Ratgeber · Investieren
Lohnt sich ein Indexfonds? So baust du mit ETFs langfristig Vermögen auf
Ein Indexfonds lohnt sich vor allem dann, wenn du langfristig und breit gestreut anlegen willst. Die niedrigen Kosten und die einfache Handhabung machen ETFs für viele Privatanleger zur passenden Basis für den Vermögensaufbau.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Indexfonds bilden einen Börsenindex wie den MSCI World nach und streuen dein Geld über hunderte Aktien.
- Die laufenden Kosten liegen meist zwischen 0,07 und 0,3 Prozent pro Jahr und sind damit deutlich günstiger als bei aktiven Fonds.
- Ein Ausgabeaufschlag fällt beim Börsenhandel nicht an, es entstehen nur die Ordergebühren deines Depots.
- Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit gestreute Aktien-ETFs, Branchen-ETFs sind nur als kleine Beimischung sinnvoll.
01 · Grundlagen
Was ist ein Indexfonds?
Ein Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Die Anlagestrategie ist passiv, das Fondsmanagement trifft keine aktiven Kauf- oder Verkaufsentscheidungen.
Deshalb spricht man auch von passiven Fonds.
Die passive Strategie verzichtet auf Stock Picking und Market Timing. Das macht Indexfonds deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, bei denen ein Fondsmanager bewusst einzelne Aktien auswählt oder Kauf- und Verkaufszeitpunkte steuert.
Wenn von Indexfonds die Rede ist, sind meist Aktien-Indexfonds gemeint. Es gibt aber auch Indexfonds, die in Anleihen, Geldmarktpapiere oder Rohstoffe investieren.
Kurz erklärt
Indexfonds (ETF)
Ein börsengehandelter Investmentfonds, der einen Index wie den MSCI World oder DAX nachbildet. Die Anlagestrategie ist passiv, das Fondsmanagement trifft keine aktiven Kauf- oder Verkaufsentscheidungen.
Passive Fonds verzichten auf Stock Picking und Market Timing und sind dadurch deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.
02 · Vergleich
Indexfonds oder aktive Fonds: Wo liegen die Unterschiede?
Der größte Vorteil von Indexfonds liegt in den geringeren Kosten. Aktive Fonds versuchen, den Markt zu schlagen, scheitern daran aber in der Regel.
Die jährlichen Verwaltungsgebühren für aktive Fonds betragen in der Regel 1,5 bis 2 Prozent des Fondsvermögens. Bei Indexfonds liegen sie meist zwischen 0,07 und 0,3 Prozent.
Forschende haben seit Jahrzehnten wiederholt nachgewiesen, dass aktive Fonds im Mittel schlechter abschneiden als ihr Vergleichsindex. Die Wertentwicklung aktiver Fonds war systematisch geringer als die ihres Vergleichsindex, obwohl sie deutlich höhere Gebühren verlangen.
Beim Kauf eines Indexfonds über die Börse entfällt außerdem der Ausgabeaufschlag, der bei aktiven Fonds üblich ist und oft mehrere Prozent beträgt. Du zahlst lediglich die Orderentgelte deiner Bank oder deines Brokers.
- Passive Indexfonds bilden einen Index nach und kosten zwischen 0,07 und 0,3 Prozent pro Jahr.
- Aktive Fonds werden von einem Fondsmanager gesteuert und kosten zwischen 1,5 und 2 Prozent pro Jahr.
- Die Kostenquote eines Indexfonds sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen.
| Passiver Indexfonds | Aktiver Fonds | |
|---|---|---|
| Anlagestrategie | Bildet einen Index nach | Fondsmanager wählt Wertpapiere aus |
| Laufende Kosten (TER) | 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr | 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr |
| Ausgabeaufschlag | Entfällt beim Börsenhandel | Kann anfallen |
| Transparenz | Indexzusammensetzung täglich einsehbar | Meist nur Top-Positionen monatlich |
| Langfristige Rendite | Im Mittel besser als aktive Fonds | Im Mittel schlechter als der Vergleichsindex |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert der Börsenhandel mit Indexfonds
Indexfonds werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Du erteilst deiner Bank oder deinem Broker einen Kaufauftrag, einen Ausgabeaufschlag zahlst du dabei nicht.
Die Orderentgelte sind regelmäßig niedriger als ein Ausgabeaufschlag bei aktiven Fonds.
Für den Handel benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Die Eröffnung ist in der Regel kostenlos. Nach dem Kauf erfolgt die Gutschrift der Fondsanteile auf deinem Konto zwei Bankarbeitstage nach dem Handel.
Je nachdem, welchen Ausführungsplatz du wählst, zum Beispiel Börse Frankfurt, Xetra oder Direkthandel, sind die Entgelte niedriger oder etwas höher. Die genauen Kosten findest du im Preisverzeichnis deiner Bank.
- Eröffne ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker.
- Wähle den gewünschten Indexfonds und erteile einen Kaufauftrag über die Börse oder den Direkthandel.
- Zahle die Ordergebühren, die regelmäßig niedriger sind als ein Ausgabeaufschlag.
- Erhalte die Fondsanteile zwei Bankarbeitstage nach dem Handel auf deinem Konto.
Depot eröffnen
Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Die Eröffnung ist in der Regel kostenlos.
Kaufauftrag erteilen
Du wählst den gewünschten Indexfonds und erteilst einen Kaufauftrag über die Börse oder den Direkthandel.
Ordergebühren zahlen
Es fallen die im Preisverzeichnis deiner Bank ausgewiesenen Orderentgelte an. Diese sind regelmäßig niedriger als ein Ausgabeaufschlag.
Anteile erhalten
Die Gutschrift der Fondsanteile erfolgt auf deinem Konto zwei Bankarbeitstage nach dem Handel.
04 · Kosten
Welche Verwaltungsgebühren fallen bei Indexfonds an?
Die laufenden Kosten eines Indexfonds werden als Total Expense Ratio bezeichnet. Sie mindern deine jährliche Rendite und sollten möglichst niedrig sein.
Sie drücken aus, wie viel Prozentpunkte die jährliche Rendite mindern. Bei Indexfonds liegt die TER meist zwischen 0,07 und 0,3 Prozent pro Jahr.
Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro zahlst du bei einem Indexfonds mit 0,2 Prozent Kosten 20 Euro pro Jahr. Bei einem aktiven Fonds mit 1,7 Prozent Kosten sind es dagegen 170 Euro pro Jahr. Dieser Unterschied summiert sich über viele Jahre erheblich.
Die Kostenquote eines Indexfonds sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Ist sie höher, sollte der Fonds in den vergangenen fünf Jahren eine bessere Rendite als sein Index erzielt haben, um die höheren Kosten zu rechtfertigen.
Typische jährliche Verwaltungsgebühren im Vergleich
05 · Hintergrund
Diversifikation: Warum Streuung dein Risiko senkt
Ein breit gestreuter Indexfonds verteilt dein Geld auf hunderte oder tausende Aktien. Das reduziert das Risiko, dass der Ausfall eines einzelnen Unternehmens dein Depot stark belastet.
Ein weltweiter Aktien-Indexfonds wie ein ETF auf den MSCI All Country World oder FTSE All-World enthält Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Damit streust du dein Geld über viele Unternehmen, Branchen und Regionen gleichzeitig.
Eine einzelne Firma kann pleitegehen, eine Branche dauerhaft in die Krise abgleiten. In einem marktbreiten Aktien-ETF steckt ein Best of der Börse, das solche Ausreißer wieder auffängt. Das Verlustrisiko wird auf viele Schultern verteilt und dadurch ausgeglichen.
Finanztip-Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit mit einem passiven ETF beliebige 15 Jahre in weltweit ausgerichtete Aktien-Indexfonds investierten, niemals Geld verloren haben. Das macht die breite Streuung zu einem zentralen Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
Ein weltweiter Aktien-Indexfonds wie ein ETF auf den MSCI All Country World oder FTSE All-World enthält Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Damit streust du dein Geld über viele Unternehmen, Branchen und Regionen gleichzeitig.
Eine einzelne Firma kann pleitegehen, eine Branche dauerhaft in die Krise abgleiten. In einem marktbreiten Aktien-ETF steckt ein Best of der Börse, das solche Ausreißer wieder auffängt.
Finanztip-Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit mit einem passiven ETF beliebige 15 Jahre in weltweit ausgerichtete Aktien-Indexfonds investierten, niemals Geld verloren haben.
06 · Fehler vermeiden
Welches Marktrisiko tragen Privatanleger bei Indexfonds?
Indexfonds sind nicht risikofrei. Aktienkurse können über mehrere Jahre hinweg gleich bleiben oder fallen, bevor sie wieder steigen.
Indexfonds sind nicht risikofrei. Aktienkurse können über mehrere Jahre hinweg gleich bleiben oder fallen, bevor sie wieder steigen. Wer in einer Krise verkauft, realisiert Verluste. Deshalb eignen sich Indexfonds nur für Geld, das du langfristig nicht benötigst.
Branchen-ETFs wie Wasserstoff- oder Cannabis-ETFs konzentrieren dein Geld auf eine Sparte und erhöhen das Risiko deutlich. Läuft es in der Branche schlecht, können andere Branchen das nicht ausgleichen. Verbraucherschützer raten von solchen Fonds ab.
Auch bei intransparenten Indizes und aktiven ETFs ist Vorsicht geboten. Manche ETFs bilden neu erfundene, intransparente Indizes ab, andere folgen keinem Index, sondern einem Fondsmanager. Von solchen aktiven Strategien raten Verbraucherschützer ab.
- Kursverluste: Aktienkurse können über mehrere Jahre fallen, ein Verkauf in einer Krise realisiert Verluste.
- Branchenrisiko: Branchen-ETFs konzentrieren dein Geld auf eine Sparte und erhöhen das Risiko deutlich.
- Intransparente Indizes: Manche ETFs bilden neu erfundene, intransparente Indizes ab, die du meiden solltest.
- Aktive ETFs: Immer mehr ETFs folgen keinem Index, sondern einem Fondsmanager, von solchen Strategien raten Verbraucherschützer ab.
Diese Risiken solltest du kennen
07 · Was gilt
Für wen lohnt sich ein Indexfonds-Sparplan?
Ein Sparplan auf einen breit gestreuten Indexfonds eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge. Du legst regelmäßig einen festen Betrag an und profitierst vom Durchschnittskosteneffekt.
Das reduziert das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt eine große Summe zu investieren.
Für die Altersvorsorge mit regelmäßigen Sparraten sind weltweite Aktien-Indexfonds eine kostengünstige Alternative zu aktiven Fonds. Die niedrigen Kosten von 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr lassen langfristig mehr von deiner Rendite übrig.
Nicht geeignet ist ein Indexfonds-Sparplan für Geld, das du kurzfristig benötigst. Bei einer Anlagedauer unter 5 Jahren ist das Risiko von Kursverlusten zu hoch. Auch für Spekulationen auf einzelne Branchen oder Themen sind breit gestreute Indexfonds nicht gedacht.
- Langfristiger Vermögensaufbau über 15 Jahre oder länger lohnt sich mit einem Indexfonds-Sparplan.
- Altersvorsorge mit regelmäßigen Sparraten profitiert von den niedrigen Kosten.
- Kurzfristige Anlagen unter 5 Jahren gehören nicht in einen Indexfonds-Sparplan.
- Geld, das du kurzfristig benötigst, solltest du nicht in Indexfonds anlegen.
Lohnt sich
Lohnt sich nicht
08 · Checkliste
Transparenz bei Indexfonds: Was du einsehen kannst
Bei Indexfonds, die einen bekannten Index nachbilden, kannst du jederzeit die Zusammensetzung des Index im Internet abrufen. Die Fondsgesellschaften informieren meist täglich über die exakte Portfoliozusammenstellung.
Bei herkömmlichen aktiven Fonds sind dagegen meist nur die zehn größten Positionen des Portfolios monatlich abrufbar. Diese Transparenz ist ein klarer Vorteil von Indexfonds, denn du weißt genau, in welche Unternehmen dein Geld investiert ist.
Zusätzlich kannst du die laufenden Kosten, das Alter und das Anlagevolumen des Fonds sowie die Nachbildungsmethode des Index einsehen. Diese Informationen helfen dir, einen geeigneten Indexfonds für deinen Vermögensaufbau auszuwählen.
- Die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index ist öffentlich einsehbar.
- Die tägliche Portfoliozusammenstellung des Fonds wird von den Fondsgesellschaften veröffentlicht.
- Die laufenden Kosten, das Alter und das Anlagevolumen des Fonds sind transparent.
- Die Nachbildungsmethode des Index ist dokumentiert.
Diese Informationen sind bei Indexfonds öffentlich
Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index
Tägliche Portfoliozusammenstellung des Fonds
Laufende Kosten (Total Expense Ratio)
Alter und Anlagevolumen des Fonds
Nachbildungsmethode des Index
09 · Checkliste
Welche Indexfonds eignen sich für den Vermögensaufbau?
Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit gestreute Aktien-Indexfonds. Sie sollten einen weltweiten Index nachbilden und bestimmte Kriterien erfüllen.
Dazu gehören Indizes wie der MSCI ACWI IMI, der FTSE All-World oder der MSCI World. Diese Indizes enthalten Aktien aus Industrie- und Schwellenländern.
Ein geeigneter Indexfonds sollte seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar sein und mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt haben. Das Alter ist wichtig, um prüfen zu können, ob der Fonds die Wertentwicklung seines Index auch wirklich getroffen hat. Das Anlagevolumen reduziert das Risiko, dass der Anbieter den Fonds wieder vom Markt nimmt.
Die Kostenquote sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Etablierte Anbieter wie iShares, Amundi, Xtrackers, UBS, Vanguard, SPDR, Invesco oder HSBC bieten solche Indexfonds an. Hast du bereits einen ETF auf den MSCI World oder FTSE Developed im Depot, kannst du ihn liegen lassen und künftige Anlagen in breiter gestreute Alle-Länder-ETFs stecken.
- Der Indexfonds bildet einen weltweiten Aktienindex nach, zum Beispiel MSCI ACWI IMI, FTSE All-World oder MSCI World.
- Der Indexfonds ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
- Der Indexfonds hat mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt.
- Die Kostenquote liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
- Der Indexfonds stammt von einem etablierten Anbieter wie iShares, Amundi, Xtrackers, UBS, Vanguard, SPDR, Invesco oder HSBC.
Kriterien für einen geeigneten Indexfonds
Bildet einen weltweiten Aktienindex nach, zum Beispiel MSCI ACWI IMI, FTSE All-World oder MSCI World
Ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar
Hat mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt
Kostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr
Stammt von einem etablierten Anbieter wie iShares, Amundi, Xtrackers, UBS, Vanguard, SPDR, Invesco oder HSBC
10 · Fehler vermeiden
Branchen-ETFs: Nur als kleine Beimischung sinnvoll
Fonds, die sich nur auf eine einzelne Branche konzentrieren, sind höchstens als kleine Beimischung zu weltweiten ETFs geeignet. Sie erhöhen das Risiko deutlich.
Sie erhöhen das Risiko deutlich, weil du zu viel Geld in eine einzelne Sparte investierst.
Läuft es in der Branche schlecht, können andere Branchen das nicht ausgleichen. Eine Branche kann dauerhaft in die Krise abgleiten, während ein marktbreiter Index solche Ausreißer durch die Streuung über viele Branchen wieder auffängt.
Branchen-ETFs wie Wasserstoff- oder Cannabis-ETFs werden von Verbraucherschützern nicht empfohlen. Wenn du sie dennoch beimischen möchtest, sollte der Anteil an deinem Gesamtdepot klein bleiben, damit das Risiko überschaubar bleibt.
- Du investierst zu viel Geld in eine einzelne Sparte.
- Läuft es in der Branche schlecht, können andere Branchen das nicht ausgleichen.
- Eine Branche kann dauerhaft in die Krise abgleiten.
- Branchen-ETFs wie Wasserstoff- oder Cannabis-ETFs werden von Verbraucherschützern nicht empfohlen.
Warum Branchen-ETFs riskant sind
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