Ratgeber · Investieren
Futures beste Wahl: So handelst du Terminkontrakte richtig
Futures gehören zu den ältesten Finanzinstrumenten und eignen sich für das Absichern von Positionen ebenso wie für den spekulativen Handel mit Hebel. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei der Auswahl eines Futures Brokers ankommt und welche Risiken du kennen solltest.
10 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Futures sind börsengehandelte Terminkontrakte auf Basiswerte wie Indizes, Rohstoffe oder Anleihen.
- Der Handel erfolgt mit einer Sicherheitsleistung, der Margin, wodurch eine Hebelwirkung entsteht.
- Für den Zugang zu den Terminmärkten benötigst du einen spezialisierten Futures Broker.
- Hedging mit Futures schützt bestehende Positionen gegen unerwünschte Kursbewegungen.
01 · Grundlagen
Was sind Futures?
Ein Future ist ein standardisierter Vertrag zwischen zwei Parteien, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Preis an einem zukünftigen Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Anders als bei Optionen besteht für beide Seiten eine Verpflichtung zur Erfüllung.
Für dich bedeutet ein Future vor allem eines: Du gehst eine verbindliche Vereinbarung ein, die du nicht einfach verfallen lassen kannst. Anders als bei einer Option hast du kein Wahlrecht, sondern musst den Kontrakt entweder vor dem Erfüllungstermin glattstellen oder die Lieferung beziehungsweise den Barausgleich durchführen.
Die Börse legt für jeden Kontrakt exakt fest, welche Menge, Qualität und welcher Erfüllungstermin gelten. Dadurch sind Futures untereinander austauschbar und du kannst jederzeit eine Gegenposition eröffnen, um dich aus der Verpflichtung zu lösen.
In der Praxis findet bei den meisten Futures keine physische Lieferung statt. Stattdessen wird der Differenzbetrag zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis in Geld ausgeglichen.
- Du handelst immer mit einem standardisierten Kontrakt, dessen Bedingungen die Terminbörse vorgibt.
- Du kannst einen Future sowohl kaufen als auch verkaufen, ohne den Basiswert zu besitzen.
- Du bist bis zur Glattstellung an die Erfüllung des Kontrakts gebunden.
Kurz erklärt
Future
Ein börsengehandelter Terminkontrakt, der den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem heute festgelegten Preis an einem zukünftigen Zeitpunkt verbindlich vorschreibt.
Die Kontraktdetails wie Menge, Qualität und Erfüllungstermin werden von der jeweiligen Terminbörse standardisiert.
02 · Schritt für Schritt
Hedging mit Futures: So sicherst du Positionen ab
Unternehmen und Anleger nutzen Futures, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Ein Rohstoffverarbeiter kann sich so den Einkaufspreis für die Zukunft sichern, ein Aktienanleger sein Depot gegen fallende Kurse.
Der Grundgedanke beim Hedging ist einfach: Du gehst am Terminmarkt eine Position ein, die der Entwicklung deines bestehenden Engagements entgegenläuft. Fällt der Wert deines Depots, gewinnt der verkaufte Future und gleicht den Verlust zumindest teilweise aus.
Für die Absicherung eines Aktiendepots eignen sich Index-Futures wie der DAX-Future oder der EURO STOXX-Future. Du verkaufst dabei eine Kontraktanzahl, die ungefähr dem Wert deines Depots entspricht, und reduzierst so das Marktrisiko.
Wichtig ist der passende Erfüllungstermin: Wähle einen Kontrakt, dessen Laufzeit deinen Absicherungszeitraum abdeckt. Läuft der Future aus, musst du die Absicherung durch einen neuen Kontrakt ersetzen, wenn du weiterhin geschützt sein willst.
- Du identifizierst zuerst das Risiko, gegen das du dich absichern willst.
- Du wählst einen Future auf den Basiswert, der deinem Risiko am nächsten kommt.
- Du eröffnest eine Gegenposition und stellst sie vor dem Erfüllungstermin glatt.
Bestehendes Risiko identifizieren
Du hältst einen Basiswert oder planst einen zukünftigen Kauf und bist von fallenden oder steigenden Preisen betroffen.
Passenden Future-Kontrakt wählen
Du wählst einen Terminkontrakt auf den entsprechenden Basiswert mit einem Erfüllungstermin, der zu deinem Absicherungszeitraum passt.
Gegenposition eröffnen
Du verkaufst einen Future, wenn du einen Preisverfall absichern willst, oder kaufst einen Future, um dich gegen steigende Preise zu schützen.
Position glattstellen oder erfüllen
Vor dem Erfüllungstermin schließt du die Position durch ein Gegengeschäft. Ein physischer Warenaustausch ist für private Anleger unüblich, meist erfolgt ein Barausgleich.
03 · Was gilt
Terminmärkte: Wo Futures gehandelt werden
Der Handel mit Futures findet ausschließlich an regulierten Terminbörsen statt. Diese Börsen legen die Kontraktspezifikationen fest und überwachen den Handel.
Futures werden ausschließlich an regulierten Terminbörsen gehandelt. Das unterscheidet sie von CFDs, die außerbörslich direkt mit dem Broker abgeschlossen werden, und von Optionsscheinen, bei denen ein Emittent als Vertragspartner auftritt.
In Europa ist die EUREX der zentrale Handelsplatz. Dort werden unter anderem der DAX-Future, der EURO STOXX-Future und der Bund-Future gehandelt. In den USA verteilen sich die wichtigsten Kontrakte auf mehrere Börsen: Die CME führt Aktienindex- und Rohstoff-Futures, die CBOT ist auf Agrarrohstoffe spezialisiert, die NYMEX auf Energie und Metalle und die NYBOT auf Soft Commodities wie Kaffee und Zucker.
Für dich als privaten Anleger ist der direkte Zugang zu diesen Börsen nur über einen Broker möglich, der als Mitglied oder über einen Zwischenhändler an die jeweilige Terminbörse angebunden ist. Spezialisierte Futures Broker bieten oft Zugang zu mehr als 35 Marktzentren weltweit.
- Du handelst an einer regulierten Börse mit standardisierten Kontrakten und Börsenaufsicht.
- Du hast keinen direkten Kontakt zur Börse, sondern benötigst einen Broker als Zugang.
- Du kannst über einen einzigen Broker an mehreren internationalen Terminbörsen aktiv sein.
Bekannte Terminbörsen
Andere Handelsplätze
04 · Checkliste
Basiswerte: Was du mit Futures handeln kannst
Die Auswahl an handelbaren Futures ist groß. Sie reicht von Aktienindizes über Rohstoffe bis zu Währungen und Anleihen.
Die Bandbreite der handelbaren Basiswerte ist groß und deckt nahezu alle liquiden Märkte ab. Du kannst Futures auf Aktienindizes, Rohstoffe, Anleihen, Währungen und seit einigen Jahren auch auf Kryptowährungen handeln.
Für den Einstieg mit kleineren Konten haben die Börsen Mini- und Micro-Futures eingeführt. Der Mini-DAX-Future bildet den deutschen Leitindex mit einem Fünftel des Kontraktwerts des klassischen DAX-Futures ab, US Micro E-Mini-Futures eröffnen den Zugang zu führenden US-Indizes mit deutlich reduziertem Kapitaleinsatz.
Rohstoff-Futures auf Erdöl, Gold, Silber, Weizen oder Sojabohnen sind vor allem für die Absicherung von Preisrisiken relevant. Als privater Anleger kannst du sie aber auch für spekulative Positionen nutzen, wenn du die Besonderheiten des jeweiligen Marktes verstehst.
- Du kannst Aktienindizes wie DAX, EURO STOXX oder US-Indizes als Future handeln.
- Du kannst Rohstoffe wie Erdöl, Gold, Silber, Weizen oder Sojabohnen als Future handeln.
- Du kannst Anleihen wie den Bund-Future und Währungen wie Euro oder US-Dollar als Future handeln.
- Du kannst an speziellen Terminbörsen auch Bitcoin-Futures handeln.
Gängige Kategorien von Futures-Basiswerten
Aktienindizes wie DAX, EURO STOXX oder US-Indizes
Rohstoffe wie Erdöl, Gold, Silber, Weizen oder Sojabohnen
Anleihen wie der Bund-Future
Währungen wie Euro oder US-Dollar
Kryptowährungen wie Bitcoin an speziellen Terminbörsen
05 · Vergleich
Futures Broker: Darauf kommt es bei der Auswahl an
Ein Futures Broker verschafft dir Zugang zu den Terminbörsen. Die Konditionen und der Leistungsumfang unterscheiden sich teils deutlich.
Die Auswahl des Brokers entscheidet darüber, welche Terminbörsen du erreichst und welche Kosten du pro Kontrakt zahlst. Spezialisierte Futures Broker bieten oft Zugang zu mehr als 35 Marktzentren weltweit, während Standard-Onlinebroker sich teilweise auf die EUREX beschränken.
Bei den Kontraktgebühren liegen spezialisierte Anbieter häufig bei 1,00 bis 2,00 EUR pro Kontrakt. Standardbroker verlangen teilweise ab 1,50 EUR pro Kontrakt, bieten dafür aber oft eine einfachere Oberfläche mit Basisfunktionen.
Die Mindesteinlage variiert stark: Spezialisierte Futures Broker verlangen teilweise ab 2.000 EUR, viele Standard-Onlinebroker kommen ohne Mindesteinlage aus. Prüfe vor der Kontoeröffnung, ob die angebotene Handelsplattform die Ordertypen und Tools bereitstellt, die du für deine Strategie benötigst.
- Du prüfst zuerst, welche Terminbörsen der Broker anbindet.
- Du vergleichst die Kontraktgebühren und die Mindesteinlage.
- Du testest die Handelsplattform mit einem Demokonto, bevor du echtes Geld einzahlst.
| Spezialisierter Futures Broker | Standard-Onlinebroker | |
|---|---|---|
| Zugang zu Terminbörsen | Oft Zugang zu mehr als 35 Marktzentren weltweit | Zugang zu Börsen wie EUREX, CME, OCC oder CBOT wählbar |
| Kontraktgebühren | Oft ab 1,00 EUR pro Kontrakt | Teilweise ab 1,50 EUR pro Kontrakt |
| Handelsplattform | Professionelle Plattformen mit vielen Ordertypen und Tools | Moderne Software und Apps |
| Mindesteinlage | Teilweise ab 2.000 EUR | Oft keine Mindesteinlage |
06 · Fehler vermeiden
Hebelwirkung: Chancen und Risiken im Futures-Handel
Beim Handel mit Futures hinterlegst du nur einen Bruchteil des Kontraktwerts als Sicherheitsleistung, die Margin. Dadurch entsteht eine Hebelwirkung, die Gewinne und Verluste gleichermaßen verstärkt.
Beim Futures-Handel hinterlegst du nur einen Bruchteil des Kontraktwerts als Margin. Diese Sicherheitsleistung ermöglicht dir, mit vergleichsweise kleinem Kapitaleinsatz große Positionen zu bewegen, und erzeugt dadurch eine Hebelwirkung.
Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Kleine Kursbewegungen im Basiswert haben eine große Wirkung auf dein Konto. Verluste können die hinterlegte Margin übersteigen und zu Nachschusspflichten führen.
In volatilen Marktphasen können die Börsen die Margin-Anforderungen kurzfristig erhöhen. Du musst dann zusätzliches Kapital nachschießen oder deine Position wird zwangsweise geschlossen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich und bei ungünstigen Marktlagen sogar wahrscheinlich.
- Du setzt nur Kapital ein, dessen vollständigen Verlust du verkraften kannst.
- Du beobachtest deine offenen Positionen und die Margin-Anforderungen regelmäßig.
- Du nutzt Stop-Orders, um Verluste zu begrenzen, und rechnest mit Nachschusspflichten.
Risiken der Hebelwirkung, die du kennen solltest
07 · Hintergrund
Anleihen-Futures: Termingeschäfte auf Zinspapiere
Anleihen-Futures wie der Bund-Future gehören zu den liquidesten Terminkontrakten in Europa. Sie dienen der Absicherung von Zinsänderungsrisiken und der Spekulation auf die Zinsentwicklung.
Der Bund-Future ist der liquideste Terminkontrakt auf europäische Staatsanleihen und dient als Referenz für die Zinsentwicklung im Euroraum. Er bezieht sich auf eine fiktive, standardisierte Bundesanleihe mit definierter Laufzeit und einem festgelegten Kupon.
Der tatsächliche Preis wird über einen Umrechnungsfaktor an die lieferbaren Anleihen angepasst. Dadurch bleibt der Kontrakt handelbar, obwohl die real existierenden Bundesanleihen unterschiedliche Kupons und Laufzeiten aufweisen.
Steigende Zinsen führen zu fallenden Anleihekursen. Mit einem verkauften Anleihen-Future kannst du ein bestehendes Anleihedepot gegen diesen Kursverlust absichern: Fallen die Kurse, gewinnt der Future an Wert und gleicht den Verlust im Depot teilweise aus.
- Du nutzt Anleihen-Futures zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken.
- Du kannst mit Anleihen-Futures auch gezielt auf steigende oder fallende Zinsen spekulieren.
- Du solltest die Mechanismen des Zinsmarkts verstehen, bevor du Anleihen-Futures handelst.
Ein Anleihen-Future bezieht sich auf eine fiktive, standardisierte Bundesanleihe mit definierter Laufzeit und einem festgelegten Kupon. Der tatsächliche Preis wird über einen Umrechnungsfaktor an die lieferbaren Anleihen angepasst.
Steigende Zinsen führen zu fallenden Anleihekursen. Mit einem verkauften Anleihen-Future kannst du ein bestehendes Anleihedepot gegen diesen Kursverlust absichern. Fallen die Kurse, gewinnt der Future an Wert und gleicht den Verlust im Depot teilweise aus.
Für private Anleger ist der Handel mit Anleihen-Futures nur sinnvoll, wenn sie die Mechanismen des Zinsmarkts verstehen. Die Kontraktgrößen sind hoch, der Hebel wirkt stark.
08 · Vergleich
Finanzinstrumente: Futures im Vergleich zu anderen Derivaten
Futures sind eine von mehreren Arten derivativer Finanzinstrumente. Der wichtigste Unterschied zu Optionen liegt in der beidseitigen Verpflichtung.
Futures unterscheiden sich von Optionen vor allem durch die beidseitige Verpflichtung: Bei einem Future sind Käufer und Verkäufer gleichermaßen gebunden, bei einer Option hat der Käufer ein Wahlrecht und nur der Stillhalter ist verpflichtet.
Im Vergleich zu CFDs ist der entscheidende Unterschied der Handelsplatz: Futures werden börsengehandelt, CFDs schließt du außerbörslich direkt mit deinem Broker ab. Bei CFDs ist der Broker dein Kontrahent und Emittent, bei Futures handelst du mit anderen Marktteilnehmern über die Börse.
Die Hebelwirkung entsteht bei Futures durch die Margin-Hinterlegung, bei Optionen durch den vergleichsweise geringen Optionspreis und bei CFDs durch die Margin des Brokers. Alle drei Instrumente können Verluste verursachen, die deinen ursprünglichen Einsatz übersteigen.
- Du bist bei Futures immer zur Erfüllung verpflichtet, bei Optionen nur als Stillhalter.
- Du handelst Futures an der Börse, CFDs außerbörslich mit dem Broker als Kontrahent.
- Du erhältst bei Futures keinen Emittenten, sondern handelst direkt mit anderen Marktteilnehmern.
09 · Kosten
Kosten im Futures-Handel: Gebühren und Margins
Die Handelskosten setzen sich aus der Kontraktgebühr des Brokers und den Börsengebühren zusammen. Hinzu kommt die zu hinterlegende Sicherheitsleistung, die Margin.
Die Handelskosten setzen sich aus der Kontraktgebühr des Brokers und den Börsengebühren zusammen. Die Kontraktgebühr liegt bei spezialisierten Futures Brokern häufig zwischen 1,00 und 2,00 EUR pro Kontrakt, die Börsengebühr beträgt je nach Börse und Kontrakt etwa 0,10 bis 0,50 EUR pro Kontrakt.
Die Margin ist keine Gebühr, sondern eine Sicherheitsleistung, die du für die Dauer der Position hinterlegen musst. Je nach Kontrakt und Volatilität liegt sie zwischen einigen hundert und mehreren tausend EUR pro Kontrakt und wird nach dem Schließen der Position wieder freigegeben.
Beachte, dass die Margin-Anforderungen in volatilen Phasen steigen können. Du solltest daher immer ausreichend freies Kapital auf dem Konto haben, um Nachschussforderungen zu bedienen, ohne Positionen zwangsweise schließen zu müssen.
- Du zahlst pro Kontrakt eine Brokergebühr und eine Börsengebühr.
- Du hinterlegst die Margin als Sicherheitsleistung, nicht als Kosten.
- Du hältst zusätzliches Kapital für mögliche Margin-Erhöhungen bereit.
Typische Kostenbestandteile beim Futures-Handel
10 · Checkliste
Futures für Anfänger: Lohnt sich der Einstieg?
Der Futures-Handel ist mit hohen Risiken verbunden und setzt ein solides Verständnis der Terminmärkte voraus. Für die meisten privaten Anleger ist ein Einstieg nur mit einem Demokonto und kleiner Positionsgröße ratsam.
Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einstieg
Du verstehst die Funktionsweise von Terminkontrakten und Margin vollständig.
Du hast Erfahrung mit weniger komplexen Finanzinstrumenten gesammelt.
Du kannst Verluste verkraften, die über deinen ursprünglichen Einsatz hinausgehen.
Du nutzt ein Demokonto, um die Handelsplattform und deine Strategie zu testen.
Du beginnst mit Mini- oder Micro-Futures, um das Risiko zu begrenzen.
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