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Ratgeber · Versicherung

Dienstunfähigkeits­versicherung für Beamte: So schließt du die Versorgungs­lücke

Als Beamter bist du bei Dienstunfähigkeit oft schlechter abgesichert als gedacht. Eine Dienstunfähigkeits­versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn dein Dienstherr dich vorzeitig in den Ruhestand versetzt oder entlässt.

11 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Beamte auf Widerruf und Probe haben bei Dienstunfähigkeit meist keinen Anspruch auf Ruhegehalt.
  • Die echte Dienstunfähigkeitsklausel verzichtet auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit.
  • Psychische Erkrankungen wie Burnout sind die häufigste Ursache für Dienstunfähigkeit.
  • Das Ruhegehalt für Beamte auf Lebenszeit liegt oft deutlich unter dem letzten Gehalt.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Dienstunfähigkeit bei Beamten?

Dienstunfähigkeit ist ein beamtenrechtlicher Begriff. Er beschreibt, dass du deine dienstlichen Pflichten aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst.

Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn du wegen deines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung deiner Dienstpflichten dauerhaft unfähig bist. Die Feststellung erfolgt durch ein amtsärztliches Gutachten und die Entscheidung deines Dienstherrn. Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung musst du nicht nachweisen, dass du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.

Für dich als Beamten oder Beamtin genügt die Feststellung des Dienstherrn. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn die Hürde für den Leistungsfall liegt damit niedriger als in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Dein Dienstherr prüft, ob du deine dienstlichen Aufgaben dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst, und trifft daraufhin eine Verfügung.

Die Dienstunfähigkeit kann auch bei speziellen Anforderungen eintreten, etwa wenn du als Polizist deine Dienstwaffe nicht mehr bedienen kannst. In solchen Fällen spricht man von spezieller Dienstunfähigkeit, die nicht mit einer allgemeinen Dienstunfähigkeit gleichzusetzen ist.

Kurz erklärt

Dienstunfähigkeit

Ein Beamter ist dienstunfähig, wenn er wegen seines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung seiner Dienstpflichten dauerhaft unfähig ist. Die Feststellung erfolgt durch ein amtsärztliches Gutachten und die Entscheidung des Dienstherrn.

Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung musst du nicht nachweisen, dass du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Es genügt die Feststellung des Dienstherrn.

02 · Vergleich

Dienstunfähigkeits­versicherung oder Berufsunfähigkeits­versicherung?

Für Beamte gelten andere Regeln als für Angestellte. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt erst ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf, die Dienstunfähigkeitsversicherung orientiert sich an der Entscheidung deines Dienstherrn.

Für Beamte gelten andere Regeln als für Angestellte. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt erst ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Die Dienstunfähigkeitsversicherung orientiert sich dagegen an der Entscheidung deines Dienstherrn und verzichtet auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit.

Der zentrale Unterschied liegt im Leistungsauslöser. Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung genügt die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung musst du nachweisen, dass du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Eine Anordnung des Dienstherrn zur Dienstunfähigkeit ist nicht automatisch mit einer Berufsunfähigkeit gleichgestellt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die abstrakte Verweisung. In Dienstunfähigkeitsversicherungen für Beamte ist sie in der Regel ausgeschlossen. Das bedeutet, die Versicherung kann dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine solche Verweisung dagegen zur Leistungsverweigerung führen.

Die Zielgruppen unterscheiden sich ebenfalls. Die Dienstunfähigkeitsversicherung richtet sich an Beamte, Richter, Soldaten und beamtenähnlich Beschäftigte. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Angestellte, Selbstständige und Arbeiter konzipiert. Eine Absicherung bei Teildienstunfähigkeit ist in der Dienstunfähigkeitsversicherung optional einschließbar, in der Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht vorgesehen.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Dienstunfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Leistungs­auslöserFeststellung der Dienstunfähigkeit durch den DienstherrnBerufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent im zuletzt ausgeübten Beruf
ZielgruppeBeamte, Richter, Soldaten und beamtenähnlich BeschäftigteAngestellte, Selbstständige und Arbeiter
Abstrakte VerweisungIn der Regel ausgeschlossenKann zur Leistungsverweigerung führen
Absicherung bei Teil­dienstunfähigkeitOptional einschließbarNicht vorgesehen

03 · Schritt für Schritt

So läuft die Feststellung der Dienstunfähigkeit ab

Der Weg in die Dienstunfähigkeit folgt einem festen Verfahren. Entscheidend ist am Ende die Verfügung deines Dienstherrn.

Der Weg in die Dienstunfähigkeit folgt einem festen Verfahren. Am Ende steht die Verfügung deines Dienstherrn, die für deine Versicherung entscheidend ist. Der Ablauf beginnt mit gesundheitlichen Problemen, die dich über einen längeren Zeitraum daran hindern, deinen Dienst auszuüben.

Dein Dienstherr ordnet daraufhin eine amtsärztliche Untersuchung an. Der Amtsarzt erstellt ein Gutachten über deinen Gesundheitszustand und deine dauerhafte Leistungsfähigkeit. Auf Basis dieses Gutachtens entscheidet dein Dienstherr, ob du dienstunfähig bist. Er versetzt dich in den Ruhestand oder entlässt dich aus dem Beamtenverhältnis.

Für deine Dienstunfähigkeitsversicherung ist diese Entscheidung bindend, wenn du eine echte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart hast. Die Versicherung folgt dann dem Votum des Dienstherrn und zahlt die vereinbarte monatliche Rente, ohne selbst zu prüfen, ob du noch irgendeinen Beruf ausüben könntest.

01

Gesundheitliche Probleme treten auf

Du bist wegen Krankheit oder eines Unfalls über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage, deinen Dienst auszuüben.

02

Amtsärztliche Untersuchung

Dein Dienstherr ordnet eine Untersuchung durch den Amtsarzt an. Der Amtsarzt erstellt ein Gutachten über deinen Gesundheitszustand und deine dauerhafte Leistungsfähigkeit.

03

Entscheidung des Dienstherrn

Auf Basis des amtsärztlichen Gutachtens stellt dein Dienstherr die Dienstunfähigkeit fest. Er versetzt dich in den Ruhestand oder entlässt dich aus dem Beamtenverhältnis.

04

Leistung der Dienstunfähigkeitsversicherung

Mit der echten Dienstunfähigkeitsklausel folgt deine Versicherung der Entscheidung des Dienstherrn. Du erhältst die vereinbarte monatliche Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung.

04 · Was gilt

Was zahlt die Dienstunfähigkeits­versicherung?

Die Leistung hängt von deinem Vertrag ab. Entscheidend ist, ob du eine echte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart hast und ob Teildienstunfähigkeit abgesichert ist.

Die Leistung hängt von deinem Vertrag ab. Entscheidend ist, ob du eine echte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart hast und ob Teildienstunfähigkeit abgesichert ist. Die Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn dein Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt und dich in den Ruhestand versetzt oder entlässt.

Die Rente wird auch bei spezieller Dienstunfähigkeit gezahlt, etwa wenn du als Polizist ohne Waffentauglichkeit aus dem aktiven Dienst ausscheiden musst. Wenn du Teildienstunfähigkeit abgesichert hast, erhältst du ebenfalls Leistungen, sofern deine Dienstfähigkeit unter 50 Prozent liegt. Die Versicherung zahlt dagegen nicht, wenn du nur vorübergehend dienstunfähig bist und wieder dienstfähig wirst.

Keine Leistung gibt es, wenn du aus anderen Gründen als Gesundheit entlassen wirst oder wenn du berufsunfähig bist, dein Dienstherr aber keine Dienstunfähigkeit feststellt. Auch wenn du die gesundheitlichen Voraussetzungen für den Vertrag nicht erfüllt hast, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Da zahlt sie

·Dein Dienstherr stellt die Dienstunfähigkeit fest und versetzt dich in den Ruhestand
·Du wirst als Beamter auf Probe oder Widerruf wegen Dienstunfähigkeit entlassen
·Du bist speziell dienstunfähig, zum Beispiel als Polizist ohne Waffentauglichkeit
·Du hast Teildienstunfähigkeit und dieser Baustein ist eingeschlossen

Da nicht

·Du bist nur vorübergehend dienstunfähig und wirst wieder dienstfähig
·Du wirst aus anderen Gründen als Gesundheit entlassen
·Du bist berufsunfähig, aber dein Dienstherr stellt keine Dienstunfähigkeit fest
·Du hast die Teildienstunfähigkeit nicht mitversichert

05 · Kosten

Versorgungs­lücke bei Beamten: So hoch ist dein Risiko

Die finanzielle Lücke bei Dienstunfähigkeit hängt stark von deinem Beamtenstatus ab. Besonders junge Beamte stehen oft ohne jede Versorgung da.

Die finanzielle Lücke bei Dienstunfähigkeit hängt stark von deinem Beamtenstatus ab. Besonders junge Beamte stehen oft ohne jede Versorgung da. Beamte auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit unter fünf Jahren Dienstzeit erhalten bei Dienstunfähigkeit kein Ruhegehalt.

Stattdessen werden sie aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist in dieser frühen Phase meist nicht erfüllt. Es entsteht eine vollständige Versorgungslücke, die du mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung schließen kannst.

Beamte auf Lebenszeit mit mindestens fünf Jahren Dienstzeit erhalten bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt. Dieses liegt oft nur bei rund der Hälfte des letzten Gehalts. Der Höchstsatz ist auf 71,75 Prozent begrenzt, und Versorgungskürzungen von bis zu 10,8 Prozent können das Ruhegehalt weiter reduzieren.

Versorgung bei Dienstunfähigkeit nach Beamtenstatus

Beamter auf Widerruf0 % Ruhegehalt
Beamter auf Probe0 % Ruhegehalt
Beamter auf Lebenszeit (unter 5 Jahre)0 % Ruhegehalt
Beamter auf Lebenszeit (mind. 5 Jahre)ca. 50 % des letzten Gehalts
Beamter auf Lebenszeit (lange Dienstzeit)max. 71,75 % des letzten Gehalts

06 · Im Vertrag

Die echte Dienstunfähigkeits­klausel: Darauf musst du achten

Die Klausel entscheidet, ob deine Versicherung der Entscheidung deines Dienstherrn folgt oder selbst prüft. Für Beamte ist die echte Klausel der wichtigste Vertragsbaustein.

Die Klausel entscheidet, ob deine Versicherung der Entscheidung deines Dienstherrn folgt oder selbst prüft. Für Beamte ist die echte Klausel der wichtigste Vertragsbaustein. Sie bedeutet, dass die Versicherung auf eine eigene Prüfung der Dienstunfähigkeit verzichtet und dem Votum des Dienstherrn folgt.

Damit zahlt die Versicherung, sobald die Entlassung oder Versetzung in den Ruhestand verfügt ist. Du musst nicht zusätzlich nachweisen, dass du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne diese Klausel.

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Die Versicherung kann dich dann nicht auf einen anderen Beruf verweisen. Es zählt allein, ob du deine dienstlichen Pflichten nicht mehr erfüllen kannst. Die Teildienstunfähigkeits-Absicherung ist optional und schließt die Lücke, wenn du deine Dienstpflichten noch teilweise erfüllen kannst, deine Dienstfähigkeit aber unter 50 Prozent liegt.

Wichtige Vertragsklauseln

Echte DienstunfähigkeitsklauselKernbausteinDie Versicherung verzichtet auf eine eigene Prüfung der Dienstunfähigkeit. Sie folgt dem Votum des Dienstherrn und zahlt, sobald die Entlassung oder Versetzung in den Ruhestand verfügt ist.
Verzicht auf abstrakte VerweisungLeistungsschutzDie Versicherung kann dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen. Es zählt allein, ob du deine dienstlichen Pflichten nicht mehr erfüllen kannst.
Teildienstunfähigkeits-AbsicherungOptionalWer seine Dienstpflichten noch teilweise erfüllen kann, gilt als teildienstunfähig. Die Bezüge sinken dann oft unter 50 Prozent. Dieser Baustein schließt die Lücke.
NachversicherungsgarantieFlexibilitätDu kannst deinen Schutz bei bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen, zum Beispiel nach der Verbeamtung auf Lebenszeit.

07 · Checkliste

Checkliste: So findest du eine passende Dienstunfähigkeits­versicherung

Achte bei der Auswahl auf diese Punkte. Sie entscheiden darüber, ob deine Versicherung im Ernstfall wirklich zahlt.

Achte bei der Auswahl auf diese Punkte. Sie entscheiden darüber, ob deine Versicherung im Ernstfall wirklich zahlt. Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ohne eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit ist der Kernbaustein jedes guten Vertrags.

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung stellt sicher, dass du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen wirst. Die Absicherung von Teildienstunfähigkeit schließt eine Lücke, wenn du deine Dienstpflichten nur noch teilweise erfüllen kannst. Eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung erlaubt dir, deinen Schutz später anzupassen, wenn sich deine Lebenssituation ändert.

  • Dein Vertrag enthält eine echte Dienstunfähigkeitsklausel ohne eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit.
  • Dein Vertrag verzichtet auf die abstrakte Verweisung auf andere Berufe.
  • Dein Vertrag sichert die Teildienstunfähigkeit ab, falls deine Dienstfähigkeit unter 50 Prozent sinkt.
  • Dein Vertrag bietet eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung.
  • Dein Vertrag leistet bei spezieller Dienstunfähigkeit für Polizei, Feuerwehr und Justiz.
  • Dein Vertrag enthält eine Leistungsdynamik zum Schutz vor Wertverlust der Rente.
  • Dein Vertrag sieht eine Beitragsbefreiung während der Leistungsdauer vor.

Das sollte dein Vertrag enthalten

01

Echte Dienstunfähigkeitsklausel ohne eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit

02

Verzicht auf abstrakte Verweisung

03

Absicherung von Teildienstunfähigkeit

04

Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

05

Leistung bei spezieller Dienstunfähigkeit für Polizei, Feuerwehr und Justiz

06

Leistungsdynamik zum Schutz vor Wertverlust der Rente

07

Beitragsbefreiung während der Leistungsdauer

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Dienstunfähigkeits­versicherung

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Ernstfall keine oder zu wenig Leistung erhältst.

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Ernstfall keine oder zu wenig Leistung erhältst. Ein häufiger Fehler ist, sich auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne echte Dienstunfähigkeitsklausel zu verlassen. Dann prüft die Versicherung selbst, ob du berufsunfähig bist, und kann die Leistung verweigern, obwohl dein Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt hat.

Ein weiterer Fehler ist, erst nach der Verbeamtung auf Lebenszeit abzuschließen. Dann bist du älter, hast möglicherweise Vorerkrankungen und zahlst höhere Beiträge oder wirst sogar abgelehnt. Wer nur die allgemeine Dienstunfähigkeit absichert, nicht aber die spezielle Dienstunfähigkeit, riskiert bei Polizei, Feuerwehr oder Justiz eine Lücke.

Eine zu niedrige Rentenhöhe deckt die Versorgungslücke nicht. Du solltest die Rente so wählen, dass sie zusammen mit deinem Ruhegehalt deinen Lebensstandard sichert. Der Verzicht auf die Nachversicherungsgarantie bedeutet, dass du deinen Schutz später nicht mehr ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen kannst.

Das solltest du vermeiden

·Du verlässt dich auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne echte Dienstunfähigkeitsklausel
·Du schließt erst nach der Verbeamtung auf Lebenszeit ab und riskierst hohe Beiträge oder Ablehnung
·Du sicherst nur die allgemeine Dienstunfähigkeit ab, nicht die spezielle Dienstunfähigkeit
·Du wählst eine zu niedrige Rentenhöhe und deckst die Versorgungslücke nicht
·Du verzichtest auf die Nachversicherungsgarantie und kannst deinen Schutz später nicht mehr anpassen

09 · Hintergrund

Dienstunfähigkeit bei Beamten auf Probe, Widerruf und Lebenszeit

Dein Beamtenstatus bestimmt, was du bei Dienstunfähigkeit vom Staat bekommst. Die Unterschiede sind erheblich.

Dein Beamtenstatus bestimmt, was du bei Dienstunfähigkeit vom Staat bekommst. Die Unterschiede sind erheblich. Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe haben bei Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Sie werden aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist in dieser frühen Phase meist nicht erfüllt. Es entsteht eine vollständige Versorgungslücke. Beamte auf Lebenszeit werden bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt und erhalten ein Ruhegehalt. Dieses fällt jedoch oft deutlich niedriger aus als das letzte Gehalt.

Versorgungskürzungen von bis zu 10,8 Prozent, die eingeschränkte Anrechnung ruhegehaltsfähiger Dienstjahre und ein gesenkter Höchstsatz von 71,75 Prozent führen zu erheblichen Einbußen. Manchmal greift sogar nur das Mindestruhegehalt. Die Dienstunfähigkeitsversicherung füllt diese Lücke auf und hilft dir, deinen Lebensstandard zu halten.

Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe haben bei Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Sie werden aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist in dieser frühen Phase meist nicht erfüllt. Es entsteht eine vollständige Versorgungslücke.

Beamte auf Lebenszeit werden bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt und erhalten ein Ruhegehalt. Dieses fällt jedoch oft deutlich niedriger aus als das letzte Gehalt. Versorgungskürzungen von bis zu 10,8 Prozent, die eingeschränkte Anrechnung ruhegehaltsfähiger Dienstjahre und ein gesenkter Höchstsatz von 71,75 Prozent führen zu erheblichen Einbußen. In manchen Fällen greift nur das Mindestruhegehalt.

Für Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit gilt: Sie haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Sie werden wie Beamte auf Probe entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Auch hier ist die Wartezeit von fünf Jahren meist nicht erfüllt.

10 · Hintergrund

Burnout und Psyche: Die häufigsten Ursachen für Dienstunfähigkeit

Psychische Erkrankungen sind der Hauptgrund für vorzeitige Dienstunfähigkeit. Das Risiko betrifft nicht nur körperlich belastende Berufe.

Psychische Erkrankungen sind der Hauptgrund für vorzeitige Dienstunfähigkeit. Das Risiko betrifft nicht nur körperlich belastende Berufe. Rund 17 Prozent aller Verbeamteten scheiden vorzeitig aus dem Dienst aus. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Erschöpfungszustände stehen dabei ganz oben, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats.

Auch in Sozial- oder Verwaltungsberufen führen anhaltende mentale Belastungen immer häufiger zu dauerhaften Ausfällen. Komplexere Aufgaben und eine anhaltende mentale Belastung machen das Risiko für eine Dienstunfähigkeit nicht nur bei körperlich anspruchsvollen Berufen greifbar. Die Ursachen sind vielfältig: Krankheit, Unfall, Burn-out oder Depression.

Im Durchschnitt tritt eine Dienstunfähigkeit bei Frauen mit 46 und bei Männern mit 48 Jahren ein. Das ist deutlich vor der Regelaltersgrenze. Es müssen also im Schnitt rund 20 Jahre überbrückt werden, in denen das Einkommen fehlt. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke und sichert dein Einkommen, wenn du vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden musst.

Rund 17 Prozent aller Verbeamteten scheiden vorzeitig aus dem Dienst aus. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Erschöpfungszustände stehen dabei ganz oben, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats. Auch in Sozial- oder Verwaltungsberufen führen anhaltende mentale Belastungen immer häufiger zu dauerhaften Ausfällen.

Im Durchschnitt tritt eine Dienstunfähigkeit bei Frauen mit 46 und bei Männern mit 48 Jahren ein. Das ist deutlich vor der Regelaltersgrenze. Es müssen also im Schnitt rund 20 Jahre überbrückt werden, in denen das Einkommen fehlt.

11 · Kosten

Was kostet eine Dienstunfähigkeits­versicherung für Beamte?

Der Beitrag hängt von deinem Eintrittsalter, deiner Berufsgruppe, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab. Ein früher Abschluss ist in der Regel günstiger.

Einflussfaktoren auf den Beitrag

EintrittsalterJe jünger, desto günstiger
BerufsgruppePolizei und Feuerwehr zahlen mehr
GesundheitszustandVorerkrankungen erhöhen den Beitrag
RentenhöheHöhere Rente kostet mehr
LaufzeitLängere Laufzeit erhöht den Beitrag

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026