Ratgeber · Investieren
Nachhaltige Geldanlage: Wann sie sinnvoll ist und worauf du achten solltest
Eine nachhaltige Geldanlage verbindet Renditechancen mit ökologischen und sozialen Kriterien. Entscheidend ist, dass du zuerst deine finanziellen Grundlagen klärst und dann gezielt Produkte auswählst, die zu deinen Werten passen.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Nachhaltige Fonds und ETFs bieten grundsätzlich vergleichbare Renditechancen wie klassische Anlagen.
- Seit August 2022 müssen Banken und Berater deine Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung abfragen.
- Nachhaltigkeit ist nicht einheitlich definiert, daher solltest du die Kriterien eines Produkts genau prüfen.
- Aktiv gemanagte Fonds können gezielter nachhaltig auswählen, sind aber meist teurer als ETFs.
01 · Grundlagen
Was bedeutet nachhaltige Geldanlage?
Nachhaltige Geldanlagen berücksichtigen neben Rendite, Sicherheit und Liquidität auch ökologische, soziale und ethische Kriterien. Der Begriff ist jedoch nicht geschützt, daher unterscheiden sich die Produkte im Detail erheblich.
Der Begriff selbst ist jedoch nicht geschützt, daher arbeiten verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Definitionen und Schwerpunkten. Häufig erkennst du solche Produkte an Namenszusätzen wie „sustainable", „grün", „ethisch" oder an Abkürzungen wie SRI und ESG.
ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Ein Fonds mit ESG-Kriterien investiert zum Beispiel in Unternehmen, die erneuerbare Energien fördern, faire Arbeitsbedingungen sicherstellen oder eine transparente Unternehmensführung haben. Seit Mai 2025 gelten europaweite Leitlinien für Fondsnamen, damit Begriffe wie „sustainable" oder „ESG" nur noch unter bestimmten Mindeststandards verwendet werden dürfen.
Nachhaltigkeit ist bei Geldanlagen nicht einheitlich definiert. Deshalb solltest du immer prüfen, welche konkreten Kriterien ein Produkt anwendet, statt dich allein auf den Namen zu verlassen.
Kurz erklärt
Nachhaltige Geldanlage
Eine Geldanlage, die neben finanziellen Zielen auch Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (ESG) berücksichtigt. Dazu zählen Fonds, ETFs, Anleihen oder Sparprodukte bei nachhaltigen Banken.
Die Auswahl erfolgt über Ausschlusskriterien, Positivkriterien oder die gezielte Auswahl von Unternehmen mit besonders guten Nachhaltigkeitsbewertungen.
02 · Vergleich
Nachhaltige Fonds oder ETFs: Was passt zu dir?
Beide Produktarten können nachhaltig sein, unterscheiden sich aber in Kosten, Auswahl und Eingriffsmöglichkeiten. Deine Entscheidung hängt davon ab, wie stark du Nachhaltigkeitsaspekte gewichten willst.
Aktiv gemanagte Fonds und ETFs unterscheiden sich vor allem in den Kosten und in der Art, wie Nachhaltigkeit umgesetzt wird. Ein aktiver Fondsmanager kann jeden Einzeltitel gezielt nach ESG-Kriterien auswählen und bei aktuellen Ereignissen wie Skandalen oder Umweltkatastrophen kurzfristig reagieren. Dafür zahlst du höhere laufende Kosten, die der Manager durch gute Entscheidungen erst wieder hereinholen muss.
ETFs bilden einen Nachhaltigkeitsindex ab und sind in der Regel deutlich günstiger. Allerdings kaufen sie den Index „im Ganzen", ohne bei jedem Unternehmen einzeln zu unterscheiden. Bei einem Test der Stiftung Warentest kamen nachhaltige ETFs hinsichtlich der Nachhaltigkeit nur auf eine mittlere Bewertung, weil fossile Energiequellen oft nur untergewichtet statt ganz ausgeschlossen werden.
Für dich bedeutet das: Wenn dir strenge Nachhaltigkeitskriterien wichtiger sind als niedrige Kosten, kann ein aktiver Fonds die bessere Wahl sein. Wenn du vor allem kostengünstig und breit gestreut anlegen willst, ist ein nachhaltiger ETF sinnvoll. Achte bei ETFs auf die physische Replikation, denn bei synthetischen ETFs können im Portfolio auch nicht-nachhaltige Unternehmen enthalten sein.
| Aktiv gemanagter Fonds | ETF (Indexfonds) | |
|---|---|---|
| Kosten | Zusätzliche Kosten durch höheren Personaleinsatz | In der Regel günstiger |
| Nachhaltigkeitsauswahl | Fondsmanager kann den Fonds nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ausrichten | Kann einen Nachhaltigkeitsindex abbilden, oft mit weniger strengen Ausschlüssen |
| Eingriffsmöglichkeit | Manager kann bei aktuellen Ereignissen eingreifen und das Rendite-Risiko-Verhältnis optimieren | Kauft einen Nachhaltigkeitsindex im Ganzen, ohne zu unterscheiden |
03 · Schritt für Schritt
In 3 Schritten zur passenden nachhaltigen Geldanlage
Bevor du ein Produkt auswählst, solltest du deine finanzielle Situation und deine persönlichen Nachhaltigkeitsziele klären. Dieses Vorgehen hilft dir, systematisch vorzugehen.
Prüfe zuerst, wie viel Geld du investieren kannst, ohne deine Absicherung oder die Tilgung von Schulden zu gefährden. Definiere dann deine Anlageziele, deinen Zeithorizont und deine Risikobereitschaft. Das magische Dreieck aus Sicherheit, Rentabilität und Liquidität hilft dir dabei, deine Prioritäten zu erkennen.
Im zweiten Schritt legst du deine Nachhaltigkeitspräferenzen fest. Überlege, welche Themen dir wichtig sind: Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen, gute Unternehmensführung oder der Ausschluss bestimmter Branchen wie fossile Energien oder Rüstung. Erst danach suchst du innerhalb der passenden Produktklasse gezielt nach nachhaltigen Varianten.
Vermeide Produkte, die du nicht verstehst oder die überdurchschnittlich kompliziert sind. Was du nicht verstehst, bietet sich nicht zum Kauf an.
Finanzielle Basis klären
Prüfe zuerst, wie viel Geld du investieren kannst, ohne deine Absicherung oder die Tilgung von Schulden zu gefährden. Definiere Anlageziele, Zeithorizont und deine Risikobereitschaft.
Nachhaltigkeitspräferenzen festlegen
Überlege, welche Themen dir wichtig sind: Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen, gute Unternehmensführung oder der Ausschluss bestimmter Branchen wie fossile Energien oder Rüstung.
Angebote vergleichen
Achte auf Kosten, Risikostreuung und die konkreten Nachhaltigkeitskriterien des Produkts. Vermeide Produkte, die du nicht verstehst oder die übermäßig komplex sind.
04 · Checkliste
Welche Nachhaltigkeitskriterien gelten für Fonds?
Fonds nutzen unterschiedliche Methoden, um Nachhaltigkeit abzubilden. Die wichtigsten Ansätze sind Ausschlusskriterien, Positivkriterien und die Bewertung der Unternehmensführung.
Nachhaltige Fonds nutzen unterschiedliche Methoden, um ihre Anlageentscheidungen zu treffen. Ausschlusskriterien sorgen dafür, dass bestimmte Unternehmen oder Branchen nicht im Portfolio landen, etwa Hersteller von Waffen oder Unternehmen mit Kinderarbeit. Positivkriterien wählen gezielt Unternehmen aus, die in Bereichen wie erneuerbare Energien oder faire Löhne besonders gut abschneiden.
Die ESG-Integration bewertet Unternehmen systematisch nach Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung. Einige Fonds lassen sich zusätzlich von einem Nachhaltigkeitsbeirat beraten, der die Auswahl der Titel überwacht. Auch die Stimmrechtsausübung spielt eine Rolle: Fondsgesellschaften können als Aktionäre auf Hauptversammlungen Einfluss auf Unternehmen nehmen.
- Ausschlusskriterien verhindern Investitionen in Unternehmen mit Kinderarbeit, Waffenproduktion oder fossilen Energieträgern.
- Positivkriterien wählen gezielt Unternehmen mit erneuerbaren Energien, fairen Löhnen oder hohen Umweltstandards aus.
- ESG-Integration bewertet Umwelt, Soziales und Unternehmensführung systematisch.
- Ein Nachhaltigkeitsbeirat kann die Titelauswahl unabhängig überwachen.
Prüfe immer die konkreten Kriterien im Fondsprospekt. Nur so erkennst du, ob ein Fonds deine persönlichen Vorstellungen von Nachhaltigkeit tatsächlich umsetzt.
Typische Kriterien für nachhaltige Fonds
Ausschlusskriterien: Keine Investition in Unternehmen mit Kinderarbeit, Waffenproduktion oder fossilen Energieträgern
Positivkriterien: Gezielte Auswahl von Unternehmen mit erneuerbaren Energien, fairen Löhnen oder hohen Umweltstandards
ESG-Integration: Bewertung von Umwelt (Environment), Sozialem (Social) und Unternehmensführung (Governance)
Stimmrechtsausübung: Fondsgesellschaften können als Aktionäre Einfluss auf Unternehmen nehmen
Nachhaltigkeitsbeirat: Einige Fonds lassen sich von externen Experten beraten
05 · Was gilt
Was zählt als nachhaltige Geldanlage?
Nicht jedes Produkt mit grünem Namen ist automatisch nachhaltig.
Zu den nachhaltigen Geldanlagen gehören vor allem Investmentfonds und ETFs, die nach ESG-Kriterien investieren. Auch Sparprodukte bei nachhaltigen Banken zählen dazu, wenn die Bank ihre Kreditvergabe und Eigenanlagen an ökologischen und sozialen Standards ausrichtet. Energiegenossenschaften ermöglichen dir eine direkte Beteiligung an der Energiewende vor Ort.
Nicht dazu zählen klassische Fonds ohne Nachhaltigkeitsfilter, Tagesgeld bei Banken ohne entsprechende Standards oder Einzelaktien von Unternehmen ohne ESG-Bewertung. Auch Crowdinvesting in Projekte ohne geprüfte Nachhaltigkeitskriterien gehört nicht automatisch dazu, selbst wenn es sich um Solaranlagen oder Windräder handelt.
Die Grenzen sind fließend, weil der Begriff nicht geschützt ist. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die tatsächlichen Anlagekriterien statt auf den Produktnamen. Ein Fonds mit dem Zusatz „grün" kann je nach Anbieter sehr unterschiedliche Standards anwenden.
Zählt dazu
Zählt nicht dazu
06 · Kosten
Was kostet eine nachhaltige Geldanlage?
Die Kosten hängen stark von der Produktart ab. Aktive Fonds sind teurer als ETFs, dafür können sie gezielter nachhaltig auswählen.
Die Kosten hängen stark von der Produktart ab. Nachhaltige ETFs sind in der Regel deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, weil kein Fondsmanager und kein Analystenteam bezahlt werden muss. Die jährliche Gesamtkostenquote, auch TER genannt, liegt bei nachhaltigen ETFs oft zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.
Aktiv gemanagte nachhaltige Fonds kosten dagegen häufig zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Zusätzlich können Ausgabeaufschläge oder Transaktionskosten anfallen. Diese höheren Kosten müssen durch die Leistung des Fondsmanagers erst wieder ausgeglichen werden, bevor für dich eine Zusatzrendite entsteht.
Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge aus Aktienfonds steuerfrei bleiben, unabhängig davon, ob der Fonds nachhaltig ist oder nicht.
Typische laufende Kosten im Vergleich
07 · Im Vertrag
Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung
Seit August 2022 sind Banken und Berater gesetzlich verpflichtet, dich nach deinen Nachhaltigkeitspräferenzen zu fragen. Das gibt dir die Möglichkeit, deine Werte aktiv einzubringen.
Du wirst also gefragt, ob und wie dein Geld nachhaltig investiert werden soll. Die Angabe ist freiwillig, aber der Berater muss sie dokumentieren und bei seinen Empfehlungen berücksichtigen.
Die Abkürzung ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Viele Produkte orientieren sich an diesen Kategorien, um Nachhaltigkeit messbar zu machen. Seit Mai 2025 gelten zudem europaweite Leitlinien für Fondsnamen, damit Begriffe wie „sustainable" oder „ESG" nur unter bestimmten Mindeststandards verwendet werden dürfen.
Für dich bedeutet das: Du kannst deine Werte aktiv in die Beratung einbringen und musst dich nicht mit Produkten zufriedengeben, die deine Nachhaltigkeitsvorstellungen nicht erfüllen. Nutze die Pflichtfrage, um gezielt nach Produkten zu fragen, die deine Kriterien umsetzen.
Was du zur Beratung wissen solltest
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der nachhaltigen Geldanlage
Viele Anleger unterschätzen die Komplexität des Themas oder verlassen sich zu stark auf Werbeversprechen. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, sich allein auf den Fondsnamen zu verlassen. Begriffe wie „grün" oder „sustainable" sind nicht geschützt und sagen wenig über die tatsächlichen Kriterien aus. Prüfe immer die konkreten Ausschluss- und Positivkriterien im Fondsprospekt, bevor du investierst.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, nachhaltige Anlagen würden automatisch weniger Rendite bringen. Studien zeigen keine generell schlechtere Performance nachhaltiger Anlagen im Vergleich zu traditionellen. Auch die Kosten werden oft unterschätzt: Hohe Gebühren aktiver Fonds müssen erst durch Mehrrendite ausgeglichen werden.
- Verlasse dich nicht allein auf den Fondsnamen, sondern prüfe die konkreten Kriterien.
- Setze Nachhaltigkeit nicht mit geringerer Rendite gleich.
- Ignoriere die Kosten nicht, denn hohe Gebühren müssen erst ausgeglichen werden.
- Streue dein Investment breit über Branchen und Regionen.
- Kaufe keine Produkte, die du nicht verstehst.
Eine breite Streuung reduziert das Risiko. Auch nachhaltige Fonds sollten über verschiedene Branchen und Regionen diversifiziert sein, damit einzelne Kursverluste nicht dein gesamtes Portfolio belasten.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
09 · Hintergrund
Nachhaltige Banken und Sparprodukte
Neben Fonds und ETFs kannst du auch über die Wahl deiner Bank Einfluss nehmen. Nachhaltige Banken legen ihre eigenen Standards offen und investieren Kundengelder nach festen Kriterien.
Nachhaltige Banken vergeben Kredite bevorzugt an Projekte mit ökologischem oder sozialem Nutzen, etwa erneuerbare Energien oder soziale Einrichtungen. Sie schließen bestimmte Branchen wie Rüstung oder fossile Energien aus ihrem Geschäft aus. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Du kannst bereits mit einem Girokonto oder Tagesgeld bei einer nachhaltigen Bank einen Beitrag leisten.
Die Einlagensicherung gilt bei nachhaltigen Banken genauso wie bei konventionellen Banken. Dein Geld ist also im Rahmen der gesetzlichen Sicherungssysteme geschützt. Achte bei der Auswahl darauf, welche Standards die Bank tatsächlich anwendet, denn nicht jede Bank mit grünem Namen hält, was sie verspricht.
Einige nachhaltige Banken veröffentlichen detaillierte Berichte über ihre Kreditvergabe und Eigenanlagen. Diese Transparenz hilft dir einzuschätzen, ob die Bank deine Werte tatsächlich umsetzt. Prüfe auch, ob die Bank unabhängige Nachhaltigkeitsratings oder Siegel vorweisen kann.
Nachhaltige Banken vergeben Kredite bevorzugt an Projekte mit ökologischem oder sozialem Nutzen, etwa erneuerbare Energien oder soziale Einrichtungen. Sie schließen bestimmte Branchen wie Rüstung oder fossile Energien aus ihrem Geschäft aus.
Für dich als Anlegerin bedeutet das: Du kannst bereits mit einem Girokonto oder Tagesgeld bei einer nachhaltigen Bank einen Beitrag leisten. Die Einlagensicherung gilt dort genauso wie bei konventionellen Banken.
Achte bei der Auswahl darauf, welche Standards die Bank tatsächlich anwendet. Nicht jede Bank mit grünem Namen hält, was sie verspricht. Unabhängige Siegel und die Offenlegung der Kreditvergabekriterien geben dir Orientierung.
10 · Hintergrund
Rendite und Risiko nachhaltiger Geldanlagen
Nachhaltige Anlagen sind nicht automatisch sicherer oder riskanter als klassische. Entscheidend sind die Produktart und die Streuung deines Portfolios.
Eine Metastudie der Steinbeis-Hochschule Berlin hat 195 Studien zu nachhaltigen Investments ausgewertet. Das Ergebnis: Es gibt keine Belege dafür, dass nachhaltige Anlagen generell schlechter abschneiden als traditionelle. Die Renditechancen sind also vergleichbar, wenn du Produkte mit ähnlicher Risikostruktur gegenüberstellst.
Das Risiko hängt vor allem von der Anlageklasse ab. Aktienfonds schwanken stärker als Anleihenfonds, unabhängig davon, ob sie nachhaltig sind oder nicht. Eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Regionen reduziert das Risiko. Beachte auch das Totalverlustrisiko bei bestimmten Produkten wie Crowdinvesting oder Waldinvestments, die oft mit hohen Renditeversprechen werben, aber spekulativ sind.
Nachhaltige Anlagen sind nicht automatisch sicherer oder riskanter als klassische. Entscheidend sind die Produktart, die Streuung deines Portfolios und dein Anlagehorizont. Mit einer langfristigen Anlage und ausreichender Diversifikation kannst du das Risiko für dein Geld verteilen.
Eine Metastudie der Steinbeis-Hochschule Berlin hat 195 Studien zu nachhaltigen Investments ausgewertet. Das Ergebnis: Es gibt keine Belege dafür, dass nachhaltige Anlagen generell schlechter abschneiden als traditionelle.
Das Risiko hängt vor allem von der Anlageklasse ab. Aktienfonds schwanken stärker als Anleihenfonds, unabhängig davon, ob sie nachhaltig sind oder nicht. Eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Regionen reduziert das Risiko.
Beachte auch das Totalverlustrisiko bei bestimmten Produkten wie Crowdinvesting oder Waldinvestments. Diese sind oft mit hohen Renditeversprechen verbunden, aber spekulativ und für die breite Masse ungeeignet.
11 · Was gilt
Steuern auf nachhaltige Geldanlagen
Für nachhaltige Fonds und ETFs gelten die gleichen Steuerregeln wie für klassische. Der Sparer-Pauschbetrag und die Teilfreistellung helfen dir, Steuern zu sparen.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 Euro pro Jahr. Bis zu diesem Betrag bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge aus Aktienfonds steuerfrei bleiben, unabhängig davon, ob der Fonds nachhaltig ist oder nicht. Erträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
Zusätzlich fällt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer an. Diese Steuerregeln gelten für alle Kapitalerträge, also auch für nachhaltige Fonds, ETFs und Aktien. Ein Freistellungsauftrag bei deiner Bank hilft dir, den Sparer-Pauschbetrag automatisch zu nutzen.
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