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FinanzbildungKontowechsel9 Min.

Kontowechsel Alles, was du wissen musst

Kontowechsel Schritt für Schritt erklärt: Kontowechselservice nutzen, Daueraufträge übertragen & das beste Konto als Student finden. Jetzt informieren.

KontowechselRechnerWarum lohnt sich ein
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Viele Studierende zahlen unnötige Kontoführungsgebühren, obwohl kostenlose oder studentenspezifische Konten verfügbar sind.
  • Unterschiede bei Dispozins, Kreditkarte, App-Qualität und Filialnetz sind für den Studienalltag besonders relevant.
  • Wechsel lohnt sich besonders beim Übergang von Schüler- zu Studentenkonto oder beim Umzug in eine andere Stadt.
  • Tipp: Nicht nur den Preis, sondern auch Überziehungsrahmen und digitale Services vergleichen.

Kontowechsel: Lohnt er sich – und wie läuft er ab?

Viele Verbraucher:innen zahlen unnötige Kontoführungsgebühren, obwohl kostenlose oder günstigere Konten verfügbar sind.

Ein Kontowechsel klingt aufwendig, ist aber seit der gesetzlichen Pflicht zum kostenlosen Kontowechselservice deutlich einfacher geworden. Wer noch auf einem teuren oder schlecht ausgestatteten Konto sitzt, kann mit einem gezielten Wechsel bares Geld sparen – und gleichzeitig digitale Services nutzen, die besser zum eigenen Alltag passen.

Das Wichtigste in Kürze: Der gesetzliche Kontowechselservice nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) ist kostenlos und verpflichtend für alle deutschen Banken. Die neue Bank übernimmt auf Wunsch Daueraufträge, Lastschriftmandate und eingehende Überweisungen automatisch. Typische Fallstricke – wie das zu frühe Kündigen des alten Kontos oder das Vergessen von wichtigen Zahlungsempfängern – lassen sich mit ein paar einfachen Schritten vermeiden.

AUF EINEN BLICK

  • Unterschiede bei Dispozins, Kreditkarte, App-Qualität und Filialnetz sind für die tägliche Nutzung besonders relevant.
  • Wechsel lohnt sich besonders beim Übergang von einem alten zu einem neuen Konto oder beim Umzug in eine andere Stadt.
  • Tipp: Nicht nur den Preis, sondern auch Überziehungsrahmen und digitale Services vergleichen.

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Warum lohnt sich ein Kontowechsel?

Seit dem Zahlungskontengesetz (ZKG) sind alle deutschen Banken verpflichtet, einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten.

Viele Verbraucher:innen nutzen noch dasselbe Konto, das sie vor Jahren eröffnet haben – ein Standard-Girokonto bei der Hausbank. Was damals praktisch war, kann im Alltag teuer werden: Sobald die Bedingungen für eine Kontofreiheit entfallen (etwa eine Altersgrenze oder ein Mindestgeldeingang), werden oft automatisch Kontoführungsgebühren fällig. Dabei gibt es speziell für Privatkunden zugeschnittene Konten, die kostenlos oder zu deutlich günstigeren Konditionen angeboten werden – teilweise inklusive Kreditkarte, Überziehungsrahmen und hochwertiger Banking-App.

Besonders relevant für den Alltag ist nicht nur der Preis, sondern auch der Dispositionskreditrahmen und dessen Zinssatz. Ein hoher Dispozins kann in finanziell angespannten Phasen – etwa nach einer größeren Anschaffung oder zwischen zwei Gehaltszahlungen – spürbar ins Geld gehen. Daneben spielen die Qualität der Banking-App, die Möglichkeit zur kostenlosen Bargeldabhebung an möglichst vielen Automaten sowie das Filialnetz am Wohnort eine wichtige Rolle. Wer von München nach Hamburg zieht, stellt vielleicht fest, dass seine bisherige Sparkasse dort kaum Filialen hat – und der Gang zur Bank plötzlich mit Fahrtkosten verbunden ist.

Der Wechselzeitpunkt ist entscheidend: Der Übergang von einem alten zu einem neuen Konto ist eine der besten Gelegenheiten, die eigene Kontostruktur zu überdenken. Auch ein Umzug in eine andere Stadt ist ein natürlicher Anlass, um Konto, Konditionen und Anbieter neu zu bewerten. Der wichtigste Tipp dabei: Vergleiche nicht nur den Preis. Ein Konto ohne Grundgebühr, das aber hohe Dispozinsen verlangt oder bei dem Auslandsabhebungen teuer sind, kann am Ende teurer sein als ein Konto mit moderater Monatsgebühr und guten Zusatzleistungen. Ein Kontowechselservice wie der von der ING, der DKB oder der Sparkasse kann dir dabei helfen, den Wechsel reibungslos zu gestalten.

AUF EINEN BLICK

  • Die neue Bank übernimmt auf Wunsch automatisch: Daueraufträge, Lastschriftmandate und eingehende Überweisungen.
  • Der Service gilt für alle Zahlungskonten in Deutschland – unabhängig davon, ob es ein Filial- oder Direktkonto ist.
  • Du musst der neuen Bank lediglich eine Vollmacht/Einzugsermächtigung erteilen – den Rest erledigt sie.

Was ist der gesetzliche Kontowechselservice – und wie funktioniert er?

Alle Banken mit Sitz in Deutschland sind zur Nutzung des gesetzlichen Kontowechselservice verpflichtet – das gilt für ING, DKB, Sparkasse und alle anderen.

Seit dem Inkrafttreten des Zahlungskontengesetzes (ZKG), mit dem eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt wurde, sind alle Zahlungsdienstleister mit Sitz in Deutschland verpflichtet, ihren Kund:innen einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten. Das bedeutet: Wer sein Girokonto wechseln möchte, muss nicht mehr selbst alle Daueraufträge ummelden, alle Lastschriftgläubiger informieren und eingehende Überweisungen umleiten. Die neue Bank übernimmt diese Aufgaben auf Wunsch des Kontoinhabers – und zwar vollständig und kostenlos.

Konkret läuft der Prozess so ab: Die neue Bank fordert von der alten Bank eine vollständige Liste aller Daueraufträge und Lastschriftmandate an. Anschließend werden die Zahlungspartner (also z. B. Vermieter, Streamingdienste oder Versicherungen) automatisch über die neue Bankverbindung informiert. Auch eingehende Überweisungen – etwa vom Arbeitgeber – können für einen definierten Zeitraum weitergeleitet werden, sofern die alte Bank das technisch ermöglicht. Die gesetzlich vorgesehenen Fristen stellen sicher, dass die Übertragung zügig erfolgt und keine Zahlungen verloren gehen.

Wichtig zu wissen: Der Kontowechselservice gilt für alle Zahlungskonten in Deutschland – egal ob du bei einer Filialbank, einer Direktbank oder einer Neobank bist. Weder die alte noch die neue Bank darf für diesen Service Gebühren erheben. Einzige Voraussetzung ist, dass beide Konten bei Instituten mit Sitz in Deutschland geführt werden. Der Service deckt allerdings nur laufende Zahlungen ab, keine verbundenen Depots oder Sparkonten – diese müssen separat übertragen werden.

AspektWorauf es ankommt
Alle Banken mit Sitz in Deutschland sind zur Nutzung des gesetzlichen Kontowechselservice verpflichtet – das gilt für ING, DKB, Sparkasse und alle anderen.,
Der Ablauf ist bei jeder Bank im Kern identisch: Auftrag an neue Bank → neue Bank kontaktiert alte Bank → Übertragung der Zahlungspartner.,
Unterschiede liegen in der Benutzerfreundlichkeit des Online-Prozesses, der Bearbeitungszeit und optionalen Services (z. B. Weiterleitung eingehender Zahlungen).,
Direkt-/Onlinebanken wickeln den Prozess in der Regel vollständig digital ab; Filialbanken bieten teils persönliche Beratung vor Ort an.,
Wichtig: Kein Anbietervergleich oder Empfehlungfür einen persönlichen Kontencheck nutze unseren Finanz-Score-Rechner.

Kontowechsel zur ING, DKB und anderen Banken: Was ist gleich, was unterscheidet sich?

Schritt 1 – Neues Konto eröffnen: Erst wenn das neue Konto vollständig aktiv ist, den Wechsel beauftragen.

Ob du zu ING, DKB, Commerzbank, Sparkasse oder einer anderen Bank wechselst – alle Institute mit Sitz in Deutschland sind gesetzlich zur Nutzung des Kontowechselservice verpflichtet. Der grundlegende Ablauf ist bei jeder Bank identisch: Du beauftragst die neue Bank, holst eine Vollmacht ein, und die neue Bank erledigt die Kommunikation mit dem alten Institut. In diesem Kernpunkt gibt es keine rechtlich erlaubten Abweichungen.

Unterschiede zeigen sich jedoch in der Praxis: Direktbanken und Neobanken wickeln den gesamten Prozess in der Regel vollständig digital ab – das Formular für den Kontowechselauftrag ist Teil des Online-Onboardings, und du musst keine Filiale aufsuchen. Filialbanken bieten hingegen oft persönliche Beratung vor Ort an, was für manche Verbraucher:innen – besonders bei komplexeren Situationen wie einem bestehenden Dispokredit – angenehm sein kann. Die tatsächliche Bearbeitungszeit und die Benutzerfreundlichkeit des digitalen Prozesses variieren spürbar von Anbieter zu Anbieter.

Ein weiterer relevanter Unterschied: Manche Banken bieten optionale Zusatzservices an, etwa die aktive Weiterleitung eingehender Zahlungen über einen längeren Zeitraum. Andere halten sich strikt an die gesetzlichen Mindestanforderungen. Für alle, die viele automatische Zahlungen laufen haben – Miete, Fitnessstudio, Streamingangebote, Versicherungen – lohnt es sich, vor dem Wechsel nachzufragen, welche Zusatzleistungen die neue Bank konkret anbietet. Auch die Qualität der Banking-App, die Verfügbarkeit von kostenlosen Geldautomaten und besondere Konditionen für Neukund:innen sollten in den Vergleich einfließen.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2 – Kontowechselservice beauftragen: Formular bei der neuen Bank ausfüllen (online oder in der Filiale); IBAN und BIC des alten Kontos bereithalten.
  • Schritt 3 – Vollmacht erteilen: Die neue Bank erhält die Befugnis, im eigenen Namen bei der alten Bank alle nötigen Daten anzufordern.
  • Schritt 4 – Übertragung überwachen: Liste aller Daueraufträge und Lastschriftgläubiger prüfen; fehlende Zahlungspartner ggf. manuell informieren (z. B. Arbeitgeber, Krankenversicherung).
  • Schritt 5 – Altes Konto kündigen: Erst kündigen, wenn alle Buchungen mindestens einen Monat lang reibungslos über das neue Konto laufen.

Schritt für Schritt: So läuft dein Kontowechsel ab

Beim Umzug innerhalb Deutschlands bleibt die IBAN gültig – ein Kontowechsel ist nicht zwingend nötig, kann aber sinnvoll sein (z. B. bei Filialbanken ohne Standort am neuen Wohnort).

Der erste und wichtigste Schritt: Eröffne zuerst das neue Konto, bevor du irgendetwas mit dem alten anfängst. Erst wenn das neue Konto vollständig aktiv ist, du deine neue IBAN kennst und alle Zugangsdaten vorliegen, solltest du den Wechselprozess anstoßen. Wer das alte Konto zu früh kündigt, riskiert, dass laufende Lastschriften platzen – mit möglichen Mahngebühren als Folge.

Im zweiten Schritt beauftragst du den Kontowechselservice bei deiner neuen Bank. Das geschieht entweder über ein Online-Formular im Banking-Portal oder in der Filiale. Du benötigst dafür die IBAN und den BIC deines alten Kontos sowie deinen Namen und deine bisherige Bankverbindung. Im dritten Schritt erteilst du der neuen Bank eine schriftliche oder digitale Vollmacht. Mit dieser Vollmacht ist die neue Bank berechtigt, im eigenen Namen bei der alten Bank alle Informationen zu Daueraufträgen und Lastschriftmandaten anzufordern und die betroffenen Zahlungspartner zu informieren.

Schritt vier ist der kritischste: Überwache den Übertragungsprozess aktiv. Die neue Bank stellt dir in der Regel eine Liste aller identifizierten Daueraufträge und Lastschriftgläubiger zur Verfügung. Prüfe diese Liste sorgfältig auf Vollständigkeit. Einige wichtige Institutionen tauchen in dieser Liste möglicherweise nicht automatisch auf – weil sie keine Lastschriftmandate, sondern manuelle Überweisungen verwenden. Dazu gehören insbesondere das Finanzamt und die Krankenversicherung, falls du dort als freiwillig Versicherter geführt wirst. Diese musst du manuell über deine neue IBAN informieren. Auch deinen Arbeitgeber oder deinen Rentenversicherungsträger solltest du direkt kontaktieren, damit laufende Zahlungen sicher auf dem richtigen Konto landen.

Erst wenn alle Zahlungspartner auf die neue IBAN umgestellt sind und du sichergestellt hast, dass keine offenen Lastschriften oder Dispositionen am alten Konto anhängen, kannst du das alte Konto kündigen. Halte das alte Konto idealerweise noch einen vollen Abrechnungszeitraum (meist einen Monat) aktiv, um sicherzugehen, dass keine vergessenen Zahlungen mehr eingehen oder abgehen.

AUF EINEN BLICK

  • Für einen längeren Auslandsaufenthalt: Ein Konto mit kostenloser Fremdwährungsabhebung oder SEPA-Bereich-Abdeckung kann Gebühren sparen.
  • Bei Konten in der EU gilt ebenfalls ein Kontowechselrecht, das allerdings nicht denselben gesetzlichen Automatismus wie in Deutschland hat.
  • Tipp: Altes Konto während des Auslandsaufenthalts nicht voreilig kündigen – es könnte als Referenzkonto oder für Rückzahlungen benötigt werden.

Kontowechsel beim Umzug oder Auslandsaufenthalt: Was Verbraucher beachten müssen

Fehler 1: Altes Konto zu früh kündigen – laufende Lastschriften können platzen und Mahngebühren entstehen.

Ein häufiges Missverständnis: Wer innerhalb Deutschlands umzieht, muss sein Konto nicht zwingend wechseln. Die IBAN bleibt gültig, egal wo du in Deutschland wohnst. Ein Wechsel kann sich dennoch lohnen – zum Beispiel, wenn deine bisherige Filialbank am neuen Wohnort kaum oder gar nicht vertreten ist und du regelmäßig auf Filialdienste angewiesen bist. In diesem Fall kann der Wechsel zu einer Direktbank oder einer Neobank mit bundesweitem Geldautomatennetz die praktischere Lösung sein.

Für einen längeren Auslandsaufenthalt – etwa im Rahmen einer beruflichen Entsendung oder eines privaten Auslandsjahres – gelten besondere Überlegungen. Innerhalb des SEPA-Raums (der Eurozone und weiteren europäischen Ländern) kannst du deine deutsche IBAN für Überweisungen und Lastschriften in der Regel problemlos verwenden. Schwieriger wird es bei Bargeldabhebungen im Ausland: Viele Konten erheben für Abhebungen außerhalb Deutschlands oder in Fremdwährungen Gebühren. Hier lohnt sich der Blick auf Konten, die kostenlose Fremdwährungsabhebungen oder zumindest einen günstigen Wechselkurs bieten.

Innerhalb der EU gilt grundsätzlich ebenfalls ein Kontowechselrecht, das durch die EU-Zahlungskontenrichtlinie abgesichert ist – allerdings nicht mit demselben gesetzlichen Automatismus wie in Deutschland. Wer ein Konto in einem anderen EU-Land eröffnen möchte, sollte sich auf den Prozess der dortigen Bank einlassen und nicht zwingend die deutschen Regeln als Maßstab nehmen. Der wichtigste Tipp für alle, die einen Auslandsaufenthalt planen: Kündige dein deutsches Konto nicht voreilig. Es könnte als Referenzkonto für Rückzahlungen, für die Rücküberweisung von Mietkaution oder für die Abrechnung mit deutschen Behörden benötigt werden.

AUF EINEN BLICK

  • Fehler 2: Arbeitgeber und Krankenversicherung vergessen – beide Institutionen müssen manuell über die neue IBAN informiert werden, da sie ggf. nicht als Lastschriftgläubiger auftauchen.
  • Fehler 3: Negativen Kontostand vor dem Wechsel nicht ausgleichen – Disposchulden müssen vor der Kündigung beglichen werden.
  • Fehler 4: Steuerliche Freistellungsaufträge nicht übertragen – Freistellungsauftrag beim alten Institut kündigen und beim neuen neu einrichten.
  • Fehler 5: Depot oder Tagesgeldkonto vergessen – diese sind nicht automatisch Teil des Kontowechselservice und müssen separat übertragen werden.

Häufige Fehler beim Kontowechsel – und wie du sie vermeidest

Der gesetzliche Kontowechselservice ist für den Kunden kostenlos – sowohl bei der alten als auch bei der neuen Bank.

Der teuerste Fehler beim Kontowechsel ist das zu frühe Kündigen des alten Kontos. Wer das alte Konto schließt, bevor alle Zahlungspartner auf die neue IBAN umgestellt wurden, riskiert, dass Lastschriften platzen. Das führt nicht nur zu Mahngebühren beim Gläubiger, sondern kann auch Einträge bei Auskunfteien nach sich ziehen – was im schlimmsten Fall die Bonität beeinträchtigt. Lass das alte Konto deshalb mindestens vier bis acht Wochen parallel zum neuen Konto aktiv, bevor du es offiziell kündigst.

Ein weiterer häufiger Fehler: Behörden und Krankenversicherung werden vergessen. Beide Institutionen überweisen Geld aktiv auf ein Konto (zum Beispiel Erstattungen oder laufende Leistungen), anstatt per Lastschrift zu ziehen. Sie tauchen daher oft nicht in der automatisch generierten Liste der Zahlungspartner auf und müssen manuell über die neue IBAN informiert werden. Gleiches gilt für den Arbeitgeber: Auch hier ist eine direkte Mitteilung per E-Mail oder Formular nötig.

Wer beim alten Konto noch einen negativen Kontostand hat, sollte diesen vor dem Wechsel ausgleichen. Dispositionsschulden können in der Regel nicht einfach auf die neue Bank übertragen werden – und eine ausstehende Schuld beim alten Institut kann die Kündigung des Kontos verzögern oder erschweren. Gleiches gilt für einen bestehenden Rahmenkredit oder einen Abrufkredit: Diese müssen separat und vor dem Kontowechsel geregelt werden.

Oft übersehen wird auch der Freistellungsauftrag. Wer bei der alten Bank einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge eingerichtet hat, muss diesen dort kündigen und bei der neuen Bank neu beantragen. Andernfalls werden Zinsen, Dividenden oder andere Kapitalerträge beim neuen Institut sofort mit der Abgeltungsteuer von 25 % belastet – obwohl der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Ledige eigentlich ausgeschöpft werden könnte. Das Vergessen dieses Schritts kostet bares Geld, ist aber leicht zu vermeiden, wenn man die Checkliste konsequent abarbeitet.

AUF EINEN BLICK

  • Mögliche Kosten können entstehen durch: Kontoauflösungsgebühren (mittlerweile selten, aber check deine AGB), Nachsendegebühren für Überweisungen über die alte Bank oder Depotübertragungsgebühren.
  • Kontoführungsgebühren für das neue Konto richten sich nach den AGB der jeweiligen Bank – hier unbedingt auf die Konditionen für dein persönliches Nutzungsverhalten achten.
  • Keine versteckten Pflichtgebühren für den reinen Wechselservice nach ZKG.

Was kostet der Kontowechselservice – und gibt es versteckte Gebühren?

Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner kannst du in wenigen Minuten prüfen, ob deine aktuelle Kontostruktur zu deiner Lebenssituation passt.

Die gute Nachricht zuerst: Der gesetzliche Kontowechselservice selbst ist vollständig kostenlos – das gilt sowohl für die alte als auch für die neue Bank. Kein deutsches Institut darf für die Übertragung von Daueraufträgen, die Informierung von Lastschriftgläubigern oder die Weiterleitung eingehender Überweisungen Gebühren erheben. Das ist gesetzlich eindeutig geregelt.

Mögliche Kosten können jedoch an anderer Stelle entstehen. Erstens: Manche Banken erheben bei der Auflösung eines Kontos eine Abschlussgebühr – das ist zwar mittlerweile selten, aber es lohnt sich, einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des alten Instituts zu werfen. Zweitens: Wenn du ein Depot oder ein Tagesgeldkonto mit dem Girokonto verbunden hast, können für die Übertragung des Depots auf eine andere Bank separate Depotübertragungsgebühren anfallen. Diese sind nicht Teil des gesetzlichen Kontowechselservices und müssen direkt zwischen dir und den beteiligten Instituten geregelt werden. Drittens: Das neue Konto selbst kann Kontoführungsgebühren haben – allerdings gibt es oft Konditionen mit reduzierten oder sogar keinen Grundgebühren.

Fazit auf der Kostenseite: Der reine Wechselprozess nach ZKG ist kostenlos und transparent. Wer aber verbundene Finanzprodukte hat oder bei einer Bank mit Auflösungsgebühren ist, sollte die AGB genau lesen und im Zweifel die Verbraucherzentrale um Rat fragen. Für die meisten Sparer:innen, die noch kein komplexes Finanzgeflecht haben, ist der Wechselprozess jedoch unkompliziert und kostenneutral.

AUF EINEN BLICK

  • Der Rechner gibt dir eine persönliche Einschätzung zu Gebühren, Dispozins und weiteren Finanzfaktoren – ohne Empfehlung eines konkreten Anbieters.
  • Nach dem Check kannst du gezielt entscheiden, ob und wann ein Kontowechsel für dich sinnvoll ist.

Finanz-Score checken und Wechselpotenzial erkennen

Ein Kontowechsel ist keine komplizierte Angelegenheit – wenn man die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge geht. Das Zahlungskontengesetz gibt dir als Verbraucher:in starke Rechte: kostenloser Service, automatische Übertragung der Zahlungsdaten und klare Fristen. Die häufigsten Fehler – altes Konto zu früh kündigen, laufende Verträge vergessen, Freistellungsauftrag nicht übertragen – lassen sich mit einer einfachen Checkliste zuverlässig vermeiden.

Bevor du aber konkret wechselst, lohnt sich ein kurzer Selbstcheck: Passt deine aktuelle Kontostruktur wirklich zu deiner Lebenssituation? Zahlst du möglicherweise Gebühren, die du nicht zahlen müsstest? Nutzt du deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro vollständig aus? Hast du deinen Disporahmen im Blick?

Jetzt Finanz-Score prüfen: Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner kannst du in wenigen Minuten herausfinden, ob deine aktuelle Kontostruktur zu deiner Lebenssituation passt – ohne Empfehlung eines konkreten Anbieters, dafür mit einer ehrlichen Einschätzung zu Gebühren, Dispozins und weiteren Finanzfaktoren. Zum Finanz-Score-Rechner →

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Häufige Fragen

Ein Kontowechsel dauert in der Regel etwa zwei bis vier Wochen. Die neue Bank übernimmt die meisten Schritte für dich, aber du solltest genügend Zeit einplanen, bis alle Zahlungen umgestellt sind.

Die neue Bank bietet in der Regel einen Kontowechselservice an, der die Kündigung für dich übernimmt. Du musst das alte Konto also nicht selbst kündigen, kannst es aber auf Wunsch auch selbst tun.

Dein Freistellungsauftrag wird beim Kontowechsel nicht automatisch übertragen. Du musst bei der neuen Bank einen neuen Freistellungsauftrag stellen und den alten bei der bisherigen Bank widerrufen, damit keine doppelte Freistellung entsteht.

Ja, den Kontowechselservice kannst du auch bei einem Wechsel von einer Filialbank zu einer Direktbank nutzen. Der Service funktioniert unabhängig vom Banktyp und umfasst die gleichen Schritte wie bei einem Wechsel zwischen Filialbanken.

Deine Daueraufträge werden im Rahmen des Kontowechselservices von der neuen Bank übernommen. Du musst sie nicht selbst einrichten, aber du solltest prüfen, ob alle Daueraufträge korrekt übertragen wurden.

Ja, du musst Behörden separat über deinen Kontowechsel informieren. Der Kontowechselservice der Bank übernimmt keine Mitteilungen an Behörden, daher solltest du die neue Bankverbindung selbst mitteilen.

Ein Kontowechsel ist auch möglich, wenn du noch einen Dispokredit nutzt. Du musst den Dispokredit jedoch vor der Kündigung des alten Kontos vollständig ausgleichen, da die neue Bank keine offenen Schulden übernimmt.

Ja, du kannst einen Kontowechsel auch während eines längeren Auslandsaufenthalts durchführen. Du solltest jedoch sicherstellen, dass du alle Unterlagen digital empfangen kannst und die neue Bank eine Online-Kontoeröffnung anbietet, da der Postweg ins Ausland länger dauern kann.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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