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MagazineFinanzenInvestieren Schwellenländer ETF Vergleich
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Schwellenländer ETF Vergleich: Dein Wegweiser zu mehr Rendite

Du willst in Schwellenländer investieren, aber der Vergleich der ETFs macht dich unsicher? Kein Problem. Wir erklären dir die wichtigsten Unterschiede und zeigen dir, wie du den passenden ETF für dein Portfolio findest.

ETFSchwellenländerInvestieren
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber es kann deine Renditechancen erhöhen.
Ist das riskant?
Ja, durchaus.
Die Kurse schwanken stärker als bei Industrieländern.
Wie viel kostet das?
Meist unter 0,5 %.
Die laufenden Kosten sind oft gering.
Wie starte ich?
Mit einem Sparplan.
So investierst du regelmäßig und flexibel.

Warum Schwellenländer auch dich betreffen

Vielleicht denkst du, dass Schwellenländer wie Indien, Brasilien oder China weit weg sind und nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dein Smartphone, deine Kleidung oder sogar Teile deines Autos kommen oft aus diesen Regionen. Die wirtschaftliche Entwicklung dort beeinflusst globale Lieferketten und damit auch Preise und Verfügbarkeit von Produkten, die du täglich nutzt.

Für dich als Anleger:in bedeutet das, dass du von diesem Wachstum profitieren kannst. Wenn du in Schwellenländer investierst, beteiligst du dich an Unternehmen, die in diesen dynamischen Märkten tätig sind. Das kann eine sinnvolle Ergänzung zu deinen bestehenden Investments sein, denn es eröffnet dir Chancen, die du mit reinen Industrieländer-ETFs nicht hättest.

Ein weiterer Punkt ist die Diversifikation. Wenn du nur in Deutschland, Europa oder den USA investierst, bist du stark von diesen Märkten abhängig. Schwellenländer entwickeln sich oft unabhängig von den Industrieländern. Das bedeutet: Wenn es hier mal nicht so gut läuft, können deine Investments dort trotzdem wachsen. So kannst du dein Risiko streuen und dein Portfolio stabilisieren.

Zudem sind viele Schwellenländer rohstoffreich. Öl, Kupfer, seltene Erden, all das wird dort gefördert. Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen wird weltweit steigen, nicht zuletzt wegen der Energiewende. Ein ETF auf Schwellenländer kann dir also auch einen indirekten Zugang zu diesen wichtigen Ressourcen verschaffen, ohne dass du einzelne Aktien oder Fonds auswählen musst.

~85 %
der Weltbevölkerung leben in Schwellenländern.
> 50 %
des globalen BIP-Wachstums kommen aus diesen Ländern.
3.000+
Unternehmen sind in gängigen Indizes enthalten.

Was sind Schwellenländer überhaupt?

Bevor du in den Vergleich einsteigst, solltest du verstehen, was Schwellenländer genau sind. Der Begriff kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt 'Emerging Markets'. Damit sind Länder gemeint, die sich von einem Entwicklungsland zu einer industrialisierten Nation wandeln. Sie haben oft eine wachsende Mittelschicht, eine junge Bevölkerung und eine sich schnell entwickelnde Infrastruktur.

Zu den bekanntesten Schwellenländern gehören China, Indien, Brasilien, Russland und Südafrika. Man nennt sie auch die BRICS-Staaten. Aber auch Länder wie Mexiko, Indonesien, die Türkei, Südkorea oder Taiwan zählen dazu. Der genaue Kreis der Länder kann je nach Index oder Finanzdienstleister leicht variieren, aber der Kern ist meist ähnlich.

Diese Länder haben gemeinsam, dass sie ein höheres Wirtschaftswachstum anstreben als die etablierten Industrienationen. Das liegt oft an der jungen Bevölkerung, die konsumieren und arbeiten will. Gleichzeitig sind diese Märkte aber auch volatiler. Das heißt, die Kurse schwanken stärker, sowohl nach oben als auch nach unten. Politische Instabilität oder Währungsschwankungen können schneller zu Verlusten führen.

Für dich als Anleger:in ist es wichtig zu wissen, dass ein Investment in Schwellenländer nicht mit einem Investment in Deutschland oder den USA vergleichbar ist. Die Risiken sind höher, aber eben auch die Chancen auf überdurchschnittliche Renditen. Ein ETF bündelt viele Unternehmen aus diesen Ländern, was das Risiko zumindest streut, aber nicht eliminiert.

So funktioniert ein Schwellenländer ETF

Ein ETF, das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest nicht nur eine Aktie kaufen, sondern gleich mehrere hundert. Ein ETF macht genau das möglich. Er bildet einen Index nach, zum Beispiel den MSCI Emerging Markets. Dieser Index enthält die größten und wichtigsten Unternehmen aus den Schwellenländern.

Wenn du einen Schwellenländer ETF kaufst, kaufst du also einen Korb voller Aktien. Du musst nicht selbst entscheiden, welche Firma gut ist und welche nicht. Der Index legt fest, welche Unternehmen enthalten sind und wie stark sie gewichtet werden. Das spart dir eine Menge Zeit und Rechercheaufwand.

Die Funktionsweise ist simpel: Der ETF-Anbieter kauft die Aktien, die im Index enthalten sind, und bildet so die Wertentwicklung des Index ab. Steigt der Index, steigt auch dein ETF. Fällt er, fällt auch dein Investment. Du profitierst also direkt von der Entwicklung der Schwellenländer, ohne einzelne Aktien analysieren zu müssen.

Ein großer Vorteil von ETFs ist ihre Flexibilität. Du kannst sie jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen. Zudem sind sie transparent, denn du kannst jederzeit nachsehen, welche Unternehmen im Index enthalten sind. Und nicht zuletzt sind sie kostengünstig, da sie passiv verwaltet werden. Das bedeutet, es gibt keinen Fondsmanager, der teuer bezahlt werden muss.

Die wichtigsten Indizes im Vergleich

Wenn du dich mit dem Schwellenländer ETF Vergleich beschäftigst, wirst du schnell auf verschiedene Indizes stoßen. Die bekanntesten sind der MSCI Emerging Markets, der FTSE Emerging und der MSCI Emerging Markets IMI. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der enthaltenen Unternehmen und in der Gewichtung der Länder.

Der MSCI Emerging Markets ist der Klassiker. Er enthält etwa 1.400 Unternehmen aus 24 Ländern. Der Fokus liegt stark auf China, Taiwan und Indien. Der FTSE Emerging ist ähnlich aufgebaut, hat aber manchmal eine etwas andere Ländergewichtung. Der MSCI Emerging Markets IMI geht noch einen Schritt weiter und enthält auch kleinere Unternehmen, sogenannte Small Caps. Das macht ihn breiter aufgestellt.

Für dich stellt sich die Frage: Welcher Index passt zu dir? Wenn du auf die großen, etablierten Unternehmen setzen willst, reicht der MSCI Emerging Markets. Wenn du auch kleinere Firmen mit einbeziehen möchtest, die vielleicht mehr Wachstumspotenzial haben, aber auch riskanter sind, dann ist der IMI eine Option. Der FTSE ist eine gute Alternative, wenn du eine andere Gewichtung bevorzugst.

Wichtig ist, dass du nicht nur auf den Namen schaust, sondern auch auf die Zusammensetzung. Ein Blick ins Factsheet des Index kann dir zeigen, welche Länder und Branchen wie stark vertreten sind. So kannst du sicherstellen, dass dein Investment zu deinen Vorstellungen und deiner Risikobereitschaft passt.

Kosten und Gebühren: Darauf solltest du achten

Kosten sind ein entscheidender Faktor beim Schwellenländer ETF Vergleich, denn sie schmälern deine Rendite. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote, auch TER genannt. Sie gibt an, wie viel Prozent deines Investments pro Jahr an den Fondsanbieter fließen. Bei Schwellenländer ETFs liegt sie meist zwischen 0,15 % und 0,50 %.

Zusätzlich zur TER gibt es noch Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf des ETFs anfallen. Diese hängen von deinem Broker ab. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne an, bei denen du keine oder nur geringe Gebühren zahlst. Das ist besonders für den Start interessant, wenn du regelmäßig investieren möchtest.

Ein weiterer Kostenpunkt kann der Spread sein, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs ist der Spread meist klein, bei weniger gehandelten kann er größer sein. Achte also darauf, dass dein ETF ein ausreichendes Handelsvolumen hat. Das erkennst du an der Anzahl der gehandelten Stücke pro Tag.

Vergleiche nicht nur die Kosten, sondern auch die Qualität des ETFs. Ein etwas teurerer ETF kann sich lohnen, wenn er einen breiteren Index abbildet oder eine längere Historie hat. Die reine Kostenersparnis sollte nicht das einzige Kriterium sein. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Kosten, Abbildungsqualität und Liquidität ist das Ziel.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Der Schwellenländer ETF Vergleich ist mehr als nur ein Blick auf die Kosten. Du solltest auch auf die Replikationsmethode achten. Es gibt physische ETFs, die die Aktien tatsächlich kaufen, und synthetische ETFs, die die Wertentwicklung über Derivate abbilden. Beide haben Vor- und Nachteile. Physische sind oft transparenter, synthetische können manchmal günstiger sein.

Ein weiteres Kriterium ist die Ertragsverwendung. Es gibt ausschüttende ETFs, die dir die Dividenden der Unternehmen regelmäßig auszahlen, und thesaurierende ETFs, die die Erträge direkt wieder anlegen. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft sinnvoll, da du den Zinseszinseffekt nutzt. Wenn du ein regelmäßiges Einkommen erzielen möchtest, sind ausschüttende ETFs interessant.

Die Fondsgröße und das Alter des ETFs spielen ebenfalls eine Rolle. Ein größerer und älterer ETF hat sich meist bewährt und hat ein geringeres Risiko, aufgelöst zu werden. Zudem ist er oft liquider, was den Handel erleichtert. Ein kleiner, neuer ETF kann zwar günstiger sein, birgt aber ein höheres Risiko.

Und schließlich solltest du die Nachhaltigkeitskriterien prüfen. Viele Anbieter haben mittlerweile ESG-ETFs im Angebot, die bestimmte Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards berücksichtigen. Wenn dir das wichtig ist, solltest du darauf achten, dass der ETF diese Kriterien erfüllt. Der Vergleich lohnt sich, denn die Auswahl ist groß.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler beim Schwellenländer ETF Vergleich ist, sich nur auf die Rendite der Vergangenheit zu konzentrieren. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein ETF, der letztes Jahr stark gestiegen ist, kann dieses Jahr genauso gut fallen. Schau lieber auf die Struktur und die Zusammensetzung des Index.

Ein weiterer Fehler ist, zu viel in Schwellenländer zu investieren. Diese Märkte sind volatil und können dein Portfolio stark schwanken lassen. Eine Faustregel besagt, dass Schwellenländer nur einen Teil deines Aktienportfolios ausmachen sollten, zum Beispiel 10 bis rund 20 Prozent. Der Rest sollte in stabilere Industrieländer fließen.

Viele Anleger:innen machen auch den Fehler, bei Kursschwankungen sofort zu verkaufen. Sie kaufen hoch und verkaufen tief, weil sie der Panik erliegen. Dabei ist genau das Gegenteil sinnvoll: Bei einem langen Anlagehorizont solltest du Kursschwankungen aussitzen und idealerweise bei fallenden Kursen nachkaufen. Das senkt deinen durchschnittlichen Einstiegspreis.

Und schließlich solltest du nicht vergessen, dein Investment regelmäßig zu überprüfen. Die Zusammensetzung des Index ändert sich, und auch deine persönliche Situation kann sich ändern. Ein jährlicher Check, ob dein ETF noch zu dir passt, ist daher empfehlenswert. So stellst du sicher, dass dein Portfolio langfristig ausgewogen bleibt.

So setzt du deinen ETF-Sparplan konkret um

Jetzt wird es praktisch. Du hast dich für einen Schwellenländer ETF entschieden und möchtest loslegen. Der einfachste Weg ist ein ETF-Sparplan. Dafür benötigst du ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Die Eröffnung ist meist unkompliziert und oft sogar kostenlos. Du musst nur deine Identität bestätigen und schon kannst du starten.

Bei der Wahl des Brokers solltest du auf die Konditionen für Sparpläne achten. Viele Anbieter ermöglichen dir, bereits mit kleinen Beträgen zu starten. Du legst fest, wie viel du monatlich investieren möchtest, und der Broker kauft automatisch Anteile des ETFs. So sparst du regelmäßig, ohne jedes Mal aktiv werden zu müssen.

Der nächste Schritt ist die Einrichtung des Sparplans. Du wählst deinen ETF aus, gibst den Betrag ein und legst das Datum fest. Danach läuft alles automatisch. Du kannst den Sparplan jederzeit anpassen, pausieren oder kündigen. Das gibt dir maximale Flexibilität und senkt die Hemmschwelle, überhaupt anzufangen.

Wichtig ist, dass du langfristig denkst. Ein Schwellenländer ETF ist kein kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern ein Baustein für deine Altersvorsorge oder deinen Vermögensaufbau. Bleib diszipliniert, auch wenn die Kurse mal fallen. Mit der Zeit wirst du vom Zinseszinseffekt profitieren und dein Vermögen wächst. Starte am besten noch heute mit deinem ersten Sparplan.

Dein Fahrplan für die nächsten 30 Tage

Du hast jetzt das nötige Wissen, um einen fundierten Schwellenländer ETF Vergleich durchzuführen. Aber Wissen allein reicht nicht, du musst auch handeln. Setze dir ein konkretes Ziel für die nächsten 30 Tage. Das hilft dir, nicht in der Analysephase stecken zu bleiben.

In der ersten Woche solltest du dein Depot eröffnen. Das geht online in wenigen Minuten. Vergleiche die Konditionen der gängigen Broker und wähle den, der am besten zu dir passt. Achte auf die Kosten für Sparpläne und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform.

In der zweiten Woche wählst du deinen ETF aus. Nutze die Tipps aus diesem Artikel und vergleiche die Indizes, Kosten und die Zusammensetzung. Entscheide dich für einen ETF, der zu deiner Risikobereitschaft und deinen Zielen passt. Notiere dir, warum du dich für diesen ETF entschieden hast.

In der dritten und vierten Woche richtest du deinen Sparplan ein und startest mit dem ersten Betrag. Es muss nicht viel sein, der Anfang zählt. Überprüfe nach dem ersten Monat, ob alles wie geplant funktioniert. Du wirst sehen, dass es einfacher ist als gedacht. Der wichtigste Schritt ist der erste, also leg los.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Kursschwankungen von 30 % oder mehr aussitzen?
Ist dein Anlagehorizont länger als 10 Jahre?
Hast du bereits ein Basis-Portfolio mit Welt-ETFs?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, sie sind riskanter als ETFs auf Industrieländer. Die Kurse schwanken stärker, und es gibt politische und wirtschaftliche Unsicherheiten. Mit einem langen Anlagehorizont und einer breiten Streuung kannst du das Risiko jedoch reduzieren.

Das hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Als Faustregel gilt, dass Schwellenländer nur einen Teil deines Aktienportfolios ausmachen sollten, zum Beispiel 10 bis rund 20 Prozent. Der Rest sollte in stabilere Märkte investiert werden.

Ein ausschüttender ETF zahlt dir die Dividenden der Unternehmen regelmäßig aus. Ein thesaurierender ETF legt die Erträge direkt wieder an. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft sinnvoller, da du den Zinseszinseffekt nutzt.

Es gibt nicht den einen besten ETF. Die Wahl hängt von deinen Zielen, deiner Risikobereitschaft und deinen Kostenpräferenzen ab. Vergleiche die Indizes, die Kosten und die Zusammensetzung, um den passenden ETF für dich zu finden.

Ja, das ist möglich. Wie bei allen Aktieninvestments kann der Wert deines ETFs fallen. In Schwellenländern sind die Schwankungen oft besonders groß. Du solltest nur Geld investieren, das du langfristig nicht benötigst.

Nein, du benötigst lediglich ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Die meisten Online-Broker bieten kostenlose Depots und günstige Sparpläne an. Die Eröffnung ist unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.