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Ratgeber · Versicherung

Berufsunfähigkeits­versicherung für Fachschüler: Dein Schutz vor dem Start ins Berufsleben

Als Fachschüler bereitest du dich auf einen spezialisierten Beruf vor. Eine Berufsunfähigkeits­versicherung sichert genau diese Arbeitskraft ab, oft zu Konditionen, die du später nicht mehr bekommst.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Eine Schüler-BU zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Schul- oder späteren Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.
  • Der Abschluss während der Fachschulzeit sichert deinen heutigen Gesundheitszustand und führt meist zu niedrigeren Beiträgen als ein späterer Abschluss.
  • Die Nachversicherungsgarantie erlaubt dir, die BU-Rente nach der Ausbildung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit und bereits in jungen Jahren relevant.

01 · Grundlagen

Was leistet die Berufsunfähigkeits­versicherung für Fachschüler?

Die BU-Versicherung für Fachschüler funktioniert wie eine BU für Berufstätige. Sie zahlt eine vereinbarte Rente, wenn du deinen Beruf oder deine schulische Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Für dich als Fachschüler gilt deine schulische Ausbildung als Beruf, sodass der Schutz bereits greift, wenn du dem Unterricht oder den praktischen Ausbildungsteilen nicht mehr nachgehen kannst.

Die Höhe der Rente legst du bei Vertragsabschluss selbst fest. Als Faustregel sollte sie rund 80 Prozent deines späteren Netto-Einkommens abdecken, damit deine laufenden Kosten auch im Leistungsfall bezahlt werden können.

Die Leistung wird frühestens gezahlt, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert. Diese Prognose stellt der Versicherer anhand ärztlicher Unterlagen fest.

  • Die vereinbarte Rente wird monatlich ausgezahlt, solange die Berufsunfähigkeit besteht.
  • Die Vertragslaufzeit legst du selbst fest, üblich ist eine Absicherung bis zum 67. Lebensjahr.
  • Der Versicherungsschutz beginnt mit Vertragsbeginn, eine gesetzliche Wartezeit gibt es in der privaten BU nicht.

Die wichtigste Leistung ist die monatliche Rente, deren Höhe du frei wählst. Sie sollte so bemessen sein, dass du im Ernstfall deine Miete, Lebensmittel und weitere feste Kosten davon bestreiten kannst. Ein Startwert von mindestens 1.000 Euro ist für Fachschüler sinnvoll, weil du später mit einem höheren Einkommen rechnen kannst und die Rente dann über eine Nachversicherungsgarantie anpassen solltest.

Kurz erklärt

Berufsunfähigkeits­rente

Die monatliche Zahlung des Versicherers, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Die Höhe legst du bei Vertragsabschluss fest.

Die vereinbarte BU-Rente sollte deine laufenden Kosten decken. Als Faustregel gelten rund 80 Prozent deines späteren Netto-Einkommens.

02 · Vergleich

Schüler-BU oder gesetzliche Erwerbsminderungs­rente: Was gilt für dich?

Der Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung ist für junge Menschen oft gering. Ein Vergleich zeigt, warum eine private BU-Versicherung für Fachschüler eine wichtige Ergänzung ist.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt deutlich strengere Maßstäbe an als eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Du erhältst die volle Erwerbsminderungsrente nur, wenn du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kannst, unabhängig von deinem erlernten Beruf.

Für die teilweise Erwerbsminderungsrente gilt eine Arbeitsfähigkeit von 3 bis unter 6 Stunden täglich. Beide Leistungen setzen zudem voraus, dass du die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt hast.

Als Fachschüler hast du diese Wartezeit in der Regel noch nicht erfüllt. Selbst wenn du später Ansprüche aufbaust, bleibt die gesetzliche Rente oft deutlich unter deinem letzten Netto-Einkommen, weil sie sich an deinen bisherigen Beitragszeiten orientiert.

  • Die private BU zahlt ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit in deinem konkreten Fachberuf.
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente prüft, ob du irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst.
  • Die private BU hat keine gesetzliche Wartezeit, die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlangt 5 Jahre.

Der entscheidende Unterschied liegt im Bezugspunkt: Die private BU schützt deinen konkreten Fachberuf, die gesetzliche Rente fragt nur nach irgendeiner Tätigkeit. Wenn du als Fachschüler später in einem spezialisierten Beruf arbeitest, kann dich die gesetzliche Erwerbsminderungsrente auf einfache Hilfstätigkeiten verweisen. Die private BU zahlt dagegen bereits, wenn du deinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung und gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Vergleich
Private BU-VersicherungGesetzliche Erwerbsminderungs­rente
Leistungs­voraussetzungBerufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf ab 50 ProzentArbeitsfähig weniger als 3 Stunden täglich (volle Rente) oder 3 bis 6 Stunden (teilweise Rente)
BezugspunktDein konkreter FachberufIrgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
WartezeitKeine gesetzliche Wartezeit, Leistung ab VertragsbeginnAllgemeine Wartezeit von 5 Jahren
Typische RentenhöheFrei wählbar, z.B. 1.000 bis 2.500 Euro monatlichOft nur wenige hundert Euro, abhängig von den bisherigen Beiträgen

03 · Schritt für Schritt

Der Weg zur Schüler-BU: So läuft der Vertragsabschluss ab

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung folgt einem klaren Ablauf. Die Gesundheitsprüfung ist dabei der wichtigste Schritt.

Der Abschluss beginnt mit der Festlegung deiner gewünschten BU-Rente und der Vertragslaufzeit. Für Fachschüler ist eine Rente von mindestens 1.000 Euro ein sinnvoller Startwert, weil du später über die Nachversicherungsgarantie aufstocken kannst.

Im Antrag beantwortest du die Gesundheitsfragen des Versicherers wahrheitsgemäß. Dazu gehören Angaben zu bestehenden oder vergangenen Erkrankungen, Behandlungen, Krankenhausaufenthalten und Psychotherapien.

Der Versicherer prüft deinen Antrag in der Risikoprüfung. Je nach Ergebnis nimmt er dich zu normalen Bedingungen an, verlangt einen Risikozuschlag, schließt bestimmte Leiden aus oder lehnt den Antrag ab.

Die Gesundheitsprüfung ist der wichtigste Schritt im gesamten Abschlussprozess. Wenn du hier unvollständige oder falsche Angaben machst, riskierst du im Leistungsfall eine Kürzung oder die vollständige Verweigerung der Rente. Nimm dir für den Antrag ausreichend Zeit und zieh bei Unsicherheiten deine Patientenakte oder ärztliche Unterlagen hinzu.

01

Bedarf ermitteln

Du legst die gewünschte Höhe der BU-Rente und die Vertragslaufzeit fest. Die vereinbarte Rente sollte hoch genug sein, um deine laufenden Kosten zu decken.

02

Antrag stellen

Du füllst den Antrag aus und beantwortest die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß. Dazu gehören Angaben zu Vorerkrankungen, Behandlungen und deinem aktuellen Gesundheitszustand.

03

Risikoprüfung durch den Versicherer

Der Versicherer prüft deinen Antrag. Bei Vorerkrankungen kann er einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Leiden ausschließen oder den Antrag ablehnen.

04

Annahme und Vertragsbeginn

Nimmst du das Angebot an, beginnt der Versicherungsschutz. Ab diesem Zeitpunkt bist du für die vereinbarte Rente abgesichert.

04 · Im Vertrag

Gesundheits­prüfung und Risikoprüfung: Was der Versicherer wissen will

Die Risikoprüfung entscheidet über Annahme, Beitrag und mögliche Ausschlüsse. Eine ehrliche Beantwortung aller Fragen ist entscheidend für den späteren Leistungsfall.

Die Risikoprüfung entscheidet darüber, ob und zu welchen Bedingungen du eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst. Der Versicherer fragt nach bestehenden oder vergangenen Erkrankungen, Beschwerden, Behandlungen und Krankenhausaufenthalten.

Auch Psychotherapien in den letzten Jahren sind anzugeben. Viele Antragsteller unterschätzen, dass bereits eine abgeschlossene Therapie ohne aktuelle Beschwerden für den Versicherer relevant sein kann.

Bei einem erhöhten Risiko, zum Beispiel durch eine Vorerkrankung, kann der Versicherer einen prozentualen Aufschlag auf den Beitrag verlangen. Alternativ kann er bestimmte Leiden per Ausschlussklausel vom Versicherungsschutz ausnehmen oder den Antrag ablehnen.

  • Gesundheitsfragen bilden den Kern der Prüfung und müssen vollständig beantwortet werden.
  • Ein Risikozuschlag erhöht deinen monatlichen Beitrag dauerhaft.
  • Ein Leistungsausschluss bedeutet, dass die BU-Rente bei Berufsunfähigkeit durch das ausgeschlossene Leiden nicht gezahlt wird.

Ehrlichkeit bei der Gesundheitsprüfung ist die Grundlage für einen verlässlichen Versicherungsschutz. Wenn du eine Vorerkrankung verschweigst und der Versicherer dies später feststellt, kann er den Vertrag anfechten oder die Leistung verweigern. Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern kann dir vorab zeigen, welche Anbieter dein Risiko annehmen und zu welchen Bedingungen.

Wichtige Punkte der Risikoprüfung

GesundheitsfragenKern der PrüfungDu musst Angaben zu bestehenden oder vergangenen Erkrankungen, Beschwerden und Behandlungen machen. Auch Psychotherapien in den letzten Jahren sind anzugeben.
RisikozuschlagMögliche FolgeBei einem erhöhten Risiko, zum Beispiel durch eine Vorerkrankung, kann der Versicherer einen prozentualen Aufschlag auf den Beitrag verlangen.
LeistungsausschlussMögliche FolgeFür bestimmte bestehende Leiden kann der Versicherer die Leistung ausschließen. Die BU-Rente wird dann nicht gezahlt, wenn die Berufsunfähigkeit auf diesem Leiden beruht.
Anonyme RisikovoranfrageSinnvoller ZwischenschrittVor einem offiziellen Antrag kann eine anonyme Anfrage bei mehreren Versicherern klären, wie deine Chancen auf eine Annahme ohne Ausschlüsse stehen.

05 · Was gilt

Vorerkrankungen und psychische Erkrankungen: Was ist versicherbar?

Nicht jede Vorerkrankung führt zu einer Ablehnung. Die Bedingungen der Versicherer unterscheiden sich, und auch psychische Erkrankungen sind nicht pauschal vom Schutz ausgeschlossen.

Nicht jede Vorerkrankung führt zu einer Ablehnung. Viele Versicherer nehmen Antragsteller mit ausgeheilten oder stabilen Erkrankungen zu normalen Bedingungen an, andere verlangen einen Zuschlag oder schließen das betroffene Leiden aus.

Psychische Erkrankungen sind ein häufiger Grund für Berufsunfähigkeit, aber keine pauschale Ausschlussdiagnose. Eine abgeschlossene Psychotherapie ohne aktuelle Beschwerden kann bei vielen Anbietern versicherbar sein, während eine aktuelle oder chronische Depression oft zu einer Ablehnung oder einem Ausschluss führt.

Die Bedingungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter erheblich. Eine anonyme Risikovoranfrage hilft dir, vor einem offiziellen Antrag zu klären, welche Versicherer dein individuelles Risiko annehmen.

  • Ausgeheilte Allergien oder Unverträglichkeiten sind häufig ohne Erschwernis versicherbar.
  • Behandelte und stabile Schilddrüsenerkrankungen werden oft mit Zuschlag oder Ausschluss angenommen.
  • Aktuelle oder chronische psychische Erkrankungen wie schwere Depressionen führen häufig zur Ablehnung.
  • Bestehende Rückenleiden mit wiederkehrenden Beschwerden werden oft mit Ausschlussklausel versehen.

Die Versicherbarkeit hängt von der konkreten Diagnose, dem Behandlungsverlauf und dem aktuellen Beschwerdebild ab. Ein kurzer Krankenhausaufenthalt ohne Folgen ist in der Regel unproblematisch, während eine nicht abgeschlossene Behandlung oder eine unklare Diagnose die Annahme erschwert. Je länger eine Erkrankung stabil und ohne Beschwerden ist, desto besser sind deine Chancen auf einen Vertrag ohne Erschwernis.

Häufig versicherbar

·Ausgeheilte Allergien oder Unverträglichkeiten
·Behandelte und stabile Schilddrüsenerkrankungen
·Abgeschlossene Psychotherapie ohne aktuelle Beschwerden
·Kurze Krankenhausaufenthalte ohne Folgen

Oft schwierig oder mit Ausschluss

·Aktuelle oder chronische psychische Erkrankungen wie schwere Depressionen
·Kürzlich diagnostizierte Autoimmunerkrankungen
·Bestehende Rückenleiden mit wiederkehrenden Beschwerden
·Nicht abgeschlossene Behandlungen oder unklare Diagnosen

06 · Kosten

Was kostet eine Berufsunfähigkeits­versicherung für Fachschüler?

Die Beiträge hängen von deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab. Ein früher Abschluss ist fast immer günstiger.

Die Beiträge hängen vor allem von deinem Alter bei Vertragsabschluss, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab. Je jünger du bist, desto niedriger fällt der Beitrag aus, weil der Versicherer das Risiko über einen längeren Zeitraum kalkuliert.

Für 1.000 Euro BU-Rente liegt der monatliche Beitrag je nach Alter und Schulform zwischen rund 21 und 78 Euro. Ein junger Schüler zahlt etwa 21 Euro, ein Fachschüler um die 18 Jahre etwa 45 Euro, und mit Risikozuschlag können es rund 78 Euro sein.

Der Beitrag bleibt für die gesamte Vertragslaufzeit gleich, sofern du keine Dynamik vereinbarst. Ein früher Abschluss sichert dir diesen günstigeren Beitrag dauerhaft, auch wenn sich dein Gesundheitszustand später verschlechtert.

  • Das Eintrittsalter ist der wichtigste Faktor für die Beitragshöhe.
  • Die gewünschte Rentenhöhe wirkt sich direkt auf den Beitrag aus.
  • Risikozuschläge erhöhen den Beitrag dauerhaft um einen prozentualen Aufschlag.

Ein Abschluss während der Fachschulzeit sichert dir den günstigeren Beitrag für die gesamte Vertragslaufzeit. Wenn du erst nach dem Berufseinstieg abschließt, zahlst du wegen des höheren Alters und möglicher gesundheitlicher Veränderungen oft deutlich mehr. Die Spanne von 21 bis 78 Euro zeigt, wie stark sich Alter und Risikoprüfung auf den Beitrag auswirken können.

Monatliche Beiträge für 1.000 Euro BU-Rente (Schüler, je nach Alter und Schulform)

Junger Schüler (ca. 10 Jahre)ca. 21 EUR
Fachschüler (ca. 18 Jahre)ca. 78 EUR

07 · Im Vertrag

Nachversicherungs­garantie: Deine Rente später ohne Prüfung erhöhen

Die Nachversicherungsgarantie ist für Fachschüler eine der wichtigsten Vertragsklauseln. Sie erlaubt dir, die BU-Rente an dein steigendes Einkommen anzupassen.

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt dir, die BU-Rente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist für Fachschüler besonders wichtig, weil dein Einkommen nach dem Berufseinstieg in der Regel deutlich steigt.

Typische Anlässe sind der Abschluss deiner Ausbildung, der Berufseinstieg, eine Heirat oder die Geburt eines Kindes. Bei jedem dieser Ereignisse kannst du die Rente innerhalb einer bestimmten Frist erhöhen, ohne dass der Versicherer deinen aktuellen Gesundheitszustand erneut prüft.

Pro Anlass ist die Erhöhung oft auf einen bestimmten Betrag begrenzt, zum Beispiel 500 Euro. Insgesamt kannst du die Rente bis zu einer vertraglich festgelegten Obergrenze aufstocken, häufig bis zum Doppelten der ursprünglichen Rente.

  • Die Erhöhung erfolgt ohne neue Risikoprüfung.
  • Dein bei Vertragsabschluss gesicherter Gesundheitszustand bleibt die Grundlage.
  • Die Frist für die Ausübung der Nachversicherung liegt meist bei sechs bis zwölf Monaten nach dem Anlass.

Die Nachversicherungsgarantie ist eine der wichtigsten Vertragsklauseln für Fachschüler. Sie stellt sicher, dass du deine Rente an dein steigendes Einkommen anpassen kannst, auch wenn du in der Zwischenzeit erkrankt bist. Ohne diese Garantie müsstest du für jede Erhöhung eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen und riskierst dabei einen Zuschlag oder eine Ablehnung.

So funktioniert die Nachversicherung

AnlassEreignisDu kannst die Rente nach bestimmten Ereignissen erhöhen, zum Beispiel nach dem Abschluss deiner Ausbildung, dem Berufseinstieg, einer Heirat oder der Geburt eines Kindes.
Ohne erneute GesundheitsprüfungKernvorteilDie Erhöhung erfolgt ohne neue Risikoprüfung. Dein bei Vertragsabschluss gesicherter Gesundheitszustand bleibt die Grundlage.
Höhe der ErhöhungGrenzenDie Nachversicherung ist bis zu einer vertraglich festgelegten Höchstgrenze möglich.
FristenWichtigDu musst die Nachversicherung innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Ereignis beantragen.

08 · Fehler vermeiden

Leistungs­ausschlüsse: Wann deine BU-Rente nicht zahlt

Leistungsausschlüsse begrenzen den Versicherungsschutz. Du solltest sie kennen, um keine falschen Erwartungen an deinen Vertrag zu haben.

Leistungsausschlüsse begrenzen den Versicherungsschutz in bestimmten Fällen. Du solltest sie kennen, um keine falschen Erwartungen an deinen Vertrag zu haben.

Berufsunfähigkeit durch vorsätzlich herbeigeführte Unfälle oder Straftaten ist nicht versichert. Auch Leistungen aus Kriegsereignissen oder inneren Unruhen sind in der Regel ausgeschlossen.

Ein bestehendes Leiden, das per Ausschlussklausel vom Versicherungsschutz ausgenommen wurde, führt nicht zur Leistung, wenn es die Berufsunfähigkeit verursacht. Die BU-Rente wird zudem erst nach einer Prognose von mindestens sechs Monaten Berufsunfähigkeit gezahlt.

  • Vorsätzlich herbeigeführte Unfälle und Straftaten sind nicht versichert.
  • Kriegsereignisse und innere Unruhen sind in der Regel ausgeschlossen.
  • Falsche Angaben im Antrag können zur Leistungskürzung oder Vertragsanfechtung führen.
  • Ausgeschlossene Vorerkrankungen führen nicht zur Leistung, wenn sie die Berufsunfähigkeit verursachen.

Die Sechs-Monats-Prognose ist eine zentrale Leistungsvoraussetzung. Der Versicherer zahlt erst, wenn ärztlich feststeht, dass die Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert. Bei einem Ausschluss für ein bestimmtes Leiden gilt: Verursacht dieses Leiden die Berufsunfähigkeit, bleibt die Rente aus, auch wenn andere gesundheitliche Probleme hinzukommen.

Typische Ausschlüsse und Grenzen im Überblick

·Berufsunfähigkeit durch vorsätzlich herbeigeführte Unfälle oder Straftaten ist nicht versichert.
·Bei falschen Angaben im Antrag kann der Versicherer die Leistung kürzen oder den Vertrag rückwirkend anfechten.
·Leistungen aus Kriegsereignissen oder inneren Unruhen sind in der Regel ausgeschlossen.
·Ein bestehendes Leiden, das per Ausschlussklausel vom Versicherungsschutz ausgenommen wurde, führt nicht zur Leistung, wenn es die Berufsunfähigkeit verursacht.
·Die BU-Rente wird erst nach einer Prognose von mindestens sechs Monaten Berufsunfähigkeit gezahlt.

09 · Checkliste

Checkliste: Das sollte deine Schüler-BU als Berufseinsteiger bieten

Eine gute BU-Versicherung für Fachschüler ist mehr als nur ein günstiger Beitrag. Diese Kriterien solltest du beim Vergleich prüfen.

Eine gute BU-Versicherung für Fachschüler ist mehr als nur ein günstiger Beitrag. Entscheidend sind Vertragsklauseln, die deinen Schutz auch nach der Ausbildung und im Berufsleben verlässlich halten.

Die Schülerklausel erkennt deinen Schulbesuch als Beruf an. Sie stellt sicher, dass du bereits während der Fachschulzeit versichert bist, auch wenn du noch kein Einkommen aus einem Beruf erzielst.

Die Nachversicherungsgarantie und die Berufsgruppenüberprüfung sind für deinen späteren Berufseinstieg zentral. Die Berufsgruppenüberprüfung ermöglicht eine günstigere Einstufung, wenn du nach dem Abschluss in einem Beruf mit niedrigerem Risiko arbeitest als ursprünglich angenommen.

  • Eine ausführliche Schülerklausel, die den Schulbesuch als Beruf anerkennt
  • Eine hohe Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Eine lange Vertragslaufzeit, idealerweise bis zum 67. Lebensjahr
  • Eine Beitragsdynamik, um die Rente an die Inflation anzupassen
  • Eine Berufsgruppenüberprüfung, die eine günstigere Einstufung nach dem Berufseinstieg ermöglicht
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung, damit du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kannst

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist ein zentrales Qualitätsmerkmal. Ohne diese Klausel könnte der Versicherer dich im Leistungsfall auf einen anderen Beruf verweisen, den du gesundheitlich noch ausüben könntest. Mit Verzicht auf abstrakte Verweisung zahlt die BU bereits, wenn du deinen konkreten Fachberuf nicht mehr ausüben kannst, unabhängig davon, ob du theoretisch eine andere Tätigkeit übernehmen könntest.

Wichtige Vertragsmerkmale für Fachschüler

01

Eine ausführliche Schülerklausel, die den Schulbesuch als Beruf anerkennt

02

Eine hohe Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

03

Eine lange Vertragslaufzeit, idealerweise bis zum 67. Lebensjahr

04

Eine Beitragsdynamik, um die Rente an die Inflation anzupassen

05

Eine Berufsgruppenüberprüfung, die eine günstigere Einstufung nach dem Berufseinstieg ermöglicht

06

Verzicht auf abstrakte Verweisung, damit du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kannst

10 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Abschluss einer Schüler-BU

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Leistungsfall schlechter dastehst oder unnötig hohe Beiträge zahlst.

Das solltest du vermeiden

·Zu niedrige BU-Rente wählen, die im Ernstfall nicht zum Leben reicht
·Falsche oder unvollständige Angaben im Gesundheitsbogen machen
·Auf eine Nachversicherungsgarantie verzichten, um ein paar Euro zu sparen
·Einen Kombivertrag mit einer Rentenversicherung abschließen, der oft teurer ist
·Die BU-Versicherung erst nach dem Berufseinstieg abschließen, wenn Beiträge und Risiken höher sind

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026