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Günstige Robo-Advisor: Was digitale Vermögens­verwaltung wirklich kostet

Ein günstiger Robo-Advisor übernimmt die Geldanlage für dich, ohne dass du dich selbst um Rebalancing und ETF-Auswahl kümmern musst. Entscheidend für deine Rendite ist die Gesamtkostenquote aus Servicegebühr und Produktkosten.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die jährliche Servicegebühr liegt bei günstigen Anbietern zwischen 0,35 und 0,75 Prozent der Anlagesumme.
  • Zusätzlich fallen Produktkosten für die enthaltenen ETFs von etwa 0,1 bis 0,3 Prozent an.
  • Robo-Advisor investieren überwiegend passiv in weltweit gestreute Aktien- und Anleihen-ETFs.
  • Deine Wertpapiere sind als Sondervermögen geschützt und gehören auch bei einer Insolvenz des Anbieters dir.

01 · Grundlagen

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Anlagehelfer, der die Verwaltung deines Portfolios automatisiert. Er ermittelt dein Risikoprofil und setzt die passende Anlagestrategie technisch um.

Ein Robo-Advisor stellt dein Portfolio aus einer kleinen Anzahl von Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs zusammen. Die Anbieter arbeiten dabei mit festen Regeln, die eine Software technisch umsetzt. Du bekommst ein fertig eingerichtetes Wertpapierdepot, das sich nicht prinzipiell von einem selbst zusammengestellten Depot unterscheidet.

Die meisten digitalen Anlagehelfer investieren in kostengünstige Indexfonds. Deren Verwaltungsgebühr liegt oft in der Größenordnung von 0,1 bis 0,3 Prozent im Jahr. Für die Umsetzung der Geldanlage kommt anschließend noch eine Servicegebühr des Anbieters obendrauf.

Kurz erklärt

Robo-Advisor

Ein digitaler Anlagehelfer, der nach festen Regeln ein Wertpapier-Portfolio aus ETFs zusammenstellt, automatisch Sparpläne ausführt und das Depot bei Abweichungen neu ausbalanciert.

Die Anlage erfolgt passiv und weltweit gestreut, überwiegend in Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs.

02 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Anlage bei einem digitalen Anlage­helfer

Der Ablauf ist bei den meisten Anbietern ähnlich. Du beantwortest Fragen zu deiner Risikobereitschaft und erhältst ein fertig eingerichtetes Depot.

Zu Beginn fragt der Robo-Advisor ab, wie viel Risiko du eingehen möchtest. Eine Software schlägt daraufhin eine passende Geldanlage vor und der Anbieter setzt diese technisch um. Du erhältst ein Depot, in dem meist eine kleine Anzahl von ETFs liegt.

Anschließend richtet der Robo-Advisor automatisch Sparpläne ein, mit denen du künftig regelmäßig investierst. Das Rebalancing übernimmt der Anbieter bei Abweichungen von der Zielallokation. Du musst dich also nicht selbst um Umschichtungen kümmern.

01

Risikoprofil ermitteln

Der Anbieter fragt deine Risikobereitschaft, deinen Anlagehorizont und deine finanziellen Ziele ab. Daraus wird eine passende Risikoklasse abgeleitet.

02

Strategie auswählen

Du wählst eine Anlagestrategie, meist zwischen sicherheitsorientiert, ausgewogen oder wachstumsorientiert. Die Strategie bestimmt das Verhältnis von Aktien-ETFs zu Anleihen-ETFs.

03

Depot eröffnen

Der Robo-Advisor eröffnet ein Depot bei einer Partnerbank. Deine Einzahlungen fließen in das vereinbarte Portfolio.

04

Automatisch investieren

Ein ETF-Sparplan führt regelmäßige Käufe aus. Das Rebalancing stellt die ursprüngliche Gewichtung wieder her, wenn Märkte sich unterschiedlich entwickeln.

03 · Vergleich

Welche Anlagestrategien nutzen günstige Robo-Advisor?

Die meisten Anbieter setzen auf passive, weltweit gestreute Strategien. Die Unterschiede liegen im Detail, etwa bei der Anzahl der ETFs oder der Beimischung von Rohstoffen und Gold.

Die passive, weltweit gestreute Strategie ist bei günstigen Robo-Advisors am weitesten verbreitet. Sie bildet breite Marktindizes über ETFs ab und setzt auf Aktien, Anleihen sowie Geldmarkt-Fonds. Einige Anbieter mischen zusätzlich Rohstoffe oder Gold bei.

Die Anzahl der verwendeten ETFs variiert zwischen 6 und 15 Titeln. Faktorbasierte Strategien, die Aktien nach Größe oder Wert gewichten, findest du nur bei einzelnen Anbietern als Alternative. Sie kommen oft mit 10 bis 14 ETFs aus.

Typische Anlagestrategien im Vergleich
Passiv weltweit gestreutFaktorbasiert
AnsatzBildet breite Marktindizes über ETFs abGewichtet Aktien nach Faktoren wie Größe oder Wert
Anzahl ETFsMeist 6 bis 15 ETFsOft 10 bis 14 ETFs
AnlageuniversumAktien, Anleihen, Geldmarkt, teils Rohstoffe und GoldAktien, Anleihen, teils Geldmarkt
VerbreitungStandard bei den meisten AnbieternNur bei einzelnen Anbietern als Alternative

04 · Kosten

Was kostet ein günstiger Robo-Advisor?

Die Gesamtkosten setzen sich aus der Servicegebühr des Anbieters und den Produktkosten der ETFs zusammen. Günstige Angebote liegen insgesamt unter 0,8 Prozent pro Jahr.

Die Servicegebühr günstiger Anbieter liegt zwischen 0,35 und 0,75 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Dazu kommen die ETF-Produktkosten von 0,1 bis 0,3 Prozent. Insgesamt zahlst du bei einem günstigen Robo-Advisor typischerweise 0,5 bis 0,9 Prozent pro Jahr.

Die Servicegebühr ist der Aufpreis für die digitale Vermögensverwaltung. Die ETF-Kosten fallen auch bei einem selbst geführten Depot an. Ein selbst gestaltetes Depot mit einem breit gestreuten Aktien-ETF kommt oft mit 0,2 bis 0,3 Prozent Gesamtkosten aus.

Jährliche Kostenbestandteile eines günstigen Robo-Advisors

Servicegebühr (Spanne)0,35 bis 0,75 %
ETF-Produktkosten (Spanne)0,1 bis 0,3 %
Gesamtkosten (typisch)0,5 bis 0,9 %

05 · Was gilt

Welche Rolle spielen Risikoklassen und dein Risikoprofil?

Dein Risikoprofil bestimmt, wie viel deines Geldes in Aktien-ETFs und wie viel in Anleihen-ETFs fließt. Die Risikoklassen reichen von sicherheitsorientiert bis wachstumsorientiert.

Dein Risikoprofil bestimmt das Verhältnis von Aktien-ETFs zu Anleihen-ETFs in deinem Portfolio. Bei einem sicherheitsorientierten Profil liegt der Schwerpunkt auf Anleihen-ETFs und Geldmarkt-Fonds, was geringere Schwankungen bedeutet. Diese Variante eignet sich für kurze Anlagehorizonte unter fünf Jahren.

Ein wachstumsorientiertes Profil setzt auf einen hohen Anteil an Aktien-ETFs, oft über 70 Prozent. Stärkere Kursschwankungen sind dabei normal. Diese Ausrichtung passt zu langen Anlagehorizonten ab zehn Jahren, weil du kurzfristige Verluste aussitzen kannst.

Passt zu sicherheitsorientiert

·Hoher Anteil an Anleihen-ETFs und Geldmarkt-Fonds
·Geringere Schwankungen im Portfolio
·Geeignet für kurze Anlagehorizonte unter fünf Jahren

Passt zu wachstumsorientiert

·Hoher Anteil an Aktien-ETFs
·Stärkere Kursschwankungen möglich
·Geeignet für lange Anlagehorizonte ab zehn Jahren

06 · Checkliste

Welche Partnerbanken führen dein Depot?

Die Wertpapiere liegen bei einer separaten Depotbank, nicht beim Robo-Advisor selbst. Das schützt dein Vermögen im Insolvenzfall des Anbieters.

Diese Trennung ist ein zentraler Sicherheitsmechanismus. Die Partnerbank verwaltet dein Vermögen getrennt vom Anbieter.

Bekannte Partnerbanken sind die Scalable Bank für Scalable Wealth, die ING für ING Smart Invest und die Union Investment Service Bank für VisualVest. Raisin nutzt die Raisin Bank AG, Bevestor führt Depots bei der DekaBank. Oskar und Gerd Kommer Capital arbeiten mit der Baader Bank zusammen.

Bekannte Partnerbanken im Überblick

01

Scalable Wealth nutzt die Scalable Bank als Depotbank

02

ING Smart Invest führt Depots bei der ING

03

VisualVest arbeitet mit der Union Investment Service Bank zusammen

04

Raisin Digitale Vermögensverwaltung nutzt die Raisin Bank AG

05

Bevestor führt Depots bei der DekaBank

06

Oskar und Gerd Kommer Capital arbeiten mit der Baader Bank

07 · Im Vertrag

Wie sicher ist dein Geld beim Robo-Advisor?

Deine Anteile an ETFs sind Sondervermögen. Sie gehören dir auch dann, wenn der Robo-Advisor oder die Partnerbank insolvent wird.

Deine Anteile an ETFs zählen zum Sondervermögen. Sie fallen bei einer Insolvenz des Anbieters nicht in die Insolvenzmasse, sondern gehören weiterhin dir. Die Fonds lagern bei einer eigenständigen Depotbank, die das Vermögen getrennt vom Anbieter verwaltet.

Gerät auch die Depotbank in finanzielle Schwierigkeiten, kümmert sich ein Treuhänder um das Fondsvermögen. Deine Wertpapiere sind also mehrfach abgesichert. Ein Depotübertrag zu einem anderen Anbieter ist möglich, ohne dass du die Fonds verkaufen und Steuern zahlen musst.

Rechtliche Sicherheit deiner Anlage

SondervermögenSchutzDeine Wertpapiere zählen zum Sondervermögen und fallen nicht in die Insolvenzmasse des Anbieters.
Separate DepotbankTrennungDie Fonds lagern bei einer eigenständigen Depotbank, die das Vermögen getrennt vom Anbieter verwaltet.
TreuhänderAbsicherungGerät auch die Depotbank in Schwierigkeiten, kümmert sich ein Treuhänder um das Fondsvermögen.

08 · Schritt für Schritt

Vermögensaufbau mit ETF-Sparplan: So funktioniert es

Ein ETF-Sparplan ist das Herzstück des Vermögensaufbaus mit einem Robo-Advisor. Du legst monatlich einen festen Betrag an, der automatisch in dein Portfolio fließt.

Die Mindestsparrate liegt bei günstigen Anbietern zwischen 1 und 50 Euro pro Monat. Bei den meisten Robo-Advisors startest du ab 20 oder 25 Euro. Der Sparplan kauft automatisch Anteile an den ETFs deines Portfolios, wobei Bruchstücke von Fondsanteilen üblich sind.

Dividenden und Zinsen werden in der Regel automatisch reinvestiert. Für den Vermögensaufbau ist ein Anlagehorizont von mindestens zehn bis fünfzehn Jahren sinnvoll. Kurzfristige Schwankungen am Aktienmarkt gleichen sich über lange Zeiträume erfahrungsgemäß aus.

01

Mindestsparrate festlegen

Die Mindestsparrate liegt bei günstigen Anbietern zwischen 1 und 50 Euro pro Monat. Bei den meisten Robo-Advisors startest du ab 20 oder 25 Euro.

02

Sparplan ausführen lassen

Der Robo-Advisor kauft automatisch Anteile an den ETFs deines Portfolios. Bruchstücke von Fondsanteilen sind dabei üblich.

03

Wiederanlage der Erträge

Dividenden und Zinsen werden in der Regel automatisch reinvestiert. So wächst dein Vermögen kontinuierlich.

04

Langfristig halten

Für den Vermögensaufbau ist ein Anlagehorizont von mindestens zehn bis fünfzehn Jahren sinnvoll. Kurzfristige Schwankungen gleichen sich langfristig aus.

09 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei der Wahl vermeiden?

Nicht jeder günstige Robo-Advisor passt zu deinen Zielen. Achte auf die Gesamtkosten und nicht nur auf die Servicegebühr.

Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Servicegebühr zu schauen und die ETF-Produktkosten zu ignorieren. Beide zusammen ergeben deine Gesamtkostenquote. Ein Anbieter mit niedriger Servicegebühr kann durch teure ETFs am Ende teurer sein als ein Anbieter mit höherer Servicegebühr und günstigen Fonds.

Weitere typische Fehler sind ein zu kurzer Anlagehorizont und ein zu optimistisch eingeschätztes Risikoprofil. Wer bei der ersten Krise verkauft, realisiert Verluste. Prüfe außerdem die Kosten für einen späteren Depotübertrag, falls du irgendwann selbst anlegen möchtest.

Häufige Fehler bei der Auswahl

·Nur auf die Servicegebühr schauen und die ETF-Produktkosten ignorieren
·Einen zu kurzen Anlagehorizont wählen und bei der ersten Krise verkaufen
·Das Risikoprofil zu optimistisch einschätzen und dann bei Verlusten nervös werden
·Die Kosten für den Depotübertrag nicht prüfen, falls du später selbst anlegen möchtest
·Mehrere Robo-Advisor parallel besparen und dadurch Kosten doppelt zahlen

10 · Hintergrund

Lohnt sich ein günstiger Robo-Advisor für dich?

Ein Robo-Advisor ist bequem, aber teurer als ein selbst geführtes Depot. Für wen sich die digitale Vermögensverwaltung trotzdem rechnet, hängt von deinen Präferenzen ab.

Ein günstiger Robo-Advisor kostet dich insgesamt zwischen 0,5 und 0,9 Prozent deiner Anlagesumme pro Jahr. Ein selbst geführtes Depot mit einem breit gestreuten Aktien-ETF kommt oft mit 0,2 bis 0,3 Prozent aus. Bei 10.000 Euro Anlagesumme und 20 Jahren Laufzeit kann dieser Unterschied mehrere tausend Euro ausmachen.

Der Mehrwert eines Robo-Advisors liegt im Komfort: Du musst dich nicht um Rebalancing, Sparplanausführung oder die Auswahl der ETFs kümmern. Für Anlegerinnen und Anleger, die sich nicht selbst mit ihrer Geldanlage beschäftigen möchten, kann das die höheren Kosten rechtfertigen. Wer bereit ist, sich einmalig mit einem ETF-Sparplan auseinanderzusetzen, spart langfristig erheblich.

Ein günstiger Robo-Advisor kostet dich insgesamt zwischen 0,5 und 0,9 Prozent deiner Anlagesumme pro Jahr. Ein selbst geführtes Depot mit einem breit gestreuten Aktien-ETF kommt oft mit 0,2 bis 0,3 Prozent aus. Bei 10.000 Euro Anlagesumme und 20 Jahren Laufzeit kann dieser Unterschied mehrere tausend Euro ausmachen.

Der Mehrwert eines Robo-Advisors liegt im Komfort: Du musst dich nicht um Rebalancing, Sparplanausführung oder die Auswahl der ETFs kümmern. Für Anlegerinnen und Anleger, die sich nicht selbst mit ihrer Geldanlage beschäftigen möchten, kann das die höheren Kosten rechtfertigen.

Wenn du bereit bist, dich einmalig in die Grundlagen der Geldanlage einzuarbeiten, fährst du mit einem selbst geführten ETF-Depot langfristig günstiger. Die Anlagestrategie ist dabei die gleiche: breit gestreute, passive Indexfonds.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026