Ratgeber · Investieren
Gold-ETF einfach erklärt: So investierst du in Gold als Wertpapier
Ein Gold-ETF bildet die Wertentwicklung des Goldpreises ab, ist in Deutschland für Privatanleger aber nicht direkt kaufbar. Die praxistaugliche Alternative heißt Gold-ETC und funktioniert ähnlich einfach über dein Wertpapierdepot.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- In Deutschland zugelassene Gold-ETFs gibt es nicht, weil ein EU-Fonds nicht nur in einen einzigen Vermögenswert investieren darf.
- Gold-ETCs sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die den Goldpreis abbilden und meist mit physischem Gold hinterlegt sind.
- Gold-ETCs sind kein Sondervermögen, daher trägst du ein Emittentenrisiko, das durch eine Golddeckung abgemildert wird.
- Für Gold-ETCs und physisches Gold gilt als Orientierung: nicht mehr als zehn Prozent deines Anlagevermögens einsetzen.
01 · Grundlagen
Was ist ein Gold-ETF?
Der Begriff Gold-ETF wird oft verwendet, meint aber streng genommen einen börsengehandelten Fonds, der ausschließlich in Gold investiert. Genau diese Konstruktion ist in der EU nicht zugelassen.
Ein Gold-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen Fonds, der wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Anders als ein Aktien-ETF, der in viele verschiedene Unternehmen investiert, hat ein Gold-ETF nur einen einzigen Bestandteil: Gold.
Der Herausgeber eines solchen Fonds kauft mit dem Geld der Anleger physische Goldbarren und lässt sie verwahren. Weil ein ETF rechtlich als Sondervermögen gilt, wäre der Goldbestand bei einer Pleite des Herausgebers geschützt und getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft. In Deutschland und der gesamten EU gibt es jedoch keine zugelassenen Gold-ETFs, weil ein Investmentfonds nach den OGAW-Regeln nicht nur einen einzigen Vermögenswert enthalten darf.
Kurz erklärt
Gold-ETF
Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet und meist mit physischem Gold hinterlegt ist. Er zählt als Sondervermögen und wäre bei einer Pleite des Herausgebers rechtlich geschützt.
In Deutschland und der EU gibt es keine zugelassenen Gold-ETFs, weil ein Investmentfonds nach den OGAW-Regeln nicht nur einen einzigen Bestandteil haben darf.
02 · Vergleich
Gold-ETF oder Gold-ETC: Wo liegt der Unterschied?
Für dein Depot ist der Unterschied zwischen einem Gold-ETF und einem Gold-ETC entscheidend. Er betrifft die rechtliche Konstruktion, den Schutz deines Geldes und die Frage, was du in Deutschland überhaupt kaufen kannst.
Der entscheidende Unterschied liegt in der rechtlichen Konstruktion. Ein Gold-ETF wäre ein Investmentfonds und damit Sondervermögen, ein Gold-ETC ist dagegen eine Schuldverschreibung, also ein Zertifikat. Diese Unterscheidung wirkt sich direkt auf den Schutz deines Geldes aus.
Für dich als Privatanlegerin in Deutschland ist die Lage eindeutig: Gold-ETFs kannst du nicht kaufen, weil sie hier nicht zugelassen sind. Gold-ETCs bekommst du dagegen über viele Wertpapierdepots. Die Gesamtkostenquote liegt bei Gold-ETCs meist zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr, während bei einem Gold-ETF keine Kosten anfallen, weil du ihn schlicht nicht handeln kannst.
- Ein Gold-ETF wäre als Sondervermögen bei einer Pleite des Herausgebers rechtlich geschützt.
- Ein Gold-ETC ist kein Sondervermögen, daher trägst du ein Emittentenrisiko.
- Beide Varianten sind in der Regel mit physischem Gold hinterlegt.
| Gold-ETF | Gold-ETC | |
|---|---|---|
| Rechtliche Form | Investmentfonds (Sondervermögen) | Schuldverschreibung (Zertifikat) |
| In Deutschland kaufbar | Nein, nicht zugelassen | Ja, über viele Wertpapierdepots |
| Schutz bei Emittentenpleite | Sondervermögen, getrennt vom Vermögen des Herausgebers | Kein Sondervermögen, Emittentenrisiko |
| Hinterlegung | Mit physischem Gold hinterlegt | Meist mit physischem Gold hinterlegt |
| Typische Kosten | Nicht relevant, da nicht handelbar | Gesamtkostenquote meist zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr |
03 · Hintergrund
Warum gibt es in Deutschland keine Gold-ETFs?
Die EU-Regulierung für Investmentfonds verhindert, dass ein Fonds nur einen einzigen Vermögenswert enthält. Deshalb ist ein reiner Gold-ETF als Fondsprodukt in Deutschland nicht zugelassen.
Die OGAW-Richtlinie der EU schreibt vor, dass ein Investmentfonds das Kapital der Anleger auf verschiedene Anlagen verteilen muss. Ein Fonds, der ausschließlich in Gold investiert, erfüllt diese Anforderung nicht und darf deshalb in der EU nicht aufgelegt werden. Das gilt für alle Fonds, die nur einen einzigen Bestandteil haben.
Auch der Kauf von Gold-ETFs über ausländische Börsenplätze ist für Privatanleger in Deutschland seit 2013 nicht mehr möglich. Große Gold-ETFs aus den USA oder der Schweiz sind damit für dich praktisch nicht erreichbar. Als Alternative wurden Gold-ETCs geschaffen, die rechtlich keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen sind und damit nicht unter die OGAW-Richtlinie fallen.
Die OGAW-Richtlinie der EU schreibt vor, dass ein Investmentfonds das Kapital der Anleger auf verschiedene Anlagen verteilen muss. Ein Fonds, der ausschließlich in Gold investiert, erfüllt diese Anforderung nicht.
Auch der Kauf von Gold-ETFs über ausländische Börsenplätze ist für Privatanleger in Deutschland seit 2013 nicht mehr möglich. Große Gold-ETFs aus den USA oder der Schweiz sind damit für dich praktisch nicht erreichbar.
Als Alternative wurden Gold-ETCs geschaffen. Sie sind rechtlich keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen, und unterliegen damit nicht der OGAW-Richtlinie. Deshalb können sie den Goldpreis eins zu eins abbilden.
04 · Schritt für Schritt
Was sind Gold-ETCs und wie funktionieren sie?
Gold-ETCs sind börsengehandelte Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden. Du kaufst sie über dein Depot, ohne dich um Lagerung oder Versicherung von physischem Gold kümmern zu müssen.
Die Abkürzung ETC steht für Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe. Du kaufst sie über dein Wertpapierdepot, ähnlich wie eine Aktie oder einen ETF, und viele Anbieter ermöglichen auch Sparpläne auf Gold-ETCs.
Der Ablauf ist einfach: Der Emittent des ETC verwendet das eingesammelte Geld, um physisches Gold zu kaufen und es verwahren zu lassen. Der Wert deines ETC-Anteils steigt oder fällt dann mit dem Goldpreis. Du besitzt selbst kein physisches Gold, sondern eine Schuldverschreibung, die mit Gold hinterlegt ist. Manche Gold-ETCs bieten zusätzlich einen Auslieferungsanspruch, bei dem du dir das Gold als Barren liefern lassen kannst, allerdings können dafür hohe Kosten anfallen.
Kauf über das Wertpapierdepot
Du kaufst einen Gold-ETC wie eine Aktie oder einen ETF über dein Depot. Viele Anbieter ermöglichen auch Sparpläne auf Gold-ETCs.
Herausgeber kauft Gold
Der Emittent des ETC verwendet das eingesammelte Geld, um physisches Gold zu kaufen und es verwahren zu lassen.
Wertentwicklung folgt dem Goldpreis
Der Wert deines ETC-Anteils steigt oder fällt mit dem Goldpreis. Du besitzt selbst kein physisches Gold, sondern eine Schuldverschreibung, die mit Gold hinterlegt ist.
Verkauf oder Lieferung
Du kannst den ETC jederzeit über die Börse verkaufen. Manche Gold-ETCs bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich physisches Gold liefern zu lassen, oft gegen zusätzliche Kosten.
05 · Was gilt
Wie sicher sind Gold-ETCs?
Die Sicherheit eines Gold-ETC hängt vor allem vom Herausgeber ab. Anders als ein Fonds ist ein ETC kein Sondervermögen, daher trägst du ein Emittentenrisiko.
Geht der Herausgeber pleite, fällt dein angelegtes Kapital in die Insolvenzmasse und du bekommst möglicherweise nicht die komplette Summe zurück.
Mehrere Merkmale können das Risiko abmildern. Eine vollständige Hinterlegung mit physischem Gold, die Verwahrung bei einem unabhängigen Zentralverwahrer und ein Auslieferungsanspruch erhöhen die Sicherheit. Dennoch bleibt das Emittentenrisiko bestehen, weil die Schuldverschreibung nicht automatisch den Anspruch auf Lieferung von physischem Gold verbrieft. Das ist nur bei manchen Gold-ETCs als besonderes Merkmal der Fall.
Erhöht die Sicherheit
Bleibt als Risiko
06 · Kosten
Was kostet ein Gold-ETC?
Die laufenden Kosten eines Gold-ETC liegen meist deutlich unter den Kosten für physisches Gold. Hinzu kommen die üblichen Gebühren deines Wertpapierdepots.
Die Gesamtkostenquote, oft als TER bezeichnet, umfasst Lagerhaltung, Management und Versicherung. Günstige Gold-ETCs liegen bei 0,00 bis 0,30 Prozent pro Jahr, teurere Produkte bei 0,30 bis 0,59 Prozent.
Zusätzlich können Depotgebühren und Orderkosten anfallen, wenn dein Depot nicht kostenlos ist oder du keine Sparplanaktion nutzt. Physisches Gold verursacht dagegen deutlich höhere Aufschläge beim Kauf sowie laufende Lager- und Versicherungskosten, die bei einem Gold-ETC entweder entfallen oder bereits in der Gesamtkostenquote enthalten sind.
Kurz erklärt
Gold-ETCs
Typische Kosten eines Gold-ETC pro Jahr
0,00 bis 0,59 Prozent
07 · Im Vertrag
Welche Steuern fallen auf Gold-ETCs an?
Die Besteuerung von Gold-ETCs hängt von der konkreten Ausgestaltung ab. Bei physisch hinterlegten ETCs mit Lieferanspruch gelten andere Regeln als bei reinen Zertifikaten.
Auf Kursgewinne aus Gold-ETCs fällt in der Regel die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer. Pro Person und Jahr sind Kapitalerträge bis 1000 Euro steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren gilt ein Pauschbetrag von 2000 Euro pro Jahr.
Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt nur für Aktienfonds, nicht für Gold-ETCs. Gold-ETCs sind keine Aktienfonds und profitieren daher nicht von dieser Regelung. Physisches Gold ist nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei, was ein steuerlicher Vorteil gegenüber Gold-ETCs sein kann, wenn du das Edelmetall direkt kaufst und lagerst.
Steuerliche Behandlung von Gold-ETCs
08 · Checkliste
Worauf solltest du beim Kauf eines Gold-ETC achten?
Nicht jeder Gold-ETC ist gleich. Achte vor dem Kauf auf die Besicherung, die Kosten und die Möglichkeit der Goldlieferung.
Nicht jeder Gold-ETC ist gleich aufgebaut. Bevor du kaufst, solltest du prüfen, ob der ETC vollständig mit physischem Gold hinterlegt ist und ob er einen Auslieferungsanspruch auf Gold bietet. Auch die Höhe der Gesamtkostenquote und die Bonität des Emittenten sind wichtige Kriterien.
Ein weiterer Punkt ist die Handelbarkeit in deinem Depot. Nicht alle Depotanbieter führen alle Gold-ETCs, manche Banken nehmen bestimmte Produkte wegen zu hoher Lagerkosten nicht ins Angebot auf. Der Goldanteil sollte zudem nicht mehr als zehn Prozent deines Anlagevermögens betragen, damit die Beimischung das Risiko deines Portfolios abmildert statt es zu erhöhen.
- Ist der ETC vollständig mit physischem Gold hinterlegt?
- Bietet der ETC einen Auslieferungsanspruch auf physisches Gold?
- Wie hoch ist die Gesamtkostenquote pro Jahr?
- Wer ist der Emittent und wie ist seine Bonität einzuschätzen?
- Wo wird das Gold gelagert und wer verwahrt es?
- Ist der ETC in deinem Wertpapierdepot handelbar und besparbar?
Checkliste für den Gold-ETC-Kauf
Ist der ETC vollständig mit physischem Gold hinterlegt?
Bietet der ETC einen Auslieferungsanspruch auf physisches Gold?
Wie hoch ist die Gesamtkostenquote pro Jahr?
Wer ist der Emittent und wie ist seine Bonität einzuschätzen?
Wo wird das Gold gelagert und wer verwahrt es?
Ist der ETC in deinem Wertpapierdepot handelbar und besparbar?
Passt der Goldanteil zu deiner Gesamtstrategie, also nicht mehr als zehn Prozent deines Anlagevermögens?
09 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei Gold-ETCs vermeiden?
Typische Fehler entstehen, wenn Anleger Gold-ETCs mit Aktien-ETFs verwechseln oder den Goldanteil im Portfolio zu hoch ansetzen.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Gold-ETC sei genauso geschützt wie ein ETF. ETCs sind kein Sondervermögen, sondern Schuldverschreibungen, und tragen daher ein Emittentenrisiko. Wer diesen Unterschied nicht kennt, überschätzt die Sicherheit seiner Anlage.
Ein weiterer Fehler ist ein zu hoher Goldanteil im Portfolio. Mehr als zehn Prozent des Anlagevermögens gelten als riskant, weil Gold langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht hat wie weltweit gestreute Aktien. Verwechsle Gold-ETCs außerdem nicht mit Goldminen-ETFs, die nicht den Goldpreis abbilden, sondern die Aktienkurse von Goldunternehmen, und sich daher auch gegenläufig zum Goldpreis entwickeln können.
Häufige Fehler im Umgang mit Gold-ETCs
10 · Vergleich
Welche Alternativen zu Gold-ETFs und Gold-ETCs gibt es?
Neben Gold-ETCs gibt es weitere Wege, in Gold zu investieren. Jede Variante hat eigene Kosten, Risiken und steuerliche Besonderheiten.
Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen bildet den Goldpreis direkt ab, verursacht aber Aufschläge beim Kauf sowie Lager- und Versicherungskosten. Nach einem Jahr Haltedauer ist der Verkauf steuerfrei.
Goldminen-Aktien sind Aktien von Unternehmen, die Gold fördern oder finanzieren. Ihre Kursentwicklung kann vom Goldpreis abweichen, weil sie von der Unternehmensentwicklung abhängt. Für Aktienfonds gilt die Teilfreistellung von 30 Prozent, was die Steuerlast auf Kursgewinne reduziert, bei Gold-ETCs aber nicht anwendbar ist.
| Physisches Gold | Goldminen-Aktien | |
|---|---|---|
| Was du kaufst | Barren oder Münzen, die du selbst lagerst oder lagern lässt | Aktien von Unternehmen, die Gold fördern oder finanzieren |
| Bezug zum Goldpreis | Direkte Abbildung des Goldpreises | Kann vom Goldpreis abweichen, abhängig von Unternehmensentwicklung |
| Laufende Kosten | Aufschläge beim Kauf, Lager- und Versicherungskosten | Übliche Ordergebühren, keine Lagerkosten |
| Steuerliche Behandlung | Nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei | Abgeltungsteuer mit Teilfreistellung von 30 Prozent für Aktienfonds |
11 · Was gilt
Für wen eignen sich Gold-ETCs?
Gold-ETCs sind eine pragmatische Beimischung für Anleger, die einen kleinen Goldanteil im Portfolio haben wollen, ohne physisches Gold zu lagern.
Sie eignen sich gut als Beimischung von bis zu zehn Prozent zu einem breit gestreuten Aktien-Portfolio und für Sparpläne mit kleinen monatlichen Beträgen.
Weniger geeignet sind Gold-ETCs für Anleger, die kein Emittentenrisiko tragen möchten oder ausschließlich Sondervermögen kaufen wollen. Auch als Ersatz für ein breit diversifiziertes Aktien-Portfolio taugen sie nicht, weil sie nur einen einzigen Vermögenswert abbilden. Für sehr große Goldanteile über zehn Prozent des Vermögens sind sie ebenfalls nicht empfehlenswert, da Gold langfristig deutlich weniger Rendite bringt als weltweit gestreute Aktien.
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