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ESG-ETFs mit kleinen Beträgen: So startest du nachhaltig

Nachhaltiges Investieren ist keine Frage des Budgets. Schon mit kleinen Beträgen kannst du über ESG-ETFs breit gestreut nach ökologischen und sozialen Kriterien anlegen.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • ESG-ETFs bündeln Aktien von Unternehmen, die nach Umwelt-, Sozial- und Führungskriterien ausgewählt wurden.
  • Bereits mit kleinen Sparraten ab 25 Euro pro Monat ist ein Einstieg über Sparpläne möglich.
  • Achte auf Ausschlusskriterien und den Best-in-Class-Ansatz, um deine persönlichen Werte abzubilden.
  • Die Risikostreuung über viele Unternehmen funktioniert auch bei geringen Anlagebeträgen.

01 · Grundlagen

Was sind ESG-ETFs?

Ein ESG-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Nachhaltigkeitsindex abbildet. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt anhand von Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Ein ESG-ETF funktioniert technisch wie jeder andere börsengehandelte Indexfonds. Er bildet einen festen Korb von Wertpapieren nach, ohne dass ein Fondsmanagement versucht, den Markt durch Einzeltitelauswahl zu schlagen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Vorauswahl der Unternehmen, die in den zugrunde liegenden Index aufgenommen werden.

Diese Vorauswahl erfolgt anhand von Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Die Abkürzung ESG steht für Environment, Social und Governance. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Du kaufst mit einem einzigen Wertpapier einen Anteil an vielen Unternehmen, die nach diesen nichtfinanziellen Merkmalen gefiltert wurden.

Die Bandbreite der verfügbaren Produkte ist groß. Ende 2025 hatten von rund 2.671 börsengehandelten ETFs auf Xetra bereits 1.195 Produkte einen Fokus auf Nachhaltigkeitskriterien wie ESG oder SRI. Das von diesen ETFs verwaltete Vermögen belief sich auf 477 Milliarden Euro und machte damit rund 22 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens im ETF-Segment aus.

Prüfe bei der Auswahl immer die Produktunterlagen des jeweiligen ETF. Nur dort ist verbindlich festgelegt, welche konkreten Ausschlüsse und Auswahlkriterien der Index tatsächlich anwendet. Der Name allein sagt noch nicht, ob der Fonds zu deinen Wertvorstellungen passt.

  • Ein ESG-ETF bildet einen Index nach, dessen Unternehmen nach Nachhaltigkeitskriterien gefiltert wurden.
  • Die Abkürzung ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).
  • Die konkreten Kriterien unterscheiden sich je nach Index und sind in den Produktunterlagen einsehbar.

Kurz erklärt

ESG-ETF

Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, dessen Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Führungskriterien gefiltert wurden.

Die Abkürzung ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).

02 · Checkliste

Welche ESG-Kriterien kommen bei der Aktienauswahl zum Einsatz?

Die konkreten Nachhaltigkeitskriterien unterscheiden sich je nach Index. Ein Blick in die Produktunterlagen zeigt dir, welche Werte der ETF tatsächlich abbildet.

Die Auswahl der Unternehmen basiert in der Regel auf einer Kombination aus Ausschlusskriterien und positiven Bewertungsmerkmalen. Häufig werden zunächst Unternehmen ausgeschlossen, die in bestimmten Geschäftsfeldern tätig sind. Dazu zählen kontroverse Waffen, Kohleförderung oder Tabakwaren.

Zusätzlich bewerten die Indexanbieter die verbleibenden Unternehmen anhand positiver Kriterien. Ein zentraler Prüfbereich ist der CO2-Ausstoß und die Frage, welche Ziele ein Unternehmen zur Reduzierung von Treibhausgasen verfolgt. Auch der Umgang mit Wasserressourcen und Abfall fließt in die Bewertung ein.

Soziale Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle. Dazu gehören Arbeitsbedingungen und die Einhaltung sozialer Standards in der Lieferkette. Im Bereich der Unternehmensführung werden die Vergütung und Unabhängigkeit des Aufsichtsrats sowie Maßnahmen gegen Korruption und Bestechung geprüft.

Die Gewichtung dieser Kriterien ist nicht einheitlich geregelt. Ein Index kann den Schwerpunkt auf Klimakennzahlen legen, ein anderer auf soziale Standards. Deshalb ist der Abgleich mit deinen persönlichen Wertvorstellungen so wichtig.

  • Der CO2-Ausstoß und die Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen sind ein typischer Prüfbereich.
  • Der Umgang mit Wasserressourcen und Abfall fließt in die ökologische Bewertung ein.
  • Arbeitsbedingungen und soziale Standards in der Lieferkette werden geprüft.
  • Die Vergütung und Unabhängigkeit des Aufsichtsrats sind Teil der Governance-Kriterien.
  • Maßnahmen gegen Korruption und Bestechung werden ebenfalls bewertet.

Typische Prüfbereiche für ESG-Kriterien

01

CO2-Ausstoß und Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen

02

Umgang mit Wasserressourcen und Abfall

03

Arbeitsbedingungen und soziale Standards in der Lieferkette

04

Vergütung und Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

05

Maßnahmen gegen Korruption und Bestechung

03 · Was gilt

Ausschlusskriterien: Welche Unternehmen fliegen aus dem Index?

Viele ESG-Indizes arbeiten mit harten Ausschlüssen. Diese sorgen dafür, dass bestimmte Geschäftsfelder gar nicht erst im Portfolio landen.

Kontroverse Waffen und Nuklearwaffen werden in den meisten strengen ESG-Indizes ausgeschlossen. Auch Kohleförderung und Kohleverstromung sowie Tabakwaren und Tabakproduktion stehen häufig auf der Ausschlussliste.

Bei Atomkraftwerken und Uranabbau ist das Bild weniger einheitlich. Manche Indizes schließen diese Bereiche vollständig aus, andere lassen sie zu, wenn das Unternehmen bestimmte Sicherheitsstandards erfüllt. Ähnlich verhält es sich mit Rüstungsgütern und Waffenhandel: Hier kommt es auf die Definition an, ob nur kontroverse Waffen oder sämtliche Rüstungsgüter ausgeschlossen werden.

Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß können enthalten sein, wenn sie einen glaubwürdigen Reduktionsplan vorweisen. Das gilt besonders für Indizes, die den Best-in-Class-Ansatz oder einen Transformationsansatz verfolgen. Firmen aus Branchen wie Einzelhandel oder Technologie sind in der Regel enthalten, sofern sie die jeweiligen ESG-Mindeststandards erfüllen.

Lies die Ausschlussliste im Produktdatenblatt genau. Nur so erkennst du, ob der ETF zu deinen Vorstellungen passt. Ein ETF mit dem Namen ESG kann Atomkraft enthalten, ein anderer schließt sie aus.

  • Kontroverse Waffen und Nuklearwaffen werden in den meisten ESG-Indizes ausgeschlossen.
  • Kohleförderung und Kohleverstromung sowie Tabakwaren stehen häufig auf der Ausschlussliste.
  • Atomkraftwerke und Uranabbau können je nach Index ausgeschlossen oder enthalten sein.
  • Rüstungsgüter und Waffenhandel werden unterschiedlich streng behandelt.
  • Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß können bei einem glaubwürdigen Reduktionsplan enthalten sein.

Wird ausgeschlossen

·Kontroverse Waffen und Nuklearwaffen
·Kohleförderung und Kohleverstromung
·Tabakwaren und Tabakproduktion
·Atomkraftwerke und Uranabbau
·Rüstungsgüter und Waffenhandel

Kann enthalten sein

·Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß, aber glaubwürdigem Reduktionsplan
·Firmen aus Branchen wie Einzelhandel oder Technologie
·Unternehmen mit durchschnittlichem ESG-Rating
·Staatsanleihen von Ländern mit mittlerem Nachhaltigkeitsprofil

04 · Vergleich

Best-in-Class-Ansatz: Die besten Unternehmen einer Branche

Nicht jeder ESG-Index schließt ganze Branchen aus. Der Best-in-Class-Ansatz wählt stattdessen die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche aus.

Der Best-in-Class-Ansatz schließt keine ganzen Branchen aus. Stattdessen wählt er aus jeder Branche die Unternehmen aus, die bei den definierten ESG-Kriterien am besten abschneiden. Das bedeutet: Auch Unternehmen aus Branchen wie Öl oder Bergbau können im Index vertreten sein, wenn sie innerhalb ihrer Branche die Vorreiter sind.

Eine Alternative ist der Best-in-Progress-Ansatz. Hier werden nicht die aktuell besten Unternehmen ausgewählt, sondern diejenigen, die in einem bestimmten Zeitraum die größte Verbesserung erzielt haben. Ein Unternehmen, das seinen CO2-Ausstoß besonders stark reduziert hat, kann so in den Index aufgenommen werden, auch wenn es noch nicht Branchenführer ist.

Beide Ansätze garantieren nicht, dass alle enthaltenen Unternehmen sämtliche ESG-Kriterien vollständig erfüllen. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Best-in-Class bildet die Vorreiter einer Branche ab, Best-in-Progress belohnt Wandel und Verbesserung.

Für dich als Anlegerin bedeutet das: Prüfe, welcher Auswahlansatz dem Index zugrunde liegt. Wenn du breit diversifiziert bleiben willst und keine Branche grundsätzlich ausschließen möchtest, kann Best-in-Class passen. Wenn du Transformationsprozesse unterstützen willst, ist Best-in-Progress eine Option.

  • Best-in-Class wählt die besten Unternehmen einer Branche nach ESG-Kriterien aus.
  • Best-in-Progress wählt Unternehmen mit der größten Verbesserung in einem Zeitraum aus.
  • Beim Best-in-Class-Ansatz können alle Branchen vertreten sein, auch Öl oder Bergbau.
  • Beide Ansätze garantieren nicht, dass alle Unternehmen sämtliche Kriterien vollständig erfüllen.
Auswahlansätze für ESG-Indizes im Vergleich
Best-in-ClassBest-in-Progress
AuswahlprinzipDie in Bezug auf ein bestimmtes Kriterium besten Unternehmen einer Branche oder KategorieUnternehmen, die in einer bestimmten Zeit den größten Fortschritt gemacht haben, zum Beispiel am meisten CO2 reduziert haben

05 · Hintergrund

Wie funktioniert die Diversifikation bei kleinen Beträgen?

Ein ETF bündelt hunderte Einzelwerte in einem Wertpapier. Dadurch verteilst du dein Risiko selbst dann, wenn du nur einen kleinen Betrag anlegst.

Die Risikostreuung ist der zentrale Vorteil von Indexfonds. Sie funktioniert unabhängig von der Anlagesumme, weil du immer einen anteiligen Wert am gesamten Fondsvermögen hältst. Ein ETF bündelt hunderte Einzelwerte in einem einzigen Wertpapier.

Kaufst du eine einzelne Aktie für 50 Euro, hängt dein gesamtes Investment am Erfolg dieses einen Unternehmens. Fällt der Kurs, ist dein gesamter Einsatz betroffen. Investierst du dieselben 50 Euro in einen ESG-ETF, verteilt sich das Geld auf alle im Index enthaltenen Unternehmen.

Ein Kursverlust bei einer Aktie kann durch Gewinne anderer Aktien ausgeglichen werden. Diese Streuung reduziert das Risiko, das mit der Anlage in Einzelwerte verbunden ist. Sie ist der Grund, warum ETFs auch für kleine Sparbeträge geeignet sind.

Du brauchst kein großes Startkapital, um breit gestreut zu investieren. Schon mit dem Kauf eines einzigen ETF-Anteils erwirbst du einen Bruchteil aller im Index enthaltenen Unternehmen. Die Höhe deines Einsatzes ändert nichts an der Diversifikation.

  • Ein ETF bündelt hunderte Einzelwerte in einem Wertpapier.
  • Bei einer Einzelaktie hängt dein gesamtes Investment am Erfolg dieses einen Unternehmens.
  • Im ETF verteilt sich dein Geld auf alle im Index enthaltenen Unternehmen.
  • Ein Kursverlust bei einer Aktie kann durch Gewinne anderer Aktien ausgeglichen werden.

Kaufst du eine einzelne Aktie, hängt dein gesamtes Investment am Erfolg dieses einen Unternehmens. Fällt der Kurs, ist dein gesamter Einsatz betroffen.

Investierst du dieselbe Summe stattdessen verteilt in alle Unternehmen eines Indexes und die einzelne Aktie fällt im Kurs, wirkt sich das weniger stark aus. Denn gleichzeitig sind vielleicht gerade andere Aktien im Index im Wert gestiegen, wiederum andere bleiben nahezu konstant.

Diese Risikostreuung ist der zentrale Vorteil von Indexfonds. Ein ETF bildet den jeweiligen Index nach, ohne dass alle Einzelaktien selbst gekauft werden müssen.

06 · Kosten

Welche Kosten fallen bei ESG-ETFs an?

Die laufenden Kosten eines ETFs werden über die Gesamtkostenquote ausgewiesen. Bei kleinen Sparraten spielen auch die Ordergebühren des Depots eine Rolle.

Bei ETFs auf nachhaltige Unternehmen weltweit reicht die Spanne von sehr günstigen bis zu teureren Spezialprodukten. Günstige ESG-Welt-ETFs liegen bei 0,08 bis 0,25 Prozent pro Jahr.

Durchschnittliche ESG-ETFs kosten zwischen 0,25 und 0,50 Prozent pro Jahr. Spezialisierte Themen-ETFs, die sich auf einzelne Bereiche wie Wasser oder erneuerbare Energien konzentrieren, können eine Gesamtkostenquote von 0,50 bis 0,95 Prozent pro Jahr aufweisen.

Zusätzlich zur Gesamtkostenquote können Depotgebühren und Ausgabeaufschläge anfallen. Viele Broker bieten ETF-Sparpläne ohne Orderprovision an. Bei kleinen Sparraten ist das ein wichtiger Faktor, denn eine feste Ordergebühr von wenigen Euro kann bei einer Rate von 25 Euro die Rendite spürbar schmälern.

Vergleiche die Gesamtkostenquote vor dem Kauf. Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten pro Jahr wirkt auf den ersten Blick klein, summiert sich über 20 oder 30 Jahre aber zu einem erheblichen Betrag.

  • Günstige ESG-Welt-ETFs kosten 0,08 bis 0,25 Prozent pro Jahr.
  • Durchschnittliche ESG-ETFs liegen bei 0,25 bis 0,50 Prozent pro Jahr.
  • Spezialisierte Themen-ETFs kosten 0,50 bis 0,95 Prozent pro Jahr.
  • Zusätzlich können Depotgebühren und Ausgabeaufschläge anfallen.

Kurz erklärt

ESG-ETFs auf nachhaltige Unternehmen weltweit

Typische jährliche Gesamtkostenquote (TER) für ESG-ETFs

0,08 bis 0,95 % p.a.

07 · Schritt für Schritt

So startest du einen Sparplan mit kleinen Beträgen

Ein ETF-Sparplan automatisiert deine Investition. Du legst einen festen Betrag fest, der regelmäßig in den gewählten ESG-ETF fließt.

Ein ETF-Sparplan automatisiert deine Investition. Du legst einen festen Betrag fest, der regelmäßig in den gewählten ESG-ETF fließt. Das nimmt dir die Entscheidung ab, wann der richtige Zeitpunkt für den Kauf ist.

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots bei einem Broker oder einer Bank, die ETF-Sparpläne anbietet. Achte auf die Kosten für Sparplanausführungen. Viele Anbieter haben diese Gebühr in den letzten Jahren abgeschafft.

Danach wählst du den ESG-ETF aus. Prüfe den Indexnamen und die Produktunterlagen. Achte auf Bezeichnungen wie ESG, SRI oder Sustainable. Die Sparrate kannst du bei vielen Anbietern bereits ab 25 Euro pro Monat festlegen und später anpassen.

Bleib langfristig investiert, auch wenn Kursschwankungen auftreten. Ein Sparplan funktioniert am besten, wenn du ihn über viele Jahre ununterbrochen laufen lässt. Kurzfristige Verluste sind normal und gleichen sich über lange Zeiträume in der Regel aus.

  • Eröffne ein Depot bei einem Broker, der ETF-Sparpläne ohne Orderprovision anbietet.
  • Wähle einen ESG-ETF aus und prüfe Indexname sowie Produktunterlagen.
  • Lege eine Sparrate fest, die du langfristig durchhalten kannst.
  • Wähle ein Ausführungsintervall, meist monatlich.
  • Bleib auch bei Kursschwankungen investiert.
01

Depot eröffnen

Wähle einen Broker oder eine Bank, die ETF-Sparpläne anbietet. Achte auf die Kosten für Sparplanausführungen.

02

ESG-ETF auswählen

Prüfe den Indexnamen und die Produktunterlagen. Achte auf Bezeichnungen wie ESG, SRI oder Sustainable.

03

Sparrate festlegen

ETF-Sparpläne sind bei vielen Anbietern bereits mit kleinen monatlichen Beträgen möglich. Die Rate kannst du später anpassen.

04

Ausführungsintervall wählen

Monatliche Ausführungen sind üblich. Manche Anbieter erlauben auch quartalsweise oder wöchentliche Käufe.

05

Langfristig investiert bleiben

Kursschwankungen sind normal. Ein Sparplan nutzt den Durchschnittskosteneffekt, indem er bei niedrigen Kursen mehr Anteile kauft.

08 · Im Vertrag

Welche Nachhaltigkeits­standards gelten für ESG-ETFs?

Die EU-Offenlegungsverordnung verpflichtet Anbieter, ihre Nachhaltigkeitskriterien transparent zu machen. Einheitliche Mindeststandards befinden sich noch im Aufbau.

Die EU-Offenlegungsverordnung, abgekürzt SFDR, verpflichtet Fondsanbieter, ihre ESG-Kriterien und Nachhaltigkeitsziele offenzulegen. Das schafft eine gewisse Transparenz, aber keine einheitlichen Mindeststandards. Bis zur vollständigen Harmonisierung auf EU-Ebene musst du die Kriterien des jeweiligen ETF selbst prüfen.

In den Produktunterlagen findest du Angaben zur Struktur des ETF. Bei physischer Nachbildung hält der Fonds die Aktien des Index tatsächlich. Die Zusammensetzung ist direkt einsehbar. Bei synthetischer Nachbildung bildet der ETF den Index über Tauschgeschäfte ab, die Wertentwicklung ist eng an den Index gekoppelt.

Die Bezeichnung SRI steht für Socially Responsible Investing. Sie weist auf strengere Auswahlkriterien hin als ein allgemeiner ESG-Ansatz. Ein SRI-Index schließt in der Regel mehr Unternehmen aus und wählt nur die nachhaltigsten aus.

Verlass dich nicht allein auf die SFDR-Klassifizierung. Sie sagt nicht, ob der ETF zu deinen persönlichen Wertvorstellungen passt. Nur der Blick in die konkreten Auswahlkriterien und Ausschlusslisten gibt dir diese Sicherheit.

  • Die SFDR verpflichtet Fondsanbieter, ihre ESG-Kriterien offenzulegen.
  • Einheitliche Mindeststandards befinden sich auf EU-Ebene noch im Aufbau.
  • Bei physischer Nachbildung hält der ETF die Aktien des Index tatsächlich.
  • Bei synthetischer Nachbildung bildet der ETF den Index über Tauschgeschäfte ab.
  • SRI steht für Socially Responsible Investing mit strengeren Auswahlkriterien.

Wichtige Begriffe in den Produktunterlagen

SFDREU-VerordnungDie Offenlegungsverordnung verpflichtet Fondsanbieter, ihre ESG-Kriterien und Nachhaltigkeitsziele offenzulegen.
SRIIndexbezeichnungSocially Responsible Investing steht für sozial verantwortliches Investieren mit strengeren Auswahlkriterien.
Physische NachbildungETF-StrukturDer ETF hält die Aktien des Index tatsächlich. Die Zusammensetzung ist in den Produktunterlagen einsehbar.
Synthetische NachbildungETF-StrukturDer ETF bildet den Index über Tauschgeschäfte ab. Die Wertentwicklung ist eng an den Index gekoppelt.

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Einstieg in ESG-ETFs

Wer nachhaltig investieren will, sollte die Auswahlkriterien genau prüfen. Nicht jeder ETF mit ESG im Namen passt zu den eigenen Wertvorstellungen.

Der häufigste Fehler ist, nur auf das Label ESG im Namen zu vertrauen, ohne die Ausschlusskriterien zu prüfen. Ein ETF kann Atomkraft oder Rüstungsgüter enthalten, obwohl du das nicht erwartest. Nur der Blick in die Produktunterlagen schafft Klarheit.

Ein weiterer Fehler ist, den Best-in-Class-Ansatz mit einem vollständigen Ausschluss kontroverser Branchen zu verwechseln. Best-in-Class bedeutet nicht, dass Öl- oder Bergbauunternehmen fehlen. Es bedeutet nur, dass die besten Unternehmen dieser Branchen ausgewählt wurden.

Die Gesamtkostenquote zu ignorieren, kann langfristig Rendite kosten. Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten pro Jahr summiert sich über Jahrzehnte zu einem erheblichen Betrag. Auch das Stoppen des Sparplans bei kurzfristigen Kursverlusten ist ein typischer Fehler, der den langfristigen Vermögensaufbau gefährdet.

Beschränke dich auf wenige, gut verstandene ESG-ETFs. Zu viele verschiedene Produkte zu besparen, führt zu Doppelungen und erschwert die Übersicht. Ein breit gestreuter Welt-ETF reicht für den Einstieg in der Regel aus.

  • Vertraue nicht nur auf das Label ESG im Namen, sondern prüfe die Ausschlusskriterien.
  • Verwechsle den Best-in-Class-Ansatz nicht mit einem vollständigen Ausschluss kontroverser Branchen.
  • Ignoriere die Gesamtkostenquote nicht, denn sie wirkt langfristig auf deine Rendite.
  • Stoppe den Sparplan nicht bei kurzfristigen Kursverlusten.
  • Bespar nicht zu viele verschiedene ESG-ETFs gleichzeitig.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Nur auf das Label ESG im Namen vertrauen, ohne die Ausschlusskriterien zu prüfen
·Den Best-in-Class-Ansatz mit einem vollständigen Ausschluss kontroverser Branchen verwechseln
·Die Gesamtkostenquote ignorieren und dadurch langfristig Rendite verlieren
·Bei kurzfristigen Kursverlusten den Sparplan stoppen und den Einstieg verpassen
·Zu viele verschiedene ESG-ETFs besparen und dadurch die Übersicht verlieren

10 · Was gilt

Steuern auf Erträge aus ESG-ETFs

Auch bei nachhaltigen ETFs fallen Steuern auf Kursgewinne und Ausschüttungen an. Der Sparer-Pauschbetrag hilft, einen Teil der Erträge steuerfrei zu halten.

Steuerpflichtig sind Kursgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen, Ausschüttungen des ETFs und die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs. Die Vorabpauschale ist ein fiktiver Ertrag, der bei thesaurierenden Fonds jährlich versteuert wird.

Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil der Erträge steuerfrei zu halten. Er liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro pro Jahr. Erträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank eingerichtet hast.

Der Wertzuwachs deiner ETF-Anteile ist steuerfrei, solange du die Anteile nicht verkaufst. Erst beim Verkauf wird der Kursgewinn realisiert und steuerlich relevant. Das gilt auch für thesaurierende ETFs, bei denen die Erträge automatisch wieder angelegt werden.

Richte einen Freistellungsauftrag in Höhe des Sparer-Pauschbetrags ein. Ohne diesen Auftrag führt deine Bank die Steuer auf alle Kapitalerträge ab, auch wenn du unter der Freigrenze bleibst. Du kannst dir zu viel gezahlte Steuer zwar über die Steuererklärung zurückholen, der Freistellungsauftrag ist aber der einfachere Weg.

  • Steuerpflichtig sind Kursgewinne beim Verkauf, Ausschüttungen und die Vorabpauschale.
  • Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr.
  • Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind 2000 Euro pro Jahr steuerfrei.
  • Der Wertzuwachs ist steuerfrei, solange du die Anteile nicht verkaufst.

Steuerpflichtig

·Kursgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen
·Ausschüttungen des ETFs
·Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Wertzuwachs, solange die Anteile nicht verkauft werden

11 · Kosten

Wie hoch ist die Steuer auf ETF-Gewinne?

Auf Kapitalerträge aus ETFs wird die Abgeltungsteuer fällig. Durch die Teilfreistellung für Aktienfonds bleibt ein Teil der Erträge unbelastet.

Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Das ergibt eine Gesamtbelastung von 26,375 Prozent auf den steuerpflichtigen Ertrag, sofern keine Kirchensteuer anfällt.

Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei, nur 70 Prozent werden mit der Abgeltungsteuer belastet. Die Teilfreistellung gilt für Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote. Die meisten ESG-Aktien-ETFs erfüllen diese Voraussetzung.

Die Teilfreistellung reduziert die effektive Steuerlast spürbar. Auf einen steuerpflichtigen Ertrag von 100 Euro entfallen durch die Teilfreistellung nur 70 Euro auf die Steuerbasis. Darauf werden 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag fällig.

Die Teilfreistellung gilt automatisch, du musst sie nicht beantragen. Deine Bank berücksichtigt sie bei der Abrechnung deiner Kapitalerträge. Voraussetzung ist, dass der ETF die Mindestaktienquote von 51 Prozent erfüllt.

  • Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf den steuerpflichtigen Ertrag.
  • Der Solidaritätszuschlag liegt bei 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
  • Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent der Erträge.
  • Die Teilfreistellung gilt für Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote.

Häufige Fragen

Fragen zu ESG-ETFs mit kleinen Beträgen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026