Ratgeber · Investieren
ESG-ETF-Sparplan einrichten: So kombinierst du nachhaltige Geldanlage mit Vermögensaufbau
Ein ESG-ETF-Sparplan bündelt die Vorteile eines breit gestreuten Indexfonds mit festgelegten Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien. So richtest du ihn ein und prüfst, welche Nachhaltigkeitsstandards wirklich gelten.
10 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Ein ESG-ETF-Sparplan funktioniert technisch wie jeder andere ETF-Sparplan, bildet aber einen Index mit Nachhaltigkeitskriterien ab.
- Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) verpflichtet Anbieter, die genauen ESG-Kriterien transparent zu machen.
- Artikel-8- und Artikel-9-Fonds unterscheiden sich darin, ob sie ESG-Merkmale berücksichtigen oder eine explizit nachhaltige Wirkung anstreben.
- Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent auf die Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
01 · Grundlagen
Was ist ein ESG-ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan führt regelmäßig einen festen Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds. Bei einem ESG-ETF-Sparplan bildet dieser Fonds einen Index ab, der Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien auswählt.
Der Sparplanmechanismus funktioniert bei einem ESG-ETF genauso wie bei einem klassischen ETF. Du legst einen festen Betrag fest, der regelmäßig automatisch in den Fonds fließt. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Zusammensetzung des Index, den der ETF abbildet.
Viele ETFs sind sparplanfähig, sodass du bereits mit kleinen Beträgen beginnen kannst. Je nach Anbieter ist ein Einstieg ab einem Euro pro Monat möglich. So baust du schrittweise Vermögen auf, ohne dich um den Kaufzeitpunkt kümmern zu müssen.
Die Risikostreuung bleibt dabei erhalten, da du in viele Unternehmen gleichzeitig investierst. Ein breiter Marktindex wie der MSCI World enthält über 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Ein ESG-ETF filtert aus dieser Liste diejenigen heraus, die bestimmte Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien erfüllen.
- Der Sparplan führt regelmäßig einen festen Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds aus.
- Der zugrunde liegende Index wählt Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien aus.
- Der Unterschied zu klassischen Sparplänen liegt in der Indexzusammensetzung, nicht im Ablauf.
Kurz erklärt
ESG-ETF-Sparplan
Ein Sparplan, bei dem monatlich ein fester Betrag automatisch in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) investiert wird, dessen zugrunde liegender Index Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien (ESG) filtert.
Der Sparplanmechanismus ist identisch mit klassischen ETF-Sparplänen; der Unterschied liegt in der Zusammensetzung des abgebildeten Index.
02 · Vergleich
ESG, SRI und Best-in-Class: Diese Auswahlansätze gibt es
Nicht jeder nachhaltige ETF filtert gleich streng. Die Bezeichnungen im Indexnamen geben erste Hinweise auf die angewendete Strategie.
Die Kürzel im Indexnamen geben dir einen ersten Hinweis auf die Filterstrategie. Standard-ESG-Indizes berücksichtigen Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien bei der Bewertung, schließen aber oft nur wenige Branchen aus. SRI-Indizes legen in der Regel strengere Filter und Ausschlusskriterien an.
Beim Best-in-Class-Prinzip wählt der Indexanbieter innerhalb jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen aus. Einzelne Wirtschaftssektoren werden bei diesem relativen Ansatz nicht automatisch ausgeschlossen. Das bedeutet, dass auch Unternehmen aus kontroversen Branchen enthalten sein können, wenn sie im Branchenvergleich am besten abschneiden.
Zusätzlich gibt es ETFs mit spezifischen Negativkriterien, erkennbar an Zusätzen wie „ex Weapons“, „ex Tobacco“ oder „ex Gambling“. Diese Fonds schließen Unternehmen der entsprechenden Sektoren aus dem Index aus. Weitere Indizes fokussieren sich auf Themen wie erneuerbare Energien oder Elektromobilität.
- Standard-ESG filtert nach ESG-Kriterien, schließt aber oft nur wenige Branchen aus.
- SRI legt strengere Ausschlusskriterien an und filtert kontroverse Geschäftsfelder konsequenter heraus.
- Best-in-Class wählt innerhalb jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen aus.
| Standard-ESG | SRI | Best-in-Class | |
|---|---|---|---|
| Filterlogik | Berücksichtigt ESG-Kriterien bei der Bewertung, schließt aber oft nur wenige Branchen aus | Legt strengere Ausschlusskriterien an und filtert kontroverse Geschäftsfelder konsequenter heraus | Wählt innerhalb jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen aus |
| Ausschluss fossiler Brennstoffe | Nicht automatisch ausgeschlossen | In der Regel ausgeschlossen | Nicht automatisch ausgeschlossen, da Branchen relativ betrachtet werden |
| Typische Indexzusätze | ESG, Sustainability | SRI, ex Weapons, ex Tobacco | ESG Leaders, Best-in-Class |
03 · Was gilt
Artikel 8 oder Artikel 9: Was gilt für deinen ETF?
Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) teilt Fonds in Kategorien ein. Diese Einordnung zeigt dir, wie stark der Fonds Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt.
Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) verpflichtet Fondsanbieter, ihre Produkte in Kategorien einzuteilen. Diese Einordnung zeigt dir, wie verbindlich die Nachhaltigkeitsziele des Fonds sind. Du findest die Einstufung in den Produktunterlagen.
Ein Fonds nach Artikel 9 strebt eine explizit nachhaltige Investition an. Er investiert gezielt in Unternehmen mit messbarer Umwelt- oder Sozialwirkung und muss strenge Nachhaltigkeitsziele nachweisen. Ein Fonds nach Artikel 8 berücksichtigt ESG-Merkmale, ohne eine nachhaltige Wirkung als Hauptziel zu verfolgen.
Artikel-8-Fonds können Unternehmen enthalten, die nur im Branchenvergleich gut abschneiden. Sie müssen offenlegen, welche ESG-Kriterien angewendet werden. Die Einstufung als Artikel 9 ist strenger und verlangt einen direkten Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen.
- Artikel 9 strebt eine explizit nachhaltige Investition an und muss strenge Nachhaltigkeitsziele nachweisen.
- Artikel 8 berücksichtigt ESG-Merkmale, ohne eine nachhaltige Wirkung als Hauptziel zu verfolgen.
- Beide Kategorien müssen offenlegen, welche ESG-Kriterien angewendet werden.
Artikel 9 (dunkelgrün)
Artikel 8 (hellgrün)
04 · Schritt für Schritt
So richtest du einen ESG-ETF-Sparplan ein
Der Ablauf unterscheidet sich kaum von einem klassischen ETF-Sparplan. Entscheidend ist die Vorauswahl des passenden Index und die Prüfung der Produktunterlagen.
Bevor du den Sparplan anlegst, definiere deine persönlichen Ausschlusskriterien. Überlege, welche Branchen oder Geschäftspraktiken für dich nicht infrage kommen, etwa fossile Brennstoffe, Rüstung, Tabak oder Atomkraft. Diese Liste hilft dir, die Produktunterlagen gezielt zu prüfen.
Wähle anschließend einen Index und einen ETF aus. Achte auf Indexnamen mit Zusätzen wie SRI, ESG oder Sustainable. Prüfe die ETF-Beschreibung des Anbieters auf die konkreten Ausschluss- und Positivkriterien, nicht nur auf den Namen.
Prüfe die SFDR-Einstufung in den Produktunterlagen. Schaue nach, ob der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft ist. Das zeigt dir, wie verbindlich die Nachhaltigkeitsziele sind. Lege den Sparplan dann mit dem gewünschten Betrag und Intervall an.
- Definiere, welche Branchen oder Geschäftspraktiken für dich nicht infrage kommen.
- Achte auf Indexnamen mit Zusätzen wie SRI, ESG oder Sustainable und prüfe die ETF-Beschreibung.
- Schaue in den Produktunterlagen nach, ob der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft ist.
- Lege den Sparplan mit dem gewünschten Betrag und Intervall an.
Persönliche Ausschlusskriterien festlegen
Definiere, welche Branchen oder Geschäftspraktiken für dich nicht infrage kommen, etwa fossile Brennstoffe, Rüstung, Tabak oder Atomkraft.
Index und ETF auswählen
Achte auf Indexnamen mit Zusätzen wie SRI, ESG oder Sustainable. Prüfe die ETF-Beschreibung des Anbieters auf die konkreten Ausschluss- und Positivkriterien.
SFDR-Einstufung prüfen
Schaue in den Produktunterlagen nach, ob der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft ist. Das zeigt dir, wie verbindlich die Nachhaltigkeitsziele sind.
Sparplan anlegen
Lege den Sparplan mit einem festen monatlichen Betrag an. Viele ETFs sind bereits ab einem Euro pro Monat besparbar.
Regelmäßig prüfen
Kontrolliere in Abständen, ob der ETF weiterhin deinen Kriterien entspricht und ob sich die Indexzusammensetzung geändert hat.
05 · Kosten
Welche Kosten fallen bei einem ESG-ETF-Sparplan an?
Die Kostenstruktur ist mit klassischen ETF-Sparplänen vergleichbar. Entscheidend sind die laufenden Fondskosten, die bei ETFs generell niedriger ausfallen als bei aktiv gemanagten Fonds.
Die Kostenstruktur ist mit klassischen ETF-Sparplänen vergleichbar. Entscheidend sind die laufenden Fondskosten, die bei ETFs generell niedriger ausfallen als bei aktiv gemanagten Fonds. Der Grund: ETFs haben kein Fondsmanagement, das Wertpapiere auswählen und überwachen muss.
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei ETFs häufig zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Vergleiche die Gesamtkostenquote verschiedener ETFs auf denselben Index, da sie sich trotz gleicher Indexbasis unterscheiden kann. Auch die Sparplanausführung ist bei vielen Anbietern kostenlos.
Transaktionskosten innerhalb des Fonds fallen zusätzlich an, sind aber bei ETFs gering. Sie variieren je nach Fonds und Handelsaktivität. Achte bei der Auswahl auf die Kombination aus TER und Ausführungskosten.
- Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei ETFs häufig zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.
- Die Sparplanausführung ist bei vielen Anbietern kostenlos.
- Transaktionskosten im Fonds sind gering und variieren je nach Fonds.
Kurz erklärt
Laufende Fondskosten (TER)
Typische Kostenbestandteile eines ETF-Sparplans
0,1 bis 0,5 % p. a.
06 · Im Vertrag
Steuern auf deinen ESG-ETF-Sparplan
Für die Besteuerung spielt es keine Rolle, ob dein ETF nachhaltig ist oder nicht. Es gelten die allgemeinen Regeln für Kapitalerträge.
Es gelten die allgemeinen Regeln für Kapitalerträge. Auf Dividenden und Kursgewinne wird eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent fällig.
Zusätzlich wird auf die Abgeltungsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben. Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.
Bei Aktienfonds bleibt ein Teil der Erträge steuerfrei. Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge nicht besteuert werden, wenn der Fonds überwiegend in Aktien investiert.
- Auf Kapitalerträge wird eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent fällig.
- Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
- Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben steuerfrei, bei Ehepaaren 2000 Euro.
- Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei.
Steuerliche Behandlung von ETF-Erträgen
07 · Checkliste
Greenwashing erkennen: Diese Punkte solltest du prüfen
Die EU-Taxonomie-Verordnung und die Offenlegungsverordnung sollen irreführende Umweltaussagen verhindern. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick in die Produktunterlagen.
Verlasse dich nicht allein auf den Namen des ETFs.
Prüfe, ob die konkreten Ausschlusskriterien im Produktblatt genannt sind. Ein Best-in-Class-Ansatz wird oft nur relativ angewendet, ohne ganze Branchen auszuschließen. Das bedeutet, dass auch Unternehmen aus kontroversen Sektoren enthalten sein können.
Achte darauf, ob der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft ist. Werden die ESG-Kennzahlen transparent ausgewiesen? Entspricht der Indexname tatsächlich den angewendeten Filtern oder ist er irreführend?
- Sind die konkreten Ausschlusskriterien im Produktblatt genannt?
- Wird der Best-in-Class-Ansatz nur relativ angewendet, ohne ganze Branchen auszuschließen?
- Ist der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft?
- Werden die ESG-Kennzahlen transparent ausgewiesen?
- Entspricht der Indexname tatsächlich den angewendeten Filtern?
Checkliste gegen Greenwashing
Sind die konkreten Ausschlusskriterien im Produktblatt genannt?
Wird der Best-in-Class-Ansatz nur relativ angewendet, ohne ganze Branchen auszuschließen?
Ist der Fonds als Artikel 8 oder Artikel 9 eingestuft?
Werden die ESG-Kennzahlen transparent ausgewiesen?
Entspricht der Indexname tatsächlich den angewendeten Filtern oder ist er irreführend?
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Einrichten eines ESG-ETF-Sparplans
Viele Anlegerinnen und Anleger verlassen sich auf den Namen des ETFs, ohne die tatsächlichen Kriterien zu prüfen. Das kann zu einer Geldanlage führen, die den eigenen Wertvorstellungen nicht entspricht.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf das Kürzel ESG im Namen zu achten.
Ein weiterer Fehler ist, Best-in-Class mit einem vollständigen Ausschluss kontroverser Branchen zu verwechseln. Beim Best-in-Class-Ansatz werden Branchen relativ betrachtet, nicht automatisch ausgeschlossen. Auch Artikel 8 und Artikel 9 werden oft gleichgesetzt, obwohl Artikel 9 strengere Nachhaltigkeitsziele verfolgt.
Vergleiche die Gesamtkostenquote verschiedener ETFs auf denselben Index. Sie kann sich trotz gleicher Indexbasis unterscheiden. Ignoriere die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds nicht bei deiner Steuerplanung.
- Nur auf das Kürzel ESG im Namen zu achten, ohne die konkreten Ausschlusskriterien zu lesen.
- Best-in-Class mit einem vollständigen Ausschluss kontroverser Branchen zu verwechseln.
- Artikel 8 und Artikel 9 gleichzusetzen, obwohl Artikel 9 strengere Nachhaltigkeitsziele verfolgt.
- Die Gesamtkostenquote nicht zu vergleichen, obwohl ETFs auf denselben Index unterschiedlich teuer sein können.
- Die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds bei der Steuerplanung zu ignorieren.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
09 · Hintergrund
Ökologische und soziale Kriterien: Was steckt dahinter?
Die EU-Taxonomie-Verordnung definiert einheitliche Standards für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für die soziale Dimension gibt es bislang weniger verbindliche Vorgaben.
Ökologische Kriterien umfassen unter anderem den CO2-Ausstoß von Unternehmen, ihre Ziele zur Emissionsreduzierung sowie den Ausschluss von Geschäftsfeldern wie Kohleförderung oder fossile Brennstoffe. Die EU-Taxonomie-Verordnung legt fest, welche Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten.
Soziale Kriterien betreffen Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und den Umgang mit Beschäftigten in der Lieferkette. Dazu zählen auch Ausschlüsse von Unternehmen, die gegen Arbeitsnormen verstoßen oder in kontroversen Geschäftsfeldern wie Rüstung oder Tabak tätig sind.
Die Unternehmensführung (Governance) bezieht sich auf Aspekte wie Transparenz, Korruptionsbekämpfung und die Zusammensetzung von Führungsgremien. Diese drei Dimensionen bilden zusammen die ESG-Kriterien, die bei der Indexauswahl angewendet werden.
- Ökologische Kriterien umfassen CO2-Ausstoß, Reduktionsziele und den Ausschluss von Kohleförderung oder fossilen Brennstoffen.
- Soziale Kriterien betreffen Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Ausschlüsse von Rüstung oder Tabak.
- Die Unternehmensführung bezieht sich auf Transparenz, Korruptionsbekämpfung und Führungsgremien.
Ökologische Kriterien umfassen unter anderem den CO2-Ausstoß von Unternehmen, ihre Ziele zur Emissionsreduzierung sowie den Ausschluss von Geschäftsfeldern wie Kohleförderung oder fossile Brennstoffe. Die EU-Taxonomie-Verordnung legt fest, welche Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten.
Soziale Kriterien betreffen Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und den Umgang mit Beschäftigten in der Lieferkette. Dazu zählen auch Ausschlüsse von Unternehmen, die gegen Arbeitsnormen verstoßen oder in kontroversen Geschäftsfeldern wie Rüstung oder Tabak tätig sind.
Die Unternehmensführung (Governance) bewertet Aspekte wie Transparenz, Korruptionsbekämpfung und die Zusammensetzung von Aufsichtsgremien. Diese drei Dimensionen zusammen ergeben das ESG-Rating, das vielen Indexfiltern zugrunde liegt.
10 · Hintergrund
Indexfonds mit Nachhaltigkeitskriterien: So funktioniert die Indexauswahl
Ein Indexanbieter legt fest, welche Unternehmen aus einem breiten Marktindex übernommen werden. Diese Regeln bestimmen, wie nachhaltig dein ETF tatsächlich ist.
Als Ausgangsbasis dient häufig ein breiter Marktindex wie der MSCI World oder der DAX. Für den nachhaltigen Zielindex werden dann Filter angewendet. Zuerst schließen Negativkriterien bestimmte Branchen aus, etwa Rüstung, Tabak oder Kohleförderung.
Anschließend kommen Positivkriterien zum Einsatz. Unternehmen werden danach bewertet, wie hoch ihr CO2-Ausstoß ist, welche Reduktionsziele sie verfolgen oder wie sie bei sozialen Standards abschneiden. Beim Best-in-Class-Ansatz werden innerhalb jeder Branche die besten Unternehmen ausgewählt, zum Beispiel die oberen 25 Prozent.
Das Ergebnis ist ein Index, der aus dem breiten Markt gefiltert wurde. Die genauen Regeln bestimmen, wie nachhaltig dein ETF tatsächlich ist. Prüfe daher immer die Methodik des Indexanbieters in den Produktunterlagen.
- Zuerst schließen Negativkriterien bestimmte Branchen aus, etwa Rüstung, Tabak oder Kohleförderung.
- Anschließend bewerten Positivkriterien Unternehmen nach CO2-Ausstoß, Reduktionszielen und sozialen Standards.
- Beim Best-in-Class-Ansatz werden innerhalb jeder Branche die besten Unternehmen ausgewählt, zum Beispiel die oberen 25 Prozent.
Als Ausgangsbasis dient häufig ein breiter Marktindex wie der MSCI World oder der DAX. Für den nachhaltigen Zielindex werden dann Filter angewendet: Zuerst schließen Negativkriterien bestimmte Branchen aus, etwa Rüstung, Tabak oder Kohleförderung.
Anschließend kommen Positivkriterien zum Einsatz. Unternehmen werden danach bewertet, wie hoch ihr CO2-Ausstoß ist, welche Reduktionsziele sie verfolgen oder wie sie bei sozialen Standards abschneiden. Beim Best-in-Class-Ansatz werden innerhalb jeder Branche die besten Unternehmen ausgewählt, zum Beispiel die oberen 25 Prozent.
Das Ergebnis ist ein Index, der weniger Unternehmen enthält als der Ausgangsindex, aber nach festgelegten Regeln gefiltert wurde. Diese Regeln sind in den Indexmethoden dokumentiert und über die Produktunterlagen des ETFs einsehbar.
Häufige Fragen
Fragen zu ESG-ETF-Sparplan einrichten
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber