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Staatsanleihen in der Steuererklärung: So gibst du Zinsen und Kursgewinne richtig an

Zinsen und Kursgewinne aus Staatsanleihen zählen zu den Kapitalerträgen und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Die Abgeltungs­teuer wird in der Regel automatisch von deiner Bank einbehalten, doch mit dem Sparer-Pauschbetrag und der Anlage KAP kannst du zu viel gezahlte Steuern zurückholen.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Zinsen und Kursgewinne aus Staatsanleihen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
  • Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro für Singles und 2.000 Euro für Ehepaare.
  • Ausländische Quellensteuer auf Zinsen kann auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet werden.
  • Verluste aus wertlosen Anleihen kannst du über die Steuererklärung bis 20.000 Euro pro Jahr verrechnen.

01 · Grundlagen

Was sind Staatsanleihen und Schuldverschreibungen?

Staatsanleihen funktionieren wie ein Kredit an den Staat. Du leihst dem Staat Geld und erhältst dafür in der Regel jährlich Zinsen, den sogenannten Kupon.

Staatsanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, bei denen du einem Staat Geld leihst. Dafür erhältst du in der Regel jährlich Zinsen, den sogenannten Kupon, und am Ende der Laufzeit dein eingesetztes Kapital zurück.

Staatsanleihen und Unternehmensanleihen werden überwiegend als Schuldverschreibung auf den Inhaber ausgegeben. Das bedeutet, die Anleihe ist nicht auf deinen Namen ausgestellt, was eine problemlose Übertragung gewährleistet.

Kurz erklärt

Staatsanleihe

Ein festverzinsliches Wertpapier, bei dem du einem Staat Geld leihst und dafür Zinsen sowie am Laufzeitende das eingesetzte Kapital zurückerhältst.

Staatsanleihen und Unternehmensanleihen werden überwiegend als Inhaberschuldverschreibung ausgegeben, was eine problemlose Übertragung gewährleistet.

02 · Kosten

Abgeltungs­teuer auf Zinsen und Kursgewinne: Was wird fällig?

Sowohl die Zinserträge als auch realisierte Kursgewinne aus Staatsanleihen werden steuerlich gleich behandelt. Die Bank führt die Steuer automatisch ab, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt.

Zinserträge und realisierte Kursgewinne aus Staatsanleihen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Die Bank führt die Steuer automatisch ab, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt. Wie bei allen Kapitalerträgen greift auch bei Anleihen der Sparer-Pauschbetrag, bevor die Abgeltungsteuer berechnet wird.

Kurz erklärt

Abgeltungs­teuer

Steuerliche Belastung von Kapitalerträgen aus Staatsanleihen im Jahr 2026

25 %

03 · Was gilt

Sparer-Pauschbetrag: So nutzt du deinen Freibetrag

Der Sparer-Pauschbetrag schützt einen Teil deiner Kapitalerträge vor der Abgeltungsteuer. Du kannst ihn über einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank oder nachträglich über die Steuererklärung geltend machen.

Für Singles liegt er bei 1.000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro.

Du kannst den Freibetrag über einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank nutzen oder nachträglich über die Steuererklärung geltend machen. Zu den Kapitalerträgen, die auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet werden, zählen Zinsen aus Staatsanleihen, Kursgewinne aus Anleihen, Zinsen aus Tagesgeld und Festgeld sowie Dividenden aus Aktien.

  • Beiträge zur Krankenversicherung zählen nicht zum Sparer-Pauschbetrag.
  • Werbungskosten für die Geldanlage und Ausgaben für Depotgebühren werden nicht auf den Freibetrag angerechnet.
  • Verluste aus Aktienverkäufen zählen ebenfalls nicht zum Sparer-Pauschbetrag.

Zählt mit

·Zinsen aus Staatsanleihen
·Kursgewinne aus Anleihen
·Zinsen aus Tagesgeld und Festgeld
·Dividenden aus Aktien

Zählt nicht

·Beiträge zur Krankenversicherung
·Werbungskosten für die Geldanlage
·Verluste aus Aktienverkäufen
·Ausgaben für Depotgebühren

04 · Schritt für Schritt

Ausländische Quellensteuer: So wird sie angerechnet

Bei Anleihen ausländischer Staaten kann im Ausland Quellensteuer auf die Zinsen einbehalten werden. Diese Steuer wird direkt abgezogen, bevor der Nettobetrag auf deinem Konto landet.

Besteht mit dem Quellenstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen, wird die anrechenbare Quellensteuer auf die deutsche Kapitalertragsteuer von 25 Prozent angerechnet. Übersteigt die ausländische Quellensteuer den anrechenbaren Betrag, kannst du eine Erstattung über die Anlage KAP beantragen.

01

Einbehalt im Ausland

Der ausländische Staat behält Quellensteuer auf die Zinszahlung ein, zum Beispiel in Italien.

02

Gutschrift des Nettobetrags

Auf deinem Verrechnungskonto landet nur der Zinsbetrag nach Abzug der ausländischen Quellensteuer.

03

Anrechnung auf die Abgeltungsteuer

Besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, wird die anrechenbare Quellensteuer auf die deutsche Kapitalertragsteuer von 25 Prozent angerechnet.

04

Erstattung über die Steuererklärung

Übersteigt die ausländische Quellensteuer den anrechenbaren Betrag, kannst du eine Erstattung über die Anlage KAP beantragen.

05 · Im Vertrag

Schuldverschreibungen: Welche Sonderfälle gibt es?

Nicht jede Schuldverschreibung wird steuerlich gleich behandelt. Für bestimmte Produkte wie Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen gelten Ausnahmen von der Abgeltungsteuer.

Klassische Staatsanleihen und Unternehmensanleihen unterliegen mit Zinsen und Kursgewinnen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Eine Ausnahme gilt für Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen. Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Einlösung in physisches Gold keine Veräußerung ist und damit nicht als Kapitalertrag besteuert wird. Die Schuldverschreibung verbrieft keine Kapitalforderung, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung, nämlich die Lieferung des physischen Goldes.

Steuerliche Einordnung verschiedener Schuldverschreibungen

Klassische StaatsanleiheAbgeltungsteuerZinsen und Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
UnternehmensanleiheAbgeltungsteuerAuch Zinsen und Kursgewinne aus Unternehmensanleihen werden mit der Abgeltungsteuer besteuert. Das Ausfallrisiko hängt von der Bonität des Unternehmens ab.
Xetra-Gold-InhaberschuldverschreibungSteuerfrei bei EinlösungDie Einlösung in physisches Gold ist keine Veräußerung und damit nicht als Kapitalertrag steuerpflichtig. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden.
WandelanleiheAbgeltungsteuerWandelanleihen sind in der Regel Inhaberschuldverschreibungen. Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer, bei Wandlung in Aktien gelten die Regeln für Aktiengewinne.

06 · Checkliste

Bonität und Rating-Agenturen: So schätzt du das Ausfallrisiko ein

Die Bonität eines Staates oder Unternehmens bestimmt, wie wahrscheinlich die Rückzahlung deiner Anleihe ist. Rating-Agenturen bewerten diese Kreditwürdigkeit mit Noten.

Für deine Anlageentscheidung solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen. Dazu gehören das Rating der Anleihe, die Währung, die Rendite im Vergleich zu Anleihen ähnlicher Bonität, die Laufzeit und die wirtschaftliche Lage des Emittenten.

  • Prüfe das Rating der Anleihe bei einer großen Rating-Agentur.
  • Achte auf die Währung der Anleihe, Fremdwährungsanleihen tragen ein Wechselkursrisiko.
  • Vergleiche die Rendite mit Anleihen ähnlicher Bonität.
  • Berücksichtige die Laufzeit, längere Laufzeiten bedeuten ein höheres Zinsänderungsrisiko.
  • Informiere dich über die wirtschaftliche Lage des Emittenten.
  • Streue dein Anlagerisiko über verschiedene Emittenten und Laufzeiten.

Wichtige Kriterien zur Einschätzung der Bonität

01

Prüfe das Rating der Anleihe bei einer großen Rating-Agentur

02

Achte auf die Währung der Anleihe, Fremdwährungsanleihen tragen ein Wechselkursrisiko

03

Vergleiche die Rendite mit Anleihen ähnlicher Bonität

04

Berücksichtige die Laufzeit, längere Laufzeiten bedeuten höheres Zinsänderungsrisiko

05

Informiere dich über die wirtschaftliche Lage des Emittenten

06

Streue dein Anlagerisiko über verschiedene Emittenten und Laufzeiten

07 · Was gilt

Verluste aus Staatsanleihen: So verrechnest du sie

Nicht jede Anleihe wird zurückgezahlt. Bei einer Insolvenz des Emittenten kannst du Verluste steuerlich geltend machen, allerdings nur über die Steuererklärung.

Verluste aus der Veräußerung von Anleihen kannst du im allgemeinen Verlusttopf mit anderen Gewinnen aus Kapitalanlagen verrechnen, auch mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen. Für wertlose Anleihen gilt eine Verrechnungsgrenze von 20.000 Euro pro Jahr, höhere Verluste kannst du in den Folgejahren verrechnen.

  • Verluste aus Aktienveräußerungen kannst du nicht mit Zinserträgen oder Kursgewinnen aus Anleihen verrechnen.
  • Verluste aus wertlosen Anleihen kannst du nicht über den Verlusttopf der Bank verrechnen.
  • Verluste aus Anleihen kannst du nicht mit Einkünften aus Vermietung verrechnen.

Verrechenbar

·Verluste aus der Veräußerung von Anleihen mit Gewinnen aus Kapitalanlagen
·Verluste aus wertlosen Anleihen bis 20.000 Euro pro Jahr
·Höhere Verluste aus wertlosen Anleihen in Folgejahren
·Verluste aus Anleihen mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen

Nicht verrechenbar

·Verluste aus Aktienveräußerungen mit Zinserträgen aus Anleihen
·Verluste aus Aktienveräußerungen mit Kursgewinnen aus Anleihen
·Verluste aus wertlosen Anleihen über den Verlusttopf der Bank
·Verluste aus Anleihen mit Einkünften aus Vermietung

08 · Vergleich

Anlagestrategie: Wann sich Staatsanleihen steuerlich lohnen

Staatsanleihen gelten als vergleichsweise sichere Anlageform. Steuerlich profitieren sie von der Abgeltungsteuer, da der Steuersatz unabhängig von deinem persönlichen Einkommensteuersatz ist.

Im Vergleich zu Aktienfonds gibt es Unterschiede bei der Verlustverrechnung. Verluste aus Anleihen landen im allgemeinen Verlusttopf und sind auch mit Aktiengewinnen verrechenbar, während Verluste aus Aktienveräußerungen nur im Aktienverlusttopf mit Aktiengewinnen verrechnet werden können.

  • Bei Aktienfonds greift eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das heißt nur 70 Prozent der Erträge werden besteuert.
  • Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr gilt für beide Anlageformen.
  • Bei ausländischen Anleihen und ausländischen Fonds kann Quellensteuer anfallen, die anrechenbar ist.
Steuerliche Behandlung von Staatsanleihen im Vergleich zu anderen Anlageformen
StaatsanleihenAktienfonds
Steuersatz auf Erträge25 % Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer25 % Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer
Sparer-Pauschbetrag1.000 Euro pro Person und Jahr1.000 Euro pro Person und Jahr
VerlustverrechnungAllgemeiner Verlusttopf, auch mit AktiengewinnenAllgemeiner Verlusttopf, auch mit Aktiengewinnen
QuellensteuerBei ausländischen Anleihen möglich, anrechenbar

09 · Hintergrund

Festverzinsliche Wertpapiere: Diese Steuerregeln gelten

Festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen zahlen regelmäßig einen festen Kupon. Für die Steuererklärung ist entscheidend, wann dir die Zinsen zufließen.

Festverzinsliche Wertpapiere gehören zu den wenigen Anlageformen, die von der Abgeltungsteuer profitieren können. Das gilt vor allem für Anleger mit einem persönlichen Steuersatz über 25 Prozent, da die Abgeltungsteuer niedriger ausfällt als der individuelle Einkommensteuersatz.

Die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren werden in dem Jahr steuerlich erfasst, in dem sie dir zufließen. Bei Bundesanleihen erfolgt die Zinszahlung in der Regel jährlich, bei anderen Anleihen kann der Kupon auch halbjährlich oder vierteljährlich ausgezahlt werden.

Kursgewinne entstehen, wenn du eine Anleihe vor Laufzeitende zu einem höheren Kurs verkaufst als du sie gekauft hast. Diese Gewinne werden ebenfalls mit der Abgeltungsteuer besteuert, unabhängig davon, wie lange du die Anleihe gehalten hast.

Festverzinsliche Wertpapiere gehören zu den wenigen Anlageformen, die von der Abgeltungsteuer profitieren können. Das gilt vor allem für Anleger mit einem persönlichen Steuersatz über 25 Prozent, da die Abgeltungsteuer niedriger ausfällt als der individuelle Einkommensteuersatz.

Die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren werden in dem Jahr steuerlich erfasst, in dem sie dir zufließen. Bei Bundesanleihen erfolgt die Zinszahlung in der Regel jährlich, bei anderen Anleihen kann der Kupon auch halbjährlich oder vierteljährlich ausgezahlt werden.

Kursgewinne entstehen, wenn du eine Anleihe vor Fälligkeit zu einem höheren Kurs verkaufst, als du sie gekauft hast. Diese Gewinne zählen ebenfalls zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer.

10 · Kosten

Steuersatz und Kirchensteuer: So hoch ist die Gesamtbelastung

Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Kirchensteuer mindert dabei die Abgeltungsteuer.

Die Kirchensteuer wird als Zuschlag auf die Abgeltungsteuer erhoben und mindert gleichzeitig die Bemessungsgrundlage der Abgeltungsteuer.

Ohne Kirchensteuer liegt die Gesamtbelastung bei 26,375 Prozent. Mit Kirchensteuer von 9 Prozent beträgt sie 27,82 Prozent, mit Kirchensteuer von 8 Prozent liegt sie bei 27,65 Prozent. Die Werte gelten für das Jahr 2026 bei einem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro für Singles.

Kurz erklärt

Abgeltungs­teuer

Steuersatz auf Kapitalerträge aus Staatsanleihen

25 %

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026