ETF beste Wahl: Dein einfacher Einstieg in die Welt der Indexfonds
Du möchtest Geld anlegen, aber der Dschungel aus Fonds, Aktien und Depots überfordert dich? ETFs sind der einfachste Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen. Hier erfährst du, worauf es bei der Auswahl der besten ETFs wirklich ankommt.
Warum ETFs auch dich etwas angehen
Vielleicht denkst du, dass Investieren nur etwas für reiche Leute oder Börsenprofis ist. Das ist ein Irrglaube, der dich auf Dauer viel Geld kosten kann. Denn durch die Inflation verliert dein Erspartes auf dem Girokonto jedes Jahr an Kaufkraft. Was du heute für 100 Euro bekommst, wird in zehn Jahren deutlich teurer sein.
Gleichzeitig werden die staatlichen Renten in den kommenden Jahren nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Das ist keine Panikmache, sondern eine simple Rechnung, die du sicherlich schon gehört hast. Umso wichtiger ist es, dass du selbst für deine finanzielle Zukunft vorsorgst und dein Geld für dich arbeiten lässt.
Genau hier kommen ETFs ins Spiel. Sie sind das Werkzeug, mit dem auch du ohne großes Vorwissen am weltweiten Wirtschaftswachstum teilhaben kannst. Du musst keine einzelnen Aktien analysieren oder Unternehmen bewerten. Du kaufst einfach einen Korb voller Aktien und profitierst von der Entwicklung der gesamten Wirtschaft.
Der Einstieg ist heute einfacher denn je. Du brauchst kein großes Startkapital, sondern kannst schon mit kleinen monatlichen Beträgen beginnen. Die Technik macht es möglich, dass du bequem vom Smartphone aus investieren kannst. Der schwierigste Schritt ist oft nur der erste, nämlich die Entscheidung, endlich anzufangen.
Die Grundlagen: Was ein ETF überhaupt ist
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Indexfonds. Das klingt kompliziert, ist aber im Kern ganz einfach. Ein ETF bildet einen Index nach, also eine Art Warenkorb, der die Wertentwicklung einer bestimmten Gruppe von Aktien oder Anleihen abbildet. Der bekannteste Index ist der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthält.
Wenn du einen ETF auf den DAX kaufst, kaufst du also winzige Anteile an allen 40 Unternehmen gleichzeitig. Du setzt nicht auf ein einzelnes Unternehmen, sondern auf die gesamte deutsche Wirtschaft. Das ist der große Vorteil der Risikostreuung. Geht es einem Unternehmen schlecht, kann ein anderes den Verlust wieder ausgleichen.
Es gibt tausende verschiedene ETFs auf der Welt. Du kannst in den amerikanischen Markt investieren, in Technologieunternehmen, in Schwellenländer oder in den gesamten Weltmarkt. Für Einsteiger ist ein ETF auf den MSCI World besonders beliebt, da er 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern enthält. Damit bist du extrem breit diversifiziert.
Der große Unterschied zu klassischen Fonds ist, dass ETFs passiv verwaltet werden. Das bedeutet, es gibt keinen Fondsmanager, der versucht, den Markt zu schlagen. Der ETF bildet den Index einfach automatisch nach. Das macht ETFs deutlich günstiger und in der Regel auch erfolgreicher als aktiv gemanagte Fonds, wie wir später noch sehen werden.
So funktioniert dein Geld mit einem ETF
Stell dir vor, du kaufst einen ETF auf den MSCI World. Dein Geld wird dann auf alle Unternehmen im Index aufgeteilt. Du besitzt also einen Mini-Anteil an Apple, Microsoft, Nestlé und vielen anderen Konzernen. Wenn diese Unternehmen Gewinne erwirtschaften, steigt in der Regel auch ihr Aktienkurs und damit der Wert deines ETF.
Zusätzlich schütten viele Unternehmen einen Teil ihrer Gewinne als Dividende an ihre Aktionäre aus. Diese Dividenden werden bei den meisten ETFs gesammelt und direkt wieder in den Fonds investiert. Das nennt man thesaurierende ETFs. So profitierst du vom Zinseszinseffekt, einem der mächtigsten Werkzeuge der Geldanlage.
Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass du nicht nur auf dein ursprüngliches Kapital Zinsen erhältst, sondern auch auf die bereits erwirtschafteten Gewinne. Dein Geld wächst also immer schneller, je länger du investiert bist. Genau deshalb ist Zeit der wichtigste Faktor beim Investieren. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Wichtig ist zu verstehen, dass der Wert deines ETFs täglich schwankt. An manchen Tagen ist er mehr wert, an anderen weniger. Diese Schwankungen sind völlig normal und gehören zum Investieren dazu. Wenn du langfristig denkst und nicht auf das Tagesgeschehen schaust, sind diese Kursschwankungen für dich irrelevant.
Kosten verstehen: Der stille Renditekiller
Kosten sind beim Investieren der wichtigste Faktor, den du selbst beeinflussen kannst. Denn sie werden direkt von deiner Rendite abgezogen. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf. Die laufenden Kosten werden als Gesamtkostenquote (TER) angegeben.
Die TER umfasst die Verwaltungsgebühr des Fonds sowie andere operative Kosten. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Für einen breit gestreuten Welt-ETF liegt die TER meist unter einem Prozent pro Jahr. Das klingt wenig, kann aber über Jahrzehnte einen großen Unterschied machen. Deshalb solltest du immer auf niedrige Kosten achten.
Die zweite Kostenart sind die Transaktionskosten. Wenn du einen ETF kaufst, zahlst du deiner Bank eine Gebühr für die Ausführung des Auftrags. Viele Online-Broker bieten inzwischen kostenlose Sparpläne an, bei denen du keine oder nur sehr geringe Gebühren zahlst. Das ist besonders für Einsteiger mit kleinen Beträgen attraktiv.
Achte auch auf den sogenannten Tracking Difference. Dieser Wert zeigt, wie gut der ETF seinen Index tatsächlich nachbildet. Eine kleine Abweichung ist normal, eine große sollte dich misstrauisch machen. Insgesamt gilt: Je niedriger die Kosten, desto mehr von deiner Rendite bleibt am Ende für dich übrig.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Die Auswahl des richtigen ETFs ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Der wichtigste Punkt ist die Wahl des Index. Für die meisten Anleger ist ein breit diversifizierter Welt-ETF die beste Wahl. Er reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Land oder eine einzelne Branche deine Rendite stark beeinflusst. Der MSCI World oder der FTSE All-World sind hier die Klassiker.
Der FTSE All-World hat gegenüber dem MSCI World den Vorteil, dass er auch Schwellenländer enthält. Damit bildet er die gesamte Weltwirtschaft noch umfassender ab. Du musst dich nicht zwischen den Indizes entscheiden, sondern kannst dich für einen einzigen ETF entscheiden, der alles abdeckt. Das macht die Sache für Einsteiger besonders einfach.
Achte außerdem auf die Fondsgröße und das Fondsvolumen. Ein ETF mit einem großen verwalteten Vermögen ist in der Regel stabiler und hat einen engeren Spread, also eine geringere Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Das spart dir Geld bei jedem Handel. Große ETFs von bekannten Anbietern wie iShares, Vanguard oder Xtrackers sind eine sichere Wahl.
Überlege dir auch, ob du einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden ETF möchtest. Ausschüttende ETFs zahlen dir die Dividenden regelmäßig aus, thesaurierende reinvestieren sie automatisch. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs meist besser geeignet, da der Zinseszinseffekt voll zum Tragen kommt. Für ein regelmäßiges Zusatzeinkommen könnten ausschüttende Varianten interessant sein.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der häufigste Fehler von Anlegern ist, bei Kursschwankungen in Panik zu geraten und zu verkaufen. Wenn der Markt einbricht, verkaufen viele aus Angst und verpassen anschließend den Aufschwung. Genau das Gegenteil ist richtig: Du solltest in der Krise weiterkaufen oder zumindest deine Position halten. Die Geschichte zeigt, dass sich Märkte immer wieder erholt haben.
Ein weiterer Fehler ist die Jagd nach Trends. Vielleicht hast du gehört, dass Kryptowährungen oder bestimmte Tech-Aktien gerade stark steigen. Solche Einzelwetten sind aber extrem riskant und nichts für den Vermögensaufbau. Bleib bei breit gestreuten ETFs und lass dich nicht von kurzfristigen Hypes verleiten. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Viele Anleger machen auch den Fehler, zu kompliziert zu denken. Sie versuchen, den perfekten Zeitpunkt für den Einstieg zu finden oder zwischen unzähligen ETFs zu optimieren. Das ist unnötig und führt oft zu Entscheidungslähmung. Ein einfacher Welt-ETF mit einem Sparplan ist für die meisten Menschen die beste Lösung. Perfektion ist der Feind des Guten.
Ein letzter häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der eigenen Risikotoleranz. Du solltest nur Geld investieren, das du langfristig nicht benötigst. Wenn du jeden Cent brauchst, um deine Rechnungen zu bezahlen, ist Investieren nicht die richtige Wahl. Baue zuerst einen Notgroschen auf, bevor du mit dem Investieren beginnst.
Dein konkreter Fahrplan für den Start
Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots bei einem Online-Broker. Achte dabei auf niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche. Viele Neobroker bieten inzwischen kostenlose Sparpläne auf ETFs an. Das ist ideal für den Start, da du schon mit kleinen Beträgen loslegen kannst. Vergleiche ein paar Anbieter und wähle den, der am besten zu dir passt.
Im zweiten Schritt legst du dein Budget fest. Überlege dir, wie viel Geld du monatlich entbehren kannst, ohne deinen Lebensstandard zu stark einzuschränken. Schon 25 oder 50 Euro im Monat sind ein guter Anfang. Wichtig ist, dass du den Sparplan langfristig durchhältst. Du kannst die Rate später jederzeit erhöhen, wenn sich deine finanzielle Situation verbessert.
Dann wählst du deinen ersten ETF. Für den Anfang empfehle ich dir einen breit gestreuten Welt-ETF, zum Beispiel auf den FTSE All-World oder den MSCI World. Achte auf eine niedrige TER und wähle die thesaurierende Variante. Richte dann einen monatlichen Sparplan ein, der automatisch ausgeführt wird. So musst du dich nicht um das Timing kümmern.
Der letzte Schritt ist der wichtigste: Bleib dran und lass dich nicht verunsichern. Schaue nicht täglich auf deine Depotwerte, sondern höchstens einmal im Quartal. Überprüfe deinen Sparplan einmal im Jahr und passe ihn bei Bedarf an. Mit dieser Strategie bist du auf dem besten Weg, langfristig Vermögen aufzubauen und deine finanziellen Ziele zu erreichen.
Die mentale Einstellung: Dein Weg zum entspannten Anleger
Investieren ist zu 80 Prozent Kopfsache und nur zu 20 Prozent Wissen. Die größte Herausforderung ist nicht die Auswahl des richtigen ETFs, sondern das Durchhalten in schwierigen Zeiten. Du musst lernen, Kursschwankungen auszuhalten, ohne in Aktionismus zu verfallen. Dein Verstand weiß, dass Schwankungen normal sind, aber dein Bauchgefühl spielt verrückt.
Eine gute Methode, um Ruhe zu bewahren, ist die Reduzierung deiner Informationsaufnahme. Du musst nicht jeden Tag die Börsennews lesen oder die Wirtschaftsprognosen verfolgen. Diese Nachrichten sind oft reißerisch und erzeugen unnötige Angst. Vertraue stattdessen auf deinen langfristigen Plan und die historische Entwicklung der Märkte.
Denke daran, dass du nicht mit anderen Anlegern konkurrieren musst. Jeder hat eine andere Ausgangslage, ein anderes Risikoprofil und andere Ziele. Vergleiche dich nicht mit Freunden oder Kollegen, die vielleicht spektakulärere Gewinne erzielen. Dein Weg mit einem breit gestreuten ETF ist solide und wird sich langfristig auszahlen.
Feiere deine Erfolge, aber bleibe bescheiden. Wenn dein Depot nach einigen Jahren eine ordentliche Rendite erzielt hat, ist das ein Grund zur Freude. Aber lass dich nicht übermütig werden und erhöhe dein Risiko nicht unnötig. Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg ist Beständigkeit und Geduld. Genau diese Eigenschaften machen dich zum entspannten und erfolgreichen Anleger.
Steuern und rechtliche Aspekte im Blick
Auch wenn das Thema Steuern trocken klingt, solltest du die Grundlagen kennen. In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt jedoch einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei sind.
Um diesen Freibetrag zu nutzen, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Das ist ganz einfach und kann meist online erledigt werden. Wenn du den Freibetrag nicht nutzt, verschenkst du bares Geld. Die Bank führt die Steuern automatisch ab, sobald deine Gewinne den Freibetrag überschreiten.
Seit 2018 gibt es die Vorabpauschale, die auf thesaurierende ETFs erhoben wird. Sie ist eine Art Steuervorauszahlung auf zukünftige Gewinne. Die Bank berechnet sie automatisch und führt sie an das Finanzamt ab. Du musst dich also nicht selbst darum kümmern, solltest aber wissen, dass auch bei thesaurierenden ETFs Steuern anfallen können.
Für die Steuererklärung ist es wichtig, dass du deine Kontoauszüge und Jahressteuerbescheinigungen aufbewahrst. Die meisten Banken stellen dir diese Dokumente online zur Verfügung. Wenn du unsicher bist, kannst du einen Steuerberater oder eine Steuersoftware nutzen. Aber keine Sorge: Für die meisten Anleger mit einem einfachen ETF-Sparplan ist die Steuererklärung kein großes Thema.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein ETF bildet passiv einen Index nach, während ein Aktienfonds aktiv von einem Manager verwaltet wird. ETFs sind dadurch deutlich günstiger und in der Regel langfristig erfolgreicher. Zudem kannst du ETFs wie Aktien jederzeit an der Börse handeln.
Du kannst bereits mit sehr kleinen Beträgen starten. Viele Online-Broker bieten Sparpläne ab 1 Euro pro Monat an. Wichtig ist nicht die Höhe des Betrags, sondern die Regelmäßigkeit. Auch 25 Euro im Monat können über Jahrzehnte ein beachtliches Vermögen aufbauen.
Grundsätzlich ja, aber die Strategie sollte anders sein. Rentner sollten eher auf ausschüttende ETFs setzen, um regelmäßige Einnahmen zu erzielen. Zudem sollte der Aktienanteil geringer sein als bei jüngeren Anlegern, um das Risiko zu reduzieren. Eine individuelle Beratung kann hier sinnvoll sein.
Ein Totalverlust ist bei einem breit gestreuten Welt-ETF praktisch ausgeschlossen. Selbst in der schwersten Finanzkrise verloren solche ETFs nur einen Teil ihres Wertes und erholten sich wieder. Ein Totalverlust würde bedeuten, dass die gesamte Weltwirtschaft zusammenbricht.
Der beste Zeitpunkt ist jetzt, denn Zeit ist der wichtigste Faktor beim Investieren. Durch einen Sparplan investierst du regelmäßig und musst dir keine Gedanken über den perfekten Einstiegszeitpunkt machen. Diese Strategie nennt man Cost-Average-Effekt und sie glättet Kursschwankungen.
Du solltest dein Depot nicht zu häufig kontrollieren, um unnötigen Stress zu vermeiden. Einmal im Quartal ist völlig ausreichend. Überprüfe dann, ob dein Sparplan noch zu deiner Lebenssituation passt und ob der ETF weiterhin deine Erwartungen erfüllt. Ansonsten gilt: einfach laufen lassen.
Der 5-Minuten-Finanzkurs
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