Immobiliendarlehen einfach erklärt Woraus es sich zusammensetzt
Immobiliendarlehen einfach erklärt: Zins, Tilgung, Nebenkosten & Eigenkapital verständlich und junge Erwachsene. Alle Bausteine im Überblick.
- Definition: Kredit speziell zur Finanzierung einer Immobilie (Baufinanzierung/Hypothekendarlehen
- Abgrenzung zu Konsum- oder Studienkrediten: langfristig, grundpfandrechtlich besichert
- Warum das Thema auch für junge Erwachsene relevant wird (erste Wohnung, frühe Planung
- Grundprinzip: Bank stellt Kapital, du zahlst über Jahre Zins + Tilgung zurück
Immobiliendarlehen: Das steckt wirklich darin
Definition: Kredit speziell zur Finanzierung einer Immobilie (Baufinanzierung/Hypothekendarlehen
Ein Immobiliendarlehen ist mehr als ein großer Kredit – es besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammen bestimmen, wie viel du monatlich zahlst und wie lange du zahlst. Wer diese Komponenten versteht, trifft bessere Entscheidungen – ob beim ersten Eigenheim oder bei der frühen Finanzplanung.
AUF EINEN BLICK
- Abgrenzung zu Konsum- oder Studienkrediten: langfristig, grundpfandrechtlich besichert
- Warum das Thema auch für junge Erwachsene relevant wird (erste Wohnung, frühe Planung
- Grundprinzip: Bank stellt Kapital, du zahlst über Jahre Zins + Tilgung zurück
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Was ist ein Immobiliendarlehen überhaupt?
Darlehenssumme (Nettodarlehensbetrag) = benötigtes Kapital minus Eigenkapital
Ein Immobiliendarlehen – auch Baufinanzierung oder Hypothekendarlehen genannt – ist ein zweckgebundener Kredit, der ausschließlich zur Finanzierung einer Immobilie eingesetzt werden darf. Das kann der Kauf einer Eigentumswohnung sein, der Bau eines Einfamilienhauses oder die Modernisierung eines bestehenden Objekts. Der entscheidende Unterschied zu einem Konsumentenkredit oder einem Studienkredit liegt vor allem in drei Punkten: Ein Immobiliendarlehen ist erstens langfristig angelegt – Laufzeiten von 15 bis 35 Jahren sind nicht ungewöhnlich –, zweitens über ein Grundpfandrecht (die Grundschuld) besichert und drittens in der Regel deutlich höher in der Darlehenssumme als andere Kreditformen.
Das Grundprinzip klingt einfach: Die Bank stellt dir Kapital zur Verfügung, das du nicht vollständig aus Eigenmitteln aufbringen kannst. Im Gegenzug zahlst du über viele Jahre hinweg eine monatliche Rate, die sowohl den Preis für das geliehene Geld (den Zins) als auch die schrittweise Rückzahlung des eigentlichen Darlehensbetrags (die Tilgung) enthält. Am Ende der Laufzeit – oder nach vollständiger Tilgung – gehört die Immobilie dir, und die Bank lässt die Grundschuld aus dem Grundbuch löschen.
Warum sollte das Thema auch junge Erwachsene und alle, die über die erste eigene Immobilie nachdenken, beschäftigen? Weil Immobilienfinanzierung frühe Vorbereitung belohnt. Wer schon früh versteht, wie ein Darlehen funktioniert, weiß auch, warum Eigenkapital aufbauen, Bonität pflegen und Nebenkosten kennen so wichtig sind. Die erste eigene Wohnung kommt schneller als gedacht – und wer dann die Grundbegriffe beherrscht, muss sich nicht von Bankberatern überrumpeln lassen.
AUF EINEN BLICK
- Sollzins: Preis fürs geliehene Geld
- Tilgung: Rückzahlung des eigentlichen Darlehens
- Zinsbindung: Zeitraum mit festem Sollzins
- Restschuld nach Zinsbindung: was am Ende noch offen ist
Die Bausteine eines Immobiliendarlehens im Überblick
Sollzins: reiner Zins auf die Darlehenssumme
Damit ein Immobiliendarlehen greifbar wird, lohnt es sich, die einzelnen Komponenten sauber voneinander zu trennen. Der erste und wichtigste Baustein ist die Darlehenssumme – auch Nettodarlehensbetrag genannt. Sie ergibt sich aus dem Kaufpreis der Immobilie zuzüglich der Kaufnebenkosten, abzüglich des Eigenkapitals, das du selbst einbringst. Je niedriger deine Darlehenssumme im Verhältnis zum Immobilienwert ist, desto geringer ist das Risiko für die Bank – und desto besser sind in der Regel deine Konditionen.
Der zweite Baustein ist der Sollzins. Er beschreibt den prozentualen Preis, den du für das geliehene Geld zahlst – bezogen auf die jeweils noch ausstehende Restschuld. Dieser Zinssatz wird für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben, die sogenannte Zinsbindung. Typische Zinsbindungsfristen sind fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre. Innerhalb dieser Zeit ändert sich dein Zins nicht, egal wie sich das allgemeine Zinsniveau entwickelt – das gibt Planungssicherheit.
Der dritte zentrale Baustein ist die Tilgung. Sie ist der Anteil deiner monatlichen Rate, mit dem du die eigentliche Schuld abbezahlst. Je höher deine anfängliche Tilgungsrate, desto schneller sinkt deine Restschuld und desto weniger Zinsen zahlst du insgesamt über die gesamte Laufzeit. Diese vier Elemente – Darlehenssumme, Sollzins, Tilgung und Zinsbindung – bilden das Herzstück jedes Immobiliendarlehens und bestimmen gemeinsam deine monatliche Belastung sowie die Gesamtkosten der Finanzierung.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Sollzins: reiner Zins auf die Darlehenssumme | , |
| Effektiver Jahreszins: enthält weitere Kostenbestandteile und macht Angebote vergleichbar | , |
| Warum du beim Vergleich immer auf den Effektivzins schauen solltest | , |
| Was den Zins beeinflusst: Bonität | Eigenkapital, Zinsbindung, Beleihung |
Sollzins vs. Effektivzins – der wichtige Unterschied
Annuitätendarlehen: gleichbleibende Monatsrate aus Zins + Tilgung
Beim Vergleich von Kreditangeboten tauchen immer zwei Zinsangaben auf: Sollzins und effektiver Jahreszins. Den Unterschied zu kennen kann spürbar Geld sparen. Der Sollzins (früher: Nominalzins) ist der reine Zinssatz, den die Bank auf die ausstehende Restschuld berechnet. Er allein sagt dir aber noch nicht, was das Darlehen wirklich kostet – denn er berücksichtigt keine weiteren Kostenbestandteile.
Genau hier kommt der effektive Jahreszins ins Spiel. Er ist gesetzlich vorgeschrieben und enthält neben dem Sollzins auch weitere anfallende Kosten, die im Zusammenhang mit dem Darlehen stehen, etwa bestimmte Bearbeitungsgebühren oder die Auswirkung des Auszahlungskurses. Damit macht der Effektivzins Angebote verschiedener Banken vergleichbar – er ist die Zahl, auf die du beim Angebotsvergleich immer zuerst schauen solltest. Ein Angebot mit niedrigem Sollzins, aber hohem Effektivzins kann am Ende teurer sein als ein Angebot mit höherem Sollzins, aber günstigerem Effektivzins.
Was beeinflusst die Höhe des Zinses? Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: deine persönliche Bonität (Kreditwürdigkeit, gemessen unter anderem am SCHUFA-Score), die Höhe deines Eigenkapitals, der gewählte Zinsbindungszeitraum und der sogenannte Beleihungsauslauf – also das Verhältnis von Darlehen zu Immobilienwert. Je besser deine Bonität und je mehr Eigenkapital du einbringst, desto günstiger wird in der Regel dein Zinssatz. Das allgemeine Zinsniveau, das die Europäische Zentralbank durch ihre Leitzinspolitik beeinflusst, bildet dabei den übergeordneten Rahmen für alle Angebote am Markt.
AUF EINEN BLICK
- Anfängliche Tilgung und wie sich das Verhältnis über die Zeit verschiebt
- Sondertilgung: zusätzliche Zahlungen zur schnelleren Rückzahlung
- Tilgungsplan als Werkzeug zur Übersicht über Laufzeit und Restschuld
Tilgung und Annuität einfach erklärt
Eigenkapital senkt Darlehenssumme und häufig den Zinssatz
Das mit Abstand häufigste Modell bei der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen. Der Name leitet sich vom lateinischen „annus" (Jahr) ab. Das Prinzip: Deine monatliche Rate – die Annuität – bleibt während der gesamten Zinsbindungsfrist gleich. Was sich verändert, ist die interne Aufteilung dieser Rate: Am Anfang besteht sie zu einem größeren Teil aus Zinsen, weil die Restschuld noch hoch ist. Mit jeder Zahlung sinkt die Restschuld, wodurch weniger Zinsen anfallen – und der Tilgungsanteil wächst automatisch. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass du mit einer gleichbleibenden monatlichen Belastung zunehmend schneller schuldenfrei wirst.
Die anfängliche Tilgungsrate ist eine der wichtigsten Stellschrauben. Wählst du beispielsweise eine anfängliche Tilgung von einem Prozent, brauchst du bei moderaten Zinsen viele Jahrzehnte, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist. Eine höhere anfängliche Tilgung – etwa zwei oder drei Prozent – verkürzt die Gesamtlaufzeit erheblich und reduziert die Zinskosten deutlich. Der Vorteil niedriger Tilgung liegt allein in der geringeren monatlichen Belastung, was in bestimmten Lebensphasen sinnvoll sein kann.
Viele Darlehensverträge ermöglichen zudem Sondertilgungen – also außerplanmäßige Zahlungen zusätzlich zur regulären Rate. Typischerweise sind fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr sondertilgungsfähig, ohne dass dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. Solche Sondertilgungen sind ein wirkungsvolles Mittel, um das Darlehen bei unerwarteten Einnahmen schneller abzubauen. Ein Tilgungsplan, den dir die Bank zur Verfügung stellt, zeigt dir für jedes Jahr genau, wie viel von der Rate auf Zinsen und wie viel auf Tilgung entfällt und wie hoch die verbleibende Restschuld ist – ein unverzichtbares Werkzeug zur Finanzplanung.
AUF EINEN BLICK
- Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Maklercourtage
- Grunderwerbsteuer variiert je Bundesland
- Faustregel-Warnung: Nebenkosten sollten idealerweise aus Eigenkapital gedeckt sein
Eigenkapital und Kaufnebenkosten
Grundschuld als Sicherheit für die Bank (Eintrag ins Grundbuch
Eigenkapital ist beim Immobilienkauf nicht nur hilfreich – es ist in der Praxis fast immer notwendig. Denn Banken finanzieren in der Regel nicht den vollständigen Kaufpreis inklusive aller Nebenkosten. Eigenkapital senkt direkt die benötigte Darlehenssumme und damit häufig auch den angebotenen Zinssatz, weil das Risiko für die Bank sinkt. Als grobe Orientierung gilt: Wer mindestens zwanzig Prozent des Kaufpreises an Eigenkapital einbringt, erhält in der Regel deutlich bessere Konditionen als jemand, der weniger als zehn Prozent einbringt.
Oft unterschätzt werden die Kaufnebenkosten. Sie entstehen zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis und sind nicht verhandelbar. Dazu gehören: die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ist und zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt, die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung der Grundschuld sowie die Grundbuchgebühren. Falls ein Makler tätig war, kommt die Maklercourtage hinzu, die seit der Gesetzesänderung 2020 in der Regel hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird.
Zusammengerechnet können diese Nebenkosten je nach Bundesland und Situation leicht zehn bis fünfzehn Prozent des Kaufpreises ausmachen – und sie sind sofort fällig, nicht erst nach Jahren. Die wichtigste Faustregel lautet daher: Die Kaufnebenkosten sollten idealerweise vollständig aus dem vorhandenen Eigenkapital gedeckt werden, damit das Darlehen wirklich nur den Kaufpreis und nicht auch noch die Transaktionskosten umfassen muss. Wer diese Nebenkosten mitfinanziert, erhöht seinen Beleihungsauslauf und verschlechtert damit seine Konditionen.
AUF EINEN BLICK
- Beleihungswert und Beleihungsauslauf beeinflussen die Konditionen
- Was passiert, wenn die Rate nicht mehr gezahlt werden kann (Zwangsversteigerung als Extremfall
- Warum realistische Ratenplanung Pflicht ist
Grundschuld und Beleihungswert: Wie Banken sich absichern
Hürden: geringes/unregelmäßiges Einkommen, wenig Eigenkapital, kurze Bonitätshistorie
Wenn eine Bank ein Immobiliendarlehen vergibt, geht sie ein erhebliches Risiko ein – immerhin handelt es sich oft um sehr hohe Summen über sehr lange Laufzeiten. Um dieses Risiko zu begrenzen, lässt sie sich eine Grundschuld ins Grundbuch der Immobilie eintragen. Die Grundschuld ist kein Eigentumsanspruch, aber sie gibt der Bank das Recht, bei Zahlungsausfall die Immobilie durch eine Zwangsversteigerung zu verwerten, um offene Forderungen zu begleichen. Solange du das Darlehen ordnungsgemäß bedienst, hat diese Eintragung für dich im Alltag keinerlei Bedeutung.
Eng verbunden mit der Grundschuld ist der Beleihungswert. Er ist nicht identisch mit dem Kaufpreis, sondern ein von der Bank intern ermittelter, konservativer Wert der Immobilie – ein Wert, der auch in einem schlechten Marktumfeld als nachhaltig erzielbar gilt. Aus dem Verhältnis von Darlehenssumme zu Beleihungswert ergibt sich der Beleihungsauslauf. Je niedriger dieser Auslauf, desto sicherer ist die Bank, und desto günstiger werden die Konditionen für dich. Ein Beleihungsauslauf von unter sechzig Prozent gilt als sehr konservativ und wird häufig mit den besten Zinssätzen belohnt.
Der Extremfall – die Zwangsversteigerung – tritt ein, wenn der Darlehensnehmer über einen längeren Zeitraum die vereinbarten Raten nicht mehr zahlen kann und eine außergerichtliche Einigung mit der Bank scheitert. Das ist für alle Beteiligten die schlechteste Lösung: Der Eigentümer verliert die Immobilie, und die Bank erzielt häufig einen geringeren Erlös als erhofft. Genau deshalb ist eine realistische Ratenplanung vor Abschluss des Vertrags so wichtig. Die Annuität sollte so gewählt sein, dass sie auch bei unvorhergesehenen Ausgaben oder einem vorübergehenden Einkommensrückgang tragbar bleibt.
AUF EINEN BLICK
- Möglichkeiten: KfW-Förderprogramme, elterliche Bürgschaft oder Schenkung, Bausparen als Vorsparphase
- Warum frühe Finanzbildung und Sparen einen späteren Kredit erleichtern
- Realistisch bleiben: Miete vs. Kauf in jungen Jahren abwägen
Immobiliendarlehen für Verbraucher:innen und junge Erwachsene
Warum Einkommensabsicherung bei langfristigen Krediten wichtig ist
Für Berufseinsteiger:innen und Menschen mit flexiblen Einkommensverhältnissen ist der Weg zum eigenen Immobiliendarlehen oft mit besonderen Hürden verbunden. Das Einkommen ist gering oder unregelmäßig – Teilzeitstellen, freie Mitarbeit oder befristete Verträge gelten bei Banken kaum als belastbares Einkommen im Rahmen einer Bonitätsprüfung. Dazu kommt ein häufig niedrigeres Eigenkapital, weil die Sparphase noch kurz ist, sowie eine kurze Bonitätshistorie, da noch wenige Jahre finanzielle Spuren hinterlassen wurden. Das führt dazu, dass Banken solche Anträge oft ablehnen oder nur zu ungünstigen Konditionen bewilligen.
Es gibt aber Wege, die Situation zu verbessern. KfW-Förderprogramme der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau bieten zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse, etwa beim energieeffizienten Bauen oder Sanieren. Eine Bürgschaft durch Angehörige oder eine Schenkung als Eigenkapitalgrundlage kann die Bonität des Kreditnehmers in den Augen der Bank deutlich verbessern. Bausparen als klassische Vorsparphase ermöglicht es, systematisch Eigenkapital aufzubauen und sich gleichzeitig für die Zukunft günstige Zinsen zu sichern – zumindest in bestimmten Marktsituationen.
Wichtig ist auch, ehrlich zu bleiben: Für die meisten Verbraucher:innen ist ein Immobilienkauf kurzfristig nicht realistisch – und das ist vollkommen in Ordnung. Der wichtigere Schritt ist frühe Finanzbildung und das konsequente Sparen. Wer versteht, wie ein Darlehen funktioniert, und bereits in jungen Jahren anfängt, Eigenkapital aufzubauen, verschafft sich einen erheblichen Vorteil für den späteren Erwerb. Auch die Abwägung Miete vs. Kauf gehört dazu: In manchen Städten und Lebensphasen kann Mieten die finanziell klügere Entscheidung sein, wenn das Kapital alternativ investiert werden kann – eine pauschale Antwort gibt es hier nicht.
AUF EINEN BLICK
- Berufsunfähigkeit kann die Fähigkeit gefährden, Raten zu zahlen
- Wohngebäudeversicherung häufig von Banken vorausgesetzt
- Hinweis: keine Anbieter-Empfehlung – Vergleich über StudyBU
Absicherung rund um ein Immobiliendarlehen
Mit dem Vermögensaufbau-Rechner kannst du Sparziele fürs Eigenkapital simulieren
Ein Immobiliendarlehen läuft über Jahrzehnte – und das Leben verändert sich in dieser Zeit. Einer der größten Risikofaktoren ist der unerwartete Verlust des Einkommens. Wer durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann, gerät schnell in Schwierigkeiten, die Monatsrate zu bedienen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann in einem solchen Fall existenziell wichtig sein, weil sie einen Teil des Einkommens ersetzt und damit die Finanzierung weiter tragfähig hält. Gerade bei langfristigen Verpflichtungen wie einem Immobiliendarlehen sollte die Absicherung der eigenen Arbeitskraft frühzeitig mitgedacht werden.
Darüber hinaus verlangen viele Banken als Voraussetzung für die Kreditvergabe eine Wohngebäudeversicherung. Diese schützt das Gebäude selbst gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel – und damit auch das Sicherungsobjekt der Bank. Sie ist also nicht nur aus eigenem Interesse sinnvoll, sondern häufig Pflichtbestandteil des Darlehensvertrags. Weitere Versicherungen wie eine Elementarschadenversicherung oder eine Risikolebensversicherung – letztere besonders für Familien mit Alleinverdiener – können ebenfalls relevant sein.
Welche Absicherung genau die richtige ist, hängt von der individuellen Situation ab. Kein seriöser Artikel kann pauschal Empfehlungen aussprechen. Was jedoch klar ist: Wer ein Darlehen über mehrere Hunderttausend Euro aufnimmt, sollte die eigene Absicherungssituation parallel dazu kritisch prüfen und gegebenenfalls anpassen. Günstige und passende Berufsunfähigkeitsversicherungen lassen sich über Vergleichstools wie StudyBU finden – ohne Beratungszwang und mit transparenter Übersicht.
AUF EINEN BLICK
- So bekommst du ein Gefühl für Rate, Zinsbindung und Restschuld
- Frühzeitige Planung schafft bessere Konditionen später
Deine Rate berechnen: Eigenkapital als Startpunkt
Ein Immobiliendarlehen beginnt nicht mit dem Gang zur Bank – es beginnt mit dem Aufbau von Eigenkapital. Wer früh und konsequent spart, verkürzt nicht nur den Weg zum Eigenheim, sondern verbessert auch seine späteren Konditionen erheblich. Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto niedriger der Beleihungsauslauf, desto besser der Zinssatz und desto geringer die monatliche Belastung.
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich verschiedene Sparraten, Zeiträume und Renditen auf dein zukünftiges Eigenkapital auswirken, kannst du mit einem Vermögensaufbau-Rechner verschiedene Szenarien simulieren. So siehst du konkret, wie lange du bei welchem monatlichen Sparbetrag brauchst, um ein bestimmtes Eigenkapitalziel zu erreichen – und wie sich das auf eine spätere Finanzierung auswirken könnte.
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Häufige Fragen
Die monatliche Rate eines Immobiliendarlehens setzt sich aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammen. Der Zinsanteil vergütet die Bank für die Bereitstellung des Kapitals, während der Tilgungsanteil die Darlehensschuld reduziert. Zusätzlich können Kosten für eine Restschuldversicherung oder ein Kontoführungsentgelt in die Rate einfließen.
Als Faustregel gilt, dass Sie mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen sollten, um gute Konditionen zu erhalten. Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto niedriger ist der Beleihungsauslauf und desto günstiger wird in der Regel der Zinssatz. Eine vollständige Finanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber meist mit deutlich höheren Zinsen und Auflagen verbunden.
Der Sollzins ist der reine Zinssatz, den Sie für das geliehene Kapital an die Bank zahlen. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich alle laufenden Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder Provisionen und gibt damit die jährlichen Gesamtkosten des Kredits an. Für den Vergleich verschiedener Angebote ist der Effektivzins die entscheidende Kennzahl.
Nach Ablauf der Zinsbindung endet die vereinbarte Festzinsphase und Ihr Darlehen wird in der Regel in ein variabel verzinstes Darlehen umgewandelt. Sie haben dann die Möglichkeit, eine Anschlussfinanzierung mit neuer Zinsbindung abzuschließen, umzuplanen oder Sondertilgungen zu leisten. Die Bank muss Ihnen mindestens drei Monate vor Ablauf ein Angebot für die Folgefrist unterbreiten.
Verbraucher ohne festes Angestelltenverhältnis können grundsätzlich ein Immobiliendarlehen bekommen, wenn sie über ein ausreichendes und regelmäßiges Einkommen verfügen, das die laufenden Raten dauerhaft abdeckt. In der Praxis scheitern viele jedoch an der fehlenden Bonität, da Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder freiberuflicher Tätigkeit oft nicht als sicheres Einkommen anerkannt werden. Eine Finanzierung ist dann meist nur mit einem Bürgen oder einem Mitdarlehensnehmer mit festem Einkommen möglich.
Eine Grundschuld ist ein dingliches Recht, das der Bank als Sicherheit für ein Darlehen an Ihrer Immobilie eingeräumt wird. Sie wird im Grundbuch eingetragen und berechtigt die Bank im Falle von Zahlungsausfällen zur Zwangsversteigerung der Immobilie. Nach vollständiger Rückzahlung des Darlehens können Sie die Löschung der Grundschuld verlangen, was jedoch mit Kosten verbunden ist.
Zu den Kaufnebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Kosten für die Grundbucheintragung. Zusätzlich fallen in der Regel Kosten für einen Makler an, falls Sie über einen solchen kaufen. Diese Nebenkosten betragen je nach Bundesland und Maklerprovision etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises und müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden.
Sie können die Zinskosten senken, indem Sie einen möglichst hohen Eigenkapitalanteil einbringen und eine kürzere Zinsbindung wählen, da diese meist günstiger ist. Zudem lohnt es sich, mehrere Angebote zu vergleichen und über einen unabhängigen Vermittler zu verhandeln. Auch Sondertilgungen und eine höhere anfängliche Tilgung reduzieren die Restschuld schneller und damit die insgesamt anfallenden Zinsen.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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