Ratgeber · Investieren
Gold-ETF-Kosten: Was kostet die Geldanlage in Gold-Wertpapiere?
Die Kosten für Gold-ETCs und Goldminen-ETFs entstehen vor allem durch die jährliche Gesamtkostenquote, mögliche Spreads und die steuerliche Behandlung. Entscheidend ist, ob du ein physisch besichertes Wertpapier mit Lieferanspruch wählst oder ein Produkt, das steuerlich anders eingeordnet wird.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- In Deutschland sind keine klassischen Gold-ETFs zugelassen, sondern physisch besicherte Gold-ETCs als Inhaberschuldverschreibungen.
- Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) für Gold-ETCs liegt zwischen 0,00 und 0,99 Prozent.
- Gold-ETCs mit Lieferanspruch können nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei verkauft werden, ähnlich wie physisches Gold.
- Goldminen-ETFs sind Aktienfonds und unterliegen der Teilfreistellung von 30 Prozent, bilden aber nicht direkt den Goldpreis ab.
01 · Grundlagen
Was sind Gold-ETFs und Gold-ETCs?
Der Begriff Gold-ETF wird im Alltag oft für alle börsengehandelten Goldprodukte verwendet. Rechtlich gibt es in Deutschland jedoch einen wichtigen Unterschied zwischen ETFs und ETCs.
Im Alltag sprichst du vermutlich von Gold-ETFs, wenn du ein börsengehandeltes Wertpapier auf den Goldpreis meinst. Rechtlich handelt es sich in Deutschland bei diesen Produkten fast immer um ETCs, also Exchange Traded Commodities. Ein Gold-ETC ist eine Inhaberschuldverschreibung, die mit physischem Gold besichert ist und den Goldpreis eins zu eins abbildet.
Für dich als Anlegerin bedeutet das: Du kaufst keinen Fondsanteil, sondern ein Wertpapier, das einen Anspruch auf Gold verbrieft. Die meisten Gold-ETCs sind physisch besichert, das heißt, für jeden ausgegebenen Anteil liegt Gold in einem Tresor. Produkte mit Lieferanspruch werden steuerlich wie physisches Gold behandelt.
In Deutschland ist der Gold-ETC das Standardinstrument für die direkte Abbildung des Goldpreises.
Kurz erklärt
Gold-ETC
Ein Exchange Traded Commodity ist eine Inhaberschuldverschreibung, die meist mit physischem Gold besichert ist. In Deutschland ist der Gold-ETC das Standardinstrument für die direkte Abbildung des Goldpreises.
Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch werden steuerlich wie physisches Gold behandelt.
02 · Im Vertrag
Warum gibt es in Deutschland keine klassischen Gold-ETFs?
Die europäische Fondsregulierung verhindert, dass ein UCITS-Fonds nur in einen einzigen Rohstoff investiert. Deshalb begegnen dir in Deutschland keine echten Gold-ETFs, sondern Gold-ETCs und Goldminen-ETFs.
Ein klassischer Gold-ETF, der ausschließlich physisches Gold hält, ist daher in Deutschland nicht zugelassen. Was du als Gold-ETF kennst, ist in Wirklichkeit ein Gold-ETC oder ein Goldminen-ETF.
Goldminen-ETFs sind dagegen echte Investmentfonds. Sie investieren in Aktien von Goldförderunternehmen und erfüllen die UCITS-Vorgaben, weil sie breit gestreut sind. Für dich heißt das: Wenn du direkt am Goldpreis partizipieren willst, kommst du an einem Gold-ETC nicht vorbei.
- Ein Gold-ETC ist eine Inhaberschuldverschreibung des Emittenten und kein Fondsanteil.
- Ein Goldminen-ETF ist ein UCITS-konformer Aktienfonds und unterliegt der Teilfreistellung von 30 Prozent.
Rechtliche Einordnung nach OGAW-Richtlinie
03 · Kosten
Welche Kostenquoten haben Gold-ETCs?
Die Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio oder TER genannt, ist die zentrale laufende Kostenkennzahl. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und liegt bei Gold-ETCs in einer engen Spanne.
Die günstigsten Produkte kommen ohne laufende Kosten aus, die teuersten verlangen knapp ein Prozent pro Jahr.
In der TER sind Versicherungsprämien, Lagerhaltungskosten und weitere Managementkosten enthalten. Du zahlst diese Kosten nicht separat, sondern sie schmälern direkt die Wertentwicklung deines Gold-ETCs. Ein Produkt mit 0,12 Prozent TER kostet dich bei 10.000 Euro Anlage rechnerisch 12 Euro pro Jahr.
Die Spanne reicht von 0,00 bis 0,99 Prozent pro Jahr.
- Xetra-Gold, EUWAX Gold II und boerse.de Gold ETC liegen bei 0,00 Prozent TER.
- Der iShares Physical Gold ETC und der Invesco Physical Gold ETC kosten 0,12 Prozent pro Jahr.
- Der WisdomTree Physical Gold ETC liegt mit 0,39 Prozent im mittleren Bereich.
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) von Gold-ETCs
04 · Grundlagen
Was bedeutet das Sondervermögen bei Gold-ETCs?
Das Sondervermögen schützt dein angelegtes Gold im Falle einer Insolvenz des Emittenten. Es ist ein zentraler Sicherheitsbaustein physisch besicherter Gold-ETCs.
Das physische Gold eines Gold-ETCs wird getrennt vom Vermögen des Emittenten verwahrt. Bei einer Insolvenz des Emittenten fällt das Gold nicht in die Insolvenzmasse, sondern bleibt den Anlegern zugeordnet. Dieses Konstrukt wird als Sondervermögen bezeichnet und ist ein zentraler Sicherheitsbaustein.
Für dich bedeutet das: Dein Anspruch auf das hinterlegte Gold bleibt auch dann bestehen, wenn der Emittent zahlungsunfähig wird. Das Sondervermögen reduziert das Emittentenrisiko, beseitigt es aber nicht vollständig. Die Abwicklung kann im Ernstfall Zeit kosten und mit Kosten verbunden sein.
Das Sondervermögen schützt dein angelegtes Gold im Falle einer Insolvenz des Emittenten.
Kurz erklärt
Sondervermögen
Das physische Gold eines Gold-ETCs wird getrennt vom Vermögen des Emittenten verwahrt. Bei einer Insolvenz des Emittenten fällt das Gold nicht in die Insolvenzmasse, sondern bleibt den Anlegern zugeordnet.
Das Sondervermögen reduziert das Emittentenrisiko, beseitigt es aber nicht vollständig.
05 · Fehler vermeiden
Welche Rolle spielt das Emittentenrisiko?
Gold-ETCs sind Schuldverschreibungen. Damit trägst du das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird, auch wenn das Gold als Sondervermögen hinterlegt ist.
Gold-ETCs sind rechtlich Schuldverschreibungen und keine Fondsanteile. Damit trägst du das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird, auch wenn das Gold als Sondervermögen hinterlegt ist. Bei einer Insolvenz des Emittenten besteht das Risiko, dass die Abwicklung des Sondervermögens Zeit kostet oder nicht den vollen Goldwert ergibt.
Physisch besicherte ETCs mit Lieferanspruch bieten dir die Möglichkeit, dir Gold ausliefern zu lassen. Das verringert das Emittentenrisiko praktisch, weil du im Zweifel nicht auf die Zahlungsfähigkeit des Emittenten angewiesen bist. Goldminen-ETFs sind als Aktienfonds Sondervermögen im engeren Sinne und unterliegen nicht dem Emittentenrisiko einer Schuldverschreibung.
Ein Gold-ETC ist rechtlich eine Inhaberschuldverschreibung und kein Fondsanteil.
Emittentenrisiko bei Gold-ETCs
06 · Vergleich
Wie unterscheiden sich Gold-ETCs mit und ohne Lieferanspruch?
Der Lieferanspruch ist nicht nur eine Frage der Flexibilität, sondern vor allem der Steuer. Produkte mit Auslieferoption werden steuerlich wie physisches Gold behandelt.
Produkte ohne Lieferanspruch unterliegen dagegen der Abgeltungsteuer.
Bei einigen Gold-ETCs kannst du dir das Gold physisch ausliefern lassen, oft ab einer Mindestmenge. Bei EUWAX Gold II ist die Auslieferung ab 100 Gramm kostenlos, bei Xetra-Gold grundsätzlich kostenpflichtig. Die Depotbank übernimmt bei Xetra-Gold meist die Lagerkosten für das Gold.
Die steuerliche Behandlung von Gold-ETCs mit Lieferanspruch basiert auf einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16.06.2020.
- Mit Lieferanspruch: nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, physische Auslieferung möglich.
- Ohne Lieferanspruch: Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, keine Auslieferung vorgesehen.
| Mit Lieferanspruch | Ohne Lieferanspruch | |
|---|---|---|
| Steuerliche Behandlung | Nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei | Abgeltungsteuer |
| Physische Auslieferung | Möglich, oft ab einer Mindestmenge | Nicht vorgesehen |
| Emittentenrisiko | Durch Auslieferoption praktisch reduzierbar | Besteht als reine Schuldverschreibung |
| Beispiele | Xetra-Gold, EUWAX Gold II, WisdomTree Core Physical Gold | iShares Physical Gold ETC, Invesco Physical Gold ETC |
07 · Was gilt
Wie werden Gold-ETCs und Goldminen-ETFs versteuert?
Die Steuerlast hängt vom Produkttyp ab. Während physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch nach einem Jahr steuerfrei sein können, gelten für Goldminen-ETFs die Regeln für Aktienfonds.
Die Steuerlast hängt vom Produkttyp ab. Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch sind nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr steuerfrei, weil sie wie physisches Gold behandelt werden. Gold-ETCs ohne Lieferanspruch unterliegen dagegen unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer.
Goldminen-ETFs sind Aktienfonds und werden nach den Regeln für Investmentfonds besteuert. Hier greift die Teilfreistellung von 30 Prozent, das heißt, nur 70 Prozent der Erträge sind steuerpflichtig. Auf den steuerpflichtigen Teil fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.
Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
- Steuerfrei nach einem Jahr: physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch und physisches Gold.
- Abgeltungsteuer fällig: Gold-ETCs ohne Lieferanspruch und Goldminen-ETFs als Aktienfonds.
Steuerfrei nach 1 Jahr
Abgeltungsteuer fällig
08 · Kosten
Welche Kosten entstehen beim Gold-ETF-Sparplan?
Ein Sparplan auf einen Gold-ETC oder Goldminen-ETF verteilt dein Investment über die Zeit. Neben der TER fallen dabei die Ausführungsgebühren deines Brokers an.
Die Gesamtkosten setzen sich aus laufenden Produktkosten und einmaligen Transaktionskosten zusammen.
Die TER des Gold-ETCs liegt zwischen 0,00 und 0,99 Prozent pro Jahr. Der Spread beim Kauf ist bei Gold-ETCs gering, weil auf Ebene des Wertpapiers mit 12,5-Kilo-Barren gehandelt wird und keine Aufgelder wie beim klassischen Barrenkauf anfallen. Die Sparplanausführung beim Broker kostet je nach Anbieter zwischen 0 und 1,50 Euro pro Ausführung.
Die Sparrate selbst ist keine Kostenposition, sondern dein Investment.
- TER des Gold-ETCs: 0,00 bis 0,99 Prozent pro Jahr.
- Sparplanausführung beim Broker: 0 bis 1,50 Euro pro Ausführung.
- Depotgebühren: 0 bis 30 Euro pro Jahr, abhängig vom Anbieter.
Kostenbestandteile eines Gold-ETF-Sparplans
09 · Grundlagen
Wie hoch ist die Teilfreistellung bei Goldminen-ETFs?
Goldminen-ETFs sind Aktienfonds und profitieren von der Teilfreistellung. Das reduziert die Steuerlast auf Erträge, gilt aber nicht für Gold-ETCs.
Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, die restlichen 70 Prozent unterliegen der Abgeltungsteuer. Das reduziert die Steuerlast auf Erträge aus Goldminen-ETFs spürbar.
Die Teilfreistellung gilt für Goldminen-ETFs, nicht für Gold-ETCs. Gold-ETCs sind Schuldverschreibungen und werden entweder wie physisches Gold behandelt oder unterliegen der vollen Abgeltungsteuer. Für dich bedeutet das: Bei Goldminen-ETFs zahlst du auf 70 Prozent der Erträge 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag.
Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei.
Kurz erklärt
Teilfreistellung für Aktienfonds
Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Die restlichen 70 Prozent unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
Die Teilfreistellung gilt für Goldminen-ETFs, nicht für Gold-ETCs.
10 · Was gilt
Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag bei Gold-Wertpapieren?
Der Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, also auch für Erträge aus Gold-ETCs ohne Lieferanspruch und Goldminen-ETFs. Erträge aus Gold-ETCs mit Lieferanspruch nach einem Jahr Haltedauer sind dagegen steuerfrei und zählen nicht zum Pauschbetrag.
Pro Person und Jahr bleiben 1000 Euro steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Erträge aus Gold-ETCs mit Lieferanspruch nach einem Jahr Haltedauer sind dagegen steuerfrei und zählen nicht zum Pauschbetrag.
Für dich bedeutet das: Veräußerungsgewinne aus Gold-ETCs ohne Lieferanspruch und Ausschüttungen von Goldminen-ETFs werden auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet. Erst wenn deine Kapitalerträge den Freibetrag übersteigen, fällt Abgeltungsteuer an. Veräußerungsgewinne aus physischem Gold nach einem Jahr Haltedauer bleiben komplett außen vor.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr.
- Zählt zum Pauschbetrag: Erträge aus Gold-ETCs ohne Lieferanspruch und Goldminen-ETFs.
- Zählt nicht zum Pauschbetrag: Veräußerungsgewinne aus Gold-ETCs mit Lieferanspruch nach einem Jahr Haltedauer.
Zählt zum Pauschbetrag
Zählt nicht zum Pauschbetrag
11 · Checkliste
Wie diversifizierst du dein Portfolio mit Gold?
Gold wird oft als Beimischung zur Stabilisierung eines Aktienportfolios genutzt. Die historisch geringe Korrelation zum Aktienmarkt macht das Edelmetall zu einem Baustein für die Portfolio-Diversifikation.
In starken wirtschaftlichen Aufwärtsphasen bleibst du mit Gold oft hinter dem Aktienmarkt zurück, in Korrekturen oder bei hoher Inflation spielt Gold seine Stärken häufig aus.
Für dein Portfolio heißt das: Plane Gold als Beimischung von maximal 5 bis 15 Prozent ein. Ordne Gold dem risikobehafteten Teil deines Portfolios zu, da der Goldpreis stark schwanken kann. Wähle physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch für die direkte Goldpreisabbildung und plane einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ein.
Gold als Beimischung von maximal 5 bis 15 Prozent des Portfolios einplanen.
- Gold dem risikobehafteten Teil des Portfolios zuordnen, da der Goldpreis stark schwanken kann.
- Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch für die direkte Goldpreisabbildung wählen.
- Goldminen-ETFs nur beimischen, wenn du Aktienrisiko von Goldproduzenten bewusst eingehen willst.
Sinnvolle Einordnung von Gold ins Portfolio
Gold als Beimischung von maximal 5 bis 15 Prozent des Portfolios einplanen
Gold dem risikobehafteten Teil des Portfolios zuordnen, da der Goldpreis stark schwanken kann
Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch für die direkte Goldpreisabbildung wählen
Goldminen-ETFs nur beimischen, wenn du Aktienrisiko von Goldproduzenten bewusst eingehen willst
Einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren für Gold-ETCs einplanen
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