Ratgeber · Investieren
Gold-ETF vs. Fonds: So investierst du in Gold als Wertpapier
Für deutsche Anlegerinnen und Anleger gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Gold-ETFs und Goldfonds: Echte Gold-ETFs sind hier nicht zugelassen. Stattdessen bilden Gold-ETCs den Goldpreis ab und sind die gängige Wahl für die Beimischung von Gold ins Depot.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- In Deutschland sind keine Gold-ETFs zugelassen, da ein Fonds nach EU-Recht nicht nur in einen einzigen Rohstoff investieren darf.
- Gold-ETCs sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die den Goldpreis abbilden und meist mit physischem Gold hinterlegt sind.
- Anders als Investmentfonds sind Gold-ETCs kein Sondervermögen, daher trägst du ein Emittentenrisiko.
- Für die Steuer gilt bei Gold-ETCs die Abgeltungsteuer von 25 Prozent, eine Teilfreistellung wie bei Aktienfonds gibt es nicht.
01 · Vergleich
Was ist der Unterschied zwischen Gold-ETF und Goldfonds?
Die Begriffe werden oft vermischt, bezeichnen aber unterschiedliche rechtliche Konstrukte. Während ein ETF ein Investmentfonds ist, der an der Börse gehandelt wird, ist ein Gold-ETC eine Schuldverschreibung.
Für dein Depot ist vor allem die rechtliche Konstruktion entscheidend. Ein Gold-ETF wäre ein Investmentfonds, dessen Vermögen als Sondervermögen vor einer Pleite des Anbieters geschützt ist. Ein Gold-ETC ist dagegen eine Schuldverschreibung, also ein Zertifikat, bei dem du dem Herausgeber einen Kredit gibst.
In Deutschland kannst du keinen Gold-ETF kaufen, weil die EU-Richtlinie für Investmentfonds eine breitere Streuung verlangt. Der praktische Vergleich läuft daher immer auf einen Gold-ETC hinaus, der an allen deutschen Börsenplätzen handelbar ist.
- Ein Gold-ETF wäre als Sondervermögen vor einer Insolvenz des Fondsanbieters geschützt.
- Ein Gold-ETC ist eine Schuldverschreibung mit physischem Gold als Sicherheit, aber ohne Sondervermögensstatus.
- Die laufenden Kosten eines Gold-ETC liegen zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr.
| Gold-ETF | Gold-ETC | |
|---|---|---|
| Rechtliche Form | Investmentfonds (Sondervermögen) | Schuldverschreibung (Zertifikat) |
| In Deutschland handelbar | Nein, nicht zugelassen | Ja, an allen deutschen Börsenplätzen |
| Hinterlegung | Physisches Gold im Sondervermögen | Meist physisches Gold als Sicherheit |
| Insolvenzschutz | Sondervermögen, geschützt vor Emittentenpleite | Kein Sondervermögen, Emittentenrisiko |
| Typische Kosten (TER) | Nicht relevant in Deutschland | 0,00 bis 0,59 Prozent pro Jahr |
02 · Hintergrund
Warum gibt es in Deutschland keine Gold-ETFs?
Die EU-Richtlinie für Investmentfonds (OGAW) schreibt vor, dass ein Fonds sein Kapital auf verschiedene Anlagen verteilen muss. Ein Fonds, der ausschließlich in Gold investiert, erfüllt diese Anforderung nicht.
Das Kapitalanlagegesetzbuch verlangt, dass ein Investmentfonds das Geld der Anleger auf verschiedene Anlagen verteilt. So wie ein Aktienfonds nicht nur eine einzige Aktie kaufen darf, darf ein ETF nicht ausschließlich in einen einzigen Rohstoff wie Gold investieren.
Seit 2013 ist es für dich zudem nicht mehr möglich, Anteile an Gold-ETFs über ausländische Börsenplätze zu erwerben. Große Gold-ETFs existieren zwar in den USA oder der Schweiz, sind für deutsche Privatanlegerinnen aber nicht handelbar.
Die praktische Alternative ist der Gold-ETC. Er bildet den Goldpreis ebenfalls ab, ist rechtlich aber keine Investmentfonds, sondern eine börsengehandelte Schuldverschreibung.
Ein ETF ist rechtlich ein Investmentfonds. Das Kapitalanlagegesetzbuch verlangt, dass ein solcher Fonds das Geld der Anleger immer auf verschiedene Anlagen aufteilt. So wie ein Aktienfonds nicht nur eine einzige Aktie kaufen darf, darf ein ETF nicht ausschließlich in einen einzigen Rohstoff wie Gold investieren.
Seit 2013 ist es für deutsche Anleger zudem nicht mehr möglich, Anteile an Gold-ETFs über ausländische Börsenplätze zu erwerben. Große Gold-ETFs existieren zwar in den USA oder der Schweiz, sind für dich als Privatanlegerin in Deutschland aber nicht handelbar.
Die praktische Alternative ist der Gold-ETC. Er funktioniert an der Börse ähnlich wie ein ETF, ist aber rechtlich keine Investmentfondsstruktur, sondern eine Schuldverschreibung des Emittenten.
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert ein Gold-ETC?
Ein Gold-ETC ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung, die den Goldpreis annähernd nachbildet. Du gibst dem Emittenten einen Kredit, mit dem dieser Gold kauft und als Sicherheit verwahrt.
Du kaufst Anteile eines Gold-ETC wie Xetra-Gold über dein bestehendes Wertpapierdepot an einer deutschen Börse. Der Herausgeber verwendet dein Geld, um physisches Gold zu kaufen und in Tresoren zu verwahren.
Der Wert deiner Schuldverschreibung steigt oder fällt mit dem Preis des hinterlegten Goldes. Du kannst den ETC jederzeit an der Börse verkaufen. Bei manchen ETCs wie Xetra-Gold hast du zusätzlich einen Anspruch auf Lieferung von physischem Gold, wobei dafür zusätzliche Kosten anfallen können.
- Der Emittent kauft mit deinem Geld Gold und lagert es als Sicherheit.
- Der Kurs des ETC folgt annähernd dem Goldpreis.
- Bei Xetra-Gold verbrieft jede Schuldverschreibung den Anspruch auf ein Gramm Gold.
Kauf über das Wertpapierdepot
Du kaufst Anteile eines Gold-ETC wie Xetra-Gold an einer deutschen Börse über dein bestehendes Depot.
Emittent kauft Gold
Der Herausgeber des ETC verwendet dein Geld, um physisches Gold zu kaufen und in Tresoren zu verwahren.
Wertentwicklung folgt dem Goldpreis
Der Wert deiner Schuldverschreibung steigt oder fällt mit dem Preis des hinterlegten Goldes.
Verkauf oder Auslieferung
Du kannst den ETC jederzeit an der Börse verkaufen. Bei manchen ETCs wie Xetra-Gold hast du zusätzlich einen Anspruch auf Lieferung von physischem Gold.
04 · Kosten
Welche Kosten fallen bei Gold-ETCs an?
Die Gesamtkostenquote eines Gold-ETCs liegt in der Regel zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr. Darin sind Lagerhaltung, Management und Versicherung des Goldes enthalten.
Xetra-Gold hat eine laufende Kostenquote von 0,00 Prozent pro Jahr, bei anderen Anbietern fallen zwischen 0,10 und 0,59 Prozent an.
Zusätzlich können Kosten für die Verwahrung im Wertpapierdepot anfallen, sofern du kein kostenloses Depot nutzt. Auch die Ordergebühren für Kauf und Verkauf variieren von Bank zu Bank und sind nicht in der Gesamtkostenquote enthalten.
Die TER deckt nur die laufenden Kosten des ETC ab, nicht deine Depot- und Ordergebühren.
Typische Kostenbestandteile eines Gold-ETC
05 · Was gilt
Wie sicher sind Gold-ETCs im Vergleich zu Fonds?
Der zentrale Unterschied liegt im Insolvenzschutz. Während Investmentfonds als Sondervermögen geschützt sind, trägst du bei einem Gold-ETC das Emittentenrisiko.
Der zentrale Unterschied liegt im Insolvenzschutz. Investmentfonds zählen zum Sondervermögen und sind vor einer Pleite des Fondsanbieters geschützt. Gold-ETCs sind dagegen Schuldverschreibungen, bei denen du das Emittentenrisiko trägst.
Um dieses Risiko abzumildern, sind Gold-ETCs mit physischem Gold hinterlegt. Bei Xetra-Gold hast du zusätzlich einen Auslieferungsanspruch auf ein Gramm Gold pro Schuldverschreibung. Das Gold lagert größtenteils in Tresoren von Clearstream, dem deutschen Zentralverwahrer für Wertpapiere.
- Physisches Gold dient als Sicherheit für deine Schuldverschreibung.
- Ein Auslieferungsanspruch besteht nur bei manchen ETCs wie Xetra-Gold.
- Ein Sondervermögensstatus wie bei Investmentfonds besteht nicht.
Geschützt oder abgesichert
Nicht geschützt oder riskant
06 · Im Vertrag
Welche Steuern fallen auf Gold-ETCs an?
Gewinne aus Gold-ETCs werden als Kapitalerträge besteuert. Anders als bei Aktienfonds gibt es keine Teilfreistellung, dafür greift der Sparer-Pauschbetrag.
Auf realisierte Kursgewinne fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, zusätzlich wird der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer erhoben.
Pro Person und Jahr sind Kapitalerträge bis 1000 Euro steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt nur für Aktienfonds, nicht für Gold-ETCs.
Für Gold-ETCs gibt es keine Teilfreistellung, du versteuerst Kursgewinne voll mit 25 Prozent Abgeltungsteuer.
Steuerliche Behandlung von Gold-ETCs
07 · Checkliste
Welche Alternativen zu Gold-ETFs und Goldfonds gibt es?
Neben Gold-ETCs kannst du auch physisches Gold, Goldminen-Aktien oder Fonds auf Goldminenunternehmen kaufen. Jede Variante hat eigene Risiken und eignet sich für unterschiedliche Ziele.
Neben Gold-ETCs kannst du physisches Gold in Form von Barren oder Münzen kaufen und selbst lagern. Das verursacht keine laufenden Kosten, erfordert aber eine sichere Aufbewahrung und ist beim Verkauf oft mit höheren Spreads verbunden.
Goldminen-Aktien und Fonds auf Goldminenunternehmen bilden nicht den Goldpreis ab, sondern die Entwicklung der enthaltenen Unternehmen. Deren Aktienkurse können sich auch gegenläufig zum Goldpreis bewegen, wenn zum Beispiel ein Vorkommen kleiner ist als angenommen.
- Physisches Gold: Barren oder Münzen direkt kaufen und selbst lagern.
- Gold-ETCs: Börsengehandelte Schuldverschreibungen mit Goldpreisbindung.
- Goldminen-Aktien: Aktien von Unternehmen, die Gold fördern.
- Goldminen-Fonds: Fonds, die in Aktien mehrerer Goldminenbetreiber investieren.
- Gold-Zertifikate: Schuldverschreibungen ohne physische Hinterlegung.
Möglichkeiten, in Gold zu investieren
Physisches Gold: Barren oder Münzen direkt kaufen und selbst lagern
Gold-ETCs: Börsengehandelte Schuldverschreibungen mit Goldpreisbindung
Goldminen-Aktien: Aktien von Unternehmen, die Gold fördern
Goldminen-Fonds: Fonds, die in Aktien mehrerer Goldminenbetreiber investieren
Gold-Zertifikate: Schuldverschreibungen ohne physische Hinterlegung
08 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei Gold-ETCs vermeiden?
Gold-ETCs sind einfach zu handeln, aber einige typische Fehler können die Rendite schmälern oder das Risiko erhöhen.
Der häufigste Fehler ist eine zu hohe Gewichtung. Investiere nicht mehr als zehn Prozent deines Vermögens in Gold und Gold-Wertpapiere, da Gold langfristig weniger Rendite bringt als breit gestreute Aktien.
Ein weiterer Fehler ist, Gold-ETCs mit Investmentfonds gleichzusetzen und das Emittentenrisiko zu unterschätzen. Kaufe außerdem keinen Goldminen-ETF, wenn du die Preisentwicklung von Gold abbilden willst, denn diese ETFs folgen den Aktienkursen der Minenbetreiber.
- Mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold oder Gold-Wertpapiere investieren.
- Das Emittentenrisiko unterschätzen und Gold-ETCs mit Fonds gleichsetzen.
- Einen Goldminen-ETF kaufen und erwarten, dass er den Goldpreis abbildet.
- Die Kosten für Verwahrung und Ordergebühren nicht einrechnen.
- Einen Gold-ETC ohne Lieferanspruch wählen und physische Auslieferung erwarten.
Häufige Fehler beim Investieren in Gold-ETCs
09 · Was gilt
Für wen lohnt sich ein Gold-ETC?
Ein Gold-ETC eignet sich für Anlegerinnen und Anleger, die einen kleinen Goldanteil als Beimischung zum Aktien-Portfolio wünschen, ohne physisches Gold lagern zu müssen.
Die Beimischung von bis zu zehn Prozent des Anlagevermögens kann die Schwankungen eines Aktien-Portfolios abmildern.
Weniger geeignet ist ein Gold-ETC, wenn du kein Emittentenrisiko tragen möchtest oder zwingend physisches Gold besitzen willst. Als Ersatz für breit gestreute Aktien-ETFs taugt Gold ebenfalls nicht, da es langfristig weniger Rendite bringt und keine Dividenden zahlt.
- Geeignet als Beimischung von bis zu zehn Prozent des Anlagevermögens.
- Geeignet, wenn du flexibel über das Depot handeln willst.
- Weniger geeignet, wenn du kein Emittentenrisiko tragen möchtest.
- Weniger geeignet als Ersatz für breit gestreute Aktien-ETFs.
Geeignet
Weniger geeignet
10 · Hintergrund
Wie entwickeln sich Gold-ETCs im Vergleich zu Aktien?
Gold-ETCs haben langfristig weniger Rendite gebracht als weltweit gestreute Aktien. Sie können aber die Schwankungen eines Aktien-Portfolios abmildern.
Gold zahlt keine Dividenden und erwirtschaftet keine laufenden Erträge, der Wertzuwachs entsteht allein durch Preissteigerungen.
Der Vorteil von Gold liegt in seiner geringen Korrelation zu Aktienmärkten. In Phasen starker Aktienverluste kann Gold stabilisierend wirken, weshalb eine Beimischung von bis zu zehn Prozent sinnvoll sein kann. Die Wertentwicklung von Xetra-Gold zeigt die typischen Schwankungen: 2019 lag die Performance bei plus 21,27 Prozent, 2021 nur bei plus 4,05 Prozent.
Gold-ETCs haben langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht wie weltweit gestreute Aktien.
Langfristig haben Gold-ETCs nicht einmal halb so viel Rendite erzielt wie eine Investition in weltweit gestreute Aktien. Gold zahlt keine Dividenden und erwirtschaftet keine laufenden Erträge.
Der Vorteil von Gold liegt in seiner geringen Korrelation zu Aktienmärkten. In Phasen starker Aktienverluste kann Gold stabilisierend wirken, weshalb eine Beimischung von bis zu zehn Prozent sinnvoll sein kann.
Die Wertentwicklung von Xetra-Gold zeigt die Schwankungen: 2019 lag die Performance bei plus 21,27 Prozent, 2021 nur bei plus 4,05 Prozent. Solche Schwankungen sind für Rohstoffanlagen typisch.
Häufige Fragen
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