Gerd Kommer ETF Vergleich: Dein einfacher Einstieg in die Welt der Indexfonds
Du hast schon von Gerd Kommer und seinen ETF-Empfehlungen gehört, aber weißt nicht genau, was dahintersteckt? Dieser Artikel erklärt dir verständlich, wie du mit ETFs langfristig Vermögen aufbaust und worauf du beim Vergleich achten solltest.
Warum dieses Thema auch dich betrifft
Vielleicht denkst du, dass dich das Thema ETF und Gerd Kommer nichts angeht, weil du kein Finanzexperte bist oder wenig Geld hast. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht mehr reichen, um deinen Lebensstandard zu halten. Wenn du also nicht später im Alter Abstriche machen willst, solltest du dich um deine eigene Altersvorsorge kümmern.
Gerd Kommer ist einer der bekanntesten Autoren zum Thema Geldanlage in Deutschland. Er hat mehrere Bücher geschrieben, in denen er erklärt, wie auch normale Menschen ohne Vorkenntnisse ihr Geld gewinnbringend anlegen können. Sein Ansatz ist dabei überraschend einfach: Statt einzelne Aktien zu kaufen oder teure Fonds zu wählen, empfiehlt er breit gestreute ETFs, die den gesamten Weltmarkt abbilden.
Der Vergleich von ETFs ist deshalb so wichtig, weil es inzwischen hunderte verschiedene Fonds gibt, die sich in Kosten, Zusammensetzung und Risiko unterscheiden. Wenn du die Grundlagen verstehst, kannst du eine fundierte Entscheidung treffen und musst dich nicht auf teure Berater verlassen, die oft eigene Interessen verfolgen. Dieser Artikel gibt dir das nötige Wissen an die Hand, um selbstbewusst deine ersten Schritte zu gehen.
Du wirst sehen, dass die Prinzipien hinter Gerd Kommers Empfehlungen gar nicht kompliziert sind. Es geht darum, langfristig zu denken, Kosten zu minimieren und breit zu streuen. Genau das machen ETFs möglich, und genau das erklären wir dir jetzt Schritt für Schritt.
Was ist ein ETF und wie funktioniert er?
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. Das klingt kompliziert, ist aber im Kern ganz einfach: Ein ETF ist ein Korb aus vielen verschiedenen Aktien oder Anleihen, der einen bestimmten Index nachbildet. Ein Index ist wie eine Liste von Unternehmen, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird, zum Beispiel der DAX mit den 40 größten deutschen Unternehmen.
Wenn du einen ETF kaufst, der den DAX abbildet, dann kaufst du automatisch einen kleinen Anteil an allen 40 Unternehmen. Das ist praktisch, weil du so mit einem einzigen Kauf in viele Firmen investierst, ohne jede Aktie einzeln kaufen zu müssen. Du profitierst also von der Entwicklung der gesamten Wirtschaft, nicht nur von einem einzelnen Unternehmen.
Ein ETF wird wie eine normale Aktie an der Börse gehandelt. Das bedeutet, du kannst ihn jederzeit während der Handelszeiten kaufen oder verkaufen. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage, ähnlich wie bei einem Produkt im Supermarkt. Im Hintergrund sorgt der Fondsanbieter dafür, dass der ETF den Index möglichst genau nachbildet, indem er die enthaltenen Aktien regelmäßig anpasst.
Der große Vorteil von ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds ist, dass sie deutlich günstiger sind. Bei einem aktiven Fonds bezahlst du einen Manager, der versucht, den Markt zu schlagen. Das gelingt aber nur selten und kostet viel Geld. Ein ETF bildet einfach den Markt ab und hat dadurch viel geringere Kosten, was sich langfristig stark auf deine Rendite auswirkt.
Warum Gerd Kommer genau diese ETFs empfiehlt
Gerd Kommer hat in seinen Büchern und Interviews immer wieder betont, dass die meisten Anleger mit einfachen, breit gestreuten ETFs am besten fahren. Seine Empfehlung lautet, in einen ETF zu investieren, der den gesamten Weltmarkt abbildet, zum Beispiel den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese Indizes enthalten tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, also praktisch die gesamte Weltwirtschaft.
Der Grund dafür ist die sogenannte Diversifikation, also die Risikostreuung. Wenn du nur in ein Land oder eine Branche investierst, bist du stark von deren Entwicklung abhängig. Ein Welt-ETF verteilt dein Geld jedoch über viele Länder und Sektoren, sodass ein einzelner Ausfall nicht dein ganzes Portfolio gefährdet. Das senkt das Risiko, ohne die Renditechancen wesentlich zu schmälern.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kostenminimierung. Kommer argumentiert, dass die Kosten eines Fonds der sicherste Indikator für seine zukünftige Performance sind. Je niedriger die Kosten, desto mehr von der Rendite bleibt bei dir. Deshalb empfiehlt er ETFs mit einer sogenannten Total Expense Ratio (TER) von unter 0,3 Prozent pro Jahr, was bei vielen Welt-ETFs der Fall ist.
Zudem rät Kommer davon ab, auf Sektoren oder Themen wie Künstliche Intelligenz oder erneuerbare Energien zu setzen. Solche Wetten sind spekulativ und führen oft zu Enttäuschungen. Stattdessen solltest du den gesamten Markt kaufen und einfach geduldig bleiben. Das klingt langweilig, ist aber nachweislich eine der erfolgreichsten Strategien für Privatanleger.
Die Kosten im Vergleich: TER, Spread und mehr
Wenn du ETFs vergleichst, ist der wichtigste Kostenfaktor die TER, die Gesamtkostenquote. Sie gibt an, wie viel Prozent deines angelegten Geldes jährlich für die Verwaltung des Fonds abgezogen werden. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent, während aktiv gemanagte Fonds oft über 1,5 Prozent kosten. Auf lange Sicht macht das einen enormen Unterschied.
Doch die TER ist nicht die einzige Kostenart. Beim Kauf und Verkauf von ETFs fallen auch Transaktionskosten an, die du über die Börse zahlst. Dazu gehört der Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs, also solchen mit hohem Handelsvolumen, ist der Spread meist klein, bei exotischeren Fonds kann er jedoch spürbar sein.
Zusätzlich können bei deiner Bank oder deinem Broker Gebühren für den Handel anfallen, zum Beispiel eine Orderprovision oder ein Mindestpreis pro Trade. Viele Neobroker bieten inzwischen aber kostenlose ETF-Sparpläne an, bei denen du ab 1 Euro pro Monat investieren kannst. Das ist ideal für Einsteiger, die mit kleinen Beträgen starten möchten.
Beim Vergleich solltest du also nicht nur auf die TER schauen, sondern auch auf die Handelskosten und die Konditionen deines Brokers. Ein ETF mit etwas höherer TER kann am Ende günstiger sein, wenn er an deiner Börse ohne Gebühren handelbar ist. Nimm dir also etwas Zeit, um die Gesamtkosten zu verstehen, denn sie entscheiden maßgeblich über deine Nettorendite.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
Wenn du nun verschiedene ETFs vergleichst, gibt es einige Kriterien, die du beachten solltest. Zuerst die Zusammensetzung: Schau dir an, welche Indizes abgebildet werden und ob sie zu deiner Anlagestrategie passen. Ein Welt-ETF wie der MSCI World enthält nur Unternehmen aus Industrieländern, während der FTSE All-World auch Schwellenländer einschließt. Beide sind gut, aber sie unterscheiden sich leicht.
Ein weiteres Kriterium ist die Währung des ETFs. Viele Welt-ETFs werden in Euro gehandelt, obwohl die zugrunde liegenden Aktien in Dollar notieren. Das ist praktisch, weil du kein Währungsrisiko beim Kauf hast. Allerdings kann die Währungsschwankung deine Rendite beeinflussen, wenn du in Dollar-ETFs investierst. Für Einsteiger sind Euro-ETFs meist die einfachere Wahl.
Auch die Größe des Fonds und das Handelsvolumen sind wichtig. Ein großer ETF mit einem Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro ist in der Regel stabiler und hat einen engeren Spread. Zudem solltest du prüfen, ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist. Bei einem ausschüttenden ETF bekommst du regelmäßig Dividenden ausgezahlt, bei einem thesaurierenden werden sie automatisch reinvestiert. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft besser geeignet, weil der Zinseszinseffekt voll genutzt wird.
Zuletzt solltest du die Reputation des Fondsanbieters prüfen. Bekannte Anbieter wie iShares, Vanguard oder Xtrackers haben eine lange Geschichte und sind sehr zuverlässig. Das gibt dir Sicherheit, dass dein Geld gut verwaltet wird. Ein Vergleich dieser Kriterien hilft dir, den passenden ETF für deine Bedürfnisse zu finden.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist es, zu viel zu handeln. Viele Einsteiger kaufen und verkaufen ETFs häufig, weil sie auf kurzfristige Kursschwankungen reagieren. Das führt zu hohen Transaktionskosten und oft zu schlechteren Ergebnissen. Besser ist es, einen Sparplan einzurichten und langfristig investiert zu bleiben, egal was der Markt gerade macht.
Ein weiterer Fehler ist die Überdiversifikation. Manche Anleger kaufen viele verschiedene ETFs, um möglichst breit gestreut zu sein. Das ist aber unnötig, denn ein einziger Welt-ETF bietet bereits eine ausreichende Streuung. Mehrere ETFs erhöhen nur die Komplexität und die Kosten, ohne den Nutzen zu steigern.
Auch das Timing ist ein klassischer Fehler: Du versuchst, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen, zum Beispiel nach einem Kurseinbruch. Das ist jedoch unmöglich vorherzusagen. Stattdessen solltest du regelmäßig investieren, zum Beispiel monatlich per Sparplan. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt, bei dem du bei niedrigen Kursen mehr Anteile kaufst und bei hohen weniger.
Schließlich solltest du nicht alles auf eine Karte setzen, also zum Beispiel nur in einen einzelnen Technologiesektor investieren. Das kann kurzfristig hohe Renditen bringen, ist aber sehr riskant. Gerd Kommer würde dir raten, breit zu streuen und auf den gesamten Markt zu setzen. So vermeidest du, dass ein einzelner Rückschlag dein gesamtes Portfolio gefährdet.
So legst du deinen ersten ETF-Sparplan an
Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen anlegen. Das ist Geld, das du jederzeit verfügbar hast, zum Beispiel für unerwartete Reparaturen oder den Jobverlust. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Erst wenn dieser Puffer steht, solltest du mit ETFs starten, denn sonst musst du deine Wertpapiere womöglich zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen.
Der nächste Schritt ist die Wahl eines passenden Brokers. Achte darauf, dass er günstige oder kostenlose ETF-Sparpläne anbietet und eine benutzerfreundliche App hat. Viele Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder die ING sind bei Einsteigern beliebt. Vergleiche die Konditionen und lies Erfahrungsberichte, um den besten Anbieter für dich zu finden.
Danach legst du einen Sparplan an: Du wählst einen ETF, zum Beispiel den iShares Core MSCI World (TER 0,2 Prozent), und bestimmst einen monatlichen Betrag, den du investieren möchtest. Das kann schon ab 25 Euro sein. Der Betrag wird dann automatisch von deinem Konto abgebucht und in ETF-Anteile umgewandelt. So sparst du ohne großes Zutun.
Wichtig ist, dass du langfristig denkst. Ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ist empfehlenswert, um Kursschwankungen auszugleichen. Überprüfe dein Portfolio einmal im Jahr und passe es nur an, wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel bei einer Gehaltserhöhung. Ansonsten gilt: einfach laufen lassen und den Zinseszinseffekt wirken lassen.
Dein Fahrplan für die nächsten 30 Tage
In den nächsten 30 Tagen kannst du alle Schritte umsetzen, um mit deinem ETF-Investment zu starten. In der ersten Woche solltest du deine Finanzen prüfen: Wie viel Geld kannst du monatlich entbehren? Lege einen Notgroschen an, falls du noch keinen hast. Das gibt dir Sicherheit und verhindert, dass du deine ETFs frühzeitig verkaufen musst.
In der zweiten Woche vergleichst du verschiedene ETFs und Broker. Nutze Vergleichsportale wie justETF oder extraETF, um die Kosten und die Zusammensetzung zu prüfen. Entscheide dich für einen Welt-ETF und einen Broker, der deinen Bedürfnissen entspricht. Du kannst auch ein kostenloses Depot bei einem Neobroker eröffnen, das dauert nur wenige Minuten.
In der dritten Woche richtest du deinen Sparplan ein. Wähle den Betrag, den du monatlich investieren möchtest, und starte mit einer kleinen Summe, um dich an das Ganze zu gewöhnen. Du kannst den Betrag später jederzeit erhöhen. Achte darauf, dass der Sparplan zu deinem Gehaltstermin ausgeführt wird, damit du nicht in Versuchung gerätst, das Geld auszugeben.
In der vierten Woche solltest du dich weiterbilden. Lies ein Buch von Gerd Kommer oder schaue dir Videos auf YouTube an, um dein Wissen zu vertiefen. Je mehr du verstehst, desto sicherer wirst du im Umgang mit deinen Finanzen. Und denk daran: Der wichtigste Schritt ist der erste. Fang einfach an, auch wenn es nur mit 25 Euro im Monat ist.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein ETF bildet einen Index passiv nach, während ein aktiver Fonds von einem Manager verwaltet wird, der versucht, den Markt zu schlagen. ETFs sind in der Regel deutlich günstiger und auf lange Sicht oft erfolgreicher, weil die Kosten niedriger sind.
Du kannst bereits mit 25 Euro pro Monat einen ETF-Sparplan einrichten. Viele Neobroker bieten sogar Sparpläne ab 1 Euro an. Wichtig ist, dass du regelmäßig investierst und langfristig denkst.
ETFs sind wie alle Aktienanlagen mit Risiken verbunden, da die Kurse schwanken können. Langfristig haben sie jedoch eine positive Rendite erzielt. Durch die breite Streuung über viele Unternehmen wird das Risiko reduziert, aber nicht ausgeschlossen.
Ein thesaurierender ETF reinvestiert die Dividenden automatisch, während ein ausschüttender ETF sie an dich auszahlt. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft besser, weil der Zinseszinseffekt voll genutzt wird.
Ja, das ist möglich, besonders kurzfristig. Wenn du deine ETFs jedoch mindestens zehn Jahre hältst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du eine positive Rendite erzielst. Historisch gesehen sind die Märkte langfristig gestiegen.
Nein, du kannst ETFs auch ohne Berater kaufen. Die Grundlagen sind einfach zu verstehen, und es gibt viele kostenlose Ressourcen. Ein Berater kann sogar teuer sein und eigene Interessen verfolgen. Informiere dich selbst und treffe deine Entscheidungen.
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