Ratgeber · Investieren
Gold-ETF: So funktioniert die Geldanlage in Gold an der Börse
Ein Gold-ETF bildet den Goldpreis ab, ist in Deutschland aber nicht als klassischer Fonds zugelassen. Für dich als Anlegerin ist der Gold-ETC die handelbare Alternative, um ohne physisches Gold in den Rohstoff zu investieren.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- In Deutschland sind Gold-ETFs nicht zugelassen, weil ein Fonds nicht nur in einen einzigen Vermögenswert investieren darf.
- Gold-ETCs sind Schuldverschreibungen und bilden den Goldpreis ab, sind aber kein Sondervermögen.
- Für Gold-ETCs gilt die Teilfreistellung von 30 Prozent, da sie als Aktienfonds im steuerlichen Sinne behandelt werden.
- Ein Goldanteil von maximal 10 Prozent deines Anlagevermögens kann die Schwankungen eines Aktienportfolios abmildern.
01 · Grundlagen
Was ist ein Gold-ETF?
Ein Gold-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet. Er ist meist mit physischem Gold hinterlegt, das der Herausgeber mit dem Geld der Anleger kauft und verwahren lässt.
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Bei einem Gold-ETF kauft der Herausgeber mit dem Geld der Anleger Goldbarren und lässt sie in Tresoren verwahren. Dein Anteil im Depot bildet dadurch die Entwicklung des Goldpreises ab, ohne dass du selbst physisches Gold besitzen musst.
Ein wichtiger rechtlicher Punkt ist das Sondervermögen. Der Goldbestand eines solchen Fonds ist getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und damit geschützt, falls der Herausgeber zahlungsunfähig wird. Diese Konstruktion gilt für Investmentfonds, zu denen ETFs zählen.
Im Unterschied zu einem Aktien-ETF enthält ein Gold-ETF nur einen einzigen Bestandteil, nämlich Gold. Ein Aktien-ETF streut das Risiko dagegen über viele verschiedene Unternehmen. Genau diese fehlende Risikostreuung hat Konsequenzen für die Zulassung in Deutschland.
Kurz erklärt
Gold-ETF
Ein börsengehandelter Indexfonds, der den Goldpreis abbildet und meist mit physischem Gold hinterlegt ist. Er zählt zum Sondervermögen, ist in Deutschland aber nicht zugelassen.
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds.
02 · Hintergrund
Warum gibt es in Deutschland keine Gold-ETFs?
Die EU-Richtlinie für Investmentfonds schreibt vor, dass ein Fonds sein Kapital auf verschiedene Anlagen verteilen muss. Ein Gold-ETF investiert aber nur in einen einzigen Bestandteil, nämlich Gold.
Die EU-Richtlinie für Investmentfonds, kurz OGAW, verlangt, dass ein Fonds sein Kapital auf verschiedene Anlagen verteilt. Ein Produkt, das ausschließlich in Gold investiert, erfüllt diese Vorgabe nicht. Deshalb ist ein klassischer Gold-ETF in Deutschland nicht als Investmentfonds zugelassen.
In den USA oder der Schweiz gibt es große Gold-ETFs, aber du kannst sie nicht einfach über ausländische Börsen kaufen. Seit 2013 ist auch der Erwerb von Anteilen über ausländische Börsenplätze nicht mehr möglich. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Ein Produkt mit der Bezeichnung Gold-ETF ist in deinem deutschen Depot nicht handelbar.
Manchmal werden auch ETFs auf Unternehmen aus der Goldindustrie als Gold-ETFs bezeichnet. Diese bilden aber nicht den Goldpreis ab, sondern die Aktienkurse von Minenbetreibern. Deren Kurs kann sich sogar gegenläufig zum Goldpreis entwickeln, wenn zum Beispiel ein Vorkommen kleiner ausfällt als erwartet.
Ein Gold-ETF ist kein diversifiziertes Produkt, weil er nur einen Bestandteil enthält. Aktien-ETFs investieren dagegen in viele verschiedene Aktien und Unternehmen. Genau diese fehlende Risikostreuung ist der Grund, warum Gold-ETFs in Deutschland nicht zugelassen sind.
Die Richtlinie für Investmentfonds in der EU, kurz OGAW, verlangt, dass ein Fonds nicht nur einen Bestandteil haben darf. In den USA oder der Schweiz gibt es große Gold-ETFs, aber du kannst sie in Deutschland nicht über ausländische Börsen kaufen. Seit 2013 ist auch der Erwerb von Anteilen über ausländische Börsenplätze nicht mehr möglich.
03 · Vergleich
Gold-ETC: Die Alternative zum Gold-ETF
Ein Gold-ETC ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das den Goldpreis abbildet. Anders als ein ETF ist er kein Investmentfonds, sondern eine Schuldverschreibung des Herausgebers.
Für dich als Anlegerin ist der Gold-ETC die handelbare Alternative. Die Abkürzung ETC steht für Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe. Du kannst ihn an allen deutschen Börsenplätzen kaufen und verkaufen, benötigst dafür nur ein Wertpapierdepot.
Der entscheidende Unterschied liegt in der rechtlichen Form. Ein Gold-ETF wäre ein Investmentfonds und damit Sondervermögen. Ein Gold-ETC ist dagegen eine Schuldverschreibung, also ein Zertifikat des Herausgebers. Das hat Folgen für den Schutz deines Geldes bei einer Pleite des Emittenten.
Beide Produkte sind mit physischem Gold hinterlegt oder besichert. Beim Gold-ETF wäre dein Investment als Sondervermögen geschützt, beim Gold-ETC trägst du das Emittentenrisiko. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt, bevor du dich für ein Produkt entscheidest.
| Gold-ETF | Gold-ETC | |
|---|---|---|
| Rechtliche Form | Investmentfonds (Sondervermögen) | Schuldverschreibung (Zertifikat) |
| In Deutschland handelbar | Nein, nicht zugelassen | Ja, an allen deutschen Börsenplätzen |
| Schutz bei Emittentenpleite | Sondervermögen, geschützt | Emittentenrisiko, nicht als Sondervermögen geschützt |
| Hinterlegung | Mit physischem Gold hinterlegt | Mit physischem Gold hinterlegt oder besichert |
04 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert ein Gold-ETC?
Wenn du Geld in einen Gold-ETC investierst, gibst du dem Herausgeber einen Kredit. Mit diesem Geld kauft der Emittent Gold, das als Sicherheit für deine Schuldverschreibung dient.
Der Ablauf ist einfach und läuft über dein Wertpapierdepot. Du kaufst Anteile eines Gold-ETC an einer deutschen Börse, ohne dich um physisches Gold oder eine eigene Lagerung kümmern zu müssen. Dein Geld geht als Kredit an den Herausgeber des ETC.
Der Emittent kauft von diesem Geld Goldbarren und lässt sie in Tresoren verwahren. Der Wert deines Anteils steigt oder fällt mit dem Goldpreis. Du partizipierst an der Preisentwicklung, ohne selbst Gold zu besitzen.
Du kannst den ETC jederzeit über die Börse verkaufen. Manche Gold-ETCs bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich das Gold als Barren ausliefern zu lassen. Das ist aber nicht bei allen Produkten der Fall und kann mit hohen Kosten verbunden sein.
Kauf über das Wertpapierdepot
Du kaufst Anteile eines Gold-ETC über dein Depot an einer deutschen Börse. Dafür benötigst du kein physisches Gold und keine eigene Lagerung.
Kredit an den Emittenten
Dein Geld geht als Kredit an den Herausgeber des ETC. Der Emittent kauft davon Goldbarren und lässt sie in Tresoren verwahren.
Wertentwicklung folgt dem Goldpreis
Der Wert deines ETC-Anteils steigt oder fällt mit dem Goldpreis. Du partizipierst an der Preisentwicklung, ohne selbst Gold zu besitzen.
Verkauf oder Auslieferung
Du kannst den ETC jederzeit über die Börse verkaufen. Manche Gold-ETCs bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich physisches Gold liefern zu lassen, was aber mit Kosten verbunden ist.
05 · Kosten
Welche Kosten fallen bei Gold-ETCs an?
Die Gesamtkostenquote eines Gold-ETCs liegt in der Regel zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr. Darin sind Lagerhaltungs- und Managementkosten sowie Versicherungsprämien enthalten.
Die jährliche Gesamtkostenquote eines Gold-ETCs liegt in der Regel zwischen 0,00 und 0,59 Prozent. In dieser Quote sind Lagerhaltungs- und Managementkosten sowie Versicherungsprämien bereits enthalten. Der günstigste Gold-ETC, Xetra-Gold, kommt auf eine Gesamtkostenquote von 0,00 Prozent pro Jahr.
Zusätzlich können Kosten für die Verwahrung im Wertpapierdepot anfallen, wenn du kein kostenloses Depot nutzt. Auch die Ordergebühren für Kauf und Verkauf variieren von Bank zu Bank. Vergleiche daher nicht nur die Gesamtkostenquote, sondern auch die Depotkonditionen.
Bei Xetra-Gold fällt für die Verwahrung des Goldes eine separate Gebühr von monatlich 0,025 Prozent an. Diese Kosten trägt der Depotanbieter und legt sie meist auf die Anleger um. Nicht alle Depots bieten deshalb jeden Gold-ETC an.
Typische Kosten eines Gold-ETCs
06 · Was gilt
Wie werden Gold-ETCs besteuert?
Gewinne aus Gold-ETCs unterliegen der Abgeltungsteuer. Da Gold-ETCs steuerlich wie Aktienfonds behandelt werden, gilt für sie eine Teilfreistellung von 30 Prozent.
Gewinne aus Gold-ETCs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf den zu versteuernden Gewinn. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Dein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr wird vorher angerechnet.
Für Gold-ETCs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, nur 70 Prozent deines Gewinns sind steuerpflichtig. Diese Regelung entspricht der Besteuerung von Aktienfonds und macht Gold-ETCs steuerlich attraktiver als viele andere Zertifikate.
Eine vollständige Steuerfreiheit gibt es für Gold-ETCs nicht. Anders als physisches Gold, das nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei verkauft werden kann, bleibt der Gewinn aus einem Gold-ETC auch bei langer Haltedauer steuerpflichtig.
So nicht
07 · Fehler vermeiden
Welche Risiken haben Gold-ETCs?
Gold-ETCs sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen und kein Sondervermögen. Du trägst damit das Risiko, im Fall einer Pleite des Herausgebers dein Investment oder Teile davon zu verlieren.
Das zentrale Risiko ist das Emittentenrisiko. Der Herausgeber des ETC könnte zahlungsunfähig werden, dein Geld fällt dann in die Insolvenzmasse. Anders als bei ETFs ist dein Investment nicht als Sondervermögen getrennt vom Vermögen des Emittenten geschützt.
Die Schuldverschreibung verbrieft nicht automatisch den Anspruch auf physisches Gold. Nur bei manchen Gold-ETCs ist die Lieferung von Gold als besonderes Feature vorgesehen. Prüfe daher genau, ob dein gewähltes Produkt einen Lieferanspruch enthält.
Hinzu kommen die üblichen Preisschwankungen. Der Goldpreis kann stark steigen oder fallen, Rohstoffmärkte weisen eine größere Schwankungsbreite auf als andere Anlageklassen. Setze deshalb nie mehr als zehn Prozent deines gesamten Anlagevermögens in Gold und Gold-Wertpapiere ein.
Die wichtigsten Risiken von Gold-ETCs
08 · Checkliste
Wie viel Gold sollte ins Portfolio?
Gold-ETCs haben langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht wie eine Investition in weltweit gestreute Aktien. Sie können aber die Schwankungen eines Aktienportfolios abmildern.
Gold-ETCs haben langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht wie eine Investition in weltweit gestreute Aktien. Sie können aber die Schwankungen eines Aktienportfolios abmildern. Deshalb eignen sie sich als Beimischung, nicht als Kernanlage.
Für deinen Goldanteil gelten klare Regeln:
- Investiere nicht mehr als zehn Prozent deines gesamten Anlagevermögens in Gold und Gold-Wertpapiere.
- Nutze Gold-ETCs nur als Beimischung zu einem breit gestreuten Aktienportfolio.
- Wähle einen Gold-ETC mit niedriger Gesamtkostenquote, idealerweise nahe 0,00 Prozent pro Jahr.
- Achte auf einen Gold-ETC mit Lieferanspruch, wenn du physisches Gold als Sicherheit bevorzugst.
- Kaufe Gold-ETCs nur über ein Wertpapierdepot mit günstigen Ordergebühren.
Checkliste für deinen Goldanteil
Investiere nicht mehr als 10 Prozent deines gesamten Anlagevermögens in Gold und Gold-Wertpapiere.
Nutze Gold-ETCs nur als Beimischung zu einem breit gestreuten Aktienportfolio.
Wähle einen Gold-ETC mit niedriger Gesamtkostenquote, idealerweise nahe 0,00 Prozent pro Jahr.
Achte auf einen Gold-ETC mit Lieferanspruch, wenn du physisches Gold als Sicherheit bevorzugst.
Kaufe Gold-ETCs nur über ein Wertpapierdepot mit günstigen Ordergebühren.
09 · Hintergrund
Welche Gold-ETCs sind bekannt?
Der bekannteste Gold-ETC in Deutschland ist Xetra-Gold. Er wird von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Börse herausgegeben und ist komplett durch Gold gedeckt.
Der bekannteste Gold-ETC in Deutschland ist Xetra-Gold mit der ISIN DE000A0S9GB0. Er hat ein Volumen von 21,5 Milliarden Euro und wird von der Deutsche Börse Commodities GmbH emittiert. Jede Schuldverschreibung räumt dir das Recht ein, von der Emittentin die Lieferung von einem Gramm Gold zu verlangen.
Die Gesamtkostenquote des Xetra-Gold liegt bei 0,00 Prozent pro Jahr. Für die Verwahrung des Goldes fällt eine Gebühr von monatlich 0,025 Prozent an. Das Gold lagert größtenteils in Tresoren von Clearstream, dem deutschen Zentralverwahrer für Wertpapiere.
Weitere große Gold-ETCs sind Invesco Physical Gold A mit der ISIN IE00B579F325 und iShares Physical Gold ETC mit der ISIN IE00B4ND3602. Beide haben ein Volumen im zweistelligen Milliardenbereich und sind in US-Dollar notiert.
Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0) hat ein Volumen von 21,5 Milliarden Euro und wird von der Deutsche Börse Commodities GmbH emittiert. Jede Schuldverschreibung räumt dir das Recht ein, von der Emittentin die Lieferung von einem Gramm Gold zu verlangen.
Die Gesamtkostenquote des Xetra-Gold liegt bei 0,00 Prozent pro Jahr. Für die Verwahrung des Goldes fällt eine Gebühr von monatlich 0,025 Prozent an. Das Gold lagert größtenteils in Tresoren von Clearstream, dem deutschen Zentralverwahrer für Wertpapiere.
Weitere große Gold-ETCs sind Invesco Physical Gold A (ISIN IE00B579F325) und iShares Physical Gold ETC (ISIN IE00B4ND3602). Beide sind thesaurierend und haben ein Fondsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich.
10 · Was gilt
Alternativen zu Gold-ETFs und Gold-ETCs
Neben Gold-ETCs gibt es weitere Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Nicht alle bilden jedoch direkt den Goldpreis ab.
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