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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Krypto ETF Freistellungsauftrag: Dein Schlüssel zu mehr Netto-Rendite

Wenn du in Krypto-ETFs investierst, fallen auf Gewinne Steuern an. Mit einem Freistellungsauftrag kannst du einen Teil davon legal sparen. Wir erklären dir einfach und verständlich, wie das funktioniert und was du tun musst.

Steuern sparenETF-GrundlagenFreistellungsauftrag
Brauche ich das?
Ja, unbedingt.
Sonst zahlst du auf deine Gewinne unnötig Steuern.
Wie funktioniert es?
Auftrag an die Bank.
Die Bank behält dann weniger Steuern ein.
Was bringt es mir?
Mehr Netto-Rendite.
Du sparst Steuern auf deine ersten Gewinne.
Wo stelle ich ihn?
Im Online-Banking.
Oder direkt bei deinem Broker.

Warum du dich jetzt mit dem Thema beschäftigen solltest

Vielleicht hast du schon von Krypto-ETFs gehört und dich gefragt, ob das etwas für dich ist. Oder du hast bereits erste Anteile gekauft und fragst dich jetzt, was mit den Steuern passiert. Beides ist ein guter Grund, um sich mit dem Freistellungsauftrag zu beschäftigen. Denn dieser kleine Auftrag kann dir bares Geld sparen, ohne dass du dafür viel Aufwand betreiben musst.

Die meisten Menschen in Deutschland haben einen Freistellungsauftrag für ihr Tagesgeldkonto oder ihre klassischen Aktien-ETFs eingerichtet. Doch bei neueren Anlageformen wie Krypto-ETFs wird oft vergessen, dass auch hier die gleichen Regeln gelten. Das führt dazu, dass viele Anlegerinnen und Anleger unnötig Steuern an das Finanzamt zahlen, obwohl sie das hätten vermeiden können.

Der Staat gewährt dir jedes Jahr einen Freibetrag auf deine Kapitalerträge. Das bedeutet: Bis zu einer bestimmten Höhe bleiben deine Gewinne aus Aktien, Fonds und eben auch Krypto-ETFs steuerfrei. Wenn du diesen Freibetrag nicht nutzt, verschenkst du Geld. Es ist also in deinem eigenen Interesse, dich jetzt damit zu beschäftigen, bevor die nächste Steuererklärung ansteht oder deine Gewinne realisiert werden.

Gerade weil Krypto-ETFs in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind, ist es wichtig, die steuerlichen Grundlagen zu verstehen. Du musst kein Steuerexperte werden, aber die Basics solltest du kennen. Dieser Artikel hilft dir dabei, den Durchblick zu behalten und deine Finanzen optimal zu gestalten.

1.000 Euro
Sparerpauschbetrag pro Person und Jahr
2.000 Euro
Freibetrag für zusammen veranlagte Paare
26,375 %
Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag auf Gewinne

Was ist ein Krypto-ETF überhaupt?

Bevor wir in die Details des Freistellungsauftrags einsteigen, klären wir kurz, was ein Krypto-ETF ist. ETF steht für Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Ein solcher Fonds bündelt verschiedene Vermögenswerte und bildet einen bestimmten Index nach. Bei einem klassischen ETF sind das meistens Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen.

Ein Krypto-ETF bildet hingegen die Wertentwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum ab. Du kaufst also nicht direkt die digitale Währung, sondern ein Wertpapier, das deren Kursentwicklung nachbildet. Das hat einige Vorteile: Du brauchst keine eigene Wallet, keine komplizierte Krypto-Börse und musst dir keine Gedanken um die sichere Aufbewahrung machen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem echten Krypto-ETF und einem sogenannten ETN (Exchange Traded Note). In Deutschland sind viele Produkte auf Kryptowährungen als ETN strukturiert. Das ist ein Schuldtitel des Emittenten, kein klassischer Fonds. Für deine Steuersituation macht das aber keinen Unterschied, beide gelten als Kapitalanlage und unterliegen der Abgeltungsteuer.

Der entscheidende Punkt für dich: Gewinne aus dem Verkauf deiner Krypto-ETF-Anteile sind steuerpflichtig. Und genau hier kommt der Freistellungsauftrag ins Spiel, denn er kann diese Steuerlast reduzieren.

So funktioniert der Freistellungsauftrag

Der Freistellungsauftrag ist ein einfaches Instrument, um deine Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Grenze von der Steuer zu befreien. Du gibst deiner Bank oder deinem Broker die Erlaubnis, deine Erträge bis zum Sparerpauschbetrag nicht an das Finanzamt abzuführen. Die Bank prüft dann bei jeder Zinszahlung oder jedem Gewinn, ob dein Freibetrag schon ausgeschöpft ist.

Der Sparerpauschbetrag liegt für jede Person bei 1.000 Euro pro Jahr. Wenn du verheiratet bist oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft hast, könnt ihr zusammen 2.000 Euro nutzen. Das gilt für alle Kapitalerträge zusammen, also für Zinsen aus dem Tagesgeldkonto, Dividenden aus Aktien und eben auch für Gewinne aus deinen Krypto-ETFs.

Wenn du keinen Freistellungsauftrag erteilst, führt die Bank automatisch 26,375 Prozent Abgeltungsteuer plus gegebenenfalls Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Das passiert direkt bei deinem Broker, du bekommst also weniger Gewinn ausgezahlt. Mit einem Freistellungsauftrag bleibt dir dieser Betrag bis zur Höhe von 1.000 Euro pro Jahr erhalten.

Du kannst den Freistellungsauftrag auf mehrere Banken und Broker verteilen. Wenn du zum Beispiel ein Tagesgeldkonto und ein Wertpapierdepot hast, kannst du den Betrag aufteilen. Wichtig ist nur, dass die Summe aller Freistellungsaufträge den Sparerpauschbetrag nicht übersteigt. Sonst musst du dem Finanzamt die zu wenig gezahlten Steuern nachzahlen.

Kosten und Gebühren: Was du wissen musst

Der Freistellungsauftrag selbst kostet dich kein Geld. Er ist ein kostenloser Service, den dir jede Bank und jeder Broker anbieten muss. Du kannst ihn jederzeit einrichten, ändern oder wieder löschen, ohne dass dafür Gebühren anfallen. Das ist gesetzlich so geregelt und gilt für alle Finanzinstitute in Deutschland.

Bei den Krypto-ETFs selbst gibt es allerdings Kosten, die du im Blick behalten solltest. Jeder ETF hat eine sogenannte Total Expense Ratio (TER), also eine jährliche Verwaltungsgebühr. Diese wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und reduziert deine Rendite. Die TER ist bei Krypto-ETFs oft etwas höher als bei klassischen Aktien-ETFs, weil die Verwaltung aufwendiger ist.

Zusätzlich fallen beim Kauf und Verkauf der ETF-Anteile Transaktionskosten an. Diese variieren je nach Broker und können als prozentualer Anteil oder als fester Betrag berechnet werden. Es lohnt sich, die Gebühren verschiedener Anbieter zu vergleichen, denn sie schmälern deine Gewinne direkt.

Ein weiterer Kostenpunkt kann der Spread sein, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Gerade bei Krypto-ETFs kann dieser Spread etwas höher ausfallen als bei sehr liquiden Aktien-ETFs. Das ist aber kein Grund zur Sorge, sondern einfach ein Faktor, den du bei deiner Anlageentscheidung berücksichtigen solltest.

Worauf du bei der Einrichtung unbedingt achten solltest

Der wichtigste Punkt ist die Höhe deines Freistellungsauftrags. Du solltest genau überlegen, wie hoch deine Kapitalerträge im laufenden Jahr voraussichtlich sein werden. Wenn du den Freistellungsauftrag zu niedrig ansetzt, zahlst du unnötig Steuern. Setzt du ihn zu hoch an, musst du dem Finanzamt die Differenz später nachzahlen.

Achte darauf, dass du den Freistellungsauftrag bei jedem Broker einrichtest, bei dem du ein Depot hast. Viele Anleger vergessen das bei neu eröffneten Depots oder bei kleineren Beträgen. Aber auch ein kleiner Gewinn aus einem Krypto-ETF kann deinen Freibetrag nutzen, wenn du ihn richtig einrichtest.

Wenn du deinen Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilst, solltest du die Summe im Blick behalten. Die Banken melden dem Finanzamt, wie viel Freibetrag du bei ihnen genutzt hast. Wenn du insgesamt über 1.000 Euro kommst, wirst du vom Finanzamt aufgefordert, eine Steuererklärung abzugeben und die Differenz nachzuzahlen.

Übrigens: Du kannst den Freistellungsauftrag auch nachträglich ändern. Wenn du zum Beispiel im Juli merkst, dass du mehr Gewinne gemacht hast als erwartet, kannst du den Auftrag bei deinem Broker erhöhen. Das geht online in wenigen Minuten und wirkt dann ab dem Zeitpunkt der Änderung.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, gar keinen Freistellungsauftrag zu stellen. Viele Anleger denken, das sei nur für Zinsen aus dem Sparbuch relevant. Aber auch Gewinne aus Krypto-ETFs sind Kapitalerträge und nutzen den Freibetrag. Wenn du keinen Auftrag stellst, verschenkst du jedes Jahr bis zu 1.000 Euro an steuerfreien Gewinnen.

Ein weiterer Fehler ist, den Freistellungsauftrag bei mehreren Banken zu hoch zu verteilen. Wenn du zum Beispiel bei zwei Brokern jeweils 800 Euro Freibetrag einrichtest, hast du insgesamt 1.600 Euro beantragt, aber nur 1.000 Euro zur Verfügung. Das Finanzamt wird die Differenz nachfordern, was zu unnötigem Ärger führen kann.

Viele Anleger vergessen auch, ihren Freistellungsauftrag zu überprüfen, wenn sich ihre Lebensumstände ändern. Wenn du zum Beispiel heiratest, kannst du den Freibetrag auf 2.000 Euro erhöhen. Wenn du ein Depot auflöst, solltest du den Freibetrag auf ein anderes Depot übertragen, damit du ihn weiterhin nutzen kannst.

Ein letzter häufiger Fehler ist die Annahme, dass Krypto-ETFs anders behandelt werden als andere ETFs. Das ist nicht der Fall. Für die Abgeltungsteuer sind alle Kapitalanlagen gleich, egal ob du in Aktien, Anleihen oder Krypto-ETFs investierst. Der Freistellungsauftrag gilt für alle gleichermaßen.

Dein Fahrplan: So richtest du den Freistellungsauftrag ein

Der erste Schritt ist, dich bei deinem Broker einzuloggen. Das geht entweder über die Website oder die App deines Finanzinstituts. Suche nach dem Menüpunkt Steuern, Freistellungsauftrag oder Sparerpauschbetrag. Bei den meisten Brokern findest du diesen Punkt unter den Kontoeinstellungen oder im Bereich Service.

Im nächsten Schritt gibst du den Betrag ein, den du freistellen möchtest. Als Einzelperson sind das maximal 1.000 Euro, als Paar 2.000 Euro. Du kannst auch einen kleineren Betrag angeben, wenn du den Freibetrag auf mehrere Banken verteilen möchtest. Überlege dir vorher, wie hoch deine Erträge bei diesem Broker voraussichtlich sein werden.

Nachdem du den Betrag eingegeben hast, bestätigst du die Eingabe. Die Bank prüft deine Daten und bestätigt die Einrichtung in der Regel sofort. Du erhältst eine Bestätigung per Post oder in deinem Postfach im Online-Banking. Ab diesem Zeitpunkt werden deine Kapitalerträge bis zur Höhe des Freibetrags nicht mehr besteuert.

Zum Schluss solltest du dir eine Übersicht über alle deine Freistellungsaufträge machen. Notiere dir, bei welcher Bank du welchen Betrag freigestellt hast. So behältst du den Überblick und kannst sicherstellen, dass du den Sparerpauschbetrag optimal ausnutzt, ohne ihn zu überschreiten.

Was passiert, wenn du keinen Freistellungsauftrag stellst?

Wenn du keinen Freistellungsauftrag stellst, führt deine Bank automatisch die Abgeltungsteuer an das Finanzamt ab. Das bedeutet, dass du auf jeden Gewinn aus deinem Krypto-ETF sofort Steuern zahlst, und zwar in Höhe von 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag. Dazu kommt gegebenenfalls noch Kirchensteuer, wenn du Mitglied einer Kirche bist.

Diese Steuern werden direkt bei deinem Broker einbehalten, du bekommst also nur den Nettobetrag auf dein Konto überwiesen. Das ist für dich als Anleger ärgerlich, weil du auf Gewinne bis 1.000 Euro pro Jahr keine Steuern zahlen müsstest. Du verschenkst also bares Geld, das du für deine weitere Anlage nutzen könntest.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, die zu viel gezahlten Steuern zurückzuholen: die Steuererklärung. In deiner jährlichen Einkommensteuererklärung kannst du den Sparerpauschbetrag angeben, auch wenn du keinen Freistellungsauftrag gestellt hast. Das Finanzamt erstattet dir dann die zu viel gezahlten Steuern, allerdings erst nach der Bearbeitung deiner Erklärung.

Das Problem dabei: Die Steuererklärung ist mit Aufwand verbunden und die Erstattung dauert oft mehrere Monate. Außerdem musst du alle Belege und Abrechnungen sorgfältig aufbewahren. Ein Freistellungsauftrag ist also nicht nur einfacher, sondern auch schneller und bequemer. Du solltest ihn daher unbedingt nutzen.

Dein Weg zu mehr Netto-Rendite

Der Freistellungsauftrag ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument, um deine Steuerlast zu senken. Mit nur wenigen Klicks im Online-Banking kannst du sicherstellen, dass deine ersten 1.000 Euro Gewinn pro Jahr steuerfrei bleiben. Das ist ein direkter Vorteil für deine Rendite, ohne dass du dafür ein Risiko eingehen musst.

Denk daran, dass der Freistellungsauftrag nicht nur für Krypto-ETFs gilt, sondern für alle deine Kapitalerträge. Wenn du also auch ein Tagesgeldkonto oder klassische Aktien-ETFs hast, solltest du den Freibetrag clever aufteilen. So nutzt du das Maximum aus deinem Sparerpauschbetrag heraus.

Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten, aber die Wirkung kann über Jahre hinweg spürbar sein. Jedes Jahr, in dem du den Freibetrag nutzt, sparst du Steuern und erhöhst deine Netto-Rendite. Das ist einer der wenigen Fälle im Leben, in denen du mit minimalem Aufwand einen echten finanziellen Vorteil erzielen kannst.

Also, worauf wartest du? Logge dich jetzt bei deinem Broker ein und richte deinen Freistellungsauftrag ein. Wenn du unsicher bist, wie hoch du den Betrag ansetzen sollst, starte mit einem konservativen Wert und passe ihn später an. Hauptsache, du nutzt deinen Freibetrag und lässt dein Geld für dich arbeiten.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker eingerichtet?
Übersteigen deine jährlichen Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag?
Hast du mehrere Depots oder Banken, bei denen du den Auftrag verteilen musst?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, Krypto-ETFs sind Kapitalanlagen und unterliegen der Abgeltungsteuer. Der Freistellungsauftrag gilt für alle Kapitalerträge, also auch für Gewinne aus Krypto-ETFs. Du solltest ihn daher unbedingt bei deinem Broker einrichten.

Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Person und Jahr. Für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 2.000 Euro. Diese Grenzen gelten seit 2023 und sind auch für 2026 unverändert.

Ja, du kannst den Freistellungsauftrag jederzeit ändern oder löschen. Das geht online bei deinem Broker in wenigen Minuten. Die Änderung wirkt ab dem Zeitpunkt, an dem du sie vornimmst, nicht rückwirkend.

Wenn du den Sparerpauschbetrag überschreitest, musst du auf den übersteigenden Betrag Steuern zahlen. Die Bank führt die Abgeltungsteuer automatisch ab. Wenn du mehrere Freistellungsaufträge hast und insgesamt zu viel freigestellt hast, fordert das Finanzamt die Differenz nach.

Ja, du musst bei jedem Broker und jeder Bank einen separaten Freistellungsauftrag stellen. Du kannst den Sparerpauschbetrag auf mehrere Institute verteilen. Achte darauf, dass die Summe aller Freistellungsaufträge 1.000 Euro nicht übersteigt.

Ja, für die Besteuerung macht es keinen Unterschied, ob du einen Krypto-ETF oder einen Krypto-ETN kaufst. Beide gelten als Kapitalanlage und unterliegen der Abgeltungsteuer. Der Freistellungsauftrag gilt für beide Produktarten gleichermaßen.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.