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P2P-Kredite: Welche Gebühren fallen für Anleger an?

Bei P2P-Krediten entscheidet die Gebührenstruktur einer Plattform darüber, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Dieser Ratgeber erklärt, welche Kosten typisch sind und worauf du vor dem Investieren achten solltest.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Registrierung bei einer P2P-Plattform ist in der Regel kostenlos.
  • Gebühren fallen meist erst bei der Kreditvermittlung oder beim Verkauf über den Sekundärmarkt an.
  • An den laufenden Zinszahlungen wird die Plattform üblicherweise nicht beteiligt.
  • Zinserträge aus P2P-Krediten musst du selbst in der Steuererklärung angeben.

01 · Grundlagen

Was sind P2P-Kredite?

P2P steht für Peer-to-Peer und beschreibt einen Kredit, den eine Privatperson direkt an eine andere vergibt. Plattformen übernehmen dabei die Vermittlung und die Einschätzung der Bonität.

Die Plattform vergibt den Kredit nicht selbst, sondern bringt Kreditnehmer und Anleger auf einem Online-Marktplatz zusammen.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du erhältst Zinszahlungen direkt vom Kreditnehmer, trägst aber auch das Ausfallrisiko. Anders als bei einer Bank gibt es keine Einlagensicherung, die dein Geld absichert.

Die Idee ist nicht neu, aber seit etwa 2005 haben sich weltweit Hunderte von P2P-Marktplätzen etabliert. Sie machen den Kredithandel auch für Privatanleger zugänglich, die früher von diesem Geschäft ausgeschlossen waren.

P2P-Kredite sind eine riskante Anlageklasse, bei der du dein investiertes Geld teilweise oder vollständig verlieren kannst. Deshalb solltest du nur einen kleinen Teil deines Vermögens in diese Anlageform stecken.

Kurz erklärt

P2P-Kredit

Ein Darlehen von einer Privatperson an eine andere, das über einen Online-Marktplatz vermittelt wird.

Die Plattform vergibt den Kredit nicht selbst, sondern bringt Kreditnehmer und Anleger zusammen.

02 · Schritt für Schritt

Welche Rolle spielen Peer-to-Peer-Plattformen?

Die Plattform ist der zentrale Marktplatz, der Angebot und Nachfrage bündelt. Ihre Aufgaben gehen weit über die reine Vermittlung hinaus.

Zunächst nimmt die Plattform Kreditanträge entgegen und prüft Daten wie Einkommensnachweise und Rückzahlungshistorien. Auf dieser Grundlage ordnet sie jeden Kredit einer Risikoklasse zu, zum Beispiel von A bis E. Der Zinssatz, den der Kreditnehmer zahlt, richtet sich nach dieser Bonitätsklasse.

Für dich als Anleger stellt die Plattform diese Bonitätseinschätzung zur Verfügung. Du entscheidest selbst, ob du in einen gelisteten Kredit investieren willst. Viele Plattformen bieten dafür eine Autoinvestment-Funktion, die dein Geld automatisch nach deinem Risikoprofil streut.

Kommt es zu Zahlungsausfällen, führt die Plattform Mahn- und Inkassoprozesse durch. Sie bemüht sich, säumige Kreditnehmer zu mahnen und die Forderung notfalls an ein Inkassobüro weiterzureichen. Ein Erfolg ist dabei nicht garantiert.

Die Plattform trägt nicht das Ausfallrisiko deiner Kredite. Dieses Risiko liegt vollständig bei dir als Anleger.

01

Kreditantrag prüfen

Der Kreditnehmer stellt eine Anfrage. Die Plattform prüft Daten wie Einkommensnachweise und Rückzahlungshistorien.

02

Bonität einschätzen

Die Plattform ordnet den Kredit einer Risikoklasse zu, zum Beispiel von A bis E. Davon hängt der Zinssatz ab.

03

Investition ermöglichen

Anleger können direkt oder automatisiert in die gelisteten Kredite investieren.

04

Zahlungen überwachen

Die Plattform kümmert sich um Mahn- und Inkassoprozesse, falls ein Kreditnehmer nicht zahlt.

03 · Kosten

Welche Kosten kommen auf dich als Kreditgeber zu?

Die Gebührenmodelle der Plattformen sind unterschiedlich, folgen aber meist einem ähnlichen Muster. Entscheidend ist, wann im Prozess eine Gebühr anfällt.

Die Registrierung bei einer Peer-to-Peer-Plattform ist in der Regel kostenlos. Erst wenn es zur Kreditvermittlung kommt, zahlst du als Anleger eine einmalige Gebühr.

Die Höhe dieser Vermittlungsgebühr variiert je nach Plattform und Modell. Üblich sind Spannen von 0,5 bis 2 Prozent der Anlagesumme. An den laufenden Zinszahlungen selbst wird die Plattform in vielen Fällen nicht beteiligt.

Einige Plattformen erheben stattdessen eine Gebühr auf die erhaltenen Zinsen oder eine Servicepauschale. Auch für den Verkauf von Krediten am Sekundärmarkt fallen oft Kosten an, typischerweise ebenfalls zwischen 0,5 und 2 Prozent des Verkaufswerts.

Prüfe vor dem ersten Investment, welche Kosten die Plattform für Vermittlung, Verkauf und Service erhebt. Hohe Gebühren können deine Nettorendite deutlich reduzieren.

Typische Gebührenpunkte beim Investieren in P2P-Kredite

Registrierung0 EUR
Kreditvermittlung (einmalig)einmalige Gebühr
Laufende Zinsbeteiligung0 %

04 · Vergleich

P2P-Kredite oder Crowdinvesting: Was passt zu dir?

P2P-Kredite werden oft mit Crowdinvesting in einen Topf geworfen. Ein genauer Blick zeigt jedoch deutliche Unterschiede in der Funktionsweise.

Beim P2P-Lending vergibst du einen Privatkredit von einer Person an eine andere. Deine Rendite kommt aus den Zinszahlungen des Kreditnehmers. Beim Crowdinvesting finanzierst du dagegen Unternehmen oder Projekte und beteiligst dich am Gewinn oder Verkaufserlös.

P2P-Kredite sind oft schon ab kleinen Beträgen möglich und haben eine einfache Struktur. Crowdinvesting verlangt häufig höhere Mindesteinlagen und ist komplexer aufgebaut.

P2P-Lending wird auch als Crowdlending bezeichnet, da oft viele Anleger einen Kredit gemeinsam finanzieren. Für den Einstieg mit kleinen Beträgen und regelmäßigen Zinserträgen sind P2P-Kredite meist besser geeignet.

P2P-Kredite und Crowdinvesting im direkten Vergleich
P2P-KrediteCrowdinvesting
GegenstandPrivatkredit von einer Person an eine andereSchwarmfinanzierung von Unternehmen oder Projekten
ErtragsquelleZinsenGewinnbeteiligung oder Verkaufserlös
Mindestanlageoft schon ab kleinen Beträgenhäufig höhere Mindesteinlagen
Struktureinfachkomplexer

05 · Checkliste

Wie senkst du dein Ausfallrisiko durch Diversifikation?

Ein einzelner Kreditausfall kann deine gesamte Rendite schmälern. Eine breite Streuung über viele Kredite und Risikoklassen ist daher ein zentraler Baustein.

Verteile dein Geld auf viele verschiedene Kreditnehmer, statt große Beträge in wenige Kredite zu stecken. Mische unterschiedliche Risikoklassen, nicht nur die mit den höchsten Zinsen. Die Autoinvestment-Funktion vieler Plattformen übernimmt diese Streuung automatisch nach deinem Risikoprofil.

Prüfe außerdem, ob ein Verkauf über den Sekundärmarkt möglich ist, falls du vorzeitig aussteigen willst. Das gibt dir zusätzliche Flexibilität, wenn sich deine Einschätzung ändert.

Investiere nur einen kleinen Teil deines Vermögens in P2P-Kredite. Diese Anlageklasse ist riskant und sollte immer nur eine Beimischung sein, nicht dein Hauptinvestment.

Maßnahmen zur Risikostreuung bei P2P-Krediten

01

Investiere nur einen kleinen Teil deines Vermögens in P2P-Kredite.

02

Verteile dein Geld auf viele verschiedene Kreditnehmer.

03

Mische unterschiedliche Risikoklassen, nicht nur die mit den höchsten Zinsen.

04

Nutze die Autoinvestment-Funktion, um eine automatische Streuung zu erreichen.

05

Prüfe, ob ein Verkauf über den Sekundärmarkt möglich ist, falls du vorzeitig aussteigen willst.

06 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei P2P-Krediten vermeiden?

Die hohen Renditechancen verleiten zu riskanten Entscheidungen. Diese typischen Fehler kannst du umgehen, wenn du sie kennst.

Ein häufiger Fehler ist ein zu hoher Anteil am Gesamtvermögen. P2P-Kredite sind eine riskante Anlageklasse und sollten nur eine Beimischung sein. Blindes Vertrauen in Rückkaufgarantien ist ebenfalls gefährlich, denn auch der Garantiegeber kann insolvent werden.

Die Konzentration auf wenige Kredite macht dich anfällig für einzelne Ausfälle. Ein einziger Zahlungsausfall wiegt dann besonders schwer. Auch das Ignorieren der Plattformgebühren kann deine Nettorendite deutlich reduzieren.

Vergiss außerdem nicht die Steuerpflicht. Zinserträge aus P2P-Krediten musst du selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben. Die Plattform führt die Abgeltungsteuer nicht automatisch an das Finanzamt ab.

Häufige Fehler beim Investieren in P2P-Kredite

·Zu hoher Anteil am Gesamtvermögen: P2P-Kredite sind eine riskante Anlageklasse und sollten nur eine Beimischung sein.
·Blindes Vertrauen in Rückkaufgarantien: Auch der Garantiegeber kann insolvent werden.
·Konzentration auf wenige Kredite: Ein einziger Ausfall wiegt dann besonders schwer.
·Ignorieren der Plattformgebühren: Hohe Gebühren können die Nettorendite deutlich reduzieren.
·Vergessen der Steuerpflicht: Zinserträge musst du selbst in der Anlage KAP erklären.

07 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert der Sekundärmarkt?

Ein vorzeitiger Ausstieg aus einem laufenden Kredit ist nicht selbstverständlich. Einige Plattformen bieten dafür einen Sekundärmarkt an.

Dort bietest du deinen laufenden Kredit oder dein gesamtes Portfolio anderen Anlegern zum Kauf an. Der Verkaufspreis kann über oder unter dem Nennwert liegen, abhängig von der Bonität des Kreditnehmers.

Für den erfolgreichen Verkauf erhebt die Plattform in der Regel eine Gebühr. Nach dem Verkauf wird der Erlös deinem Plattformkonto gutgeschrieben und du kannst ihn abheben oder neu investieren.

Der Sekundärmarkt gibt dir Liquidität, aber keine Garantie. Ob sich ein Käufer für deinen Kredit findet, hängt von Angebot und Nachfrage ab.

01

Angebot einstellen

Du bietest deinen laufenden Kredit oder dein gesamtes Portfolio anderen Anlegern zum Kauf an.

02

Preis festlegen

Der Verkaufspreis kann über oder unter dem Nennwert liegen, abhängig von der Bonität des Kreditnehmers.

03

Gebühr zahlen

Für den erfolgreichen Verkauf erhebt die Plattform in der Regel eine Gebühr.

04

Liquidität erhalten

Nach dem Verkauf wird der Erlös deinem Plattformkonto gutgeschrieben.

08 · Im Vertrag

Welche Regeln gelten für P2P-Plattformen?

P2P-Plattformen sind keine Banken und unterliegen nicht denselben strengen Regeln. Eine gewisse Aufsicht gibt es dennoch.

Anders als bei Banken gibt es bei P2P-Plattformen keine Einlagensicherung für dein investiertes Geld. In Deutschland beaufsichtigt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bestimmte Tätigkeiten der Plattformen, etwa die Vermittlung von Krediten.

Plattformen müssen die Bonität der Kreditnehmer einschätzen und die Kredite in Risikoklassen einteilen. Auch die Durchführung von Mahn- und Inkassoprozessen gehört zu ihren Aufgaben, wenn Kreditnehmer nicht zahlen.

Die fehlende Einlagensicherung ist der wichtigste Unterschied zur Bank. Dein Geld ist bei einer Insolvenz der Plattform nicht geschützt.

Regulierung und Aufsicht von P2P-Plattformen

EinlagensicherungFehltAnders als bei Banken gibt es bei P2P-Plattformen keine Einlagensicherung für dein investiertes Geld.
BaFinAufsichtIn Deutschland beaufsichtigt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bestimmte Tätigkeiten der Plattformen, etwa die Vermittlung von Krediten.
BonitätsprüfungPflichtPlattformen müssen die Bonität der Kreditnehmer einschätzen und die Kredite in Risikoklassen einteilen.
InkassoAufgabeDie Plattform führt Mahn- und Inkassoprozesse durch, wenn Kreditnehmer nicht zahlen.

09 · Was gilt

Wie versteuerst du Erträge aus P2P-Krediten?

Zinserträge aus P2P-Krediten sind Kapitaleinkünfte. Anders als bei einer Bank führt die Plattform die Steuer jedoch nicht automatisch ab.

Zinserträge aus P2P-Krediten sind Kapitaleinkünfte. Anders als bei einer Bank führt die Plattform die Steuer jedoch nicht automatisch ab.

Deine Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Zusätzlich fallen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Du musst die Erträge selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben.

Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr gilt auch für P2P-Erträge. Ein Freistellungsauftrag bei der Plattform ist dafür nicht notwendig, da du die Steuer selbst abführst.

Bei ausländischen P2P-Anbietern musst du deine Gewinne in der Regel selbst berechnen. Die Daten dafür kannst du meist mühelos in deinem Plattformkonto abrufen.

So ist es

·Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
·Zusätzlich fallen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
·Du musst die Erträge selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben.
·Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr gilt auch für P2P-Erträge.

So ist es nicht

·Die Plattform führt die Abgeltungsteuer automatisch an das Finanzamt ab.
·Ein Freistellungsauftrag bei der Plattform ist notwendig, um den Sparer-Pauschbetrag zu nutzen.
·P2P-Erträge sind steuerfrei, weil es sich um Privatkredite handelt.

10 · Hintergrund

Lohnt sich ein Investment in P2P-Kredite trotz Gebühren?

Die Antwort hängt von deiner Risikobereitschaft und der gewählten Plattform ab. Eine ehrliche Kalkulation ist entscheidend.

P2P-Kredite können eine Beimischung für dein Portfolio sein, wenn du die Risiken kennst und bereit bist, einen Totalverlust einzelner Kredite zu verkraften. Die Gebühren der Plattform solltest du bei deiner Renditeerwartung immer berücksichtigen.

Eine breite Streuung über viele Kredite und Risikoklassen ist wichtiger als die Jagd nach dem höchsten Zinssatz. Prüfe vor dem ersten Investment, welche Kosten die Plattform für Vermittlung, Verkauf und Service erhebt.

Vergleiche die mögliche Nettorendite mit risikoärmeren Alternativen wie Tagesgeld oder Festgeld. Nur wenn der erwartete Ertrag nach Abzug aller Gebühren und Ausfälle deutlich über dem liegt, was du mit sicheren Anlagen bekommst, ist das Risiko gerechtfertigt.

P2P-Kredite sind keine Alternative zum Tagesgeld, sondern eine riskante Beimischung. Wer hohe Renditen will, muss bereit sein, dafür auch Verluste zu tragen.

P2P-Kredite können eine Beimischung für dein Portfolio sein, wenn du die Risiken kennst und bereit bist, einen Totalverlust einzelner Kredite zu verkraften. Die Gebühren der Plattform solltest du bei deiner Renditeerwartung immer berücksichtigen.

Eine breite Streuung über viele Kredite und Risikoklassen ist wichtiger als die Jagd nach dem höchsten Zinssatz. Prüfe vor dem ersten Investment, welche Kosten die Plattform für Vermittlung, Verkauf und Service erhebt.

Vergleiche die mögliche Nettorendite mit risikoärmeren Alternativen wie Tagesgeld oder Festgeld. Nur wenn der erwartete Ertrag nach Gebühren und Steuern deutlich über dem einer sicheren Anlage liegt, rechtfertigt er das höhere Risiko.

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026