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FinanzbildungAktive9 Min.

Aktive ETFs Funktionsweise, Vor- und Nachteile für Einsteiger

Aktive ETFs einfach erklärt: Was sie von passiven ETFs unterscheidet, wann sie sich lohnen und worauf du beim Vergleich achten solltest.

Aktive ETFs auf einenRechnerWas sind aktive ETFs?
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Aktive ETFs kombinieren die Börshandelbarkeit klassischer ETFs mit einer aktiven Titelauswahl durch ein Fondsmanagement.
  • Ein Portfoliomanager trifft laufend Anlageentscheidungen – anders als bei passiven ETFs, die einen Index 1:1 abbilden.
  • Transparenz: Aktive ETFs müssen ihre Positionen regelmäßig offenlegen (je nach Regulierung täglich oder mit Verzögerung).
  • Abgrenzung: Aktiver ETF ≠ aktiver Investmentfonds – beide werden aktiv gemanagt, aber nur der ETF ist jederzeit an der Börse handelbar.

Aktive ETFs auf einen Blick: Was du als Einsteiger wissen musst

Aktive ETFs kombinieren die Börshandelbarkeit klassischer ETFs mit einer aktiven Titelauswahl durch ein Fondsmanagement.

Aktive ETFs vereinen zwei Welten: Sie sind wie klassische ETFs jederzeit an der Börse handelbar, werden aber nicht von einem Algorithmus gesteuert, der stur einen Index abbildet – sondern von einem Fondsmanager, der aktiv Kauf- und Verkaufsentscheidungen trifft. Das klingt verlockend, bringt aber auch höhere Kosten und neue Risiken mit sich.

Kurzfassung: Aktive ETFs bieten die Flexibilität eines börsennotierten Fonds kombiniert mit einer aktiven Titelauswahl. Sie können theoretisch den Markt schlagen – empirisch gelingt das jedoch nur wenigen Managern dauerhaft. Für Studienanfänger gilt: erst Grundlagen legen, dann aktive ETFs als Beimischung prüfen.

AUF EINEN BLICK

  • Ein Portfoliomanager trifft laufend Anlageentscheidungen – anders als bei passiven ETFs, die einen Index 1:1 abbilden.
  • Transparenz: Aktive ETFs müssen ihre Positionen regelmäßig offenlegen (je nach Regulierung täglich oder mit Verzögerung).
  • Abgrenzung: Aktiver ETF ≠ aktiver Investmentfonds – beide werden aktiv gemanagt, aber nur der ETF ist jederzeit an der Börse handelbar.
  • Seit der UCITS-ETF-Reform gewinnen aktive ETFs auch in Europa deutlich an Marktbedeutung.
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Was sind aktive ETFs? Definition und Grundprinzip erklärt

Ziel passiver ETFs: Marktrendite (Beta) möglichst kostengünstig replizieren.

Aktive ETFs – kurz für aktiv gemanagte Exchange Traded Funds – kombinieren die Börsenhandelbarkeit klassischer ETFs mit einer aktiven Titelauswahl durch ein Fondsmanagement. Anders als passive ETFs, die einen Index wie den MSCI World oder den S&P 500 möglichst genau nachbilden, entscheidet bei einem aktiven ETF ein Portfoliomanager oder ein ganzes Team laufend darüber, welche Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden. Das Ziel: eine bessere Rendite als die Benchmark erzielen oder gezielt bestimmte Risiken steuern.

Ein häufiges Missverständnis ist die Gleichsetzung von aktiven ETFs und aktiven Investmentfonds. Beide werden zwar aktiv gemanagt, unterscheiden sich aber in einem entscheidenden Punkt: Aktive ETFs sind wie Aktien jederzeit während der Börsenöffnungszeiten handelbar, während klassische Investmentfonds nur einmal täglich zum offiziellen Anteilswert (NAV) über die Fondsgesellschaft gekauft oder verkauft werden können. Diese Handelbarkeit ist für viele Anleger ein praktischer Vorteil.

Transparenz spielt bei aktiven ETFs eine wichtige Rolle – zumindest in Europa. Unter dem europäischen UCITS-Rahmen müssen aktive ETFs ihre Portfoliopositionen in der Regel täglich offenlegen. Das ermöglicht Anlegern, jederzeit nachzuvollziehen, in welche Wertpapiere ihr Geld investiert ist. In den USA gibt es sogenannte semi-transparente Strukturen, bei denen Positionen nur mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht werden – ein Konzept, das in Europa bislang kaum verbreitet ist.

Aktive ETFs sind keine neue Erfindung, aber sie haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Große Assetmanager wie BlackRock, Fidelity oder JP Morgan haben ihr Angebot an aktiven ETFs massiv ausgebaut, und auch an deutschen Börsen wie XETRA wächst das verfügbare Universum stetig. Wer sich für diese Produktkategorie interessiert, findet heute deutlich mehr Auswahl als noch vor wenigen Jahren.

AspektWorauf es ankommt
Ziel passiver ETFs: Marktrendite (Beta) möglichst kostengünstig replizieren.,
Ziel aktiver ETFs: Marktrendite übertreffen (Alpha generieren) oder gezielt Risiken steuern.,
Kosten (TER): Aktive ETFs haben in der Regel eine höhere Gesamtkostenquote als passive ETFs – ein zentraler Nachteil.,
Handelbarkeit: Beide sind an der Börse handelbar; kein Unterschied beim Kauf via Sparplan oder Direktorder.,
Performance-Transparenz: Beim aktiven ETF hängt die Rendite stark vom Managementteam und seiner Strategie ab.,
Tipp für Sparplan-Einsteiger: Niedrige laufende Kosten wiegen im Zinseszins-Effekt langfristig schwer – Kostenvergleich ist Pflicht.,

Aktive vs. passive ETFs: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Der Fondsmanager analysiert Unternehmen, Makrodaten und Markttrends und weicht bewusst von einer Index-Zusammensetzung ab.

Der grundlegendste Unterschied zwischen aktiven und passiven ETFs liegt in ihrer Zielsetzung. Passive ETFs verfolgen das Ziel, die Marktrendite – in der Fachsprache „Beta" genannt – möglichst kostengünstig zu replizieren. Sie kaufen die Wertpapiere eines Index in der vorgegebenen Gewichtung und ändern das Portfolio nur dann, wenn sich der zugrundeliegende Index ändert. Das macht sie sehr günstig in der Verwaltung, denn es braucht kein teures Analystenteam, das täglich Unternehmen bewertet.

Aktive ETFs hingegen streben nach „Alpha" – also einer Rendite, die über der Marktrendite liegt. Das erfordert Research, Erfahrung und eine aktive Entscheidungsfindung. Manche aktiven ETFs versuchen nicht primär, den Markt zu schlagen, sondern wollen gezielt Risiken steuern: beispielsweise durch eine defensivere Ausrichtung in volatilen Marktphasen oder durch eine Übergewichtung von Unternehmen mit bestimmten Qualitätsmerkmalen.

Bei der Handelbarkeit gibt es praktisch keinen Unterschied: Beide ETF-Typen können während der Börsenöffnungszeiten gekauft und verkauft werden, lassen sich via Direktorder oder Sparplan besparen und sind in Wertpapierdepots bei Neobrokern und klassischen Direktbanken verfügbar. Der größte messbare Unterschied liegt bei den Kosten: Aktive ETFs weisen in der Regel eine deutlich höhere Gesamtkostenquote (TER) auf als passive ETFs. Das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein strukturelles Merkmal, das Anleger beim Renditekalkül zwingend berücksichtigen müssen.

AUF EINEN BLICK

  • Strategien reichen von Stockpicking über faktorbasiertes Investieren (z. B. Quality, Momentum) bis zu ESG-Tilts.
  • Semi-transparente Strukturen (v. a. USA): Positionen werden nur mit Zeitverzug veröffentlicht – geringeres Nachahm-Risiko für den Manager.
  • Volltransparente Strukturen (üblich in Europa/UCITS): tägliche Portfoliooffenlegung, erhöht die Vergleichbarkeit für Anleger.
  • Creation/Redemption-Mechanismus bleibt identisch mit passiven ETFs – sichert enge Geld-Brief-Spannen.

Wie funktioniert die Portfoliosteuerung bei aktiven ETFs?

TER (Total Expense Ratio): Die wichtigste Kostenkennzahl – bei aktiven ETFs höher als bei passiven ETFs, aber oft günstiger als klassische aktive Fonds.

Hinter jedem aktiven ETF steckt ein Investmentprozess, der sich von Anbieter zu Anbieter erheblich unterscheiden kann. Einige Manager setzen auf klassisches Stockpicking: Sie analysieren Unternehmen intensiv – Bilanzqualität, Wettbewerbsposition, Managementqualität – und wählen dann die vielversprechendsten Titel aus. Andere ETFs nutzen sogenannte faktorbasierte Ansätze und gewichten systematisch Aktien, die bestimmte Merkmale aufweisen, zum Beispiel niedrige Bewertung (Value), starkes Kursmomentum (Momentum), hohe Ertragsstabilität (Quality) oder geringe Schwankungsbreite (Low Volatility).

Daneben gibt es aktive ETFs mit einem ESG-Fokus, bei denen das Management aktiv Unternehmen mit schlechten Nachhaltigkeitsprofilen ausschließt oder übergewichtet, die bestimmte Umwelt- oder Sozialstandards besonders gut erfüllen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von rein regelbasierten ESG-Indizes, weil der Manager flexibel auf neue Informationen reagieren kann – etwa wenn ein Unternehmen in einen Skandal verwickelt wird.

In Europa und unter dem UCITS-Regime müssen aktive ETFs ihre Portfolios täglich vollständig offenlegen. Das erhöht die Vergleichbarkeit für Anleger und erleichtert es, den Investmentstil des Managers nachzuvollziehen. In den USA existieren semi-transparente Strukturen, bei denen das tatsächliche Portfolio nur mit zeitlicher Verzögerung publik wird. Der Hintergedanke: Wenn andere Marktteilnehmer nicht wissen, welche Positionen ein erfolgreicher Manager gerade aufbaut, können sie diese nicht kopieren und damit die Rendite des Fonds verwässern. Europäische Anleger, die in UCITS-konforme aktive ETFs investieren, haben dieses Problem nicht – profitieren aber auch nicht von einem möglichen Informationsvorteil des Managers.

AUF EINEN BLICK

  • Performance Fee: Manche aktiven ETFs erheben eine erfolgsabhängige Gebühr, die die Gesamtkosten weiter erhöht – im Produktinformationsblatt (KID) prüfen.
  • Transaktionskosten im Fonds: Häufiger Portfolioumbau erzeugt Handelskosten, die nicht vollständig in der TER sichtbar sind.
  • Spread-Kosten: Bei geringem Handelsvolumen können die Geld-Brief-Spannen höher ausfallen als bei großen passiven ETFs.
  • Faustregel: Jede Stelle hinter dem Komma bei der TER zählt – besonders bei kleinen Sparraten und langem Anlagehorizont.

Kosten aktiver ETFs: TER, Performancegebühren und versteckte Kosten

Chance Alpha: In ineffizienten Marktsegmenten (z. B. Small Caps, Schwellenländer, Themenmärkte) kann aktives Management einen Mehrwert liefern.

Die Total Expense Ratio (TER) ist die bekannteste Kostenkennzahl bei ETFs. Sie umfasst die Verwaltungsgebühr, Depotbankgebühren und weitere laufende Kosten, die jährlich aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Bei passiven ETFs auf große Indizes wie den MSCI World sind TERs weit unter 0,20 Prozent pro Jahr durchaus üblich. Aktive ETFs liegen in der Regel deutlich darüber – konkrete Werte variieren je nach Strategie und Anbieter stark und sollten immer im jeweiligen Produktinformationsblatt (KID, Key Information Document) nachgelesen werden.

Manche aktiven ETFs erheben zusätzlich zur TER eine sogenannte Performance Fee – eine erfolgsabhängige Gebühr, die nur dann anfällt, wenn der Fonds eine vorab definierte Benchmark oder Hurdle Rate überschreitet. Diese Gebühr kann die tatsächliche Gesamtkostenbelastung in guten Börsenjahren spürbar erhöhen. Anleger sollten deshalb nicht nur die TER, sondern auch die Bedingungen für Performance Fees genau im KID prüfen, bevor sie in einen aktiven ETF investieren.

Neben den laufenden Gebühren entstehen innerhalb des Fonds Transaktionskosten, die nicht in der TER abgebildet werden. Da aktive ETF-Manager häufiger kaufen und verkaufen als ein passiver Indexfonds, fallen mehr Broker-Gebühren und Marktimpaktkosten an, die das Fondsvermögen und damit indirekt die Rendite belasten. Hinzu kommen die sogenannten Spread-Kosten: Wenn ein ETF an der Börse wenig gehandelt wird, kann die Geld-Brief-Spanne – also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – deutlich größer sein als bei einem hochliquiden passiven ETF. Gerade bei kleineren oder neu aufgelegten aktiven ETFs sollten Anleger diesen Aspekt nicht unterschätzen.

In der Gesamtschau sind aktive ETFs zwar oft günstiger als klassische aktiv gemanagte Investmentfonds, aber teurer als passive ETFs. Ob die Mehrkosten durch eine bessere Rendite aufgewogen werden, lässt sich im Voraus nie garantieren und hängt maßgeblich von der Qualität des Fondsmanagements und dem gewählten Marktsegment ab.

AUF EINEN BLICK

  • Chance Risikomanagement: Manager können in Krisenzeiten defensiver positionieren – passive ETFs halten stur an der Index-Gewichtung fest.
  • Risiko Managerrisiko: Das Team kann falsch liegen – dauerhaft schlechtere Performance als der Vergleichsindex ist empirisch häufiger als Outperformance.
  • Risiko Stilwechsel: Ein Managerwechsel kann die Strategie grundlegend verändern (sog. Style Drift).
  • Risiko höhere Kosten: Im schlechtesten Fall zahlt man mehr und bekommt weniger Rendite.

Chancen und Risiken aktiver ETFs für Anleger

Aktive ETFs sind an deutschen Börsen (XETRA, Tradegate) handelbar und bei den meisten Neobrokern sparplanfähig – Verfügbarkeit je Broker prüfen.

Die größte Chance aktiver ETFs liegt in der theoretischen Möglichkeit, sogenanntes Alpha zu generieren – also eine Rendite zu erzielen, die über der des Gesamtmarkts liegt. In ineffizienten Marktsegmenten wie Small Caps, Schwellenländern oder speziellen Themenmärkten kann ein erfahrenes Managementteam Informationsvorsprünge besser nutzen, weil diese Märkte von professionellen Analysten weniger intensiv beobachtet werden als etwa der S&P 500. Hier besteht zumindest die realistische Möglichkeit, dass aktives Management einen echten Mehrwert schafft.

Ein weiterer potenzieller Vorteil ist das aktive Risikomanagement. In turbulenten Marktphasen kann ein Manager die Aktienquote reduzieren, in defensivere Titel umschichten oder Absicherungsstrategien einsetzen. Ein passiver ETF hingegen muss stur an der Index-Zusammensetzung festhalten – wenn ein Sektor einbricht, bleibt er proportional investiert. Für risikobewusste Anleger kann das ein relevantes Argument für aktive ETFs sein.

Den Chancen stehen jedoch erhebliche Risiken gegenüber. Das sogenannte Managerrisiko ist dabei das gravierendste: Das Team kann falsch liegen – durch fehlerhafte Analyse, schlechtes Timing oder schlicht Pech. Langfriststudien zeigen konsistent, dass die Mehrheit aktiv gemanagter Fonds nach Kosten hinter ihrem Vergleichsindex zurückbleibt. Das bedeutet nicht, dass aktive ETFs per se schlechte Investments sind, aber es unterstreicht, wie wichtig eine sorgfältige Auswahl und ein realistisches Erwartungsmanagement sind.

Dazu kommt das Risiko des sogenannten Style Drift: Wechselt das Managementteam oder verändert sich die Strategie, investiert man möglicherweise plötzlich in einen Fonds, der gar nicht mehr dem entspricht, was man ursprünglich gesucht hat. Für Anleger, die gerade erst mit dem Investieren beginnen, gilt daher: Aktive ETFs sind kein Einstiegsprodukt für sehr kleine Sparraten, sondern eher eine Beimischung für erfahrenere Anleger mit einem soliden Grundportfolio.

AUF EINEN BLICK

  • Besteuerung: Aktive UCITS-ETFs unterliegen der deutschen Abgeltungsteuer; der Sparerpauschbetrag gilt analog zu passiven ETFs.
  • Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung der Erträge – Höhe abhängig von der Aktienquote im Fonds (im KID angegeben).
  • Vorabpauschale: Wie bei passiven ETFs kann jährlich eine Vorabpauschale anfallen – relevant für die Steuerplanung.
  • NV-Bescheinigung oder Freistellungsauftrag: Für Anleger mit geringem Einkommen empfehlenswert, um Kapitalerträge steuerfrei zu stellen.

Aktive ETFs in Deutschland kaufen: Sparplan, Broker und Steuer

Sinnvoll als Beimischung für Anleger, die gezielt auf bestimmte Faktoren (z. B. Low Volatility, Quality) setzen möchten, ohne einen Faktor-ETF selbst zusammenzustellen.

Aktive ETFs sind an deutschen Börsen wie XETRA oder Tradegate gelistet und lassen sich über nahezu jeden Online-Broker oder Neobroker kaufen. Ob ein spezifischer aktiver ETF bei einem bestimmten Broker sparplanfähig ist, variiert jedoch erheblich – hier lohnt ein direkter Blick in die Sparplanliste des jeweiligen Anbieters, bevor man sich festlegt. Das Angebot wächst, aber noch lange nicht jeder aktive ETF ist überall als Sparplanfähig verfügbar.

Steuerlich behandelt Deutschland aktive UCITS-ETFs identisch mit passiven ETFs. Auf Kapitalerträge – also Kursgewinne und Ausschüttungen – fällt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer. Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 Euro jährlich für Ledige und 2.000 Euro für Verheiratete oder eingetragene Lebenspartner – bis zu dieser Grenze bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Für Sparer:innen mit kleinen Sparraten bedeutet das oft, dass die ersten Jahre ganz ohne Steuerlast auf Kapitalerträge bleiben.

Für aktive Aktien-ETFs gilt außerdem die sogenannte Teilfreistellung: Ein Teil der Erträge bleibt steuerfrei, weil der Fonds in Aktien investiert. Die genaue Höhe der Teilfreistellung hängt von der Aktienquote im Fonds ab und ist im KID des jeweiligen ETFs angegeben. Bei Fonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote beträgt sie für Privatanleger aktuell 30 Prozent – das heißt, nur 70 Prozent der Erträge sind steuerlich relevant. Dieser Mechanismus gilt für aktive ETFs genauso wie für passive ETFs.

Wichtig für die jährliche Steuerplanung ist außerdem die Vorabpauschale: Wenn ein thesaurierender ETF im Laufe des Jahres Erträge erwirtschaftet hat, die nicht ausgeschüttet wurden, berechnet das Finanzamt einen fiktiven Mindestbetrag, auf den Steuern fällig werden – auch ohne tatsächliche Ausschüttung. Dieses Prinzip gilt für aktive ETFs ebenso wie für passive, ist aber gerade für Sparplan-Anleger relevant, die regelmäßig kleine Beträge investieren und genug Liquidität auf dem Verrechnungskonto halten sollten.

AUF EINEN BLICK

  • Sinnvoll für Marktsegmente, in denen passive Benchmarks schlecht konstruiert sind (z. B. High-Yield-Anleihen, Frontier Markets).
  • Weniger sinnvoll in hochliquiden Standardmärkten (z. B. S&P 500, MSCI World): Hier ist Outperformance nach Kosten empirisch selten dauerhaft.
  • Anfänger-Perspektive: Wer mit kleinen Sparraten anfängt, sollte zuerst Kosten minimieren – aktive ETFs erst bei größerem Portfolio als Beimischung prüfen.
  • Checkliste vor dem Kauf: TER vergleichen, Track Record mindestens 3–5 Jahre, Managerteam stabil, Fondsgröße ausreichend für enge Spreads.

Wann lohnen sich aktive ETFs – und wann nicht?

Bevor du in aktive ETFs investierst, lohnt sich ein Blick auf deine gesamte Finanzsituation: Notgroschen, laufende Kredite, regelmäßige Einnahmen.

Aktive ETFs können als Beimischung sinnvoll sein, wenn Anleger gezielt auf bestimmte Faktoren wie Quality, Low Volatility oder Momentum setzen möchten, ohne selbst ein komplexes Multi-Faktor-Portfolio aus verschiedenen Index-ETFs zusammenzustellen. Ein gut gemanagter aktiver ETF kann dabei die Faktorauswahl dynamisch anpassen – etwa wenn ein Faktor temporär out of favour ist und ein starres Regelwerk den Anleger benachteiligen würde.

Besonders interessant sind aktive ETFs in Marktsegmenten, in denen passive Benchmarks strukturell schlecht konstruiert sind. High-Yield-Anleihen-Indizes zum Beispiel gewichten Emittenten nach ausstehender Schuldenmenge – das heißt, die verschuldetsten Unternehmen haben automatisch das höchste Gewicht im Index, was nicht unbedingt einer sinnvollen Risikostreuung entspricht. Ähnliches gilt für Frontier Markets oder stark fragmentierte Sektoren. Hier kann ein aktiver Manager durch Selektion und Gewichtungsanpassungen einen echten Mehrwert schaffen.

Weniger sinnvoll sind aktive ETFs in hochliquiden, von Profis intensiv beobachteten Standardmärkten wie dem S&P 500 oder dem MSCI World. In diesen Märkten sind alle öffentlich verfügbaren Informationen sehr schnell eingepreist, was es extrem schwierig macht, konsistente Überrenditen zu erzielen – besonders nach Abzug der höheren Kosten. Langfriststudien belegen immer wieder, dass nach Kosten nur ein kleiner Teil aktiver Fonds dauerhaft besser abschneidet als der Vergleichsindex in diesen Segmenten.

Für Einsteiger gilt eine klare Priorität: Wer mit kleinen monatlichen Sparraten anfängt – etwa aus einem Nebenverdienst, dessen Einnahmen seit 2026 bei monatlich bis zu 603 Euro liegen dürfen – sollte zunächst Kosten minimieren und mit günstigen passiven ETFs beginnen. Aktive ETFs als Beimischung lohnen sich erst dann zu prüfen, wenn ein solides Grundportfolio steht und man sich intensiver mit der Auswahl und Bewertung aktiver Strategien beschäftigt hat.

AUF EINEN BLICK

  • Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner kannst du schnell einschätzen, ob und wie viel du sinnvoll investieren kannst.
  • Aktive ETFs sind kein Ersatz für eine solide Basis – erst Schulden tilgen, Notgroschen aufbauen, dann investieren.
  • Verknüpfe deine Investitionsstrategie mit deiner Lebensplanung: Berufseinstieg, Karriereschritte und Sparrate wachsen oft parallel.

Finanz-Score checken und Investitionsstrategie für aktive ETFs planen

Bevor du in aktive ETFs investierst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine gesamte Finanzsituation. Hast du einen Notgroschen aufgebaut, der drei bis sechs Monatsausgaben abdeckt? Sind deine Einkommensverhältnisse aktuell, und weißt du, wie sich ein Nebenverdienst auf deine Steuerlast auswirkt? Sind eventuell Dispokredite oder Konsumkredite mit hohen Zinsen offen, die zuerst getilgt werden sollten? Aktive ETFs sind kein Ersatz für eine solide finanzielle Basis – sondern ein Baustein obendrauf.

Für Sparer:innen, die einen Nebenjob ausüben und damit monatlich bis zu 603 Euro steuerfrei hinzuverdienen können, kann ein Teil dieser Einnahmen langfristig in ETF-Sparpläne fließen. Dabei gilt: Je kleiner der monatliche Betrag, desto wichtiger ist es, die Kosten zu minimieren – ein günstiger passiver ETF ist für den Einstieg in der Regel sinnvoller als ein teurerer aktiver ETF. Mit wachsendem Portfolio und zunehmendem Finanzwissen kann die Strategie schrittweise erweitert werden.

Plane auch langfristig: Mit einer Gehaltserhöhung oder einem Karrieresprung steigt oft das Einkommen, mit dem höheren Verdienst die mögliche Sparrate. Eine Investitionsstrategie, die heute mit kleinen Beträgen in passiven ETFs beginnt und später aktive ETFs als gezielte Beimischung integriert, kann gut mit deiner beruflichen Entwicklung mitwachsen. Entscheidend ist, früh anzufangen – nicht, sofort das komplexeste Produkt zu wählen.

Jetzt handeln: Nutze den StudySmarter Finanz-Score-Rechner, um schnell einzuschätzen, wie viel du sinnvoll investieren kannst – und ob aktive ETFs bereits jetzt zu deiner Situation passen. Der Rechner berücksichtigt dein Einkommen, deine laufenden Kosten und deinen Notgroschen, damit du fundiert entscheiden kannst.

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Häufige Fragen

Ein aktiver ETF ist ein börsengehandelter Fonds, bei dem ein Fondsmanager aktiv entscheidet, welche Wertpapiere er kauft und verkauft, um eine bestimmte Anlagestrategie umzusetzen. Ein aktiver Fonds (klassischer Investmentfonds) funktioniert ähnlich, wird aber nicht fortlaufend an der Börse gehandelt, sondern über die Fondsgesellschaft direkt ausgegeben und zurückgenommen. Der wesentliche Unterschied liegt also in der Handelsweise und der damit verbundenen Transparenz und Flexibilität, nicht in der Anlagephilosophie.

In der Regel sind aktive ETFs teurer als passive ETFs, da sie höhere Verwaltungsgebühren verlangen, um die Kosten für das aktive Management zu decken. Passive ETFs bilden lediglich einen Index ab und haben daher deutlich geringere Kostenquoten. Die tatsächliche Höhe der Gebühren variiert stark zwischen einzelnen Produkten, daher lohnt sich ein direkter Vergleich im jeweiligen Factsheet.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es nur wenigen aktiven Fondsmanagern gelingt, ihren Vergleichsindex über einen langen Zeitraum nach Kosten zu schlagen. Auch bei aktiven ETFs ist die dauerhafte Überperformance eher die Ausnahme als die Regel, da höhere Gebühren die Rendite schmälern. Für dich als Anleger bedeutet das, dass du nicht davon ausgehen solltest, dass ein aktiver ETF den Markt dauerhaft schlagen wird.

Aktive ETFs werden in Deutschland wie andere Investmentfonds besteuert, das heißt, es gelten die Abgeltungsteuer, der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer auf realisierte Gewinne. Zudem fällt eine jährliche Vorabpauschale an, die auf die Wertsteigerung des Fonds berechnet wird. Die Besteuerung erfolgt dabei unabhängig davon, ob der Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird.

Ja, viele aktive ETFs können in Deutschland per Sparplan bespart werden, da die meisten Broker mittlerweile eine breite Auswahl an aktiven ETFs in ihr Sparplan-Angebot aufgenommen haben. Allerdings ist die Auswahl an Sparplänen für aktive ETFs oft kleiner als für passive ETFs, und die Mindestsparraten können höher sein. Du solltest vor Abschluss prüfen, ob dein gewünschter Broker den konkreten aktiven ETF als Sparplan anbietet.

Für Studienanfänger sind aktive ETFs mit dem Risiko verbunden, dass die höheren Gebühren die Rendite über lange Anlagezeiträume deutlich reduzieren. Zudem besteht die Gefahr, dass du auf kurzfristige Performance setzt und dabei die höhere Schwankungsbreite aktiver Strategien unterschätzt. Da du als Studienanfänger meist nur über begrenztes Kapital verfügst, solltest du die Kostenquote genau prüfen und langfristig denken.

Die Teilfreistellung ist ein Steuervorteil, bei dem ein bestimmter Prozentsatz der Erträge aus Aktienfonds steuerfrei bleibt, um die bereits auf Unternehmensebene gezahlte Steuer zu berücksichtigen. Sie gilt auch für aktive ETFs, sofern diese mindestens 51 Prozent ihres Vermögens in Aktien investieren. Die Höhe der Teilfreistellung beträgt dann in der Regel 30 Prozent, unabhängig davon, ob der Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird.

Ja, es gibt eine wachsende Zahl aktiver ETFs mit Nachhaltigkeitsfokus, die ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen. Diese Fonds kombinieren aktives Management mit nachhaltigen Anlagestrategien, etwa durch Ausschlusskriterien oder Positiv-Screening. Du solltest jedoch im Prospekt genau prüfen, welche konkreten Nachhaltigkeitskriterien angewendet werden, da die Ausgestaltung stark variieren kann.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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