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Ratgeber · Versicherung

Dienstunfähigkeits­versicherung: So findest du die richtige Höhe für deine Absicherung

Die passende Höhe deiner Dienstunfähigkeits­versicherung hängt von deinem Beamtenstatus und deiner persönlichen Versorgungs­lücke ab. Entscheidend ist, dass du im Ernstfall deinen Lebensstandard halten kannst, ohne auf gesetzliche Leistungen angewiesen zu sein, die oft nicht ausreichen.

10 Kapitel · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Beamte auf Widerruf und Probe haben bei Dienstunfähigkeit keinen Versorgungsanspruch und benötigen eine Absicherung in voller Höhe ihres Einkommens.
  • Beamte auf Lebenszeit erhalten erst nach fünf Dienstjahren ein Ruhegehalt, das anfangs oft eine große Versorgungslücke lässt.
  • Die private Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel leistet, wenn der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt.
  • Die optimale Rentenhöhe ergibt sich aus deinem aktuellen Nettoeinkommen abzüglich des zu erwartenden Ruhegehalts oder der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Dienstunfähigkeit für Beamte?

Dienstunfähigkeit ist ein rechtlich definierter Zustand, der ausschließlich für Beamte gilt und weitreichende Folgen für deine Versorgung haben kann. Die Definition unterscheidet sich grundlegend von der Berufsunfähigkeit in der privaten Versicherungswirtschaft.

Rechtlich liegt Dienstunfähigkeit vor, wenn du wegen deines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft unfähig bist, deine Dienstpflichten zu erfüllen. Als dienstunfähig kannst du auch gelten, wenn du innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hast und keine Aussicht besteht, dass deine Dienstfähigkeit innerhalb weiterer sechs Monate wieder voll hergestellt ist.

Die Feststellung der Dienstunfähigkeit erfolgt durch deinen Dienstherrn, in der Regel auf Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens. Für Beamte auf Probe oder Widerruf kann der Dienstherr oft deutlich früher handeln und die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis einleiten, statt eine Versetzung in den Ruhestand zu prüfen.

Die 6-3-6-Formel ist ein zentrales Kriterium: Mehr als drei Monate Krankheit in sechs Monaten ohne Aussicht auf Genesung in weiteren sechs Monaten können für die Feststellung der Dienstunfähigkeit ausreichen.

Für dich als Studierende oder Studierenden mit dem Ziel der Verbeamtung ist das relevant, weil bereits im Vorbereitungsdienst oder in der Probezeit gesundheitliche Einschränkungen das Ende der Beamtenlaufbahn bedeuten können. Der Dienstherr prüft dann nicht nur die aktuelle Erkrankung, sondern auch die Prognose für die kommenden Monate.

Die rechtliche Grundlage findest du in § 26 Beamtenstatusgesetz sowie in den Beamtengesetzen des Bundes und der Länder. Für Richter, Soldaten und Minister gelten die Regelungen analog, auch wenn sie streng genommen keine Beamten sind.

  • Dienstunfähigkeit setzt eine dauerhafte Unfähigkeit zur Erfüllung der konkreten Dienstpflichten voraus.
  • Die 6-3-6-Formel beschreibt einen Sonderfall, bei dem die Prognose über die weitere Dienstfähigkeit entscheidet.
  • Beamte auf Probe und Widerruf müssen bei dauerhafter Dienstunfähigkeit mit der Entlassung rechnen, nicht mit einer Versorgung.

Kurz erklärt

Dienstunfähigkeit

Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn eine Beamtin oder ein Beamter wegen des körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienstpflichten dauernd unfähig ist. Als dienstunfähig kann auch gelten, wer innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass die Dienstfähigkeit innerhalb weiterer sechs Monate wieder voll hergestellt ist.

Die Feststellung der Dienstunfähigkeit erfolgt durch den Dienstherrn, in der Regel auf Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens. Für Beamte auf Probe oder Widerruf kann der Dienstherr deutlich früher handeln und eine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis einleiten.

02 · Vergleich

Dienstunfähigkeits­versicherung oder Berufsunfähigkeits­versicherung: Was passt zu dir?

Für Beamte ist die Dienstunfähigkeitsversicherung die passgenauere Absicherung, weil sie an die Entscheidung des Dienstherrn anknüpft. Eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dagegen zu Beweisproblemen führen, wenn du zwar dienstunfähig bist, aber theoretisch noch einer anderen Tätigkeit nachgehen könntest.

Der entscheidende Unterschied liegt im Leistungsauslöser. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf bist. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Klausel erkennt dagegen die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch deinen Dienstherrn an, ohne die gesundheitlichen Voraussetzungen selbst zu prüfen.

Für dich als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter bedeutet das: Du kannst dienstunfähig sein, ohne im Sinne der privaten Versicherung berufsunfähig zu sein. Ebenso kannst du berufsunfähig sein, ohne dass dein Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt. Häufig tritt beides gleichzeitig ein, aber darauf solltest du dich nicht verlassen.

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ist der Kernschutz für Beamte, weil sie die Beweisführung im Leistungsfall erheblich vereinfacht. Das amtsärztliche Gutachten und der Bescheid des Dienstherrn genügen dann als Nachweis.

Eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Arbeitnehmer und Selbstständige konzipiert. Für dich als Beamtin oder Beamten im Vorbereitungsdienst, in der Probezeit oder auf Lebenszeit ist sie nur die zweitbeste Lösung, wenn kein guter Tarif mit Dienstunfähigkeitsklausel verfügbar ist.

  • Die Dienstunfähigkeitsversicherung knüpft an die Entscheidung des Dienstherrn an.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung verlangt eine eigene Prüfung deiner konkreten Tätigkeit durch den Versicherer.
  • Nur eine echte Dienstunfähigkeitsklausel verhindert Beweisprobleme im Leistungsfall.
Unterschiede zwischen Dienstunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung
Dienstunfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Leistungs­auslöserFeststellung der Dienstunfähigkeit durch den DienstherrnMindestens 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf
ZielgruppeBeamte auf Widerruf, Probe und Lebenszeit
Beweisführung im Leistungs­fallAmtsärztliches Gutachten und Bescheid des Dienstherrn genügen
Schutz bei Dienstunfähigkeit ohne BerufsunfähigkeitLeistet, wenn der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt

03 · Was gilt

Versorgungs­ansprüche bei Dienstunfähigkeit nach Beamtenstatus

Dein Beamtenstatus entscheidet darüber, ob du bei Dienstunfähigkeit überhaupt eine Versorgung erhältst und wie hoch diese ausfällt. Gerade in den ersten Dienstjahren besteht eine erhebliche Versorgungslücke, die du privat schließen musst.

Beamte auf Widerruf befinden sich in der Ausbildung und haben bei Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Leistungen ihres Dienstherrn. Sie werden entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, außer bei einem Dienstunfall, für den ein Unterhaltsbeitrag gezahlt werden kann.

Für Beamte auf Probe gilt dasselbe: Sie haben ihre Ausbildung beendet, aber noch keinen Versorgungsanspruch erworben. Bei Krankheit oder einem Freizeitunfall droht die Entlassung mit Nachversicherung, nur bei einem Dienstunfall besteht Anspruch auf einen Unterhaltsbeitrag.

Beamte auf Lebenszeit erhalten erst nach einer Wartezeit von fünf Jahren ein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit. Für diese Wartezeit zählen alle Zeiten mit ruhegehaltfähigen Dienstbezügen, also auch Zeiten als Beamter auf Widerruf oder Probe.

Vor Ablauf der fünf Jahre wirst du bei Dienstunfähigkeit entlassen und nachversichert. Nach Ablauf der Wartezeit wirst du in den Ruhestand versetzt und erhältst eine Versorgung, die anfänglich etwa 1.400 Euro beträgt und mit der Dauer der Dienstzeit steigt.

  • Beamte auf Widerruf und Probe haben bei Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall keinen Versorgungsanspruch.
  • Beamte auf Lebenszeit benötigen fünf Jahre Dienstzeit für ein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit.
  • Die Wartezeit beginnt mit dem Eintritt in den öffentlichen Dienst, auch als Angestellter.

Versorgung vorhanden

·Beamte auf Lebenszeit mit mehr als 5 Jahren Dienstzeit: Ruhegehalt vom Dienstherrn
·Beamte auf Lebenszeit mit weniger als 5 Jahren Dienstzeit: Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
·Beamte auf Probe bei Dienstunfall: Unterhaltsbeitrag vom Dienstherrn
·Beamte auf Widerruf bei Dienstunfall: Unterhaltsbeitrag vom Dienstherrn

Keine Versorgung

·Beamte auf Widerruf ohne Dienstunfall: Entlassung ohne Versorgungsanspruch
·Beamte auf Probe ohne Dienstunfall: Entlassung ohne Versorgungsanspruch
·Beamte auf Lebenszeit mit weniger als 5 Jahren Dienstzeit: Kein Ruhegehalt vom Dienstherrn
·Beamte auf Widerruf und Probe: Kein Anspruch auf Ruhegehalt oder Unterhaltsbeitrag bei Krankheit oder Freizeitunfall

04 · Kosten

So berechnest du deine persönliche Versorgungs­lücke

Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen deinem aktuellen Nettoeinkommen und den Leistungen, die du im Fall der Dienstunfähigkeit erhältst. Diese Lücke sollte deine Dienstunfähigkeitsversicherung schließen, damit du deinen Lebensstandard halten kannst.

Die Berechnung beginnt mit deinem aktuellen Nettoeinkommen inklusive aller Zulagen und Sonderzahlungen. Davon ziehst du das Ruhegehalt ab, das dir bei Dienstunfähigkeit zustehen würde. Das Ergebnis ist deine monatliche Versorgungslücke.

Für Beamte auf Lebenszeit nach 20 Dienstjahren ergibt sich ein Ruhegehaltssatz von 35,875 Prozent. Bei einem bisherigen Nettoeinkommen von etwa 4.700 Euro entspricht das einem Ruhegehalt von rund 3.014 Euro, die Lücke beträgt also etwa 1.686 Euro monatlich.

Der Ruhegehaltssatz steigt mit jedem ruhegehaltfähigen Dienstjahr um 1,875 Prozent, maximal auf 71,75 Prozent nach 40 Dienstjahren. In den ersten Dienstjahren ist die Lücke daher besonders groß.

Für Beamte auf Widerruf und Probe ist die Rechnung einfacher: Da kein Ruhegehalt gezahlt wird, entspricht die Versorgungslücke deinem gesamten bisherigen Nettoeinkommen. Du solltest die Dienstunfähigkeitsrente in voller Höhe deines Einkommens absichern, idealerweise mit einer Option zur Herabsetzung nach der Verbeamtung auf Lebenszeit.

  • Ermittle dein aktuelles Nettoeinkommen inklusive aller Zulagen.
  • Berechne dein Ruhegehalt anhand deiner ruhegehaltfähigen Dienstjahre.
  • Ziehe das Ruhegehalt vom Nettoeinkommen ab, um deine Versorgungslücke zu bestimmen.

Beispielrechnung für einen Beamten auf Lebenszeit nach 20 Dienstjahren

Bisheriges Nettoeinkommenca. 4.700 EUR
Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit (35,875 %)ca. 3.014 EUR
Versorgungslückeca. 1.686 EUR

05 · Im Vertrag

Die Dienstunfähigkeits­klausel: Darauf musst du im Vertrag achten

Die Qualität einer Dienstunfähigkeitsversicherung steht und fällt mit der Ausgestaltung der Dienstunfähigkeitsklausel. Nur eine echte Klausel verpflichtet den Versicherer, die Feststellung des Dienstherrn ohne eigene Prüfung anzuerkennen.

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ist der Kernschutz. Der Versicherer erkennt die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn als Leistungsfall an, ohne die gesundheitlichen Voraussetzungen selbst zu prüfen. Das amtsärztliche Gutachten und der Bescheid des Dienstherrn genügen.

Ein Verweisungsverzicht ist für Beamte besonders wichtig. Der Versicherer verzichtet darauf, dich auf eine andere Tätigkeit zu verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Das ist relevant, weil der Dienstherr eine anderweitige Verwendung prüfen kann, bevor er dich in den Ruhestand versetzt.

Für Beamte auf Widerruf und Probe ist die Dienstanfängerklausel entscheidend, weil sie den Schutz in den ersten fünf Dienstjahren sicherstellt, in denen noch kein Ruhegehalt gezahlt wird.

Viele Gesellschaften bieten die Option, die Leistung nach der Verbeamtung auf Lebenszeit herabzusetzen. Das ist sinnvoll, weil dein Versorgungsanspruch nach fünf Jahren steigt und du dann eine geringere private Rente benötigst.

  • Die echte Dienstunfähigkeitsklausel erkennt die Entscheidung des Dienstherrn an.
  • Der Verweisungsverzicht schützt dich vor der abstrakten Verweisung auf andere Tätigkeiten.
  • Die Dienstanfängerklausel sichert den Schutz in den ersten fünf Dienstjahren.

Wichtige Vertragsbestandteile für Beamte

Echte DienstunfähigkeitsklauselKernschutzDer Versicherer erkennt die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn als Leistungsfall an, ohne die gesundheitlichen Voraussetzungen selbst zu prüfen.
VerweisungsverzichtAbstrakte VerweisungDer Versicherer verzichtet darauf, dich auf eine andere Tätigkeit zu verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Das ist für Beamte besonders wichtig, da der Dienstherr eine anderweitige Verwendung prüfen kann.
DienstanfängerklauselNachversicherungFür Beamte auf Widerruf und Probe sollte die Versicherung eine Option enthalten, die Leistung nach der Verbeamtung auf Lebenszeit herabzusetzen, ohne erneute Gesundheitsprüfung.
AmtsarztanerkennungGutachtenDie Versicherung akzeptiert das amtsärztliche Gutachten als Nachweis der Dienstunfähigkeit, ohne ein eigenes Gutachten zu verlangen.

06 · Checkliste

Welche Faktoren bestimmen die richtige Höhe deiner Dienstunfähigkeits­versicherung?

Die optimale Rentenhöhe ist keine Pauschalgröße, sondern ergibt sich aus deinem individuellen Bedarf und deinem Beamtenstatus. Eine sorgfältige Bedarfsanalyse verhindert, dass du im Leistungsfall auf staatliche Grundsicherung angewiesen bist.

Dein aktuelles Nettoeinkommen ist der Ausgangspunkt. Dazu zählen alle Zulagen und Sonderzahlungen, die du regelmäßig erhältst. Bei Beamten auf Widerruf und Probe entspricht die Versorgungslücke diesem gesamten Einkommen, weil kein Ruhegehalt gezahlt wird.

Bei Beamten auf Lebenszeit mit mehr als fünf Dienstjahren ziehst du das zu erwartende Ruhegehalt ab. Der Ruhegehaltssatz steigt mit jedem Dienstjahr um 1,875 Prozent, maximal auf 71,75 Prozent nach 40 Dienstjahren.

Dein persönlicher finanzieller Bedarf spielt ebenfalls eine Rolle. Fixkosten wie Miete und Versicherungen sowie Lebenshaltungskosten für Lebensmittel, Kleidung und Unternehmungen bestimmen, wie viel Rente du tatsächlich benötigst. Immobilienbesitzer ohne Darlehensschuld kommen oft mit einer niedrigeren Rente aus als Mieter oder Kreditnehmer.

Plane eine Inflationsreserve ein, da die Rente über viele Jahre konstant bleibt und an Kaufkraft verliert. Eine Dynamik im Vertrag kann diesen Effekt abfedern, erhöht aber auch die Beiträge.

  • Ermittle dein aktuelles Nettoeinkommen inklusive aller Zulagen und Sonderzahlungen.
  • Berechne dein zu erwartendes Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit anhand deiner ruhegehaltfähigen Dienstjahre.
  • Ziehe das Ruhegehalt von deinem Nettoeinkommen ab, um die Versorgungslücke zu bestimmen.
  • Berücksichtige bei Beamten auf Widerruf und Probe, dass du keine Versorgung erhältst und die volle Einkommenshöhe absichern solltest.
  • Plane eine Inflationsreserve ein, da die Rente über viele Jahre konstant bleibt.

Checkliste zur Ermittlung deiner Rentenhöhe

01

Ermittle dein aktuelles Nettoeinkommen inklusive aller Zulagen und Sonderzahlungen.

02

Berechne dein zu erwartendes Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit anhand deiner ruhegehaltfähigen Dienstjahre.

03

Ziehe das Ruhegehalt von deinem Nettoeinkommen ab, um die Versorgungslücke zu bestimmen.

04

Berücksichtige bei Beamten auf Widerruf und Probe, dass du keine Versorgung erhältst und die volle Einkommenshöhe absichern solltest.

05

Plane eine Inflationsreserve ein, da die Rente über viele Jahre konstant bleibt.

06

Prüfe, ob du eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung erhältst und wie hoch diese ausfällt.

07

Beziehe laufende Fixkosten wie Miete, Kredite und Versicherungen in deinen Bedarf ein.

08

Vergiss nicht die Kosten für Krankenversicherung und Pflegeversicherung im Leistungsfall.

07 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Festlegung der Versicherungs­höhe

Viele Beamte unterschätzen ihre Versorgungslücke oder verlassen sich auf unzureichende gesetzliche Leistungen. Diese Fehler können im Ernstfall zu finanziellen Engpässen führen, die sich über Jahre auswirken.

Eine zu niedrige Rentenhöhe ist der häufigste Fehler. Eine Rente von 1.000 Euro deckt oft nicht die laufenden Kosten, besonders wenn du Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten tragen musst. Orientiere dich an deinem tatsächlichen Bedarf, nicht an einer pauschalen Empfehlung.

Der Verzicht auf eine echte Dienstunfähigkeitsklausel ist ein weiterer Fehler. Eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung kann bei Dienstunfähigkeit ohne Berufsunfähigkeit die Leistung verweigern, weil der Versicherer die gesundheitlichen Voraussetzungen selbst prüft.

Beamte auf Probe und Widerruf unterschätzen oft, dass sie bei Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall keinen Versorgungsanspruch haben und die volle Einkommenshöhe absichern müssen.

Die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung wird häufig überschätzt. Die daraus resultierende Erwerbsminderungsrente ist oft niedrig und setzt eine allgemeine Wartezeit von fünf Jahren sowie ausreichende Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus.

  • Zu niedrige Rentenhöhe: Orientiere dich an deinem tatsächlichen Bedarf, nicht an pauschalen Empfehlungen.
  • Verzicht auf Dienstunfähigkeitsklausel: Eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung kann bei Dienstunfähigkeit ohne Berufsunfähigkeit die Leistung verweigern.
  • Falsche Einschätzung des Beamtenstatus: Beamte auf Probe und Widerruf benötigen eine Absicherung in voller Einkommenshöhe.
  • Überschätzung der Nachversicherung: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist oft niedrig und an strenge Voraussetzungen geknüpft.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Zu niedrige Rentenhöhe: Eine Rente von 1.000 EUR deckt oft nicht die laufenden Kosten. Orientiere dich an deinem tatsächlichen Bedarf.
·Verzicht auf Dienstunfähigkeitsklausel: Eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung kann bei Dienstunfähigkeit ohne Berufsunfähigkeit die Leistung verweigern.
·Falsche Einschätzung des Beamtenstatus: Beamte auf Probe und Widerruf haben keinen Versorgungsanspruch und benötigen eine Absicherung in voller Einkommenshöhe.
·Vergessen der Nachversicherung: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist oft niedrig und setzt eine Wartezeit von fünf Jahren voraus.
·Keine Dynamik vereinbart: Ohne Beitragsdynamik verliert die Rente durch Inflation an Kaufkraft.
·Zu späte Absicherung: Mit zunehmendem Alter und Vorerkrankungen wird der Abschluss teurer oder unmöglich.

08 · Schritt für Schritt

Ablauf der Versorgungs­analyse: So ermittelst du deine Lücke Schritt für Schritt

Eine Versorgungsanalyse macht deine Ansprüche aus der Beamtenversorgung transparent und zeigt, wie hoch deine private Absicherung sein muss. Der Prozess ist komplex, aber für eine fundierte Entscheidung unerlässlich.

Im ersten Schritt sammelst du alle Unterlagen zu deinem Beamtenstatus, deinen Dienstbezügen und deiner bisherigen Dienstzeit. Dazu gehören auch Zeiten als Angestellter im öffentlichen Dienst, weil diese für die Wartezeit von fünf Jahren angerechnet werden.

Im zweiten Schritt berechnest du deinen Ruhegehaltssatz anhand der ruhegehaltfähigen Dienstjahre. Pro Jahr steigt der Satz um 1,875 Prozent, maximal auf 71,75 Prozent nach 40 Dienstjahren. Multipliziere diesen Satz mit deinen ruhegehaltfähigen Dienstbezügen, um dein Ruhegehalt zu ermitteln.

Im dritten Schritt ziehst du das zu erwartende Ruhegehalt von deinem aktuellen Nettoeinkommen ab. Die Differenz ist deine monatliche Versorgungslücke, die du mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung schließen solltest.

Im vierten Schritt wählst du eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel und Verweisungsverzicht, deren Rentenhöhe deine Versorgungslücke abdeckt.

Für Beamte auf Widerruf und Probe entfällt die Berechnung des Ruhegehalts, weil kein Anspruch besteht. Deine Versorgungslücke entspricht deinem gesamten Nettoeinkommen, und du solltest die Rente in voller Höhe absichern.

  • Sammle alle Unterlagen zu deinem Beamtenstatus, deinen Dienstbezügen und deiner Dienstzeit.
  • Berechne deinen Ruhegehaltssatz anhand der ruhegehaltfähigen Dienstjahre.
  • Ziehe das Ruhegehalt von deinem Nettoeinkommen ab, um die Versorgungslücke zu bestimmen.
  • Wähle eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Klausel und passender Rentenhöhe.
01

Daten sammeln

Stelle alle Unterlagen zu deinem Beamtenstatus, deinen Dienstbezügen und deiner bisherigen Dienstzeit zusammen. Dazu gehören auch Zeiten als Angestellter im öffentlichen Dienst.

02

Ruhegehalt berechnen

Ermittle deinen Ruhegehaltssatz anhand der ruhegehaltfähigen Dienstjahre. Pro Jahr steigt der Satz um 1,875 Prozent, maximal auf 71,75 Prozent.

03

Versorgungslücke bestimmen

Ziehe das zu erwartende Ruhegehalt von deinem aktuellen Nettoeinkommen ab. Die Differenz ist deine monatliche Versorgungslücke.

04

Private Absicherung festlegen

Wähle eine Dienstunfähigkeitsversicherung, deren Rentenhöhe mindestens die Versorgungslücke deckt. Für Beamte auf Widerruf und Probe gilt die volle Einkommenshöhe.

09 · Was gilt

Gesetzliche Erwerbsminderungs­rente als Auffangnetz: Was du wissen musst

Wenn du als Beamter auf Widerruf oder Probe entlassen wirst, wirst du in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die daraus resultierenden Ansprüche sind jedoch oft niedrig und an strenge Voraussetzungen geknüpft.

Die volle Erwerbsminderungsrente erhältst du nur, wenn du weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig bist. Die teilweise Erwerbsminderungsrente setzt voraus, dass du zwischen drei und unter sechs Stunden pro Tag arbeiten kannst. Wer mehr als sechs Stunden täglich arbeitsfähig ist, hat keinen Anspruch.

Für beide Rentenarten musst du die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Außerdem musst du in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist kein Ersatz für eine private Dienstunfähigkeitsversicherung, weil sie oft deutlich unter deinem bisherigen Einkommen liegt.

Für dich als Beamtin oder Beamten auf Widerruf oder Probe bedeutet das: Die Nachversicherung sichert dir zwar Rentenanwartschaften, aber die daraus resultierende Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, um deinen Lebensstandard zu halten.

  • Volle Erwerbsminderungsrente: Du bist weniger als 3 Stunden pro Tag arbeitsfähig.
  • Teilweise Erwerbsminderungsrente: Du bist 3 bis unter 6 Stunden pro Tag arbeitsfähig.
  • Allgemeine Wartezeit von 5 Jahren ist für beide Rentenarten erforderlich.
  • In den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt worden sein.

Anspruch auf Versorgung

·Beamte auf Lebenszeit mit mindestens 5 Jahren Dienstzeit erhalten Ruhegehalt
·Beamte auf Widerruf oder Probe erhalten bei Dienstunfall einen Unterhaltsbeitrag

Kein Anspruch auf Versorgung

·Beamte auf Widerruf werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert
·Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert
·Beamte auf Lebenszeit mit weniger als 5 Jahren Dienstzeit erhalten kein Ruhegehalt

10 · Hintergrund

Nachversicherung für Beamte: Das passiert mit deinen Rentenansprüchen

Die Nachversicherung sorgt dafür, dass Zeiten im Beamtenverhältnis ohne Versorgungsanspruch nicht verloren gehen. Für die Höhe deiner späteren Rente ist sie ein wichtiger Baustein, aber kein Ersatz für eine private Absicherung.

Wenn du als Beamter auf Widerruf oder Probe ohne Versorgungsanspruch entlassen wirst, zahlt dein Dienstherr Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nach. Diese Nachversicherung umfasst die Zeit deines Beamtenverhältnisses und stellt sicher, dass du für diese Zeit Rentenanwartschaften erwirbst.

Die Höhe der nachversicherten Beiträge richtet sich nach deinen Dienstbezügen und den in der gesetzlichen Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenzen. Die daraus resultierende Rente ist jedoch in der Regel deutlich niedriger als dein vorheriges Einkommen.

Für Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Dienstjahren gilt bei Dienstunfähigkeit ebenfalls die Nachversicherung, weil die Wartezeit für das Ruhegehalt noch nicht erfüllt ist.

Die Nachversicherung ist ein automatischer Vorgang, den dein Dienstherr durchführt. Du musst dich nicht selbst darum kümmern, solltest aber die Bescheinigung über die nachversicherten Zeiten aufbewahren, um deine Rentenansprüche später nachweisen zu können.

  • Die Nachversicherung umfasst die Zeit deines Beamtenverhältnisses ohne Versorgungsanspruch.
  • Die Beiträge richten sich nach deinen Dienstbezügen und den Beitragsbemessungsgrenzen.
  • Die resultierende Rente ist in der Regel deutlich niedriger als dein vorheriges Einkommen.

Wenn du als Beamter auf Widerruf oder Probe ohne Versorgungsanspruch entlassen wirst, zahlt dein Dienstherr Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nach. Diese Nachversicherung umfasst die Zeit deines Beamtenverhältnisses und stellt sicher, dass du für diese Zeit Rentenanwartschaften erwirbst.

Die Höhe der nachversicherten Beiträge richtet sich nach deinen Dienstbezügen und den in der gesetzlichen Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenzen. Die daraus resultierende Rente ist jedoch in der Regel deutlich niedriger als dein vorheriges Einkommen.

Für Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Dienstjahren gilt die Nachversicherung ebenfalls, da sie bei Dienstunfähigkeit noch keinen Anspruch auf Ruhegehalt haben. Erst nach Erfüllung der fünfjährigen Wartezeit entfällt die Nachversicherung und du erhältst eine Versorgung vom Dienstherrn.

Die Nachversicherung ist ein gesetzlicher Automatismus, der keine eigene Entscheidung erfordert. Du solltest sie jedoch in deiner Versorgungsanalyse berücksichtigen, um deine tatsächliche Versorgungslücke korrekt zu berechnen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026