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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Emerging Markets ETF Sparplan einrichten: Dein einfacher Einstieg in die Schwellenländer

Du musst kein Börsenprofi sein, um am Wachstum von Ländern wie Indien oder Brasilien zu partizipieren. Mit einem ETF-Sparplan investierst du automatisch und schon mit kleinen Beträgen in die Zukunftsmärkte. Wir zeigen dir, wie du das Schritt für Schritt umsetzt.

ETF-SparplanSchwellenländerGeldanlage
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber es ist eine einfache Möglichkeit, dein Portfolio breit aufzustellen.
Wie viel Geld?
Schon wenig reicht.
Viele Sparpläne starten bereits mit kleinen monatlichen Raten.
Ist das riskant?
Ja, schwankt stark.
Die Kurse können heftiger schwanken als bei deutschen Aktien.

Warum Emerging Markets auch dich betreffen

Vielleicht denkst du, dass Börsen in fernen Ländern nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dein Smartphone kommt wahrscheinlich aus Südkorea oder China, deine Kleidung aus Bangladesch und dein Auto könnte aus Südkorea oder Tschechien stammen. Diese Länder sind ein fester Bestandteil der globalen Lieferketten.

Wenn du in einen Emerging Markets ETF investierst, kaufst du Anteile an Unternehmen aus genau diesen Regionen. Das sind oft große Konzerne, die du vielleicht sogar kennst, wie zum Beispiel der chinesische Internetriese Alibaba oder der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung. Du wirst also zum Miteigentümer der Firmen, deren Produkte du täglich nutzt.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du machst dich unabhängiger vom Schicksal der deutschen Wirtschaft. Wenn es hierzulande mal nicht so gut läuft, können die Märkte in Asien oder Lateinamerika trotzdem boomen. Das ist eine Form der Risikostreuung, die dein Depot robuster macht.

Zudem geht es um eine der größten Wachstumsgeschichten unserer Zeit. Während die Bevölkerung in Deutschland altert und schrumpft, wächst die Mittelschicht in Ländern wie Indien oder Indonesien rasant. Diese Menschen wollen konsumieren, bauen Häuser und kaufen Autos. Von diesem Trend kannst du mit einem Sparplan langfristig profitieren.

~85 %
der Weltbevölkerung leben in Schwellen- und Entwicklungsländern.
> 50 %
des globalen Wirtschaftswachstums wird dort generiert.
1x monatlich
reicht für einen Sparplan, oft geht auch mehr.

Die Grundlagen: Was ist ein ETF und was sind Emerging Markets?

Bevor du loslegst, sollten wir die Begriffe klären. Ein ETF, das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest alle wichtigen Unternehmen der Welt kaufen, aber das wäre teuer und kompliziert. Ein ETF bündelt diese Unternehmen in einem einzigen Wertpapier. Du kaufst also einen Korb voller Aktien, ohne jede einzelne kaufen zu müssen.

Der Begriff Emerging Markets bedeutet übersetzt so viel wie aufstrebende oder Schwellenländer. Das sind Staaten, die sich von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation wandeln. Dazu zählen Länder wie China, Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko, Taiwan und Südkorea. Sie haben oft junge Bevölkerungen und wachsende Volkswirtschaften.

Ein Emerging Markets ETF bildet einen Index nach, der die wichtigsten Unternehmen dieser Länder enthält. Der bekannteste Index ist der MSCI Emerging Markets. Er umfasst mehrere hundert Firmen aus den Schwellenländern. Wenn du einen solchen ETF kaufst, investierst du automatisch in all diese Unternehmen gleichzeitig.

Das Schöne an einem ETF ist, dass er sehr transparent ist. Du kannst jederzeit nachschauen, welche Unternehmen im Index enthalten sind und wie sich der Kurs entwickelt hat. Du musst also keine einzelnen Aktien analysieren, sondern vertraust auf die Zusammensetzung des Index. Das spart Zeit und reduziert das Risiko von Fehlentscheidungen.

So funktioniert ein Sparplan auf Emerging Markets

Ein Sparplan ist im Grunde ein Dauerauftrag für dein Depot. Du legst fest, wie viel Geld monatlich von deinem Girokonto abgebucht werden soll. Mit diesem Betrag kauft deine Bank oder dein Broker automatisch Anteile an deinem ausgewählten ETF. Du musst dich also nicht jeden Monat neu kümmern.

Der große Vorteil ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Da du jeden Monat den gleichen Betrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Über die Jahre gleicht sich das aus und du musst den perfekten Einstiegszeitpunkt nicht kennen. Das nimmt dir den Druck, den Markt zu timen.

Du kannst den Sparplan jederzeit pausieren, die Rate ändern oder den Betrag erhöhen. Das geht meist online in wenigen Minuten. Du bist also flexibel, falls sich deine finanzielle Situation ändert. Einige Anbieter erlauben sogar, den Ausführungstag im Monat zu wählen, zum Beispiel den 1. oder den 15.

Wichtig zu wissen: Der Kauf erfolgt in der Regel zu einem festen Zeitpunkt im Monat. Du bekommst also nicht den Tageskurs, sondern den Kurs zum Ausführungstag. Das ist aber kein Nachteil, denn langfristig kommt es auf den Durchschnittspreis an, nicht auf den einzelnen Kaufzeitpunkt.

Kosten und Gebühren: Was du wirklich zahlst

Kosten sind ein entscheidender Faktor bei der Geldanlage, denn sie schmälern deine Rendite. Bei einem ETF-Sparplan gibt es zwei Arten von Kosten. Die erste ist die laufende Gebühr des Fonds, die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und liegt bei Emerging Markets ETFs meist etwas höher als bei deutschen Aktien-ETFs.

Der Grund für die höhere TER ist die aufwendigere Verwaltung. Die Unternehmen in Schwellenländern müssen oft genauer geprüft werden, und die Handelbarkeit der Aktien ist manchmal schwieriger. Diese Kosten sind aber bereits im Kurs enthalten, du musst also nichts extra bezahlen. Sie werden täglich berechnet und mindern den Wert deiner Anteile.

Die zweite Kostenart sind die Gebühren deines Brokers für die Ausführung des Sparplans. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne auf eine Auswahl von ETFs an. Das heißt, du zahlst keine Kaufgebühr für die monatliche Rate. Du solltest aber darauf achten, ob es einen Mindestbetrag gibt, der oft bei 25 oder 50 Euro liegt.

Zusätzlich können beim Verkauf deiner Anteile Gebühren anfallen. Diese sind aber meist gering und fallen nur einmalig an, wenn du deine Anteile wieder verkaufst. Ein Tipp: Achte auf die Gesamtkostenquote und wähle einen ETF mit einer möglichst niedrigen TER. So bleibt mehr von deiner Rendite übrig.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten

Nicht alle Emerging Markets ETFs sind gleich. Es gibt Unterschiede bei der Zusammensetzung, der Größe und der Nachbildung des Index. Ein wichtiger Punkt ist, ob der ETF physisch oder synthetisch ist. Physisch bedeutet, dass der Fonds die Aktien wirklich kauft. Synthetisch bedeutet, dass er die Wertentwicklung über Derivate abbildet. Beides ist sicher, aber du solltest wissen, was du kaufst.

Ein weiterer Aspekt ist die Währung. Viele Emerging Markets ETFs werden in US-Dollar gehandelt, aber es gibt auch Varianten in Euro. Für dich als Anleger ist die Euro-Variante oft einfacher, da du kein Währungsrisiko beim Kauf hast. Die Wertentwicklung hängt aber trotzdem von den Wechselkursen ab, da die zugrunde liegenden Aktien in anderen Währungen notieren.

Achte auch auf die Größe des Fonds. Ein größeres Fondsvolumen bedeutet meist eine höhere Liquidität, also dass du deine Anteile leichter kaufen und verkaufen kannst. Außerdem sind größere Fonds oft günstiger, weil sie Skaleneffekte nutzen. Schau dir die Fondsgröße in Millionen oder Milliarden Euro an.

Zu guter Letzt solltest du auf die Replikationsmethode achten. Die meisten ETFs bilden den Index vollständig ab, indem sie alle enthaltenen Aktien kaufen. Es gibt aber auch optimierte Methoden, die nur einen Teil der Aktien kaufen. Beide Methoden sind etabliert, aber die vollständige Nachbildung ist einfacher zu verstehen. Lies das Factsheet des ETFs, um alle Details zu erfahren.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, zu viel auf einmal investieren zu wollen. Wenn du eine große Summe auf einmal in einen Emerging Markets ETF steckst, trägst du das Risiko, genau zum falschen Zeitpunkt zu kaufen. Besser ist es, mit einem Sparplan zu starten und das Kapital über mehrere Monate zu verteilen. So reduzierst du das Timing-Risiko.

Ein weiterer Fehler ist, den Sparplan bei Kursverlusten sofort zu stoppen. Wenn die Kurse fallen, kaufst du mit deinem Sparplan automatisch günstigere Anteile. Das ist eigentlich ein Vorteil. Wer dann stoppt, verpasst die Chance, den Durchschnittspreis zu senken. Bleib also diszipliniert und halte an deinem Plan fest.

Viele Anleger vergessen auch, ihr Portfolio regelmäßig zu überprüfen. Emerging Markets sind volatil, und es kann sein, dass ein Land oder eine Region an Gewicht verliert. Du musst nicht ständig handeln, aber ein jährlicher Check ist sinnvoll. Überlege, ob die Aufteilung in deinem Depot noch zu deiner Risikobereitschaft passt.

Ein letzter Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Ein Emerging Markets ETF sollte nur ein Baustein in deinem Depot sein. Kombiniere ihn mit einem breiten Welt-ETF oder einem Europa-ETF, um dein Risiko zu streuen. So bist du nicht nur von den Schwellenländern abhängig, sondern profitierst von der globalen Entwicklung.

Dein konkreter Fahrplan: So richtest du den Sparplan ein

Der erste Schritt ist die Auswahl eines passenden Brokers. Du kannst dein bestehendes Girokonto nutzen, aber oft sind Online-Broker günstiger. Achte auf die Gebühren für Sparpläne und darauf, ob dein Wunsch-ETF angeboten wird. Ein Depot zu eröffnen ist heute unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten mit Video-Ident-Verfahren.

Danach wählst du deinen Emerging Markets ETF aus. Suche nach einem Produkt, das den MSCI Emerging Markets Index abbildet. Achte auf eine niedrige TER und ein hohes Fondsvolumen. Du kannst die Wertentwicklung der letzten Jahre vergleichen, aber denke daran: Die Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.

Jetzt legst du den Sparplan an. Du bestimmst den monatlichen Betrag, der zu deinem Budget passt. Starte ruhig mit einem kleineren Betrag, den du sicher entbehren kannst. Du kannst die Rate später jederzeit erhöhen. Wähle den Ausführungstag, zum Beispiel den 1. oder 15. des Monats, und bestätige die Einrichtung.

Nach der Einrichtung musst du nichts weiter tun. Der Broker führt den Kauf automatisch aus. Du solltest aber deine Kontoauszüge im Blick behalten und einmal im Jahr deine Anlagestrategie überprüfen. Wenn du Fragen hast, bietet dein Broker oft einen Kundenservice an. Und denke daran: Geduld ist der wichtigste Begleiter beim Investieren.

Langfristig denken: Was du von deinem Investment erwarten kannst

Emerging Markets sind keine Garantie für hohe Renditen. Es gibt Jahre mit starken Gewinnen, aber auch Jahre mit deutlichen Verlusten. Die Kurse schwanken stärker als bei etablierten Industrieländern. Das liegt an politischen Unsicherheiten, Währungsschwankungen und wirtschaftlichen Veränderungen in diesen Ländern.

Langfristig gesehen, also über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren, bieten Schwellenländer jedoch ein beachtliches Wachstumspotenzial. Die junge Bevölkerung und die steigende Kaufkraft sind starke Treiber. Wenn du einen langen Anlagehorizont hast, kannst du von diesem Wachstum profitieren, ohne dich von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen zu lassen.

Ein wichtiger Punkt ist die Regelmäßigkeit. Ein Sparplan funktioniert am besten, wenn du ihn über viele Jahre laufen lässt. Unterbrich ihn nicht bei jeder Krise, sondern vertraue auf den langfristigen Trend. Die Geschichte zeigt, dass sich die Märkte nach Rückschlägen immer wieder erholt haben, auch wenn es manchmal Jahre gedauert hat.

Du solltest dir auch bewusst sein, dass dein Investment nicht für den schnellen Gewinn gedacht ist. Es ist ein Baustein für deine Altersvorsorge oder für langfristige Ziele. Wenn du diese Einstellung verinnerlichst, wirst du die Schwankungen besser aussitzen können. Und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg an der Börse.

Fazit: Dein Start in die Schwellenländer ist einfacher als gedacht

Ein Emerging Markets ETF Sparplan ist eine unkomplizierte Möglichkeit, dein Geld international zu streuen. Du musst kein Experte sein, um von den Wachstumsmärkten der Welt zu profitieren. Mit einem Sparplan investierst du automatisch und regelmäßig, ohne dich um den richtigen Zeitpunkt kümmern zu müssen.

Die wichtigsten Schritte sind die Auswahl eines günstigen Brokers, die Wahl eines soliden ETFs und die Festlegung eines Betrags, der zu deinem Budget passt. Achte auf die Kosten und wähle einen Fonds, der den MSCI Emerging Markets Index abbildet. Dann steht deinem Start nichts mehr im Weg.

Denke daran, dass Investieren immer mit Risiken verbunden ist. Emerging Markets sind volatiler als andere Märkte, aber genau das bietet auch Chancen. Mit einem langen Anlagehorizont und einer disziplinierten Sparweise kannst du diese Chancen nutzen. Lass dich nicht von kurzfristigen Schlagzeilen verunsichern.

Jetzt liegt es an dir. Informiere dich bei deinem Broker, vergleiche die Angebote und richte deinen ersten Sparplan ein. Du wirst sehen, es ist einfacher, als du denkst. Und dein zukünftiges Ich wird es dir danken, dass du früh mit dem Aufbau deines Vermögens begonnen hast.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du einen monatlichen Betrag für mindestens 5 Jahre entbehren?
Möchtest du dein Geld breiter streuen als nur in Deutschland?
Bist du bereit, Kursschwankungen von über 20 Prozent auszuhalten?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Viele Online-Broker bieten Sparpläne bereits ab rund 25 Euro pro Monat an. Du kannst also schon mit einem kleinen Betrag starten. Wichtig ist, dass du den Betrag regelmäßig aufbringen kannst, ohne deinen Lebensunterhalt zu gefährden.

Ja, in der Regel schon. Die Kurse in Schwellenländern schwanken stärker, da die Märkte weniger etabliert sind und politische oder wirtschaftliche Krisen schneller zu Kursverlusten führen können. Dafür ist das Wachstumspotenzial langfristig oft höher.

Ja, du kannst deinen Sparplan in der Regel jederzeit pausieren, die Rate ändern oder ganz kündigen. Das geht meist online in deinem Broker-Portal. Es fallen dafür in der Regel keine Gebühren an, aber deine bereits gekauften Anteile bleiben natürlich erhalten.

Ein physischer ETF kauft die Aktien wirklich, die im Index enthalten sind. Ein synthetischer ETF bildet die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte (Derivate) nach. Beide Methoden sind sicher, aber die physische Variante ist für Einsteiger oft einfacher zu verstehen.

Der bekannteste und am weitesten verbreitete Index ist der MSCI Emerging Markets. Er umfasst die größten Unternehmen aus über 20 Schwellenländern. Es gibt auch andere Indizes wie den FTSE Emerging, aber der MSCI ist der Standard für viele ETFs.

Ja, auf Gewinne aus ETF-Verkäufen fällt die Abgeltungssteuer an. Es gibt jedoch einen jährlichen Sparerpauschbetrag, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei sind. Dein Broker führt die Steuern automatisch ab, wenn du deinen Freibetrag hinterlegt hast.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.