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Indexfonds: So funktioniert die Geldanlage mit ETFs

Ein Indexfonds bildet einen Börsenindex wie den DAX oder MSCI World nach. Du investierst damit mit einem einzigen Wertpapier in viele Unternehmen gleichzeitig und streust dein Risiko.

10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • ETFs sind börsengehandelte Fonds, die einen Index passiv nachbilden.
  • Mit einem ETF-Sparplan kannst du bereits mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen.
  • Physische ETFs halten echte Wertpapiere, synthetische ETFs nutzen Tauschgeschäfte.
  • Die laufenden Kosten eines ETF werden über die Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen.

01 · Grundlagen

Was ist ein Indexfonds?

Ein Indexfonds ist ein Investmentfonds, der die Wertentwicklung eines Börsenindex möglichst genau abbildet. Er wird an der Börse gehandelt und benötigt kein aktives Fondsmanagement.

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Ein Indexfonds ist eine Sammlung einzelner Wertpapiere, die einen Aktienindex wie den DAX oder den MSCI World nachbildet. Mit einem einzigen Wertpapier investierst du so in einen ganzen Markt.

Anders als bei klassischen Investmentfonds gibt es bei einem ETF keinen Fondsmanager, der täglich entscheidet, welche Papiere er kauft oder verkauft. Der Indexfonds bildet stattdessen passiv einen Börsenindex ab. Diese automatisierte Nachbildung macht ETFs in der Regel transparent und günstig.

Ein DAX-ETF investiert in die 40 Aktien, die im Deutschen Aktienindex enthalten sind. Kaufst du diesen ETF, bist du zu einem kleinen Anteil an diesen Unternehmen über die Börse beteiligt. Etwa ein Fünftel aller Anlegerinnen und Anleger in Deutschland spart über ETFs.

Kurz erklärt

Indexfonds (ETF)

Ein börsengehandelter Fonds, der die Zusammensetzung und Wertentwicklung eines Börsenindex wie DAX oder MSCI World nachbildet.

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds.

02 · Vergleich

So funktioniert die Nach­bildung eines Börsenindex

Ein ETF-Anbieter baut einen Börsenindex nach und bündelt die Wertpapiere in einem Fonds. Dafür gibt es zwei grundlegende Methoden, die sich im Risiko und im Aufbau unterscheiden.

Beim Nachbilden eines Index gibt es zwei grundlegende Methoden. Bei der physischen Nachbildung setzt sich der ETF aus den Originalaktien des Index zusammen. Der Anbieter gewichtet die Aktien nach ihrem Börsenwert und kauft sie entweder vollständig oder nur in einer Auswahl.

Bei der synthetischen Replikation wird der Index durch Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, mit anderen Finanzinstituten künstlich nachgestellt. Der Korb, den du als Anleger besitzt, kann komplett anders aussehen als der eigentliche Index und muss keine einzige Aktie daraus beinhalten. Stattdessen verspricht die Gegenseite, dass du die gleiche Rendite bekommst.

  • Bei der physischen Vollreplikation kauft der Anbieter alle Aktien des Index in der passenden Gewichtung.
  • Beim Sampling kauft der Anbieter nur den Teil der Aktien, der für einen Großteil der Performance verantwortlich ist.
  • Bei der synthetischen Replikation entsteht ein Kontrahentenrisiko, falls das Finanzinstitut aus dem Tauschgeschäft ausfällt.
Physische und synthetische Replikation im Vergleich
Physischer ETFSynthetischer ETF
Wertpapiere im FondsEnthält echte Aktien oder Anleihen aus dem IndexEnthält einen Sicherheitenkorb, der vom Index abweichen kann
Nach­bildungKauft die Originalwertpapiere (vollständig oder als Auswahl)Nutzt Tauschgeschäfte (Swaps) mit einem Finanzinstitut
Zusätzliches RisikoKein Kontrahentenrisiko durch Swap-PartnerKontrahentenrisiko, falls der Swap-Partner ausfällt

03 · Hintergrund

Welche Rolle spielen Aktienindizes wie DAX und MSCI World?

Ein Börsenindex ist eine theoretische Liste von Wertpapieren mit klaren Regeln. Er dient als Vorlage für den ETF und bestimmt, in welche Unternehmen oder Anleihen du investierst.

Ein Börsenindex ist im Endeffekt nur eine theoretische Liste. Du kannst nicht direkt in einen Index investieren. Der Index bildet die Kursentwicklung von bestimmten Aktien, Anleihen oder Rohstoffen ab und ist ein Barometer für ein Marktsegment wie Branchen, Regionen oder Länder.

Der DAX enthält die 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Ein DAX-ETF investiert in genau diese 40 Aktien, gewichtet nach ihrem Börsenwert. Steigt der DAX um ein Prozent, steigt auch der ETF auf den DAX um ein Prozent.

Der MSCI World bündelt die nach Börsenwert größten Unternehmen der Industriestaaten. Er eignet sich als breite Basis für ein Anlageportfolio, weil er viele Länder und Branchen abdeckt. Indexanbieter wie MSCI, S&P oder Stoxx legen die Methodik fest: welche Wertpapiere aufgenommen werden, wie sie gewichtet sind und in welchen Abständen der Index aktualisiert wird.

Ein Börsenindex bildet die Kursentwicklung von bestimmten Aktien, Anleihen oder Rohstoffen ab. Er ist ein Barometer für ein Marktsegment wie Branchen, Regionen oder Länder.

Der DAX enthält die 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Ein DAX-ETF investiert in genau diese 40 Aktien, gewichtet nach ihrem Börsenwert.

Der MSCI World bündelt die nach Börsenwert größten Unternehmen der Industriestaaten. Er eignet sich als breite Basis für ein Anlageportfolio, weil er viele Länder und Branchen abdeckt.

Indexanbieter wie MSCI, S&P oder Stoxx legen die Methodik fest: welche Wertpapiere enthalten sind, wie sie gewichtet werden und wann der Index aktualisiert wird.

04 · Vergleich

Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs: Was ist der Unterschied?

ETFs gibt es für verschiedene Anlageklassen. Die beiden wichtigsten Gruppen sind Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs, die unterschiedliche Risiken und Renditeerwartungen haben.

Aktien-ETFs investieren in Unternehmensanteile und bieten höhere Renditechancen bei stärkeren Kursschwankungen. Das Kursrisiko ist höher, ein Totalverlust ist möglich. Anleihen-ETFs investieren in verzinsliche Wertpapiere von Staaten oder Unternehmen und bieten geringere Renditechancen bei stabileren Erträgen.

Anleihen-ETFs haben ein geringeres Kursrisiko, dafür ein Zinsänderungsrisiko. Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen. Für eine breite Risikostreuung kannst du beide Anlageklassen in deinem Portfolio kombinieren.

Neben Aktien und Anleihen gibt es weitere ETF-Gruppen wie Geldmarkt-ETFs, Immobilien-ETFs oder Rohstoff-ETFs. Investierst du in unterschiedliche Anlageklassen, kannst du im besten Fall die schwächere Entwicklung einer Gruppe durch Gewinne einer anderen ausgleichen.

Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs
Aktien-ETFAnleihen-ETF
BasiswertInvestiert in Unternehmensanteile (Aktien)Investiert in verzinsliche Wertpapiere von Staaten oder Unternehmen

05 · Schritt für Schritt

ETF-Sparplan: So funktioniert regelmäßiges Investieren

Mit einem ETF-Sparplan zahlst du regelmäßig einen festen Betrag in einen Indexfonds ein. Das funktioniert automatisch und eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau.

Du profitierst vom Durchschnittskosteneffekt, weil du bei niedrigen Kursen mehr Anteile erhältst und bei hohen Kursen weniger.

Für den Start benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort wählst du einen Indexfonds aus, zum Beispiel auf den MSCI World oder den DAX. Achte auf die Kosten und die Nachbildungsmethode.

  • Du eröffnest ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
  • Du wählst einen Indexfonds aus, der zu deinem Anlageziel passt.
  • Du legst eine Sparrate fest, die regelmäßig angelegt wird, oft schon mit kleinen Summen.
  • Der Sparplan kauft automatisch Anteile zu festgelegten Terminen.
01

Depot eröffnen

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort kannst du ETFs kaufen und verwalten.

02

ETF auswählen

Du wählst einen Indexfonds aus, zum Beispiel auf den MSCI World oder den DAX. Achte auf die Kosten und die Nachbildungsmethode.

03

Sparrate festlegen

Du bestimmst einen Betrag, der regelmäßig angelegt wird. Das ist oft schon mit kleinen Summen möglich.

04

Ausführung überwachen

Der Sparplan kauft automatisch Anteile zu festgelegten Terminen. Du profitierst vom Durchschnittskosteneffekt, weil du bei niedrigen Kursen mehr Anteile erhältst.

06 · Kosten

Welche Kosten fallen bei Indexfonds an?

Die Kosten eines ETF sind ein wichtiger Faktor für deine Rendite. Sie werden hauptsächlich über die Total Expense Ratio ausgewiesen und fallen laufend an.

Die laufenden Kosten eines ETF werden mit der Total Expense Ratio, kurz TER, angegeben. Sie deckt die Verwaltungsgebühr ab, die die Fondsgesellschaft für die kontinuierliche Anpassung an den Index erhebt. Die TER liegt bei vielen Indexfonds zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.

Zusätzlich können Transaktionskosten im Fonds entstehen, wenn der ETF-Wertpapiere anteilig kauft oder verkauft, um den Index nachzubilden. Deine individuellen Orderkosten beim Kauf über den Broker kommen noch hinzu. Die TER findest du im Basisinformationsblatt des ETF.

Indexfonds verzeichnen im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds niedrige Gesamtkosten, weil sie keinen Fondsmanager benötigen. Eine hohe TER reduziert deine Nettorendite über viele Jahre erheblich.

Typische Kostenarten bei ETFs

Verwaltungsgebühr (TER)abhängig vom ETF
Ordergebühr beim Kaufabhängig vom Broker

07 · Was gilt

Risikostreuung: Warum ein Indexfonds breiter investiert

Ein einzelner ETF enthält viele verschiedene Wertpapiere. Dadurch verteilst du dein Risiko auf viele Unternehmen und Branchen, statt auf eine einzelne Aktie zu setzen.

Ein ETF auf den MSCI World enthält hunderte Unternehmen aus vielen Ländern. Ein DAX-ETF investiert in 40 verschiedene Aktien aus Deutschland. Du kannst Aktien-ETFs mit Anleihen-ETFs kombinieren und so Schwankungen in deinem Portfolio reduzieren.

Ein ETF-Sparplan verteilt deine Käufe über die Zeit. Das reduziert das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt eine große Summe zu investieren. Ein ETF auf eine einzelne Branche oder ein einzelnes Land streut dein Risiko dagegen weniger.

  • Ein breiter Marktindex streut dein Risiko über viele Unternehmen und Branchen.
  • Ein Branchen-ETF konzentriert dein Risiko auf einen Sektor.
  • Ein synthetischer ETF kann ein Kontrahentenrisiko enthalten.
  • Der Kauf einer einzelnen Aktie streut dein Risiko nicht.

Streut dein Risiko

·Ein ETF auf den MSCI World enthält hunderte Unternehmen aus vielen Ländern
·Ein DAX-ETF investiert in 40 verschiedene Aktien aus Deutschland
·Du kannst Aktien-ETFs mit Anleihen-ETFs kombinieren
·Ein ETF-Sparplan verteilt deine Käufe über die Zeit

Streut dein Risiko nicht

·Ein ETF auf eine einzelne Branche konzentriert dein Risiko
·Ein synthetischer ETF kann ein Kontrahentenrisiko enthalten
·Ein ETF auf ein einzelnes Land ist weniger breit gestreut
·Der Kauf einer einzelnen Aktie streut dein Risiko nicht

08 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Investieren in Indexfonds

Viele Anleger machen vermeidbare Fehler, die ihre Rendite schmälern. Wer diese kennt, kann langfristig ruhiger und erfolgreicher investieren.

Ein zu kurzer Anlagehorizont ist einer der häufigsten Fehler. ETFs eignen sich für mittel- und langfristige Geldanlage, nicht für kurzfristige Spekulation. Wer innerhalb weniger Monate verkauft, trägt das volle Kursrisiko.

Ständiges Umschichten verursacht Kosten und schadet der Rendite. Häufiges Kaufen und Verkaufen löst Ordergebühren aus und kann Steuern fällig machen. Auch das Ignorieren der Kosten ist ein Fehler, denn eine hohe TER reduziert deine Nettorendite über viele Jahre erheblich.

  • Nur auf einen Sektor setzen: Ein Branchen-ETF streut dein Risiko weniger als ein breiter Marktindex.
  • Synthetische Replikation übersehen: Das Kontrahentenrisiko bei Swap-ETFs wird oft unterschätzt.
  • Zu kurzer Anlagehorizont: ETFs sind keine kurzfristige Spekulation.

Typische Fehler vermeiden

·Zu kurzer Anlagehorizont: ETFs eignen sich für mittel- und langfristige Geldanlage, nicht für kurzfristige Spekulation.
·Ständiges Umschichten: Häufiges Kaufen und Verkaufen verursacht Kosten und schadet der Rendite.
·Nur auf einen Sektor setzen: Ein Branchen-ETF streut dein Risiko weniger als ein breiter Marktindex.
·Kosten ignorieren: Eine hohe TER reduziert deine Nettorendite über viele Jahre erheblich.
·Synthetische Replikation übersehen: Das Kontrahentenrisiko bei Swap-ETFs wird oft unterschätzt.

09 · Was gilt

Steuern auf Indexfonds: Das gilt 2026

Gewinne aus ETFs sind steuerpflichtig. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil der Erträge steuerfrei zu erhalten.

Gewinne aus ETFs sind steuerpflichtig. Auf Kursgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen, auf Ausschüttungen von Dividenden oder Zinsen und auf Erträge aus thesaurierenden ETFs über die Vorabpauschale fällt Abgeltungsteuer an. Der Steuersatz beträgt 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.

Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil der Erträge steuerfrei zu erhalten. Pro Person und Jahr sind 1000 EUR steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren 2000 EUR. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das heißt, 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei.

Die Teilfreistellung reduziert deine Steuerlast auf Aktienfonds spürbar. Von 100 EUR Ertrag aus einem Aktien-ETF sind nur 70 EUR steuerpflichtig. Die restlichen 30 EUR bleiben steuerfrei.

Steuerpflichtig

·Kursgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen
·Ausschüttungen von Dividenden oder Zinsen
·Erträge aus thesaurierenden ETFs über die Vorabpauschale

Steuerfrei

·Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr
·Erträge bis 2000 EUR bei zusammenveranlagten Ehepaaren

10 · Checkliste

Checkliste: So startest du mit einem Indexfonds

Bevor du dein Geld anlegst, solltest du einige Punkte klären. Diese Checkliste hilft dir, strukturiert vorzugehen.

Bevor du dein Geld anlegst, solltest du dein Anlageziel und deinen Anlagehorizont festlegen. Überlege, wie lange du auf das Geld verzichten kannst und wie viel Schwankungen du aushältst. Deine Risikobereitschaft bestimmt, welche Indexfonds für dich infrage kommen.

Für den Start benötigst du ein Wertpapierdepot. Danach wählst du einen passenden Index aus, zum Beispiel den MSCI World als breite Basis oder den DAX für den deutschen Markt. Prüfe die Nachbildungsmethode und vergleiche die Total Expense Ratio.

  • Lege Anlageziel und Anlagehorizont fest.
  • Schätze deine Risikobereitschaft realistisch ein.
  • Eröffne ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
  • Wähle einen passenden Index aus und prüfe die Nachbildungsmethode.
  • Vergleiche die Total Expense Ratio der infrage kommenden ETFs.
  • Richte einen Sparplan mit deiner Sparrate ein und nutze die steuerlichen Freibeträge.

Dein Weg zum ersten ETF

01

Anlageziel und Anlagehorizont festlegen

02

Risikobereitschaft einschätzen

03

Wertpapierdepot eröffnen

04

Passenden Index auswählen (z. B. MSCI World, DAX)

05

Nachbildungsmethode prüfen (physisch oder synthetisch)

06

Total Expense Ratio (TER) vergleichen

07

Sparrate festlegen und Sparplan einrichten

08

Steuerliche Freibeträge nutzen

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026