie mitversichert sind.

07 · Was gilt

Gewerbliche Nutzung: Wann du einen erweiterten Schutz brauchst

Wer mit Drohnenaufnahmen Geld verdient, benötigt eine andere Absicherung als reine Hobbypiloten. Die Grenze zwischen privat und gewerblich ist dabei oft fließend.

Bereits der Verkauf von Luftaufnahmen oder Auftragsflüge für Kunden gelten als gewerbliche Nutzung.

Für eine gewerbliche Tätigkeit in kleinem Umfang reicht oft eine separate Drohnen-Haftpflichtversicherung. Viele dieser Policen versichern Privatpersonen im Nebengewerbe mit, solange bestimmte Grenzen eingehalten werden. Wer hauptberuflich mit Drohnen operiert, braucht dagegen eine Gewerbepolice mit erweitertem Schutz.

Die klassische Privathaftpflicht mit Drohnen-Baustein deckt gewerbliche Nutzung in der Regel nicht ab. Fliegst du trotzdem gewerblich, riskierst du im Schadensfall, dass der Versicherer die Leistung verweigert.

Private Nutzung

·Fliegen zum eigenen Vergnügen
·Aufnahmen für den privaten Gebrauch
·Schutz über Privathaftpflicht mit Drohnen-Baustein möglich

Gewerbliche Nutzung

·Verkauf von Luftaufnahmen
·Auftragsflüge für Kunden
·Benötigt separate Drohnen-Haftpflicht oder Gewerbepolice

08 · Checkliste

Multicopter und Drohnen: Diese Modelle sind versicherbar

Ob klassische Drohne, Kopter oder Multicopter: Entscheidend für den Versicherungsschutz ist das Startgewicht und die Nutzung, nicht die Bauform.

Die meisten Tarife unterscheiden zwischen Drohnen unter 250 Gramm, bis 2,5 Kilogramm, bis 5 Kilogramm und schwereren Modellen.

Für die Auswahl des passenden Tarifs solltest du mehrere Kriterien festlegen. Dazu gehören das Startgewicht deiner Drohne, die Anzahl der Drohnen, die gleichzeitig versichert sein sollen, und der gewünschte Geltungsbereich wie Deutschland, Europa oder weltweit.

  • Lege fest, ob nur du als Versicherungsnehmer fliegst oder auch andere Personen steuern dürfen.
  • Prüfe, ob du eine Deckungssumme über der gesetzlichen Mindestanforderung wünschst.
  • Entscheide, ob du eine Selbstbeteiligung akzeptierst oder einen Tarif ohne Selbstbeteiligung bevorzugst.

Darauf achtest du bei der Auswahl des Tarifs

01

Startgewicht deiner Drohne unter 250 g, bis 2,5 kg oder über 5 kg

02

Anzahl der Drohnen, die gleichzeitig versichert sein sollen

03

Geltungsbereich: Deutschland, Europa oder weltweit

04

Versicherte Personen: nur du oder auch andere Steuerer

05

Gewünschte Deckungssumme über der gesetzlichen Mindestanforderung

06

Selbstbeteiligung: ja oder nein

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Drohnenversicherungs­test vermeiden

Viele Drohnenbesitzer verlassen sich auf einen Schutz, der im Schadensfall nicht greift. Diese Fehler kannst du mit etwas Aufmerksamkeit umgehen.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Privathaftpflicht decke automatisch alle Drohnen ab. Tatsächlich versichern viele Tarife nur Drohnen bis 2,5 Kilogramm oder schließen Drohnen ganz aus.

Ein weiterer Fehler ist die gewerbliche Nutzung trotz rein privater Police. Wer mit Drohnenaufnahmen Geld verdient und dies nicht angibt, riskiert die Leistungsverweigerung im Schadensfall. Auch eine zu niedrige Deckungssumme kann teuer werden, wenn Personenschäden entstehen.

Beachte außerdem die Selbstbeteiligung: Tarife mit 500 Euro Selbstbeteiligung sind im Beitrag günstiger, kosten dich im Schadensfall aber deutlich mehr. Und ohne Versicherungsbestätigung nach Paragraf 106 der Luftverkehr-Zulassungs-Ordnung kannst du bei Kontrollen Probleme bekommen.

Häufige Fehler bei der Drohnenversicherung

·Annahme, die Privathaftpflicht decke automatisch alle Drohnen ab
·Gewerbliche Nutzung trotz rein privater Police
·Zu niedrige Deckungssumme gewählt
·Selbstbeteiligung nicht beachtet und im Schadensfall hohe Kosten getragen
·Keine Versicherungsbestätigung nach Paragraf 106 Luftverkehr-Zulassungs-Ordnung eingeholt
·Drohne über 2,5 kg in der Privathaftpflicht nicht erwähnt

10 · Hintergrund

Haftpflichtschutz und Gefährdungs­haftung: Das gilt rechtlich

Für Drohnen gilt eine besondere Haftung: Der Halter haftet auch ohne eigenes Verschulden. Deshalb ist der Haftpflichtschutz so zentral.

Das Luftverkehrsgesetz regelt die Gefährdungshaftung für Luftfahrzeuge. Für dich bedeutet das: Du haftest für Schäden, die durch den Betrieb deiner Drohne entstehen, auch wenn du selbst nichts falsch gemacht hast.

Diese strenge Haftung macht eine ausreichende Deckungssumme unverzichtbar. Die gesetzliche Mindestdeckung liegt bei 1 Million Euro, viele Tarife bieten jedoch 5 Millionen Euro oder mehr. Bei einem Unfall mit Personenschaden kann die Mindestdeckung schnell nicht mehr ausreichen.

Ein guter Haftpflichtschutz übernimmt nicht nur Personenschäden, sondern auch Sachschäden und daraus resultierende Vermögensschäden. Prüfe im Tarifvergleich, ob diese Leistungen enthalten sind, bevor du dich für eine Police entscheidest.

Das Luftverkehrsgesetz regelt die Gefährdungshaftung für Luftfahrzeuge. Für Drohnen bedeutet das: Der Halter haftet für Schäden, die durch den Betrieb der Drohne entstehen, auch wenn er selbst nichts falsch gemacht hat.

Diese strenge Haftung macht eine ausreichende Deckungssumme unverzichtbar. Die gesetzliche Mindestdeckung liegt bei 1 Million Euro, viele Tarife bieten jedoch 5 Millionen Euro oder mehr.

Ein guter Haftpflichtschutz übernimmt nicht nur Personenschäden, sondern auch Sachschäden und daraus resultierende Vermögensschäden. Prüfe im Tarifvergleich, ob diese Leistungen enthalten sind.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026